[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Falten von Wäschestücken gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zum Falten von Wäschestücken gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 10.
[0002] Wäschestücke, und zwar vor allem Flachwäsche (Tischdecken, Handtücher, Bettbezüge,
Kopfkissen, Bettlaken und ähnliche), aber auch Bekleidungsstücke wie zum Beispiel
Bademäntel, werden in Wäschereien automatisch mit Faltmaschinen gefaltet. Dabei werden
die Wäschestücke zumindest einmal quergefaltet und dabei in der Länge verkürzt, indem
mehrere Lagen des Wäschestücks überlappend übereinandergelegt werden. Unter "Länge"
der Wäschestücke ist die Erstreckungsrichtung derselben in Transportrichtung durch
die Faltmaschine gemeint. Dabei muss es sich nicht nur um das gemeinhin als Länge
bezeichnete größte Maß handeln, es kann sich bei quer durch die Faltmaschine transportierte
Wäschestücke auch um ein kürzeres Quermaß (üblicherweise als Breite bezeichnet) handeln.
Unter "Querfaltung" ist eine Faltung zu verstehen, bei der eine sich durch das Wäschestücke
erstreckende Faltlinie entsteht, die sich zur Transportrichtung der Wäschestücke durch
die Faltmaschine und somit auch quer zur Länge erstreckt.
[0003] Optimale Faltergebnisse werden erzielt, wenn bei der jeweiligen Querfaltung die übereinandergelegten
Lagen gleich lang sind und dadurch die quer zur Durchlaufrichtung durch die Faltmaschine
verlaufenden Querkanten oder quergerichteten Enden der Lagen exakt übereinanderliegen.
In der Praxis wird das aus verschiedenen Gründen, und zwar insbesondere die Materialeigenschaften
der Wäschestücke, aber auch von der Faltmaschine stammende Einflüsse nicht erreicht;
es ist daher in der Regel eine sogenannte Überlappung. Bei den bisher bekannten Faltmaschinen
wird die Überlappungsdifferenz in gewissem Umfange toleriert. Darunter leidet die
Faltqualität, weil Querkanten bzw. Querenden der übereinandergelegten Lagen der Wäschestücke
nicht ganz genau übereinanderliegen. Erst wenn die Überlappungsdifferenz so groß wird,
dass die Faltqualität in einer nicht mehr tolerierbaren Weise beeinträchtigt ist,
wird versucht, die Überlappungsdifferenz durch Veränderungen mechanischer Einstellungen
der Faltmaschine zu reduzieren. Das erfordert vielfach längere Stillstandszeiten der
Faltmaschine und einiges Geschick sowie Erfahrungen des Monteurs. Vielfach wird es
aus Kostengründen auch unterlassen, Veränderungen an der Einstellung der Faltmaschine
vorzunehmen und schlechte Faltergebnisse hingenommen.
[0004] Ausgehend vom Vorstehenden liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Falten von Wäschestücken zu schaffen, womit automatisch mindestens
größtenteils ein Ausgleich von Überlappungsdifferenzen erfolgt.
[0005] Ein Verfahren zur Lösung dieser Aufgabe weist die Maßnahmen des Anspruchs 1 auf.
Demnach wird bei wenigstens einer Querfaltung, insbesondere nach der Querfaltung oder
gegen Ende bzw. kurz vor dem Ende der Querfaltung, ermittelt, ob eine Überlappungsdifferenz
vorhanden ist. Falls eine Überlappungsdifferenz oder zumindest eine signifikante Überlappungsdifferenz
ermittelt worden ist, wird diese herangezogen, um den Querfaltvorgang des nachfolgenden
Wäschestücks entsprechend zu korrigieren. Es wird so durch Autoadaption die beim Falten
eines Wäschestücks festgestellte Überlappungsdifferenz in einem oder auch mehreren
aufeinanderfolgenden Schritten nach und nach ganz ausgeglichen oder zumindest weitgehend
reduziert.
[0006] Bevorzugt ist es vorgesehen, kontinuierlich Ermittlungen der Überlappungsdifferenz
vorzunehmen. Dadurch beeinträchtigt die Ermittlung der jeweiligen Überlappungsdifferenz
nicht den Faltvorgang. Vor allem braucht der jeweilige Faltvorgang zur Ermittlung
der dabei eventuell entstehenden Überlappungsdifferenz nicht unterbrochen zu werden.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird die Überlappungsdifferenz
durch Detektieren gegenüberliegender Enden des jeweiligen Wäschestücks ermittelt.
Wird die Überlappungsdifferenz beim ersten Querfalten des Wäschestücks ermittelt,
erfolgt zur Ermittlung der Überlappungsdifferenz eine Detektion der beiden gegenüberliegenden
Querkanten des Wäschestücks. Die Querkanten sind diejenigen, die quer zur Durchlaufrichtung
des Wäschestücks durch die Faltmaschine gerichtet sind. Anhand dieser Detektion kann
einfach und bevorzugt berührungslos ermittelt werden, ob die Querkanten oder bei bereits
einmal vorher quergefalteten Wäschestücken die quer zur Transportrichtung durch die
Eingabemaschine verlaufenden Enden übereinanderliegen, also keine Überlappungsdifferenz
gegeben ist. Wenn eine Überlappungsdifferenz festgestellt wird, erfolgt auch eine
Ermittlung, wie weit die Querkanten bzw. Enden voneinander abweichen, nämlich entfernt
sind. Vorzugsweise erfolgt die Ermittlung der beiden Querkanten oder Enden des Wäschestücks
kurz vor der jeweiligen Querfaltstelle, das heißt kurz vor Beendigung der Querfaltung.
Die Messung vor der Querfaltstelle bietet sich an, weil hier die zu detektierenden
hinteren Querkanten oder Enden des Wäschestücks noch nicht überlappen und so einfach
und zuverlässig getrennt ermittelbar sind. Weil die Enden bzw. Querkanten der überlappenden
Lagen des Wäschestücks kurz vor der Querfaltstelle ermittelt werden, lässt sich die
zu erwartende Überlappungsdifferenz schon mit großer Zuverlässigkeit feststellen,
obwohl zu diesem Zeitpunkt die Querkanten bzw. Enden des Wäschestücks noch nicht übereinanderliegen.
