[0001] Die Erfindung betrifft eine Nähnadel für eine Nähmaschine, die somit auch als Maschinennähnadel
bezeichnet werden kann. Die Nähnadel weist einen Nadelkörper auf, der an einem Ende
einen Halteabschnitt zum Einspannen der Nähnadel in eine entsprechende Halteeinrichtung
der Nähmaschine aufweist. Auf der dem Halteabschnitt entgegengesetzten Seite weist
der Nadelkörper einen Arbeitsabschnitt auf, der in der Nadelspitze endet. In diesem
Arbeitsabschnitt des Nadelkörpers ist auch ein Nadelöhr angeordnet, das den Nadelkörper
vollständig durchsetzt und durch das beim Nähen der Oberfaden hindurch verläuft.
[0002] Nähnadeln werden oft mit Hilfe eines Prägeverfahrens hergestellt. Dabei entsteht
in Richtung der Längsachse im Anschluss an das Nadelöhr oft eine Vertiefung, die als
Spitzenrinne bezeichnet wird. Diese Spitzenrinne ist auch bei
EP 1 127 973 B1 vorhanden und gegenüber den beiden Seitenwänden des Nadelöhrs tiefer ausgeführt,
so dass der Nähfaden bei einer Nährichtungsänderung über eine Flanke oder Kante zwischen
der Spitzenrinne und der Seitenwand des Nadelöhrs gleitet. Dadurch kann es zu einem
Drallverschub des Nähfadens kommen.
[0003] Aus
EP 1 127 973 B1 ist eine Nähnadel zum multidirektionalen Nähen bekannt. Die Nähnadel weist ein längliches
Nadelöhr auf, das den Nadelkörper durchsetzt und durch zwei gegenüberliegende Seitenwände
begrenzt ist. Der Nadelkörper erstreckt sich entlang einer Längsachse. Um den durch
das Nadelöhr geführten Faden beim Nähen zu schonen, sind die beiden Seitenwände an
ihren Seitenwandkanten in Richtung der Längsache betrachtet konkav gewölbt. Wenn der
Faden schräg oder seitlich aus dem Nadelöhr austritt, wird er über eine der beiden
konkav abgesenkten Seitenwände des Nadelöhrs geführt. Durch diese Maßnahme soll ein
Drallverschub des Nähfadens vermieden werden. Die Zwirnung des Nähfadens soll beim
Lauf des Fadens über die Seitenwand lediglich geringfügig oder nicht verändert werden,
wodurch Nähfehler vermieden und eine Fadenschonung erreicht werden soll.
[0004] DE 10 2009 004 033 A1 beschreibt eine Nähnadel für eine Nähmaschine, die im Nadelkörper auf der der Nadelspitze
entgegengesetzten Seite eine in Richtung der Längsachse verlaufende Rille aufweist,
die in das Nadelöhr einmündet. An einer Stelle vor der Einmündung der Rille in das
Nadelöhr hat diese einen gegenüber der Längsachse des Nadelkörpers abgewinkelten Abschnitt.
Durch diese abgewinkelte Rille soll die Andrückkraft, die im Bereich des Nadelöhrs
auf den Nähfaden wirkt, in Richtung des Schlags des Nähfadens orientiert werden, um
ein Aufdrehen des Nähfadens zu erreichen.
[0005] DE 86 32 106 U1 beschreibt eine Tuftingnadel, bei der die Nadelspitze in Transportrichtung des Backings
gegenüber der Nadelachse versetzt ist. Dadurch soll vermieden werden, dass beim Durchstechen
des Backings der zuvor abgelegte Faden aufgrund von Schwingungen der Tuftingnadel
durchstochen und damit beschädigt wird. Die Tuftingnadel kann auch eine Fadenrinne
aufweisen, die ausgehend vom Nadelöhr schräg zur Längsachse der Nadel geneigt verläuft
und oberhalb der Nadelspitze endet. Dadurch soll der Faden von der Längsachse der
Nadel, an der sich die Nadelspitze befindet, abgelenkt werden.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik kann es als Aufgabe der vorliegenden Erfindung
angesehen werden, eine Nähnadel für eine Nähmaschine zu schaffen, die im Bereich des
Nadelöhrs eine ausreichende bzw. verbesserte Stabilität aufweist und einen Drallverschub
des Nähfadens vermeidet oder minimiert.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Nähnadel mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0008] Die Nähnadel hat einen sich entlang einer Längsachse erstreckenden Nadelkörper mit
einem Halteabschnitt und einem Arbeitsabschnitt. Der Halteabschnitt und der Arbeitsabschnitt
sind an entgegengesetzten Endbereichen des Nadelkörpers vorhanden. Der Halteabschnitt
dient zum Einspannen der Nähnadel in eine entsprechende Halte- oder Spanneinrichtung
der Nähmaschine. Innerhalb des Arbeitsabschnitts verjüngt sich der Nadelkörper zur
Nadelspitze hin. In dem Arbeitsabschnitt ist auch ein Nadelöhr vorhanden, das den
Nadelkörper von einer Vorderseite zu einer Rückseite des Nadelkörpers in einer Querrichtung
vollständig durchsetzt und durch das der Oberfaden zum Nähen hindurchgeführt ist.
Das Nadelöhr wird durch zwei sich in einer Seitenrichtung - die rechtwinkelig zur
Längsachse und zur Querrichtung orientiert ist - gegenüberliegende Seitenwände begrenzt.
[0009] In Richtung der Längsachse gesehen ist zwischen dem Nadelöhr und der Nadelspitze
eine Fadenrinne in die Vorderseite des Nadelkörpers eingebracht. Die Fadenrinne bildet
eine Cordierung. Die Fadenrinne befindet sich zwischen dem Nadelöhr und der Nadelspitze
und weist zwei Fadenrinnenmündungen auf, die auf verschiedenen Seiten einer ersten
Längsmittelebene durch den Nadelkörper angeordnet sind. Vorzugsweise ist die Fadenrinne
bzw. die dadurch gebildete Cordierung gegenüber dieser ersten Längsmittelebene durch
den Nadelkörper symmetrisch angeordnet. Die erste Längsmittelebene erstreckt sich
entlang der Längsachse des Nadelkörpers sowie in der Querrichtung. Die Querrichtung
ist rechtwinklig zur Längsachse ausgerichtet. An den beiden Fadenrinnenmündungen grenzt
die gegenüber der Außenkontur des Nadelkörpers vertiefte Fadenrinne an die Außenkontur
an. Die Fadenrinnenmündungen bilden Übergangsstellen, an denen die Fadenrinneninnenfläche
an die Außenkonturfläche des Nadelkörpers angrenzt. Die Fadenrinne mündet mit Abstand
zu den beiden Fadenrinnenmündungen an einer Unterkante des Nadelöhrs in das Nadelöhr
ein.
