[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Walzstraße zum Fertigen eines Rohrs mit einer
Pilgerwalzanlage zum Reduzieren des Durchmessers einer Luppe zu einem Rohr.
[0002] Zur Herstellung von präzisen Metallrohren, insbesondere aus Edelstahl, wird ein ausgedehnter
hohlzylindrischer Rohling im vollständig erkalteten Zustand durch Druckspannungen
kalt reduziert. Dabei wird der Rohling zu einem Rohr mit definiertem reduziertem Außendurchmesser
und einer definierten Wanddicke umgeformt.
[0003] Das am weitesten verbreitete Reduzierverfahren für Rohre ist als Kaltpilgern bekannt,
wobei der Rohling Luppe genannt wird. Die Luppe wird beim Walzen über einen kalibrierten,
d.h. den Innendurchmesser des fertigen Rohrs aufweisenden, Walzdorn geschoben und
dabei von außen von zwei kalibrierten, d.h. den Außendurchmesser des fertigen Rohrs
definierenden, Walzen umfasst und in Längsrichtung über den Walzdorn ausgewalzt.
[0004] In der Produktion müssen die fertig ausgewalzten Rohre nach dem Walzen eine Anzahl
von Nachbearbeitungsschritten erfahren. Insbesondere ist es erforderlich, die fertig
gewalzten Rohre zur Verfestigung zu glühen. Beim Glühen werden eine Mehrzahl von gebündelten
Rohren in einen Ofen eingeführt und dort bei den notwendigen Temperaturen geglüht.
[0005] Dabei sind die Arbeitsschritte des Walzens in der Pilgerwalzanlage und des Glühens
im Ofen zeitlich voneinander getrennt, und die fertig gewalzten Rohre werden zunächst
gebündelt, als Bund gelagert und zeitlich deutlich später in einem geschlossenen Ofen
geglüht. Diese als Bundfertigung bezeichnete Vorgehensweise führt dazu, dass die Fertigung
eines Rohrs vom Reduzieren der Pilgerwalzanlage bis zum Verpacken etwa zwei Wochen
dauert, wobei die eigentliche Bearbeitung in diesen zwei Wochen nur etwa zwei Stunden
in Anspruch nimmt.
[0006] Die
WO 2011/030273 A2 betrifft eine Anlage zum Walzen von nahtlosen Rohren, typischerweise mit einem großen
Durchmesser. Die Anlage umfasste eine Pilgerwalzanlage, einen Ofen und ein Maßwalzwerk.
[0007] Die japanische Patentanmeldung
JP 04-154944 offenbart die Herstellung eines Rohrs aus einer Zirkonlegierung in einer Walzstraße
mit einer Pilgerwalzanlage, einem Glühofen und einer Expandiereinrichtung.
[0008] Dem gegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Walzstraße bereitzustellen,
die kontinuierlich arbeitet.
[0009] Dazu wird erfindungsgemäß eine Pilgerwalzstraße vorgeschlagen zum Fertigen eines
Rohrs mit einer Pilgerwalzanlage zum Reduzieren des Durchmessers einer Luppe zu dem
Rohr, einem ersten Puffer für eine Mehrzahl von Rohren, wobei der erste Puffer eine
Einrichtung zum Bündeln einer Mehrzahl von Rohren in einem Bund aufweist, einem Glühofen
zum gleichzeitigen Glühen einer Mehrzahl von Rohren, einem zweiten Puffer für eine
Mehrzahl von Rohren, wobei der zweite Puffer für die Rohre eine Einrichtung zum Vereinzeln
der Mehrzahl von Rohren aus einem Bund aufweist, und einer Richtmaschine zum Richten
der vereinzelten Rohre nacheinander, wobei die Walzstraße kontinuierlich arbeitet,
wobei die Einrichtungen in Flussrichtung des Rohrs in der vorgenannten Reihenfolge
angeordnet sind und wobei zwischen der Pilgerwalzanlage, dem ersten Puffer, dem Glühofen,
dem zweiten Puffer und der Richtmaschine jeweils eine automatisierte Transporteinrichtung
für das Rohr vorgesehen ist.
[0010] Entscheidend für die erfindungsgemäße Walzstraße ist, dass diese kontinuierlich arbeitet,
d.h. dass vorzugsweise im eingefahrenen Zustand im Wesentlichen gleichzeitig eine
Luppe in der Pilgerwalzanlage ausgewalzt wird, während am Ende der Walzstraße hinter
der Richtmaschine ein fertiges Rohr aus der Straße entnommen und verpackt werden kann.
[0011] Für die kontinuierliche Bearbeitung von Rohren in der erfindungsgemäßen Walzstraße
ist es notwendig, dass diese zwischen den einzelnen Einrichtungen, d.h. beispielsweise
zwischen der Pilgerwalzanlage und dem ersten Puffer, Transporteinrichtungen aufweist,
die das Rohr automatisiert zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen bewegen.
[0012] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Walzstraße eine Steuerung auf, die
es ermöglicht, den gesamten Produktionsprozess in der Walzstraße zu steuern und diese
so automatisiert zu betreiben.
[0013] Schaut man sich die notwendigen Bearbeitungszeiten in den zentralen Bearbeitungseinrichtungen
der Walzstraße, nämlich der Pilgerwalzanlage, dem Glühofen und der Richtmaschine an,
so ergibt sich die folgende Situation: Die Transportgeschwindigkeit der gewalzten
Rohre im Ofen ist deutlich langsamer als die Transportgeschwindigkeit der Luppe bzw.
des Rohrs beim Pilgern in der Walzanlage. Ebenso ist die Transportgeschwindigkeit
der gewalzten Rohre durch den Ofen deutlich langsamer als die Transportgeschwindigkeit
des Rohrs in der Richtmaschine. Allerdings können anders als in der Walzanlage und
in der Richtmaschine im Ofen in Abhängigkeit von der Dimension der zu glühenden Rohre
mehrere Rohre auf einmal geglüht werden. Dabei gilt, dass je größer die Masse eines
einzelnen zu glühenden Rohrabschnitts ist, desto weniger Rohrabschnitte gleicher Länge
geglüht werden können.
[0014] Um die unterschiedlichen Zeitdauern der Bearbeitung im Glühofen einerseits und in
der Walzanlage und in der Richtmaschine andererseits ausgleichen zu können, bilden
die beiden Puffer ein zentrales Element der Walzstraße.
[0015] Dabei dienen die beiden Puffer nicht nur der Lagerung, sondern in ihnen wirdggf.
eine Mehrzahl von Rohren zu einem Bund gebündelt (erster Puffer) bzw. eine Mehrzahl
von Rohren aus einem Bund vereinzelt (zweiter Puffer).
