[0001] Die Erfindung betrifft ein selbstsicherndes Absturzsicherungsgerät, das zum Auf-
und Abstieg bzw. zum Herunterlassen an einem Seil zu verwenden ist.
[0002] Beim Bergsteigen wird häufig als Sicherung für Personen beim Aufstieg an einem fixierten
Seil eine sogenannte Seilklemme verwendet, um im Falle eines Sturzes einen Absturz
zu verhindern. In der
DE 3 722 280 A1 ist ein derartiges Gerät beschrieben. Seilklemmen werden mit Hilfe einer Öse unter
Benutzung eines Karabiners mit einem Klettergurt eines Kletterers verbunden. Die meisten
Seilklemmen haben einen beweglichen Klemmnocken, der durch eine Feder gegen das Seil
gedrückt wird. Dieser Klemmnocken weist auf seiner Oberfläche Greifstacheln auf, die
im Falle eines Sturzes in die Fasern des Seils eindringen und so eine Klemmwirkung
hervorrufen, wodurch der Absturz des Kletterers verhindert wird. Da die Seilklemmen
keine Redundanz aufweisen, ist es schon mehrfach zu schweren Unfällen gekommen.
[0003] In der
US 4,560,029 wird daher ein Absturzsicherungsgerät vorgeschlagen, welches zwei um parallele Drehachsen
bewegliche Klemmnocken aufweist, welche jeweils eine gezahnte Oberfläche aufweisen
und in einer Klemmstellung gegen das Seil drücken. Die Klemmnocken sind dabei durch
eine feste Verbindungsstange so miteinander gekoppelt, dass sie sich immer parallel
bewegen. In ähnlicher Weise wird in der
GB 2 416 386 A vorgeschlagen, mehrere um parallele Drehachsen bewegliche einzelne Zähne einzusetzen,
die über eine gemeinsame Kopplungsstange fix untereinander gekoppelt sind, so dass
sie gemeinsam in einer Sicherungsstellung gegen das Seil drücken. Ebenso wird in der
US 4,034,828 vorgeschlagen, zwei um parallele Drehachsen bewegliche Klemmnocken einzusetzen, die
über eine Verbindungsstange so gekoppelt sind, dass sie eine parallelogrammähnliche
Bewegung durchführen. In allen Fällen sind die Verbindungsstangen so mit einem an
der zu sichernden Person befestigten Sicherungsseil gekoppelt, dass bei einem Zug
des Sicherungsseils nach unten die Klemmnocken bzw. Zähne in die Sicherheitsstellung
bewegt werden und das Seil geklemmt wird. Um das Seil zu lösen, muss die gesicherte
Person manuell die Klemmnocken bzw. Zähne aus der Klemmstellung bewegen. Schwierig
ist hierbei ein langsames kontrolliertes Abseilen, da die Abseilgeschwindigkeit davon
abhängt, in welcher Stellung die gesicherte Person die Klemmnocken bzw. Zähne manuell
hält.
[0004] Darüber hinaus kommt in einigen Kletterhallen ein selbstsicherndes Ablassgerät zum
Einsatz. Das Gerät umfasst ein Gehäuse, das an einem zertifizierten Anschlag lotrecht
über einem gewünschten Abseilpunkt befestigt ist und in dem eine federbelastete, um
eine Drehachse drehbare Seilrolle angeordnet ist. Die Seilrolle dient der Aufnahme
eines mit einem Klettergurt eines Kletterers verbindbaren Drahtseils. Das Gerät ermöglicht
einen ungehinderten Aufstieg des Kletterers, wobei das Drahtseil aufgrund einer Drehung
der Seilrolle in eine erste Richtung, die durch die auf die Seilrolle wirkende Federkraft
veranlasst wird, kontinuierlich auf die Seilrolle aufgewickelt wird. Im Falle eines
Absturzes des Kletterers wird die Seilrolle durch das Gewicht des Kletterers entgegen
der auf die Seilrolle wirkenden Federkraft in eine Drehung in eine der ersten Richtung
entgegengesetzte zweite Richtung versetzt. Dabei wird das Drahtseil von der Seilrolle
abgewickelt und der Kletterer (mit einer Geschwindigkeit von ca. 1 m/s) langsam und
kontrolliert zum Boden abgelassen. Das Gerät eignet sich nur für den Einsatz in Kletterhallen,
da es eine genormte Fixierung benötigt, die noch dazu lotrecht über dem gewünschten
Abseilpunkt positioniert sein muss. Ferner ist die Länge der mit Hilfe des Geräts
abzusichernden Kletterroute durch die Länge des Drahtseils begrenzt. Überdies weist
Gerät ein hohes Eigengewicht auf und ist zudem witterungsanfällig.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfach handhabbares selbstsicherndes
Absturzsicherungsgerät bereitzustellen, das beim Aufstieg und beim Abstieg eines Kletterers
an einem Seil einen Absturz des mittels des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gesicherten Kletterers sicher verhindert und ein kontrollierteres Abseilen ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Absturzsicherungsgerät gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß weißt das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät, das zum gesicherten
Auf- und Abstieg an einem Seil verwendet werden kann, ein Seilführungselement, einen
ersten Bremsklemmkörper und einen zweiten Bremsklemmkörper auf. Ein zur Verwendung
mit dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät geeignetes Seil kann ein aus mehreren
Naturfasern, Kunstfasern und/oder Drähten bestehendes, längliches, biegeschlaffes
elastisches Element sein, das zur Übertragung von Zugkräften verwendet werden kann.
Das Seil kann auch als Doppelstrang ausgeführt sein. Das Seilführungselement, der
erste Bremsklemmkörper und/oder der zweite Bremsklemmkörper besteht/bestehen vorzugsweise
aus einem abriebfesten Material, das möglichst wenig anfällig für Verschleiß durch
Seilreibung ist und gleichzeitig ein möglichst geringes Gewicht aufweist. Beispielsweise
können eine Aluminiumlegierung oder eine Edelstahllegierung zur Herstellung des Seilführungselements,
des ersten Bremsklemmkörpers und/oder der zweiten Bremsklemmkörpers verwendet werden,
wobei diese Bauteile aus dem gleichen Material oder aus unterschiedlichen Materialien
gefertigt sein können.
[0008] Der erste und der zweite Bremsklemmkörper des Absturzsicherungsgeräts sind jeweils
dazu eingerichtet, zumindest einen ersten Betriebszustand oder einen zweiten Betriebszustand
einzunehmen. In ihrem ersten Betriebszustand ermöglichen der erste und der zweite
Bremsklemmkörper eine relative Verschiebung zwischen dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät
und dem Seil, das zwischen den Bremsklemmkörpern und dem Seilführungselement geführt
ist. Wenn sich der erste und der zweite Bremsklemmkörper in ihrem ersten Betriebszustand
befinden, ermöglichen sie folglich einen ungehinderten Seillauf, so dass entweder
das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät von einem selbsttätig an dem Seil aufsteigenden
oder absteigenden Kletterer ohne nennenswerte Krafteinwirkung relativ zu dem Seil
verschoben werden kann oder das Seil ohne nennenswerte Krafteinwirkung relativ zu
dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät bewegt werden kann. Ein Betriebszustand
des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts, in dem sich sowohl der erste als auch
der zweite Bremsklemmkörper in seinem ersten Betriebszustand befinden, wird im Folgenden
als Auf/Abstiegsbetriebszustand bezeichnet.