[0008] Weiterhin ist es bevorzugt vorgesehen, beim Querfalten mehrerer aufeinanderfolgender
Wäschestücke, vorzugsweise aller aufeinanderfolgender Wäschestücke, die Überlappungsdifferenzen
der Wäschestücke in der gleichen Querfaltstation zu ermitteln. Es wird so mehrfach
oder immer die Überlappungsdifferenz ermittelt. Dadurch kann eine fortlaufende Korrektur
der beim vorangegangenen Querfaltvorgangs sich einstellenden Überlappungsdifferenz
vorgenommen werden. Das führt zu einer größtmöglichen Verringerung der Überlappungsdifferenz
und bevorzugt zur vollständigen oder nahezu vollständigen Beseitigung der Überlappungsdifferenz
und somit einer optimalen Faltqualität.
[0009] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist es vorgesehen,
die festgestellte Überlappungsdifferenz derart auszugleichen bzw. zu kompensieren,
dass je nachdem, ob eine positive oder negative Überlappungsdifferenz ermittelt wurde,
das Querfalten des nächsten Wäschestücks erfolgt, wenn die halbe Länge des Wäschestücks
zuzüglich oder abzüglich der halben Überlappungsdifferenz sich an der betreffenden
Querfaltstelle befindet. Es wird somit das nächstfolgende Wäschestücke nicht exakt
in der Mitte (bezogen auf die Länge in Durchlaufrichtung durch die Faltmaschine) quergefaltet,
sondern um die halbe vorher festgestellte Überlappungsdifferenz vorher oder nachher.
Es kann so rechnerisch die Mitte des Wäschestücks so verschoben werden, dass eine
vorher festgestellte Überlappungsdifferenz beim nächstfolgenden Wäschestück ausgeglichen
sein müsste.
[0010] Eine vorteilhafte Weiterbildung des Verfahrens sieht es vor, vor der ersten Querfaltung
eine Längenmessung des jeweiligen Wäschestücks, also die Messung des Abstands der
quer zur Durchlaufrichtung des Wäschestücks durch die Faltmaschine verlaufenden Querränder,
vorzunehmen. Aufgrund dieser Längenmessung kann die Mitte des jeweiligen Wäschestücks,
bei der theoretisch die erste Querfaltung zu erfolgen hat, ermittelt werden. Diese
Mitten werden dann gegebenenfalls durch die vorher festgestellte halbe Überlappungsdifferenz
nach vorn und nach hinten verschoben, um bei der nachfolgenden Querfaltung des der
Länge nach vermessenen Wäschestücks das beim vorangehenden Wäschestück ermittelte
Überlappungsmaß ausgleichen bzw. kompensieren zu können. Weil die Längenmessung des
Wäschestücks vor der ersten Querfaltung erfolgt, sind die Länge und Mitte jedes Wäschestücks
rechtzeitig bekannt, so dass sie bei der Bestimmung der Stelle, an der das jeweilige
Wäschestück in die Querfaltstelle transportiert wird, berücksichtigt werden können.
[0011] Bei Wäschestücken, die mit mehreren Querfaltungen versehen werden, ist es bevorzugt
vorgesehen, bei mehreren, insbesondere allen, Querfaltungen die Überlappungsdifferenz
zu ermitteln. Dadurch wird erreicht, dass das Überlappungsdifferenzen nicht nur bei
der ersten Querfaltung, sondern auch bei einer oder mehreren nachfolgenden Querfaltungen
zum Falten des folgenden oder der folgenden Wäschestücke korrigiert und idealerweise
beseitigt werden können. Es werden bevorzugt die Überlappungsdifferenzen bezogen auf
die jeweils dazugehörige Querfaltstation oder Querfaltstelle korrigiert, also die
Überlappungsdifferenz dort beseitigt oder reduziert, wo sie entstanden ist.
[0012] Eine Vorrichtung zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe weist die Merkmale des
Anspruchs 10 auf. Bei dieser Vorrichtung sind gegenüberliegenden Seiten mindestens
eines Faltspalts Detektionsmittel für entgegengesetzte Enden des jeweiligen Wäschestücks
vorgesehen. Die Detektionsmittel erfassen unabhängig voneinander das Ende jeder Lage
des momentan quergefalteten Wäschestücks, und zwar bevorzugt berührungslos. Weil die
Detektionsmittel an gegenüberliegenden Seiten des Faltspalts angeordnet sind, erfassen
sie das Ende jeder beim Querfalten des Wäschestücks gebildeten Lage desselben, bevor
sie beim Querfalten übereinandergelegt werden. Vor dem Übereinanderlegen sind die
Enden noch getrennt und dadurch einfach und gleichwohl zuverlässig detektierbar.
[0013] Bevorzugt sind die Detektionsmittel auf unterschiedlichen Seiten des jeweiligen Faltspalts
gleich weit vom Faltspalt entfernt angeordnet. Dadurch werden Wegdifferenzen oder
gegebenenfalls auch Zeitdifferenzen bei der Detektion der beiden gegenüberliegenden
Enden des jeweiligen Wäschestücks ermittelt und dadurch eventuelle Überlappungsdifferenzen
festgestellt.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung ist mindestens ein Wegerfassungsmittel
vorgesehen. Vorzugsweise wirkt das Wegerfassungsmittel mit den Detektionsmitteln auf
gegenüberliegenden Seiten mindestens des Faltspalts für die erste Querfaltung zusammen.
Das Wegerfassungsmittel ermöglicht es, den Weg, den das Wäschestück zwischen zeitlich
aufeinanderfolgenden Detektionen der gegenüberliegenden Enden, insbesondere Querrändern,
zurücklegt, zu ermitteln. Der vom Wegerfassungsmittel gemessene Weg von der Detektion
des ersten bis zum zweiten gegenüberliegenden Ende des Wäschestücks ergibt dann direkt
die Überlappungsdifferenz. Hierdurch ist die Überlappungsdifferenz einfach und vor
allem zuverlässig ermittelbar.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung ist vor der ersten Querfaltstation
eine Längenmesseinrichtung zur Ermittlung des sich in Durchlaufrichtung erstreckenden
Maßes, insbesondere der Länge, des jeweils zu faltenden Wäschestücks vorgesehen. Die
Längenmesseinrichtung ermittelt die Länge, das heißt die in Durchlaufrichtung des
Wäschestücks durch die Faltmaschine sich erstreckende Abmessung desselben, zwischen
gegenüberliegenden Enden bzw. Querkanten. Daraus kann durch Halbierung der gemessenen
Strecke die Mitte bzw. Mittelachse des Wäschestücks errechnet werden, an der ersten
Querfaltstation das Wäschestück mittig der Länge nach quergefaltet wird. Bevorzugt
ist die Längenmesseinrichtung mindestens um die halbe Länge des größten zu faltenden
Wäschestücks vor der ersten Querfaltstation angeordnet. Auf diese Weise ist gewährleistet,
dass die Mitte des Wäschestücks bzw. die quer zur Durchlaufrichtung des Wäschestücks
durch die Faltmaschine verlaufende Mittelachse desselben, aus der vorher gemessenen
Gesamtlänge ermittelt werden kann, bevor das Wäschestück mit der ermittelten Mitte
bzw. quergerichteten Mittelachse voran in den Faltspalt der ersten Querfaltstation
eingefördert wird.
