[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gleitstuhl für eine Schienenweiche, eine
Schienenweiche mit mindestens einem derartigen Gleitstuhl sowie eine Heizeinrichtung
für eine Schienenweiche.
[0002] Schieneneinrichtungen für Schienenfahrzeuge sind in besonderem Maße der Witterung
ausgesetzt. Insbesondere Schieneneinrichtungen mit beweglichen Teilen wie Schienenweichen
können dabei in ihrer Funktionsfähigkeit insbesondere bei Kälte und/oder Eis und Schnee
eingeschränkt sein. Derartige Einschränkungen können zu erheblichen Störungen für
den Schienenverkehr bis hin zum Ausfall von Zugverbindungen führen. Daher werden in
der Regel insbesondere Schienenweichen mit Heizeinrichtungen ausgestattet, um sie
bei schlechtem Wetter beheizen zu können. Aufgrund der Komplexität im Aufbau und der
Vielzahl unterschiedlichen Komponenten einer Schienenweiche ist dabei auf eine geeignete
Anordnung von Heizkomponenten zu achten, um einen gewünschten Heizerfolg erreichen
zu können. Die
WO 2009/109664 A1 offenbart eine Eisenbahnweiche mit einer derartigen Heizeinrichtung. Eine Aufgabe
der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Gleitstuhl einer Schienenweiche derart
auszugestalten, dass eine kompakte und effiziente Heizung von Komponenten der Schienenweiche
möglich ist.
[0003] Diese Aufgabe wird durch einen Gleitstuhl gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0004] Es wird ein Gleitstuhl für eine Schienenweiche beschrieben. Der Gleitstuhl umfasst
eine Grundplatte, vermittels welcher der Gleitstuhl festlegbar ist, sowie eine Gleitstuhlplatte,
welche mit der Grundplatte fest verbunden ist. In der Grundplatte ist ein Heizfluidführungskanal
ausgebildet. Somit kann der Gleitstuhl derart ausgebildet sein, dass er einerseits
seine normale Funktion als Gleitstuhl erfüllt und andererseits als Teil einer Heizeinrichtung
wirken kann. Der Heizfluidführungskanal ist zur Wärmeübertragung an den Gleitstuhl,
insbesondere an die Grundplatte vorgesehen, wobei die Wärmeübertragung insbesondere
über einen wärmeleitenden Kontakt erfolgen kann. Beispielsweise kann vorgesehen sein,
dass die Heizfluidführung und/oder der Heizfluidführungskanal einerseits in wärmeleitenden
Kontakt mit einem Heizfluid steht oder bringbar ist, etwa über eine Innenwandung,
an welcher das Heizfluid entlang zu strömen vermag. Somit kann er als Heizung für
den Gleitstuhl dienen. Außerdem ermöglicht der Heizfluidführungskanal ein raumsparendes
und geschütztes Führen von Heizfluid durch den Gleitstuhl. Die Grundplatte kann an
einer geeigneten Bodeneinrichtung oder Unterlage der Schienenweiche, insbesondere
einer Schwelle, oder an einem anderen erdfesten Bezugspunkt festlegbar sein. Das Festlegen
des Gleitstuhls kann insbesondere bedeuten, dass die Grundplatte mit Bezug zur Erde
und/oder zur Unterlage verankert und/oder an einer geeigneten Festlegungsvorrichtung
befestigt ist, etwa durch Verschraubungen, Einbetonieren, Nägel oder eine andere Befestigungsvorrichtung
oder Verankerung. Eine Gleitstuhlplatte kann dazu vorgesehen sein, eine Schiene der
Schienenweiche, insbesondere eine Backenweiche, gegen eine Verschiebung festzulegen.
