[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Brennofen mit einer Brennervorrichtung für
die Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch in den Brennraum eines Brennofens gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1 sowie ein Verfahren für das Ausrüsten eines Brennofens mit einem Brennraum
mit einer Brennervorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 14.
[0002] Es ist bekannt, dass Brennöfen verwendet werden, insbesondere um gebrannten Kalk
zu erzeugen. Solche Brennöfen sind häufig turmartige Gebilde, welche in ihrem Inneren
einen Brennraum aufweisen. In diesem Brennraum wird das Brenngut aufgenommen und gebrannt.
Insbesondere wird auf diese Weise gebrannter Kalk hergestellt. Bei bekannten Brennöfen
wird häufig eine sogenannte Mischfeuerung verwendet, um den gebrannten Kalk zu erzeugen.
Unter Mischfeuerung ist zu verstehen, dass das Ausgangssubstrat mit einem Festbrennstoff
vermischt und in den Brennofen eingefüllt wird. Als Festbrennstoff wird bei bekannten
Kalkbrennöfen häufig Koks oder Anthrazit verwendet.
[0003] Nachteilhaft bei bekannten Brennöfen ist es, dass aufgrund der aktuellen Weltmarktsituation
für Koks dieser Festbrennstoff deutliche Preissteigerungen erwarten lässt bzw. bereits
sehr teuer geworden ist. Auch Anthrazit als Festbrennstoff ist nachteilhaft, da er
insbesondere schlechtere Abgasergebnisse erzielt. Vor allem mit Bezug auf die Abgaszusammensetzung
und möglicherweise notwendiger Reinigungsmaßnahmen des Abgases sind die Festbrennstoffe
vor allem im Hinblick auf verstärkte Umweltauflagen mit Nachteilen behaftet. Grundsätzlich
ist es auch bereits bekannt, dass zur alternativen Befeuerung von Brennöfen gasförmige
Brennstoffe in Frage kommen. Dies kann z. B. Erdgas sein. Das Einbringen solcher gasförmiger
Brennstoffe wird bekanntermaßen über Brenner durchgeführt, welche im Fachjargon auch
als Brennerbalken beschrieben sind. Solche Brennerbalken weisen Rohrauslässe auf,
durch welche das Brenngas bzw. die Luft getrennt voneinander eingebracht werden kann
und erst an einer Mündung im Brennraum eine Vermischung stattfindet. Nachteilhaft
bei der Verwendung von Brennerbalken ist es jedoch, dass diese sich quer durch den
Querschnitt des Brennraums erstrecken und dementsprechend insbesondere bei runden
Querschnitten des Brennofens Bereiche, insbesondere Randbereiche, an den Wandungsabschnitten
des Brennraums verbleiben, welche mit wenig oder zu wenig Brenngas-Luft-Gemisch versorgt
werden. Diese ungleichmäßige Verteilung der Einbringung des Brenngas-Luft-Gemisches
führt zu Temperaturunterschieden auf einer Ebene (horizontal), so dass nicht das gewünschte
Temperaturprofil flächendeckend in der jeweiligen Ebene innerhalb des Brennraums erreicht
werden kann. Auch ist es nachteilhaft bei bekannten Brennerräumen, dass diese häufig
dafür eingerichtet sind, das Brenngas separat von dem für die Verbrennung notwendigen
Luftsauerstoff in den Brennraum einzubringen. Häufig erfolgt dabei ein sogenanntes
Mündungsmischen, so dass erst an der Stelle der Einbringung über separate Leitungen
das Brenngas und die notwendige Luft zusammengeführt werden. Dieses erhöht die Komplexität
solcher Ausgestaltungsformen deutlich.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile
zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
einen Brennofen sowie ein Verfahren für die Ausrüstung eines Brennofens mit einer
Brennervorrichtung zur Verfügung zu stellen, welche in kostengünstiger und einfacher
Weise ein verbessertes Abgasverhalten und die Möglichkeit der Verwendung von gasförmigem
Brennstoff ermöglichen. Insbesondere ist es weiter Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
diese technische Lösung als nachrüstbare Lösung für bereits bestehende Brennöfen auszuführen.
[0005] Voranstehende Aufgabe wird gelöst durch einen Brennofen mit einer Brennervorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
14.
[0006] Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang
mit der erfindungsgemäßen Brennervorrichtung beschrieben sind, selbstverständlich
auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Brennofen sowie dem erfindungsgemäßen
Verfahren und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen
Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0007] Erfindungsgemäß wird ein Brennofen mit einem Brennraum zur Verfügung gestellt. Weiter
ist zumindest eine Brennervorrichtung für die Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch in
den Brennraum vorgesehen. In den nachfolgenden Absätzen wird die in dem erfindungsgemäßen
Brennofen verwendete Brennervorrichtung mit unterschiedlichen Ausführungsformen beschrieben.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass selbstverständlich auch eine entsprechende Brennervorrichtung
alleine bereits die erfindungsgemäßen Vorteile mit sich bringt und damit ebenfalls
einen Gegenstand der vorliegenden Erfindung darstellt. Mit anderen Worten wird die
erfindungsgemäße Brennervorrichtung als Teil eines erfindungsgemäßen Brennofens in
den beschriebenen Varianten der Ausführungsform eingesetzt.
[0008] Eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung dient der Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch
in den Brennraum eines Brennofens. Eine solche Brennervorrichtung weist wenigstens
ein Brennerrohr mit Rohrauslässen für das Brenngas-Luft-Gemisch auf. Dieses wenigstens
eine Brennerrohr ist ausgebildet für eine Erstreckung zwischen zwei Wandungsabschnitten
des Brennraums. Eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung zeichnet sich dadurch aus,
zumindest eine Brennerlanze mit wenigstens einem Lanzenauslass für das Brenngas-Luft-Gemisch
vorgesehen ist. Diese Brennerlanze ist ausgebildet für eine Erstreckung durch einen
Wandungsabschnitt in den Randbereich des Brennraums hinein.
[0009] Eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung dient insbesondere der gemeinsamen Zufuhr
von Brenngas-Luft-Gemisch und wird auch als GDS - Gas Distribution System markenrechtlich
bezeichnet. Bereits darin unterscheidet diese Brennervorrichtung sich von bekannten
Brennervorrichtungen, die in der Lage sind zwar gasförmigen Brennstoff in einen Brennofen
einzubringen, die Vermischung von Brenngas und Luft jedoch erst in einer Auslassmündung
zur Verfügung stellen (mündungsmischend). Allein durch die Zufuhr von einem bereits
erstellten Brenngas-Luft-Gemisch von Beginn an, reduziert sich die Komplexität einer
erfindungsgemäßen Brennervorrichtung sowie eine Steuerung einer derartigen Brennervorrichtung
deutlich. Somit ist es denkbar, dass je erfindungsgemäßer Brennvorrichtung nur jeweils
ein Steuerventil für die Gas- bzw. Luftzufuhr verwendet wird, um das Brenngas-Luft-Gemisch
zu erzeugen. Auch ist es im Rahmen der Erfindung möglich, dass die Brenngas-Luft-Gemisch-Zufuhr
für die Brennerlanzen getrennt von den Brennerrohren gesteuert werden kann.
[0010] Die Erstreckung zwischen zwei Wandungsabschnitten eines Brennerrohres ist dahingehend
zu verstehen, dass dieses Brennerrohr an diesen beiden Wandungsabschnitten mechanisch
festgelegt bzw. befestigt ist. Selbstverständlich ist es möglich, dass sich das jeweilige
Brennerrohr durch einen oder sogar durch beide Wandungsabschnitte, also an beiden
Enden des Brennerrohrs, durch den jeweiligen Wandungsabschnitt hindurch erstreckt.
Das Erstrecken durch den jeweiligen Wandungsabschnitt hindurch kann dazu dienen, eine
Versorgung des jeweiligen Brennerrohrs mit dem Brenngas-Luft-Gemisch von außerhalb
des Brennofens zu ermöglichen.
[0011] Unter Wandungsabschnitten ist im Sinne der vorliegenden Erfindung das Volumen (gemeint
ist: Zwischenraum zwischen zwei Schichten der Wandung) eines Abschnitts der Wandung
des Brennraums zu verstehen. Diese Volumina sind häufig zum Teil durch eine Ausmauerung
zum Hitzeschutz ausgebildet. Die Wandung des Brennerrohrs ist dabei häufig mehrschichtig
ausgebildet, so dass außen ein Stahlmantel vorliegt, welcher innen mit der bereits
angesprochenen Feuerschutzmauerung versehen ist. Erstreckt sich das Brennerrohr durch
den Wandungsabschnitt hindurch, so erfolgt diese Erstreckung durch alle Schichten,
also insbesondere die Feuerschutzmauerung und den Stahlmantel der Wandung des Brennofens.