[0016] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zum Falten von Wäschestücken,
- Fig. 2
- die Vorrichtung der Fig. 1 während des Vorbeilaufens eines Wäschestücks an einer Längenmesseinrichtung,
- Fig. 3
- die Vorrichtung in einer Darstellung der Fig. 1 und 2 beim Passieren der hinteren
Querkante des Wäschestücks der Längenmesseinrichtung,
- Fig. 4
- die Vorrichtung nach den Fig. 1 bis 3, bei der sich das Wäschestück in einer zum ersten
Querfalten geeigneten Position befindet, und
- Fig. 5
- die Vorrichtung der Fig. 1 bis 4 mit einem größtenteils mit einer ersten Querfaltung
versehenen Wäschestück, dessen hintere Querkante vom Detektionsmittel erfasst wird.
[0017] Die in den Figuren gezeigte Vorrichtung dient zum automatischen Falten von Wäschestücken
10. Es kann sich hierbei um alle zum automatischen Falten geeigneten Wäschestücke
handeln, insbesondere Flachwäsche wie zum Beispiel Bettwäsche, Tischwäsche und Handtücher,
aber auch Bekleidungsstücke wie zum Beispiel Bademäntel.
[0018] Die gezeigte Vorrichtung zum Falten der Wäschestücke 10 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
hinter einer Muldenmangel 11 angeordnet, von der nur in der Fig. 1 ein Hinterteil,
nämlich die Auslaufseite, dargestellt ist.
[0019] Die schematisch gezeigte Vorrichtung zum Falten von Wäschestücken 10, nämlich Faltvorrichtung
12, weist drei aufeinanderfolgende Querfaltstationen 13, 14 und 15 auf. Die Erfindung
ist hierauf aber nicht beschränkt. So bezieht sich die Erfindung auch auf Faltvorrichtungen
12 mit einer größeren oder kleineren Anzahl Querfaltstationen und auch auf Faltvorrichtungen
12 mit mindestens einer Querfaltstation 13 und einer oder auch mehrerer Längsfaltstationen.
[0020] Die Wäschestücke 10 werden nacheinander in Durchlaufrichtung 16 durch die Faltvorrichtung
12, insbesondere die Querfaltstation 13, 14 bzw. 15 transportiert, wobei je nach Größe
des Wäschestücks 10 dieses nur an einer Querfaltstation 13 oder lediglich an zwei
Querfaltstationen 13, 14 bzw. 15 quergefaltet wird. In der Regel werden nur lange
Wäschestücke 10 an allen drei Querfaltstationen 13, 14, 15 nacheinander quergefaltet.
[0021] Die Wäschestücke 10 können entweder längsgerichtet oder quergerichtet, und zwar auch
in einem Wechsel, in Durchlaufrichtung 16 durch die Faltvorrichtung 12 hindurchtransportiert
werden. Wenn im Folgenden von "Länge" der Wäschestücke 10 die Rede ist, bezieht sich
das auf den Abstand paralleler Enden, Kanten oder Ränder der Wäschestücke 10 in Durchlaufrichtung
16, also bei längsgerichtet durch die Faltvorrichtung 12 transportierten Wäschestücken
10 die Länge und bei quergerichtet durch die Faltvorrichtung 12 transportierten Wäschestücken
10 die Breite. Quergefaltet bedeutet, dass die Wäschestücke 10 in der jeweils aktiven
Querfaltstation 13, 14 bzw. 15 mit einer Querfalte versehen werden, die quer zur Durchlaufrichtung
16 verläuft. Hierbei werden die Wäschestück 10 in jeder Querfaltstation 13, 14 bzw.
15 der Länge nach gefaltet, also jeweils ihre Länge halbiert. Dabei kommt es zum Übereinanderlegen
mehreren Lagen der Wäschestücke 10, wobei sich die beim Querfalten übereinandergelegten
Lagen der Wäschestücke 10 überlappen.
[0022] Die hier gezeigte Faltvorrichtung 12 mit nur drei Querfaltstationen 13, 14 und 15
verfügt über mehrere Gurtförderer 17, 18, 19, 20 und 21. Die Gurtförderer 17 bis 21
verfügen jeweils über einen über die gesamte Arbeitsbreite der Faltvorrichtung 12
durchgehenden Gurt oder mehrere nebeneinander angeordnete schmalere Gurte.
[0023] Ein erster Gurtförderer 17 wird vorzugsweise kontinuierlich in gleicher Richtung
angetrieben, so dass sein Obertrum 22 ständig in Durchlaufrichtung 16 läuft. Gleiches
gilt vorzugsweise für den Gurtförderer 21 zum Abtransport fertig gefalteter Wäschestücke
10. Sein Obertrum 23 bewegt sich folglich auch in Durchlaufrichtung 16.
[0024] Der erste Gurtförderer 17, der auch zum Herantransport des jeweils zu faltenden Wäschestücks
10 an die Querfaltstationen 13, 14 und 15 dient, ist um mehrere Umlenktrommeln 24
geführt, von denen mindestens eine antreibbar ist. Das Obertrum 22 des Gurtförderers
17 weist einen etwa dachförmigen Verlauf auf. Seitlich neben dem von der obersten
Umlenktrommel 24 abwärts gerichteten zweiten Abschnitt des Obertrums 22 sind die Gurtförderer
18 und 19 angeordnet. Diese verfügen über geradlinige Obertrume 25 und 26, die im
gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zueinander verlaufen. Tieferliegende Enden
der Obertrume 25, 26 der Gurtförderer 18 und 19 sind zum abwärtsverlaufenden zweiten
Abschnitt des Obertrums 22 des Gurtförderers 17 gerichtet. Auch die Fördergurte der
Gurtförderer 18 und 19 sind um Umlenktrommeln 27 bzw. 28 geführt, von denen mindestens
eine antreibbar ist. Zwischen dem abwärtsgerichteten zweiten Abschnitt des Obertrums
22 des Gurtförderers 17 und den diesem zugerichteten Enden der Gurtförderer 18 und
19 sind schmale Spalträume gebildet, die einen Querfaltspalt 29 bzw. 30 für die Querfaltstation
13 bzw. 14 bilden.