Dazu ist die Gleitstuhlplatte fest mit der Grundplatte verbunden, etwa durch eine
geeignete Verschraubung und/oder Verschweißung. Die Grundplatte und/oder die Gleitstuhlplatte
können allgemein aus einem metallischen Material hergestellt sein, etwa aus einem
Stahl. Es ist vorstellbar, dass Grundplatte und/oder Gleitstuhlplatte und/oder Gleitstuhl
aus einem Gussmaterial hergestellt sind. Der Heizfluidführungskanal ist erfindungsgemäß
dazu ausgebildet, ein Heizfluid aufzunehmen und durch die Grundplatte zu führen. Die
Heizfluidführung ist direkt in der Grundplatte ausgebildet, etwa durch eine oder mehrere
Bohrungen. Bei einer Variante kann ein Leitungsrohr in der Grundplatte aufgenommen
sein, insbesondere eingegossen sei. Der Heizfluidführungskanal und/oder die Heizfluidführung
können einen oder mehrere Fluidanschlüsse aufweisen, über welche ein Heizfluid zuführbar
ist und/oder abgeführt werden kann. Derartige Anschlüsse können in oder an geeigneten
Öffnungen in der Grundplatte angeordnet oder anordenbar sein. Allgemein kann im Rahmen
dieser Beschreibung eine Schienenweiche eine Zungenweiche sein. Eine Schienenweiche
kann zumindest ein Schienenpaar aus Backenschiene und Zungenschiene aufweisen. Ein
Gleitstuhl kann dazu vorgesehen sein, eine Backenschiene auf ihrer der Zungenschiene
zugewandten Seite festzulegen. Es ist vorstellbar, dass eine Zungenweiche sich auf
dem Gleitstuhl zu verschieben vermag. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die
Gleitstuhlplatte dazu ausgebildet ist, die Zungenweiche verschiebbar zu lagern. Die
Gleitstuhlplatte kann oberhalb der Grundplatte an dieser direkt oder indirekt befestigt
sein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass sich die Gleitstuhlplatte im Wesentlichen
nicht relativ zur Grundplatte zu bewegen vermag und/oder relativ zur Grundplatte ortsfest
befestigt oder befestigbar ist. ausgebildet sein. Es ist allgemein vorstellbar, dass
die Gleitstuhlplatte formschlüssig an der Grundplatte angebracht ist, oder dass die
Gleitstuhlplatte materialschlüssig mit der Grundplatte ausgebildet ist. Der Heizfluidführungskanal
kann in die Grundplatte gegossen und/oder gefräst und/oder gebohrt sein. Es ist vorstellbar,
dass in dem Heizfluidführungskanal ein Heizfluidführungsrohr eingebaut, insbesondere
eingegossen ist. Ein Heizfluidführungsrohr kann allgemein insbesondere aus einem geeigneten
Edelstahl hergestellt sein. Eine in dem Heizfluidführungskanal aufgenommene Heizfluidführung,
insbesondere ein Rohr oder ein Schlauch, kann über eine Öffnung in der Grundplatte
oder über mehrere Öffnungen in der Grundplatte aus der Grundplatte herausgeführt sein,
um etwa eine außerhalb des Gleitstuhls angeordnete oder anordenbare Anschlussmöglichkeit
zu bieten. Eine Heizfluidführung kann allgemein ein oder mehrere Anschlüsse zur Verbindung
mit einer Heizfluidleitung aufweisen. Es ist vorstellbar, dass eine Heizfluidführung
eine Leitung, mehrere Leitungen oder ein Strömungsfeld umfasst, über welche jeweils
ein Heizmedium geführt oder führbar sein kann. Ein Heizfluidführungskanal kann zur
Aufnahme einer Heizfluidführung und/oder selbst als Heizfluidführung ausgebildet sein.
Ein Heizfluid kann allgemein jedes Fluid sein, welches als Wärmemedium für eine Heizeinrichtung
geeignet ist. Beispielsweise kann ein Heizfluid eine Flüssigkeit und/oder ein Gas
umfassen, etwa Wasser, ein Öl, ein Wasser/Glykol-Gemisch, Heißdampf und/oder Verbrennungsabgase.
