[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Energierückgewinnungssystem mit den Merkmalen
im Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Im Hinblick auf die Verknappung der Ressourcen und die zunehmende CO
2-Belastung der Umwelt kommen z.B. in der Fahrzeugtechnik zunehmend hybride Antriebssysteme
zur Anwendung. Bei derzeitig im Einsatz befindlichen Systemen handelt es sich zumeist
um elektromotorische Hybride, bei denen bei Bremsvorgängen gewonnene elektrische Energie
gespeichert wird und aus der gespeicherten Energie Antriebsenergie wieder umgewandelt
wird, um das Fahrzeug im Fahrbetrieb und insbesondere bei Beschleunigungsvorgängen
zu unterstützen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, für vergleichbare Fahrleistungen
die Antriebsleistung des als Primärantrieb dienenden Verbrennungsmotors herabzusetzen.
Ein derartiges "down sizing" führt nicht nur zu einer Verbrauchssenkung, sondern eröffnet
auch die Möglichkeit, betreffende Fahrzeuge einer einer niedrigeren Leistungsklasse
entsprechenden, günstigeren Schadstoffklasse zuzuordnen. Ein großer Nachteil elektromotorischer
Hybride ist aber der Energieverlust, der sich durch die Umwandlungsschritte von mechanischer
Energie in elektrische Energie und zurück ergibt. Der Energieverlust kann bis zu 66
% betragen.
[0003] Wegen der hohen Energiedichte und des kompakten Aufbaus hydraulischer Systeme lassen
sich diese Ziele auch durch ein hydraulisches Hybridsystem erreichen. Um zusätzliches
Antriebsdrehmoment auch bei niedrigen Drehzahlen und von der Null-Drehzahl ausgehend
für Beschleunigungsvorgänge zur Verfügung zu stellen und um bei Bremsvorgängen die
Bremswirkung zu unterstützen, wird hierbei hydraulische Energie in einen Hydrospeicher
mittels einer Motor-Pumpen-Einheit gespeichert, um bei Bedarf den Motorbetrieb der
Motor-Pumpen-Einheit zur Rückumwandlung zu nutzen. Ein derartiges hydrostatisches
Antriebssystem mit Rückgewinnung von Bremsenergie wurde von der Anmelderin bereits
in der
WO 2011/116914 offenbart.
[0004] Es hat sich aber gezeigt, dass aufgrund der geringeren Verlustleistung im hydraulischen
System im Vergleich zu elektromotorischen Hybriden sehr viel überschüssige Energie
in den Hydrospeichern gespeichert wird. Es besteht daher die Forderung seitens der
Anwender, diese überschüssige Energie auch für andere Zwecke nutzbar zu machen.
[0005] Die
DE 20 2009 004 071 U1 beschreibt ein hydraulisches Energierückgewinnungssystem mit einer von einer Antriebseinheit
betätigbaren Abtriebseinheit, durch welche eine hydraulische Motor-Pumpen-Einheit
antreibbar ist, die in mindestens einer Energieeinspeisestellung eine Energie-Speichereinrichtung
und/oder eine Arbeitshydraulik mit Fluid versorgt; und in einer Rekuperationsstellung
unter Druck stehendes Fluid aus der Energie-Speichereinrichtung zumindest an die Arbeitshydraulik
abgibt und/oder zur Betätigung der Abtriebseinheit verwendet, wobei eine hydraulische
Versorgungspumpe von der Abtriebseinheit parallel zur Motor-Pumpen-Einheit antreibbar
ist, wobei die Versorgungspumpe auf ihrer Ausgangsseite die Arbeitshydraulik versorgt
und über diese Ausgangsseite an einen Versorgungsanschluss der Motor-Pumpen-Einheit
angeschlossen ist.
[0006] Der Erfindung liegt daher, ausgehend vom aufgezeigten Stand der Technik, die Aufgabe
zugrunde, ein verbessertes hydraulisches Energierückgewinnungssystem aufzuzeigen,
bei welchem die gespeicherte Energie auf vielfache Weise verwendbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein hydraulisches Energierückgewinnungssystem mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen des Energierückgewinnungssystems
gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0008] Gemäß dem Kennzeichen von Anspruch 1 ist vorgesehen, dass die Versorgungspumpe eine
Load-Sensing-Pumpe ist, die von der Arbeitshydraulik ansteuerbar ist. Auf diese Weise
wird der erforderliche Steueraufwand für die Versorgungspumpe minimiert. Abhängig
von der an der Arbeitshydraulik nachgefragten Last wird somit die Versorgungspumpe
geregelt, um stets eine ausreichende Versorgung der nachgeschalteten Einheiten mit
Energie zu gewährleisten.