[0025] In abweichender Weise ist die Querfaltstation 15 gebildet, und zwar durch den Gurtförderer
20, der unter einer das Ende des Obertrums 22 des Gurtförderers 17 definierenden Umlenktrommel
24 vorgesehen ist. Zwischen der unteren Umlenktrommel 24 am Ende des Obertrums 22
des Gurtförderers 17 und einem Obertrum 31 des Gurtförderers 20 wird ein Querfaltspalt
32 der dritten Querfaltstation 15 gebildet. Der Umlenktrommel 24 am unteren Ende des
Obertrums 22 des Gurtförderers 17 ist eine Leittrommel 33 zugeordnet. Diese ist bevorzugt
individuell drehend antreibbar, kann aber auch antriebslos ausgebildet sein. Die Leittrommel
33 liegt der Umlenktrommel 24 am Ende des Obertrums 22 gegenüber und bildet einen
Durchlaufspalt 34 zum Ende des Obertrums 22 des Gurtförderers 17.
[0026] Der zum Abtransport gefalteter Wäschestücke 10 dienende Gurtförderer 21 folgt auf
ein der Muldenmangel 11 weggerichtetes Ende des Gurtförderers 20 zur Bildung eines
Teils der dritten Querfaltstation 15. Der Gurtförderer 21 ist dem Gurtförderer 20
derart nachgeordnet, dass fertig gefaltete Wäschestück 10 vom hinteren Ende des Gurtförderers
20 an den Gurtförderer 21 übergebbar sind, der das jeweils gefaltete Wäschestück 10
in Durchlaufrichtung 16 aus der Faltvorrichtung 12 heraustransportiert, beispielsweise
zu einer in den Figuren nicht gezeigten Stapeleinrichtung.
[0027] Die Faltvorrichtung 12 ist mit einer Längenmesseinrichtung 25 versehen, womit die
Länge des jeweiligen Wäschestücks 10 in Durchlaufrichtung 16 gesehen ermittelbar ist.
Die Länge ergibt sich durch den Abstand der quer zur Durchlaufrichtung 16 verlaufenden
vorderen Querkante 36 und der in Durchlaufrichtung 16 nacheilenden hinteren Querkante
37 des Wäschestücks 10. Diese beiden Querkanten 36, 37 definieren bei noch ungefaltetem
Wäschestück 10 gegenüberliegende, quer zur Durchlaufrichtung 16 verlaufende Enden,
also das vordere Ende 36 und das hintere Ende 37. Die Längenmesseinrichtung 35 detektiert
bevorzugt berührungslos zuerst die vordere Querkante 36 und dann die hintere Querkante
37 des Wäschestücks 10 beim kontinuierlichen Vorbeitransport desselben an der Längenmesseinrichtung
35. Die Längenmesseinrichtung 35 kann durch einen einzigen berührungslosen Sensor,
beispielsweise eine Lichtschranke, gebildet sein. Der Sensor der Längenmesseinrichtung
35 ist derart dem Anfang des Obertrums 22 des Gurtförderers 17 zugeordnet, dass eine
Messlinie bzw. Messachse oder Messschranke etwa senkrecht oder leicht schräg das Obertrum
22 schneiden. Die Längemesseinrichtung 35 weist einen solchen Abstand zur ersten Querfaltstation
13 auf, der etwas größer ist als die halbe Länge des längsten von der Faltvorrichtung
12 zu verarbeitenden Wäschestücks 10. Dadurch ist sichergestellt, dass die Längenvermessung
aller der Größe nach in Betracht kommenden Wäschestücken 10 abgeschlossen ist, bevor
die Mitten, also quer zur Durchlaufrichtung 16 verlaufende Mittelachsen 38 der Wäschestücke
10 die erste Querfaltstation 13 erreicht haben. Die Mittelachsen 38 sind diejenigen
Achsen der Wäschestücke 10, die mittig zwischen den quergerichteten Enden, insbesondere
der vorderen Querkante 36 und der hinteren Querkante 37 liegen, also die halbe Länge
des jeweiligen Wäschestücks 10 definieren.
[0028] Der Längenmesseinrichtung 35 ist ein Wegaufnehmer zugeordnet, der den Weg, den das
jeweilige Wäschestück 10 beim Hindurchtransport durch die Faltvorrichtung 12 in Durchlaufrichtung
16 zurücklegt, gezielt misst. Der Wegaufnehmer ermittelt unter anderem die Länge des
Wäschestücks 10, wobei die Wegmessung gestartet wird, wenn die vordere Querkante 36
am Sensor der Längenmesseinrichtung 35 vorbeiläuft. Beendet wird die Messung der Länge
des Wäschestücks 10, wenn die hintere Querkante 37 den Sensor der Längenmesseinrichtung
35 passiert. Die Längenmesseinrichtung 35 generiert Messimpulse für einen zum Beispiel
einer Umlenktrommel 24 des Gurtförderers 17 zugeordneten Wegaufnehmer. Gegebenenfalls
kann die Längenmesseinrichtung 35 auch selbst als Wegmesseinrichtung ausgebildet sein.
[0029] Bei der hier gezeigten Faltvorrichtung 12 sind jeder Querfaltstation 13, 14 oder
15 zwei an unterschiedlichen Stellen positionierte Detektionsmittel 39, 40 zugeordnet,
die vorzugsweise berührungslos arbeiten. Alternativ ist es denkbar und ausreichend,
nur der ersten Querfaltstation 13 oder nur den ersten beiden Querfaltstationen 13
und 14 jeweils zwei Detektionsmittel 39 und 40 zuzuordnen.
[0030] Zumindest an der ersten Querfaltstation 13 sind die beiden Detektionsmittel 39 und
40 mit gleichen Abständen zum Querfaltspalt 29 vor demselben angeordnet, und zwar
auf gegenüberliegenden Seiten des Querfaltspalts 29. Beide Detektionsmittel 39 und
40 sind mittig in Bezug auf die Arbeitsbreite der Faltvorrichtung 12 positioniert.
Die Detektionsmittel 39 und 40 sind gleichermaßen als berührungslose Sensoren ausgebildet,
die unter einem bestimmten Winkel, vorzugsweise etwa senkrecht auf das zu faltende
Wäschestück 10 gerichtet sind. Die Winkel der Sensoren sind dabei vorzugsweise gleich.
Es ist aber denkbar, jedes Detektionsmittel 39 und 40 durch mehrere nebeneinanderliegende
berührungslose Sensoren, beispielsweise Lichtschranken, zu bilden. Die mehreren Sensoren
zur Bildung jedes Detektionsmittels 39 und 40 liegen dann jeweils auf einer gemeinsamen
Linie, die quer zur Durchlaufrichtung 16 der Wäschestücke 10 durch die Faltvorrichtung
12 verläuft.
