[0001] Die Erfindung betrifft ein Kombinationsfass, das ein Außenfass sowie ein in dem Außenfass
aufgenommenes Innenfass umfasst. Der Körper des Außenfasses ist aus einem ersten und
einem zweiten Fassteil gebildet, wobei der erste Fassteil einen ersten Verbindungsbereich
und der zweite Fassteil einen komplementär zum ersten Verbindungsbereich ausgebildeten
zweiten Verbindungsbereich aufweist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum
Herstellen solcher Kombinationsfässer.
[0002] Bekannte Kombinationsfässer bestehen aus einem Außenfass aus Stahlblech sowie einen
Innenfass aus Kunststoff. Die Innenfässer können nicht aus Stahl aufgebaut sein, da
Kombinationsfässer häufig zum Transport und zur Lagerung von aggressiven Chemikalien
verwendet werden und Stahl nicht beständig genug gegen solche aggressiven Chemikalien
ist.
[0003] Ferner werden Kombinationsfässer auch für Chemikalien mit einem niedrigen Dampfdruck
eingesetzt. Würde man hierfür Fässer aus nur einem Behälter verwenden, würden sich
diese bei Abkühlung der Chemikalien durch den sinkenden Dampfdruck und somit entstehenden
Unterdruck verformen. Dies hat zur Folge, dass die Fässer, sofern sie übereinander
gestapelt sind, beispielsweise herunterfallen können oder nicht gehandhabt werden
können. Ferner können solche einfachen Fässer in diesem Fall im Leerzustand implodieren.
Die Verwendung von Kombinationsfässern hat dagegen den Vorteil, dass zumindest der
äußere Behälter, also das Außenfass, sich nicht verformt und somit die Form stabil
bleibt.
[0004] Es gibt jedoch Einsatzbereiche, in denen die Verwendung von metallischen Fässern
Nachteile mit sich bringt. Deshalb können Kombinationsfässer aus einem Metallaußenfass
und einem Kunststoffinnenfass nicht oder nur unter Inkaufnahme gewisser Nachteile
eingesetzt werden.
[0005] Kombinationsfässer müssen, um für den Transport und die Lagerung von Gefahrengütern
zugelassen zu werden, den UN-Richtlinien entsprechen, d.h. es müssen zahlreiche umfangreiche
Zulassungsprüfungen bestanden werden.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein besonders einfach und leicht aufgebautes Kombinationsfass
anzugeben. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines
solchen Kombinationsfasses anzugeben.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein Kombinationsfass mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Erfindungsgemäß besteht das Kombinationsfass aus einem Außenfass und einem in dem
Außenfass aufgenommenen Innenfass, wobei der Körper des Außenfasses aus einem ersten
und einem zweiten Fassteil gebildet ist, die über zwei komplementär zueinander ausgebildete
Verbindungsbereiche miteinander verbunden sind. In einem zusammengebauten Zustand,
d.h. in demjenigen Zustand, in dem das Kombinationsfass fertig zusammengebaut ist,
sind das erste und das zweite Fassteil fest miteinander verbunden. Sowohl das Innen-
als auch das Außenfass sind aus einem Kunststoff gefertigt.
[0009] Hierdurch wird erreicht, dass auf Metall, insbesondere Stahlbleche, verzichtet werden
kann und das Kombinationsfass ausschließlich aus Kunststoff aufgebaut ist. Hierdurch
kann das Kombinationsfass auch in Bereichen verwendet werden, in denen metallische
Werkstoffe unerwünscht sind. Dennoch wird die gewünschte Sicherheit erreicht und die
UN-Richtlinien können erfüllt werden. Darüber hinaus hat die Verwendung von Kunststoff
den Vorteil, dass das Fass wesentlich leichter aufgebaut ist und somit auch einfacher
gehandhabt werden kann.
