[0001] Die zunehmende Verschmutzung von Gewässern wie Meeren, Seen oder Flüssen stellt ein
gravierendes Umweltproblem dar, zumal einige Seen und Flüsse zur Trinkwasserversorgung
herangezogen werden. Ölunfälle auf den Meeren sowie der dort in wachsendem Maße anfallende
Plastikmüll stellen insbesondere eine Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt im
Meer und in den Küstenregionen dar.
[0002] Zum Abschöpfen von auf der Wasseroberfläche schwimmendem Öl sind bereits Spezialschiffe
entwickelt worden, die Ölaufnahmevorrichtungen aufweisen, die nach dem Prinzip eines
Wehres funktionieren. Das Wehr wird dabei von der Ölschicht überströmt und in Form
eines Sumpfes angesammelt. In Separatoren wird dann das Öl vom restlichen Wasser getrennt.
Diese Spezialschiffe sind konstruktiv aufwendig und eignen sich in der Regel nicht,
andere Oberflächenverschmutzungen als Öl von der Wasseroberfläche zu eliminieren.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv einfache
Vorrichtung vorzuschlagen, mit der eine Wasseroberfläche von verschiedenen Verschmutzungen
gereinigt werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur Entfernung von Oberflächenverunreinigungen
von Gewässern mit einem schwimmfähigen Container der an seiner vorderen Schmalseite
unterhalb der Wasseroberfläche einen Bug, dessen Bugwände höhenverstellbar sind, sowie
eine Einströmöffnung für Oberflächenwasser aufweist und der im Bereich seiner gegenüberliegenden
Schmalseite im Bodenbereich mit einer Wasserausströmöffnung versehen ist.
[0005] Der Bug am Unterwasserschiff des Containers dient der Verringerung des Wasserwiderstands
und der leichteren Manövrierfähigkeit des Containers. Außerdem wird die Wasseroberfläche
durch den Bug beruhigt. Dazu kann der Bug oder auch die gesamte Vorrichtung als eine
oben offene Wanne ausgeführt sein. Da der gesamte Bug mit seinen höhenverstellbaren
Bugwänden stets unterhalb der Wasseroberfläche liegt, behindert er das Einströmen
des Oberflächenwassers mit der öligen oder anderweitigen Verschmutzung, beispielsweise
in Form von Plastikmüll durch die Einströmöffnung des Containers nicht. Die Verschmutzung
sammelt sich im Container an, während das schwerere Wasser durch die bodenseitige
Öffnung am Heck des Containers wieder ausströmen kann.
[0006] Vorzugsweise können die Bugwände automatisch dem Tiefgang des Containers folgend
in der Höhe verstellbar sein. Hierzu sind mechanische oder elektrische Lösungen denkbar.
Dadurch ist sichergestellt, dass der Bug stets unterhalb der Wasseroberfläche verbleibt
und somit das Einströmen des verschmutzten Oberflächenwassers in den Container nicht
behindert.
[0007] Weitere Vorteile lassen sich erzielen, wenn auch der untere Rand der Einströmöffnung
in der Höhe verstellbar ist. Der untere Rand der vorzugsweise sich über die gesamte
Containerbreite erstreckenden Einströmöffnung kann somit stets knapp unterhalb der
Wasseroberfläche gehalten werden. Dazu kann der untere Rand der Einströmöffnung beispielweise
durch die Oberkante eines mittels Schwimmkörpern betätigbaren Rolltores gebildet sein.
Der Behang des Rolltores kann von gelenkig miteinander verbundenen Lamellen gebildet
sein, wobei jede Lamelle durch innere Hohlräume oder andere Maßnahmen derart gestaltet
sein kann, dass sie schwimmfähig sind.
[0008] Weiter kann vorgesehen sein, dass die Ausströmöffnung und/oder die Einströmöffnung
vollständig verschließbar sind. Für die heckseitige Ausströmöffnung kann hierzu beispielsweise
ein Schubboden vorgesehen werden. Die Einströmöffnung lässt sich mithilfe des Rolltores
verschließen. Hat der Container genug Verschmutzungen aufgenommen, kann er nach dem
Verschließen der Öffnungen wie ein normales Schiff bewegt werden. Das Verschließen
der Öffnungen kann auch bei schwerer See notwendig werden, um ein Kentern und/oder
Sinken des Containers zu verhindern.