Allgemein kann eine Heizfluidführung auf geeignete Art in dem Heizfluidführungskanal
und/oder an dem Gleitstuhl und/oder an der Grundplatte befestigt oder befestigbar
sein, etwa durch Verschrauben und/oder Verkleben und/oder Verklemmen und/oder Verschweißen
und/oder Verlöten und/oder Vergießen oder Eingießen. Allgemein kann vorgesehen sein,
dass der Heizfluidführungskanal Kanalöffnungen aufweist, etwa mindestens oder genau
eine Eingangsöffnung in der Grundplatte und mindestens oder genau eine Ausgangsöffnung
in der Grundplatte. Die Kanalöffnungen können seitliche Öffnungen der Grundplatte
sein. Zwischen den Öffnungen kann der Heizfluidführungskanal mit einer Heizfluidführung
ausgebildet sein und/oder eine Heizfluidführung aufgenommen sein. Es kann vorgesehen
sein, dass der Heizfluidführungskanal zwischen der Ausgangsöffnung und der Eingangsöffnung
in der Grundplatte keine gerade Linie beschreibt, sondern in einer gebogenen oder
abgewinkelten Form ausgebildet ist. Dabei können mehrere Bögen und/oder Abwinklungen
vorgesehen sein. Die Form des Heizfluidführungskanals kann unter Berücksichtigung
einer gewünschten Wärmeübertragung und/oder strukturellen Erfordernissen des Gleitstuhls
bestimmt sein. Ein wärmeübertragender Kontakt kann ein wärmeleitender Kontakt sein.
Es ist vorstellbar, dass ein wärmeleitender Kontakt zwischen zwei Komponenten, etwa
einer Heizfluidführung und der Grundplatte und/oder dem Heizfluidführungskanal, durch
direkten Kontakt der Komponenten bereitgestellt oder bereitstellbar ist. Alternativ
oder zusätzlich kann ein wärmeleitender Kontakt zwischen zwei Komponenten über eine
oder mehrere zwischen diesen Komponenten angeordneten Wärmeleitelementen bereitgestellt
oder bereitstellbar sein. Ein Wärmeleitelement kann dabei gute Wärmeleiteigenschaften
aufweisen und etwa eine Wärmeleitpaste und/oder ein metallisches Element wie eine
Metallschicht oder eine Folie umfassen. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass
zwischen einer Heizfluidführung, etwa einem Rohr, und der Grundplatte und/oder dem
Heizfluidführungskanal zumindest stellenweise eine Wärmeleitpaste angeordnet oder
anordenbar ist. Allgemein kann es zweckmäßig sein, wenn für einen wärmeleitenden Kontakt
vorgesehene Komponenten selbst gute Wärmeleitungseigenschaften aufweisen und beispielsweise
aus metallischen Materialien bestehen und/oder solche umfassen. Dabei können unterschiedliche
Komponenten unterschiedliche Materialien aufweisen. Bei einer Variante umfasst der
Gleitstuhl eine Schienenhalteeinrichtung. Die Schienenhalteeinrichtung kann dazu ausgebildet
sein, eine Schiene, insbesondere eine Backenschiene, an dem Gleitstuhl zu befestigen.
Die Schiene kann über die Schienenhalteeinrichtung an dem Gleitstuhl befestigt oder
befestigbar sein. Es ist vorstellbar, dass die Schienenhalteeinrichtung derart angeordnet
ist, dass eine an ihr befestigte Schiene zwischen der Schienenhalteinrichtung und
der Gleitstuhlplatte aufgenommen oder aufnehmbar ist. Insbesondere kann die Schiene
durch die Gleitstuhlplatte auf ihrer der Schienenhalteeinrichtung gegenüberliegenden
Seite eingeklemmt oder einklemmbar sein. Die Schienenhalteeinrichtung kann eine Verschraubung
und/oder eine Bolzeneinrichtung aufweisen, vermittels welcher die Schiene befestigt
oder befestigbar ist.
[0005] Es kann vorgesehen sein, dass der Heizfluidführungskanal dazu ausgebildet ist, eine
Heizfluidführung aufzunehmen. Eine derartige Heizfluidführung kann beispielsweise
durch einen Schlauch und/oder ein Rohr gebildet sein, welches in die Heizfluidführung
eingelegt sein kann. Es ist vorstellbar, dass Schlauch und/oder Rohr in die Grundplatte
eingegossen sind. Es ist auch vorstellbar, dass das Rohr und/oder der Schlauch in
die Heizfluidführung eingeführt sind und daran und/oder darin befestigt sind. Beispielsweise
kann ein Rohr als Heizfluidführung in den Heizfluidführungskanal eingelegt und über
eine Wärmeleitpaste mit dem Heizfluidführungskanal verbunden oder daran verklebt sein.