[0012] Eine Brennerlanze unterscheidet sich im Sinne der vorliegenden Erfindung von einem
Brennerrohr dadurch, dass sie nur an einem Ende eine Festlegung bzw. Lagerung aufweist,
so dass das gegenüberliegende Ende, also insbesondere die Lanzenspitze der Brennerlanze,
frei in den Brennraum hineinragt bzw. sich in diesen öffnet. Eine Brennerlanze ist
dementsprechend geometrisch einfacher ausgebildet und hinsichtlich des freien Strömungsquerschnittes
für die Förderung von Brenngas-Luft-Gemisch insbesondere kleiner als das Brennerrohr
ausgestattet. Dementsprechend ist es vorteilhaft, wenn eine Vielzahl von Brennerlanzen
vorgesehen ist, die sich durch den Wandungsabschnitt in den Randbereich des Brennraums
erstrecken. Die Brennerlanze erstreckt sich durch sämtliche Schichten des Wandungsabschnittes.
[0013] Dieser zu den Brennerlanzen zugehörige Wandungsabschnitt weist, wie bereits erläutert,
zumindest zwei Schichten, nämlich z. B. einer feuerfesten Ausmauerung innerhalb und
einem umgebenden Stahlmantel auf. Die Erstreckung der Brennerlanze erfolgt durch beide
Schichten dieses Wandungsabschnittes.
[0014] Unter einem Randbereich ist im Sinne der vorliegenden Erfindung der Bereich zu verstehen,
welcher direkt an die Oberfläche des Wandungsabschnittes angrenzt. Insbesondere sind
darunter Volumenbereiche zu verstehen, die einen Abstand vom Wandungsabschnitt bis
zu ca. 20 cm umfassen. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn dieser Randbereich besonders
klein gehalten wird. Eine besonders vorteilhafte, insbesondere optimale Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung bringt die Brennerlanze mit einer direkten Mündung an der
Oberfläche des Wandungsabschnitts in den Brennraum ein.
[0015] Der Lanzenauslass ist vorzugsweise als Öffnung am Ende der Brennerlanze ausgebildet.
Der Öffnungsrand dieses Lanzenauslasses erstreckt sich bei einer bündigen Ausbildung
der Brennerlanze mit dem Wandungsabschnitt ebenfalls bündig mit der Oberfläche dieses
Wandungsabschnittes. Mit anderen Worten verläuft die Brennerlanze idealerweise zumindest
den größten Teil, vorzugsweise vollständig innerhalb des Wandungsabschnittes und ragt
insbesondere nur um einen geringen Teil, vorzugsweise überhaupt nicht, in den Brennraum
hinein. Damit ist die Brennerlanze hinsichtlich Hitzeeinwirkung zusätzlich durch den
Wandungsabschnitt, insbesondere durch die feuerfeste Ausmauerung geschützt und sicher
gelagert.
[0016] Ein entscheidender Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, dass die bereits bekannten
Brennerrohre mit neuen Brennerlanzen kombiniert werden, die es nun erlauben auch den
Randbereich, insbesondere bei runden oder im Wesentlichen runden Brennöfen, mit Brenngas-Luft-Gemisch
zu befeuern. Damit können Bereiche, welche durch die Brennerrohre nicht oder nur schlecht
mit Brenngas-Luft-Gemisch versorgt werden, nun zusätzlich durch die Brennerlanzen
mit dem notwendigen Brenngas-Luft-Gemisch versorgt werden. Diese Maßnahme führt zu
einer breiteren und insbesondere besser verteilten Versorgung mit Brenngas-Luft-Gemisch,
so dass das eingestellte Temperaturprofil im Wesentlichen konstant über die gesamte
Ebene (horizontal) des Brennofens ausgebildet werden kann.
[0017] Die einzelnen Bauteile, insbesondere die Brennerrohre und die Brennerlanze, sind
dabei vorzugsweise derart ausgebildet, dass sie einer im Wesentlichen geradlinig ausgebildeten
Längsachse folgen. Dies ist von großem Vorteil, da auf diese Weise eine einfache Nachrüstmöglichkeit
für bereits bestehende Brennöfen zur Verfügung gestellt werden kann. Über Bohrungen,
welche von außen in den Brennofen eingebracht werden, können solche axial erstreckend
ausgebildeten Brennerrohre und Brennerlanzen eingesteckt werden, ohne dass große Bestandteile
des Brennofens geöffnet werden müssen. Insbesondere können bereits die bestehenden
Zylindermantelringe des Brennofens weiter verwendet werden, so dass auch Konstruktionskosten
und Materialaufwand gespart werden.
[0018] Ein Brennofen im Sinne der vorliegenden Erfindung ist insbesondere ein Brennofen
für das Brennen von Kalk, nämlich ein sogenannter Kalkschachtofen. Vorzugsweise wird
er eingesetzt in der Steine-Erden-Industrie sowie in Zuckerfabriken oder Sodafabriken,
bei welcher der entstehende gebrannte Kalk für die Weiterverarbeitung bei der Herstellung
von Zucker oder Soda eingesetzt wird.
[0019] Die Auslässe, also insbesondere die Rohrauslässe und der wenigstens eine Lanzenauslass,
sind insbesondere Auslassöffnungen. Die Auslassöffnungen sind hinsichtlich ihrer Ausrichtung,
also ihrer Auslassrichtung, und ihrer Auslassart, also z. B. der geometrischen Querschnittsausbildung
dieser Auslassöffnungen, an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst. So sind z. B. düsenartige
Auslassöffnungen als Rohrauslässe und/oder als Lanzenauslässe im Rahmen der vorliegenden
Erfindung denkbar. Hierbei können auch Venturidüsen ausgebildet werden.
[0020] Die Rohre sind insbesondere Bauteile mit einem im Wesentlichen runden Querschnitt,
welcher innerhalb einen runden freien Strömungsquerschnitt zur Verfügung stellt. Selbstverständlich
sind jedoch auch andere geometrische Formen für die Brennerrohre möglich, z. B. ovale,
rechteckige oder quadratische Brennerrohre.
[0021] Die Erstreckung des wenigstens einen Brennerrohres erfolgt insbesondere zwischen
zwei sich gegenüberliegenden Wandungsabschnitten des Brennraums. Die sich gegenüberliegenden
Wandungsabschnitte korrelieren dabei mit einer im Wesentlichen axialen Erstreckung
des Brennerrohres entlang einer Geraden. Dieses führt zur bereits erwähnten leichten,
kostengünstigen und schnellen Nachrüstbarkeit durch eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung
bei bereits bestehenden Brennöfen.
[0022] Auch die Brennerlanzen sind insbesondere als Rohrlanzen ausgebildet, so dass auch
diese als Erstreckung entlang einer Achse einen im Wesentlichen geradlinigen Verlauf
aufweisen. Auf diese Weise können auch die Brennerlanzen durch einfache Einführöffnungen,
welche in den Mantel eines Brennofens gebohrt werden, eingebracht werden. Auch dies
reduziert den Aufwand für die Nachrüstbarkeit einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung.
[0023] Bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung erfolgt die Befeuerung durch zwei
unterschiedliche Teileinheiten. Zum einen wird die Hauptbefeuerung, also der größte
Anteil des Brenngas-Luft-Gemisches durch die Brennerrohre in dem Brennraum verteilt.
Die Wandungsabschnitte, welche seitlich von dem Brennerrohr am weitesten entfernt
liegen, werden zusätzlich durch die Brennerlanzen ebenfalls mit Brenngas-Luft-Gemisch
versorgt. Auf diese Weise wird die bereits erläuterte Vereinheitlichung der Versorgung
mit Brenngas-Luft-Gemisch erreicht, so dass eine verbesserte Temperaturverteilung
(horizontal) innerhalb des Brennraums die Folge ist.
[0024] Bei einem Brennofen erfolgt eine Temperatursteuerung insbesondere einer Profilierung
in Vertikalrichtung, indem zumindest zwei oder mehrere erfindungsgemäße Brennervorrichtung
auf unterschiedlichen Höhen eingesetzt werden. Somit kann ein definiertes Temperaturprofil
in vertikaler Richtung vorgegeben werden, so dass insbesondere im oberen Bereich,
also im Bereich der Zufuhr von frischem Substrat, eine besonders hohe Verbrennungstemperatur
erreichbar ist. Je weiter sich die vertikale Richtung nach unten erstreckt, umso weiter
ist das Substrat bereits in Richtung gebrannter Kalk, also in Richtung Reaktionsprodukt,
verändert. In dieser Richtung ist es möglich, dass die Temperatur abnimmt, so dass
im Verlauf des vertikalen Temperaturprofils von oben nach unten die Temperatur abnimmt.