[0010] Es ist vorteilhaft, wenn das erste und das zweite Fassteil am Verbindungsbereich
miteinander verschweißt werden. Hierdurch wird erreicht, dass eine sichere Befestigung
der beiden Teile des Außenfasses nach dem Einbringen des Innenfasses erreicht wird
und dennoch eine wirtschaftliche Fertigung möglich ist. Darüber hinaus kann durch
das Verwenden eines Schweißverfahrens zum Verbinden der beiden Teile erreicht werden,
dass die Geometrie des Außenfasses, insbesondere die Außengeometrie nicht beeinflusst
wird und somit die für das Erfüllen von Prüfanforderungen für die Sicherheit, z.B.
Innendruck-Prüfung, Kältefalltest, aufgestellten Forderungen erfüllt werden. Insbesondere
ist es somit möglich, dass das Kombinationsfass in seiner äußeren Form verglichen
mit Standardkunststofffässern nicht verändert werden muss und somit sein Verhalten
bei den einzelnen Prüfschritten nicht beeinträchtigt wird.
[0011] Die Schweißnaht ist insbesondere derart ausgebildet, dass sie die Außenkontur des
Außenfasses nicht verändert, so dass immer die gleiche Fassform gewährleistet werden
kann.
[0012] Insbesondere ermöglicht die Verwendung von Schweißverfahren, dass die Befestigung
der beiden Fassteile des Außenfasses reproduzierbar ist und somit sichergestellt werden
kann, dass die gewünschten Eigenschaften erreicht werden. Hierzu erfolgt das Schweißen
insbesondere über ein Schmelzschweißverfahren, bei dem vorzugsweise ein Schmelzspiegel
zum Verbinden der Fassteile eingesetzt wird.
[0013] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der erste und der zweite Verbindungsbereich konisch
ausgebildet sind, so dass deren Verbindung miteinander über eine innenliegenden Fläche
erfolgt, die die Geometrie des Fasses nicht beeinflusst. Darüber hinaus kann über
das konische Ausbilden ein möglichst großer und somit sicherer Verbindungsbereich
erreicht werden.
[0014] Das Innenfass und das Außenfass werden vorzugsweise jeweils in einem Blasformverfahren
hergestellt, so dass eine einfache, sichere und trotzdem genaue Fertigung möglich
ist.
[0015] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das erste und das zweite Fassteil des Außenfasses
aus demselben Kunststoff gefertigt sind, so dass beim Schweißen sichergestellt ist,
dass diese Kunststoffe sich optimal miteinander verbinden. Ferner kann auch das Innenfass
aus dem gleichen Kunststoff gefertigt sein. Alternativ können auch das Innenund Außenfass
aus unterschiedlichen Kunststoffen gefertigt sein, insbesondere kann das Innenfass
an die aufzunehmenden Chemikalien angepasst sein.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bildet der erste Fassteil den
Boden und die Seitenwand des Außenfasses, wohingegen der zweite Fassteil des Außenfasses
den Deckel des Außenfasses bildet. Alternativ kann der erste Fassteil auch den Deckel
und die Seitenwand bilden und der zweite Fassteil ausschließlich den Boden. Hierdurch
wird erreicht, dass die Verbindungsstelle automatisch in den ohnehin vorgesehenen
konischen Bereichen an den Enden des Fasses angeordnet ist.
[0017] Die Innenkontur des Außenfasses und die Außenkontur des Innenfasses sind insbesondere
aufeinander abgestimmt und im Wesentlichen gleich ausgebildet, so dass das Innenfass
optimal am Außenfass anliegt und möglichst nicht verrutschen kann. Ferner wird hierdurch
das zur Verfügung stehende Volumen optimal ausgenutzt.
[0018] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Fassdeckel des Außenfasses derart gestaltet ist,
dass er eine Rinne aufweist und wenn eine Ablauföffnung vorgesehen ist, aus der sich
in der Rinne sammelnde Flüssigkeit ablaufen kann. Diese Ablauföffnung ist derart ausgebildet,
dass sie durch den verschweißten Bereich, also durch die beiden Verbindungsbereiche,
hindurch verläuft.