Es ist vorstellbar, dass eine Schellenvorrichtung und/oder eine Stegvorrichtung dazu
vorgesehen ist, eine Heizfluidführung innerhalb des Heizfluidführungskanals zu halten.
[0006] Der Heizfluidführungskanal kann auf der der Gleitstuhlplatte gegenüberliegenden Seite
der Grundplatte angeordnet sein. Insbesondere kann der Heizfluidführungskanal unterhalb
der Grundplatte angeordnet sein. Dadurch lässt sich eine Heizfluidführung bodennah
führen.
[0007] Bei einer Weiterbildung kann der Heizfluidführungskanal ein offenes Profil aufweisen.
Durch ein solches Profil kann eine Heizfluidführung leicht in den Heizfluidführungskanal
eingelegt werden. Darüber hinaus lässt sich eine Heizfluidführung über ein offenes
Profil leichter entfernen, sollte dies aus Wartungsgründen oder zu Reparaturzwecken
notwendig sein.
[0008] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Profil zur Unterseite der Grundplatte
hin offen ist. Somit wird eine strukturelle Integrität bezüglich der Gleitstuhlplatte
möglichst wenig beeinträchtigt und ein leichter Zugang zum Heizfluidführungskanal
ermöglicht.
[0009] In dem Heizfluidführungskanal kann als Heizfluidführung ein Schlauch oder Rohr zum
Führen eines Heizfluids aufgenommen oder aufnehmbar sein. Der Heizfluidführungskanal
kann entsprechend dimensioniert sein, um den gewünschten Schlauch oder das Rohr aufnehmen
zu können. Der Schlauch und/oder das Rohr können aus der Grundplatte herausgeführt
oder herausführbar sein und/oder aus der Grundplatte in einer oder zwei Richtungen
herausragen. Somit können beispielsweise Anschlüsse am Schlauch oder Rohr vorgesehen
sein und vom Gleitstuhl entfernt zum Anschließen verlegt sein.
[0010] Der Heizfluidführungskanal kann in mindestens einem Bogen geführt sein. Beispielsweise
kann der Heizfluidführungskanal mindestens einen u-förmigen Bogen aufweisen.
[0011] Zwischen Grundplatte und Gleitstuhlplatte kann ein Aufnahmebereich vorgesehen sein,
welcher es vermag, eine Spanneinrichtung aufzunehmen. Eine solche Spanneinrichtung
kann dazu vorgesehen sein, die Befestigungseigenschaften der Gleitstuhlplatte auch
bei Belastungen etwa durch einen den Gleitstuhl überfahrenden Zug positiv zu beeinflussen.
Zweckmäßigerweise ist der Heizfluidführungskanal derart angeordnet, dass er die Wirkungsweise
der Spanneinrichtung nicht beeinträchtigt.
[0012] Ferner ist eine Schienenweiche mit mindestens einem hierin beschriebenen Gleitstuhl
vorgesehen. Die Schienenweiche kann insbesondere eine Zungenweiche sein und entsprechend
Backenschienen und Zungenschienen aufweisen. Die Heizführungskanäle und/oder in den
Heizfluidführungskanälen aufgenommene Heizfluidführungen können über geeignete Anschlüsse
und/oder Verbindungsleitungen untereinander und/oder mit einer Heizfluidquelle und/oder
einem Heizfluidabfluss verbunden und verbindbar sein.
[0013] Darüber hinaus ist eine Heizeinrichtung für eine Schienenweiche vorgesehen, welche
dazu ausgebildet ist, ein Heizfluid durch eine Heizfluidführung in einem Heizfluidführungskanal
mindestens eines hierin beschriebenen Gleitstuhls zu führen. Die Schienenweiche kann
eine hierin beschriebene Schienenweiche sein. Die Heizeinrichtung kann mindestens
eine Pumpe zum Bereitstellen des Heizfluids und/oder mindestens eine Wärmequelle zum
Erwärmen des Heizfluids aufweisen. Eine Wärmequelle kann etwa ein Brenner, eine elektrische
Heizeinrichtung, eine geothermische Einrichtung oder eine ähnliche Einrichtung sein.
