[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Klettersteigausrüstung, welche von einem
Sportkletterer mitzuführen ist, um den Sportkletterer an Sicherungselementen eines
alpinen Klettersteigs zu sichern, umfassend: einen Einbindeabschnitt zur Befestigung
der Klettersteigausrüstung an einem Klettergurt oder einem Bekleidungsstück des Sportkletterers,
ein Kopplungselement zur lösbaren Kopplung der Klettersteigausrüstung mit einem Klettersteig-Sicherungselement,
eine Verbindungsanordnung, welche den Einbindeabschnitt und das Kopplungselement miteinander
verbindet und welche ein längliches, flexibles Sicherungsmittel, insbesondere Sicherungsband,
aufweist.
[0002] Eine Klettersteigausrüstung dieser Art ist beispielsweise aus der
EP 2 409 733 A1 bekannt, die ein Klettersteigset in Y-Bauweise mit zwei jeweils an einem Sicherungsband
gehaltenen Karabinern und einer gemeinsamen Einbindeschlaufe offenbart. Die Sicherungsbänder
können durch eine Aufrollanordnung während der Benutzung auf eine minimale Länge verkürzt
sein, um eine einfache Handhabung der Ausrüstung zu ermöglichen. Ferner weist das
bekannte Klettersteigset einen Bandfalldämpfer auf, der zwischen der Einbindeschlaufe
und der Verzweigung der Sicherungsmittel angeordnet ist.
[0003] Die Einbindeschlaufe des bekannten Klettersteigsets muss ausreichende Größe aufweisen,
um ein Einbinden des Klettersteigsets am Klettergurt mit der gewünschten Technik,
beispielsweise mittels eines Ankerstichknotens, zu ermöglichen, sodass insbesondere
die Schlaufe ausreichende Größe aufweisen muss, um die Karabiner und den Bandfalldämpfer
durch diese hindurchzuführen. Dies führt jedoch im praktischen Gebrauch des Klettersteigsets
dazu, dass Teile der Einbindeschlaufe oder/und der vergleichsweise schwere Bandfalldämpfer
im Bereich der Oberschenkel des Sportkletterers als störend empfunden werden können
und insbesondere bei Entlastung des Klettersteigsets beim Gehen am Berg recht weit
vom Klettergurt nach unten herabhängen.
[0004] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Klettersteigausrüstung
bereitzustellen, welche im Bereich des Einbindeabschnitts eine kompaktere Bauweise
ausweist, jedoch gleichzeitig eine komfortable Handhabung des Einbindeabschnitts beim
Einbinden am Klettergurt gewährleistet.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Klettersteigausrüstung, welche
von einem Sportkletterer mitzuführen ist, um den Sportkletterer an Sicherungselementen
eines alpinen Klettersteigs zu sichern, umfassend: einen Einbindeabschnitt zur Befestigung
der Klettersteigausrüstung an einem Klettergurt oder einem Bekleidungsstück des Sportkletterers,
ein Kopplungselement zur lösbaren Kopplung der Klettersteigausrüstung mit einem Klettersteig-Sicherungselement,
eine Verbindungsanordnung, welche den Einbindeabschnitt und das Kopplungselement miteinander
verbindet und welche ein längliches, flexibles Sicherungsmittel, insbesondere Sicherungsband,
aufweist, wobei der Einbindeabschnitt einen dem Sicherungsmittel zugewandten Expansionsabschnitt
und einen dem Sicherungsmittel abgewandten Umlenkabschnitt aufweist, wobei die Elastizität
des Expansionsabschnitts in Zugrichtung größer ist als die Elastizität des Umlenkabschnitts
in Zugrichtung.