[0016] Dabei wird unter einem Bund von Rohren bzw. Rohrabschnitten im Sinne der vorliegenden
Anmeldung eine Anzahl von Rohren verstanden, die gemeinsam eine Ofenauflage bilden,
d.h. gleichzeitig in bzw. durch den Ofen gefahren und geglüht werden.
[0017] Ein solches Bund kann, muss aber, nicht mit Hilfe von Rödeldrähten zusammengebunden
werden. Ein solches Zusammenbinden erfolgt in einer Ausführungsform ggf. automatisiert.
[0018] Auch eine Mehrzahl von nicht zusammengebundenen Rohren wird im Sinne der vorliegenden
Anmeldung als Bund verstanden. Eine Einrichtung zum Bündeln der Rohre ist in diesem
Sinne dann beispielsweise eine gemeinsame Lagerbank für eine Mehrzahl von Rohren,
die dann zusammen dem Ofen zugeführt werden.
[0019] Zur Erläuterung werden im Folgenden zwei Extremfälle betrachtet: Von einem dickwandigen
Rohr mit großem Innendurchmesser, welches eine entsprechend große Masse aufweist,
kann im Ofen, der eine feste maximal gleichzeitig zu glühende Masse aufweist, nur
ein einziger Rohrabschnitt geglüht werden. Da die Transportgeschwindigkeit deutlich
langsamer ist als die Transportgeschwindigkeit der Walzanlage, laufen die nachfolgend
in der Walzanlage gepilgerten Rohrabschnitte auf und müssen im ersten Puffer gelagert
werden, bis sie nacheinander geglüht werden können. Der zweite Puffer hingegen ist
in dieser Situation leer, da die Rohrabschnitte, welche den Ofen verlassen mit einer
Geschwindigkeit weiterbearbeitet werden, die größer ist als die Transportgeschwindigkeit
des Ofens.
[0020] Von einem dünnwandigen Rohr mit geringem Innendurchmesser kann hingegen gleichzeitig
eine Mehrzahl von Rohrabschnitten im Ofen geglüht werden. Dabei können etwa so viele
Rohrabschnitte gleichzeitig geglüht werden, dass ihre Gesamtmasse der Masse eines
einzigen Rohrabschnitts mit einer Dimensionierung, die maximal im Ofen geglüht werden
kann, entspricht. In diesem Fall werden die einzelnen fertig gepilgerten und abgestochenen
Rohrabschnitte in dem ersten Puffer gesammelt, bis die maximal in einer Ofenauflage
zu glühende Anzahl von Rohren erreicht ist und dann gemeinsam in den Ofen eingeführt.
Hinter dem Ofen erfolgt in diesem Fall eine Zwischenpufferung in dem zweiten Puffer,
um die den Ofen gleichzeitig verlassenden Rohrabschnitte zu vereinzeln und einzeln
der Richtmaschine zuzuführen.
[0021] Dabei ist eine Ausführungsform des ersten Puffers zweckmäßig, der es erlaubt, an
dieser Stelle in der Walzstraße fertig gepilgerte Rohre bzw. Rohrabschnitte aus der
Walzstraße auszuschleusen und/oder an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt und/oder
auf einer anderen Walzanlage gepilgerte Rohre bzw. Rohrabschnitte in die Walzstraße
zur Nachbearbeitung einzuschleusen.
[0022] In einer Ausführungsform der Erfindung definiert die Transportrichtung der Luppe
in der Pilgerwalzanlage eine erste Richtung, wobei der erste Puffer eine Transporteinrichtung
für einen Transport der Rohre in einer zu der ersten Richtung senkrechten zweiten
Richtung aufweist. Dieser Transport in einer Richtung senkrecht zur Transportrichtung
der Luppe in der Walzanlage ermöglicht zum Einen die Bündelung der einzelnen Rohre,
welche die Walzanlage verlassen haben und eine Zwischenspeicherung bzw. einen Puffer
der Rohre, bevor diese im Bund in den Ofen eingespeist werden. Die Transporteinrichtung
in einer Richtung senkrecht zur Transportrichtung der Luppe in der Pilgerwalzanlage
ermöglicht es aber zum Anderen auch, die Transportrichtung des Rohrs in der Anlage
umzudrehen.
[0023] In einer Ausführungsform der Erfindung ist es zweckmäßig, wenn die Walzstraße so
eingerichtet ist, dass das Rohr in der Walzstraße abschnittsweise auch in einer zu
der ersten Richtung parallelen, aber entgegengesetzten Richtung transportiert wird.
Auf diese Weise kann die Walzstraße, die in einer Ausführungsform auch linear aufgebaut
sein könnte, gefaltet werden, sodass die Gesamtlänge der Walzstraße auf mehrere kürzere
Stücke verteilt wird. Dies reduziert zwar nicht den Gesamtplatzbedarf der Walzstraße,
wohl aber ihre Gesamtlänge und damit die Gebäudelänge, in der die Walzstraße untergebracht
ist.
[0024] Aus dem gleichen Grund ist es vorteilhaft, wenn in einer Ausführungsform der Erfindung
der zweite Puffer eine Transporteinrichtung für einen Transport der Rohre in einer
zu der ersten Richtung senkrechten zweiten Richtung aufweist. Insbesondere ist es
zweckmäßig, wenn der zweite Puffer über Teile der Walzstrasse übergreift, so dass
die Rohre diese Teile der Walzstrasse überqueren.
[0025] In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Einrichtung zum Bündeln einer Mehrzahl
von Rohren und/oder die Einrichtung zum Vereinzeln der Mehrzahl von Rohren aus einem
Bund so eingerichtet, dass sie eine automatisierte Bündelung bzw. Vereinzelung ermöglichen.
[0026] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Pilgerwalzanlage ein Walzgerüst,
ein Schwungrad auf einer Antriebswelle, welches um eine Drehachse drehbar gelagert
ist, und eine Schubstange mit einem ersten und einem zweiten Ende auf, wobei das erste
Ende der Schubstange in einem radialen Abstand von der Drehachse an dem Schwungrad
befestigt ist und wobei das zweite Ende der Schubstange an dem Walzgerüst befestigt
ist, sodass im Betrieb der Anlage eine Drehbewegung des Schwungrades in eine Translationsbewegung
des Walzgerüsts umgesetzt wird. An dem Walzgerüst sind kalibrierte Walzen drehbar
gelagert. Die Walzen erhalten ihre Drehbewegung vorzugsweise durch eine relativ zum
Walzgerüst feststehende Zahnstange, in die fest mit den Walzenachsen verbundene Zahnräder
eingreifen.