[0009] Das erfindungsgemäße hydraulische Energierückgewinnungssystem weist eine von einer
Antriebseinheit betätigbare Abtriebseinheit, insbesondere eine Welle, auf, durch welche
eine hydraulische Motor-Pumpen-Einheit antreibbar ist. Die Motor-Pumpen-Einheit versorgt
in mindestens einer Einspeisestellung eine Energie-Speichereinrichtung und/oder eine
Arbeitshydraulik mit Fluid. Darüber hinaus gibt die Motor-Pumpen-Einheit in einer
so genannten Rekuperations- oder Energierückgewinnungsstellung unter Druck stehendes
Fluid aus der Energie-Speichereinrichtung zumindest an eine Arbeitshydraulik ab und/oder
verwendet es zur Betätigung der Abtriebseinheit.
[0010] Auf diese Weise kann beispielsweise Bremsenergie der Abtriebseinheit, beispielsweise
von der Antriebseinheit in Form eines Motors kommend, in der Energie-Speichereinrichtung
gespeichert werden. Dabei kann bereits die Abtriebseinheit durch das hydraulische
Energierückgewinnungssystem vorteilhaft abgebremst oder verzögert werden. Die in der
Energie-Speichereinrichtung gespeicherte Energie kann dann in an sich bekannter Weise
verwendet werden, um sie wieder an die Abtriebseinheit zurück zu geben. Erfindungsgemäß
kann die in der Energie-Speichereinrichtung gespeicherte Energie in Form eines unter
Druck stehenden Fluids aber auch dazu benutzt werden, um beispielsweise eine Arbeitshydraulik
zu versorgen.
[0011] Während der Betriebsdauer von Motoren ergeben sich oftmals auch Perioden, in denen
die verfügbare Leistung des Motors nicht vollständig benötigt wird. In diesen Situationen
ist es wünschenswert, die Energie in einem Speicher zwischenzuspeichern. Auf diese
Weise kann ein Motor vorteilhaft auf einem annähernd gleichbleibenden Drehzahl- und/oder
Belastungsniveau betrieben werden. Die zwischengespeicherte Energie kann dazu zu Zeiten
von Lastspitzen wieder aus der Energie-Speichereinrichtung abgerufen werden. Dies
ist auch hinsichtlich der Auslegung des Motors relevant, weil dieser lediglich zur
Erbringung einer Durchschnittsleistung und nicht auf einen Spitzenleistungsbedarf
hin ausgelegt werden muss.
[0012] Die besonderen Vorteile des Systems liegen in der Einfachheit der Konstruktion und
in der Universalität der Verwendbarkeit der gespeicherten Energie. Es gibt nur geringe
Druckverluste im hydraulischen System, da die Anzahl der Ventile gegenüber vergleichbaren,
im Stand der Technik bekannten Systemen minimiert ist. Damit ist der Wirkungsgrad
des Systems sehr hoch.
[0013] Die in der Energie-Speichereinrichtung zwischengespeicherte Energie kann, wie bereits
dargelegt, zur Versorgung der Arbeitshydraulik verwendet werden. Dadurch kann die
Pumpe für die Arbeitshydraulik kleiner dimensioniert werden und es ergibt sich ein
geringerer Fluidfluss über den Tank, so dass dieser auch kleiner ausfallen kann.
[0014] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Energierückgewinnungssystems ist, dass
es selbst größten Druckunterschieden standhält und diese in der Energie-Speichereinrichtung
zwischen zu speichern vermag.
[0015] Darüber hinaus kann in der Energie-Speichereinrichtung Energie aus der Arbeitshydraulik
oder direkt von einer Versorgungspumpe kommend gespeichert werden.
[0016] Weiterhin arbeitet das System als Hydrotransformator, durch welchen die unterschiedlichen
Drücke in der Energie-Speichereinrichtung und in der Arbeitshydraulik in entsprechende
Volumenströme eines Fluids transformiert werden.
[0017] Von der Abtriebseinheit ist eine hydraulische Versorgungspumpe parallel zur Motor-Pumpen-Einheit
antreibbar, wobei die Versorgungspumpe auf ihrer Ausgangsseite die Arbeitshydraulik
versorgt und über diese Ausgangsseite an einen Versorgungsanschluss der Motor-Pumpen-Einheit
angeschlossen ist. Durch die hydraulische Versorgungspumpe kann vorteilhaft die Grundversorgung
der Arbeitshydraulik mit Hydraulikfluid sichergestellt werden. Darüber hinaus kann
durch die Versorgungspumpe der Motor-Pumpen-Einheit zusätzliches Fluid zugeführt werden,
so dass etwaige Abgangs- oder Leckageverluste wieder ausgeglichen werden können.