[0010] Durch diese Ausgestaltung der Nähnadel verläuft der Faden während des Nähvorgangs
vom Nähgut durch eine der beiden Fadenrinnenmündungen in die Fadenrinne und schließlich
durch das Nadelöhr hindurch, zumindest wenn sich die Nähnadel oberhalb des Nähguts
befindet. Während oder nach dem Durchstechen des Nähguts wird der Faden aus der Fadenrinne
heraus und im Nadelöhr von der Nadelspitze und der Fadenrinne weg gezogen. Durch die
Position der Fadenrinne kann jedoch gewährleistet werden, dass der Faden zumindest
während des größten Teils der Nadelhubbewegung - und zumindest wenn die Nähnadel einen
Abstand zum Nähgut aufweist und/oder während des Nähguttransports - innerhalb der
Fadenrinne verbleibt. Durch die Fadenrinne wird ein Aufzwirnen oder Entzwirnen des
Fadens und mithin ein Drallverschub vermieden. Die das Nadelöhr begrenzenden Seitenwände
am Nähnadelkörper können in Querrichtung ausreichend groß dimensioniert werden, um
die Stabilität der Nähnadel im Bereich des Nadelöhrs zu gewährleisten. Zwar wird der
Nähfaden beim Durchstechen des Nähgutes aus der Fadenrinne heraus auf die Seitenwand
des Nadelöhrs geschoben. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass diese Phase des
Nähprozesses auf den Drallverschub des Fadens nur geringe Auswirkungen hat, so dass
entsprechend vergrößerte Seitenwände zur Stabilisierung der Nähnadel ohne nennenswerte
negative Fadenbeeinflussung vorgesehen werden können. Um den Drallverschub zu vermeiden,
ist die Fadenrinne vorhanden.
[0011] Bei einem Ausführungsbeispiel ist der Abstand zwischen den beiden Fadenrinnenmündungen
in einer Seitenrichtung rechtwinklig zur ersten Längsmittelebene zumindest an einigen
und vorzugsweise an allen Stellen größer als die Breite der Fadenrinne in der Seitenrichtung
an der unmittelbar an das Nadelöhr angrenzenden Stelle. Dabei ist es beispielsweise
möglich, dass eine Abmessung der Fadenrinne in der Seitenrichtung zumindest abschnittsweise
mit zunehmendem Abstand vom Nadelöhr zunimmt. Die Abmessung der Fadenrinne in Seitenrichtung
S entspricht jeweils der größtmöglichen Abmessung.
[0012] Die Fadenrinnenmündungen befinden sich auf unterschiedlichen Seiten bezüglich der
ersten Längsmittelebene. Die Fadenrinne kann dabei vorzugsweise symmetrisch gegenüber
der ersten Längsmittelebene ausgebildet sein. Dadurch ist es möglich, die Transportrichtung
des Nähguts bzw. die Nährichtung umzukehren und in zumindest zwei Nährichtungen die
gewünschte Fadenschonung zu erreichen. Die Schwächung des Nadelkörpers in einem Bereich
zwischen dem Nadelöhr und der Nadelspitze durch die Fadenrinne mit den beiden Fadenrinnenmündungen
kann in Kauf genommen werden. Es hat sich gezeigt, dass sich dadurch keine negativen
Schwingungs- und Stabilitätsbeeinträchtigungen der Nähnadel ergeben. Ganz im Gegenteil
wird durch die Stärkung des Nadelkörpers an den beiden Seitenwänden des Nadelöhrs
eine insgesamt deutlich stabilere Nähnadel erreicht und kein oder ein allenfalls unerheblicher
Drallverschub des Fadens zugelassen.
[0013] Vorzugsweise hat die Fadenrinne im Anschluss an das Nadelöhr einen Rinnenabschnitt,
der sich insbesondere in Richtung der Längsachse erstreckt. Dieser Rinnenabschnitt
mündet an der Unterkante des Nadelöhrs, die die der Nadelspitze am nächsten angeordnete
Kante des Nadelöhrs darstellt, in das Nadelöhr ein. Der Rinnenabschnitt kann bevorzugt
auf beiden Seiten der ersten Längsmittelebene durch jeweils einen Seitenwandbereich
einer das Nadelöhr begrenzenden Seitenwand begrenzt sein. Die das Nadelöhr begrenzenden
Seitenwände haben demnach jeweils einen Seitenwandbereich, der sich entlang des Rinnenabschnitts
fortsetzt und diesen in Seitenrichtung begrenzt. Die Breite dieses Rinnenabschnitts
in Seitenrichtung kann konstant sein oder ausgehend vom Nadelöhr mit zunehmendem Abstand
vom Nadelöhr zumindest abschnittsweise größer werden.
[0014] Die Fadenrinne und damit auch der Rinnenabschnitt hat einen Rinnenboden oder Rinnengrund.
Dieser Rinnengrund kann durch eine Verbindungslinie der Scheitelpunkte der Querschnittsprofile
der Fadenrinne bzw. des Rinnenabschnitts gebildet sein. Vorzugsweise verläuft der
Rinnengrund des Rinnenabschnitts in Richtung der Längsachse des Nadelkörpers geneigt.
Insbesondere nimmt der Abstand des Rinnengrundes des Rinnenabschnitts entlang der
Längsachse vom Nadelöhr in Richtung zur Nadelspitze hin ab.
[0015] Es kann außerdem vorteilhaft sein, wenn der Abstand des Rinnengrundes der Fadenrinne
von einer zweiten Längsmittelebene an keiner Stelle größer ist als unmittelbar benachbart
zum Nadelöhr. Die zweite Längsmittelebene ist rechtwinklig zur ersten Längsmittelebene
ausgerichtet und erstreckt sich entlang der Längsachse sowie in der Seitenrichtung.
[0016] Der Nadelkörper ist vorzugsweise einstückig aus einem einheitlichen Material ohne
Naht- und Fügestelle hergestellt. Er kann beispielsweise aus einem zumindest abschnittsweise
zylindrischen Ausgangselement aus Metall durch ein Prägeverfahren hergestellt sein.