[0009] In ihrem jeweiligen zweiten Betriebszustand drücken der erste und der zweite Bremsklemmkörper
dagegen das Seil gegen eine Bremsfläche am Seilführungselement und üben dadurch eine
Bremswirkung auf das Seil aus. Die Bremsfläche kann dabei im einfachsten Fall vorzugsweise
durch einen Teil der Seilführungsfläche gebildet werden. Prinzipiell kann aber am
Seilführungselement auch ein Bremskörper, Bremsblock oder dergleichen anmontiert sein,
welcher die Bremsfläche aufweist. Die Bremsfläche muss nicht eine ebene Fläche sein,
sondern kann prinzipiell eine beliebige geeignete, z. B. rundliche bzw. konkave Form
aufweisen, insbesondere, wenn dies für die Seilführung besser ist. Mit anderen Worten,
in ihrem zweiten Betriebszustand unterbinden der erste und der zweite Bremsklemmkörper
eine relative Verschiebung zwischen dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät und
dem Seil, das zwischen den Bremsklemmkörpern und dem Seilführungselement geführt ist.
Wenn sich der erste und der zweite Bremsklemmkörper in ihrem zweiten Betriebszustand
befinden, verhindern sie folglich einen Absturz eines an dem Seil aufsteigenden oder
absteigenden Kletterers. Durch die Verwendung von zwei Bremsklemmkörper weist das
erfindungsgemäße selbstsichernde Absturzsicherungsgerät Redundanz, d.h. eine Hintersicherung
durch Verdopplung des kritischen Elements der Sicherungskette, in diesem Fall des
Bremsklemmkörpers auf. Ein Absturz eines mittels des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
beim Aufstieg oder Abstieg an einem Seil gesicherten Kletterers wird somit besonders
sicher und zuverlässig verhindert. Ein Betriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts,
in dem sich sowohl der erste als auch der zweite Bremsklemmkörper in seinem zweiten
Betriebszustand befindet, wird im Folgenden als Absturzsicherungsbetriebszustand bezeichnet.
[0010] Ferner kann sich das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät noch in einem sogenannten
Abseilbetriebszustand befinden, nämlich dann, wenn sich, wie im Folgenden noch näher
erläutert werden wird, einer der beiden Bremsklemmkörper in seinem ersten Betriebszustand
befindet, während sich der andere der beiden Bremsklemmkörper in seinem zweiten Betriebszustand
befindet.
[0011] Bei dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät ist hierzu erfindungsgemäß mindestens
ein Bremsklemmkörper unabhängig von dem anderen Bremsklemmkörper relativ zu dem Seilführungselement
zwischen seinem ersten und seinem zweiten Betriebszustand bewegbar. Der erste Bremsklemmkörper
kann sich dann z. B. in seinem ersten Betriebszustand befinden und einen ungehinderten
Lauf des zwischen den Bremsklemmkörpern und dem Seilführungselement geführten Seils
ermöglichen, während sich der zweite Bremsklemmkörper in seinem zweiten Betriebszustand
befindet und das Seil gegen das Seilführungselement drückt. Umgekehrt kann sich z.
B. auch der erste Bremsklemmkörper in seinem zweiten Betriebszustand befinden und
das Seil gegen das Seilführungselement drücken, während sich der zweite Bremsklemmkörper
in seinem ersten Betriebszustand befindet und einen ungehinderten Lauf des zwischen
den Bremsklemmkörpern und dem Seilführungselement geführten Seils ermöglicht.
[0012] Wenn sich nur einer der beiden Bremsklemmkörper in seinem zweiten Betriebszustand
befindet, ist die auf das Seil ausgeübte Bremswirkung geringer als im Absturzsicherungsbetriebszustand
des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts, in dem sich beide Bremsklemmkörper in
ihrem zweiten Betriebszustand befinden und das Seil gegen das Seilführungselement
drücken. In seinem Abseilbetriebszustand, in dem sich einer der beiden Bremsklemmkörper
in seinem ersten Betriebszustand befindet, während sich der andere der beiden Bremsklemmkörper
in seinem zweiten Betriebszustand befindet, ist das Absturzsicherungsgerät folglich
besonders dazu geeignet, einen Kletterer zu sichern, der sich langsam und kontrolliert
an dem Seil abseilt. Dabei kann durch den Bremsklemmkörper, der sich im zweiten Betriebszustand
befindet, unabhängig von der aktuellen Position des anderen Bremsklemmkörpers eine
Mindestbremswirkung beim Abseilen aufrechterhalten werden. Das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät
kann folglich nicht nur für einen selbsttätigen Abstieg eines Kletterers an dem Seil,
sondern auch für das kontrollierte Abseilen des Kletterers an dem Seil verwendet werden.
[0013] Das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät kann im Bergsport, bei hochgelegenen,
absturzgefährdeten Arbeitsplätzen, wie zum Beispiel an Windkraftanlagen, Telekommunikationsmasten
etc., sowie bei jeder Tätigkeit, bei der eine Absturzsicherung unter Verwendung eines
Seils gewünscht wird, eingesetzt werden.
[0014] Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung. Einzelne
Merkmale verschiedener Ausführungsvarianten können beliebig miteinander kombiniert
werden.
[0015] Der erste Bremsklemmkörper und der zweite Bremsklemmkörper sind bevorzugt durch Drehungen
in entgegengesetzte Drehrichtungen relativ zu dem Seilführungselement jeweils von
ihrem ersten in ihren zweiten Betriebszustand bewegbar. Erfolgt die Drehung des ersten
Bremsklemmkörpers beim Übergang vom ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand
im Uhrzeigersinn, so erfolgt die Drehung des zweiten Bremsklemmkörpers beim Übergang
vom ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand somit vorzugsweise gegen
den Uhrzeigersinn. Umgekehrt kann der zweite Bremsklemmkörper durch Drehung im Uhrzeigersinn
von seinem ersten Betriebszustand in seinen zweiten Betriebszustand überführt werden,
wenn der erste Bremsklemmkörper durch Drehung gegen den Uhrzeigersinn von seinem ersten
Betriebszustand in seinen zweiten Betriebszustand überführt wird. Es versteht sich,
dass auch eine gleichsinnige Drehung der beiden Bremsklemmkörper möglich ist, nämlich
dann, wenn der erste Bremsklemmkörper von seinem ersten Betriebszustand in seinen
zweiten Betriebszustand überführt wird und der zweite Bremsklemmkörper von seinem
zweiten Betriebszustand in seinen ersten Betriebszustand überführt wird, oder umgekehrt.
[0016] Vorzugsweise drücken die Bremsklemmkörper in ihrem zweiten Betriebszustand jeweils
unmittelbar gegen das Seil, d. h. sie weisen jeweils eine Bremsfläche auf, die direkt
gegen das Seil drückt.