[0027] Während des Pilgerns erfährt die Luppe einen schrittweisen Vorschub in Richtung auf
den Walzdorn zu bzw. über diesen hinweg, während die Walzen drehend über den Dorn
und damit über die Luppe horizontal hin- und herbewegt werden.
[0028] Der Vorschub der Luppe über den Dorn erfolgt mit Hilfe eines Vorschubspannschlittens,
welcher eine Translationsbewegung in einer Richtung parallel zur Achse des Walzdorns
ermöglicht. Der lineare Vorschub des Vorschubspannschlittens in der Pilgerwalzanlage
wird beispielsweise mit Hilfe eines Kugelgewindetriebs erreicht. Dabei besteht der
Kugelgewindetrieb aus einem Servomotor, einem Getriebe, einer Trapezgewindespindel,
den zugehörigen Lagerpunkten und entsprechender Schmierung sowie einer Trapezgewindespindelmutter.
Der Servomotor ist über eine Kupplung mit dem Getriebe und dieses über eine weitere
Kupplung mit der Trapezgewindespindel selbst verbunden. Die Drehbewegung der Gewindespindel
wird mit Hilfe der Trapezgewindespindelmutter in eine Translationsbewegung umgesetzt.
In einer alternativen Ausführungsform kann der lineare Vorschub des Vorschubspannschlittens
auch mit einem Linearantrieb bewirkt werden.
[0029] Zum Antrieb des Kurbeltriebs für die Linearbewegung des Walzgerüsts stehen alternativ
Getriebeantriebe oder auch ein Direktantrieb über eine Kupplung zwischen der Drehachse
des Schwungrades und der Motorwelle eines Torquemotors bereit.
[0030] Die im Walzgerüst übereinander angeordneten konisch kalibrierten Walzen drehen sich
entgegen der Vorschubrichtung des Vorschubspannschlittens. Das von den Walzen gebildete
sogenannte Pilgermaul erfasst die Luppe und die Walzen drücken von außen eine kleine
Werkstoffwelle ab, die vom Glättkaliber der Walzen und dem Walzdorn zu einer vorgesehenen
Wanddicke ausgestreckt wird, bis das Leerlaufkaliber der Walzen das fertige Rohr freigibt.
Während des Walzens bewegt sich das Walzgerüst mit den daran befestigten Walzen entgegen
der Vorschubrichtung der Luppe. Mit Hilfe des Vorschubspannschlittens wird die Luppe
nach dem Erreichen des Leerlaufkalibers der Walzen einen weiteren Schritt auf den
Walzdorn hin vorgeschoben, während die Walzen mit dem Walzgerüst in ihre horizontale
Ausgangslage zurückkehren. Gleichzeitig erfährt die Luppe eine Drehung um ihre Achse,
um eine gleichmäßige Form des fertigen Rohres in Umfangsrichtung zu erreichen. Durch
mehrfaches Überwalzen jedes Rohrabschnitts werden eine gleichmäßige Wanddicke und
Rundheit des Rohrs sowie gleichmäßige Innen-und Außendurchmesser erreicht.
[0031] In einer Ausführungsform ist hinter der Walzanlage, in deren Auslaufbereich ein Bodeneinlauf
für das fertig gepilgerte Rohr vorgesehen. Beim Pilgerwalzen von Rohren werden Luppen
zu Rohrabschnitten bis zu Längen von 20 m und darüber ausgewalzt, sodass deren Unterbringung
in voller Länge in einer Halle oft nur schwer möglich ist. Daher ist es erfindungsgemäß
möglich, das Rohr nach dem Auslauf aus der Walzanlage leicht zu krümmen und in etwa
vertikal nach unten in den Boden der Halle einlaufen zu lassen. Dies spart Fläche
für die Anlage in der Halle.
[0032] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Glühofen ein kontinuierlich arbeitender
Ofen, dessen Muffel bei einer im Wesentlichen konstanten Temperatur gehalten wird.
Dazu ist in einer Ausführungsform der Erfindung der Glühofen ein Bandofen, vorzugsweise
ein Maschenbandofen. Bei einem solchen Maschenbandofen werden die zu glühenden Rohre
auf einem metallenen Band durch den Ofen bzw. dessen Muffel bewegt. Dazu weist der
Maschenbandofen zwei Schleusen auf, durch welche das zu glühende Rohr in den Ofen
bzw. aus diesem heraus bewegt werden kann, ohne dass die Muffel dabei nennenswerten
Temperaturschwankungen ausgesetzt wäre.
[0033] Der Glühofen ist in einer Ausführungsform so eingerichtet, dass das Glühen unter
Schutzatmosphäre, beispielsweise unter Wasserstoff, Stickstoff oder Argon erfolgt.
In einer Ausführungsform liegt die Glühtemperatur des Ofens zwischen 400° C und 1300°
C, vorzugsweise zwischen 1000° C und 1200° C und besonders bevorzugt bei 1150° C.
[0034] Die automatisierten Transporteinrichtungen zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen
der erfindungsgemäßen Walzstraße sind in einer Ausführungsform Rollenförderer, auf
denen das Rohr in Längsrichtung bewegbar ist. Dazu ist in einer Ausführungsform eine
oder mehrere Rollen des Rollenförderers motorisch angetrieben.
[0035] Die Transporteinrichtungen zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen können aber
auch Greiferanlagen sein, insbesondere, wenn das Rohr in seiner Querrichtung, d.h.
senkrecht zur Transportrichtung der Luppe in der Pilgerwalzanlage, bewegt werden muss.
Andere Transporteinrichtungen sind beispielsweise schräge Rampen, auf denen das Rohr
in Querrichtung abrollen kann und sich so in einer Richtung senkrecht zur Transportrichtung
der Luppe in der Pilgerwalzanlage bewegt.
[0036] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Walzstraße zwischen der Pilgerwalzanlage
und dem ersten Puffer eine Abstecheinheit zum Ablängen des Rohrs auf. Beim Abstechen
des Rohrs wird dieses in zwei Rohrabschnitte geteilt.
[0037] In einer Ausführungsform der Erfindung ist zwischen der Pilgerwalzanlage und dem
Glühofen, vorzugsweise zwischen der Pilgerwalzanlage und der Abstecheinheit zum Ablängen
des Rohrs eine Prüfeinrichtung, welche eine Prüfung der Rohrinnenwand ermöglicht,
vorgesehen. In einer Ausführungsform ist eine solche Prüfeinrichtung eine Wirbelstromsonde,
welche an einem Auslegearm in das Rohr einführbar und aus diesem herausziehbar ist.
