[0001] Die Erfindung betrifft induktive Spannungswandler und insbesondere Nieder- und Mittelspannungswandler.
[0002] In den elektrischen Energieversorgungsnetzen, insbesondere in Nieder- und Mittelspannungsnetzen
(bis 1 kV bzw. zwischen 1 kV und 75 kV) treten vermehrt Oberschwingungen auf. Diese
Oberschwingungen werden vorwiegend von regenerativen Erzeugungsanlagen und Abnehmern
mit Frequenzumrichtern verursacht und beeinträchtigen die sog. "Power Quality" bzw.
Spannungsqualität eines Energieversorgungsnetzes negativ. Um eine gewünschte Spannungsqualität
in einem Energieversorgungsnetz zu gewährleisten, ist es zunächst erforderlich, die
tatsächlich vorhandene Spannungsqualität zu ermitteln.
[0003] Oberschwingungen können durch einen THD-Wert ("Total harmonic distortion" bzw. "gesamte
harmonische Verzerrung") quantifiziert werden. Der THD ist definiert als das Verhältnis
des Effektivwertes der Summe aller Oberschwingungsanteile zum Effektivwert der Grundschwingung
und lässt sich wie folgt berechnen:

[0004] In dieser Berechnung bedeutet U
n die Effektivwert-Spannung U
eff der harmonischen Oberschwingungen n mit n>1 bzw. der Grundschwingung n=1.
[0005] Der Anteil an Oberschwingungen bzw. der THD-Wert muss für eine akzeptable Spannungsqualität
gemäß den geltenden VDE- und IEC-Bestimmungen in Nieder- und Mittelspannungsnetzen
im Frequenzbereich bis 2,5 kHz unter 0,08 liegen. Darüber hinaus wird empfohlen, dass
der THD-Wert im Frequenzbereich zwischen 2,5 kHz und 9 kHz die Grenze von 0,002 nicht
überschreitet. Es gelten für die einzelnen Oberschwingungen ebenfalls individuelle
Werte, die eingehalten werden müssen. Um die Einhaltung dieser Grenzen zu überprüfen,
sollen vorzugsweise Spannungswandler mit nachgeschalteten Messeinrichtungen zum Einsatz
kommen.
[0006] Mit Spannungswandlern soll die Nieder- und Mittelspannung aus dem Energieversorgungsnetz
derart herabgesetzt werden, dass für niedrige Spannungen ausgelegte und damit kostengünstige
Messeinrichtungen zum Einsatz kommen können, um Spannung oder Spannungsverläufe in
einem Nieder- oder Mittelspannungsnetz zu messen. Aus den Ergebnissen der Messeinrichtungen,
die hinter einem Spannungswandler angeordnet sind, lassen sich Rückschlüsse auf die
Verhältnisse im jeweiligen Nieder- oder Mittelspannungsnetz ziehen, insbesondere auch
hinsichtlich der Spannungsqualität.
[0007] Grundsätzlich sind als Spannungswandler induktive Spannungswandler bekannt. Diese
funktionieren nach dem Prinzip des Transformators. Entsprechende Spannungswandler
besitzen jedoch grundsätzlich Eigenschwingungen im für die Oberschwingungen in Nieder-
und Mittelspannungsnetzen relevanten Frequenzbereich, welche die Übertragung im Spannungswandler
stören. So kann beispielsweise ein induktiver 20-kV-Spannungswandler gemäß dem Stand
der Technik Eigenschwingungen im Frequenzbereich von 2 kHz bis 15 kHz aufweisen, wobei
das Übersetzungsverhältnis des Spannungswandlers bereits ab 1,5 kHz so stark beeinflusst
sein kann, dass eine Messung der Oberschwingungen mithilfe eines entsprechenden Spannungswandlers
nicht möglich ist. Es kommt also im Prinzip zu einer Begrenzung des Frequenzbands,
wodurch nur Frequenzen unter 1,5 kHz akzeptabel übertragen werden können. Eine Bestimmung
von Oberschwingungen in einem Nieder- oder Mittelspannungsnetz über 1,5 kHz ist mit
einem induktiven Spannungswandler gemäß dem Stand der Technik daher nicht oder nur
eingeschränkt möglich. Für die Überprüfung der THD-Werte in Nieder- und Mittelspannungsnetzen
gilt das Gleiche.