[0017] Das Seilführungselement des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts weist vorzugsweise
eine erste Seilführungsfläche auf, die dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des Seils
in eine erste Richtung zu verhindern. Des Weiteren kann das Seilführungselement des
selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts eine zweite Seilführungsfläche aufweisen,
die dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des Seils in eine zu der ersten Richtung
unterschiedliche zweite Richtung zu verhindern. Vorzugsweise ist die zweite Richtung
senkrecht zu der ersten Richtung orientiert. Die erste und die zweite Seilführungsfläche
erstrecken sich dann vorzugsweise senkrecht zueinander, so dass die erste Seilführungsfläche
eine Bewegung des Seils quer, d.h. parallel zu der zweiten Seilführungsfläche verhindert
und die zweite Seilführungsfläche eine Bewegung quer, d.h. parallel zu der ersten
Seilführungsfläche verhindert. Beispielsweise kann das Seilführungselement einen L-förmigen
Querschnitt haben.
[0018] Der erste Bremsklemmkörper des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts kann eine
dritte Seilführungsfläche aufweisen, die sich sowohl im ersten als auch im zweiten
Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers gegenüber der, vorzugsweise parallel
zu der an dem Seilführungselement ausgebildeten, zweiten Seilführungsfläche erstreckt.
Beim Übergang von seinem ersten Betriebszustand in seinen zweiten Betriebszustand
behält der erste Bremsklemmkörper, d.h. die an dem ersten Bremsklemmkörper ausgebildete
dritte Seilführungsfläche somit die Orientierung relativ zu der an dem Seilführungselement
ausgebildeten zweiten Seilführungsfläche. Im zweiten Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers
wird folglich die an dem ersten Bremsklemmkörper ausgebildete dritte Seilführungsfläche
großflächig im Sinne einer Flächenpressung gegen das Seil gedrückt, das seinerseits
gegen die an dem Seilführungselement ausgebildete zweite Seilführungsfläche gepresst
wird. Vorzugsweise sind die zweite und die dritte Seilführungsfläche derart dimensioniert
und der erste Bremsklemmkörper derart positioniert, dass die von dem ersten Bremsklemmkörper
in seinem zweiten Betriebszustand auf das Seil ausgeübte Druckkraft eine Abbremsung
der Relativbewegung zwischen dem Seil und dem Absturzsicherungsgerät, aber keinen
völligen Stillstand dieser Relativbewegung bewirkt. Das Absturzsicherungsgerät kann
dann mit einem sich in seinem zweiten Betriebszustand befindenden ersten Bremsklemmkörper
sicher und komfortabel in seinem Abseilbetriebszustand betrieben werden.
[0019] Auch die verschiedenen Seilführungsflächen könnten im Übrigen zur besseren Seilführung
konkav oder sonst in beliebiger geeigneter Form ausgebildet sein.
[0020] Bei einer besonders bevorzugten Variante weist zumindest eine Bremsfläche, welche
beispielsweise von den Seilführungsflächen gebildet wird oder an einem der Bremsklemmkörper
ausgebildet ist, einen Querschnitt senkrecht zu einer Laufrichtung des Seils (also
die Richtung, in der das Seil im nicht geklemmten Zustand durch das Absturzsicherungsgerät
läuft) auf, der eine abgerundete konkave Form aufweist. Z. B. kann die Bremsfläche
(oder auch eine andere Seilführungsfläche), eine Art Teil-Zylinderinnenfläche aufweisen,
wobei die Zylinderachse in Laufrichtung des Seil verläuft. Dadurch ist die Bremsfläche
bzw. Seilführungsfläche im Wesentlichen an den runden Querschnitt des Seils angepasst,
was schonender für das Seil ist.
[0021] Bei einer ganz besonders bevorzugten Variante weist das Absturzsicherungsgerät einen
drehbar an einem Seilführungselement befestigten Hebel auf. An diesem Hebel kann drehbar
ein Bremsklemmkörper, beispielsweise der genannte erste Bremsklemmkörper, angeordnet
sein und/oder es kann ein Bremsklemmkörper drehbar am Seilführungselement befestigt
sein, welcher Bremsklemmkörper mit einer Bremsfläche am Hebel, beispielsweise am dort
angeordneten Bremsklemmkörper, zusammenwirkt.
[0022] Der Hebel kann eine Öse umfassen, die zur Verbindung des selbstsichernden Absturzsicherungsgerätes
mit einem Kletterer dient, wobei die Öse und die zweite Drehachse vorzugsweise im
Bereich zweier entgegengesetzter Enden des Hebels angeordnet sind. Dadurch wirkt im
Fall einer Krafteinwirkung auf den Hebel infolge eines Sturzes des Kletterers ein
Drehmoment auf den Hebel und entsprechend den (ersten) Bremsklemmkörper, wodurch der
(erste) Bremsklemmkörper aus seinem ersten in seinen zweiten Betriebszustand überführt
wird.
[0023] Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Bremsklemmkörper mit einer Bremsfläche drehbar
am Seilführungselement befestigt sein, wobei der Bremsklemmkörper mit einer Bremsfläche
am Hebel, beispielsweise einer Bremsfläche an dem dort angeordneten (ersten) Bremsklemmkörper,
zusammenwirkt.
[0024] Durch die Drehbarkeit des Bremsklemmkörper am Hebel und/oder des Bremsklemmkörpers
am Seilführungselement können sich die zusammenwirkenden Bremsflächen am Hebel und
am Seilführungselement in jeder Hebelstellung bzw. an den daran angeordneten Bremsklemmkörpern
parallel zueinander ausrichten, was insbesondere in einem Abseilbetriebszustand von
Vorteil ist, da dann das Seil kontrollierter langsam zwischen jeweiligen Bremsflächen
ablaufen kann. Daher ist diese Idee auch unabhängig von der Anordnung eines zweiten
Bremsklemmkörpers, der zusätzlich zum ersten Bremsklemmkörper zur Klemmung des Seils
dienen kann, vorteilhaft.
[0025] Ferner kann an dem Hebel eine vierte Seilführungsfläche ausgebildet sein, die sich
gegenüber der, vorzugsweise parallel zu der ersten Seilführungsfläche erstreckt. Durch
das Zusammenwirken der an dem Hebel ausgebildeten vierten Seilführungsfläche mit der
an dem Seilführungselement ausgebildeten ersten Seilführungsfläche kann das Seil sicher
zwischen dem Hebel und dem Seilführungselement geführt werden. Alternativ dazu kann
die vierte Seilführungsfläche auch an einem separat von dem Hebel ausgebildeten Element
angebracht sein. Das Seil ist dann zwischen dem separat von dem Hebel ausgebildeten
Element, an dem die vierte Seilführungsfläche ausgebildet ist, und dem Seilführungselement
geführt.
[0026] Ferner kann der Hebel ein erstes Federelement umfassen, das dazu eingerichtet ist,
den Hebel in eine Position vorzuspannen, in der die an dem Hebel ausgebildete vierte
Seilführungsfläche derart relativ zu der ersten Seilführungsfläche und der zweiten
Seilführungsfläche positioniert ist, dass das Seil von der ersten Seilführungsfläche,
der zweiten Seilführungsfläche, der dritten Seilführungsfläche und der vierten Seilführungsfläche
geführt wird. Dadurch wird eine besonders sichere Führung des Seils zwischen dem Hebel
und dem Seilführungselement gewährleistet, die Position die der Hebel dabei einnimmt
wird dabei als erste Hebelposition 1 bezeichnet. Insbesondere kann der Hebel durch
das erste Federelement in die erste Hebelposition vorgespannt werden, dass die Öse
frei zugänglich bleibt, damit ein Karabiner durch die Öse geführt werden kann. Durch
den angebrachten Karabiner wird sichergestellt, dass der Hebel in der ersten Hebelposition
verbleibt.