[0038] In einer Ausführungsform, bei welcher die Prüfeinrichtung zwischen der Pilgerwalzanlage
und der Abstecheinheit vorgesehen ist, ist es möglich, Rohrabschnitte, die bei der
Prüfung durchgefallen sind, mit der Abstecheinheit aus dem Rohr herauszuschneiden
und nur solche Rohrabschnitte weiter zu bearbeiten, welche die Prüfung bestanden haben.
[0039] In einer Ausführungsform weist die Walzstraße zwischen der Pilgerwalzanlage und dem
ersten Puffer, vorzugsweise zwischen der Pilgerwalzanlage und einer Abstecheinheit
zum Ablängen Rohrs, eine Einrichtung zum Entfetten einer Rohraußenwand auf.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform ist zwischen der Pilgerwalzanlage und dem ersten
Puffer, vorzugsweise zwischen einer Abstecheinheit zum Ablängen des Rohrs und dem
ersten Puffer, eine Einrichtung zum Entfetten einer Rohrinnenwand vorgesehen.
[0041] In einer Ausführungsform ist die Richtmaschine eine Schrägwalzen-Richtmaschine.
[0042] Es versteht sich, dass hinter der Richtmaschine in Ausführungsformen der Erfindung
weitere Bearbeitungseinrichtungen zum Ausführen weiterer Bearbeitungsschritte für
die fertigen Rohrabschnitte angeordnet sein können. Solche weiteren Bearbeitungseinrichtungen
sind Beispielsweise eine Einrichtung zum Fertigschneiden der Rohre, eine Prüfeinrichtung
oder eine Einrichtung zum Verpacken der Rohre.
[0043] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
werden anhand der folgenden Beschreibung einer Ausführungsform und der dazugehörigen
Figur deutlich.
[0044] Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Walzstraße.
[0045] Die in Figur 1 gezeigte Walzstraße verfügt über folgende Bearbeitungsstationen zum
Herstellen eines hochwertigen Edelstahlrohrs: eine Kaltpilgerwalzanlage 1, eine Einrichtung
zum Entfetten 2 der Außenwand des Rohrs, eine Abstecheinrichtung 3 zum Ablängen des
Rohrs, eine Einrichtung zum Entfetten 4 der Rohrinnenwand sowie zur Endenbearbeitung
des Rohrs, einen ersten Puffer 5 für die Rohre, einen Glühofen 6, einen zweiten Puffer
7 für die Rohre sowie eine Richtmaschine 8.
[0046] In der Walzstraße ist die Flussrichtung bzw. Transportrichtung der Luppe bzw. hinter
der Kaltpilgerwalzanlage 1 des Rohrs von der Kaltpilgerwalzanlage 1 hin zum Auslass
der Richtmaschine 8.
[0047] Zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen 1, 2, 3, 4, 6, 8 sind automatisierte
Transporteinrichtungen 9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f angeordnet, welche dafür sorgen, dass
das Rohr vollautomatisch von einer Bearbeitungsstation zur nächsten transportiert
wird, ohne dass ein menschlicher Eingriff notwendig wäre.
[0048] Diese Transporteinrichtungen 9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f sind zum Einen die in Figur 1
gezeigten Rollenförderer 9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f. Diese weisen Rollen auf, auf denen
das Rohr in seiner Längsrichtung verfahren bzw. transportiert wird. Dabei ist in der
dargestellten Ausführungsform bei jedem der Rollenförderer jede zweite Rolle 10 mit
einem motorischen Antrieb versehen, der die Rolle in eine Drehbewegung versetzt und
so den Transport der auf den Rollen 10 aufliegenden Rohre bewirkt.
[0049] Die gezeigte Ausführungsform der Walzstraße verfügt über die Rollenförderer hinaus
an drei Stellen über Transporteinrichtungen 11, 12, 13, welche die Rohre in ihrer
Querrichtung transportieren.
[0050] Auf diese Weise gelingt es, die Gesamtlänge der Walzstraße trotz der großen Anzahl
von Bearbeitungsstationen 1, 3, 4, 6, 8 zu begrenzen. Die Walzstraße weist, wenn man
den Transportweg bzw. Materialfluss innerhalb der Walzstraße betrachtet, eine Faltung
des Weges auf. Dabei ändert sich die Transportrichtung des Rohrs in der Walzstraße
insgesamt dreimal. Die erste Richtungsänderung erfolgt zwischen dem Entfetter 2 für
die Rohraußenwand und der Abstecheinrichtung 3, die zweite Richtungsänderung erfolgt
zwischen dem Entfetter für die Rohrinnenwand 4 und dem Glühofen 6 und die dritte Richtungsänderung
erfolgt zwischen dem Glühofen 6 und der Richtmaschine 8.
[0051] Dabei sind die Transportrichtungen des Rohrs auf den einzelnen Strecken einander
um 180° entgegengesetzt, während zwischen den vier Transportstrecken in Längsrichtung
jeweils ein Transport in Querrichtung des Rohrs, d.h. im Wesentlichen senkrecht zu
seiner Längsrichtung, erfolgt.
[0052] Die Transporteinrichtungen 11, 12, 13 für den Transport des Rohrs in der Walzstraße
in einer Querrichtung senkrecht zur Transportrichtung der Luppe in der Kaltpilgerwalzanlage
1 weisen ganz unterschiedliche Ausgestaltungen auf.
[0053] Die erste dieser Transporteinrichtungen 11 besteht aus einer schrägen Rampe, welche
zwei Rollenförderer verbindet. Dabei rollt das Rohr, welches den Entfetter 2 verlassen
hat, von einem oberen Rollenförderer 9a über eine Schräge auf einen unteren Rollenförderer
9b.
[0054] Die zweite Transporteinrichtung 12 für einen Transport des Rohrs in einer Richtung
senkrecht zur Transportrichtung der Luppe in der Kaltpilgerwalzanlage 1 ist in den
Puffer 5 für die Rohre integriert. Bei der Transporteinrichtung 12 handelt es sich
um einen Brückenkran, dessen Brücke 14 zwischen zwei aufgeständerten Schienen 15 in
einer Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Transportrichtung 16 der Luppe in der
Kaltpilgerwalzanlage 1 verfahrbar ist. Die Brücke 14 weist eine Reihe von Greifern
(nicht dargestellt) auf, mit denen ein Rohr, das den Rollenförderer 9c vor dem Puffer
5 verlassen hat, gegriffen wird.
[0055] Bei der dritten Transporteinrichtung 13 für einen Transport des Rohrs in einer Richtung
senkrecht zur ersten Richtung 22 handelt es sich wieder um eine Rampe, auf der die
Rohre selbstständig in ihrer Querrichtung abrollen.
