Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjektor nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1, wie er beispielsweise aus der
DE 10 2009 002 554 A1 der Anmelderin bekannt ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen
eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors.
[0002] Der bekannte Kraftstoffinjektor dient dem Einspritzen von Kraftstoff in den Brennraum
einer selbstzündenden Brennkraftmaschine. Der Kraftstoffinjektor weist ein mehrteilig
ausgebildetes Injektorgehäuse auf, das in einem Teilbereich einen Hochdruckraum ausbildet.
Innerhalb des Hochdruckraums ist ein Führungsstück für einen Kopplerkolben angeordnet,
der zur zumindest mittelbaren Steuerung der Hubbewegung einer in dem Injektorgehäuse
hubbeweglich angeordneten Düsennadel dient. Der Hochdruckraum ist einerseits über
eine innerhalb des Injektorgehäuses ausgebildete Bohrung mit einer Hochdruckquelle
(Rail) verbunden, und steht andererseits hydraulisch in Verbindung mit im Injektorgehäuse
ausgebildeten Einspritzöffnungen. Ein derartiger, ein relativ großes Speichervolumen
ausbildender Hochdruckraum dient insbesondere auch als düsennahes Speichervolumen
und bewirkt, dass die Amplituden von Druckschwingungen, die durch die Einspritzungen
beim Freigeben der Einspritzöffnungen entstehen, erheblich reduziert werden können.
Weiterhin wird durch einen derart ausgebildeten Hochdruckraum zumindest teilweise
die Notwendigkeit von relativ aufwendig ausgebildeten Tieflochbohrungen verringert.
Wenn, wie im zitierten Stand der Technik, innerhalb des Hochdruckraums zusätzliche
Bauteile angeordnet sind, ist es erforderlich, das Injektorgehäuse im Bereich der
Bauteile bzw. des Hochdruckraums mit einer relativ geringen Wandstärke auszubilden,
da der Außendurchmesser des Injektorgehäuses infolge des durch die Brennkraftmaschine
bestimmten Einbauraums üblicherweise begrenzt ist.
[0003] Die Tendenz bei modernen Dieseleinspritzsystemen geht mehr und mehr zu höheren System-
bzw. Einspritzdrücken. Während derzeitige Einspritzsysteme einen Rail- bzw. Systemdruck
von ca. maximal 2.500bar aufweisen, sind zukünftige Systeme angedacht, bei denen der
Rail- bzw. Systemdruck bis zu 3000bar beträgt. Der innerhalb des Hochdruckraums herrschende
Druck bewirkt an dem den Hochdruckraum begrenzenden Bauteil (Injektorgehäuse) eine
in Umfangswirkung wirkende Zugspannung auf das Material des Bauteils bzw. des Injektorgehäuses.
Da, wie oben erläutert, zur Aufnahme von Bauteilen innerhalb des Hochdruckraums bei
den üblicherweise vorhandenen Einbauräumen der Kraftstoffinjektoren die Wandstärke
des Bauteils (Injektorgehäuses) relativ gering ist, bewirken erhöhte Drücke eine zunehmende
Materialbeanspruchung und somit die Gefahr von Rissen bzw. Beschädigungen. Es ist
zwar theoretisch denkbar, die erhöhten Zugspannungen durch ein besonders hochwertiges
Material für das Injektorgehäuse beherrschbar zu machen bzw. zumindest teilweise zu
kompensieren, das entsprechend höhere Festigkeitswerte aufweist, jedoch sind aus Kosten-
und anderen Gründen derartige Materialien oftmals nicht erwünscht oder einsetzbar.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Ausgehend von dem dargestellten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, einen Kraftstoffinjektor nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 derart weiterzubilden,
dass der mögliche Systemdruck innerhalb eines Hochdruckraums bei gleichbleibenden
Innen- und Außenabmessungen des Injektorgehäuses allein durch konstruktive Maßnahmen
erhöht werden kann, ohne dass beispielsweise Materialen mit höherer Festigkeit verwendet
werden müssen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Kraftstoffinjektor mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der Hochdruckraum zumindest bereichsweise von
zwei Elementen begrenzt ist, einem inneren ersten, vorzugsweise hülsenförmigen Element
mit einer im ersten Element angeordneten ersten Ausnehmung zur Ausbildung des Hochdruckraums,
und einem das erste Element unmittelbar umgebenden zweiten Element mit einer zweiten
Ausnehmung, wobei die zweite Ausnehmung das erste Element an seiner äußeren Umfangsfläche
umgibt, und wobei das zweite Element unter Ausbildung einer radial wirkenden Druckkraft
auf das erste Element mit diesem verbunden ist.