[0008] Um Oberschwingungen in Nieder- oder Mittelspannungsnetzen ausreichend genau messen
zu können, wird grundsätzlich gefordert, dass dafür vorgesehene Spannungswandler zumindest
bis 2,5 kHz ein konstantes Übertragungsverhalten aufweisen. Weiterhin wird empfohlen,
dass die Spannungswandler auch bis zu 9 kHz ein konstantes Übertragungsverhalten aufweisen.
Dabei werden maximale Fehler kleiner als 5% erwünscht.
[0009] Um ein entsprechendes Übertragungsverhalten zu erreichen wurde im Stand der Technik
versucht, ohmsch-kapazitive Teiler oder elektronische Messsysteme, die z.B. auf dem
Faraday-Effekt beruhen, einzusetzen. Auch wurde erforscht, ob die störenden Eigenschwingungen
eines induktiven Spannungswandlers durch parallel geschaltete Kondensatoren an der
Stirnseite der Primärspule in Höhe der Mitte der Spule reduziert werden können. Infolge
aktiver Elemente und/oder schnell alternder Kondensatoren sind diese Varianten jedoch
alle sehr wartungsintensiv, benötigen teilweise Laborbedingungen und stellen hohe
Anforderungen an die Spannungsfestigkeit. Diese machen den Einsatz in Schaltanlagen
unpraktikabel oder gar unmöglich.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen wartungsarmen Spannungswandler zu
schaffen, der ausgebildet ist, die Oberschwingungen in Nieder- oder Mittelspannungsnetzen
derart übertragen zu können, so dass die Oberschwingungen mit einer nachgeschalteten
Messeinrichtung zur Bestimmung der Spannungsqualität im Nieder- oder Mittelspannungsnetz
ausreichend genau erfasst werden können.
[0011] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Spannungswandler gemäß dem Hauptanspruch. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0012] Demnach betrifft die Erfindung einen Spannungswandler umfassend eine Primärspule
mit einer unteren Spulenhälfte und einer oberen Spulenhälfte, wenigstens eine Sekundärspule
und einen Spulenkern, wobei die wenigstens eine Sekundärspule um den Spulenkern und
die Primärspule um die wenigstens eine Sekundärspule angeordnet ist, wobei die Wicklungen
der Primärspule als eine Mehrzahl von Doppellagen ausgeführt sind, und wobei die summierte
Kapazität der Doppellagen der unteren Spulenhälfte größer als oder äquivalent zur
summierten Kapazität der Doppellagen der oberen Spulenhälfte ist.
[0013] Zunächst werden einige in Zusammenhang mit der Erfindung verwendete Begriffe erläutert:
[0014] Bei einer "Doppellage" handelt es sich um ein Wicklungspaar einer Spule, bei dem
die beiden Wicklungen einen entgegengesetzten Wicklungssinn aufweisen. Die eine Wicklung
ist dabei in einer ersten Lage ausgehend von einem Wicklungsanfang in einer gegenüber
dem Spulenkern ersten Richtung gewickelt. Am Wicklungsende geht der Spulendraht von
der ersten Lage direkt in eine zweite Lage über, die in die Richtung entgegengesetzt
zur Richtung der ersten Lage gewickelt ist. Die zweite Lage ist also so gewickelt,
dass der Spulendraht vom Wicklungsende wieder zum Wicklungsanfang zurückläuft.
[0015] Die Primärspule weist Wicklungen in einer Mehrzahl von Doppellagen auf. Die innenliegenden
und damit dem Spulenkern nächstliegenden Doppellagen bilden dabei die "untere Spulenhälfte",
die daran anschließenden außen liegenden und vom Spulenkern weiter entfernten Doppellagen
bilden die "obere Spulenhälfte". Die Anzahl der Doppellagen in der unteren sowie in
der oberen Spulenhälfte sind bei einer geraden Gesamtanzahl der Doppellagen gleich.
Bei einer ungeraden Gesamtanzahl der Doppellagen weist eine der beiden Spulenhälften
eine Doppellage mehr auf als die andere. Alternativ kann bei einer ungeraden Gesamtanzahl
der Doppellagen die in der Mitte befindliche Doppellage außenvorgelassen werden, so
dass zwei Spulenhälften mit identischer Anzahl an Doppellagen und einer einzelnen
dazwischenliegenden Doppellage vorliegen.