Die Heizeinrichtung kann ferner geeignete Verbindungen wie Rohre, Schläuche und/oder
entsprechende Leitungen und Anschlussvorrichtungen aufweisen, über welche eine oder
mehrere Gleitstühle und/oder Heizfluidführungskanäle von Gleitstühlen und/oder darin
aufgenommene Heizfluidführungen mit Heizfluid versorgt werden können, etwa über eine
oder mehrere Pumpeinrichtungen. Es ist vorstellbar, dass Gleitstühle und/oder Heizfluidführungen
von Gleitstühlen strömungstechnisch seriell und/oder parallel angeschlossen oder anschließbar
sind.
[0014] In folgendem werden Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft anhand der beiliegenden
Figuren beschrieben.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Ansicht einer Gleitstuhlplatte mit Heizfluidführungskanal,
- Fig. 2
- schematisch einen Teil einer Schienenweiche mit mehreren Gleitstühlen,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Gleitstuhls einer Schienenweiche,
- Fig. 4
- eine Draufsicht eines Gleitstuhls,
- Fig. 5
- eine Sicht auf einen Gleitstuhl von unten,
- Fig. 6
- eine Ansicht eines Gleitstuhls von schräg unten,
- Fig. 7
- eine Querschnittsansicht eines Gleitstuhls,
[0016] Figur 1 zeigt schematisch eine Draufsicht eines Teils eines Gleitstuhls 10. Der Gleitstuhl
10 umfasst eine Grundplatte 12 und eine darüber angeordnete Gleitstuhlplatte 14. Die
Gleitstuhlplatte 14 ist fest mit der Grundplatte 12 verbunden und derart angeordnet,
dass die Gleitstuhlplatte 14 auf an sich bekannter Art und Weise eine Backenschiene
100 einer Zungenweiche zu halten vermag. Über Befestigungslöcher 16 ist die Grundplatte
12 an einer Schienenschwelle 50 befestigt oder befestigbar. Eine Abstützeinrichtung
21 des Gleitstuhls 10 ist dazu vorgesehen, eine Spanneinrichtung wie einen Spannbügel
aufzunehmen und abzustützen. Der Gleitstuhl kann als Teil einer Schienenweiche angesehen
werden. Eine der Backenschiene 100 zugeordnete Zungenschiene 102 der Schienenweiche
ist gegenüber der Backenschiene 100 bewegbar auf der Gleitstuhlplatte 14 gelagert.
In der Grundplatte 12 des Gleitstuhls 10 ist ein Heizfluidführungskanal 20 vorgesehen,
welcher in der Abbildung gestrichelt dargestellt ist. In den Heizfluidführungskanal
20 ist eine Heizfluidführung 22 aufgenommen, welche in diesem Beispiel als Heizfluidführungsrohr
ausgebildet ist. Der Heizfluidführungskanal 20 weist eine erste Kanalöffnung oder
Eingangsöffnung 24 auf, in welcher das Rohr 22 in die Grundplatte und den Heizfluidführungskanal
20 eindringt. Ferner ist eine zweite Kanalöffnung oder Ausgangsöffnung 26 vorgesehen,
über welche das Rohr 22 aus dem Heizfluidführungskanal 20 austritt, nachdem es innerhalb
der Grundplatte 12 in den Heizfluidführungskanal 20 eingebettet im Wesentlichen einen
u-förmigen Bogen beschrieben hat. Das Rohr 22 steht sowohl bei der ersten Kanalöffnung
24 als auch bei der zweiten Kanalöffnung 26 über die Grundplatte 12 hinaus. In diesem
Beispiel ist vorgesehen, dass sich das Rohr 22 jeweils sogar bis über die Schwelle
50 hinaus erstreckt, an welcher die Grundplatte 12 befestigt ist. An jedem Rohrende
des Rohrs 22 ist ein Fluidanschluss 28, 30 vorgesehen, über welchen ein Heizfluid
über eine zugeordnete Leitung 32, 34 einer Heizeinrichtung in das Rohr 22 eingespeist
oder daraus abgeführt werden kann. Strömt ein warmes Heizfluid über die Leitungen
32, 34 und das Rohr 22, kann das Heizfluid im Heizfluidführungskanal 20 Wärme an die
Grundplatte 12 und den Gleitstuhl 10 abgeben, um diesen zu erwärmen.