Folglich kann an dieser Stelle eine weitere Brennervorrichtung vorgesehen sein, die
jedoch mit einer niedrigeren Temperatur gefahren wird, als eine darüber liegende Brennervorrichtung.
Auch durch den höhenmäßigen Abstand der vorhandenen Brennervorrichtung voneinander
kann bereits das vertikale Temperaturprofil direkt beeinflusst werden. In horizontaler
Richtung, also senkrecht zu diesem definierten vertikalen Temperaturprofil, soll eine
möglichst gleichmäßige Verteilung vorliegen, um Verbrückungseffekte oder Kanalbildung
zu vermeiden. Dies würde ansonsten zu unterschiedlich langen Verweildauern des Substrates
in dem Brennofen führen, und dementsprechend zu ungleichmäßigen Brandergebnissen.
[0025] Die Regelung der Temperatur erfolgt dabei bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
dadurch, dass die Korrelation zwischen Luft und Brenngas im Brenngas-Luft-Gemisch
voreingestellt wird. Hierfür können einzelne Ventilatoren vorgesehen sein, welche
in einer gemeinsamen Zuführleitung für alle Brennerrohre und/oder für alle Brennerlanzen
der erfindungsgemäßen Brennervorrichtung die Vorabmischung des Brenngas-Luft-Gemisches
einstellen. Wird eine verringerte Temperatur gewünscht, so wird der Luftanteil im
Brenngas-Luft-Gemisch variiert. Soll eine Temperatursteigerung erzielt werden, so
wird auf die gleiche Weise, dementsprechend insbesondere zentral, eine Erhöhung des
Brenngasanteils im Brenngas-Luft-Gemisch durchgeführt, so dass die Rohrauslässe und
die Lanzenauslässe mit einer entsprechenden Veränderung der Anteile das Brenngas-Luft-Gemisch
in den Brennraum fördern. Diese Maßnahme führt zu einer besonders kostengünstigen
und einfachen Ausgestaltung dieser Temperaturregelung.
[0026] Sofern die Brennerrohre zumindest durch Teile der Wandungsabschnitte hindurchgeführt
sind, sind diese Hindurchführungen durch die Wandungsabschnitte zumindest abschnittsweise
abgedichtet und mit einem Temperaturdehnungsausgleich versehen. Gleiches gilt auch
für die Brennerlanzen, welche sich grundsätzlich durch den jeweiligen Wandungsabschnitt
hindurcherstrecken. Die Abdichtung erfolgt dabei gegen einen Austritt von Brenngas
aus dem Brennofen und gegen den Austritt von Flammen. Da zwischen Einsatzsituation
und Montagesituation sehr hohe Temperaturunterschiede vorliegen, sind diese Abdichtungen
vorzugsweise ausgebildet, um einen Temperaturdehnungsausgleich zur Verfügung zu stellen.
Die Temperaturdehnung ist dabei abhängig vom jeweils gewählten Material. Dabei sind
zwei Ausdehnungsrichtungen zu beachten. Zum einen ist eine Ausdehnung entlang der
Längsachse der Brennerlanzen bzw. der Brennerrohre notwendig. Es erfolgt also sozusagen
ein axiales Verschieben von Teilabschnitten des Brennerrohres bzw. der Brennerlanze
in der entsprechenden Durchführung des Wandungsabschnittes. Zusätzlich ist es jedoch
auch notwendig, einen radialen Dehnungsausgleich für Temperaturunterschiede vorzusehen.
Mit anderen Worten wird bei der Erhöhung der Temperatur der Außendurchmesser des hindurchgeführten
Brennerrohres bzw. der hindurchgeführten Brennerlanze größer, so dass ein Verklemmen
und Aufsprengen der zugehörigen Einbringöffnung vermieden werden muss. Gleiches gilt
selbstverständlich für die Durchdringung sowohl eines Stahlmantels, als auch der feuerfesten
Ausmauerung des Brennofens. Darüber hinaus ist es möglich, dass bei einer erfindungsgemäßen
Brennervorrichtung eine Flammrückschlagsicherung vorgesehen ist, die sicherstellt,
dass Flammen nach dem Zünden nicht in die Gaszuführung bzw. die Zuführung des Brenngas-Luft-Gemisches
zurückschlagen können.
[0027] Zum Start des Brandvorganges sind bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
vorzugsweise Gaszündbrenner vorgesehen, welche eine direkte Zündung des eingebrachten
Brenngas-Luft-Gemisches durchführen. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion des
Aufwandes der Verfahrensführung, da im Vergleich zu bekannten Brennervorrichtungen
nicht mehr separat der Ofen vorgeheizt werden muss. Dieses Vorheizen erfolgt bei bekannten
Brennöfen durch das Anheizen mit z. B. Festbrennstoffen in Form von Koks. Auf ein
solches Vorheizen kann nun verzichtet werden, so dass ein direktes Zünden und damit
eine sofortige Zurverfügungstellung der definierten Verfahrensbedingungen erfolgt.
[0028] Vorteilhaft ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung der Lanzenauslass
und die Rohrauslässe in einer Ebene oder im Wesentlichen in einer Ebene angeordnet
sind.
[0029] Das bedeutet, dass sie eine gemeinsame Brennerebene ausbilden. Die Lanzenauslässe
bzw. die Rohrauslässe sind dabei hinsichtlich ihrer vertikalen Position im Brennofen
insbesondere mit Bezug auf den Mittelpunkt ihres freien Auslassquerschnittes definiert.
Diese Mittelpunkte befinden sich auf einer Ebene oder im Wesentlichen auf einer Ebene,
also mit nur wenig vertikalem Versatz zueinander. Damit wird sichergestellt, dass
die Zufuhr des Brenngas-Luft-Gemisches ebenfalls im Wesentlichen in einer Ebene sowohl
durch die Brennerlanzen in den Randbereichen der Wandungsabschnitte als auch zentral
im Brennofen durch die Brennerrohre erfolgt. Wie bereits erläutert, kann auf diese
Weise eine bessere Vergleichmäßigung bzw. Vereinheitlichung des horizontalen Temperaturverlaufes
stattfinden.
[0030] Vorteilhaft ist es ebenfalls, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
eine Lanzenachse der zumindest einen Brennerlanze zu einer durch die Rohrachsen von
wenigstens zwei Brennerrohren aufgespannten Ebene einen Winkel von mehr als ca. 5°,
insbesondere von mehr als ca. 10°, bevorzugt von mehr als ca. 15°, besonders bevorzugt
im Bereich von ca. 20° aufweist. Dabei sind bezogen auf den Verlauf des Brennofens
von unten nach oben die einzelnen Brennerlanzen von oben nach unten (Richtung Brennofenboden)
geneigt. Dies bringt den großen Vorteil mit sich, dass die Auslassöffnungen der Lanzenauslässe
der Brennerlanzen auf diese Weise gegen ein Verstopfen durch das Brenngut geschützt
sind. Sie sind nach unten geneigt, so dass möglicherweise im Bereich der Mündung der
Lanzenauslässe befindliches Material durch die Schwerkraft von diesem Mündungsbereich
wegtransportiert wird. Darüber hinaus kann durch das Anstellen der Brennerlanzen die
Auslassöffnung von einem runden Querschnitt zu einem ovalen Schnitt bzw. zu einer
ovalen Verschneidung ausgebildet werden, wenn nämlich der Schnitt senkrecht verläuft.
Dies vergrößert den freien Strömungsauslassquerschnitt dieses Lanzenauslasses mit
Bezug auf den freien Strömungsquerschnitt der Brennerlanze. Auf diese Weise wird ebenfalls
ein wirksamer Schutz gegen Verstopfung dieses Lanzenauslasses zur Verfügung gestellt.
Die Anstellung im Bereich um ca. 20° ist zu bevorzugen, da auf diese Weise ein ausreichender
Schutz gegen Verstopfung zur Verfügung gestellt wird und gleichzeitig die Einbringrichtung
nicht zu steil nach unten für das Brenngas-Luft-Gemisch gewählt ist.
[0031] Vorteilhaft ist es darüber hinaus, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
eine Lanzenachse der zumindest einen Brennerlanze und eine Rohrachse des wenigstens
einen Brennerrohres in einer Ebene oder im Wesentlichen in einer Ebene verlaufen.