[0031] Das Detektionsmittel 39 ist dem abwärtsgerichteten und einseitig den Querfaltspalt
29 begrenzenden Abschnitt des Obertrums 22 des Förderers 17 zugeordnet. Demgegenüber
ist das Detektionsmittel 40 dem zum Querfaltspalt 29 weisenden Endbereich des Obertrums
25 des Förderers 18 zugeordnet. Obwohl die Detektionsmittel 39, 40 den Obertrumen
22, 25 unterschiedlicher Förderer 18 einerseits und 17 andererseits zugeordnet sind,
sind ihre Messstellen, also die Stellen, wo die Detektionslinien oder Detektionsstrahlen
auf die Obertrume 22 bzw. 25 treffen, gleich weit vom Querfaltspalt 29 entfernt.
[0032] Das jeweils an der ersten Querfaltstation 13 mit der ersten Querfaltung zu versehene
Wäschestück 10 wird zunächst mit der vorderen Querkante 36 vor dem Querfaltspalt 29
der ersten Querfaltstation 13 umgelenkt auf das Obertrum 25 des Gurtförderers 18.
Sobald das Wäschestück 10 mit der Mittelachse 38 vor dem Querfaltspalt 29 positioniert
ist, wird der Gurtförderer 18 reversiert und vom Obertrum 22 des Gurtförderers 17
die eine Hälfte und vom Obertrum 25 des Gurtförderers 18 die andere Hälfte des Wäschestücks
10 in und durch den Querfaltspalt 29 transportiert. Noch vor Beendigung des Querfaltvorgangs
in der ersten Querfaltstation 13 stellen die Detektionsmittel 39, 40 fest, wann die
vordere Querkante 36 das Detektionsmittel 40 und die hintere Querkante 37 das Detektionsmittel
39 passiert. In Verbindung mit einem Wegmessaufnehmer, der gegebenenfalls auch mit
der Längeneinrichtung 35 korrespondiert, kann eine Wegstrecke ermittelt werden, die
das Wäschestück 10 zwischen dem Vorbeilaufen der vorderen Querkante 36 am Detektionsmittel
40 und der hinteren Querkante 37 am Detektionsmittel 39 zurücklegt.
[0033] Prinzipiell genauso angeordnet sind die Detektionsmittel 39, 40 an der zweiten Querfaltstation
14 und der dritten Querfaltstation 15. Demzufolge ist das Detektionsmittel 40 der
Querfaltstation 14 dem Obertrum 26 des Gurtförderers 19 zugeordnet, während das Detektionsmittel
40 bei der dritten Querfaltstation 15 dem Obertrum 31 des Gurtförderers 20 zugeordnet
ist. Die Detektionsmittel 39 sind bei allen drei Querfaltstationen 13, 14 und 15 dem
Obertrum 22 des Gurtförderers 17 zugeordnet, und zwar jeweils mit Abstand in Durchlaufrichtung
16 hintereinander.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend nähert erläutert, wobei davon ausgegangen
wird, dass ein Wäschestück 10 einbahnig längsgerichtet und somit der Länge nach kontinuierlich
zunächst durch die Muldenmangel 11 und anschließend durch die Faltvorrichtung 12 transportiert
wird. Des Weiteren wird beim nachfolgend beschriebenen Verfahren davon ausgegangen,
dass das Wäschestück 10 in allen drei Querfaltstationen 13, 14 und 15 mit jeweils
einer quer zur Durchlaufrichtung 16 verlaufenden Querfaltung versehen wird, wobei
die Länge des Wäschestücks 10 bei jeder Querfaltung idealerweise halbiert wird und
sich dabei die Anzahl der übereinanderliegenden, überlappenden Lagen des Wäschestücks
10 jeweils verdoppelt.
[0035] Die Fig. 1 lässt erkennen, wie das in der Muldenmangel 11 gemangelte Wäschestück
10 mit der vorderen Querkante 36 die Auslaufseite der Muldenmangeln 11 verlässt. Das
Wäschestück 10 gelangt dabei auf das Obertrum 22 des an den Auslaufbereich der Muldenmangel
11 anschließenden Gurtförderers 17 und wird vom Obertrum 22 in Durchlaufrichtung 16
durch die Faltvorrichtung 12 kontinuierlich weitertransportiert. Sobald während dieses
Weitertransports die vordere Querkante 36 des Wäschestücks 10 die Längenmesseinrichtung
35 erreicht, wird die Längenmessung des Wäschestücks 10 gestartet, indem beispielsweise
der von nun an zurückgelegte Weg des Gurts oder der Gurte des Gurtförderers 17 ermittelt
wird, beispielsweise durch einen Drehwinkelgeber an einer Umlenktrommel 24 des Gurtförderers
17.
[0036] Bei der Darstellung der Fig. 2 ist das Wäschestück 10 in Durchlaufrichtung 16 weitertransportiert,
und zwar so weit, dass die vordere Querkante 36 auf das Obertrum 25 des Gurtförderers
18 gelangt ist. Der vordere Endbereich des Wäschestücks wird auf diese Weise vor der
ersten Querfaltstation 13 umgelenkt auf das Obertrum 25 des Gurtförderers 18. Dazu
wird der Gurtförderer 18 in einer Richtung angetrieben, bei der das Obertrum 25 sich
vom Gurtförderer 17 und der ersten Querfaltstation 13 wegbewegt. Eine quer zur Durchlaufrichtung
16 verlaufende Mittelachse 38, die der Mitte bzw. der halben Länge des Wäschestücks
10 entspricht, liegt in der Darstellung der Fig. 2 etwa über der obersten Umlenktrommel
24 des Gurtförderers 17. Gleichzeitig befindet sich noch die hintere Querkante 37
des Wäschestücks 10 vor der Längenmesseinrichtung 35, hat diese also noch nicht passiert.
Dadurch ist die Längenmessung des Wäschestücks 10 zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.
[0037] Die Fig. 3 zeigt den Abschluss der Längenmessung des Wäschestücks 10. Zu diesem Zeitpunkt
passiert die hintere Querkante 37 des Wäschestücks 10 die Längenmesseinrichtung 35.
Anhand der gemessenen Länge des Wäschestücks 10 lässt sich die halbe Länge, also die
Mittelachse 38, des Wäschestücks 10 und damit die Stelle, an der die erste Querfaltung
erfolgen soll, rechnerisch ermitteln. Durch Wegmessung beim Weitertransport des Wäschestücks
10 in Durchlaufrichtung 16 lässt sich bestimmen, wann die Mittelachse 38 in der richtigen
Position sich vor der Querfaltstation 13, nämlich vor oder über dem Querfaltspalt
29, befindet. Das in der Fig. 4 dargestellt.