[0019] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Kombinationsfass mindestens ein Belüftungsventil
aufweist, welches vorzugsweise im Bereich des Deckels angeordnet ist und durch das
Außenfass hindurch verläuft.
[0020] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Kombinationsfasses,
bei dem ein Innenfass aus Kunststoff gefertigt wird. Ferner wird ein erstes Fassteil
eines Außenfasses und ein zweites Fassteil des Außenfasses aus einem Kunststoff gefertigt,
wobei das erste Fassteil derart gefertigt wird, dass es einen ersten Verbindungsbereich
und das zweite Fassteil derart gefertigt wird, dass es einen zum ersten Verbindungsbereich
komplementären zweiten Verbindungsbereich aufweist. Das Innenfass wird über eine Öffnung
des ersten Fassteils in diesen eingesetzt. Anschließend wird die erste Öffnung des
ersten Fassteils mit dem zweiten Fassteil verschlossen, wobei das zweite Fassteil
hierzu entsprechend aufgesetzt wird und die beiden Fassteile in den Verbindungsbereichen
fest miteinander verbunden werden.
[0021] Die beiden Fassteile des Außenfasses werden insbesondere miteinander verschweißt,
was den Vorteil hat, dass ein einfaches wirtschaftliches Verfahren zum Verbinden der
beiden Fassteile erreicht wird, aber dennoch eine reproduzierbare sichere Verbindung
zwischen den beiden Fassteilen erfolgt.
[0022] Insbesondere wird zum Verschweißen der beiden Fassteile ein Schmelzschweißverfahren
verwendet, was insbesondere mit Hilfe eines Schweißspiegels durchgeführt werden kann.
Dies hat den Vorteil, dass der Schweißprozess sehr genau und reproduzierbar ausgeführt
werden kann und insbesondere auch über die Verbindung der beiden Teile nicht die Außenform
des Außenfasses beeinflusst wird. Somit wird sichergestellt, dass die für die Handhabung
und für die Erfüllung von Sicherheitsrichtlinien wichtige Form erhalten bleibt.
[0023] Bei einem möglichen Verfahren wird der Schweißspiegel zunächst an dem Verbindungsbereich
des ersten Fassteils angeordnet. Das Innenfass wird erst in das erste Fassteil des
Außenfasses eingeführt, wenn die Aufschmelzzeit des Schmelzspiegels vergangen ist,
d.h. wenn der Schmelzspiegel bereits in dem Verbindungsbereich das Material des ersten
Fassteils aufgeschmolzen hat. Anschließend wird das zweite Fassteil aufgesetzt.
[0024] Bei einem alternativen Verfahren kann auch zunächst das Innenfass in das erste Fassteil
eingeführt werden und dann mit dem Schweißprozess begonnen werden, d.h. dass erst
dann der Schmelzspiegel an den ersten Verbindungsbereich angeordnet wird und mit dem
Aufschmelzen des Materials begonnen wird.
[0025] Ferner ist es alternativ auch möglich, dass das Schmelzen mit Hilfe des Schmelzspiegels
und das Einführen des Innenfasses in den ersten Fassteil des Außenfasses zeitgleich
erfolgt. Hierdurch wird ein besonders schnelles Fertigungsverfahren erreicht.
[0026] Ferner ist vorteilhaft, wenn das Innenfass und das Außenfass jeweils im Blasformverfahren
hergestellt werden. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden der ersten
und der zweite Fassteil des Außenfasses gemeinsam in einem einzigen Arbeitsgang eines
Blasformverfahrens aus einem Schmelzschlauch als ein Werkstück hergestellt, das dann
in die beiden Fassteile getrennt wird. Insbesondere wird bei diesem Blasformverfahren
das Werkstück zunächst derart geformt, dass das zweite Fassteil verglichen mit der
Position, in der es am Ende an dem ersten Fassteil angeschweißt wird, "falsch herum",
d.h. um 180° verdreht, angeordnet ist. Nach dem Trennen der beiden Fassteile wird
das zweite Fassteil um 180° gedreht und in seiner bestimmungsgemäßen Ausrichtung an
das erste Fassteil angeschweißt.