[0017] Vorzugsweise weist die Fadenrinne zwei Endabschnitte auf, die sich einerseits an
den Rinnenabschnitt anschließen und jeweils eine Fadenrinnenmündung aufweisen. Jeder
Endabschnitt geht insbesondere stufen- und/oder kantenlos in den Rinnenabschnitt über.
Die beiden Endabschnitte sind bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel auf entgegengesetzten
Seiten der ersten Längsmittelebene angeordnet. Entlang der ersten Längsmittelebene
können die beiden Endabschnitte durch eine Erhebung voneinander getrennt sein. Die
Erhebung geht vorzugsweise kanten- und/oder stufenlos in die beiden Endabschnitte
der Fadenrinne über. Die Innenflächen der Endabschnitte gehen somit ohne die Bildung
einer Stufe oder Kante in die Oberfläche der Erhebung über. Dadurch kann ein Faden
schonend von dem einen Endabschnitt über die Erhebung in den anderen Endabschnitt
gleiten, wenn die Transportrichtung des Nähguts bzw. die Nährichtung sich ändert.
Die Erhebung ist vorzugsweise konvex gewölbt und symmetrisch zur ersten Längsmittelebene
angeordnet. Insbesondere kann an der Längsmittelebene ein Scheitelpunkt der konvexen
Wölbung der Erhebung angeordnet sein.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform münden die Endabschnitte der Fadenrinne in
einem sich verjüngenden Bereich des Arbeitsabschnitts aus. Somit grenzen die Endabschnitte
der Fadenrinne an ihrem jeweils dem Rinnenabschnitt entgegengesetzten Ende an die
Außenkonturfläche des Nadelkörpers in dem sich zur Nadelspitze verjüngenden Bereich
an. Zusätzlich kann auch der Rinnenabschnitt zumindest teilweise in dem sich zur Nadelspitze
hin verjüngenden Bereich des Arbeitsabschnitts des Nadelkörpers angeordnet sein.
[0019] Der Rinnenabschnitt hat in Seitenrichtung eine Breite, die größer ist als die Breite
der Endabschnitte. Die Breite der Endabschnitte der Fadenrinne wird quer zur Fadenrinnenverlaufsrichtung
bzw. zur Fadenführungsrichtung gemessen. Die Fadenführungsrichtung bzw. Fadenrinnenverlaufsrichtung
der beiden Endabschnitte ist schräg zur ersten Längsmittelebene ausgerichtet. Die
Breite der Endabschnitte bzw. des Rinnenabschnitts ist jeweils an der breitesten Stelle
gemessen, zum Beispiel an der Stelle, an der der Rinnenabschnitt oder der betreffende
Endabschnitt an die Außenkonturfläche des Nadelkörpers angrenzt.
[0020] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel verlaufen zumindest die beiden Endabschnitte
der Fadenrinne oder die gesamte Fadenrinne lediglich auf einer Seite einer zweiten
Längsmittelebene durch den Nadelkörper. Durch diese Ausgestaltung ergibt sich die
Möglichkeit, die Nähnadel durch ein Prägeverfahren oder ein anderes Umformverfahren
aus einem Rohling herzustellen. In Abwandlung hierzu könnte die Fadenrinne und insbesondere
deren Endabschnitte die zweite Längsmittelebene durchsetzen. Bei dieser Ausgestaltung
kann die Nähnadel durch ein spanendes Herstellungsverfahren oder einen Urformprozess
hergestellt werden.
[0021] Es ist vorteilhaft, wenn die beiden auf entgegengesetzten Seiten der ersten Längsmittelebene
angeordneten und das Nadelöhr begrenzenden Seitenwände jeweils an einer Seitenwandkante
an die Außenkonturfläche des Nadelkörpers angrenzen. Die Seitenwandkante hat zumindest
abschnittsweise einen größeren Abstand zur zweiten Längsmittelebene als der am weitesten
von der zweiten Längsmittelebene beabstandete Punkt der Erhebung und/oder als der
am weitesten beabstandete Punkt der beiden Fadenrinnenmündungen. Diese Ausgestaltung
verleiht dem Nadelkörper im Bereich des Nadelöhrs eine besonders gute Stabilität.
Die Gefahr von Nadelbrüchen im Bereich des Nadelöhrs ist dadurch erheblich reduziert.
Vorzugsweise hat diese Seitenwandkante zumindest einen Abschnitt, der parallel zur
Längsachse des Nadelkörpers verläuft und/oder in Richtung der Längsachse konvex gewölbt
ist und insbesondere in Richtung der Längsachse keinen konkav gewölbten Verlauf aufweist.
[0022] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel hat der Nadelkörper in Richtung seiner
Längsachse neben dem Nadelöhr eine Greiferaussparung. Die Greiferaussparung ist vorzugsweise
symmetrisch zur ersten Längsmittelebene ausgebildet. Die Greiferaussparung ist bezüglich
der zweiten Längsmittelebene auf der den Fadenrinnenmündungen der beiden Endabschnitte
in das Nadelöhr entgegengesetzten Seite angeordnet.
[0023] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen,
der Beschreibung sowie der Zeichnung. Die Beschreibung beschränkt sich auf wesentliche
Merkmale der Erfindung. Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnung im Einzelnen erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Nadel in perspektivischer
Darstellung,
Figur 2 den Arbeitsabschnitt des Nadelkörpers der Nadel aus Figur 1 in einer Seitenansicht
in Seitenrichtung,
Figur 3 den Arbeitsabschnitt aus Figur 2 in einer Ansicht in Querrichtung,
Figur 4 den Arbeitsabschnitt aus Figuren 2 und 3 in einem Schnittbild gemäß Schnittlinie
IV-IV in Figur 3,
Figur 5 ein Schnittbild durch den Arbeitsabschnitt aus den Figuren 2 bis 4 gemäß der
Schnittlinie V-V in Figur 3,
Figur 6 eine Ansicht des Nadelkörpers gemäß der Figuren 1 bis 5 entlang der Längsachse
L des Nadelkörpers auf die Nadelspitze,
Figur 7 eine Teildarstellung des Arbeitsabschnittes in der Ansicht gemäß Figur 3,
Figur 8 ein Schnittbild durch den in Figur 7 dargestellten Teil des Arbeitabschnittes
gemäß Schnittlinie VIII-VIII,
Figur 9 den Teil des Arbeitsabschnittes aus den Figuren 7 und 8 in einer Seitenansicht
in Seitenrichtung,
Figuren 10 bis 14 jeweils eine schematische Darstellung einer Position der Nähnadel
und des Fadens während dem Nähen,
Figur 15 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Nadel in perspektivischer
Darstellung,
Figur 16 den Arbeitsabschnitt des Nadelkörpers der Nadel aus Figur 15 in einer Seitenansicht
in Seitenrichtung,
Figur 17 den Arbeitsabschnitt aus Figur 16 in einer Ansicht in Querrichtung,
Figur 18 den Arbeitsabschnitt aus Figuren 16 und 17 in einem Schnittbild gemäß Schnittlinie
XVIII-XVIII in Figur 17,
Figur 19 ein Schnittbild durch den Arbeitsabschnitt aus den Figuren 16 bis 19 gemäß
der Schnittlinie XIX-XIX in Figur 17 und
Figur 20 eine Ansicht des Nadelkörpers gemäß der Figuren 15 bis 19 entlang der Längsachse
L des Nadelkörpers auf die Nadelspitze.