[0018] Das Energierückgewinnungssystem ist vorteilhaft dahingehend optimiert, dass bei einem
größeren Fördervolumen der Versorgungspumpe gegenüber einem Schluckvolumen der Motor-Pumpen-Einheit
der höhere Ausgangsdruck von Versorgungspumpe oder Motor-Pumpen-Einheit an der Arbeitshydraulik
ansteht. Auch diese Maßnahme dient dazu, immer eine ausreichende Versorgung mit Fluid
bei einem hohen Druck sicherzustellen.
[0019] Auf besonders zweckmäßige Weise wird ein Hydrotransformator durch die Motor-Pumpen-Einheit
und die Versorgungspumpe gebildet, so dass mehr Energie in die Energie-Speichereinrichtung
im Vergleich zur Einspeisung allein durch die Motor-Pumpen-Einheit einspeicherbar
ist. Hierbei steigert oder "boostet" die Versorgungspumpe die Leistung der Motor-Pumpen-Einheit.
Mit anderen Worten stellt sie Fluid bei einem höheren Druck als dem atmosphärischen
Tankdruck zur Verfügung, so dass die Motor-Pumpen-Einheit mehr Fluid bei einem höheren
Druck in die Energie-Speichereinrichtung pumpen kann.
[0020] Eine Versorgungsleitung von der Motor-Pumpen-Einheit kann in eine Druckleitung von
der Versorgungspumpe zur Arbeitshydraulik münden, wobei in diese Versorgungsleitung
ein Prioritätsventil geschaltet ist, welches vorzugsweise als 2/2-Wege-Schaltventil
ausgebildet ist. Das Prioritätsventil kann auch in Form eines hydraulischen Stromteilers
in der Druckleitung ausgebildet sein. Ein solcher hydraulischer Stromteiler kann vorteilhaft
unabhängig von den an ihm jeweils anstehenden Differenzdrücken einen zugeführten Fluidvolumenstrom
in konstante, gleiche Teilmengen aufteilen und den nachgeschalteten Verbrauchern zuleiten.
Abhängig von der Schaltung des Prioritätsventils kann deshalb die Energie von der
Versorgungspumpe auch vollständig in die Arbeitshydraulik eingespeist werden. Ein
in einer Sperrstellung wirkendes Rückschlagventil im Prioritätsventil sorgt dafür,
dass lediglich Energie aus der Energie-Speichereinrichtung bzw. von der Motor-Pumpen-Einheit
kommend in die Arbeitshydraulik eingespeist wird, nicht aber Fluid von der Versorgungspumpe
in Richtung Motor-Pumpen-Einheit gefördert werden kann. Auf diese Weise unterstützt
die Motor-Pumpeneinheit gegebenenfalls die Förderleistung der Versorgungspumpe.
[0021] Ein Drucksensor kann an die Druckleitung zwecks Druckwerterfassung für eine zentrale
Steuereinheit (Central Processing Unit, CPU) angeschlossen sein. Auf diese Weise kann
das System optimal gesteuert werden und insbesondere können schädliche Überdrücke
im System durch entsprechende Nachregelung der übrigen Komponenten vermieden werden.
[0022] Zweckmäßigerweise bilden die Motor-Pumpen-Einheit, die Energie-Speichereinrichtung
und die Versorgungsleitungen einen hydraulischen Nebenzweig. Ein solcher hydraulischer
Nebenzweig wird in Fachkreisen auch als "Closed Loop System" bezeichnet. Dieser Nebenzweig
kann beispielsweise als Pumpe zur Versorgung der Arbeitshydraulik und etwaiger weiterer
angeschlossener hydraulischer Verbraucher dienen und die Energie hierfür von der Abtriebseinheit
und/oder aus der Energie-Speichereinrichtung entnehmen. Alternativ oder zusätzlich
kann der Nebenzweig als Motor, z.B. zur Betätigung der Antriebseinrichtung, der Versorgungspumpe
und/oder weiterer angeschlossener Aggregate herangezogen werden.