[0017] Figur 2 zeigt einen größeren Teil einer Schienenweiche mit mehreren Gleitstühlen
10. Die Gleitstühle 10 entsprechen jeweils dem mit Bezug auf Figur 1 beschriebenen
Gleitstuhl 10. In Figur 1 ist zu erkennen, dass Zungenschiene 102 und Backenschiene
100 nicht parallel zueinander angeordnet sind. An jedem Gleitstuhl 10 ist eine Schienenhalteeinrichtung
25 vorgesehen, vermittels welcher die Backenschiene 100 jeweils mit dem Gleitstuhl
10 verschraubt ist und gegen Verschiebung gehalten ist. In dem beschränkten Ausschnitt
der Figur 1 ist die entsprechende Schienenhalteeinrichtung nicht zu sehen, auch wenn
sie vorhanden sein kann. Auf der der Zungenschiene 102 zugewandten und bezüglich der
Backenschiene 100 der Schienenhalteeinrichtung 25 gegenüberliegenden Seite der Backenschiene
100 ist die Backenschiene 100 durch den Gleitstuhl 10 gegen Verschiebung gesichert.
Die Zungenweiche 102 ist auf der Gleitstuhlplatte 14 gelagert und kann sich darauf
verschieben. Die Gleitstühle 10 sind jeweils über Verbindungsleitungen 32, 34 strömungstechnisch
seriell geschaltet, so dass ein Heizfluid nacheinander durch die gezeigten Gleitstühle
zu strömen und diese zu erwärmen vermag. Es ist selbstverständlich auch eine andere
strömungstechnische Anordnung vorstellbar, etwa eine parallele Anordnung oder eine
Einzelanordnung, bei welcher ein oder mehrere Gleitstühle 10 jeweils separat mit Heizfluid
versorgbar sind oder versorgt werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass nicht jeder
Gleitstuhl 10 einer Schienenweiche einen hierin gezeigten Heizfluidführungskanal 20
oder eine entsprechende Heizfluidführung aufweist, sondern dass unterschiedlich ausgebildete
Gleitstühle verwendet werden. Beispielsweise können Gleitstühle 10 wie in Figuren
1 und 2 gezeigt an besonders temperatur- oder witterungsempfindlichen Stellen einer
Schienenweiche eingesetzt werden, während an unempfindlicheren Stellen anderen Arten
von Gleitstühlen ohne den beschriebenen Heizfluidführungskanal 20 verwendet werden
können.
[0018] Figur 3 zeigt eine Querschnittsansicht eines montierten Gleitstuhls 10. Auf der Grundplatte
12 des Gleitstuhls 10 ist zum einen die Schienenhalteeinrichtung 25 angeordnet, um
die Backenschiene 100 auf der von der Zungenschiene 102 abgewandten Seite zu halten.
Die Zungenschiene 102 ist wie dargestellt beweglich auf dem Gleitstuhl 10 angeordnet
und kann sich insbesondere auf der Gleitstuhlplatte 14 verschieben. Die Gleitstuhlplatte
14 ist derart angeordnet, dass sie die Backenschiene 100 auf der der Schienenhalteeinrichtung
25 gegenüberliegenden Seite einzuklemmen und insbesondere gegen seitliche Bewegungen
zu sichern vermag. Innerhalb des Heizfluidführungskanals 20 ist eine Heizfluidführung
22 in Form eines Rohrs mit dem Anschluss 28 verlegt. Zwischen der Gleitstuhlplatte
14 und der Grundplatte 12 ist ein Aufnahmebereich der Abstützeinrichtung 21 vorgesehen,
in welchem eine durch die Abstützeinrichtung 21 abstützbare Spanneinrichtung aufgenommen
sein kann. Ferner kann die Grundplatte 10 über ein beispielshaft dargestelltes Befestigungsloch
16 festgelegt oder festlegbar sein. Es versteht sich, dass mehrere Befestigungslöcher
vorgesehen sein können.
[0019] Figur 4 zeigt eine Ansicht des Gleitstuhls 10 von oben. Im Gegensatz zur Ansicht
der Figur 1 ist hier die Schienenhaltevorrichtung 25 zum Festlegen einer Backenschiene
100 zusammen mit Befestigungslöchern 16 zu erkennen.