[0024] In den Figuren 1 bis 9 ist ein Ausführungsbeispiel einer Nähnadel 20 zur Verwendung
in einer Nähmaschine veranschaulicht. Die Nähnadel 20 hat einen sich entlang einer
Längsachse L erstreckenden Nadelkörper 21. Der Nadelkörper 21 ist aus einem einheitlichen
Material ohne Naht- und Fügestellen einstückig hergestellt. Er besteht vorzugsweise
aus Metall oder einer Metalllegierung. Wie in den Figuren 1 oder 15 dargestellt, hat
der Nadelkörper 21 an einem Endbereich einen Halteabschnitt 22, der beispielsgemäß
zylindrisch ausgeführt ist. Der Halteabschnitt 22 dient dazu, die Nähnadel 20 in einer
Spanneinrichtung der Nähmaschine einzuspannen. An dem dem Halteabschnitt 22 entgegengesetzten
Endbereich hat der Nadelkörper 21 einen Arbeitsabschnitt 23. Im Arbeitsabschnitt 23
ist ein sich verjüngender Bereich 24 vorhanden, in dem sich der Nadelkörper 21 zur
Nadelspitze 25 hin verjüngt. Der Arbeitsabschnitt 23 kann wie in Figur 1 zu sehen
über einen Schaftabschnitt 26 mit dem Halteabschnitt 22 verbunden sein. Im Schaftabschnitt
26 ist der Nadelkörper 21 beispielsgemäß zumindest teilweise zylindrisch und kann
sich zum Halteabschnitt 22 hin erweitern.
[0025] In der Längsachse L schneiden sich eine erste Längsmittelebene M1 und eine zweite
Längsmittelebene M2, die rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind. Die erste Längsmittelebene
M1 ist durch die Längsachse L sowie eine Querrichtung Q ausgespannt. Die zweite Längsmittelebene
M2 ist durch die Längsachse L sowie eine Seitenrichtung S aufgespannt. Die Seitenrichtung
S und die Querrichtung Q sind rechtwinklig zueinander orientiert.
[0026] Im Arbeitsbereich 23 hat der Nadelkörper 21 ein Nadelöhr 30. Das Nadelöhr 30 durchsetzt
den Nadelkörper 21 in Querrichtung Q vollständig. Somit kann ein Oberfaden zum Nähen
in Querrichtung Q durch das Nadelöhr 30 hindurchgefädelt werden. Das Nadelöhr 30 hat
in Richtung der Längsachse L eine größere Abmessung als in Seitenrichtung S. Es entsteht
sozusagen eine Art Langloch. Das Nadelöhr 30 ist in Seitenrichtung S durch zwei sich
gegenüberliegende Seitenwände 31 begrenzt. Die Seitenwände 31 verlaufen beispielsgemäß
zumindest abschnittsweise in einer Ebene parallel zur Längsachse L und zur Querrichtung
Q. Jede Seitenwand 31 hat an einer Vorderseite 32 des Nadelkörpers 21 eine erste Seitenwandkante
33 und auf einer der Vorderseite 32 in Querrichtung Q entgegengesetzten Rückseite
34 des Nadelkörpers 21 eine zweite Seitenwandkante 35. Die beiden Seitenwandkanten
33, 35 erstrecken sich größtenteils parallel zur Längsachse L oder konvex von der
zweiten Längsmittelebene M2 weg gewölbt, zumindest in dem Bereich des Nadelöhrs 30,
in dem das Nadelöhr 30 in Querrichtung Q ein durchgängiges, freies Lichtraumprofil
36 aufweist (Figuren 4 und 18).
[0027] Die beiden Seitenwände 31, die das Nadelöhr 30 begrenzen, werden an der der Nadelspitze
25 zugeordneten Seite durch eine untere Querfläche 40 und auf der gegenüberliegenden
Seite durch eine obere Querfläche 41 miteinander verbunden. Das Lichtraumprofil 36
wird mithin durch die beiden Querflächen 40, 41 und die beiden Seitenwände 31 begrenzt.
Die Querflächen 40, 41 sind in Draufsicht auf das Nadelöhr 30, also in Querrichtung
Q gesehen, gekrümmt ausgeführt (Figuren 3 und 17). Zusätzlich können die Querflächen
40, 41 zumindest abschnittsweise in jeder Schnittebene, die parallel zur ersten Längsmittelebene
M1 angeordnet ist, einen gekrümmten Verlauf aufweisen (Figuren 4 und 18).
[0028] In dem sich verjüngenden Bereich 24 des Arbeitsabschnitts 23 ist in die Vorderseite
32 des Nadelkörpers 21 eine Fadenrinne 39 eingebracht. Die Fadenrinne ist bei den
hier dargestellten Ausführungsbeispielen bezüglich der ersten Längsmittelebene M1
symmetrisch angeordnet. Die Fadenrinne 39 hat benachbart zum Nadelöhr 30 einen Rinnenabschnitt
39a. Der Rinnenabschnitt 39a geht auf der der Spitze 25 zugeordneten unteren Seite
des Nadelöhrs 30 in das Nadelöhr 30 über. Mit anderen Worten bildet der Rinnenabschnitt
39a mit der unteren Querfläche 40 eine Unterkante 45.
[0029] Die Fadenrinne 39 hat außerdem zwei Fadenrinnenmündungen 42, 43. Bei den hier beschriebenen
Ausführungsformen schließen sich an den Rinnenabschnitt 39a zwei Endabschnitte 39b,
39c der Fadenrinne 39 mit jeweils einer Fadenrinnenmündung 42 bzw. 43 an. Die Fadenrinne
39 ist gegenüber einer Einhüllenden bzw. Außenkonturfläche A des Arbeitsabschnittes
23 der Nahnadel 20 in den Nadelkörper 21 eingebracht und mündet an einem Ende in das
Nadelöhr 30 und mit Abstand dazu an den beiden Fadenrinnenmündungen 42, 43 in die
Außenkonturfläche A. Die durch die Fadenrinne gebildete Cordierung kann wegen der
beiden Fadenrinnenmündungen 42, 43 auch als Doppelcordierung bezeichnet werden.