[0006] Mit anderen Worten gesagt bedeutet dies, dass zwei einander unmittelbar umgebende
und miteinander verbundene Elemente die Begrenzung des Hochdruckraums ausbilden, wobei
das äußere Element auf das innere Element eine radial wirkende Druckkraft ausübt.
Diese Druckkraft bewirkt, dass innerhalb der Wand des inneren Elements in der dem
Hochdruckraum zugewandten Seite Druckspannungen entstehen, die den infolge des Systemdrucks
hervorgerufenen Zugspannungen entgegenstehen und diese somit zumindest teilweise kompensieren.
Dies hat zur Folge, dass die an der Innenwand des inneren Elements auftretenden Zugbeanspruchungen
geringer sind als Zugbeanspruchungen, die ohne das äußere Element in der Wand des
inneren Elements auftreten würden.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors sind in den
Unteransprüchen aufgeführt.
[0008] Zur Ausbildung der radialen Druckkraft ist es insbesondere vorgesehen, dass zwischen
der Außendurchmesser des ersten Elements und dem Innendurchmesser des zweiten Elements
eine Presspassung ausgebildet ist.
[0009] Eine über den gesamten Umfang der beiden Elemente gleich große mechanische Beanspruchung
wird erzielt, wenn das zweite Element hülsenförmig ausgebildet ist, wobei die zweite
Ausnehmung konzentrisch im zweiten Element angeordnet ist.
[0010] Es sind jedoch auch Anwendungen denkbar, bei denen das zweite Element hülsenförmig
ausgebildet ist, wobei die zweite Ausnehmung exzentrisch im zweiten Element angeordnet
ist. Ebenso sind Anwendungen denkbar, bei denen die erste Ausnehmung konzentrisch
im ersten Element angeordnet ist sowie Anwendungen, bei denen die erste Ausnehmung
exzentrisch im ersten Element angeordnet ist.
[0011] Bei dem zuletzt genannten Fall kann es insbesondere vorgesehen sein, dass in dem
die größte Wanddicke aufweisenden Bereich des ersten Elements eine parallel zu einer
Längsachse angeordnete Bohrung ausgebildet ist. Diese Bohrung kann insbesondere der
Führung von Kraftstoff oder ähnlichem dienen.
[0012] Eine weitere, konstruktiv besonders bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass das
erste Element das zweite Element zumindest an einer Stirnseite, vorzugsweise an beiden
Stirnseiten, in nicht montiertem Zustand axial überragt. Eine derartige Ausbildung
bewirkt, dass im Einbauzustand der beiden Elemente, bei der diese innerhalb des Injektorgehäuses
axial verspannt sind, der Hochdruckraum radial über das radial innere erste Element
sicher und zuverlässig abgedichtet ist, so dass ein Austritt von Kraftstoff in Richtung
zum zweiten Element vermieden wird.
[0013] Hierzu ist es erforderlich, dass zwischen dem ersten Element und wenigstens einem,
das erste Element axial begrenzenden Bauteil eine axiale Druckspannung ausbildbar
ist. Eine derartige axiale Druckspannung ist in der Praxis mittels axialer Spannelemente,
beispielsweise einer Überwurfmutter oder ähnlichem erzielbar.
[0014] Der Einsatz der Erfindung ist insbesondere bei Anwendungen sinnvoll, bei denen der
Druck im Hochdruckraum mehr als 2500bar, insbesondere bis 3000bar oder darüber beträgt.