[0009] Zur Erhöhung der Sicherheit des Containers kann dieser doppelwandig ausgeführt sein.
An der Einströmöffnung können außerdem zwei parallel zueinander angeordnete Rolltore
vorgesehen werden, wobei das innere Rolltor den Container nach außen abdichtet, während
das äußere Rolltor das ungewollte Eindringen von Wasser verhindert.
[0010] Weiter ist es von Vorteil, wenn der Container Ballastwassertanks aufweist. Je nach
seinem Beladezustand kann dadurch der Tiefgang des Containers in der gewünschten Weise
beeinflusst werden.
[0011] Es ist außerdem möglich im oberen Bereich des Containers Schwimmkörper vorzusehen,
die den Container unsinkbar machen. Diese Schwimmkörper können dabei einen geschlossenen
Ring auf der Container Innenseite bilden. Dieser Ring kann begehbar sein. Je nach
Größe des Containers können auf den Ring auch Räume für Personal, beispielsweise Mannschaftskabinen
oder Labors vorgesehen werden.
[0012] Der Container kann über eine eigene Antriebseinrichtung verfügen. Dabei kann der
Container auch ferngesteuert sein. Auch passive Antriebseinrichtungen wie Segel oder
Drachen lassen sich vorsehen. Der Container kann aber auch durch ein Schubschiff bewegt
werden. Dabei ist es ebenfalls möglich, mehrere Container zu einem Verband zusammenzufügen.
Diese können dann gemeinsam bewegt werden, um auch eine große Fläche effektiv reinigen
zu können. Insbesondere, wenn mehrere Container zu einem Verband zusammengefügt werden,
ist es weiter von Vorteil, wenn der Container seitlich am Bug verstellbare Leitbleche
für das Oberflächenwasser aufweist. Mithilfe dieser Leitbleche kann das Oberflächenwasser
zur Einströmöffnung des Containers geleitet werden. Sind mehrere Container im Verband
nebeneinander angeordnet, so können die Leitbleche benachbarter Container bugförmig
aneinander gelegt werden und dadurch verhindern, dass Oberflächenwasser zwischen den
Containern hindurchströmt. Dadurch ist eine effektive Oberflächenreinigung über eine
große Breite möglich.
[0013] Zum Transport der Container über längere Strecken können diese sowohl in unbeladenem
als auch in beladenem Zustand durch ein Carrier-Schiff transportierbar sein.
[0014] Innerhalb der Container können auch Umlenkeinrichtungen und/oder Filtereinrichtungen
für das Oberflächenwasser vorgesehen sein, um die Reinigungswirkung zu erhöhen.
[0015] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
anhand der Zeichnung näher beschrieben.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung;
- Fig. 2
- eine Ansicht von vorne, auf die Vorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Ansicht von oben auf mehrere zu einem Verband zusammengefügte Vorrichtungen gemäß
Fig. 1.
[0017] Wie Fig. 1 zeigt, wird die erfindungsgemäße Vorrichtung von einem Container 10 gebildet,
der an seiner vorderen Schmalseite 11 einen unterhalb der Wasserlinie WL angeordneten
Bug 12 aufweist. Oberhalb des Bugs 12 ist eine Einströmöffnung 13 für verschmutztes
Oberflächenwasser, das durch einen Pfeil 14 angedeutet ist, angeordnet. Im Bereich
der gegenüberliegenden Schmalseite 15 des Containers 10 ist im Boden 16 des Containers
eine Ausströmöffnung 17 für Wasser angeordnet. Während das Wasser, das durch einen
Pfeil 18 angedeutet ist, durch die Öffnung 17 ausströmen kann, bleiben die leichteren,
auf der Wasseroberfläche schwimmenden Verschmutzungen im Container 10 und können daher
durch diesen entsorgt werden. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, dass stets etwas Wasser
im Container 10 verbleibt, damit nicht auch Verschmutzungen durch die Öffnung 17 wieder
ausströmen können.
[0018] Sowohl die Einströmöffnung 13 als auch die Ausströmöffnung 17 sind verschließbar.