[0016] Die beiden Lagen einer Doppellagen können einen über die gesamte Länge der Spule
konstanten Abstand zueinander aufweisen. Es ist aber auch möglich, dass sich der Abstand
zwischen den beiden Lagen einer Doppellage abschnittsweise ändert. Eine entsprechende
abschnittsweise Änderung des Abstandes zweier Lagen liegt bspw. vor bei einer Segmentwicklung.
Zumindest im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Segmentwicklung auch eine Wicklung,
die als eine Mehrzahl von Doppellagen - wenn auch mit nicht-konstanten Abstand zwischen
den Lagen einer Doppellage - ausgeführt ist.
[0017] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung
der Primärspule eines induktiven Spannungswandlers ein vorteilhaftes, nahezu lineares
Übertragungsverhalten in einem breiten Frequenzbereich ausgehend von und größer als
0 Hz erreicht werden kann. Insbesondere kann ein nahezu lineares Übertragungsverhalten
über einen breiteren Frequenzbereich im Vergleich zu gewöhnlichen induktiven Spannungswandlern
erreicht werden.
[0018] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Primärspule eines induktiven Spannungswandlers
wird nämlich erreicht, dass sich die Nullstelle der ersten Resonanz hinter den ersten
Pol verschiebt. Es liegt dann eine leichte Überkompensation vor, die in einem weiten
Frequenzbereich ausgehend von 0 Hz ein nahezu lineares Übertragungsverhalten zur Folge
hat. Insbesondere kann das Übertragungsverhalten in dem genannten Frequenzbereich
einen Fehler von weniger als 5% aufweisen.
[0019] Bei gewöhnlichen Spulen ist die wirksame Kapazität der Doppellagen in der oberen
Spulenhälfte aufgrund der geometrischen Gegebenheiten einer Spule grundsätzlich größer
als die wirksame Kapazität der Doppellagen in der unteren Spulenhälfte. Für die Kapazität
einer Doppellage einer Spule gilt in grober Näherung

wobei darin C
i die Kapazität der i-ten Doppellage einer Spule mit N Doppellagen, ε
i die Dielektrizitätskonstante der i-ten Doppellage, r
i den Radius der i-ten Doppellage, l
i die Wickellänge der i-ten Doppellage und d
i den Abstand zwischen den beiden Lagen der i-ten Doppellage beschreibt.
[0020] Da bei gewöhnlichen Spulen die Wickellänge, die Dielektrizitätskonstante und der
Abstand zwischen den beiden Lagen einer Doppellage konstant sind (bspw. aufgrund der
Verwendung eines bestimmten Lagenpapiers in allen Doppellagen) ergibt sich für die
wirksame Kapazität der Doppellagen in der unteren Spulenhälfte (C
USH)- d. h. der Doppellagen 1 bis N/2 - einer gewöhnlichen Spule

[0021] Bei einer gewöhnlichen Spule gilt also, dass die wirksame Kapazität der Doppellagen
in der oberen Spulenhälfte (C
OSH) größer als die wirksame Kapazität der Doppellagen in der unteren Spulenhälfte (C
USH) ist.
[0022] Die Erfindung hat erkannt, dass sich durch eine Veränderung des Verhältnisses der
wirksamen Kapazität der Spulenhälften der Primärspule eines induktiven Spannungswandlers
zu

das gewünschte vorteilhafte Übertragungsverhalten des Spannungswandlers bzw. die oben
beschriebene Überkompensation zur Folge hat.
[0023] Das erfindungsgemäße Verhältnis der wirksamen Kapazität der Spulenhälften der Primärspule,
so dass die summierte Kapazität der Doppellagen der unteren Spulenhälfte größer als
oder äquivalent zur wirksamen Kapazität der Doppellagen der oberen Spulenhälfte ist,
lässt sich durch eine Anpassung der Kapazitäten der einzelnen Doppellagen der Spulen
erreichen. Während der Radius der einzelnen Doppellagen r
i durch die geometrische Form der Spule praktisch vorgegeben ist, lässt sich insbesondere
die Dielektrizitätskonstante ε
i und der Abstand d
i zwischen den beiden Lagen der einzelnen Doppellagen derart anpassen, dass das gewünschte
Verhältnis der wirksamen Kapazitäten der beiden Spulenhälften erreicht wird.