[0006] Nach einem wichtigen Merkmal der vorliegenden Erfindung weist die Klettersteigausrüstung
an ihrem Einbindeabschnitt einen Expansionsabschnitt auf, der in Zugrichtung durch
den Sportkletterer elastisch dehnbar ist. Während der normalen Benutzung des Klettersteigsets
und der Fortbewegung am Klettersteig ist somit der Einbindeabschnitt komprimiert und
insgesamt von kompakter Größe, sodass er nicht störend beziehungsweise zu weit vom
Klettergurt nach unten hängt und ein gegebenenfalls noch an dem Ende des Einbindeabschnitts
angeordneter Bandfalldämpfer oder dergleichen ist nicht in störender Weise im Bereich
der Oberschenkel des Benutzers angeordnet. Gleichzeitig lässt sich der Expansionsabschnitt
beim Einbinden in den Klettergurt manuell expandieren, sodass der Einbindeabschnitt
dann ausreichende Größe aufweist, um ein komfortables Einbinden, beispielsweise mittels
Ankerstichknotens, zu erlauben. Ferner umfasst der Einbindeabschnitt der erfindungsgemäßen
Klettersteigausrüstung einen Umlenkabschnitt, dessen Elastizität in Zugrichtung kleiner
ist als die des Expansionsabschnitts, sodass der Umlenkabschnitt grundsätzlich manuell
nicht expandiert oder komprimiert werden kann. Ein solcher Umlenkabschnitt kann dafür
eine gut definierte oder glatte Formgebung aufweisen und somit vorteilhaft als Angriffspunkt
oder Bedienabschnitt beim Einbinden dienen. Beispielsweise kann der Sportkletterer
den Umlenkabschnitt aufgrund seiner definierten Schlaufenoder Hakenform leicht ergreifen,
um den Expansionsabschnitt zur Durchführung des Einbindevorgangs zu expandieren.
[0007] Wie bereits erwähnt, ist die Elastizität des Expansionsabschnitts derart gewählt,
dass sich der Expansionsabschnitt durch manuelle Zugbetätigung durch den Sportkletterer
expandieren lässt, um ein komfortables Einbinden zu erlauben, jedoch nicht durch das
Eigengewicht der Klettersteigausrüstung expandiert wird, sodass sich der Einbindeabschnitt
während des normalen Gebrauchs der Klettersteigausrüstung bei Fortbewegung am Klettersteig
in der komprimierten Stellung hält und nicht expandiert. Vorzugsweise lässt sich der
Expansionsabschnitt durch die manuelle Zugbetätigung durch den Sportkletterer um mindestens
20 Prozent besonders bevorzugt um mindestens 80 Prozent, expandieren. Solche Expansionswerte
sind insbesondere von Vorteil für ein Einbinden des Einbindeabschnitts mittels Ankerstichknoten.
[0008] Der Expansionsabschnitt kann als gerafftes Band- oder Seilmaterial ausgebildet sein
oder/und ein Elastomermaterial enthalten. Solche Bänder beziehungsweise Seile können
einerseits Elastizität zur manuellen Längenänderung und andererseits ausreichend Zugfestigkeit
bei Erreichen einer vorbestimmten Maximallänge aufweisen. Insbesondere kann das geraffte
Band- oder Seilmaterial einen in das Band- oder Seilmaterial integrierten oder das
Band- oder Seilmaterial umhüllenden Gummizug umfassen, welcher das Band- oder Seilmaterial
selbsttätig in die geraffte, komprimierte Stellung bringt. Alternativ kann der Expansionsabschnitt
aus einer Mischung aus Elastomeren und zugfesten Materialien aufgebaut sein, beispielsweise
aus einer Mischung aus Elastomerfasern und zugfesten Fasern gebildet sein. Vorzugsweise
ist der Expansionsabschnitt ein Textilband oder ein Textilseil.
[0009] Der Umlenkabschnitt kann als Band- oder Seilmaterial, insbesondere als glattes, ungerafftes
Band- oder Seilmaterial ausgebildet sein, wie es an sich im Stand der Technik für
Band- oder Seilschlingen im Bereich des alpinen Sportkletterns bekannt ist. Insbesondere
wird an ein Textilband oder ein Textilseil gedacht, welches ausreichende Zugfestigkeit
mit geringem Gewicht verbindet. Besonders vorteilhaft ist der gesamte Einbindeabschnitt
durch ein durchgehendes Textilband oder Textilseil gebildet, welches im Bereich des
Expansionsabschnitts gerafft ist und gegebenenfalls durch ein Elastomermaterial (Gummizug)
in der gerafften Stellung gehalten wird, und welches im Bereich des Umlenkabschnitts
ungerafft beziehungsweise glatt ist.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Einbindeabschnitt als
Schlaufe ausgebildet, welche in Schlaufenumlaufrichtung mindestens einen Expansionsabschnitt
und mindestens einen Umlenkabschnitt aufweist, sodass eine Expansion des Expansionsabschnitts
eine Vergrößerung der Schlaufe bewirkt. Ferner wird bevorzugt, dass der Einbindeabschnitt
als U-förmige oder V-förmige Schlaufe ausgebildet ist, wobei die Schenkelabschnitte
der U-/V-Form den Expansionsabschnitt aufweisen und ein Bogen- oder Spitzenabschnitt
der U-/V-Form den Umlenkabschnitt aufweist. Der Einbindeabschnitt lässt sich dann
durch Ziehen an dem Bogen- oder Spitzenabschnitt expandieren, wobei der Umlenkabschnitt
in jeder Phase der Expansion in einer dem Sportkletterer zugewandten Position verbleiben
kann.