[0027] Des Weiteren ist das Absturzsicherungsgerät so aufgebaut, dass der Hebel durch manuelle
Krafteinwirkung in eine Position gebracht werden kann, in der der erste Bremsklemmkörper
und die Ösen einen maximalen Abstand von der zweiten Seilführungsfläche haben, so
dass das Seil ungehindert auf die erste Seilführungsfläche gelegt werden kann. Diese
Position wird als Seilmontageposition bezeichnet. Nachdem das Seil auf die erste Seilführungsfläche
gelegt wurde, während sich der Hebel in der Seilmontageposition befindet, kann der
Hebel über das Seil geführt werden, so dass die dritte Seilführungsfläche das Seil
gegen die zweite Seilführungsfläche drückt und die vierte Seilführungsfläche das Seil
parallel zu der ersten Seilführungsfläche hält. Damit ist das Seil komplett von allen
Seiten geführt.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
ist die erste Drehachse in einem zwischen den zwei entgegengesetzten Enden des Hebels
angeordneten mittleren Bereich des Hebels und versetzt zu einer gedachten Verbindungslinie
zwischen der zweiten Drehachse und der Öse angeordnet. Dadurch wird erreicht, dass
der erste Bremsklemmkörper im Auf/Abstiegsbetriebszustand, im Absturzbetriebszustand
und im Abseilbetriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts jeweils
parallel zur zweiten Seilführungsfläche geführt werden kann.
[0029] Der zweite Bremsklemmkörper des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts kann um
eine dritte Drehachse drehbar an dem Seilführungselement befestigt sein. Die dritte
Drehachse kann sich senkrecht zu der an dem Seilführungselement ausgebildeten ersten
Seilführungsfläche erstrecken.
[0030] Des Weiteren kann der zweite Bremsklemmkörper ein Anschlagelement umfassen, das sich
von einer dem Seilführungselement zugewandten Oberfläche des zweiten Bremsklemmkörpers
erstrecken und dazu eingerichtet sein kann, im ersten Betriebszustand des zweiten
Bremsklemmkörpers mit einem Anschlagselement vorzugsweise einer Anschlagkante des
Seilführungselements zusammenzuwirken, um eine Relativbewegung zwischen dem zweiten
Bremsklemmkörper und dem Seilführungselement zu begrenzen. Das Anschlagelement dient
dazu, im Zusammenwirken mit dem Anschlagselement insbesondere der Anschlagkante des
Seilführungselements zu verhindern, dass das Seil im Auf/Abstiegsbetriebszustand des
selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts zwischen dem zweiten Bremsklemmkörper und
dem Seilführungselement eingeklemmt und dadurch mit einer Bremskraft beaufschlagt
wird.
[0031] Ferner kann der zweite Bremsklemmkörper einen ersten Seilführungsanschlag umfassen,
an dem eine fünfte Seilführungsfläche ausgebildet ist. Die fünfte Seilführungsfläche
kann sich insbesondere koplanar zu der an dem Hebel ausgebildeten vierten Seilführungsfläche
erstrecken. Des Weiteren kann ein zweiter Seilführungsanschlag, an dem eine sechste
Seilführungsfläche ausgebildet sein kann, die sich vorzugsweise parallel zu der an
dem ersten Seilführungsanschlag ausgebildeten Seilführungsfläche erstrecken kann,
an dem zweiten Bremsklemmkörper angebracht sein. Der erste und der zweite Seilführungsanschlag
und insbesondere die an dem Seilführungsanschlag vorgesehene fünfte Seilführungsfläche
und die sechste Seilführungsfläche sorgen für eine besonders sichere Führung des Seils.
[0032] Der zweite Bremsklemmkörper kann bevorzugt ferner mit einer Kante versehen sein,
die in einem dem ersten Bremsklemmkörper zugewandten Endbereich des zweiten Bremsklemmkörpers
ausgebildet und dem Seil zugewandt ist, und im zweiten Betriebszustand das Seil gegen
das Seilführungselement drückt. Anders als der erste Bremsklemmkörper, der im zweiten
Betriebszustand eine Flächenpressung auf das Seil ausübt, kann der zweite Bremsklemmkörper
dann eine lokal begrenzte, dadurch aber absolut höhere Druckkraft auf das Seil ausüben.
Vorzugsweise sind der zweite Bremsklemmkörper und die an dem zweiten Bremsklemmkörper
ausgebildete Kante so dimensioniert und positioniert, dass die von dem zweiten Bremsklemmkörper
in seinem zweiten Betriebszustand auf das Seil ausgeübte Druckkraft einen völligen
Stillstand der Relativbewegung zwischen dem Seil und dem Absturzsicherungsgerät bewirkt.
Die vorbeschriebene Kante kann verschiedene Ausführungsformen aufweisen, zum Beispiel
kann sie abgerundet sein oder auch in Form einer zur zweiten Seilführungsfläche ausgeformten
Spitze ausgeführt sein. Diese ausgeformte Spitze wird auch als scharfe Spitze bezeichnet.
Der Vorteil der scharfen Spitze liegt in einer höheren Bremswirkung, wohingegen der
Vorteil der abgerundeten Kante in einer Seil schonenderen Wirkungsweise liegt. Insbesondere
kann diese Kante auch bevorzugt einen Querschnitt senkrecht zur Laufrichtung des Seils
mit einer abgerundeten konkaven Form (wie ein Kreissegment) aufweisen. Dies gilt unabhängig
davon, ob die Kante in Laufrichtung des Seils eher eine abgerundetere oder eine spitzere
Form aufweist. Auch eine solche Anpassung der Kante an den runden Querschnitt des
Seils ist schonender für das Seil.
[0033] Ferner kann der zweite Bremsklemmkörper ein zweites Federelement umfassen, das dazu
eingerichtet ist, den zweiten Bremsklemmkörper in seinen ersten Betriebszustand vorzuspannen.
Bei dem zweiten Federelement handelt es sich vorzugsweise um eine Druckfeder, die
dafür sorgt, dass der zweite Bremsklemmkörper, insbesondere die an dem zweiten Bremsklemmkörper
ausgebildete Kante, im Auf/Abstiegsbetriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
so positioniert wird, dass das Seil zwischen dem zweiten Bremsklemmkörper, der Kante
des zweiten Bremsklemmkörpers, und der zweiten Seilführungsfläche ohne größere Krafteinwirkung
passieren kann.
[0034] Das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät kann auch in einer Ausführungsform so
ausgebildet sein, dass das Seilführungselement einen Griff aufweist, der in einem
Endbereich des Seilführungselements angebracht ist, der von dem zweiten Bremsklemmkörper
abgewandt ist. Insbesondere kann der Griff derart angeordnet sein, dass sich der erste
Bremsklemmkörper zwischen dem zweiten Bremsklemmkörper und dem Griff befindet. Der
Griff ist besonders vorteilhaft dazu einsetzbar, das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät
mithilfe von geringer Krafteinwirkung aus dem Absturzsicherungsbetriebszustand in
den Abseilbetriebszustand zu überführen.