Bei dieser Ausführungsform, die zum Teil konträr zu der Ausführungsform gemäß dem
voranstehenden Absatz steht, wird eine besonders kompakte vertikale Baumaßausführung
einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung erzielt. Damit wird eine reduzierte Höhe
zur Verfügung gestellt und darüber hinaus der Aufwand der Bohrungen für das Einbringen
der Brennerlanze und der Brennerrohre reduziert. Diese gemeinsame Ebene kann auch
als vertikale Brennhöhe des Brenners bzw. der Brennervorrichtung bezeichnet werden.
Alle Lanzen und alle Brennerrohre bilden zusammen eine gemeinsame Brennervorrichtung
aus. Solche Brennervorrichtungen können selbstverständlich auf unterschiedlichen Höhen
mehrfach in einem Brennofen vorgesehen sein.
[0032] Vorteilhaft ist es darüber hinaus, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
eine Lanzenachse der zumindest einen Brennerlanze mit einer Rohrachse des wenigstens
einen Brennerrohres einen Winkel im Bereich zwischen ca. 30° und ca. 150° einschließt.
Insbesondere ist dabei die Brennerlanze z. B. senkrecht zur Achse des Brennerrohres
ausgebildet. Die einzelnen Lanzenachsen der Brennerlanzen können dabei sowohl vollständig
oder im Wesentlichen vollständig parallel zueinander ausgerichtet sein, als auch Winkel
zueinander aufweisen. Bei Ausführungsformen, bei welchen die Lanzenachsen zueinander
winklig angeordnet sind, verlaufen sie insbesondere radial bezogen auf eine zylindrische
Ausbildung des Brennraums. Vorzugsweise sind die beschriebenen Winkel im Bereich zwischen
ca. 50° und ca. 120° bzw. zwischen ca. 70° und ca. 100° bzw. vorzugsweise im Bereich
um ca. 90° ausgebildet. Insbesondere verlaufen die Achsen der Brennerrohre parallel
zueinander, so dass auch hier eine Reduktion des konstruktiven Aufwandes erfindungsgemäßer
Brennervorrichtungen erzielt werden kann.
[0033] Ein weiterer Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
die zumindest eine Brennerlanze wenigstens einen Lanzenauslass an der Lanzenspitze
aufweist. Dies führt dazu, dass die Position des Lanzenauslasses axial an das Ende
der Brennerlanze gesetzt ist. Die definierte Eindringtiefe der Lanze definiert damit
automatisch auch die Auslassposition des Lanzenauslasses. Damit kann unnötiges Material
für die Brennerlanze und unnötig weites Hineinragen der Brennerlanze in den Brennraum
vermieden werden. Vielmehr kann durch einen Anschlag auf der Außenseite des Brennraums
eine definierte Positionierung der Lanzenspitze innerhalb des Brennraums und damit
eine definierte Positionierung des Lanzenauslasses zur Verfügung gestellt werden.
Insbesondere sind die Erstreckung der Brennerlanze und damit auch die Positionierung
der Lanzenspitze dahingehend optimiert, dass eine besonders kurze Erstreckung durch
den Wandungsabschnitt hindurch erfolgt. Insbesondere erfolgt also ein Anordnen der
Lanzenspitze und damit des Lanzenauslasses bündig bzw. im Wesentlichen bündig mit
dem zugehörigen Wandungsabschnitt.
[0034] Ein weiterer Vorteil wird dann erzielt, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
die Rohrauslässe des wenigstens einen Brennerrohres und/oder die Lanzenauslässe der
zumindest einen Brennerlanze als Düsen ausgebildet sind. Dabei kann eine solche düsenartige
Ausbildung sowohl in Austrittsrichtung eine Reduktion des freien Strömungsquerschnittes,
als auch in Austrittsrichtung eine Vergrößerung des freien Strömungsquerschnittes
darstellen. Je nach Einsatzsituation kann damit die Verteilrichtung, die Verteilgeschwindigkeit
oder andere Verteilparameter des Brenngas-Luft-Gemisches nach der Ausbringung aus
den Auslässen beeinflusst und verändert werden. Insbesondere mittels einer einfachen
Temperaturregelung, die auf einer Veränderung des Luftanteils im Brenngas-Luft-Gemisch
beruht, kann bei unterschiedlichen Druckverhältnissen im Zufuhrsystem des Brenngas-Luft-Gemisches
die gewünschte gleichmäßige und insbesondere im Wesentlichen konstante Verteilung
durch die entsprechenden Auslässe gewährleistet sein. Die einzelnen Rohrauslässe sind
dabei vorzugsweise auf einer Ebene und erstrecken sich insbesondere zu beiden Seiten
des Brennerrohres hinaus. So kann eine verbesserte horizontale Verteilung des eingeführten
und ausgelassenen Brenngas-Luft-Gemisches erfolgen.
[0035] Ein weiterer Vorteil wird dann erzielt, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
das wenigstens eine Brennerrohr und/oder die zumindest eine Brennerlanze ein Kühlsystem
aufweisen. Dieses Kühlsystem ermöglicht die Kühlung des wenigstens einen Brennerrohres
und/oder der zumindest einen Brennerlanze. Dieses Kühlsystem dient dazu, mit kostengünstigeren
Materialien für die Ausführung der Brennerrohre und der Brennerlanzen zu arbeiten.
Insbesondere kann durch die Verwendung eines solchen Kühlsystems Normalstahl, ein
sogenannter St37 Stahl, verwendet werden. Dies reduziert die Kosten der Herstellung
einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung deutlich.
[0036] Das Kühlsystem arbeitet dabei vorzugsweise mit einer hohen Kühlwirkung. Insbesondere
sind hohe Kühlmitteldurchsätze, z. B. in Form von Wasser, einzusetzen. Vorhandene
Kühltemperaturen sind z. B. Einlasstemperaturen mit ca. 40° C und Auslasstemperaturen
mit ca. 60° C. Ein solches Kühlsystem ist damit ein zumindest optionaler Bestandteil
der Brennervorrichtung, so dass es gemeinsam mit den Hauptbestandteilen der Brennervorrichtungen
bei bestehenden Brennöfen nachgerüstet werden kann. Insbesondere ist diese Kühlsystem
als Doppelmantelsystem innerhalb oder außerhalb der Lanzen bzw. der Brennerrohre ausgebildet.
Vorzugsweise wird mit Wasser oder Wasser mit Zusätzen gekühlt. Als Zusätze kommen
insbesondere Korrosionsschutz- und/oder Frostschutzadditive in Frage. Der Korrosionsschutz
dient einem langen Einsatzzyklus des Kühlmittels und verhindert die Korrosion der
in Kontakt tretenden Bauteile. Ein Frostschutz ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn die Brennervorrichtung zumindest abschnittsweise im Freien bzw. hauptsächlich
mit Wasser betrieben wird. Bei Standzeiten während des Betriebs kann es zu Beschädigungen
der Rohrleitungen kommen, sobald durch starkes Abkühlen, z. B. in den Wintermonaten,
das Kühlmittel, also insbesondere das Wasser, in den Rohren des Kühlkreislaufes gefriert.
Vorzugsweise sind verschiedene Wärmetauscher, insbesondere zwei oder mehr Wärmetauscher
im Kühlkreislauf vorgesehen, um die Wärmeenergie des Kühlwassers, welche für die Kühlung
der Brennerlanzen benötigt wird, zurückzugewinnen. Die gewonnene Energie bzw. die
abgeführte Wärme kann z. B. für die Vorwärmung des Brenngas-Luft-Gemisches, des Brenngases
und/oder des zugeführten Luftanteils verwendet werden. Dies verbessert die Rahmenbedingungen
der Verbrennung weiter, so dass ohne zusätzlichen Aufwand von Energie die Verbrennungssituation
auf diese Weise verbessert wird.
[0037] Vorteilhaft ist es darüber hinaus, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
das Kühlsystem einen Kühlkreislauf aufweist, welcher für eine natürliche Konvektion
bei Ausfall der Leistungsversorgung ausgebildet ist. Darunter ist zu verstehen, dass
keine Zwangsförderung notwendig ist, um den Kühlkreislauf aufrechtzuerhalten. Damit
kann auch im Falle eines Stromausfalls sichergestellt werden, dass bis zum vollständigen
Stillstand des Brennofens eine ausreichende Kühlung die einzelnen Brennerrohre und
die Brennerlanzen vor Beschädigung durch zu große Hitze schützt. Damit wird eine Ausfallsicherheit
erzielt, die große Beschädigungen des Kühlsystems und der Brennervorrichtung in einem
solchen Notfall vermeidet.