[0030] Die Außenkonturfläche A des Nadelkörpers 21 ist im Arbeitsabschnitt 23 durch die
umhüllende Kontur vorgegeben. Diese Kontur beschreibt eine Fläche, die der Arbeitsabschnitt
23 aufweisen würde, wenn das Nadelöhr 30 und die Fadenrinne 39 nicht vorhanden wären.
Die Außenkonturfläche A ist in den Figuren 2, 16 und 18 lediglich schematisch dargestellt.
[0031] Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Begriff "Kante" in der vorliegenden
Ausarbeitung so zu verstehen ist, dass dabei nicht eine scharfe, abgewinkelte Kante
gemeint ist. Vielmehr sind die Kanten, beispielsweise die Unterkante 45 oder die Seitenwandkanten
33, 35 abgerundet bzw. mit einem Radius versehen, um keine scharfen Kanten am Nadelkörper
21 auszubilden, die den Faden beschädigen könnten.
[0032] In den Figuren 4 und 18 ist der Arbeitsabschnitt 23 des Nadelkörpers 21 entlang der
ersten Längsmittelebene M1 geschnitten. Die Fadenrinne 39 hat dort eine Scheitellinie,
die sich entlang der Verlaufsrichtung der Fadenrinne 39 bzw. der Fadenführungsrichtung
erstreckt und einen Rinnengrund 46 bildet. Im Rinnenabschnitt 39a erstreckt sich die
Scheitellinie ausgehend von der Unterkante 45 entlang der ersten Längsmittelebene
M1. Der Rinnengrund 46 verläuft im Bereich des Rinnenabschnitts 39a gegenüber der
zweiten Längsmittelebene M2 geneigt. Der Abstand des Rinnengrundes 46 von der Längsachse
L bzw. von der zweiten Längsmittelebene M2 nimmt im Bereich des Rinnenabschnitts 39a
in Richtung der Längsachse L ausgehend vom Nadelöhr 30 bzw. der Unterkante 45 auf
die Nadelspitze 25 zu ab.
[0033] Bei dem Ausführungsbeispiel der Nähnadel 20 gemäß den Figuren 15 bis 20 ist der Rinnengrund
46 in Seitenrichtung S vorzugsweise eben entlang der gesamten Fadenrinne 39. In Abwandlung
hierzu könnte er auch - anders als dargestellt - konvex gekrümmt sein.
[0034] Jede der beiden Seitenwände 31 weist im Anschluss an das Lichtraumprofil 36 einen
Seitenwandbereich 47 auf. Die beiden Seitenwandbereiche 47 begrenzen den Rinnenabschnitt
39a im Anschluss an die Unterkante 45 in Seitenrichtung S. Der Seitenwandbereich 47
geht beispielsgemäß kanten- und stufenlos in den benachbart zu dem Lichtraumprofil
36 des Nadelöhrs 30 angeordneten Bereich der Seitenwand 31 über. Die obere Seitenwandkante
33 setzt sich im Seitenwandbereich 47 in einem Kantenabschnitt 48 fort, der sich mit
abnehmendem Abstand zur Nadelspitze 25 an die zweite Längsmittelebene M2 annähert.
Der Kantenabschnitt 48 hat beispielsgemäß einen gekrümmten Verlauf. Sein Abstand zur
zweiten Längsmittelebene M2 ist an jeder Stelle kleiner als der Abstand der ersten
Seitenwandkante 33 von der zweiten Längsmittelebene M2 im Bereich des Lichtraumprofils
36 (Figur 8).
[0035] Im Anschluss an den Rinnenabschnitt 39a weist die Fadenrinne 39 zwei Endabschnitte
39b, 39c auf, von denen jeder ein der beiden Fadenrinnenmündungen 42, 43 aufweist.
Die beiden Endabschnitte 39b, 39c verlaufen beispielsgemäß auf verschiedenen Seiten
der ersten Längsmittelebene M1, die somit als Trennfläche zwischen den beiden Endabschnitten
39b, 39c dienen kann.
[0036] Bei dem einen Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 1 bis 9 sind die beiden Endabschnitte
39b, 39c durch eine Erhebung 51 im Bereich der ersten Längsmittelebene M1 voneinander
getrennt. Die Erhebung 51 ist vorzugsweise symmetrisch zur ersten Längsmittelebene
M1 ausgeführt und beispielsgemäß als konvexe Erhebung oder als Höcker ausgestaltet.
Im Übergang zu den beiden Endabschnitten 39b, 39c ist die Erhebung 51 verrundet und
weist weder Kanten noch Stufen auf. Ein Faden kann beim Nähen daher beschädigungsfrei
von einem Endabschnitt 39b, 39c zum jeweils anderen Endabschnitt 39c bzw. 39b gleiten.
[0037] Die Erhebung 51 zwischen den beiden Endabschnitten 39b, 39c des ersten Ausführungsbeispiels
(Figuren 1 bis 9) ragt nicht durch diese Außenkonturfläche A hindurch.
[0038] In Querrichtung Q, in Draufsicht auf die Erhebung 51 nimmt deren Breite in Seitenrichtung
S entlang der Längsachse L von der Nadelspitze 25 weg kontinuierlich ab. Gleichermaßen
verringert sich die Höhe der Erhebung 51 in Querrichtung Q entlang der Längsachse
L von der Nadelspitze 25 weg. Die Erhebung 51 hat einen Scheitelpunkt 51a, an dem
die Erhebung 51 den größten Abstand zur zweiten Längsmittelebene M2 aufweist. Der
Scheitelpunkt 51a ist in der ersten Längsmittelebene M1 angeordnet. Der Abstand des
Scheitelpunktes 51a in Querrichtung Q von der zweiten Längsmittelebene M2 ist um eine
Differenz D kleiner als der Abstand der ersten Seitenwandkanten 33 in Querrichtung
Q von der zweiten Längsmittelebene M2 (Figur 8). Der Abstand der ersten Seitenwandkanten
33 ist im Bereich der Öffnung des Nadelöhrs 30, also im Bereich des Lichtraumprofils
36 gemessen. Der Abstand der zweiten Seitenwandkanten 35 von der zweiten Längsmittelebene
M2 ist vorzugsweise ebenfalls größer als der Abstand des Scheitelpunkts 51a von der
zweiten Längsmittelebene M2 und kann beispielsweise genau so groß sein wie der Abstand
der ersten Seitenwandkanten 33 von der zweiten Längsmittelebene M2. Dadurch lassen
sich in Querrichtung Q groß dimensionierte Seitenwände 31 erreichen, die der Nähnadel
20 im Bereich des Nadelöhrs 30 eine gute Stabilität verleihen.