[0035] Die Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Figuren anhand
von Ausführungsbeispielen noch einmal näher erläutert. Dabei werden gleichartige Komponenten
mit denselben Bezugsziffern bezeichnet. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand,
Figur 2 eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 1 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand,
Figur 3 eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 1 in einem Abseilbetriebszustand,
Figur 4 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand,
Figur 5 eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 4 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand,
Figur 6 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand,
Figur 7 eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 6 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand.
[0036] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts 100 in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand. Nachfolgend wird
der detaillierte Aufbau des selbstsichernden Absturzsicherungsgerätes 100 detailliert
beschrieben. Zu sehen ist eine Befestigung 1, an der ein Seil 2 fixiert ist. Diese
Befestigung kann zum Beispiel eine Decke in einer Kletterhalle sein, ebenso aber auch
eine Befestigung am Berg, wie zum Beispiel eine Eisschraube oder auch ein Felshaken.
Letztendlich ist jede Befestigung, die eine sichere Fixierung des Seils 2 ermöglicht,
geeignet.
[0037] Das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100 umfasst ein Seilführungselement 10,
das eine erste Seilführungsfläche 11 und eine zweite Seilführungsfläche 12 aufweist,
wobei die zweite Seilführungsfläche 12 senkrecht zur ersten Seilführungsfläche 11
steht. Denkbar ist jedoch auch ein anderer Winkel, lediglich müssen die erste und
die zweite Seilführungsfläche das Seil 2 führen.
[0038] An dem Seilführungselement 10, insbesondere an der ersten Seilführungsfläche 11,
ist über eine zweite Drehachse 33 ein Hebel 30 befestigt. Der Hebel 30 weist an seiner
von der zweiten Drehachse 33 abgewandten Seite eine Öse 32 auf. Diese Öse 32 dient
zur Anbringung des selbstsichernden Absturzsicherungsgerätes 100 an einem Klettergurt
eines Kletterers mithilfe eines Karabiners 35 (dieser Karabiner 35 ist nur in den
Figuren 6 und 7 dargestellt) am Kletterer. Unter dem Begriff "Kletterer" ist hier
auch jede Person zu verstehen, die das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100
benutzt, d.h. sich damit sichert. Der Abstand zwischen dem Hebel 30 und der ersten
Seilführungsfläche 11 ist so gewählt, dass ein für die Absicherung genutztes Seil
2, zwischen diesen hindurch passt. Vorzugsweise beträgt dieser Abstand für die Verwendung
an einem, vorzugsweise runden, Einfachseil mindestens 8 mm. Er beträgt vorzugsweise
maximal 13 mm. An dem Hebel 30 befindet sich eine erste Drehachse 31, mit deren Hilfe
ein erster Bremsklemmkörper 20 drehbar an dem Hebel 30 befestigt ist. Der Hebel 30
ist dagegen um eine zweite Drehachse 33 drehbar an dem Seilführungselement 10, d.h.
an der ersten Seilführungsfläche 11 befestigt. Die erste Drehachse 31 ist so angeordnet,
dass sie sich zwischen zwei entgegengesetzten Enden des Hebels 30 in einem mittleren
Bereich des Hebels 30 befindet, versetzt zu einer gedachten Verbindungslinie zwischen
der zweiten Drehachse 33 und der Öse 32. Der erste Bremsklemmkörper 20, der lediglich
an dem Hebel 30, aber nicht an dem Seilführungselement 10 befestigt ist, ist derart
befestigt, dass eine an dem ersten Bremsklemmkörper 20 ausgebildete dritte Seilführungsfläche
15 parallel zur zweiten Seilführungsfläche 12 positioniert ist. Eine vierte Seilführungsfläche
14 ist an dem Hebel 30 ausgebildet bzw. wird durch dessen zur Seil 2 weisende Seitenfläche
gebildet und erstreckt sich gegenüber und parallel zu der an dem Seilführungselement
10 ausgebildeten ersten Seilführungsfläche 11.
[0039] Ein zweiter Bremsklemmkörper 40 ist um eine dritte Drehachse 41 drehbar an dem Seilführungselement
10, d.h. an der ersten Seilführungsfläche 11 befestigt. Die dritte Drehachse 41 ist
in dem Bereich eines Endes des zweiten Bremsklemmkörpers 40, das dem ersten Bremsklemmkörper
20 zugewandt ist, angebracht. Auf dieser Seite, also der Seite, die dem ersten Bremsklemmkörper
20 zugewandt ist, weist der zweite Bremsklemmkörper 40 eine in dieser Ausführungsform
leicht abgerundete Kante 44 auf.
[0040] Der erste Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers 20 ist dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Bremsklemmkörper 20 eine relative Verschiebung zwischen dem selbstsichernden
Absturzsicherungsgerät 100 und dem Seil 2 ohne nennenswerte Krafteinwirkung (die Krafteinwirkung
erfolgt in Richtung des Pfeiles KH1 wie in der Figur 1 gezeigt) ermöglicht, wobei
das Seil zwischen dem ersten Bremsklemmkörper 20 und dem Seilführungselementen 11,
12, 15, 14 geführt ist. Die erste Drehachse 31 des ersten Bremsklemmkörpers 20 gewährleistet,
dass der erste Bremsklemmkörper 20 im Wesentlichen parallel zum Seil 2 positioniert
wird. Der Übergang vom ersten Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers 20 in den
zweiten Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers 20 ist durch eine Drehung im
Uhrzeigersinn relativ zu dem Seilführungselement 10 gekennzeichnet und dadurch möglich,
dass der erste Bremsklemmkörper 20 bewegbar ist. Insbesondere erfolgt der Übergang
vom ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers
20 dadurch, dass eine Drehung des Hebels 30 um die zweite Drehachse 33 im Uhrzeigersinn
erfolgt, wobei wie gesagt durch die erste Drehachse 31 gewährleistet wird, dass der
erste Bremsklemmkörper 20 im Wesentlichen parallel zum Seil 2 positioniert bleibt
und sich im zweiten Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers 20 lediglich der
Anpressdruck des ersten Bremsklemmkörpers 20 an das Seil 2 erhöht.
[0041] Der zweite Bremsklemmkörper 40 ist durch eine Drehung um die dritte Drehachse 41
zwischen seinem ersten und seinen zweiten Betriebszustand bewegbar. In seinem ersten
Betriebszustand ermöglicht der zweite Bremsklemmkörper 40 eine relative Verschiebung
zwischen dem selbstsichernden Absturzsicherungsgerät 100 und dem Seil 2. In seinem
zweiten Betriebszustand drückt der zweite Bremsklemmkörper 40 dagegen das Seil 2 gegen
das Seilführungselement 10, d.h. die zweite Seilführungsfläche 12 des Seilführungselements
10, und übt dadurch eine Bremswirkung auf das Seil 2 aus.