[0011] Ferner wird bevorzugt, dass der Umlenkabschnitt selbsttragend ist, das heißt ausreichend
Steifigkeit aufweist, sodass er für den Benutzers eine leicht zu ergreifende Bogen-
oder Spitzenform hat, auch wenn der Einbindeabschnitt unbelastet ist (zum Beispiel
vor dem Einbindevorgang). Dies erleichtert ebenfalls die Handhabung der Klettersteigausrüstung.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Klettersteigausrüstung in Y-Bauweise mit einem Stammabschnitt und zwei davon abzweigenden
Astabschnitten ausgebildet ist, wobei jeder Astabschnitt ein längliches, flexibles
Sicherungsmittel umfasst und an seinem freien Ende ein Kopplungselement zur lösbaren
Kopplung mit einem Klettersteig-Sicherungselement aufweist, und wobei der Stammabschnitt
den Einbindeabschnitt aufweist. Eine Klettersteigausrüstung in Y-Bauweise hat den
Vorteil, dass beim Wechseln des Klettersteig-Sicherungselements, das heißt insbesondere
beim Übergang von einem Seilabschnitt des Klettersteigs zum nächsten Seilabschnitt
des Klettersteigs, stets eines der beiden Kopplungselemente am Klettersteig gesichert
bleiben kann, während das andere Kopplungselement das Klettersteig-Sicherungselement
wechselt.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ferner eine Falldämpfungseinrichtung
vorgesehen, welche in einem Normalzustand einen Abschnitt der Verbindungsanordnung
in einem kontrahierten Zustand hält und erst in einem vorbestimmten Fallbelastungszustand
der Klettersteigausrüstung den Abschnitt der Verbindungsanordnung unter Absorption
von Energie expandiert. Die Falldämpfungseinrichtung kann im Falle eines Sturzes die
auf den Kletterer wirkende Stoßkraft abdämpfen, indem ein vorbestimmter Bremsweg bereitgestellt
wird. Außerdem wird durch die Kombination des expandierbaren Einbindeabschnitts mit
einer Falldämpfungseinrichtung der zusätzliche Effekt erzielt, dass auch die Falldämpfungseinrichtung,
welche ein relativ massives beziehungsweise schweres Bauteil darstellen kann, nicht
störend im Bereich der Oberschenkel des Kletterers angeordnet ist, wenn sich der Kletterer
am Klettersteig fortbewegt. Im Falle der Verwendung einer Falldämpfungseinrichtung
wird insbesondere daran gedacht, dass sich der Einbindeabschnitt als Schlaufe ausgehend
von der Falldämpfungseinrichtung erstreckt, wobei die Schlaufe gebildet ist aus zwei
Expansionsabschnitten, welche jeweils mit einem Ende mit der Falldämpfungseinrichtung
verbunden sind und deren andere Enden miteinander durch den Umlenkabschnitt verbunden
sind. Es ergibt sich auf diese Weise eine konstruktiv einfache und sichere Gestaltung
des Einbindeabschnitts und ein definiertes Expansionsverhalten.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Figur 1 zeigt ein Klettersteigset gemäß
dem Ausführungsbeispiel.
[0015] Das Klettersteigset des Ausführungsbeispiels umfasst zwei Kopplungselemente in Form
von Karabinern 10, 12, an denen jeweils ein Sicherungsmittel 14, 16 befestigt ist.