Für die Ausströmöffnung 17 kann dazu ein hier nicht dargestellter Schubboden vorgesehen
sein. Die Einströmöffnung 13 ist mithilfe zweier Rolltore 19, 20 verschließbar. Die
Oberkante der Rolltore 19 und 20 ist dabei höhenverstellbar, derart, dass sie stets
in einem vorgebbaren Abstand unterhalb der Wasserlinie WL liegt. Dazu können an der
Oberkante der Rolltore 19, 20 hier nicht näher dargestellte Schwimmkörper vorgesehen
sein, die die Oberkante der Rolltore automatisch der Wasserlinie WL anpassen. Die
Rolltore 19, 20 können jedoch auch vollständig hochgezogen und damit die Einströmöffnung
13 verschlossen werden. Dabei dient das äußere Rolltor 20 dazu, ein Einströmen von
Wasser zu verhindern, während das innere Rolltor 19 den Innenraum des Containers 10
nach außen abdichtet.
[0019] Der gesamte Container 10 ist doppelwandig ausgebildet. In seinem oberen Bereich sind
außerdem ringförmig umlaufende Schwimmkörper 21 angeordnet, die ein Sinken des Containers
im Falle einer Havarie verhindern.
[0020] Aus der Frontansicht auf den Container 10 in Fig. 2 sind die beiden den Bug 12 bildenden
Bugwände 12.1 und 12.2 zu erkennen, die ebenfalls höhenverstellbar sind. Dadurch kann
der Wasserwiderstand des Containers 10 sowie auch die Menge des einströmenden Wassers
reguliert werden. Weiter sind aus Fig. 2 seitlich am Container angeordnete Leitbleche
22 zu erkennen, die wie Fig. 3 zeigt, nach außen gestellt werden können, um trichterförmig
Oberflächenwasser zu der Einströmöffnung 13 zu lenken.
[0021] Fig. 3 zeigt eine Anordnung mehrerer Container 10 nebeneinander in einem Verband.
Die seitlichen Leitbleche 22 benachbarter Container 10 berühren sich hierbei, um zu
verhindern, dass Oberflächenwasser zwischen den Containern 10 hindurchströmen kann,
sodass eine verschmutze Wasseroberfläche über eine große Breite sauber gereinigt werden
kann. Fig. 3 verdeutlicht auch, dass der Bug 12 des Containers 10 als oben offene
Wanne ausgeführt ist, wodurch er insbesondere auch der Beruhigung des einströmenden
Wassers dienen kann.
[0022] Die Container 10 können mit einer eigenen Antriebsvorrichtung versehen sein. Es ist
jedoch auch möglich, einen einzelnen Container 10 oder auch einen Verband von Containern
10 mithilfe eines Schubschiffes durch das Wasser zu bewegen. Das Schubschiff bewegt
sich dabei in sauberem Wasser, das heißt es kommt nicht mit der Oberflächenverschmutzung
des Wassers in Berührung. Diese Verschmutzungen werden von dem oder den Containern
10 aufgefangen.
1. Vorrichtung zur Entfernung von Oberflächenverunreinigungen von Gewässern mit einem
schwimmfähigen Container (10) der an seiner vorderen Schmalseite (11) unterhalb der
Wasseroberfläche einen Bug (12), dessen Bugwände (12.1, 12.2) höhenverstellbar sind,
sowie eine Einströmöffnung (13) für Oberflächenwasser aufweist und der im Bereich
seiner gegenüberliegenden Schmalseite (15) im Bodenbereich mit einer Wasserausströmöffnung
(17) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bugwände (12.1, 12.2) automatisch dem Tiefgang des Containers (10) folgend in
der Höhe verstellbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bug (12) oder die gesamte Vorrichtung als oben offene Wanne ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehende Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der untere Rand der Einströmöffnung (13) höhenverstellbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Rand der Einströmöffnung (13) durch die Oberkante eines mittels Schwimmkörpern
betätigbaren Rolltores (19, 20) gebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei parallel angeordnete Rolltore (19, 20) vorgesehen sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausströmöffnung (17) verschließbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einströmöffnung (13) verschließbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Container (10) doppelwandig ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Container (10) Ballastwassertanks aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Container (10) eine eigene Antriebseinrichtung aufweist und/oder durch ein Schubschiff
bewegbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass seitlich am Bug verstellbare Leitbleche (22) für das Oberflächenwasser angeordnet
sind.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Container (10) nebeneinander zu einem Verband zusammenfügbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im oberen Bereich des Containers (10) Schwimmkörper (21) angeordnet sind.