[0056] Die Kaltpilgerwalzanlage 1 besteht aus einem Walzgerüst 16 mit Walzen, einem kalibrierten
Walzdorn sowie einem Antrieb 17 für das Walzgerüst 16. Der Antrieb für das Walzgerüst
16 verfügt über eine Schubstange, einen Antriebsmotor und ein Schwungrad. Ein erstes
Ende der Schubstange ist exzentrisch zur Drehachse der Antriebswelle an dem Schwungrad
befestigt.
[0057] In der dargestellten Ausführungsform fällt die Drehachse der Motorwelle mit der Drehachse
der Antriebswelle des Schwungrads zusammen. Dreht sich der Rotor des Antriebsmotors,
so bildet sich ein Drehmoment aus, das auf die mit dem Rotor verbundene Motorwelle
übertragen wird. Die Motorwelle ist mit dem Schwungrad des Antriebstrangs derart verbunden,
dass das Drehmoment auf das Schwungrad übertragen wird. In Folge des Drehmoments rotiert
das Schwungrad um seine Drehachse. Die mit ihrem ersten Ende in einem radialen Abstand
von der Drehachse angeordnete Schubstange erfährt eine tangentiale Kraft und überträgt
diese auf das zweite Schubstangenende. Das mit dem zweiten Schubstangenende verbundene
Walzgerüst 16 wird entlang der durch eine Führungsschiene des Walzgerüsts 16 festgelegten
Verfahrrichtung 22 hinund herbewegt.
[0058] Während des Kaltpilgerns auf der in Figur 1 schematisch gezeigten Kaltpilgerwalzanlage
1 erfährt eine in die Kaltpilgerwalzanlage 1 in der Richtung 22 eingeführte Luppe,
d.h. ein Rohrohr, einen schrittweisen Vorschub in Richtung auf den Walzdorn zu bzw.
über diesen hinweg, während die Walzen des Walzgerüsts 16 drehend über dem Dorn und
damit über die Luppe horizontal hinund herbewegt werden. Dabei wird die Horizontalbewegung
der Walzen durch das Walzgerüst 16 selbst vorgegeben, an dem die Walzen drehbar gelagert
sind. Das Walzgerüst 16 wird in einer Richtung parallel zum Walzdorn hin- und herbewegt,
während die Walzen selbst ihre Drehbewegung durch eine relativ zum Walzgerüst 16 feststehende
Zahnstange erhalten, in welche fest mit den Walzenachsen verbundene Zahnräder eingreifen.
[0059] Der Vorschub der Luppe über den Dorn erfolgt mit Hilfe des Vorschubspannschlittens
18, welcher eine Translationsbewegung in einer Richtung 16 parallel zur Achse des
Walzdorns ermöglicht. Die im Walzgerüst 16 übereinander angeordneten konisch kalibrierten
Walzen drehen sich entgegen der Vorschubrichtung 16 des Vorschubspannschlittens 18.
Das von den Walzen gebildete sogenannte Pilgermaul erfasst die Luppe und die Walzen
drücken von außen eine kleine Werkstoffwelle ab, die von einem Glättkaliber der Walzen
und dem Walzdorn zu der vorgesehenen Wanddicke ausgestreckt wird, bis ein Leerlaufkaliber
der Walzen das fertige Rohr freigibt. Während des Walzens bewegt sich das Walzgerüst
16 mit den daran befestigten Walzen entgegen der Vorschubrichtung 22 der Luppe. Mit
Hilfe des Vorschubspannschlittens 18 wird die Luppe nach dem Erreichen des Leerlaufkalibers
der Walzen um einen weiteren Schritt auf den Walzdorn hin vorgeschoben, während die
Walzen mit dem Walzgerüst 16 in ihre horizontale Ausgangslage zurückkehren. Gleichzeitig
erfährt die Luppe eine Drehung um ihre Längsachse, um eine gleichmäßige Form des fertigen
Rohrs zu erreichen. Durch mehrfaches Überwalzen jedes Rohrabschnitts wird eine gleichmäßige
Wanddicke und Rundheit des Rohrs sowie gleichmäßige Innenund Außendurchmesser erreicht.
[0060] Eine zentrale Ablaufsteuerung der Walzstraße steuert alle zunächst unabhängigen Bearbeitungsstationen,
so auch die Antriebe der Kaltpilgerwalzanlage 1 selbst. Die Steuerung für die Kaltpilgerwalzanlage
1 beginnt mit dem Auslösen eines Vorschubschrittes des Antriebs des Vorschubspannschlittens
18 zum Vorschieben der Luppe. Nach Erreichen der Vorschubposition wird der Antrieb
so angesteuert, dass er den Vorschubspannschlitten 18 statisch hält. Die Drehgeschwindigkeit
des Antriebsmotors für das Walzgerüst 16 wird so gesteuert, dass gleichzeitig mit
dem Vorschubschritt des Vorschubspannschlittens 18 das Walzgerüst 16 in seine Ausgangslange
zurückgeführt wird, während nach dem Abschluss des Vorschubschritts das Walzgerüst
16 horizontal über die Luppe verschoben wird, wobei die Walzen die Luppe erneut auswalzen.
Beim Erreichen des Umkehrpunkts des Walzgerüsts 16 wird der Antrieb des Spannfutters
derart angesteuert, dass die Luppe um den Dorn gedreht wird.
[0061] Nach dem Auslauf aus der Kaltpilgerwalzanlage 1 wird das fertig reduzierte Rohr in
einem Entfetter 2 an seiner Außenwand entfettet. Dabei wird dasjenige Fett entfernt,
das in der Kaltpilger-walzanlage als Schmierstoff zwischen den Walzen des Walzgerüsts
16 und der Luppe eingebracht wird.
[0062] In der dargestellten Ausführungsform der Erfindung läuft das fertig gepilgerte und
außen entfettete Rohr mit einem Teil seiner Länge in eine trichterförmige Anordnung
23, sodass ein Teil des fertig gepilgerten Rohrs in ein im Wesentlichen vertikales
Loch 25 eingeschoben wird, um Platz in der Halle, in der die Walzstraße steht, zu
sparen. Für den Einlauf eines Teils des fertig gepilgerten Rohrs in das Loch 25 ist
eine Mehrzahl von Rollen 24 vorgesehen, die so angeordnet sind, dass ihre Oberflächenabschnitte,
welche mit dem fertig gepilgerten Rohr in Eingriff stehen, eine Krümmung beschreiben,
entlang derer das Rohrende in das Loch 25 einläuft.