Die Karabiner 10, 12 und die Sicherungsmittel 14, 16 bilden zwei Äste einer Y-förmigen
Bauart des Klettersteigsets, wobei ein erster Ast das erste Sicherungsmittel 14 aufweist
und an seinem freien Ende den ersten Karabiner 10 trägt und ein zweiter Ast das zweite
Sicherungsmittel 16 aufweist und an seinem freien Ende den zweiten Karabiner 12 trägt.
Die Äste der Y-Form verzweigen von einem gemeinsamen Stammabschnitt 18 aus, welcher
einen Einbindeabschnitt 20 aufweist, der hier als Schlaufe ausgebildet ist und im
Folgenden noch näher zu beschreiben ist.
[0016] Die Sicherungsmittel 14, 16 können als Bandmaterial mit ausreichender Zugfestigkeit
ausgebildet sein und können einen gerafften Abschnitt 22 aufweisen, in welchem das
Sicherungsmittel 14 beziehungsweise 16 wellenförmig oder zick-zack-förmig gerafft
ist, um die Länge des Sicherungsmittel 14, 16 in deren Verlaufsrichtung zu verkürzen,
jedoch bei Bedarf eine Expansion der Länge des Zugmittels 14, 16 zu erlauben, um ausreichend
Bewegungsfreiheit des Kletterers am Klettersteig zu ermöglichen und gleichzeitig eine
einfache Handhabung des Klettersteigsets zu gewährleisten. Der geraffte Abschnitt
22 ist vorzugsweise durch einen Gummizug oder einen Gummischlauch in die geraffte,
komprimierte Stellung vorgespannt. Alternativ kann das Sicherungsmittel 14, 16 ein
glattes beziehungsweise im Wesentliches nicht expandierbares Band- oder Seilmaterial
sein.
[0017] Der Einbindeabschnitt 20 umfasst erfindungsgemäß einen Expansionsabschnitt 24 und
einen Umlenkabschnitt 26. Der Expansionsabschnitt 24 lässt sich durch Muskelkraft
des Benutzers manuell expandieren, vorzugsweise auf mindestens die doppelte Länge
verlängern. Im Ausführungsbeispiel ist der Expansionsabschnitt 24 durch ein gerafftes
Bandmaterial gebildet, welches wellenförmig oder zick-zack-förmig gerafft ist und
vorteilhaft durch einen integrierten Gummizug oder einen das Bandmaterial in sich
aufnehmenden Gummischlauch in die komprimierte, geraffte Stellung vorgespannt ist.
Alternative Varianten der Ausgestaltung des Expansionsabschnitts sind denkbar, wobei
jedoch gewährleistet sein sollte, dass der Expansionsabschnitt 24 einerseits durch
manuelle Zugbetätigung dehnbar ist (und zwar deutlich weiter dehnbar ist, als es die
natürlich Eigenelastizität von Textilbändern im Bereich des Klettersports zulassen
würde), andererseits jedoch bei Erreichen einer vorbestimmten Maximallänge im Wesentlichen
keine weitere Dehnung zulässt und die für Sicherungsmittel im Bereich des Sportkletterns
bekannten und standardisierten Festigkeitsanforderungen erfüllt.
[0018] Zu erkennen ist in der Zeichnung, dass der Umlenkabschnitt 26 an einem dem Kletterer
zugewandten beziehungsweise den Karabinern 10, 12 abgewandten Abschnitt des Einbindeabschnitts
20 (in der Zeichnung an einem unteren Abschnitt des Einbindeabschnitts 20) vorgesehen
ist, während der Expansionsabschnitt 24 an einem dem Kletterer abgewandten beziehungsweise
den Karabinern 10, 12 zugewandten Abschnitt des Einbindeabschnitts (in der Zeichnung
an einem oberen Abschnitt des Einbindeabschnitts) vorgesehen ist. Insbesondere ist
die Schlaufe im bevorzugten Ausführungsbeispiel derart gestaltet, dass sich von dem
Stammabschnitt 18 aus ein erster Expansionsabschnitt 24-1 und ein zweiter Expansionsabschnitt
24-2 erstrecken, und zwar vorzugsweise jeweils um etwa ein Sechstel bis ein Drittel
des Schlaufenumfangs, zum Beispiel um jeweils etwa ein Viertel des Schlaufenumfangs.