[0015] Ein derartiger Kraftstoffinjektor ist üblicherweise unterschiedlichen Betriebsbedingungen
bzw. Betriebstemperaturen ausgesetzt, die im Falle des Kaltstarts von beispielsweise
-30°C bis zu mehr als 150°C während des Betriebs reichen können. Um über den gesamten
Temperaturbereich stets genügend Druckspannungen auf das radial innere erste Element
ausüben zu können und somit die Funktionssicherheit bzw. mechanische Festigkeit des
Kraftstoffinjektors sicherzustellen, ist es darüber hinaus in einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehen, dass der Wärmeausdehnungskoeffizient des radial inneren
Elements gleich oder größer ist als der Wärmeausdehnungskoeffizient des radial äußeren
Elements. Im einfachsten Fall wird diese Bedingung erfüllt, wenn das radial innere
Element und das radial äußere Element aus dem gleichen Material bestehen.
[0016] Die Erfindung umfasst auch ein Verfahren zum Herstellen eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors,
bei dem zwei einander radial umgebende Elemente miteinander gefügt werden. Erfindungsgemäß
ist es vorgesehen, dass vor dem Fügen das radial innere Element herabgekühlt und/oder
das radial äußere Element erwärmt wird/werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
somit eine die beiden Elemente mechanisch relativ gering belastende Montage, bei der
insbesondere ein spannender Abtrag an Flächen der beiden Elemente sicher und zuverlässig
vermieden wird.
[0017] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung.
[0018] Diese zeigt in:
- Fig. 1
- einen vereinfachten Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor,
- Fig. 2
- zwei hülsenförmige Elemente zur Begrenzung eines Hochdruckraums im Längsschnitt,
- Fig. 3
- die beiden Elemente gemäß Fig. 2 im montierten Zustand im Längsschnitt sowie im Querschnitt,
- Fig. 4
- eine Darstellung des Verlaufs der Zugspannung der beiden Elemente bei unter Hochdruck
stehendem Hochdruckraum,
- Fig. 5
- gegenüber der Fig. 2 modifizierte Elemente in montiertem Zustand im Längsschnitt und
- Fig. 6 bis Fig. 8
- jeweils im Querschnitt weitere, gegenüber der Fig. 3 modifizierte Elemente.
[0019] Gleiche Elemente bzw. Elemente mit gleicher Funktion sind in den Figuren mit den
gleichen Bezugsziffern versehen.
[0020] Der in der Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Kraftstoffinjektor 10 dient zum Einspritzen
von Kraftstoff in den Brennraum einer nicht dargestellten selbstzündenden Brennkraftmaschine.
Der Kraftstoffinjektor 10 weist ein mehrteilig ausgebildetes Injektorgehäuse 11 auf,
in dem in einer Längsachse 12 eine Düsennadel 13 als Einspritzventilglied hubbeweglich
angeordnet ist. Die Düsennadel 13 verschließt in der in der Fig. 1 dargestellten abgesenkten
Position der Düsennadel 13 wenigstens eine, im Injektorgehäuse 11 ausgebildete Einspritzöffnung
14.
[0021] Das Injektorgehäuse 11 besteht im dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem dem
Brennraum der Brennkraftmaschine zugewandten Düsenkörper 15, an den sich auf der dem
Brennraum abgewandten Seite in axialer Richtung ein aus zwei Elementen 16, 17 ausgebildeter
Druckkörper 18, eine Zwischenplatte 19, ein Haltekörper 20 sowie ein Gehäusedeckel
21 anschließen.
[0022] Der Düsenkörper 15 weist einen radial umlaufenden Haltebund 22 auf, der mit einer
hülsenförmigen Düsenspannmutter 25 zusammenwirkt, die wiederum auf der dem Haltebund
22 abgewandten Seite an ihrem Innenumfang ein Gewinde 26 aufweist, das mit einem entsprechenden
Außengewinde am Haltekörper 20 zusammenwirkt, um zwischen dem Düsenkörper 15 und dem
Haltekörper 20 den Druckkörper 18 sowie die Zwischenplatte 19 axial zu verspannen.