[0063] Durch die Transporteinrichtung 11 erfährt das Rohr hinter dem Entfetter 2 einen Versatz
in einer Richtung senkrecht zur Transportrichtung 16 der Luppe in der Kaltpilgerwalzanlage
1. Der weitere Transport des Rohrs erfolgt verglichen mit der Transportrichtung der
Luppe in der Kaltpilger-walzanlage 1 um 180° gedreht in eine Abstecheinrichtung 3
hinein. Beim Abstechen wird ein Drehmeißel um die Längsachse des Rohrs gedreht und
gleichzeitig radial auf bzw. in das Rohr zugestellt, sodass das Rohr aufgetrennt wird
und zwei Rohrabschnitte entstehen. Der Abstechprozess kann dabei als Fräsen betrachtet
werden, da das Rohr fest eingespannt ist, während sich der Abstechmeißel um das Rohr
herum dreht und radial zugestellt wird.
[0064] Das abgestochene, d.h. auf die eingestellte Länge abgelängte Rohr, verlässt die Abstecheinrichtung
3 auf einem Rollenförderer 9c und wird von diesem in Querrichtung entnommen und in
einen Entfetter 4 zum Entfetten der Innenwand des Rohrs eingelegt. In der dargestellten
Ausführungsform findet in dem Entfetter 4 auch ein Planfräsen der Stirnseiten des
Rohrs (Endenbearbeitung) statt, sodass diese eine Planität aufweisen, so wie sie für
ein späteres Orbitalschweißen mehrerer Rohrabschnitte aneinander erforderlich ist.
[0065] Nachdem das Rohr in seinem Inneren entfettet und an seinen Enden geplant ist, wird
es zurück auf den Rollenförderer 9c verschwenkt und mit diesem in den Puffer 5 eingespeist.
[0066] In der dargestellten Ausführungsform verfügt der Puffer 5 über eine Einlaufbank 19
sowie fünf Speicherbänke 20. Mit Hilfe des Brückenkrans 12 wird das Rohr von der Einlaufbank
19 gegriffen und auf einer der Speicherbänke 20 abgelegt. Jedes folgende Rohr wird
ebenfalls auf der gleichen Speicherbank 20 abgelegt, bis eine gewünschte Anzahl von
Rohren auf einer Speicherbank 20 liegt, die dann ein Bund, d.h. eine Ofenauflage,
bilden.
[0067] In einer alternativen, hier nicht dargestellten Ausführungsform werden die Rohre
eines Bunds zusammengebunden, wobei das Zusammenbinden des Bunds aus Rohren auf der
Speicherbank 20 automatisiert erfolgt.
[0068] Ist das Bund fertig zusammen gestellt, so wird das Bund mit Hilfe des Brückengreifers
14 gegriffen und auf den Rollenförderer 9d aufgelegt, der das Bund von Rohren dem
Maschenbandofen 6 zuführt.
[0069] In der dargestellten Ausführungsform weist der erste Puffer 5 die Möglichkeit auf,
in der Pilgerwalzanlage 1 gepilgerte und mit der Abstecheinrichtung 3 abgestochene
Rohre aus der Walzstraße auszuschleusen, um sie gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt
und in einer anderen Anlage weiter bearbeiten zu können. Darüber hinaus können auf
einer anderen Walzanlage gepilgerte Rohre in den Puffer 5 eingeschleust werden, um
sie in dem Ofen 6 und der Richtmaschine 8 weiter zu bearbeiten.
[0070] In dem Ofen 6 wird das Bund von Rohren zur Verfestigung geglüht, d.h. auf eine Temperatur
von 1080° C gebracht. Um eine kontinuierliche Fertigung, d.h. den kontinuierlichen
Einlauf von Rohren in den Ofen, zu ermöglichen, ist der Ofen als Maschenbandofen 6
ausgestaltet, bei dem sich ein Förderband 21 aus Edelstahldrahtgeflecht als Endlosband
durch die Muffe des Ofens erstreckt und einen Rohrbund kontinuierlich durch die Muffel
hindurchbewegt. An den Enden der Muffel ist je eine H
2--gespülte Schleuse vorgesehen. Diese Schleusen verhindern, dass während des Betriebs
des Ofens Sauerstoff in die Muffel gelangt, welcher dann unter Temperatur mit den
Rohren reagieren würde.
[0071] Das Glühen der Rohre im Maschenbandofen 6 führt zu einer Verfestigung des Edelstahls
der Rohre. Als nachteilig erweist sich allerdings, dass sich die Rohre aufgrund der
hohen Temperaturen im Glühofen 6 verziehen und nach dem Verlassen des Ofens nicht
mehr gerade sind, sondern insbesondere Wellen in ihrem Längsverlauf aufweisen. Daher
ist noch ein finaler Bearbeitungsschritt notwendig, in welchem die Rohre, welche den
Ofen 6 verlassen haben, gerichtet werden.
[0072] Die Rohre werden dem Ofen zunächst mit Hilfe eines Rollenförderers 9e entnommen und
von dort mit einem Brückenkran (in Figur 1 nicht gezeigt) in einer Richtung senkrecht
zur Transportrichtung 16 der Luppe in der Kaltpilgerwalzanlage in den zweiten Rohrpuffer
7 verfahren. Hier wird das Bund, in welchem die Rohre durch den Ofen 6 transportiert
wurden, durch Aufschneiden der Rödeldrähte wieder aufgelöst und die Rohre vereinzelt.
Jedes einzelne Rohr wird dann in die Richtmaschine 8 eingeführt und dort gerichtet.
[0073] Die Richtmaschine 8 ist eine sogenannte Schrägwalzen-Richtmaschine, im vorliegenden
Fall mit zehn Walzen. Die Drehachsen der einzelnen Walzen sind unter einem Winkel
("schräg") zur Längsachse der Anlage, die im Wesentlichen mit der Längsachse des zu
richtenden Rohrs zusammenfällt, angeordnet. Die einzelnen Walzen weisen eine hyperbolische
Form ihrer Mantelflächen, mit denen die Walzen mit dem zu richtenden Rohr in Eingriff
treten, auf. Aus der hyperbolischen Form der Mantelflächen der Walzen folgt eine lange
Anlagefläche jeder Walze an dem zu richtenden Rohr, sodass die Biegekräfte von den
Walzen als Streckenlast auf das zu richtende Rohr eingeleitet werden.