Die von dem Stammabschnitt 18 abgewandten Enden der Expansionsabschnitte 24-1 und
24-2 sind miteinander durch den Umlenkabschnitt 26 verbunden, der dann dementsprechend
einen Umfangsabschnitt der Schlaufe zwischen ungefähr einem Drittel und ungefähr zwei
Drittel, vorzugsweise von etwa der Hälfte des Schlaufenumfangs, beansprucht.
[0019] Zur Gewährleistung einer ausreichenden Sicherheit ist es besonders bevorzugt, wenn
der Einbindeabschnitt 20 ein durchgehendes Bandmaterial aufweist, welches sowohl in
geraffter Form den Expansionsabschnitt 24 als auch in glatter Form den Umlenkabschnitt
26 durchläuft. Im Bereich des Umlenkabschnitts kann das Bandmaterial gegebenenfalls
zusätzlich versteift sein, beispielsweise durch eine Lackierung oder dergleichen,
um die Handhabung weiter zu vereinfachen und eine definierte Form des Umlenkabschnitts
26 sicherzustellen. Im Prinzip könnte das Bandmaterial des Einbindeabschnitts auch
ohne Unterbrechung in das Bandmaterial der Sicherungsmittel 14, 16 übergehen, sodass
sich im Ergebnis ein einziges Band vom ersten Karabiner 10 über das erste Sicherungsmittel
14, den ersten Expansionsabschnitt 24-1, den Umlenkabschnitt 26, den zweiten Expansionsabschnitt
24-2 und das zweite Sicherungsmittel 16 zu dem zweiten Karabiner 12 erstreckt.
[0020] Ferner kann das Klettersteigset eine Dämpfungseinrichtung 30 umfassen, welche im
Falle eines Sturzes und bei Einwirkung einer eine vorbestimmte Sturzkraft überschreitenden
Kraft eine Verlängerung der Gesamtlänge des Klettersteigsets zwischen einem der Karabiner
10, 12 und dem Einbindeabschnitt 20 unter Absorption von Fallenergie bewirkt. Die
Dämpfungseinrichtung 30 kann nach dem Vorbild eines an sich bekannten Bandfalldämpfers
ausgestaltet sein, in welchem ein Band, das einerseits mit den Sicherungsmitteln 14,
16 und andererseits mit dem Einbindeabschnitt verbunden ist, mehrfach gefaltet ist
und in der komprimierten, gefalteten Stellung gesichert ist, sodass es sich nur bei
Einwirkung einer vorbestimmten Mindeststurzkraft expandiert. Im Ausführungsbeispiel
ist die Dämpfungseinrichtung 30 am Stammabschnitt der Y-Bauform des Klettersteigsets
angeordnet, sodass sich von der Dämpfungseinrichtung 30 aus der Einbindeabschnitt
20 zum Nutzer hin erstreckt und die Sicherungsmittel 14, 16 mit den Karabinern 10,
12 zum Klettersteig hin erstrecken. Prinzipiell könnte ein einziges Sicherungsband
nicht nur beide Sicherungsmittel und den Einbindeabschnitt sondern auch die Dämpfungseinrichtung
30 durchlaufen.
[0021] Die Funktion des erfindungsgemäßen Klettersteigsets kann wie folgt zusammengefasst
werden. Zum Einbinden in den Klettergurt kann der Nutzer den Einbindeabschnitt 20
am Umlenkabschnitt 26 ergreifen und durch manuelle Zugkraft expandieren, sodass sich
die Größe der Schlaufe des Einbindeabschnitts 20 soweit vergrößert, dass ein bequemes
Einbinden möglich ist. Insbesondere kann das Klettersteigset durch einen Ankerstichknoten
am Klettergurt befestigt werden, indem der Einbindeabschnitt 20 durch eine Schlaufe
des Klettergurts geführt wird und anschließend die Karabiner 10, 12, die Sicherungsmittel
14, 16 und gegebenenfalls die Dämpfungseinrichtung 30 durch die Schlaufe des Einbindeabschnitts
hindurch gezogen werden. Nach dem Loslassen des Klettersteigsets zieht sich dann der
Expansionsabschnitt 24 wieder zusammen und die Schlaufe verkleinert sich, sodass der
Einbindeabschnitt 20 eine kompakte und das Klettern nicht behindernde Größe aufweist
und die gegebenenfalls vorhandene Dämpfungseinrichtung 30 den Kletterer ebenfalls
nicht behindert.