[0027] Ferner ist es vorteilhaft, wenn zumindest die innere und/oder äußere Oberfläche des
ersten und/oder zweiten Fassteiles aus einem elektrisch leitfähigen Kunststoff gefertigt
sind. Insbesondere kann auch das gesamte erste und/oder zweite Fassteil aus einem
elektrisch leitenden Kunststoff gefertigt werden. Alternativ kann auch hier lediglich
eine elektrisch leitende Beschichtung vorgesehen sein.
[0028] Das zuvor beschriebene Verfahren kann mit den in den auf den unabhängigen Vorrichtungsanspruch
rückbezogenen Ansprüchen angegebenen Merkmalen bzw. entsprechenden Verfahrensmerkmalen
weitergebildet werden. Umgekehrt kann die durch den unabhängigen Vorrichtungsanspruch
angegebene Vorrichtung durch die in den Verfahrensansprüchen angegebenen Merkmalen
bzw. entsprechenden Vorrichtungsmerkmalen weiter gebildet werden.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung.
Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen in Zusammenhang mit den beigefügten
Figuren näher erläutert.
[0030] Es zeigen:
- Figur 1
- Eine schematische, perspektivische Darstellung eines Kombinationsfasses gemäß einer
ersten Ausführungsform;
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung des Kombinationsfasses nach Figur 1;
- Figur 3
- einen vergrößerten Ausschnitt der Schnittdarstellung nach Figur 2;
- Figur 4
- einen weiteren vergrößerten Ausschnitt der Schnittdarstellung nach Figur 2;
- Figur 5
- eine Schnittdarstellung eines Außenfasses des Kombinationsfasses nach Figur 1 nach
der Beendigung eines Blasformverfahrens;
- Figur 6
- eine schematische, perspektivische Darstellung des Außenfasses nach Figur 5 mit abgetrenntem
Deckel;
- Figur 7
- eine Explosionsdarstellung des Außenfasses nach den Figuren 5 und 6 während eines
Schmelzschweißvorgangs;
- Figur 8
- eine teilgeschnittene Darstellung eines Kombinationsfasses gemäß einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 9
- einen Ausschnitt einer Schnittdarstellung des Kombinationsfasses nach Figur 8 während
des Schweißvorgangs;
- Figur 10
- eine weiteren Ausschnitt des Kombinationsfasses nach Figur 8 vor dem Zusammenfügen
der beiden Fassteile des Außenfasses; und
- Figur 11
- eine teilgeschnittene Darstellung eines Kombinationsfasses gemäß einer dritten Ausführungsform.
[0031] In Figur 1 ist eine schematische perspektivische Darstellung eines Kombinationsfasses
10 dargestellt. Figur 2 zeigt eine Schnittdarstellung des Kombinationsfasses nach
Figur 1, Figur 3 und 4 jeweils einen Ausschnitt dieser Schnittdarstellung nach Figur
2.
[0032] Das Kombinationsfass 10, welches häufig kurz auch als Kombifass bezeichnet wird,
umfasst ein Innenfass 12, welches auch als Inliner bezeichnet wird, sowie ein Außenfass
14. Das Innenfass 12 ist hierbei in dem Außenfass 14 aufgenommen, wobei die Formen
des Innenfasses 12 und des Außenfasses 14 aufeinander abgestimmt sind. Insbesondere
ist die Außenkontur des Innenfasses 12 im Wesentlichen identisch mit der Innenkontur
des Außenfasses 14, so dass diese optimal ineinander passen und kein Platz verschenkt
wird. Die äußere Oberfläche 16 des Außenfasses und/oder die innere Oberfläche 18 des
Innenfasses können insbesondere aus einem elektrisch leitfähigen Kunststoff gefertigt
sein. Alternativ kann auch das gesamte Außenfass 14 aus einem elektrisch leitfähigen
Kunststoff hergestellt werden.