[0039] Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 1 bis 9 sind die
beiden Endabschnitte 39b, 39c beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 15
bis 20 nicht durch eine Erhebung 51 voneinander getrennt. Vielmehr ist der Rinnengrund
46 in Seitenrichtung S vorzugsweise durchgängig, so dass die beiden Endabschnitte
39b, 39c an der ersten Längsmittelebene M1 unmittelbar stufenlos und kantenlos ineinander
übergehen. Die beiden Fadenrinnenmündungen 42, 43 stoßen somit in der ersten Längsmittelebene
M1 unmittelbar aneinander an. In Draufsicht entlang der Querrichtung Q auf den Arbeitsabschnitt
23 hat daher die Fadenrinne 39 eine Kontur, die sich in Seitenrichtung S entlang des
ersten Rinnenabschnitts 39a ausgehend vom Nadelöhr 30 in Richtung zur Nadelspitze
25 hin zunächst aufweitet. An der Stelle, an der die Kantenabschnitte 48 der Seitenwandbereiche
47 in den Rinnengrund 46 übergehen, beginnen die beiden Endabschnitte 39b, 39c. Die
beiden Endabschnitte 39b, 39c haben gemeinsam eine sich vom Rinnenabschnitt 39a zur
Nadelspitze 25 hin verjüngende Kontur. Die Fadenrinne 39 hat dadurch eine Abmessung
in Seitenrichtung S, die ausgehend vom Rinnenabschnitt 39a entlang der beiden Endabschnitte
39b, 39c in Richtung zur Nadelspitze 25 hin abnimmt. Dadurch hat die Fadenrinne 39
an den beiden Endabschnitten 39b, 39c eine in Querrichtung Q betrachtet dreieckartige
Kontur, wobei die Seitenlinien dieses Dreiecks gekrümmt verlaufen können. Die Fadenrinne
39 hat bei diesem Ausführungsbeispiel an der Übergangsstelle zwischen dem Rinnenabschnitt
39a zu den beiden Endabschnitten 39b, 39c hin in Seitenrichtung S die größte Abmessung.
[0040] Die Erhebung 51 bildet den wesentlichen Unterschied zwischen den beiden hier veranschaulichten
und beschriebenen Ausführungsbeispielen. Beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß der
Figuren 15 bis 20 ist die Erhebung 51 zwischen den beiden Endabschnitten 51 entfernt
und durch eine durchgängige Innenfläche der Fadenrinne ersetzt. Ansonsten sind die
beiden Ausführungsbeispiele der Nähnadel 20 identisch.
[0041] Die Fadenrinne 39 ist zur Vorderseite 32 hin offen. An den beiden Fadenrinnenmündungen
42, 43 öffnet sich die Fadenrinne 39 zusätzlich in Seitenrichtung S auf beiden Seiten
der ersten Längsmittelebene M1. Bei den Ausführungsbeispielen ist die Fadenrinne 39
oder sind zumindest die beiden Endabschnitte 39b, 39c gegenüber der zweiten Längsmittelebene
M2 betrachtet ausschließlich auf einer Seite vorgesehen. Die Fadenrinne 39 durchsetzt
die zweite Längsmittelebene M2 somit nicht, kann die zweite Längsmittelebene M2 aber
erreichen.
[0042] In Abwandlung hierzu ist es auch möglich, dass zumindest die beiden Endabschnitte
39b, 39c die zweite Längsmittelebene M2 durchsetzen, was stark schematisiert in Figur
9 durch die strichpunktierte Linie veranschaulicht ist. In Erweiterung der zuletzt
erwähnten Ausführungsform ist es sogar möglich, dass die gesamte Fadenrinne 39 von
der Vorderseite 32 aus betrachtet auf der anderen Seite der zweiten Längsmittelebene
M2 liegt. Ergänzend oder alternativ kann auch der Rinnenabschnitt 39a die Längsmittelebene
M2 durchsetzen.
[0043] Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel wird jedoch die zweite Längsmittelebene M2 durch
die Fadenrinne 39 an keiner Stelle durchsetzt und allenfalls berührt. Dies hat den
Vorteil, dass die Nähnadel 20 durch Umformen, insbesondere Prägen, aus einem Rohling
sehr einfach hergestellt werden kann.
[0044] Die Fadenrinne 39 stellt eine Cordierung einer Nähnadel 20 dar, die im dargestellten
Ausführungsbeispiel symmetrisch zur ersten Längsmittelebene M1 ausgestaltet ist. Vorzugsweise
ist die Nähnadel 20 insgesamt symmetrisch zur ersten Längsmittelebene M1 ausgeführt.
[0045] In Figur 3 ist schematisch die Breite der Cordierung bzw. der Fadenrinne 39 an verschiedenen
Stellen des ersten Ausführungsbeispiels gemäß der Figuren 1 bis 9 dargestellt. Der
Rinnenabschnitt 39a hat eine Breite B1 in Seitenrichtung S, die zumindest so groß
ist, wie der minimale Abstand der beiden Seitenwände 31 in Seitenrichtung S. Die beiden
Endabschnitte 39b, 39c haben jeweils eine Breite B2, die kleiner ist als die Breite
B1 des Rinnenabschnitts 39a. Die Breite B2 eines jeweiligen Endabschnitts 39b, 39c
ist rechtwinklig zu einer Fadenführungsrichtung F gemessen. Die Fadenführungsrichtung
F ergibt sich aus der Richtung des jeweiligen Kantenabschnitts 48 der an den betreffenden
Endabschnitt 39b, 39c angrenzt.
[0046] Auf der der Fadenrinne 39 entgegengesetzten Seite des Nadelöhrs 30 ist im Arbeitsabschnitt
23 auf der Vorderseite 32 des Nadelkörpers 21 eine Greiferaussparung 53 vorhanden.