[0038] Voreilhaft ist es ebenfalls, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
die Anzahl der Brennerlanzen die Anzahl der Brennerrohre um ein Vielfaches übersteigt.
Insbesondere handelt es sich dabei um mehr als das Zweifache, bevorzugt um mehr als
das Vierfache, besonders bevorzugt um mehr als das Sechsfache. Dies beruht auf der
Tatsache, dass durch die Brennerlanzen nicht der Hauptbestandteil der Befeuerung stattfindet,
sondern vielmehr ein Horizontalausgleich zur Befeuerung der Randbereiche für ein ausgeglichenes
horizontales Temperaturniveau erreicht wird. Dementsprechend wird mit geringerem Strömungsquerschnitt
für die Brennerlanzen im Vergleich zu den Strömungsquerschnitten der Brennerrohre
gearbeitet. Da es hauptsächlich auf die entsprechende Verteilung, also ein definiertes
Einbringen in diesen Randbereichen für das Brenngas-Luft-Gemisch ankommt, ist dementsprechend
auch eine höhere Anzahl von Brennerlanzen im Vergleich zur Anzahl der Brennerrohre
von Vorteil. Vorzugsweise sind die Abstände zwischen den Brennerlanzen zueinander
gleich bzw. äquidistant ausgeführt. Der Abstand zwischen den einzelnen Brennerlanzen
ist ebenfalls vorzugsweise geringer, als der Abstand zwischen den Brennerrohren. Vorzugsweise
sind sämtliche Brennerlanzen in einer Ebene oder im Wesentlichen in einer Ebene ausgebildet.
[0039] Ein Vorteil ist es darüber hinaus, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
die Brennerlanzen auf beiden entgegengesetzten Seiten des wenigstens einen Brennerrohres
angeordnet sind. Darunter sind die Seiten in Blickrichtung der Hauptaxialerstreckungsachse
der Brennerrohre zu verstehen. Die Brennerlanzen sind also links und rechts des Brennerrohres
in der voranstehend genannten Sichtweise angeordnet. Insbesondere bilden die Brennerrohre
eine Symmetrieachse bzw. sind Teil einer Symmetrieebene, um welche herum die Brennerlanzen
symmetrisch oder im Wesentlichen symmetrisch angeordnet sind. Dies reduziert die Komplexität
und vor allem den Aufwand zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
weiter. Vorzugsweise sind demnach auch sämtliche Brennerlanzen zueinander identisch
oder im Wesentlichen identisch ausgebildet. Gleiches gilt auch für die Brennerrohre,
welche ebenfalls im Wesentlichen identisch oder vollkommen identisch miteinander ausgebildet
sind. So kann eine Reduktion der Teilekomplexität stattfinden, was wiederum die Kosten
der einzelnen Bauteile der Brennerlanzen und der Brennerrohre sowie die Ersatzteilbevoratung
reduziert.
[0040] Ebenfalls kann es von Vorteil sein, wenn bei einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
zumindest ein Zündbrenner vorgesehen ist, welcher für die Zündung des Brenngas-Luft-Gemisches
ausgebildet ist. Ein solcher Zündbrenner ist insbesondere ein Gaszündbrenner, welcher
mit dem gleichen gasförmigen Brennstoff versorgt wird, wie auch die Hauptbrennervorrichtung
selbst. Damit kann zu Beginn des Brennverfahrens eine Zündung des eingebrachten Brenngas-Luft-Gemisches
in direkter Weise erfolgen. Ein Anbrennen von Festbrennstoff und ein zugehöriges Vorheizen
des Ofens können auf diese Weise unterbleiben. Dies führt dazu, dass die definierten
und vor allem mit Vorteilen behafteten Rahmenbedingungen der Verbrennung bereits zu
den Startbedingungen des Brennvorgangs zur Verfügung stehen.
[0041] Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Brennofen mit einem Brennraum,
in welchem zumindest eine Brennervorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung für
die Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch in den Brennraum angeordnet ist. Damit bringt
ein erfindungsgemäßer Brennofen die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich
mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung erläutert worden sind. Insbesondere
wird dieser Brennofen hergestellt durch das Nachrüsten eines bereits bestehenden Brennofens,
welcher z. B. durch die Mischfeuerungsmethode mit Feststoffbrennstoffen beheizt wurde.
Damit kann mit geringem Kostenaufwand das gesamte Vorteilspaket der vorliegenden Erfindung
bereits bei bestehenden Brennöfen durch technische Nachrüstung zur Verfügung gestellt
werden. Vorzugsweise weist ein solcher Brennofen zwei oder mehr Brennervorrichtungen
auf. Die einzelnen Brennervorrichtungen sind dabei vertikal zueinander versetzt angeordnet
und erstrecken sich insbesondere jeweils im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene.
Die einzelnen Ebenen der Brennervorrichtung sind dabei im Wesentlichen horizontal
ausgerichtet, so dass sich die Vertikalachse des Brennofens im Wesentlichen senkrecht
zu den zugehörigen Ebenen der Brennervorrichtungen befindet. Die unterschiedlichen
Ebenen werden mit unterschiedlichen Parametern betrieben, so dass z. B. die obere
Brennervorrichtung eine kurze und damit harte und heiße Flamme erzeugt, während die
untere Brennervorrichtung mit einer langen und dementsprechenden kühleren Flamme arbeitet.
So kann durch den Einsatz von vertikal verschobenen Brennervorrichtungen das bereits
erläuterte vertikale Temperaturprofil eingestellt und sogar geregelt werden. Der gesamte
Brennofen ist vorzugsweise im Druckbetrieb ausgeführt, so dass eine exakte Regelung
der zugeführten Gasströme vorliegen kann.
[0042] Ein erfindungsgemäßer Brennofen lässt sich dahingehend weiterbilden, dass das wenigstens
eine Brennerrohr sich zwischen zwei Wandungsabschnitten, welche sich insbesondere
im Wesentlichen gegenüberliegen, erstreckt. Das bedeutet, dass das wenigstens eine
Brennerrohr zumindest an diesen beiden Wandungsabschnitten gelagert ist. Vorzugsweise
erstreckt sich das wenigstens eine Brennerrohr auch durch zumindest eine dieser beiden
Wandungsabschnitte hindurch, so dass eine Durchdringung der zugehörigen Schichten,
nämlich des Stahlmantels und der feuerfesten Ausmauerung, vorliegt. Durch das Brennerrohr
wird das Brenngas-Luft-Gemisches in den Brennraum eingebracht.
[0043] Ebenfalls ist es von Vorteil, wenn bei einem erfindungsgemäßen Brennofen sich die
zumindest eine Brennerlanze durch einen Wandungsabschnitt in den Randbereich des Brennraums
erstreckt. Damit werden die gleichen Vorteile erzielt, wie sie bereits mit Bezug auf
eine erfindungsgemäße Brennervorrichtung zu dieser Stelle erläutert worden sind. Insbesondere
handelt es sich dabei um den Wandungsabschnitt, welcher benachbart zu den Wandungsabschnitten
des wenigstens einen Brennerrohres liegt. Damit gibt es Wandungsabschnitte, welche
mit der Brennerlanze befeuert werden und andere Wandungsabschnitte, welche durch die
Eintrittsbereiche der Brennerrohre befeuert werden. Der Hauptbestandteil, nämlich
das Zentrum des Brennofens wird durch die Auslässe in den Brennerrohren befeuert.
[0044] Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung kann ein Verfahren für den Betrieb
eines erfindungsgemäßen Brennofens sein. Für dieses Verfahren wird insbesondere wenigstens
eine Brennervorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet. Die Regelung der
Temperatur durch ein solches Verfahren in dem Brennofen erfolgt dabei durch die Variation
des Luftanteils in dem Brenngas-Luft-Gemisch. Durch die Verwendung einer erfindungsgemäßen
Brennervorrichtung bringt ein erfindungsgemäßes Verfahren für den Betrieb eines Brennofens
die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße
Brennervorrichtung erläutert worden sind.
[0045] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren für das Ausrüsten
eines Brennofens mit einem Brennraum mit einer Brennervorrichtung, aufweisend die
folgenden Schritte:
- Erzeugen von wenigstens einer Einbringöffnung für wenigstens ein Brennerrohr in wenigstens
einem Wandungsabschnitt des Brennraums,
- Erzeugen von zumindest einer Einbringöffnung für zumindest eine Brennerlanze in wenigstens
einem Wandungsabschnitt des Brennraums,
- Einführen des wenigstens einen Brennerrohres in die zugehörige Einbringöffnung,
- Einführen der zumindest einen Brennerlanze in die zugehörige Einbringöffnung.