[0023] Es sei nochmals erwähnt, dass der soweit beschriebene Aufbau des Injektorgehäuses
11 lediglich exemplarisch ist und von der dargestellten Ausführungsform abweichen
kann.
[0024] Von dem Druckkörper 18 sowie dem Düsenkörper 15 und der Zwischenplatte 19 ist ein
Hochdruckraum 30 räumlich begrenzt, der über eine in der Zwischenplatte 19, dem Haltekörper
20 sowie dem Gehäusedeckel 21 ausgebildete Tiefenbohrung 32 hydraulisch mit einem
Hochdruckspeicher in Form eines Rails 33 verbunden ist. Das Rail 33 stellt den beim
Betrieb des Kraftstoffinjektors 10 erforderlichen Systemdruck zur Verfügung, der zumindest
im Wesentlichen auch innerhalb des Hochdruckraums 30 herrscht, wobei der Systemdruck
mehr als 2500bar, insbesondere bis zu 3000bar betragen kann.
[0025] Innerhalb des Haltekörpers 20 ist ein Betätigungselement in Form eines Piezo-Aktors
35 angeordnet, das zur zumindest mittelbaren Steuerung der Hubbewegung der Düsennadel
13 dient, wobei der Piezo-Aktor 35 über Anschlussleitungen 36 elektrisch ansteuerbar
bzw. betätigbar ist. Der von dem Haltekörper 20 und dem Gehäusedeckel 21 begrenzte
Aufnahmeraum 37 für den Piezo-Aktor 35 bildet einen Niederdruckraum des Injektorgehäuses
11 aus, der über eine Rücklaufleitung 38 druckentlastbar ist.
[0026] Im Hochdruckraum 30 ist im Bereich des Druckkörpers 18 ein Führungsstück 40 angeordnet,
das auf der der Düsennadel 13 zugewandten Seite eine Sacklochbohrung zur Aufnahme
eines Kopplerkolbens 41 aufweist. Ferner ist in einer das Führungsstück 40 sowie die
Zwischenplatte 19 durchquerenden Längsbohrung ein Kolbenabschnitt 42 angeordnet, der
in Wirkverbindung mit dem Piezo-Aktor 35 angeordnet ist. Der Kopplerkolben 41 wirkt
auf der der Düsennadel 13 zugewandten, aus der Sacklochbohrung des Führungsstücks
40 herausragenden Stirnseite mit einer Platte 43 zusammen, an der sich eine Feder
44 abstützt. Die Feder 44 belastet den Kopplerkolben 41 mit einer in Richtung zum
Piezo-Aktor 35 wirkenden Axialkraft. Auf der dem Kopplerkolben 41 abgewandten Seite
der Platte 43 liegt an dieser eine Führungshülse 45 axial an, in die der eine Endbereich
der Düsennadel 13 eintaucht. Zwischen einem an der Düsennadel 13 ausgebildeten, radial
umlaufenden Bund 46 und der Führungshülse 45 stützt sich eine Druckfeder 48 ab, die
einerseits die Führungshülse 45 unter Ausbildung eines Dichtsitzes gegen die Platte
43 axial drückt, und die andererseits die Düsennadel 13 in Richtung ihrer Schließposition
kraftbeaufschlagt, in der die wenigstens eine Einspritzöffnung 14 von der Düsennadel
13 hydraulisch dicht verschlossen ist.
[0027] Hinsichtlich der an sich bekannten Funktionsweise des soweit beschriebenen Kraftstoffinjektors
10 wird auf die
DE 10 2009 002 554 A1 der Anmelderin verwiesen, die insofern Bestandteil dieser Erfindung sein soll.
[0028] Erfindungswesentlich ist die konstruktive Gestaltung des eine Begrenzung des Hochdruckraums
30 ausbildenden Druckkörpers 18, bestehend aus den beiden Elementen 16, 17. Wie insbesondere
anhand der Darstellung der Fig. 2 und 3 erkennbar ist, sind die beiden Elemente 16,
17 jeweils hülsenförmig ausgebildet und weisen eine gemeinsame Längsachse 49 auf.