[0038] Nachdem die Mittelachse 38 des Wäschestücks 10 vor oder über dem Querfältspalt 29
positioniert ist, erfolgt bei weiterhin kontinuierlich in Durchlaufrichtung 16 angetriebenem
Gurtförderer 17 eine Drehrichtungsumkehr (Reversierung) des Abtriebs des Gurtförderers
18, wodurch die auf dem Obertrum 25 des Gurtförderers 18 liegende vordere Hälfte des
Wäschestücks 10 in umgekehrte Richtung zum Gurtförderer 17 und zum Querfaltspalt 29
hin transportiert wird. Hierbei kommt es zur ersten Querfaltung in der Querfaltstation
13, wobei das Wäschestück 10 der Länge nach mittig gefaltet wird, indem die vordere
und die hintere Hälfte in zwei überlappenden Lagen übereinandergelegt werden.
[0039] Die Fig. 5 zeigt die größtenteils abgeschlossene erste Querfaltung des Wäschestücks
10 an der Querfaltstation 13. Hierbei wird das vordere Ende des an der ersten Querfaltstation
13 quergefalteten Wäschestücks 10 mit verbundenen bzw. zusammenhängenden Lagen wiederum
vor der zweiten Querfaltstation 14 umgeleitet auf das Obertrum 26 des Gurtförderers
19 und zu diesem Zweck das Wäschestück 10 in Durchlaufrichtung 16 vom Gurtförderer
17 wegtransportiert.
[0040] In erfindungsgemäß besonderer Weise werden kurz vor Beendigung des ersten Querfaltvorgangs
die vordere Querkante 36 und die hintere Querkante 37 des Wäschestücks 10 ermittelt
bzw. detektiert. Dies geschieht durch die Detektionsmittel 39 und 40 vor der ersten
Querfaltstation 13. Das dem Obertrum 22 des Gurtförderers 17 zugeordnete Detektionsmittel
39 detektiert das Vorbeilaufen der hinteren Querkante 37 des Wäschestücks, also das
Ende der unteren Lage. Das dem Gurtförderer 18 zugeordnete Detektionsmittel 40 ermittelt
das Vorbeilaufen der vorderen Querkante 36 der oberen Lage des Wäschestücks 10.
[0041] Idealerweise sollten beide Querkanten 36 und 37 gleichzeitig sowohl das Detektionsmittel
39 als auch das Detektionsmittel 40 passieren. In diesem Falle wäre das Wäschestück
10 exakt auf halber Länge gefaltet. In der Praxis ist aber eine sogenannte Überlappungsdifferenz
vorhanden, bei der die Querkanten 36 und 37 nicht ganz zusammentreffen, so dass eine
Querkante 36 bzw. 37 später am Detektionsmittel 39 bzw. 40 vorbeiläuft als die andere
Querkante 36 bzw. 37. In der Fig. 5 ist das Beispiel gezeigt, bei dem die vordere
Querkante 36, also das Ende der oberen Lage, des ein erstes Mal quergefalteten Wäschestücks
10 das Detektionsmittel 40 erst passiert, nachdem die hintere Querkante 37 am Detektionsmittel
39 bereits vorbeigelaufen ist. Dann steht nach vollständigem Abschluss der ersten
Querfaltung die das hintere Ende der oberen Lage bildende vordere Querkante 36 über
dem Ende der unteren Lage vor.
[0042] Erfindungsgemäß wird das Maß, also die Länge bzw. Distanz, der bei der ersten Querfaltung
eines Wäschestücks festgestellten Überlappungsdifferenz herangezogen, um diese Überlappungsdifferenz
zumindest rechnerisch für das nächstfolgende Wäschestück 10 auszugleichen.
[0043] Die Überlappungsdifferenz wird festgestellt durch den Weg, den die mit gleicher konstanter
Geschwindigkeit in Durchlaufrichtung 16 sich bewegenden Obertrume 22 und 25 des Gurtförderers
17 und 18 zurücklegen, der zwischen dem Vorbeilaufen der hinteren Querkante 37 am
Detektionsmittel 39 und der vorderen Querkante 36 am Detektionsmittel 40 liegt. In
der Darstellung der Fig. 5, wo die am Detektionsmittel 40 vorbeilaufende obere Lage
oder Hälfte des Wäschestücks 10 gegenüber der unteren Lage oder Hälfte nacheilt, wird
von einer positiven Überlappungsdifferenz ausgegangen. Grundsätzlich könnte sie aber
auch als negative Überlappungsdifferenz definiert werden.
[0044] Die in der Fig. 5 dargestellte positive Überlappungsdifferenz mit nacheilenden vorderen
Querkante 36 der oberen Lage wird rechnerisch unter Heranziehung einer entsprechenden
Steuerung oder Regelung ausgeglichen, indem die beim momentan gefalteten Wäschestück
10 festgestellte positive Überlappungsdifferenz herangezogen wird zur entsprechenden
virtuellen Verlagerung der Mittelachse 38 des nachfolgenden Wäschestücks 10. Dies
geschieht bei einer positiven Überlappungsdifferenz der Fig. 5 derart, dass die Mittelachse
38 des nächstfolgenden Wäschestücks 10 um die halbe, bei dem vorangehenden Wäschestück
10 festgestellte Überlappungsdifferenz in Durchlaufrichtung 16 vorverlagert, also
nach vorn verschoben, wird. Dann beginnt der Querfaltvorgang des nachfolgenden Wäschestücks
früher, wenn die vordere Querkante 36 noch nicht so weit auf das Obertrum 25 des Gurtförderers
18 heraufgelaufen ist, so dass theoretisch dann beide Querkanten 36 und 37 des Wäschestücks
10 zur gleichen Zeit an den Detektionsmitteln 39 und 40 vorbeilaufen müssten. In der
Praxis wird das insbesondere aufgrund von Materialeigenschaften der Textilien oder
auch wechselnder Gewebeart nicht möglich sein. Deswegen ist es bevorzugt vorgesehen,
bei allen zu faltenden Wäschestücken 10 das Überlappungsmaß festzustellen und eine
entsprechende Kompensation für das jeweils nächste Wäschestück 10 vorzunehmen. Es
findet so quasi ein ständiger Ausgleich einer festgestellten Überlappungsdifferenz
statt, so dass man von einer "Autoadaption" sprechen kann. Dabei kann es zweckmäßig
sein, nur dann einen Ausgleich der Überlappungsdifferenz des vorhergehenden Wäschestücks
10 für das nächste vorzunehmen, wenn die Überlappungsdifferenz außerhalb eines festgelegten
oder festzulegenden Toleranzbereichs liegt.