1. Klettersteigausrüstung, welche von einem Sportkletterer mitzuführen ist, um den Sportkletterer
an Sicherungselementen eines alpinen Klettersteigs zu sichern, umfassend:
einen Einbindeabschnitt (20) zur Befestigung der Klettersteigausrüstung an einem Klettergurt
oder einem Bekleidungsstück des Sportkletterers,
ein Kopplungselement (10, 12) zur lösbaren Kopplung der Klettersteigausrüstung mit
einem Klettersteig-Sicherungselement,
eine Verbindungsanordnung (14, 16, 30), welche den Einbindeabschnitt (20) und das
Kopplungselement (10, 12) miteinander verbindet und welche ein längliches, flexibles
Sicherungsmittel (14, 16), insbesondere Sicherungsband, aufweist,
dadurch gekennzeichnet dass der Einbindeabschnitt (20) einen dem Sicherungsmittel (14, 16) zugewandten Expansionsabschnitt
(24) und einen dem Sicherungsmittel (14, 16) abgewandten Umlenkabschnitt (26) aufweist,
wobei die Elastizität des Expansionsabschnitts (24) in Zugrichtung größer ist als
die Elastizität des Umlenkabschnitts (26) in Zugrichtung.
2. Klettersteigausrüstung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elastizität des Expansionsabschnitt (24) derart gewählt ist, das sich der Expansionsabschnitt
(24) durch manuelle Zugbetätigung durch den Sportkletterer um mindestens 20%, vorzugsweise
mindestens 80%, expandieren lässt.
3. Klettersteigausrüstung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Expansionsabschnitt (24) als gerafftes Bandoder Seilmaterial ausgebildet ist
oder/und ein Elastomermaterial enthält.
4. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkabschnitt (26) als (glattes) Band- oder Seilmaterial, insbesondere Textilband
oder Textilseil, ausgebildet ist.
5. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einbindeabschnitt (20) als Schlaufe ausgebildet ist, welche in Schlaufenumlaufrichtung
mindestens einen Expansionsabschnitt (24) und mindestens einen Umlenkabschnitt (26)
aufweist, so dass eine Expansion des Expansionsabschnitts (24) eine Vergrößerung der
Schlaufe bewirkt.
6. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einbindeabschnitt (20) als U-förmige oder V-förmige Schlaufe ausgebildet ist,
wobei die Schenkelabschnitte (24-1, 24-2) der U-/V-Form den Expansionsabschnitt (24)
aufweisen und ein Bogen- oder Spitzenabschnitt der U-/V-Form den Umlenkabschnitt (26)
aufweist.
7. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkabschnitt (26) selbsttragend ist.
8. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klettersteigausrüstung in Y-Bauweise mit einem Stammabschnitt (18) und zwei davon
abzweigenden Astabschnitten (14, 16) ausgebildet ist, wobei jeder Astabschnitt ein
längliches, flexibles Sicherungsmittel (14, 16) umfasst und an seinem freien Ende
ein Kopplungselement (10, 12) zur lösbaren Kopplung mit einem Klettersteig-Sicherungselement
aufweist, und wobei der Stammabschnitt (18) den Einbindeabschnitt (20) aufweist.
9. Klettersteigausrüstung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner gekennzeichnet durch eine Falldämpfungseinrichtung (30), welche in einem Normalzustand einen Abschnitt
der Verbindungsanordnung in einem kontrahierten Zustand hält und erst in einem vorbestimmten
Fallbelastungszustand der Klettersteigausrüstung den Abschnitt der Verbindungsanordnung
unter Absorption von Energie expandiert.
10. Klettersteigausrüstung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Einbindeabschnitt (20) als Schlaufe ausgehend von der Falldämpfungseinrichtung
(30) erstreckt, wobei die Schlaufe gebildet ist aus zwei Expansionsabschnitten (24-1,
24-2), welche jeweils mit einem Ende mit der Falldämpfungseinrichtung (30) verbunden
sind und deren andere Enden miteinander durch den Umlenkabschnitt (26) verbunden sind.