[0042] Der erste und der zweite Bremsklemmkörper 20, 40 sind unabhängig voneinander durch
Drehung um ihre jeweiligen Drehachsen 33, 31, 41 relativ zu dem Seilführungselement
10 zwischen ihrem ersten und ihrem zweiten Betriebszustand bewegbar. Insbesondere
wird der erste Bremsklemmkörper 20 durch eine Drehung um die zweite Drehachse 33 im
Uhrzeigersinn von seinen ersten in seinem zweiten Betriebszustand überführt, wohingegen
der zweite Bremsklemmkörper 40 durch eine Drehung um die dritte Drehachse 41 im Gegenuhrzeigersinn
aus seinen ersten Betriebszustand in seinem zweiten Betriebszustand überführt wird.
Entsprechend erfolgt eine Überführung des ersten Bremsklemmkörpers 20 aus seinem zweiten
Betriebszustand in seinen ersten Betriebszustand durch eine Drehung des ersten Bremsklemmkörpers
20 um die zweite Drehachse 33 im Gegenuhrzeigersinn, wohingegen eine Überführung des
zweiten Bremsklemmkörpers 40 aus seinen zweiten Betriebszustand in seinen ersten Betriebszustand
durch eine Drehung des zweiten Bremsklemmkörpers 40 um die dritte Drehachse 41 im
Uhrzeigersinn erfolgt.
[0043] Der zweite Bremsklemmkörper 40 umfasst ferner ein Anschlagelement 43, das sich von
einer dem Seilführungselement 10 zugewandten Oberfläche des zweiten Bremsklemmkörpers
40 erstreckt und dazu eingerichtet ist, im ersten Betriebszustand des zweiten Bremsklemmkörpers
40 mit einer Anschlagkante 46 des Seilführungselements 10 zusammenzuwirken, um eine
Relativbewegung zwischen dem zweiten Bremsklemmkörper 40 Seilführungselement 10 zu
begrenzen, so dass das Seil 2 durch den zweiten Bremsklemmkörper 40 auf der dem ersten
Bremsklemmkörper 20 abgewandten Seite das Seil 2 nicht gegen die zweite Seilführungsfläche
12 drückt und damit klemmt. Ferner weist der zweite Bremsklemmkörper 40 auf einer
von dem ersten Bremsklemmkörper 20 abgewandten Seite einen ersten Seilführungsanschlag
42 auf. An dem ersten Seilführungsanschlag 42 ist eine fünfte Seilführungsfläche 47
ausgebildet, die sich koplanar zu der an dem Hebel 30 ausgebildeten vierten Seilführungsfläche
14 erstreckt. Des Weiteren ist an dem zweiten Bremsklemmkörper 40 ein zweiter Seilführungsanschlag
befestigt, der sich parallel zu dem ersten Seilführungsanschlag 42 erstreckt und in
den Figuren hinter dem ersten Seilführungsanschlag positioniert und daher nicht zu
sehen ist. An dem zweiten Seilführungsanschlag ist eine sechste Seilführungsfläche
ausgebildet, die sich parallel zu der an dem ersten Seilführungsanschlag 42 ausgebildeten
Seilführungsfläche 47 erstreckt. Der erste und der zweite Seilführungsanschlag 42
dienen dazu, den Seilverlauf innerhalb des selbstsichernden Absturzsicherungsgerätes
100 zu unterstützen.
[0044] In Figur 1 ist der Hebel 30 in einer so genannten Hebelbetriebsposition HP1 gezeigt,
in dem das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100 von einem Kletterer beim Auf-oder
Abstieg an dem Seil 2 zur Absturzsicherung genutzt werden kann. Im Gegensatz zu diesem
Hebelbetriebsposition HP1 gibt es auch eine Seilmontageposition HP2 (in Figur 1 gestrichelt
dargestellt) in der der Hebel 30 so positioniert ist, dass der erste Bremsklemmkörper
20 einen maximalen Abstand von der zweiten Seilführungsfläche 12 hat und die Öse 32
sich maximal von der zweiten Seilführungsfläche 12 entfernt, so dass das Seil 2 ungehindert
auf die erste Seilführungsfläche 11 und an die zweite Seilführungsfläche 12 gelegt
werden kann und der Hebel 30 nicht den Zugang zur ersten Seilführungsfläche 11 und
zur zweiten Seilführungsfläche 12 verwehrt. Zur Inbetriebnahme des selbstsichernden
Absturzsicherungsgerätes 100 wird das Seil 2 zwischen den Seilführungsanschlag 42
und auf die erste Seilführungsfläche 11 gelegt, wobei darauf geachtet wird, dass das
Seil 2 zwischen der zweiten Seilführungsfläche 12 und dem zweiten Bremsklemmkörper
40 entlang der Kante 44 geführt wird, danach wird der Hebel 30 in die Hebelbetriebsposition
HP1 gebracht.
[0045] Figur 1 zeigt das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100, wie es von einem Kletterer
bei einem selbsttätigen Auf- oder Abstieg benutzt wird. Daher wird dieser Betriebszustand
Auf/Abstiegsbetriebszustand genannt. Der Auf/Abstiegsbetriebszustand zeichnet sich
dadurch aus, dass sich der erste Bremsklemmkörper 20 in seinem ersten Betriebszustand
befindet, ebenso wie der zweite Bremsklemmkörper 40. In ihrem ersten Betriebszustand
lassen die Bremsklemmkörper 20, 40 das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100
entlang des Seils 2 in Richtung zur Befestigung 1 ohne größere Krafteinwirkung (die
Krafteinwirkung erfolgt in Richtung KH1 nach oben, wie in der Figur 1 gezeigt) passieren.
Ebenso ist es im Auf/Abstiegsbetriebszustand möglich, das Seil 2 ohne größere Krafteinwirkung
durch das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100 zu ziehen.
[0046] Im Gegensatz dazu zeigt Figur 2 das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100 gemäß
Figur 1 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand. Als Absturzsicherungsbetriebszustand
wird hier ein Betriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 verstanden,
in dem sich der erste Bremsklemmkörper 20 und der zweite Bremsklemmkörper 40 in ihrem
zweiten Betriebszustand befinden. In seinem zweiten Betriebszustand drückt der erste
Bremsklemmkörper 20 das Seil 2 gegen die zweite Seilführungsfläche 12 dies erfolgt
durch eine Krafteinwirkung KH2, die in der Richtung nach unten erfolgt, wie in der
Figur 2, gezeigt wird. Insbesondere übt die an dem ersten Bremsklemmkörper 20 ausgebildete
dritte Seilführungsfläche 15 eine Flächenpressung auf das Seil 2 aus. Der Druck des
ersten Bremsklemmkörpers 20 wird dadurch hervorgerufen, dass die Öse 32 des Hebels
30, durch eine Krafteinbringung des Kletterers, beispielsweise durch einen Sturz,
in Richtung eines Endbereichs des Seilführungselements 10 gezogen wird, der von dem
Seilführungsanschlag 42 abgewandt ist. Dieser Druck des ersten Bremsklemmkörpers 20
führt zu einer Abbremsung des Kletterers.
[0047] In Folge des Zugs am Hebel 30 wird hierbei auch das Seilführungselement 10 in die
gleiche Richtung zur Zugrichtung am Hebel 30, gekippt. Dadurch drückt auch der zweite
Bremsklemmkörper 40 in seinem zweiten Betriebszustand das Seil 2 gegen die zweite
Seilführungsfläche 12, wodurch die Kante 44 das Seil 2 klemmt, da der zweite Bremsklemmkörper
40 im Wesentlichen vertikal bleibt. Die durch die abgerundete Kante 44 hervorgerufene
Klemmung des Seils 2, führt zu einem vollständigen Stoppen der Relativbewegung zwischen
dem selbstsichernden Absturzsicherung Gerät 100 und dem Seil 2.