[0046] Selbstverständlich können die Schritte des Erzeugens und des Einführens auch miteinander
kombiniert werden, so dass jeweils erst eine Einbringöffnung erzeugt und sofort anschließend
das entsprechende Bauteil eingebracht wird. Das Nachrüsten eines bereits bestehenden
Brennofens mit einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren beschrieben. Dementsprechend wird durch ein erfindungsgemäßes Verfahren
ein erfindungsgemäßer Brennofen zur Verfügung gestellt, so dass dieses Verfahren die
gleichen Vorteile mit sich bringt, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße
Brennervorrichtung und dementsprechend auch mit Bezug auf einen erfindungsgemäßen
Brennofen erläutert worden sind.
[0047] Die Einbringöffnungen werden dabei vorzugsweise während oder nach dem Einbringen
abgedichtet, und mit Temperaturausgleichsmöglichkeiten versehen. Ein solches Verfahren
dient zur Umrüstung eines Brennofens, insbesondere von einem Festbrennstoff auf einen
Gasbrennstoff. Die Montage der einzelnen Bauteile, also der Brennerrohre und der Brennerlanzen
erfolgt dabei z. B. mithilfe von Fixiermitteln, insbesondere von Flanschen. Auch kann
ein Kühlsystem vorgesehen werden, welches ebenfalls in Form einzelner Schritte für
das Ausrüsten des Brennofens ausgebildet wird. Die Ausführung des Verfahrens ist dabei
vorzugsweise vollständig, insbesondere hinsichtlich der aufwendigen Schritte, von
außerhalb des Brennofens durchführbar. Insbesondere erfolgt das Einführen des Brennerrohres
und/oder der Brennerlanze von außerhalb des Brennofens, so dass hier eine Aufwandsreduktion
hinsichtlich der Durchführung eines solchen Verfahrens die Folge ist.
[0048] Die vorliegende Erfindung wird näher erläutert anhand der beigefügten Zeichnungsfiguren.
Die dabei verwendeten Begrifflichkeiten "links", "rechts", "oben" und "unten" beziehen
sich auf eine Ausrichtung der Zeichnungsfiguren mit normal lesbaren Bezugszeichen.
Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- Querschnittdarstellung einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennofens,
- Fig. 2
- schematische Querschnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Brennofens,
- Fig. 3
- Längsschnitt durch eine Ausführungsform einer Brennerlanze,
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennofens in schematischer Seitenansicht,
- Fig. 5
- der Beginn des ersten Schritts eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 5b
- ein weiterer Schritt eines erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig. 5c
- der finale Schritt eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0049] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennofens 100 mit
einer erfindungsgemäßen Brennervorrichtung 10 dargestellt. Der Brennofen 100 weist
eine im Wesentlichen zylindrische Ausbildung auf und ist in Fig. 1 in der Draufsicht
als Querschnitt dargestellt. Im Inneren des Brennofens 100 ist der Brennraum 110 zu
erkennen, welcher im Wesentlichen vollständig in dieser Höhe mit Brandgut, also mit
Substrat zur Herstellung eines Brandproduktes gefüllt ist. Insbesondere handelt es
sich bei diesem Brennofen 100 um einen Ofen zum Brennen von Kalk, vorzugsweise zur
Verwendung der Zuckerindustrie.
[0050] Wie gut zu erkennen ist, weist die Brennervorrichtung 10 dieser Ausführungsform zwei
Brennerrohre 20 auf. Diese erstrecken sich von links nach rechts in der Horizontalebene,
welche in Fig. 1 mit der Zeichnungsebene gleichfällt. Die vertikale Erstreckung des
Brennofens 100 ragt also senkrecht aus der Zeichnungsebene der Fig. 1 nach oben und
nach unten. Die Brennerrohre 20 erstrecken sich von links nach rechts und können auf
diese Weise den Hauptbestandteil und insbesondere den Kern des Brennraums 110 mit
einem Brenngas-Luft-Gemisch befeuern.
[0051] Jedoch verbleibt eine Problematik hinsichtlich der Befeuerung der Randbereiche 122
oberhalb und unterhalb der beiden Brennerrohre 20. Diese Bereiche werden in erfindungsgemäßer
Weise durch die erfindungsgemäß ausgebildete Brennervorrichtung 10 durch die Brennerlanzen
30 befeuert. Sie sind kleiner hinsichtlich des freien Strömungsquerschnittes und der
Gesamterstreckung als die Brennerrohre 20 und erstrecken sich im Wesentlichen ausschließlich
durch die zugehörigen Wandungsabschnitte 120c hindurch und kaum bzw. gar nicht über
die Oberfläche dieser Wandungsabschnitte 120c hinaus. Damit erfolgt ein Ausgeben bzw.
Zufuhr des Brenngas-Luft-Gemisches in den Randbereich 122 dieser Wandungsabschnitte
120c. Die Brennerrohre 20 erstrecken sich zwischen zwei gegenüberliegenden Wandungsabschnitten
120a und 120b und erstrecken sich sogar durch diese beiden gegenüberliegenden Wandungsabschnitte
120a und 120b hindurch. Außerhalb des Brennofens, dementsprechend auch außerhalb der
Wandung 120, sind für alle Brennerlanzen 30 und für die beiden Brennerrohre 20 flanschartige
Anschlüsse vorgesehen, welche der Zufuhr des Brenngas-Luft-Gemisches dienen. Es ist
festzuhalten, dass sowohl durch die Brennerlanzen 30, als auch durch die Brennerrohre
20 bereits das Fertiggemisch des Brenngas-Luft-Gemisches verläuft und keine separate
Zuführung von Luftsauerstoff notwendig ist.
[0052] Wie schematisch ebenfalls zu erkennen ist, erstrecken sich die Rohrachsen II der
Brennerrohre 20 von links nach rechts ebenfalls in der Zeichnungsebene. Die Lanzenachsen
I der Brennerlanzen 30 erstrecken sich in der gleichen Ebene in Fig. 1 von oben nach
unten und verlaufen im Wesentlichen senkrecht zu den Rohrachsen II. Damit liegen die
einzelnen Lanzenachsen I insbesondere parallel zueinander.
[0053] Die Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform eines Brennofens 100, welche sich von der Ausführungsform
der Fig. 1 unterscheidet. Ein Unterschied ist die Erstreckung der Brennerrohre 20.
Diese erstrecken sich nur durch den einen Wandungsabschnitt 120b der Wandung 120 hindurch
und sind am gegenüberliegenden Wandungsabschnitt 120a nur an dessen Oberfläche bzw.
Wandabschnitt 120a fixierend gelagert. Es erfolgt also die Einbringung von Brenngas-Luft-Gemisch
von rechts und eine Verteilung über die Rohrauslässe 22, die als Auslassöffnungen
ausgebildet sind.
[0054] Ebenfalls in Fig. 2 schematisch dargestellt, sind die Lanzenauslässe 32 an den Lanzenspitzen
34 der Brennerlanzen 30. Wie gut zu erkennen ist, erstrecken sich die einzelnen Brennerlanzen
30 kaum über den jeweiligen Wandungsabschnitt 120c hinaus, so dass sie nur leicht
in den Randbereich 122 hineinragen und damit direkt diesen Randbereich 122 mit Brenngas-Luft-Gemisch
versorgen. Die Haupterstreckung der Brennerlanzen 30 liegt also innerhalb der Wandung
120, in dem zugehörigen Wandungsabschnitt 120c.
[0055] Die Wandung 120 der Ausführungsformen, wie sie die Fig. 1 und 2 zeigen, ist insbesondere
mehrschichtig aufgebaut. So kann der äußere Teil ein Schutzmantel in Form eines Stahlmantels
sein. Innerhalb dieses Stahlmantels ist häufig eine Ausmauerung in feuerfester Weise
vorgesehen, so dass dies die innerste Schicht des jeweiligen Wandungsabschnittes 120a,
120b und 120c darstellt.
[0056] In der Fig. 2 sind zwei unterschiedliche Anordnungen der Brennerlanzen 30 dargestellt.
Die drei oberen Brennerlanzen 30 sind parallel zueinander ausgerichtet und weisen
einen rechten Winkel zu den Brennerrohren 20 auf. Alternativ oder in Kombination sind
die Brennerlanzen 30 an dem unteren Wandungsabschnitt 120c mit im Wesentlichen radial
verlaufenden Lanzenachsen I versehen. Auch ist es grundsätzlich denkbar, dass die
Brennerlanzen 30 leicht angestellt, z. B. um ca. 15° zur Waagerechten, im Wandungsabschnitt
120c angeordnet sind, so dass die Lanzenspitzen 34 den tiefsten Punkt bilden.