[0074] Von den insgesamt zehn Walzen der Richtmaschine sind jeweils zwei Walzen paarweise
übereinander angeordnet, sodass die eine von oben mit dem zu richtenden Rohr in Eingriff
kommt und die andere Walze des Paars von unten. Die Walzen sind motorisch angetrieben
und die Ausrichtung ihrer Drehachsen unter einem Winkel zur Achse des zu richtenden
Rohrs bewirkt, dass dem zu richtenden Rohr eine Drehbewegung und eine Vorschubbewegung
aufgezwungen wird. Von der unteren Walze eines Paars wird das Rohr plastisch in die
konkave Kontur der Oberwalze hineingebogen. Diese plastische Längsbiegung wird durch
eine plastische Ovalverformung des Rohrquerschnitts überlagert, wodurch die Gradheit,
insbesondere an den Rohrenden, weiter verbessert wird. Der Transportpfad des zu richtenden
Rohrs in der Richtmaschine 8 wird durch in Längsrichtung verlaufende Führungsbleche
oder -lineale begrenzt.
[0075] Hinter der Richtmaschine 8 ist in der dargestellten Ausführungsform eine Einrichtung
zum Richtpolieren vorgesehen, bei welcher zwei rotierende Vliesscheiben 26 polierend
mit dem fertigen Rohr in Reibeingriff kommen.
[0076] Für Zwecke der ursprünglichen Offenbarung wird darauf hingewiesen, dass sämtliche
Merkmale, wie sie sich aus der vorliegenden Beschreibung, den Zeichnungen und den
Ansprüchen für einen Fachmann erschließen, auch wenn sie konkret nur im Zusammenhang
mit bestimmten weiteren Merkmalen beschrieben wurden, sowohl einzeln als auch in beliebigen
Zusammenstellungen mit anderen der hier offenbarten Merkmale oder Merkmalsgruppen
kombinierbar sind, soweit dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde oder technische
Gegebenheiten derartige Kombinationen unmöglich oder sinnlos machen. Auf die umfassende,
explizite Darstellung sämtlicher denkbarer Merkmalskombinationen wird hier nur der
Kürze und der Lesbarkeit der Beschreibung wegen verzichtet. Während die Erfindung
im Detail in den Zeichnungen und er vorangehenden Beschreibung dargestellt und beschrieben
wurde, erfolgt diese Darstellung und Beschreibung lediglich beispielhaft und ist nicht
als Beschränkung des Schutzbereichs gedacht, so wie er durch die Ansprüche definiert
wird. Die Erfindung ist nicht auf die offenbarten Ausführungsformen beschränkt.
[0077] Abwandlungen der offenbarten Ausführungsformen sind für den Fachmann aus den Zeichnungen,
der Beschreibung und den beigefügten Ansprüchen offensichtlich. In den Ansprüchen
schließt das Wort "aufweisen" nicht andere Elemente oder Schritte aus, und der unbestimmte
Artikel "eine" oder "ein" schließt eine Mehrzahl nicht aus. Die bloße Tatsache, dass
bestimmte Merkmale in unterschiedlichen Ansprüchen beansprucht sind, schließt ihre
Kombination nicht aus. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Beschränkung
des Schutzbereichs gedacht.
Bezugszeichenliste
[0078]
- 1
- Kaltpilgerwalzanlage
- 2, 4
- Entfetter
- 3
- Abstecheinrichtung
- 5
- erster Puffer
- 6
- Glühofen
- 7
- zweiter Puffer
- 8
- Richtmaschine
- 9a, b, c, d, e, f
- Rollenförderer
- 10
- angetriebene Rolle
- 11, 12, 13
- Transporteinrichtungen
- 14
- Brückengreifer
- 15
- Schienen
- 16
- Walzgerüst
- 17
- Antrieb
- 18
- Vorschubspannschlitten
- 19
- Einlaufbank
- 20
- Speicherbänke
- 21
- Förderband
- 22
- Transportrichtung in der Walzanlage 1
- 23
- Bodeneinlauf
- 24
- Walze
- 25
- Loch
- 26
- Vliesscheiben
1. Walzstraße zum Fertigen eines Rohrs mit
einer Pilgerwalzanlage (1) zum Reduzieren des Durchmessers einer Luppe zu dem Rohr,
einem ersten Puffer (5) für eine Mehrzahl von Rohren, wobei der erste Puffer (5) eine
Einrichtung zum Bündeln einer Mehrzahl von Rohren in einem Bund aufweist,
einem Glühofen (6) zum gleichzeitigen Glühen einer Mehrzahl von Rohren,
einem zweiten Puffer (7) für eine Mehrzahl von Rohren, wobei der zweite Puffer (7)
für die Rohre eine Einrichtung zum Vereinzeln der Mehrzahl von Rohren aus einem Bund
aufweist, und
einer Richtmaschine (8) zum Richten der vereinzelten Rohre nacheinander,
wobei die Walzstraße kontinuierlich arbeitet,
wobei die Einrichtungen in Transportrichtung des Rohrs in der vorgenannten Reihenfolge
angeordnet sind und
wobei zwischen der Pilgerwalzanlage (1), dem ersten Puffer (5), dem Glühofen (6),
dem zweiten Puffer (7) und der Richtmaschine (8) jeweils eine automatisierte Transporteinrichtung
(9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f, 11, 12, 13) für das Rohr vorgesehen ist.
2. Walzstraße nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportrichtung (16) der Luppe in der Pilgerwalzanlage (1) eine erste Richtung
definiert, und dass der erste Puffer (5) eine Transporteinrichtung (11, 12, 13) für
einen Transport der Rohre in einer zu der ersten Richtung senkrechten zweiten Richtung
aufweist.
3. Walzstraße nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportrichtung (16) der Luppe in der Pilgerwalzanlage (1) eine erste Richtung
definiert, und dass der zweite Puffer (7) eine Transporteinrichtung (11, 12, 13) für
einen Transport der Rohre in einer zu der ersten Richtung senkrechten zweiten Richtung
aufweist.
4. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportrichtung (16) der Luppe in der Pilgerwalzanlage (1) eine erste Richtung
definiert, und dass die Walzstrasse so eingerichtet ist, dass das Rohr in der Walzstrasse
abschnittsweise in einer zu der ersten Richtung parallelen, aber entgegen gesetzten
Richtung transportiert wird.
5. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Glühofen ein Bandofen (6) ist.
6. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwischen der Pilgerwalzanlage (1) und dem ersten Puffer (5) eine Abstecheinheit
(3) zum Ablängen des Rohrs aufweist.
7. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwischen der Pilgerwalzanlage (1) und dem ersten Puffer (5), vorzugsweise zwischen
der Pilgerwalzanlage (1) und einer Abstecheinheit (3) zum Ablängen des Rohrs, eine
Einrichtung (2) zum Entfetten einer Rohraußenwand aufweist.
8. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwischen der Pilgerwalzanlage (1) und dem ersten Puffer (5), vorzugsweise zwischen
einer Abstecheinheit (3) zum Ablängen des Rohrs und dem ersten Puffer (5), eine Einrichtung
(4) zum Entfetten einer Rohrinnenwand aufweist.
9. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwischen der Pilgerwalzanlage (1) und dem ersten Puffer (5), vorzugsweise zwischen
der Pilgerwalzanlage (1) und einer Abstecheinheit (3) zum Ablängen des Rohrs, eine
Prüfeinrichtung zur Prüfung der Rohrinnenwand aufweist.
10. Walzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Steuerung aufweist, die so eingerichtet ist, dass sie alle Bearbeitungsschritte
in der Walzstraße steuert.
1. Rolling train for producing a tube, comprising
a pilger rolling mill (1) for reducing the diameter of a hollow blank to form the
tube,
a first buffer (5) for a plurality of tubes, wherein the first buffer (5) has a device
for bundling a plurality of tubes in a bundle,
an annealing furnace (6) for simultaneous annealing of a plurality of tubes,
a second buffer (7) for a plurality of tubes, wherein the second buffer (7) for the
tubes has a device for separating the plurality of tubes out of a bundle, and
a straightening machine (8) for straightening the separated tubes in succession, wherein
the rolling train operates continuously,
wherein the devices are disposed, in the transport direction of the tube, in the aforementioned
sequence, and
wherein an automated transport device (9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f, 11, 12, 13) for the
tube is provided between, respectively, the pilger rolling mill (1), the first buffer
(5), the annealing furnace (6), the second buffer (7) and the straightening machine
(8).
2. Rolling train according to claim 1, characterized in that the transport direction (16) of the hollow blank in the pilger rolling mill (1) defines
a first direction, and in that the first buffer (5) has a transport device (11, 12, 13) for transporting the tubes
in a second direction that is perpendicular to the first direction.
3. Rolling train according to claim 1 or 2, characterized in that the transport direction (16) of the hollow blank in the pilger rolling mill (1) defines
a first direction, and in that the second buffer (7) has a transport device (11, 12, 13) for transporting the tubes
in a second direction that is perpendicular to the first direction.
4. Rolling train according to one of claims 1 to 3, characterized in that the transport direction (16) of the hollow blank in the pilger rolling mill (1) defines
a first direction, and in that the rolling train is set up such that the tube in the rolling train is transported,
portionally, in a direction that is parallel but opposite to the first direction.
5. Rolling train according to one of claims 1 to 4, characterized in that the annealing furnace is a belt furnace (6).
6. Rolling train according to one of claims 1 to 5, characterized in that it has a parting-off unit (3) for cutting the tube into lengths, between the pilger
rolling mill (1) and the first buffer (5).
7. Rolling train according to one of claims 1 to 6, characterized in that it has a device (2) for degreasing a tube outer wall, between the pilger rolling
mill (1) and the first buffer (5), preferably between the pilger rolling mill (1)
and a parting-off unit (3) for cutting the tube into lengths.
8. Rolling train according to one of claims 1 to 7, characterized in that it has a device (4) for degreasing a tube inner wall, between the pilger rolling
mill (1) and the first buffer (5), preferably between a parting-off unit (3) for cutting
the tube into lengths and the first buffer (5).
9. Rolling train according to one of claims 1 to 8, characterized in that it has an inspection device for inspecting the tube inner wall, between the pilger
rolling mill (1) and the first buffer (5), preferably between the pilger rolling mill
(1) and a parting-off unit (3) for cutting the tube into lengths.
10. Rolling train according to one of claims 1 to 9, characterized in that it has a control system, which is set up such that it controls all processing steps
in the rolling train.
1. Laminoir pour la fabrication d'un tube, avec
un train de laminage à pas de pèlerin (1) pour réduire le diamètre d'un lopin à un
tube, un premier tampon (5) pour une pluralité de tubes, le premier tampon (5) comprenant
un dispositif pour réunir une pluralité de tubes en un faisceau de tubes,
un four à recuire (6) pour recuire simultanément une pluralité de tubes,
un deuxième tampon (7) pour une pluralité de tubes, le deuxième tampon (7) pour les
tubes comprenant un dispositif pour la singularisation de la pluralité de tubes à
partir d'un faisceau de tubes, et
une machine de rectification (8) pour rectifier des tubes singularisés les uns après
les autres,
le laminoir travaillant de manière continue,
les dispositifs étant disposés dans la direction de transport du tube dans l'ordre
indiqué ci-avant et
un dispositif de transport automatisé (9a, 9b, 9c, 9d, 9e, 9f, 11, 12, 13) pour le tube étant prévu respectivement entre le train de laminage
à pas de pèlerin (1), le premier tampon (5), le four à recuire (6), de deuxième tampon
(7) et la machine de rectification (8).
2. Laminoir selon la revendication 1, caractérisé en ce que la direction de transport (16) du lopin dans le train de laminage à pas de pèlerin
(1) définit une première direction et en ce que le premier tampon (5) comprend un dispositif de transport (11, 12, 13) pour un transport
des tubes dans une deuxième direction perpendiculaire à la première direction.
3. Laminoir selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la direction de transport (16) du lopin dans le train de laminage à pas de pèlerin
(1) définit une première direction et en ce que le deuxième tampon (7) comprend un dispositif de transport (11, 12, 13) pour un transport
des tubes dans une deuxième direction perpendiculaire à la première direction.
4. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la direction de transport (16) du lopin dans le train de laminage à pas de pèlerin
(1) définit une première direction et en ce que le laminoir est agencé de façon que le tube est transporté dans le laminoir par tronçon
dans une direction parallèle à la première direction mais à sens opposé.
5. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le four à recuire est un four à bande (6).
6. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'il comprend, entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et le premier tampon
(5), une unité de tronçonnage (3) pour la découpe en longueur du tube.
7. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'il comprend, entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et le premier tampon
(5), de préférence entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et une unité de
tronçonnage (3) pour la découpe en longueur du tube, un dispositif (2) pour le dégraissage
d'une paroi extérieure du tube.
8. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'il comprend, entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et le premier tampon
(5), de préférence entre une unité de tronçonnage (3) pour la découpe en longueur
du tube et le premier tampon (5), un dispositif (4) pour le dégraissage d'une paroi
intérieure du tube.
9. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'il comprend, entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et le premier tampon
(5), de préférence entre le train de laminage à pas de pèlerin (1) et une unité de
tronçonnage (3) pour la découpe en longueur du tube, un dispositif de vérification
pour la vérification de la paroi intérieure du tube.
10. Laminoir selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'il comprend une commande qui est agencée de façon qu'elle commande toutes les étapes
de traitement dans le laminoir.