[0023] Hierzu ist es vorteilhaft, wenn die Motor-Pumpen-Einheit einen 4-Quadranten-Betrieb
ermöglicht und vorzugsweise elektrisch von der zentralen Steuereinheit (CPU) ansteuerbar
ist. Durch den 4-Quadranten-Betrieb kann individuell und richtungsunabhängig Energie
umgewandelt werden. Beispielsweise wird kinetische Energie von der Abtriebseinheit
kommend in hydraulische Energie umgesetzt oder hydraulische Energie in kinetische
Energie umgewandelt. Damit leistet der 4-Quadranten-Betrieb einen wesentlichen Beitrag
zur universellen Einsetzbarkeit des Energierückgewinnungsystems.
[0024] Zweckmäßigerweise ist ein Druckhalteventil in die Versorgungsleitung von der Motor-Pumpen-Einheit
zur Energie-Speichereinrichtung geschaltet, welches vorzugsweise als 2/2-Wege-Schaltventil
ausgebildet ist. Durch das Druckhalteventil kann ein in der Energie-Speichereinrichtung
aufgebautes Druckniveau solange gehalten werden, bis es wieder benötigt wird.
[0025] Weiterhin kann ein Drucksensor an die Versorgungsleitung zwischen dem Druckhalteventil
und der Energie-Speichereinrichtung zwecks Druckwerterfassung für die zentrale Steuereinheit
(CPU) angeschlossen sein.
[0026] Die Energie-Speichereinrichtung ist zumindest durch einen Hydrospeicher, vorzugsweise
in Form eines Blasen- oder Kolbenspeichers, gebildet.
[0027] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von zwei in Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein stark schematisch vereinfachtes Schaltbild eines hydraulischen Energierückgewinnungssystems;
und
- Fig. 2
- ein Schaltbild eines mit weiteren Komponenten ausgestatteten, erfindungsgemäßen Energierückgewinnungssystems.
[0028] Die in der Fig. 1 gezeigte Ausführungsform dient hierbei nur der Erläuterung des
Hintergrundes der Erfindung und ist nicht Gegenstand eines Anspruches.
[0029] In Fig. 1 ist ein herkömmliches Energierückgewinnungssystem 101 und in Fig. 2 ein
erfindungsgemäßes Energierückgewinnungssystem 201 gezeigt. Von einer Antriebseinheit
102, 202 ist eine Abtriebseinheit 103, 203, insbesondere in Form einer Welle, betätigbar.
Der Antrieb der Abtriebseinheit 103, 203 kann hierbei wie gezeigt direkt oder indirekt,
beispielsweise über ein nicht dargestelltes Getriebe oder Antriebsräder, erfolgen.
An die Abtriebseinheit 103, 203 ist eine hydraulische Motor-Pumpen-Einheit 104, 204
angeschlossen. Durch die Motor-Pumpen-Einheit 104, 204 wird die Rotationsenergie der
Welle 103, 203 in hydraulische Energie umgewandelt.
[0030] Die Motor-Pumpen-Einheit 104, 204 ist in einem 4-Quadranten-Betrieb in mehreren Stellungen
abhängig vom Schwenkwinkel betreibbar. Der Schwenkwinkel wird dabei von einer zentralen
Steuereinheit (CPU) 205 elektrisch eingestellt, vgl. Fig. 2. Auf diese Weise versorgt
die Motor-Pumpen-Einheit 104, 204 in mindestens einer Energieeinspeisestellung eine
Energie-Speichereinrichtung 106, 206 und/oder eine Arbeitshydraulik 107, 207 mit Fluid.
In einer Rekuperationsstellung wird unter Druck stehendes Fluid aus der Energie-Speichereinrichtung
106, 206 abgerufen und zur Arbeitshydraulik 107, 207 geleitet oder in mechanische
Energie der Abtriebseinheit 103, 203 umgewandelt.
[0031] Die Energie-Speichereinrichtung 106, 206 ist hierbei durch einen Hydrospeicher in
Form eines Blasenspeichers gebildet. Der Hydrospeicher 106, 206 ist über eine Versorgungsleitung
108, 208 an die Motor-Pumpen-Einheit 104, 204 angeschlossen. Die Arbeitshydraulik
107, 207 ist wiederum über eine gegenüberliegende Versorgungsleitung 109, 209 an die
Motor-Pumpen-Einheit 104, 204 angeschlossen. Die Arbeitshydraulik 107, 207 kann ein
beliebiger hydraulischer Verbraucher sein.