[0048] In Figur 3 ist das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät 100 im Abseilbetriebszustand
dargestellt. Die einwirkende Krafteinwirkung erfolgt in einer Richtung KH2 nach unten,
wie in der Figur 3 gezeigt. Im Abseilbetriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
100 befindet sich der erste Bremsklemmkörper 20 in seinem zweiten Betriebszustand.
Im Gegensatz dazu befindet sich der zweite Bremsklemmkörper 40 in seinem ersten Betriebszustand.
Im Abseilbetriebszustand des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 kann sich
der Kletterer kontrolliert mit geringer Geschwindigkeit an dem Seil 2 ablassen. Der
Abseilbetriebszustand kann aus dem Absturzsicherungsbetriebszustand herbeigeführt
werden, indem der Kletterer die Klemmwirkung des zweiten Bremsklemmkörpers 40 aufhebt.
Die Aufhebung der Klemmwirkung des zweiten Bremsklemmkörpers 40 wird in der in den
Figuren 3 veranschaulichten Ausführungsform des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
100 durch Druck gegen die zweite Seilführungsfläche 12 in Richtung des zweiten Bremsklemmkörpers
40 am oberen Ende des Seilführungselements 10 in der Nähe des Seilführungsanschlag
42 erreicht (in der Figur 3 ist diese Kraftrichtung durch den Pfeil K1 dargestellt),
wodurch die Kante 44 das Seil 2 nicht mehr gegen die zweite Seilführungsfläche 12
presst und der zweite Bremsklemmkörper 40 parallel zur zweiten Seilführungsfläche
12 positioniert wird. Ebenso kann auch der zweite Bremsklemmkörper 40 durch den Kletterer
relativ in Richtung der zweiten Seilführungsfläche 12 gezogen werden (in der Figur
3 ist diese Kraftrichtung durch den Pfeil K2 dargestellt), bis das Anschlagelement
43 die Anschlagkante 46 berührt, wodurch die Kante 44 das Seil 2 nicht mehr gegen
die Seilführungsfläche 12 presst und der zweite Bremsklemmkörper 40 parallel zur zweiten
Seilführungsfläche 12 positioniert wird. Die Krafteinwirkung in den besagten Kraftrichtungen
K1, K2 kann z.B. durch den Kletterer erreicht werden, indem er mit einer Hand das
selbstsichernde Absturzsicherungsgeräts 100 im Bereich, der sich zwischen dem Seilführungsanschlag
42 und der dritten Drehachse 41 befindet, umgreift und Seilführungsfläche 12 und zweiten
Bremsklemmkörper 40. So ist ein sehr kontrolliertes Abseilen mit beliebigen Zwischenstopps
möglich.
[0049] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand. Die zweite Ausführungsform
des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 weist sämtliche im Detail beschriebene
Bauteile und Eigenschaften des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 gemäß
Figur 1 auf. Zusätzlich zu diesen bereits beschriebenen Details verfügt diese Ausführungsform
über zwei weitere Bauteile. Ein erstes Federelement 34 ist an der zweiten Drehachse
33 derart angebracht, dass es den Hebel 30 ohne äußere Kraft selbstständig in eine
Position verschwenkt, in der der Hebel 30 die Hebelbetriebsposition HP1 einnimmt.
Der Vorteil dieses ersten Federelements 34 ist, dass der Hebel 30 nach dem Einlegen
des Seils 2 das Seil 2 in einer sicheren Position hält, in der das Seil 2 von der
ersten, der zweiten, der dritten und der vierten Seilführungsfläche 11, 12, 14, 15
sicher umschlossen ist und geführt wird. Des Weiteren verfügt diese Ausführungsform
des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 über ein zweites Federelement 13,
das derart angebracht ist, dass es den zweiten Bremsklemmkörper 40 so positioniert,
dass die Kante 44 nicht gegen das Seil 2 drückt. Dies wird durch eine Vorspannung
der Feder erreicht, wobei die Kraft der Feder so gewählt ist, dass die Kante 44 an
einer Klemmung des Seils 2 gehindert wird. Das zweite Federelements 13 kann beispielsweise
in Form einer Druckfeder ausgebildet sein. Der Vorteil dieser Ausführungsform ist,
dass die Kante 44 des zweiten Bremsklemmkörper 40 im Auf/Abstiegsbetriebszustand,
also in dem Fall, wenn eine Krafteinwirkung auf den Hebel 30, die in Richtung des
Seilführungsanschlag 42 gerichtet ist (in der Figur 4 dargestellt durch den Pfeil
KH1) des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 keine Reibung am Seil 2 erzeugt.
[0050] Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 4 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand, d.h. der erste Bremsklemmkörper
20 befindet sich in seinem zweiten Betriebszustand und der zweite Bremsklemmkörper
40 befindet sich ebenfalls in seinem zweiten Betriebszustand.
[0051] Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform eines selbstsichernden
Absturzsicherungsgeräts in einem Auf/Abstiegsbetriebszustand. In dieser Figur ist
ein Karabiner 35, der mit der Öse 20 des Hebels 30 verbunden ist, gezeigt. Der Karabiner
35 dient zur Befestigung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts 100 an einem
Gurt des Kletterers. Die hier gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der
in Figur 4 gezeigten Ausführungsform in zwei Details. Ein Griff 16 ist an dem Seilführungselement
10 in einem Endbereich auf einer Seite angebracht, auf der sich auch der Hebel 30
befindet. Der Vorteil dieses Griffs 16 liegt darin, dass das selbstsichernde Absturzsicherungsgerät
100 von dem Kletterer bequemer angefasst und damit leichter bedient werden kann. Insbesondere
kann mithilfe des Griffs 16 der Kletterer mit geringer Krafteinwirkung das selbstsichernde
Absturzsicherungsgerät 100 vom Absturzsicherungsbetriebszustand in den Abseilbetriebszustand
überführen.
[0052] Ein weiteres Detail, in dem sich die Ausführungsform nach Figur 6 von der Ausführungsform
nach Figur 4 unterscheidet, ist eine bezüglich eines Schnitts in Laufrichtung des
Seils relativ scharf ausgeprägte Kante 45, die sich an der Position befindet, an der
in den Figuren 1 bis 5 die abgerundete Kante 44 angeordnet ist. Der Vorteil der scharfen
Kante 45 ist eine erhöhte Klemmwirkung. Senkrecht zur Laufrichtung des Seils 2 weist
diese Kante 45 bevorzugt einen abgerundeten, z. B. teilkreisförmigen, konkaven Querschnitt
auf, der im Wesentlichen an den rundlichen Querschnitt des Seils 2 angepasst ist.
[0053] Figur 7 zeigt eine schematische Darstellung des selbstsichernden Absturzsicherungsgeräts
gemäß Figur 6 in einem Absturzsicherungsbetriebszustand in dem sich der erste Bremsklemmkörper
20 und der zweite Bremsklemmkörper 40 in ihrem zweiten Betriebszustand befinden.