Erfindungswesentlich ist, dass zur Ausbildung einer Presspassung im gefügten Zustand
der beiden Elemente 16, 17 der Außendurchmesser D des radial inneren ersten Elements
16 etwas größer ist als der Innendurchmesser d des radial äußeren, zweiten Elements
17. Nach dem axialen Fügen der beiden Elemente 16, 17 wird dadurch in der äußeren
Umfangswand 51 des radial inneren Elements 16 eine Druckspannung erzeugt. Darüber
hinaus weist das radial innere Element 16 eine erste Ausnehmung 52 auf, die den Hochdruckraum
30 unmittelbar begrenzt, während das radial äußere Element 17 eine zweite Ausnehmung
53 zur Aufnahme des radial inneren Elements 16 aufweist.
[0029] In dem in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiel weisen die beiden Elemente
16, 17 jeweils dieselbe axiale Erstreckung bzw. Länge I auf. Das Fügen der beiden
Elemente 16, 17 erfolgt vorzugsweise durch Erwärmen des radial äußeren Elements 17
und/oder Abkühlen des radial inneren Elements 16, so dass nach dem Fügen der beiden
Elemente 16, 17 die beiden Stirnflächen der Elemente 16, 17 bündig bzw. plan miteinander
abschließen.
[0030] In der Fig. 4 ist der Verlauf der Zugspannung δ der beiden Elemente 16, 17 dargestellt,
wie er sich aufgrund eines in dem Hochdruckraum 30 herrschenden (hydraulischen) Drucks
im Abstand r von der Längsachse 49 einstellt. Insbesondere erkennt man, dass der in
der Mantelfläche 51 des radial inneren Elements 16 wirkende Druck bzw. die entsprechende
Zugspannung infolge der durch das radial äußere Element 17 in das radial innere Element
16 induzierten Druckspannung mit zunehmenden Abstand r reduziert ist und erst wieder
im Bereich der zweiten Ausnehmung 53 des radial äußeren Elements 17 ihr Maximum einnimmt.
[0031] Zur Erhöhung der Dichtigkeit beim axialen Verspannen des Druckkörpers 18 bzw. des
radial inneren Elements 16 zwischen dem Düsenkörper 15 und der Zwischenplatte 19 kann
es entsprechend der Fig. 5 vorgesehen sein, dass das radial innere Element 16 eine
geringfügig größere Länge I aufweist als das radial äußere Element 17, so dass im
gefügten Zustand der beiden Elemente 16, 17 das radial innere Element 16 mit seiner
Stirnfläche 55, zumindest auf einer, vorzugsweise an beiden Stirnflächen 55 etwas
über die Stirnfläche 56 des radial äußere Elements 17 hinausragt. Beim axialen Verspannen
des Druckkörpers 18 mit der Düsenspannmutter 25 wird dadurch auf das innere Element
16 eine Druckspannung erzeugt, die eine besonders gute Abdichtung des Hochdruckraums
30 radial nach außen ermöglicht, wobei im Einbauzustand die beiden Stirnflächen 55,
56 vorzugsweise an dem Düsenkörper 15 bzw. der Zwischenplatte 19 anliegen.
[0032] In der Fig. 6 ist der Fall dargestellt, bei der das radial innere Element 16 eine
konstante Wanddicke a aufweist, während das radial äußere Element 17a in Umfangsrichtung
betrachtet eine variable Wanddicke A aufweist, die dadurch hervorgerufen wird, dass
die zweite Ausnehmung 53a exzentrisch zur Längsachse 54 des zweiten Elements 17a angeordnet
ist.
[0033] In der Fig. 7 ist zusätzlich der Fall dargestellt, bei der auch das radial innere
Element 16a eine unterschiedliche Wanddicke a aufweist, d.h., dass die erste Ausnehmung
52a exzentrisch zur der Längsachse 57 des radial inneren Elements 16a angeordnet ist.