[0057] In Fig. 3 ist eine Variante dargestellt, wie eine düsenartige Ausbildung der Lanzenauslassöffnung
32 ausgebildet sein kann. Im vorliegenden Fall weitet sich die entsprechende Düse
nach außen hin auf, wodurch Verstopfungen der Lanzenauslassöffnung 32 zuverlässig
vermieden werden können. Positioniert ist dieser Lanzenauslass 32 an der Lanzenspitze
24 der Brennerlanze 30. Ebenfalls in Fig. 3 dargestellt ist eine Möglichkeit eines
Kühlmantels 42, welcher Teil eines Kühlsystems 40 ist. So kann umlaufend eine Kühlung
der Brennerlanze 30 erfolgen, wodurch die Anforderungen an das Material, aus welchem
die Brennerlanze 30 gefertigt ist, gesenkt werden können. Insbesondere kann somit
die Brennerlanze 30 aus Normalstahl, z. B. St37, gefertigt sein. Vorzugsweise können
auch rostfreie Stähle zum Einsatz kommen.
[0058] In Fig. 4 ist schematisch die Funktionsweise eines solchen Kühlsystems 40 dargestellt.
Dieses Kühlsystem 40 ist mit sämtlichen Brennerrohren 20 und Brennerlanzen 30 der
Brennervorrichtung 10 verbunden, wobei Fig. 4 nur die Anschlüsse an den rechten beiden
Brennerlanzen 30 aus Übersichtlichkeitsgründen zeigt. Innerhalb des Kühlsystems 40
sind hier zwei Wärmetauscher 44 vorgesehen, um die vorhandene Wärme besser und gezielt
abführen zu können. Einer oder beide dieser Wärmetauscher 44 dienen dazu, die abgeführte
Wärme bei der Kühlung des Kühlmittels für die Vorwärmung des Brenngas-Luft-Gemisches
vor der Einbringung durch die Brennerrohre 20 und die Brennerlanzen 30 zu verwenden.
Als Kühlmittel kommt insbesondere Wasser zum Einsatz, welches z. B. mit Korrosionsschutzmittel
und/oder mit Frostschutzmittel behandelt ist.
[0059] Weiterzeigt die Fig. 4 eine Variante bei welcher die Brennerlanzen 30 von oben nach
unten geneigt ausgebildet sind (s. untere Brennervorrichtung 10 mit horizontaler Linie).
Auf diese Weise wird die Verstopfung der Lanzenauslässe 32 mit Material innerhalb
des Brennraums 110 wirksam vermieden. Die Anstellung erfolgt dabei insbesondere um
einen Winkel von ca. 20° bezogen auf die horizontale Eben der Rohrachsen II.
[0060] Die Fig. 5a bis 5c zeigen schematisch, wie ein Nachrüstverfahren bei einem Brennofen
100 bekannter Art durchgeführt wird. Ein Brennofen 100, welcher bisher mit Festbrennstoff
befeuert wird, wird dahingehend in erfindungsgemäßer Weise ausgerüstet, dass von Fig.
5a auf Fig. 5b in den Wandungsabschnitt 120c des Brennofens 100 der Wandung 120 eine
Einbringöffnung 130a bzw. 130b eingebracht wird. Dies erfolgt beispielsweise durch
eine Kernbohrung in der Wandung 120. Ist diese Einbringöffnung 130a bzw. 130b erzeugt,
so kann anschließend, vorzugsweise von außerhalb des Brennraums 110, von außen nach
innen (in der Fig. 5c von rechts nach links) die Brennerlanze 30 eingeführt werden.
Das Einführen erfolgt entlang der Lanzenachse I der Brennerlanze 30, welche vorzugsweise
parallel, insbesondere koaxial mit der Mittelachse der jeweiligen Einbringöffnung
130a bzw. 130b verläuft. Zusätzlich kann noch eine Abdichtung erzielt werden, so dass
über Dichtmittel ein Abdichten des Brennraums 110 nach außen erfolgt. Auch kann ein
Wärmeausdehnungsausgleich in diesen Einbringöffnungen 130a und 130b vorgesehen werden.
[0061] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale
der vorliegenden Erfindung, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert
werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Ansprüche zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 10
- Brennervorrichtung
- 20
- Brennerrohr
- 22
- Rohrauslass
- 30
- Brennerlanze
- 32
- Lanzenauslass
- 34
- Lanzenspitze
- 40
- Kühlsystem
- 42
- Kühlmantel
- 44
- Wärmetauscher
- 100
- Brennofen
- 110
- Brennraum
- 120
- Wandung
- 120a
- Wandungsabschnitt
- 120b
- Wandungsabschnitt
- 120c
- Wandungsabschnitt
- 122
- Randbereich
- 130a
- Einbringöffnung
- 130b
- Einbringöffnung
- I
- Lanzenachse
- II
- Rohrachse
1. Brennofen (100) mit einem Brennraum (110), in welchem zumindest eine Brennervorrichtung
(10) für die Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch in den Brennraum (110) angeordnet ist,
wobei die Brennervorrichtung (10) für die Zufuhr von Brenngas-Luft-Gemisch in den
Brennraum (110) eines Brennofens (100) wenigstens ein Brennerrohr (20) mit Rohrauslässen
(22) für das Brenngas-Luft-Gemisch aufweist, welches sich zwischen zwei Wandungsabschnitten
(120a, 120b) des Brennraums (110) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine Brennerlanze (30) mit wenigstens einem Lanzenauslass (32) für das Brenngas-Luft-Gemisch
vorgesehen ist, welche sich durch einen Wandungsabschnitt (120c) in den Randbereich
(122) des Brennraums (110) erstreckt.
2. Brennofen (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Lanzenauslass (32) und die Rohrauslässe (22) in einer Ebene oder im Wesentlichen
in einer Ebene angeordnet sind.
3. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Lanzenachse (I) der zumindest einen Brennerlanze (30) zu einer durch die Rohrachsen
(II) von wenigstens zwei Brennerrohren (20) aufgespannten Ebene einen Winkel von mehr
als ca. 5°, insbesondere von mehr als ca. 10°, bevorzugt von mehr als ca. 15°, besonders
bevorzugt im Bereich von ca. 20° aufweist.
4. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zumindest eine Brennerlanze (30) den wenigstens einen Lanzenauslass (32) an der
Lanzenspitze (34) aufweist.
5. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rohrauslässe (22) des wenigstens einen Brennerrohres (20) und/oder die Lanzenauslässe
(32) der zumindest einen Brennerlanze (30) als Düsen ausgebildet sind.
6. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Brennerrohr (20) und/oder die zumindest eine Brennerlanze (30)
ein Kühlsystem (40) aufweisen, welches die Kühlung des wenigstens einen Brennerrohres
(20) und/oder der zumindest einen Brennerlanze (30) ermöglicht.
7. Brennofen (100) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kühlsystem (40) einen Kühlkreislauf aufweist, welcher für eine natürliche Konvektion
bei Ausfall der Leistungsversorgung ausgebildet ist.
8. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brennerlanzen (30) auf beiden entgegengesetzten Längsseiten des wenigstens einen
Brennerrohres (20) angeordnet sind.
9. Brennofen (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Zündbrenner vorgesehen ist, welcher für die Zündung des Brenngas-Luft-Gemisches
ausgebildet ist.
10. Brennofen (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens ein Brennerrohr (20) sich zwischen zwei Wandungsabschnitten (120a,
120b), welche sich insbesondere im Wesentlichen gegenüber liegen, erstreckt.
11. Brennofen (10) nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die zumindest eine Brennerlanze (30) durch einen Wandungsabschnitt (120c) in
den Randbereich (122) des Brennraums (110) erstreckt, insbesondere durch einen Wandungsabschnitt
(120c), welcher benachbart zu den Wandungsabschnitten (120a, 120b) des wenigstens
einen Brennerrohres (20) liegt.
12. Brennofen (10) nach Anspruch 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest zwei Brennervorrichtung (10) in unterschiedlichen Höhen beanstandet voneinander
vorgesehen sind, um ein veränderbares vertikales Temperaturprofil im Brennraum zu
erzeugen.
13. Brennofen (10) nach Anspruch 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei zumindest einer Brennervorrichtung (10) ein Lanzenauslass (32) einer Brennerlanze
(30) bündig bzw. im Wesentlichen bündig mit einer Oberfläche des Wandungsabschnitts
vom Brennraum (110) abschließt.