[0032] In der erweiterten Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist auf der Abtriebseinheit 203 eine
Versorgungspumpe 210 angeordnet, die zur Motor-Pumpen-Einheit 204 parallel betreibbar
ist. Die Versorgungspumpe 210 versorgt auf ihrer Ausgangsseite 211 über eine Druckleitung
212 die Arbeitshydraulik 207 und ist ebenfalls über diese Ausgangsseite 211 fluidleitend
an einen Versorgungsanschluss 213 der Motor-Pumpen-Einheit 204 angeschlossen. Die
hydraulische Versorgungspumpe 211 fördert Fluid aus einem Tank 214. Die Versorgungspumpe
210 ist dabei als Load-Sensing-Pumpe ausgeführt, die durch ein Lastsignal 215 von
der Arbeitshydraulik 207 kommend gesteuert wird. Der Zweig 216, der den Tank 214 über
die Versorgungspumpe 210 mit der Arbeitshydraulik 207 verbindet, wird auch als "Open
Loop System" bezeichnet.
[0033] Die von der Motor-Pumpen-Einheit 204 kommende Versorgungsleitung 209 mündet in die
Druckleitung 212 zwischen der Versorgungspumpe 210 und der Arbeitshydraulik 207. Auf
diese Weise kann die Arbeitshydraulik 207 von der Versorgungspumpe 210 und der Motor-Pumpen-Einheit
204 mit Fluid versorgt werden. Die beiden Einheiten 204, 210 sind so geschaltet, dass
bei einem größeren Schwenkwinkel der Versorgungspumpe 210 gegenüber einem Schwenkwinkel
der Motor-Pumpen-Einheit 204 der höhere Ausgangsdruck von Versorgungspumpe 210 oder
Motor-Pumpen-Einheit 204 an der Arbeitshydraulik 207 ansteht. Dies gewährleistet ein
stets hohes Niveau des zur Verfügung stehenden Fluiddrucks an der Arbeitshydraulik
207.
[0034] Die Versorgungspumpe 210 und die Motor-Pumpen-Einheit 204 sind zu einem Hydrotransformator
217 zusammengeschaltet. Das aus dem Tank 214 geförderte Fluid wird von der Versorgungspumpe
210 mit einem hohen Druck zur Motor-Pumpen-Einheit 204 gefördert, die den Fluiddruck
nochmals erhöht. Das Fluid wird dann über die Versorgungsleitung 208 in die Energie-Speichereinrichtung
206 eingespeist. Auf diese Weise kann in der Energie-Speichereinrichtung 206 ein höheres
Druckniveau erzeugt werden. Diesen Vorgang nennt man auch "Boosten" des Fluiddrucks.
[0035] Um einen Druckabfall an der Arbeitshydraulik 207 aufgrund eines Abflusses in Richtung
zur Motor-Pumpen-Einheit 204 zu vermeiden, ist ein Prioritätsventil 218 in der Versorgungsleitung
209 zwischen Motor-Pumpen-Einheit 204 und Druckleitung 212 vorgesehen. Dieses Ventil
218 hat zwei Schaltstellungen und ist dementsprechend als 2/2-Wege-Schaltventil ausgebildet.
In einer Schaltstellung weist das Prioritätsventil 218 ein Rückschlagventil 219 auf,
welches in Richtung auf die Motor-Pumpen-Einheit 204 sperrt. Auf diese Weise kann
vorgegeben werden, dass das Fluid der Versorgungspumpe 210 vollständig zur Arbeitshydraulik
207 weitergeleitet wird.
[0036] Um das Druckniveau in der Druckleitung 212 zu überwachen, kann weiterhin ein Drucksensor
220 in der Druckleitung 212 vorgesehen sein. Der Drucksensor 220 ist mit der zentralen
Steuereinheit 205 gekoppelt.
[0037] Die Motor-Pumpen-Einheit 204, die Energie-Speichereinrichtung 206 und die Versorgungsleitungen
208, 209 bilden einen hydraulischen Nebenzweig 221, der auch als "Closed Loop System"
bezeichnet wird. Der Nebenzweig 221 fungiert abhängig vom relativen Druck in der Arbeitshydraulik
207 zu der Energie-Speichereinrichtung 206 als Pumpe für die Versorgung der Arbeitshydraulik
207 und etwaiger zusätzlicher angeschlossener hydraulischer Verbraucher. Dazu verwendet
er Energie, die von der Abtriebseinheit 203 oder der Energie-Speichereinrichtung 206
stammt. Abhängig vom relativen Druck zwischen der Arbeitshydraulik 207 und der Energie-Speichereinrichtung
206 agiert der Nebenzweig 221 als Motor zur Unterstützung der Antriebseinrichtung
202, der Versorgungspumpe 210 und gegebenenfalls weiterer angeschlossener Aggregate.