[0045] Vorteilhaft kann es auch sein, festgestellte Überlappungsdifferenzen mehrerer aufeinanderfolgender
Wäschestücke 10 zu speichern und durch eine Mittelwertbildung oder statistische Methoden
einen Korrekturwert zu bilden, der zu einer rechnerisch oder statistisch möglichst
geringen Überlappungsdifferenz führt.
[0046] Zweckmäßigerweise kann das Verfahren auch so ausgebildet sein, dass Korrekturwerte
bestimmter Faltprogramme zum jeweiligen Faltprogramm abgespeichert werden und diese
abgespeicherten Werte beim nächsten Aufrufen des gleichen Faltprogramms individuell
wieder berücksichtigt werden. Auf diese Weise erübrigen sich Veränderungen an der
Einstellung der Faltmaschine auch nach längerer Betriebszeit und beispielsweise nachlassender
Spannung der Gurte der Gurtförderer 17 bis 21.
[0047] Bei einer negativen Überlappungsdifferenz, also einem vom Detektionsmittel 39 festgestellten
Nacheilen der hinteren Querkante 37 des Wäschestücks, wird umgekehrt vorgegangen,
nämlich die Mittelachse 38 um das halbe festgestellte negative Überlappungsmaß gegen
die Durchlaufrichtung 16 rechnerisch nach hinten verlagert.
[0048] Während bei der ersten Querfaltung an der Querfaltstation 13 die Länge des Wäschestücks
10 halbiert wird, erfolgt an der zweiten Querfaltstation 14 eine Viertelung der Länge
des Wäschestücks 10, indem die bei der ersten Querfaltung gebildeten zwei übereinanderliegenden
Lagen wieder übereinandergelegt werden zu insgesamt vier Lagen. Auch hier wird die
Überlappungsdifferenz durch die Detektionsmittel 39 und 40 ermittelt, und zwar in
analoger Weise, wie das in der zuvor im Zusammenhang mit der ersten Querfaltstation
13 beschriebenen Weise geschieht. Nur wird an der zweiten Querfaltstation 14 vom dem
Obertrum 26 des Gurtförderers 19 zugeordneten Detektionsmittel 40 das quer zur Durchlaufrichtung
16 verlaufende Ende des Wäschestücks 10 ermittelt, an dem die beiden in der ersten
Querfaltstation 13 hergestellten Lagen zusammenhängen. Vom Detektionsmittel 39 am
Gurtförderer 16 wird die letzte hieran vorbeilaufende Querkante des Wäschestücks 10
ermittelt, und zwar im Ausführungsbeispiel der Fig. 5 die bei der ersten Querfaltung
nacheilende vordere Querkante 36.
[0049] In der dritten Querfaltstation 15 erfolgt eine Achtelung der Länge des Wäschestücks
10, bei der acht übereinanderliegende Lagen entstehen. Auch hierbei wird wieder die
Überlappungsdifferenz durch die Detektionsmittel 39 und 40 ermittelt, und zwar in
analoger Weise, wie das zuvor im Zusammenhang mit der Querfaltstation 13 bzw. 14 beschrieben
worden ist.
[0050] Im Gegensatz zu den Querfaltstationen 13 und 14 wird der voraneilende Teil des bereits
in vier Lagen übereinanderliegenden Wäschestücks 10 zunächst mit dem in Durchlaufrichtung
16 vorauseilenden Ende zwischen der Umlenktrommel 24 am Ende des Obertrums 23 des
Gurtförderers 17 und der Leittrommel 33 hindurch auf das Obertrum 31 des Gurtförderers
20 transportiert. Dabei wird das Obertrum 31 in Richtung zur Muldenmangel 11 angetrieben.
Sobald die tatsächliche oder durch die Überlappungssteuerung festgelegte Mittelachse
38 vor dem Querfaltspalt 32 der dritten Querfaltstation 15 positioniert ist, wird
der Gurtförderer 20 entgegengesetzt angetrieben und das Wäschestück 10 zwischen der
Leittrommel 33 und dem Obertrum 31 des Gurtförderers 20 ein drittes Mal quergefaltet,
so dass es über acht übereinanderliegende Lagen verfügt und in der Länge geachtelt
ist. Das fertiggefaltete Wäschestück 10 wird dann in Durchlaufrichtung 16 vom Gurtförderer
21 abtransportiert, beispielsweise zu einer Stapelstation.
[0051] Beim vorstehend geschilderten Verfahren, bei der das Wäschestück 10 dreimal hintereinander
quergefaltet wird, erfolgt an jeder Querfaltstation 13, 14 und 15 eine individuelle
Ermittlung der Überlappungsdifferenz. Die festgestellte Überlappungsdifferenz wird
dann herangezogen zur Korrektur der Querfaltung des jeweils nächten Wäschestücks.
Es findet eine individuelle Korrektur des Überlappungsmaßes an jeder Querfaltstation
13, 14, 15 statt, und zwar in Abhängigkeit von der vorher an der gleichen Querfaltstation
13, 14, 15 festgestellten Überlappungsdifferenz.
[0052] Falls kürzere Wäschestücke quer zu falten sind, die beispielsweise nur eine oder
nur zwei Querfaltungen erfordern, bleiben die zweite Querfaltstation 14 und/oder die
dritte Querfaltstation 15 unbenutzt. An der jeweils unbenutzten Querfaltstation findet
dann keine Ermittlung der Überlappungsdifferenz statt.
[0053] In analoger Weise arbeitet das Verfahren zum Querfalten von Wäschestücken, die die
Muldenmangel 11 quer durchlaufen. Dann ist die in Durchlaufrichtung 16 sich erstreckende
Abmessung des Wäschestücks, bei der es sich um die eigentliche Breite, nämlich den
Abstand der quer zur Durchlaufrichtung 10 verlaufenden Längsränder handelt, im Sinne
des zuvor beschriebenen Verfahrens als "Länge" anzusehen.
[0054] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch für mehrbahnig arbeitende Muldenmangeln
11 bzw. Faltvorrichtungen 12, wo in mehreren Bahnen nebeneinanderliegende Wäschestücke
gemangelt und gefaltet werden. Dann verfügt jede Bahn der Faltvorrichtung 12 über
Detektionsmittel 39 und 40, und zwar vorzugsweise in jeder Querfaltstation 13, 14
und 15.