[0033] Sowohl das Innenfass 12 als auch das Außenfass 14 werden insbesondere aus Kunststoff
in einem Blasformverfahren hergestellt, so dass eine einfache kostengünstige und dennoch
präzise Fertigung möglich ist.
[0034] Das Außenfass 14 besteht aus einem ersten Fassteil 20, das bei dem in den Figuren
1 bis 7 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel den Boden oder die Seitenwand des
Fasses bildet, und einen zweiten Fassteil 22, das bei dem ersten Ausführungsbeispiel
den Deckel des Außenfasses 14 bildet. Im Bereich dieses Deckels 22 sind ein Lüftungsventil
24 sowie Einfüllöffnungen 26, 28 vorgesehen, welche durch das Außenfass 14 hindurch
führen.
[0035] Ferner ist der Deckel 22 vorzugsweise derart ausgebildet, dass in ihm eine Rinne
30 geformt ist. In der Wandung des Außenfasses 14 ist eine Ablauföffnung 32 vorgesehen,
welche sowohl durch das erste Fassteil 20 als auch das zweite Fassteil 22, also den
Deckel, hindurchführt. Über diese Ablauföffnung 32 kann sich in der Rinne 30 gesammelte
Flüssigkeit ablaufen.
[0036] Sowohl das Innenfass 12 als auch das Außenfass 14 werden aus einem Kunststoff mit
Hilfe von Blasformverfahren hergestellt. Hierbei wird, wie in Figur 5 gezeigt, zunächst
in einem einzigen Arbeitsgang aus einem einzigen Schmelzschlauch das Außenfass 14
gefertigt, wobei das erste Fassteil 20 und das zweite Fassteil 22 zusammenhängend
ausgebildet sind. Anschließend wird, wie in Figur 6 gezeigt, das zweite Fassteil 22,
also der Deckel, von dem ersten Fassteil 20 abgetrennt.
[0037] Zum Zusammenbau des Kombifasses 10 wird das zweite Fassteil 22 verglichen mit dem
Zustand, an dem es nach dem Blasformverfahren an dem ersten Fassteil 20 befestigt
ist, um 180°gedreht und, nachdem das Innenfass 12 über die Öffnung 34 des ersten Fassteils
20 in den ersten Fassteil 20 des Außenfasses 14 eingesetzt wurde, dauerhaft und fest
mit dem ersten Fassteil 20 verschweißt.
[0038] Wie in Figur 7 dargestellt, erfolgt das Verschweißen der beiden Fassteile des Außenfasses
14 mit Hilfe eines über einen Schweißspiegel 36 durchgeführten Schmelzschweißverfahrens.
Hierzu ist Außenfläche 38 des Schweißspiegels 36 entsprechend dem Verbindungsbereich
40 des ersten Fassteiles 20 und die Innenseite 42 entsprechend dem Verbindungsbereich
44 des zweiten Fassteils 22 ausgebildet. Über den Schmelzspiegel 36 wird das Material
im Bereich des Verbindungsbereiche 40, 44 aufgeschmolzen, so dass die beiden Fassteile
20, 22 dauerhaft, sicher und ohne Ausbildung einer nach außen gerichteten Schweißnaht
miteinander verbunden werden können.
[0039] Hierdurch wird sichergestellt, dass die Außenform reproduzierbar ist und das Kombinationsfass
10 alle Anforderungen von Sicherheitsrichtlinien erfüllt. Somit kann auf einfache
und effiziente Weise ein Kombinationsfass 10 hergestellt werden, welches ausschließlich
aus Kunststoff besteht und dennoch den hohen Sicherheitsanforderungen zum Transport
von Gefahrengütern genügt.