[0038] Ein Druckhalteventil 222 in der Versorgungsleitung 208 zwischen der Motor-Pumpen-Einheit
204 und der Energie-Speichereinrichtung 206 ist vom Aufbau gleich dem Prioritätsventil
218. In einer Schaltstellung weist das Druckhalteventil 222 ein Rückschlagventil 223
auf, welches in Richtung der Energie-Speichereinrichtung 206 öffnet. Das Druckhalteventil
222 ist als 2/2-Wege-Schaltventil ausgebildet. Zur Überwachung des Drucks in der Energie-Speichereinrichtung
206 ist ein Drucksensor 224 an die Versorgungsleitung 208 zwischen dem Druckhalteventil
222 und der Energie-Speichereinrichtung 206 zwecks Druckwerterfassung für die zentrale
Steuereinheit (CPU) 205 angeschlossen.
[0039] Mithin sind die Motor-Pumpen-Einheit 204, das Prioritätsventil 218, das Druckhalteventil
222 und die Drucksensoren 220, 224 in der Druckleitung 212 und in der Versorgungsleitung
208 an die zentrale Steuereinheit (CPU) 205 angeschlossen.
1. Hydraulisches Energierückgewinnungssystem mit einer von einer Antriebseinheit (202)
betätigbaren Abtriebseinheit (203), durch welche eine hydraulische Motor-Pumpen-Einheit
(204) antreibbar ist, die
- in mindestens einer Energieeinspeisestellung eine Energie-Speichereinrichtung (206)
und/oder eine Arbeitshydraulik (207) mit Fluid versorgt; und
- in einer Rekuperationsstellung unter Druck stehendes Fluid aus der Energie-Speichereinrichtung
(206) zumindest an die Arbeitshydraulik (207) abgibt und/oder zur Betätigung der Abtriebseinheit
(203) verwendet,
wobei eine hydraulische Versorgungspumpe (210) von der Abtriebseinheit (203) parallel
zur Motor-Pumpen-Einheit (204) antreibbar ist, wobei die Versorgungspumpe (210) auf
ihrer Ausgangsseite (211) die Arbeitshydraulik (207) versorgt und über diese Ausgangsseite
(211) an einen Versorgungsanschluss (213) der Motor-Pumpen-Einheit (204) angeschlossen
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgungspumpe (210) eine Load-Sensing-Pumpe ist, die von der Arbeitshydraulik
(207) ansteuerbar ist.
2. Energierückgewinnungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem größeren Fördervolumen der Versorgungspumpe (210) gegenüber einem Schluckvolumen
der Motor-Pumpen-Einheit (204) der höhere Ausgangsdruck von Versorgungspumpe (210)
oder Motor-Pumpen-Einheit (204) an der Arbeitshydraulik (207) ansteht.
3. Energierückgewinnungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydrotransformator (217) durch die Motor-Pumpen-Einheit (204) und die Versorgungspumpe
(210) gebildet ist, so dass mehr Energie in die Energie-Speichereinrichtung (206)
im Vergleich zur Einspeisung allein durch die Motor-Pumpen-Einheit (204) einspeicherbar
ist.
4. Energierückgewinnungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Versorgungsleitung (209) von der Motor-Pumpen-Einheit (204) in eine Druckleitung
(212) von der Versorgungspumpe (210) zur Arbeitshydraulik (207) mündet, wobei in diese
Versorgungsleitung (209) ein Prioritätsventil (218) geschaltet ist, welches vorzugsweise
als 2/2-Wege-Schaltventil ausgebildet ist.
5. Energierückgewinnungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drucksensor (220) an die Druckleitung (212) zwecks Druckwerterfassung für eine
zentrale Steuereinheit (205) angeschlossen ist.
6. Energierückgewinnungssystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Motor-Pumpen-Einheit (204), die Energie-Speichereinrichtung (206) und die Versorgungsleitungen
(208, 209) einen hydraulischen Nebenzweig (221) bilden.
7. Energierückgewinnungssystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenzweig (221)
- als Pumpe für die Versorgung der Arbeitshydraulik (207) und etwaiger zusätzlicher
angeschlossener hydraulischer Verbraucher dient und die Energie hierfür von der Abtriebseinheit
(203) und/ oder aus der Energie-Speichereinrichtung (206) stammt; und/oder
- als Motor zur Unterstützung der Antriebseinrichtung (202), der Versorgungspumpe
(210) und/oder weiterer angeschlossener Aggregate arbeitet.
8. Energierückgewinnungssystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Motor-Pumpen-Einheit (204) einen 4-Quadranten-Betrieb ermöglicht und vorzugsweise
elektrisch von der zentralen Steuereinheit (205) ansteuerbar ist.
9. Energierückgewinnungssystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Druckhalteventil (222) in die Versorgungsleitung (208) von der Motor-Pumpen-Einheit
(204) zur Energie-Speichereinrichtung (206) geschaltet ist, welches vorzugsweise als
2/2-Wege-Schaltventil ausgebildet ist.
10. Energierückgewinnungssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drucksensor (224) an die Versorgungsleitung (208) zwischen dem Druckhalteventil
(222) und der Energie-Speichereinrichtung (206) zwecks Druckwerterfassung für die
zentrale Steuereinheit (205) angeschlossen ist.
11. Energierückgewinnungssystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie-Speichereinrichtung (206) durch zumindest einen Hydrospeicher, vorzugsweise
in Form eines Blasen- oder Membranspeichers, gebildet ist.
12. Energierückgewinnungssystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Motor-Pumpeneinheit (204) als Hydrotransformator zwischen Arbeitshydraulik (207)
und Energiespeicher-Einrichtung (206) funktioniert.
1. A hydraulic energy recovery system comprising an output drive unit (203) that can
be actuated by a drive unit (202) and by means of which a hydraulic motor-pump unit
(204) can be driven which,
- in at least one energy feed position supplies an energy storage device (206) and/or
working hydraulics (207) with fluid; and
- in a recuperation position delivers pressurised fluid from the energy storage device
(206) at least to the working hydraulics (207) and/or is used for the actuation of
the output drive unit (203),
a hydraulic supply pump (210) being able to be driven by the output drive unit (203)
in parallel to the motor-pump unit (204), the supply pump (210) supplying the working
hydraulics (207) on its output side (211), and being connected via this output side
(211) to a supply connection (213) of the motor-pump unit (204),
characterised in that the supply pump (210) is a load sensing pump which may be controlled by the working
hydraulics (207).
2. The energy recovery system according to Claim 1, characterised in that in the case of a larger delivery volume of the supply pump (210) as compared to a
displacement of the motor-pump unit (204), the higher output pressure of the supply
pump (210) or motor-pump unit (204) is present at the working hydraulics (207).
3. The energy recovery system according to Claim 1 or 2, characterised in that a hydraulic transformer (217) is formed by the motor-pump unit (204) and the supply
pump (210), and so more energy may be fed into the energy storage device (206) in
comparison to feeding by the motor-pump unit (204) alone.
4. The energy recovery system according to any of Claims 1 to 3, characterised in that a supply line (209) of the motor-pump unit (204) leads into a pressure line (212)
of the supply pump (210) for the working hydraulics (207), a priority valve (218)
being connected in this supply line (209), which priority valve is preferably designed
as a 2/2-way switching valve.
5. The energy recovery system according to Claim 4, characterised in that a pressure sensor (220) is connected to the pressure line (212) for the purpose of
recording pressure values for a central control unit (205).
6. The energy recovery system according to any of the preceding claims, characterised in that the motor-pump unit (204), the energy storage device (206) and the supply lines (208,
209) form a secondary hydraulic branch (221).
7. The energy recovery system according to Claim 6,
characterised in that the secondary branch (221) is used
- as a pump for supplying the working hydraulics (207) and any additional connected
hydraulic consumers, and withdraws the energy for this purpose from the output drive
unit (203) and/or from the energy storage device (206); and/or
- as a motor for boosting the drive device (202), the supply pump (210) and/or other
connected units.
8. The energy recovery system according to any of the preceding claims, characterised in that the motor-pump unit (204) enables a 4-quadrant operating mode and may preferably
be electrically controlled by the central control unit (205).
9. The energy recovery system according to any of the preceding claims, characterised in that a constant pressure valve (222), which is preferably designed as a 2/2-way switching
valve, is connected in the supply line (208) from the motor-pump unit (204) to the
energy storage device (206).
10. The energy recovery system according to Claim 9, characterised in that a pressure sensor (224) is connected to the supply line (208) between the constant
pressure valve (222) and the energy storage device (206) for the purpose of recording
pressure values for the central control unit (205).
11. The energy recovery system according to any of the preceding claims, characterised in that the energy storage device (206) is formed at least by a hydraulic storage device,
preferably in the form of a bladder accumulator or a diaphragm accumulator.