[0020] Figur 5 zeigt eine Ansicht eines Gleitstuhls 10 von unten. Es ist zu erkennen, dass
in der Grundplatte 12 der Heizfluidführungskanal 20 ausgebildet ist und sich im Wesentlichen
u-förmig zwischen den Kanalöffnungen 24, 26 erstreckt. In der Grundplatte 12 ist ferner
eine im Wesentlichen ovale Öffnung 32 ausgebildet, durch welche eine Spanneinrichtung
zu erkennen ist. Eine solche Spanneinrichtung kann in der Abstützeinrichtung 21 zwischen
Grundplatte 12 und nicht zu erkennender Gleitstuhlplatte 14 angeordnet sein. Die Öffnung
32 dient zur Aufnahme der Spanneinrichtung und kann einen Zugang zur Spanneinrichtung
ermöglichen. Ferner kann über die Öffnung 32 eine strukturelle Entlastung der Grundplatte
12 im Bereich der Spanneinrichtung erfolgen.
[0021] Figur 6 zeigt schematisch eine Ansicht eines Gleitstuhls 10 von schräg unten. In
dieser Ansicht sind andeutungsweise die Gleitstuhlplatte 14 und die Schienenhalteeinrichtung
25 sowie die Befestigungsöffnungen 16 zu erkennen. Der Heizfluidführungskanal 20 ist
zwischen den Kanalöffnungen 24, 26 im Wesentlichen u-förmig um die ovale Grundplattenöffnung
32 herumgeführt. Es ist zu erkennen, dass der Heizfluidführungskanal 20 im Profil
nach unten offen ist, so dass ein Heizfluidführungsrohr oder ein Heizführungsschlauch
leicht in den Heizfluidführungskanal 20 eingefügt werden kann.
[0022] Figur 7 zeigt eine Querschnittsansicht eines Gleitstuhls 10 von hinten. Es ist eine
Abstützeinrichtungsöffnung 36 zu erkennen, welche einen Zugang zum Aufnahmebereich
zwischen Gleitstuhlplatte 14 und Grundplatte 12 erlaubt. Wie aus den Zeichnungen allgemein
zu erkennen ist, ist der Heizfluidführungskanal 20 derart innerhalb der Grundplatte
12 geführt, dass er die strukturelle Integrität der Grundplatte 12 und die Befestigung
des Gleitstuhls 10 an einer Schwelle oder Unterlage nicht beeinträchtigt.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Gleitstuhl
- 12
- Grundplatte
- 14
- Gleitstuhlplatte
- 16
- Befestigungslöcher
- 20
- Heizfluidführungskanal
- 21
- Abstützeinrichtung
- 22
- Rohr
- 24
- Eingangsöffnung
- 26
- Ausgangsöffnung
- 25
- Schienenhalteinrichtung
- 28
- Anschluss
- 30
- Anschluss
- 32
- Öffnung
- 36
- Abstützeinrichtungsöffnung
- 50
- Schwelle
- 100
- Backenschiene
- 102
- Zungenschiene
1. Gleitstuhl (10) für eine Schienenweiche, umfassend
eine Grundplatte (12), vermittels welcher der Gleitstuhl (10) festgelegt oder festlegbar
ist; eine Gleitstuhlplatte (14), welche mit der Grundplatte (12) fest verbunden ist;
dadurch gekennzeichnet, dass in der Grundplatte (12) ein Heizfluidführungskanal (20) ausgebildet ist.
2. Gleitstuhl nach Anspruch 1, wobei der Heizfluidführungskanal (20) dazu ausgebildet
ist, eine Heizfluidführung (22) aufzunehmen.
3. Gleitstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Heizfluidführungskanal
(20) auf der der Gleitstuhlplatte (14) gegenüberliegenden Seite der Grundplatte (12)
angeordnet ist.
4. Gleitstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Heizfluidführungskanal
(20) ein offenes Profil aufweist.
5. Gleitstuhl nach Anspruch 4, wobei das Profil zur Unterseite der Grundplatte (12) hin
offen ist.
6. Gleitstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Heizfluidführungskanal
(20) als Heizfluidführung (22) ein Schlauch oder Rohr zum Führen eines Heizfluids
aufgenommen oder aufnehmbar ist.
7. Gleitstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Heizfluidführungskanal
(20) in mindestens einem Bogen geführt ist.
8. Gleitstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zwischen Grundplatte (12)
und Gleitstuhlplatte (14) ein Aufnahmebereich vorgesehen ist, welcher es vermag, eine
Spanneinrichtung aufzunehmen.
9. Schienenweiche mit mindestens einem Gleitstuhl (10) nach einem der Ansprüche 1 bis
8.
10. Heizeinrichtung für eine Schienenweiche, welche dazu ausgebildet ist, ein Heizfluid
durch eine Heizfluidführung (22) in einem Heizfluidführungskanal (22) mindestens eines
Gleitstuhls (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zu führen.
1. A slide chair (10) for a rail switch, comprising
a base plate (12), by means of which the slide chair (10) is fixed or can be fixed;
a slide chair plate (14), which is fixedly connected to the base plate (12);
characterised in that
a hot fluid duct channel (20) is formed in the base plate (12).
2. The slide chair according to Claim 1, wherein the hot fluid duct channel (20) is designed
to accommodate a hot fluid duct (22).
3. The slide chair according to any one of the preceding claims, wherein the hot fluid
duct channel (20) is arranged on the side of the base plate (12) opposite the slide
chair plate (14).
4. The slide chair according to any one of the preceding claims, wherein the hot fluid
duct channel (20) has an open profile.
5. The slide chair according to Claim 4, wherein the profile is open towards the lower
face of the base plate (12).
6. The slide chair according to any one of the preceding claims, wherein a hose or pipe
for conducting a hot fluid is accommodated or can be accommodated as the hot fluid
duct (22) in the hot fluid duct channel (20).
7. The slide chair according to any one of the preceding claims, wherein the hot fluid
duct channel (20) runs in at least one curve.
8. The slide chair according to any one of the preceding claims, wherein an accommodation
region is provided between base plate (12) and slide chair plate (14), which region
can accommodate a clamping device.
9. A rail switch having at least one slide chair (10) according to any one of Claims
1 to 8.
10. A heating device for a rail switch, which is designed to conduct a hot fluid through
a hot fluid duct (22) in a hot fluid duct channel (22) of at least one slide chair
(10) according to any one of Claims 1 to 8.
1. Coussinet de glissement (10) pour un aiguillage, comprenant :
une plaque de base (12) au moyen de laquelle le coussinet de glissement (10) est fixé
ou peut être fixé ;
une plaque de coussinet de glissement (14) qui est reliée fixement à la plaque de
base (12) ;
caractérisé en ce qu'un canal de guidage de fluide de chauffage (20) est formé dans la plaque de base (12).
2. Coussinet de glissement selon la revendication 1, dans lequel le canal de guidage
de fluide de chauffage (20) est conçu pour recevoir un guide de fluide de chauffage
(22).
3. Coussinet de glissement selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le
canal de guidage de fluide de chauffage (20) est disposé sur le côté de la plaque
de base (12) opposé à la plaque de coussinet de glissement (14).
4. Coussinet de glissement selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le
canal de guidage de fluide de chauffage (20) présente un profil ouvert.
5. Coussinet de glissement selon la revendication 4, dans lequel le profil est ouvert
en direction de la sous-face de la plaque de base (12).
6. Coussinet de glissement selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un
tuyau ou un tube pour diriger le fluide de chauffage est reçu ou peut être reçu dans
le canal de guidage de fluide de chauffage (20) en tant que guide de fluide de chauffage
(22).
7. Coussinet de glissement selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le
canal de guidage de fluide de chauffage (20) est dirigé dans au moins un arc.
8. Coussinet de glissement selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un
espace de réception est prévu entre la plaque de base (12) et la plaque de coussinet
de glissement (14), lequel permet de recevoir un dispositif de serrage.
9. Aiguillage comprenant au moins un coussinet de glissement (10) selon l'une des revendications
1 à 8.
10. Dispositif de chauffage pour un aiguillage qui est conçu pour diriger un fluide de
chauffage à travers un guide de fluide de chauffage (22) dans un canal de guidage
de fluide de chauffage (20) au moyen au moins d'un coussinet de glissement (10) selon
l'une des revendications 1 à 8.