[0040] Das Verbinden der beiden Fassteile 20, 22 des Außenfasses 14 erfolgt dabei erst,
nachdem das Innenfass 12 eingeführt wurde. Hierbei kann zunächst das Innenfass 12
in den ersten Fassteil 20 eingeführt werden, bevor mit dem Schweißverfahren begonnen
wird. Alternativ kann auch zunächst der Schweißspiegel 36 auf den Verbindungsbereich
40 aufgelegt werden und erst nach Beendigung des Aufschmelzens, aber natürlich vor
dem Verbinden der beiden Fassteile 20, 22 das Innenfass 12 eingefügt werden.
[0041] Durch das Fertigen beider Fassteile 20, 22 in einem einzigen Blasformverfahren wird
zum einen eine schnelle, kostengünstige und effektive Fertigung erreicht. Ferner wird
hierdurch sichergestellt, dass die beiden Teile aus dem gleichen Kunststoff gebildet
sind und sich somit optimal miteinander verschweißen lassen, was die Sicherheit weiter
erhöht.
[0042] In den Figuren 8 bis 10 ist ein Kombinationsfass 100 gemäß einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung dargestellt. Bei dieser zweiten Ausführungsform der Erfindung umfasst
der erste Fassteil 102 den Deckel und die Seitenwand des Außenfasses 14 und der zweite
Fassteil 104 lediglich den Boden. Entsprechend ist die Schweißverbindung an dem unteren
Ende des Fasses 10 angeordnet.
[0043] In Figur 9 ist hierbei dargestellt, wie bei dieser Ausführungsform der Schweißspiegel
106 zwischen den beiden Fassteilen 102, 104 angeordnet ist, um die Verbindungsbereiche
40, 44 aufzuschmelzen. In Figur 10 ist der Zustand gezeigt, nachdem der Schmelzspiegel
106 wieder entfernt wurde, so dass die beiden Teile 102, 104 entsprechend dem Pfeil
P1 miteinander verbunden werden können.
[0044] Figur 11 zeigt eine teilgeschnittene Darstellung eines Kombinationsfasses 200 gemäß
einer dritten Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform umfasst der
erste Fassteil 202, wie bei der ersten Ausführungsform den Boden und die Seitenwand
des Außenfasses 14. Der zweite Fassteil 204 ist wiederum in Form des Deckels ausgebildet,
jedoch wird der Deckel 204 bei dieser Ausführungsform, anders als bei der ersten Ausführungsform,
von außen auf den ersten Fassteil 202 aufgesetzt.
[0045] Bei allen drei Ausführungsformen findet das Verschweißen jeweils in einem konischen
Bereich des Außenfasses 14 statt. Entsprechend sind die Verbindungsbereiche 40, 44,
über die die beiden Fassteile 20, 22, 102, 104, 202, 204 miteinander verbunden sind,
ebenfalls konisch ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass eine möglichst große Schweißfläche
gebildet wird und insbesondere keine die Außenkontur beeinflussende Schweißnaht entsteht.
Alternativ können die Verbindungsbereiche 40, 44 auch eine von der konischen Form
abweichende Form haben.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 10, 100, 200
- Kombinationsfass
- 12
- Innenfass
- 14
- Außenfass
- 16
- äußere Oberfläche
- 18
- innere Oberfläche
- 20, 102, 202
- erstes Fassteil
- 22, 104, 204
- zweites Fassteil
- 24
- Belüftungsventil
- 26, 28
- Öffnung
- 30
- Rinne
- 32
- Ablauföffnung
- 34
- Öffnung
- 36, 106
- Schweißspiegel
- 38, 42
- Oberfläche
- 40, 44
- Verbindungsbereich
- P1
- Richtung
1. Kombinationsfass,
mit einem Außenfass (14), und
mit einem in dem Außenfass (14) aufgenommenen Innenfass (12),
wobei der Körper des Außenfasses (14) aus einem ersten Fassteil (20, 102, 202) und
einem zweiten Fassteil (22, 104, 204) gebildet ist,
das erste Fassteil (20, 102, 202) einem ersten Verbindungsbereich (40) und das zweite
Fassteil (22, 104, 204) einen komplementär zum ersten Verbindungsbereich (40) ausgebildeten
zweiten Verbindungsbereich (44) aufweisen,
das erste und das zweite Fassteil (20, 22, 102, 104, 202, 204) über die Verbindungsbereiche
(40, 44) in einem zusammengebauten Zustand fest miteinander verbunden sind, und
wobei sowohl das Innenfass (12) als auch das Außenfass (14) aus Kunststoff gefertigt
sind.