12. The energy recovery system according to any of the preceding claims, characterised in that the motor-pump unit (204) operates as a hydraulic transformer between the working
hydraulics (207) and the energy storage device (206).
1. Système de récupération d'énergie hydraulique, comprenant une unité (3) menée, qui
peut être actionnée par une unité (202) menante et par laquelle peut être entraînée
une unité (204) moteur hydraulique-pompe, qui
- alimente en fluide, dans au moins une position d'alimentation en énergie, un dispositif
(206) d'accumulation d'énergie et/ou une hydraulique (207) de travail; et
- dans une position de récupération cède du fluide sous pression du dispositif (206)
d'accumulation d'énergie à au moins l'hydraulique (207) de travail et/ou l'utilise
pour actionner l'unité (203) menée,
dans lequel une pompe (210) hydraulique d'alimentation peut être entraînée par l'unité
(203) menée, en parallèle à l'unité (204) moteur-pompe, la pompe (210) d'alimentation
alimentant, sur son côté (211) de sortie, l'hydraulique (207) de travail et étant
raccordée par ce côté (211) de sortie, à un raccord (213) d'alimentation de l'unité
(204) moteur-pompe,
caractérisé en ce que la pompe (210) d'alimentation est une pompe load sensing, qui peut être commandée
par l'hydraulique (207) de travail.
2. Système de récupération d'énergie suivant la revendication 1, caractérisé en ce que, pour un volume véhiculé assez grand de la pompe (210) d'alimentation par rapport
à un volume absorbé de l'unité (204) moteur-pompe, la pression de sortie plus haute
de la pompe (210) d'alimentation ou de l'unité (204) moteur-pompe s'applique à l'hydraulique
(207) de travail.
3. Système de récupération d'énergie suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'un transformateur (217) hydraulique est formé par l'unité (204) moteur-pompe et par
la pompe (210) d'alimentation, de sorte que plus d'énergie peut être accumulée dans
le dispositif (206) d'accumulation d'énergie, que par l'alimentation seulement par
l'unité (204) moteur-pompe.
4. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'un conduit (209) d'alimentation de l'unité (204) moteur-pompe débouche dans un conduit
(212) de refoulement allant de la pompe (210) d'alimentation à l'hydraulique (207)
de travail, une soupape (218) de priorité, qui est constituée de préférence sous la
forme d'une soupape pilote à 2/2 voies, étant montée dans ce conduit (209) d'alimentation.
5. Système de récupération d'énergie suivant la revendication 4, caractérisé en ce qu'une sonde (220) de pression est raccordée au conduit (212) de refoulement en vue de
la détection d'une valeur de pression pour une unité (205) centrale de commande.
6. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité (204) moteur-pompe, le dispositif (206) d'accumulation d'énergie et les conduits
(208, 209) d'alimentation forment une branche (221) hydraulique secondaire.
7. Système de récupération d'énergie suivant la revendication 6, caractérisé en ce que la branche (221) secondaire sert de pompe pour l'alimentation de l'hydraulique (207)
de travail et d'un consommateur hydraulique raccordé éventuel supplémentaire et l'énergie
pour cela provient de l'unité (203) menée et/ou du dispositif (206) d'accumulation
d'énergie; et/ou
travaille en moteur, pour venir à l'appui du dispositif (202) d'entraînement de la
pompe (210) d'alimentation et/ou d'autres groupes raccordés.
8. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité (204) moteur-pompe rend possible un fonctionnement, suivant 4 cadrans et
peut être commandée, de préférence électriquement, par l'unité (205) centrale de commande.
9. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une soupape (222) de maintien de la pression est montée dans le conduit (208) d'alimentation,
allant de l'unité (204) moteur-pompe au dispositif (206) d'accumulation d'énergie,
laquelle soupape est constituée de préférence sous la forme d'une soupape pilote à
2/2 voies.
10. Système de récupération d'énergie suivant la revendication 9, caractérisé en ce qu'une sonde (224) de pression est raccordée au conduit (208) d'alimentation entre la
soupape (222) de maintien de la pression et le dispositif (206) d'accumulation d'énergie,
en vue de détecter une valeur de pression pour l'unité (205) centrale de commande.
11. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif (206) d'accumulation d'énergie est formé par au moins un hydroaccumulateur,
de préférence sous la forme d'un accumulateur à vessie ou à membrane.
12. Système de récupération d'énergie suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité (204) moteur-pompe fonctionne en transformateur hydraulique entre l'hydraulique
(207) de travail et le dispositif (206) d'accumulation d'énergie.