[0055] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch für Faltvorrichtungen mit mehr als
drei oder weniger als drei Querfaltstationen.
[0056] Die Erfindung und insbesondere das erfindungsgemäße Verfahren lassen sich auch durchführen
mit einer Ermittlung der Überlappungsdifferenz an nur einer Querfaltstation, wobei
es sich dann vorzugsweise um die erste Querfaltstation 13 handelt.
[0057] Die Erfindung eignet sich auch für Faltvorrichtungen 12, die zusätzlich zur mindestens
einen Querfaltung noch wenigstens eine Längsfaltung durchführen und auch solche Faltvorrichtungen,
die nicht hinter einer Muldenmangel 11 angeordnet sind, sondern hinter einer anderen
Wäschereimaschine, beispielsweise einem Finisher oder einem Trockner.
Bezugszeichenliste:
| 10 |
10 Wäschestück |
36 |
vordere Querkante |
| 11 |
Muldenmangel |
37 |
hintere Querkante |
| 12 |
Faltvorrichtung |
38 |
Mittelachse |
| 13 |
Querfaltstation |
39 |
Detektionsmittel |
| 14 |
Querfaltstation |
40 |
Detektionsmittel |
| 15 |
Querfaltstation |
|
|
| 16 |
Durchlaufrichtung |
|
|
| 17 |
Gurtförderer |
|
|
| 18 |
Gurtförderer |
|
|
| 19 |
Gurtförderer |
|
|
| 20 |
Gurtförderer |
|
|
| 21 |
Gurtförderer |
|
|
| 22 |
Obertrum |
|
|
| 23 |
Obertrum |
|
|
| 24 |
Umlenktrommel |
|
|
| 25 |
Obertrum |
|
|
| 26 |
Obertrum |
|
|
| 27 |
Umlenktrommel |
|
|
| 28 |
Umlenktrommel |
|
|
| 29 |
Querfaltspalt |
|
|
| 30 |
Querfaltspalt |
|
|
| 31 |
Obertrum |
|
|
| 32 |
Querfaltspalt |
|
|
| 33 |
Leittrommel |
|
|
| 34 |
Durchlaufspalt |
|
|
| 35 |
Längenmesseinrichtung |
|
|
1. Verfahren zum Falten von Wäschestücken (10), wobei die Wäschestücke (10) in einer
Faltvorrichtung (12) mindestens einmal bezogen auf die Durchlaufrichtung (16) durch
die Faltvorrichtung (12) quergefaltet und dabei in der Länge in Durchlaufrichtung
(16) gesehen wenigstens annähernd halbiert werden durch Bildung überlappender Lagen
des Wäschestücks (10), dadurch gekennzeichnet, dass ermittelt wird, ob wenigstens eine Überlappungsdifferenz vorhanden ist und eine gegebenenfalls
ermittelte Überlappungsdifferenz beim nachfolgenden Wäschestück (10) korrigiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Überlappungsdifferenz kontinuierlich und/oder berührungslos ermittelt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlappungsdifferenz durch Detektion beider Enden, vorzugsweise Querkanten (36,
37), des Wäschestücks (10) kurz vor dem Erreichen der jeweiligen Querfaltstelle ermittelt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelte Überlappungsdifferenz zum Querfalten mindestens eines nächsten Wäschestücks
(10) herangezogen wird, vorzugsweise um eine festgestellte Überlappungsdifferenz bei
nachfolgenden Wäschestücken (10) mindestens teilweise zu kompensieren bzw. auszugleichen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlappungsdifferenz kompensiert wird, indem je nachdem, ob eine positive oder
negative Überlappungsdifferenz ermittelt wurde, wobei das Querfalten nachfolgender
Wäschestücke (10) erfolgt, wenn die halbe Länge des Wäschestücks (10) zuzüglich oder
abzüglich der halben Überlappungsdifferenz sich an der betreffenden Querfaltstelle
befindet.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren nacheinander erfolgenden Querfaltungen bei mehreren, insbesondere allen,
Querfaltungen jeweils die Überlappungsdifferenz ermittelt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Querfaltungen die Überlappungsdifferenz bezogen auf die betreffende
Querfaltung ermittelt wird und bei der Querfaltung des nächsten Wäschestücks (10)
die zur jeweiligen Querfaltung ermittelte Überlappungsdifferenz berücksichtigt, vorzugsweise
ausgeglichen bzw. kompensiert, wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aufeinanderfolgend beim Querfalten jedes Wäschestück (10) die Überlappungsdifferenz
bei mindestens einer Querfaltung ermittelt wird und die mindestens eine festgestellte
Überlappungsdifferenz beim Querfalten mindestens des nächsten Wäschestücks (10) berücksichtigt
wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der ersten Querfaltung die Länge des Wäschestücks (10) in Durchlaufrichtung (16)
durch die Faltvorrichtung (12) ermittelt wird.
10. Vorrichtung zum Falten von Wäschestücken (10) mit mindestens einer Querfaltstation
(13, 14, 15) und Gurtförderern (17, 18, 19, 20, 21) zum Hindurchtransportieren des
jeweils zu faltenden Wäschestücks (10) in Durchlaufrichtung (16) durch wenigstens
einen Querfaltspalt (29, 30, 32) der mindestens einen Querfaltstation (13, 14, 15),
in dem das jeweilige Wäschestück (10) eine quer zur Durchlaufrichtung (16) verlaufende
Querfaltung erhält, bei der überlappende Lagen des Wäschestücks (10) entstehen, dadurch gekennzeichnet, dass auf gegenüberliegenden Seiten mindestens eines Querfaltspalts (29, 30, 32) Detektionsmittel
(39, 40) für quer zur Durchlaufrichtung (16) verlaufende gegenüberliegende Enden des
jeweiligen Wäschestücks (10) angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsmittel (39, 40) auf unterschiedlichen Seiten des mindestens einen Querfaltspalts
(29, 30, 32) gleich weit vom Querfaltspalt (29, 30, 32) entfernt angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine mit den Detektionsmitteln (39, 40) auf beiden Seiten des mindestens
einen Querfaltspalts (29, 30, 32) zusammenwirkende Längenmesseinrichtung (35) vorgesehen
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass vor der ersten Querfaltstation (13) die Längenmesseinrichtung (35) zur Ermittlung
der Durchlaufrichtung (16) sich erstreckende Abmessung, insbesondere Länge, des jeweils
zu faltenden Wäschestücks (10) angeordnet ist, insbesondere die Längenmesseinrichtung
(35) mindestens um die halbe Länge des größten zu faltenden Wäschestücks (10) vor
der ersten Querfaltstation (13) angeordnet ist.