14. Verfahren für das Ausrüsten eines Brennofens (100) mit einem Brennraum (110) mit einer
Brennervorrichtung (10) zur Erzeugung eines Brennofens (100) mit den Merkmalen eines
der Ansprüche 1 bis 13, aufweisend die folgenden Schritte:
- Erzeugen von wenigstens einer Einbringöffnung (130a) für wenigstens ein Brennerrohr
(20) in wenigstens einem Wandungsabschnitt (120a, 120b) des Brennraums (110),
- Erzeugen von zumindest einer Einbringöffnung (130b) für zumindest eine Brennerlanze
(30) in wenigstens einem Wandungsabschnitt (120c) des Brennraums (110),
- Einführen des wenigstens einen Brennerrohres (20) in die zugehörige Einbringöffnung
(130a),
- Einführen der zumindest einen Brennerlanze (30) in die zugehörige Einbringöffnung
(130b).
1. A kiln (100) with a combustion chamber (110), in which at least one burner device
(10) for feeding combustion gas-air mixture into the combustion chamber (110) is arranged,
wherein the burner device (10) for feeding combustion gas-air mixture into the combustion
chamber (110) of a kiln (100) comprises at least one burner tube (20) with tube outlets
(22) for the combustion gas-air mixture, which extends between two wall sections (120a,
120b) of the combustion chamber (110),
characterized in that
at least one burner lance (30) with at least one lance outlet (32) for the combustion
gas-air mixture is provided, which extends through a wall section (120c) into the
edge region (122) of the combustion chamber (110).
2. The kiln (100) according to claim 1,
characterized in that
the lance outlet (32) and the tube outlets (22) are arranged in a plane or substantially
in a plane.
3. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
a lance axis (I) of the at least one burner lance (30) has an angle, with respect
to a plane defined by the tube axes (II) of at least two burner tubes (20), of more
than approximately 5°, in particular of more than approximately 10°, preferably of
more than approximately 15°, most preferably in the region of approximately 20°.
4. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the at least one burner lance (30) has the at least one lance outlet (32) on the lance
tip (34).
5. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the tube outlets (22) of the at least one burner tube (20) and/or the lance outlets
(32) of the at least one burner lance (30) are formed as nozzles.
6. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the at least one burner tube (20) and/or the at least one burner lance (30) comprise
a cooling system (40), which makes the cooling of the at least one burner tube (20)
and/or the at least one burner lance (30) possible.
7. The kiln (100) according to claim 6,
characterized in that
the cooling system (40) comprises a cooling circuit which is designed for natural
convection upon failure of the power supply.
8. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the burner lances (30) are arranged on both opposite longitudinal sides of the at
least one burner tube (20).
9. The kiln (100) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one igniter is provided, which is designed for igniting the combustion gas-air
mixture.
10. The kiln (10) according to claim 9,
characterized in that
at least one burner tube (20) extends between two wall sections (120a, 120b), which
are in particular substantially located opposite one another.
11. The kiln (10) according to claim 9 or 10,
characterized in that
the at least one burner lance (30) extends through a wall section (120c) into the
edge region (122) of the combustion chamber (110), in particular through a wall section
(120c), which is located adjacent to the wall sections (120a, 120b) of the at least
one burner tube (20).
12. The kiln (10) according to claim 9 to 11,
characterized in that
at least two burner devices (10) are provided at different heights spaced from one
another in order to create a variable vertical temperature profile in the combustion
chamber.
13. The kiln (10) according to claim 9 to 12,
characterized in that
at at least one burner device (10) a lance outlet (32) of a burner lance (30) is flush
or substantially flush with a surface of the wall section from the combustion chamber
(110).
14. A method for equipping a kiln (100) with a combustion chamber (110) with a burner
device (10) for creating a kiln (100) with the features of one of the Claims 1 to
13, comprising the following steps:
- creating at least one introduction opening (130a) for at least one burner tube (20)
in at least one wall section (120a, 120b) of the combustion chamber (110),
- creating at least one introduction opening (130b) for at least one burner lance
(30) in at least one wall section (120c) of the combustion chamber (110),
- introducing the at least one burner tube (20) into the associated introduction opening
(130a),
- introducing the at least one burner lance (30) into the associated introduction
opening (130b).
1. Four (100) comprenant une chambre de combustion (110) dans laquelle est disposé au
moins un dispositif brûleur (10) pour l'amenée d'un mélange gaz combustible/air dans
la chambre de combustion (110), le dispositif brûleur (10) pour l'amenée du mélange
gaz combustible/air dans la chambre de combustion (110) du four (100) présentant au
moins un tube de brûleur (20) muni de sorties de tube (22) pour le mélange gaz combustible/air,
lequel s'étend entre deux parties de paroi (120a, 120b) de la chambre de combustion
(110),
caractérisé en ce
qu'au moins une lance de brûleur (30) comprenant au moins une sortie de lance (32) pour
le mélange gaz combustible/air est prévue, laquelle s'étend dans la zone périphérique
(122) de la chambre de combustion (110) en traversant une partie de paroi (120c).
2. Four (100) selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que la sortie de lance (32) et les sorties de tube (22) sont disposées dans un plan ou
sensiblement dans un plan.
3. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'un axe de lance (I) de ladite au moins une lance de brûleur (30) présente un angle
supérieur à environ 5°, en particulier supérieur à environ 10°, de préférence supérieur
à environ 15°, de manière particulièrement préférée de l'ordre d'environ 20° par rapport
à un plan défini par les axes de tube (II) d'au moins deux tubes de brûleur (20).
4. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que ladite au moins une lance de brûleur (30) présente ladite au moins une sortie de
lance (32) à la pointe de lance (34).
5. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que les sorties de tube (22) dudit au moins un tube de brûleur (20) et/ou les sorties
de lance (32) de ladite au moins une lance de brûleur (30) sont réalisées sous la
forme de buses.
6. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que ledit au moins un tube de brûleur (20) et/ou ladite au moins une lance de brûleur
(30) présentent un système de refroidissement (40), lequel permet le refroidissement
dudit au moins un tube de brûleur (20) et/ou de ladite au moins une lance de brûleur
(30).
7. Four (100) selon la revendication 6,
caractérisé en ce
que le système de refroidissement (40) présente un circuit de refroidissement, lequel
est réalisé pour une convection naturelle en cas de défaillance de l'alimentation
électrique.
8. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que les lances de brûleur (30) sont disposées sur les deux côtés longitudinaux opposés
dudit au moins un tube de brûleur (20).
9. Four (100) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'au moins un brûleur d'allumage est prévu, lequel est réalisé pour l'allumage du mélange
gaz combustible/air.
10. Four (10) selon la revendication 9,
caractérisé en ce
que ledit au moins un tube de brûleur (20) s'étend entre deux parties de paroi (120a,
120b), lesquelles sont situées sensiblement en face l'une de l'autre.
11. Four (10) selon la revendication 9 ou 10,
caractérisé en ce
que ladite au moins une lance de brûleur (30) s'étend dans la zone périphérique (122)
de la chambre de combustion (110) en traversant une partie de paroi (120c), en particulier
en traversant une partie de paroi (120c) qui est adjacente ou voisine aux parties
de paroi (120a, 120b) dudit au moins un tube de brûleur (20).
12. Four (10) selon les revendications 9 à 11,
caractérisé en ce
qu'au moins deux dispositifs brûleurs (10) sont prévus à distance l'un de l'autre et
à des hauteurs différentes afin de produire un profil de température vertical variable
dans la chambre de combustion.
13. Four (10) selon les revendications 9 à 12,
caractérisé en ce
que sur au moins un dispositif brûleur (10), une sortie de lance (32) d'une lance de
brûleur (30) se termine en affleurement ou sensiblement en affleurement avec une surface
de la partie de paroi de la chambre de combustion (110).
14. Procédé pour l'équipement d'un four (100) avec une chambre de combustion (110) comprenant
un dispositif brûleur (10) afin de produire un four (100) possédant les caractéristiques
d'une des revendications 1 à 13, lequel présente les étapes suivantes:
- création d'au moins une ouverture d'introduction (130a) pour au moins un tube de
brûleur (20) dans au moins une partie de paroi (120a, 120b) de la chambre de combustion
(110),
- création d'au moins une ouverture d'introduction (130b) pour au moins une lance
de brûleur (30) dans au moins une partie de paroi (120c) de la chambre de combustion
(110),
- introduction dudit au moins un tube de brûleur (20) dans l'ouverture d'introduction
(130a) associée,
- introduction de ladite au moins une lance de brûleur (30) dans l'ouverture d'introduction
(130b) associée.