Im Bereich der Greiferaussparung 53 hat der Nadelkörper 21 somit in Querrichtung Q
eine geringere Stärke als an den beiden sich an die Greiferaussparung 53 entlang der
Längsachse L anschließenden Bereichen. Durch diese Greiferaussparung 53 kann ein Greifer
einer Nähmaschine einen an der Vorderseite 32 entlang des Nadelkörpers 21 verlaufenden
Oberfaden besser ergreifen und um den Unterfaden schlingen. Die Greiferaussparung
53 hat zwei Fasen 54, die gegenüber der ersten Längsmittelebene M1 symmetrisch angeordnet
sind (Figuren 3 und 5 bzw. 17 und 19). Es ist jedoch auch möglich, die Fase lediglich
auf einer Seite vorzusehen oder die Aussparung in anderer Weise unsymmetrisch zur
Längsmittelebene M1 zu gestalten. Die Nähnadel 20 kann mit Greifern einer Nähmaschine
zusammenarbeiten, die in Seitenrichtung S betrachtet den Faden von der einen oder
der anderen Seite her ergreifen. Dadurch eignet sich die Nähnadel 20 auch für den
Einsatz in einer Nähmaschine mit zwei Nähnadeln. Durch die symmetrische Ausgestaltung
der Nähnadel 20 relativ zur ersten Längsmittelebene M1, kann es auch beim Einsatz
in Nähmaschinen mit zwei Nadeln nicht zu Verwechslungen kommen. In einer solchen Nähmaschine
können zwei der beschriebenen Nähnadeln 20 ohne die Gefahr von Verwechslungen verwendet
werden.
[0047] Anhand der Figuren 10 bis 14 wird die Verwendung der Nähnadel 20 in einer Nähmaschine
beim Nähen eines Nähguts 60 erläutert. Diese Erläuterung gilt für alle Ausführungsbeispiele,
auch wenn die Figuren 10 bis 14 beispielhaft das erste Ausführungsbeispiel der Nähnadel
20 gemäß der Figuren 1 bis 9 zeigen.
[0048] In Figur 10 hat die Nadel 20 einen Abstand zum Nähgut 60. Der Oberfaden 61 erstreckt
sich ausgehend vom letzten Stich im Nähgut 60 durch das Nadelöhr 30 der Nadel 20.
Das Nähgut 60 wird in einer ersten Transportrichtung T1 bewegt. Die erste Transportrichtung
T1 ist parallel zur Seitenrichtung S der Nadel 20 ausgerichtet. Dabei bewegt sich
die Nadel 20 entlang ihrer Längsachse L nach unten zum Nähgut 60 hin. Zumindest bis
zum Einstechen der Nadelspitze 25 in das Nähgut 60 bleibt der Oberfaden 61 dabei innerhalb
einer der beiden Fadenrinnenmündungen 42, 43 und beispielsgemäß in der ersten Fadenrinnenmündung
42. Dadurch wird ein unerwünschter Drallverschub des Oberfadens 61 verhindert.
[0049] In der Figur 12 hat die Nadel 20 nach ihrem Rückhub aus dem Nähgut 60 wieder die
in Figur 10 dargestellte Ausgangsposition. Es sei nun angenommen, dass die Transportrichtung
des Nähguts 60 umgekehrt wird. Für den weiteren Nähprozess wird das Nähgut in eine
zweite Transportrichtung T2 bewegt, die entgegengesetzt zur ersten Transportrichtung
T1 ist. Bei dieser Richtungsumkehr wird der vom Nadelöhr 30 zum Nähgut 60 verlaufende
Fadenabschnitt des Oberfadens 61 von der ersten Fadenrinnenmündung 42 - gegebenenfalls
über die vorhandene Erhebung 51 - in die zweite Fadenrinnenmündung 43 bewegt (Figuren
13 und 14). Dabei gleitet der Oberfaden 61 über die kanten- und stufenlos ausgeführte
konvexe Erhebung 51 zwischen den beiden Endabschnitten 39b, 39c, sofern diese vorhanden
ist. Ein Drallverschub des Oberfadens 61 ist dabei zumindest im Wesentlichen vermieden.
Der Oberfaden 61 wird über keine abgewinkelte scharfe Kante oder Stufe bewegt, die
mit der Erstreckungsrichtung des Oberfadens 61 annähernd übereinstimmt, was zu einem
Aufzwirnen oder Entzwirnen des Oberfadens 61 führen kann.
[0050] Nach der Durchführung der Umkehr der Transportrichtung wird das Nähgut 60 anschließend
in die zweite Transportrichtung T2 bewegt und die Nähnadel 20 führt eine Hubbewegung
entlang ihrer Längsachse L aus. Analog zu der in den Figuren 10 und 11 dargestellten
Situation verbleibt der Oberfaden 61 dabei in der zweiten Fadenrinnenmündung 43, solange
die Nähnadel 20 noch nicht in das Nähgut 60 eingestochen hat.
[0051] Die Nähnadel 20 ist mithin für das Nähen in zumindest zwei beispielsgemäß entgegengesetzten
Transportrichtungen T1, T2 vorgesehen.
[0052] Erfindungsgemäße Nähnadeln sind bevorzugt mit einer Verdrängungsspitze oder einer
Schneidspitze ausgestattet.
[0053] Die Erfindung betrifft eine Nähnadel 20 zur Verwendung in einer Nähmaschine. Die
Nähnadel 20 hat einen Arbeitsabschnitt 23 mit einem Nadelöhr 30 sowie einem sich zu
einer Nadelspitze 25 hin verjüngenden Bereich 24. Das Nadelöhr 30 durchsetzt einen
Nadelkörper 21 der Nähnadel 20 in einer Querrichtung Q rechtwinklig zu einer Längsachse
L des Nadelkörpers 21. An einer Vorderseite 23 des Nadelkörpers 21 ist gegenüber der
Außenkontur des Nadelkörpers 21 vertieft eine Cordierung eingebracht, die sich ausgehend
vom Nadelöhr 30 in Richtung zur Nadelspitze 25 hin erstreckt. Die Cordierung ist durch
eine Fadenrinne 39 mit zwei Fadenrinnenmündungen 42, 43 gebildet. Die Cordierung ist
bevorzugt symmetrisch zu einer ersten Längsmittelebene M1 ausgeführt, die durch die
Längsachse L und die Querrichtung Q aufgespannt ist. Die Fadenrinne 39 hat einen Rinnenabschnitt
39a im Anschluss an das Nadelöhr 30. Mit Abstand zum Nadelöhr 30 weist die Fadenrinne
39zwei Endabschnitte 39b, 39c mit jeweils einer Fadenrinnenmündung 42, 43 auf. Eine
konvexe, abgerundete Erhebung 51 kann bei einer Ausführungsform die beiden Endabschnitte
39b, 39c voneinander trennen. Die Erhebung 51 ist bevorzugt symmetrisch zur ersten
Längsmittelebene M1 ausgeführt.