[0054] Es wird abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorhergehend
detailliert beschriebenen Absturzsicherungsgeräten lediglich um Ausführungsbeispiele
handelt, welche vom Fachmann in verschiedenster Weise modifiziert werden kann, ohne
den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere können auch die verschiedenen
dargestellten Ausführungsformen (mit Griff, ohne Griff, mit Feder und auch ohne Feder)
beliebig kombiniert werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Es wird der
Vollständigkeit halber auch darauf hingewiesen, dass die Verwendung der unbestimmten
Artikel "ein" bzw. "eine" nicht ausschließt, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach
vorhanden sein können.
1. Absturzsicherungsgerät (100) zum gesicherten Auf- und Abstieg an einem Seil (2), umfassend:
- ein Seilführungselement (10),
- einen ersten Bremsklemmkörper (20) und
- einen zweiten Bremsklemmkörper (40),
wobei der erste und der zweite Bremsklemmkörper (20, 40) jeweils dazu eingerichtet
sind, zumindest einen ersten oder einen zweiten Betriebszustand einzunehmen,
wobei der erste und der zweite Bremsklemmkörper (20, 40) in ihrem ersten Betriebszustand
eine relative Verschiebung zwischen dem Absturzsicherungsgerätes (100) und dem Seil
(2), das zwischen den Bremsklemmkörpern (20, 40) und dem Seilführungselement (10)
geführt ist, ermöglichen, und
wobei der erste und der zweite Bremsklemmkörper (20, 40) in ihrem zweiten Betriebszustand
das Seil (2) gegen eine Bremsfläche am Seilführungselement (10) drücken und dadurch
eine Bremswirkung auf das Seil (2) ausüben,
wobei mindestens ein Bremsklemmkörper (20, 40) unabhängig von dem anderen Bremsklemmkörper
(40, 20) relativ zu dem Seilführungselement (10) zwischen seinem ersten und seinem
zweiten Betriebszustand bewegbar ist.
2. Absturzsicherungsgerät nach Anspruch 1, wobei der erste Bremsklemmkörper (20) und
der zweite Bremsklemmkörper (40) durch Drehungen in entgegengesetzte Drehrichtungen
relativ zu dem Seilführungselement (10) jeweils von ihrem ersten in ihrem zweiten
Betriebszustand bewegbar sind.
3. Absturzsicherungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Seilführungselement (10)
eine erste Seilführungsfläche (11), die dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des Seils
(2) in eine erste Richtung zu verhindern, und eine zweite Seilführungsfläche (12)
umfasst, die dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des Seils (2) in eine zu der ersten
Richtung unterschiedliche vorzugsweise senkrechte zur ersten Richtung stehende zweite
Richtung zu verhindern.
4. Absturzsicherungsgerät nach Anspruch 3, wobei der erste Bremsklemmkörper (20) eine
dritte Seilführungsfläche (15) umfasst, die sich sowohl im ersten als auch im zweiten
Betriebszustand des ersten Bremsklemmkörpers (20) gegenüber, vorzugsweise parallel
zu der an dem Seilführungselement (10) ausgebildeten zweiten Seilführungsfläche (12)
erstreckt.
5. Absturzsicherungsgerät, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei ein Hebel
(30) drehbar an einem Seilführungselement (10) befestigt ist und ein Bremsklemmkörper
(20) drehbar am Hebel (30) befestigt ist und/oder ein Bremsklemmkörper drehbar am
Seilführungselement (10) befestigt ist, welche mit einer Bremsfläche am Hebel (30)
zusammenwirkt.
6. Absturzsicherungsgerät nach Anspruch 5, wobei der Hebel (30) umfasst:
- eine Öse (32) zur Verbindung des Absturzsicherungsgerätes (100) mit einem Kletterer,
wobei die Öse (32) und die zweite Drehachse (33) vorzugsweise im Bereich zweier entgegengesetzter
Enden des Hebels (30) angeordnet sind, und/oder
- eine vierte Seilführungsfläche (14), die sich gegenüber, vorzugsweise parallel zu,
der ersten Seilführungsfläche (11) erstreckt, und/oder
- ein erstes Federelement (34), das dazu eingerichtet ist, den Hebel (30) in eine
Position vorzuspannen, in der die vierte Seilführungsfläche (14) derart relativ zu
der ersten Seilführungsfläche (11) und der zweiten Seilführungsfläche (12) positioniert
ist, dass das Seil (2) von der ersten Seilführungsfläche (11), der zweiten Seilführungsfläche
(12) und der vierten Seilführungsfläche (14) geführt wird.
7. Absturzsicherungsgerät nach Anspruch 6, wobei die erste Drehachse (31) in einem zwischen
den zwei entgegengesetzten Enden des Hebels (30) angeordneten mittleren Bereich des
Hebels (30) und versetzt zu einer gedachten Verbindungslinie zwischen der zweiten
Drehachse (33) und der Öse (32) angeordnet ist.
8. Absturzsicherungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der zweite Bremsklemmkörper
(40) um eine dritte Drehachse (41) drehbar an dem Seilführungselement (10) befestigt
ist und/oder wobei der zweite Bremsklemmkörper (40) umfasst:
- ein Anschlagelement (43), das sich von einer dem Seilführungselement (10) zugewandten
Oberfläche des zweiten Bremsklemmkörpers (40) erstreckt und dazu eingerichtet ist,
im ersten Betriebszustand des zweiten Bremsklemmkörpers (40) mit einer Anschlagkante
(46) des Seilführungselements (10) zusammenzuwirken, um eine Relativbewegung zwischen
dem zweiten Bremsklemmkörper (40) und dem Seilführungselement (10) zu begrenzen, und/oder
- einen ersten Seilführungsanschlag (42), an dem eine fünfte Seilführungsfläche (47)
ausgebildet ist, die sich vorzugsweise koplanar zu der an dem Hebel (30) ausgebildeten
vierten Seilführungsfläche (14) erstreckt, und/oder
- einen zweiten Seilführungsanschlag, an dem eine sechste Seilführungsfläche ausgebildet
ist, die sich vorzugsweise parallel zu der an dem ersten Seilführungsanschlag (42)
ausgebildeten fünften Seilführungsfläche (47) ist, und/oder
- eine Kante (44; 45), die in einem dem ersten Bremsklemmkörper (20) zugewandten Endbereich
des zweiten Bremsklemmkörpers (40) ausgebildet und dem Seil (2) zugewandt ist, und
im zweiten Betriebszustand das Seil (2) gegen das Seilführungselement (10) drückt,
und/oder
- ein zweites Federelement (13), das dazu eingerichtet ist, den zweiten Bremsklemmkörper
(40) in seinen ersten Betriebszustand vorzuspannen.
9. Absturzsicherungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Seilführungselement
(10) einen Griff (16) umfasst, der in einem Endbereich des Seilführungselements (10)
angebracht ist, das von dem zweiten Bremsklemmkörper (40) abgewandt ist.
10. Absturzsicherungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei zumindest eine Bremsfläche
und/oder Kante (44; 45) senkrecht zu einer Laufrichtung des Seils (2) einen Querschnitt
mit einer abgerundeten konkave Form aufweist.