2. Kombinationsfass (10, 100, 200) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Fassteil (20, 22, 102, 104, 202, 204) an den Verbindungsbereichen
(40, 44) miteinander verschweißt sind.
3. Kombinationsfass (10, 100, 200) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweißnaht derart ausgebildet ist, dass sie die Außenkontur des Außenfasses
(14) nicht verändert.
4. Kombinationsfass (10, 100, 200) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Verbindungsbereich (40, 44) konisch ausgebildet sind.
5. Kombinationsfass (10, 100, 200) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Fassteil (20, 102, 202) den Boden und die Seitenwand des Außenfasses (14)
bildet und dass der zwei Fassteil (22, 104, 204) den Deckel des Außenfasses (14) bildet.
6. Kombinationsfass (10, 100, 200) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Fassteil (20, 102, 202) den Deckel und die Seitenwand des Außenfasses (14)
bildet und dass der zwei Fassteil (22, 104, 204) den Boden des Außenfasses (14) bildet.
7. Verfahren zum Herstellen eines Kombinationsfasses,
bei dem ein Innenfass (12) aus Kunststoff gefertigt wird,
ein erstes Fassteil (20, 102, 202) eines Außenfasses (14) mit einem ersten Verbindungsbereich
(40) und ein zweites Fassteil (22, 104, 204) des Außenfasses (14) mit einem zum ersten
Verbindungbereich (40) komplementären zweiten Verbindungsbereich (44) aus Kunststoff
gefertigt werden,
das Innenfass (12) über eine Öffnung (34) des ersten Fassteils (20, 102, 202) in diesen
eingesetzt wird,
und bei dem anschließend die Öffnung (34) des ersten Fassteils (20, 102, 202) mit
dem zweiten Fassteil (22, 104, 204) verschlossen wird und die beiden Fassteile (20,
22, 102, 104, 202, 204) über die Verbindungsbereiche (40, 44) fest miteinander verbunden
werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Fassteile (20, 22, 102, 104, 202, 204) des Außenfasses (14) miteinander
verschweißt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das die beiden Fassteile (20, 22, 102, 104, 202, 204) über ein Schmelzschweißverfahren
miteinander verschweißt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Schweißen mit Hilfe eines Schweißspiegels (36, 106) erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schweißspiegel (36, 106) an dem ersten Verbindungsbereich (40) des ersten Fassteils
(20, 102, 202) angeordnet wird, und dass das Innenfass (12) in das erste Fassteil
(20, 102, 202) nach der Aufschmelzzeit des Schmelzspiegels (36, 106) und vor dem Aufsetzen
des zweiten Fassteils (22, 102, 104) eingeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Einführen des Innenfasses (12) in den ersten Fassteil (20, 102, 202) und das
Anordnen des Schmelzspiegels (36, 106) an dem ersten Verbindungsbereich (40) gleichzeitig
erfolgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenfass (12) und das Außenfass (14) jeweils im Blasformverfahren hergestellt
werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Fassteil (20, 22, 102, 104, 202, 204) des Außenfasses (14)
in einem einzigen Blasformverfahren als ein Werkstück hergestellt werden, das dann
in die beiden Fassteile (20, 22, 102, 104, 202, 204) getrennt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dass das zweite Fassteil (22, 104, 204) nach dem Abtrennen
um 180° gedreht wird und in dieser gedrehten Ausrichtung wieder an das erste Fassteil
(20, 102, 202) angeschweißt wird.