Bezugszeichenliste:
[0054]
- 20
- Nähnadel
- 21
- Nadelkörper
- 22
- Halteabschnitt
- 23
- Arbeitsabschnitt
- 24
- verjüngenden Bereich
- 25
- Nadelspitze
- 26
- Schaftabschnitt
- 30
- Nadelöhr
- 31
- Seitenwand
- 32
- Vorderseite
- 33
- erste Seitenwandkante
- 34
- Rückseite
- 35
- zweite Seitenwandkante
- 36
- Lichtraumprofil
- 39
- Fadenrinne
- 39a
- Rinnenabschnitt
- 39b
- erster Endabschnitt
- 39c
- zweiter Endabschnitt
- 40
- untere Querfläche
- 41
- obere Querfläche
- 42
- erste Fadenrinnenmündung
- 43
- zweite Fadenrinnenmündung
- 45
- Unterkante
- 46
- Rinnengrund
- 47
- Seitenwandbereich
- 48
- Kantenabschnitt
- 51
- Erhebung
- 51a
- Scheitelpunkt
- 53
- Greiferaussparung
- 54
- Fase
- 60
- Nähgut
- 61
- Oberfaden
- A
- Außenkonturfläche
- B1
- Breite des Rinnenabschnitts
- B2
- Breite eines Endabschnitts
- F
- Fadenführungsrichtung
- L
- Längsachse
- M1
- erste Längsmittelebene
- M2
- zweite Längsmittelebene
- Q
- Querrichtung
- S
- Seitenrichtung
- T1
- erste Transportrichtung
- T2
- zweite Transportrichtung
1. Nähnadel (20) für eine Nähmaschine,
mit einem sich entlang einer Längsachse (L) erstreckenden Nadelkörper (21), der einen
Halteabschnitt (22) zum Einspannen der Nähnadel (20) in der Nähmaschine und einen
die Nadelspitze (25) der Nähnadel (20) aufweisenden Arbeitsabschnitt (23) aufweist,
mit einem im Arbeitsabschnitt (23) des Nadelkörpers (21) angeordneten Nadelöhr (30),
das den Nadelkörper (21) vollständig durchsetzt,
mit einer Fadenrinne (39), die zwischen dem Nadelöhr (30) und der Nadelspitze (25)
angeordnet ist, und die an einer der Nadelspitze (25) zugewandten Unterkante (45)
des Nadelöhrs (30) in das Nadelöhr (30) einmündet und
wobei die Fadenrinne (39) mit Abstand zum Nadelöhr (30) eine erste Fadenrinnenmündung
(42) und eine zweite Fadenrinnenmündung (43) aufweist, die auf verschiedenen Seiten
einer ersten Längsmittelebene (M1) durch den Nadelkörper (21) angeordnet sind.
2. Nähnadel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den beiden Fadenrinnenmündungen (42, 43) in einer Seitenrichtung
(S) rechtwinkelig zur ersten Längsmittelebene (M1) zumindest an einigen Stellen größer
ist als die Breite der Fadenrinne (39) in der Seitenrichtung (S) an der an das Nadelöhr
(30) angrenzenden Stelle.
3. Nähnadel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Abmessung der Fadenrinne (39) in einer Seitenrichtung (S) rechtwinkelig zur
ersten Längsmittelebene (M1) ausgehend vom Nadelöhr (30) in Richtung zu den beiden
Fadenrinnenmündungen (42, 43) hin zunimmt.
4. Nähnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrinne (39) einen Rinnenabschnitt (39a) aufweist, der sich unmittelbar an
das Nadelöhr (30) anschließt.
5. Nähnadel nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rinnenabschnitt (39a) auf entgegengesetzten Seiten durch jeweils einen Seitenwandbereich
(47) einer das Nadelöhr (30) begrenzenden Seitenwand (31) begrenzt ist.
6. Nähnadel nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Rinnengrund (46) des Rinnenabschnitts (39a) ausgehend vom Nadelöhr (30)
in Richtung zur der Nadelspitze (25) an die Längsachse (L) annähert.
7. Nähnadel nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrinne (39) zwei Endabschnitte (39b, 39c) aufweist, die sich zwischen jeweils
einer Fadenrinnenmündung (42, 43) und dem Rinnenabschnitt (39a) erstrecken.
8. Nähnadel nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Endabschitte (39b, 39c) der Fadenrinne (39) in einem sich zur Nadelspitze (25)
verjüngenden Bereich (24) des Arbeitsabschnitts (23) angeordnet sind.
9. Nähnadel nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (B2) der Endabschnitte (39b, 39c) kleiner ist als die Breite (B1) des
Rinnenabschnitts (39a).
10. Nähnadel nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Endabschnitten (39b, 39c) der Fadenrinne (39) eine Erhebung (51)
vorhanden ist.
11. Nähnadel nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (51) kantenlos in die beiden Endabschnitte (39b, 39c) der Fadenrinne
(39) übergeht.
12. Nähnadel nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (51) konvex gewölbt ist und einen Scheitelpunkt (51a) an der ersten
Längsmittelebene (M1) aufweist.
13. Nähnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrinne (39) eine zweite Längsmittelebene (M2) durch den Nadelkörper (21),
die rechtwinkelig zu der ersten Längsmittelebene (M1) ausgerichtet ist, nicht durchsetzt.
14. Nähnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelöhr (30) auf entgegengesetzten Seiten der ersten Längsmittelebene (M1) durch
jeweils eine Seitenwand (31) begrenzt ist, die an einer Seitenwandkante (33, 35) an
die Außenkonturfläche (A) des Nadelkörpers (21) angrenzt.
15. Nähnadel nach Anspruch 14 und nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwandkante (33, 35) einen maximalen Abstand von einer rechtwinkelig zu der
ersten Längsmittelebene (M1) ausgerichteten zweiten Längsmittelebene (M2) aufweist,
der größer ist als der maximale Abstand der Erhebung (51) zu der zweiten Längsmittelebene
(M2).
16. Verwendung der Nähnadel (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einer Nähmaschine
beim Nähen eines Nähguts (60), das durch die Nähmaschine in zumindest zwei Transportrichtungen
(T) transportiert wird.