[0034] Zuletzt ist in der Fig. 8 der Fall dargestellt, bei der bei dem radial inneren Element
16b, das grundsätzlich entsprechend dem radial inneren Element 16a der Fig. 7 ausgebildet
ist, im Bereich der größten Wanddicke a eine zusätzliche Längsbohrung 60 zur Führung
von Druckmittel ausgebildet ist, wobei die Längsachse der Längsbohrung 60 parallel
zur Längsachse 57 der ersten Ausnehmung 52a verläuft.
[0035] Der soweit beschriebene Kraftstoffinjektor 10 bzw. die erfindungsgemäße Ausbildung
des Druckkörpers 18 können in vielfältiger Art und Weise abgewandelt bzw. modifiziert
werden, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen.
1. Kraftstoffinjektor (10) mit einem Injektorgehäuse (11), das einen mit einer Hochdruckquelle
(33) verbindbaren Hochdruckraum (30) ausbildet, in dem ein Einspritzventilglied (13)
hubbeweglich angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hochdruckraum (30) zumindest bereichsweise von zwei Elementen (16; 16a; 16b,
17; 17a) begrenzt ist, einem inneren ersten, vorzugsweise hülsenförmigen Element (16;
16a; 16b) mit einer im ersten Element (16; 16a; 16b) angeordneten ersten Ausnehmung
(52; 52a) zur Ausbildung des Hochdruckraums (30), und einem das erste Element (16;
16a; 16b) unmittelbar umgebenden zweiten Element (17; 17a) mit einer zweiten Ausnehmung
(53; 53a), wobei die zweite Ausnehmung (53; 53a) das erste Element (16; 16a; 16b)
an seiner äußeren Umfangsfläche (51) umgibt, und wobei das zweite Element (17; 17a)
unter Ausbildung einer radial wirkenden Druckkraft auf das erste Element (16; 16a;
16b) mit diesem verbunden ist.
2. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Ausbildung der Druckkraft zwischen der Außendurchmesser (D) des ersten Elements
(16; 16a; 16b) zur Ausbildung einer Presspassung größer ist als der Innendurchmesser
(d) der zweiten Ausnehmung (53; 53a) des zweiten Elements (17; 17a).
3. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Element (17) hülsenförmig ausgebildet ist, und dass die zweite Ausnehmung
(53) konzentrisch im zweiten Element (17) angeordnet ist.
4. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Element (17a) hülsenförmig ausgebildet ist, und dass die zweite Ausnehmung
(53a) exzentrisch im zweiten Element (17a) angeordnet ist.
5. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Ausnehmung (52) konzentrisch im ersten Element (16) angeordnet ist.
6. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Ausnehmung (52a) exzentrisch im ersten Element (16a; 16b) angeordnet ist.
7. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem die größte Wanddicke (a) aufweisenden Bereich des ersten Elements (16b) eine
parallel zu einer Längsachse (57) angeordnete Bohrung (60) ausgebildet ist.
8. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Element (16; 16a; 16b) das zweite Element (17; 17a) zumindest an einer
Stirnseite, vorzugsweise an beiden Stirnseiten, in nicht in dem Injektorgehäuse (11)
montiertem Zustand axial überragt.
9. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem ersten Element (16; 16a; 16b) und wenigstens einem, das erste Element
(16; 16a; 16b) axial begrenzenden Bauteil (15, 19) eine axiale Druckspannung ausbildbar
ist.
10. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Elemente (16; 16a; 16b, 17; 17a) Teil des Injektorgehäuses (11) sind.
11. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Hochdruckraum (30) ein Druck von mehr als 2500bar herrscht.
12. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wärmeausdehnungskoeffizient des radial inneren Elements (16; 16a; 16b) gleich
oder größer ist als der Wärmeausdehnungskoeffizient des radial äußeren Elements (17;
17a).
13. Verfahren zum Herstellen eines Kraftstoffinjektors (10) nach einem der Ansprüche 1
bis 12, bei dem zwei einander radial umgebende Elemente (16; 16a; 16b, 17; 17a) miteinander
gefügt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Fügen das radial innere Element (16; 16a; 16b) herabgekühlt und/oder das
radial äußere Element (17; 17a) erwärmt wird/werden.