[0024] Dazu wird bei wenigstens einer Doppellage der unteren Spulenhälfte die Dielektrizitätskonstante
der Isolation vorzugsweise möglichst groß und/oder der Abstand der beiden Lagen wenigstens
einer Doppellage in der unteren Spulenhälfte möglichst klein gewählt. Weiter bevorzugt
ist es, wenn bei allen Doppellagen der unteren Spulenhälfte die Dielektrizitätskonstante
der Isolation möglichst groß und/oder der Abstand der beiden Lagen der Doppellagen
jeweils möglichst klein gewählt wird. Dabei sollen die sonstigen technischen Randbedingungen
nicht verletzt werden. So müssen bspw. zur Vermeidung von Durchschlägen minimale Dicken
für ein gegebenes Isolationsmaterial eingehalten werden, um die notwendige Isolation
zu gewährleisten.
[0025] Bei der oberen Spulenhälfte wird bevorzugt die Dielektrizitätskonstante der Isolation
wenigstens einer Doppellagenwicklung möglichst nah an 1 und/oder der Abstand der beiden
Lagen wenigstens einer Doppellage in der oberen Spulenhälfte möglichst groß gewählt.
Weiter bevorzugt ist es, wenn bei allen Doppellagen der oberen Spulenhälfte die Dielektrizitätskonstante
der Isolation möglichst nah an 1 und/oder der Abstand der beiden Lagen der Doppellagen
jeweils möglichst groß gewählt wird. Dabei sollen die sonstigen technischen Randbedingungen
nicht verletzt werden. So muss bspw. darauf geachtet werden, dass die Feldstärken
im Bereich der oberen Spulenhälften und/oder die Doppellagenspannung einer Doppellage
in der oberen Spulenhälfte einen, vom Material der Spule abhängigen Maximalwert nicht
überschreiten.
[0026] Durch eine entsprechende Anpassung der Kapazitäten der einzelnen Doppellagen der
Primärspule kann das gewünschte Verhältnis der wirksamen Kapazitäten der beiden Spulenhälften
erreicht werden.
[0027] Der gewünschte große Abstand zwischen den beiden Lagen einer Doppellage in der oberen
Spulenhälfte kann vorzugsweise erreicht werden, indem zwischen den beiden Lagen einer
Doppellage in der oberen Spulenhälfte zwei oder mehr Lagenpapiere eingeschoben sind.
Es kann so auf einfache Weise die Kapazität einer Doppellage in der oberen Spulenhälfte
unter Verwendung des Lagenpapiers, welches auch in der unteren Spulenhälfte verwendet
wird, verringert werden. So kann bspw. bei einem erfindungsgemäßen Spannungswandler
die Primärspule insgesamt 67 Doppellagen aufweisen, wobei die inneren Doppellagen
1 bis 33 - also die untere Spulenhälfte - eine einfache Isolation durch jeweils ein
Lagenpapier und die äußeren Doppellagen 34 bis 67 eine dreifache Isolation mit jeweils
drei Lagenpapieren aufweisen. Die einzelnen Lagenpapiere können dabei jeweils die
gleiche Stärke aufweisen und insbesondere aus dem gleichen Dielektrikum sein. Ein
erfindungsgemäßer Spannungswandler und insbesondere die Primärspule kann im Übrigen
- trotz des verbesserten Übertragungsverhaltens - die gleiche Formgebung aufweisen,
wie ein induktiver Spannungswandler gemäß dem Stand der Technik. Diese mögliche Konturerhaltung
des Spannungswandlers ist besonders vorteilhaft bei dem Austausch von induktiven Spannungswandlern
gemäß dem Stand der Technik durch erfindungsgemäße Spannungswandler.
[0028] Es ist bevorzugt, wenn die Primärspule und/oder die wenigstens eine Sekundärspule
aus Kupferlackdraht gewickelt sind. Vorzugsweise ist der Kern aus dünnen Eisenblechen
und/oder aus nanokristallinen oder amorphen Werkstoffen.
[0029] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft
beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen induktiven Spannungswandlers;
und
- Figur 2
- das Übertragungsverhalten eines gewöhnlichen induktiven Spannungswandlers und eines
induktiven Spannungswandlers gemäß Figur 1.
[0030] In Figur 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen induktiven
Spannungswandlers 1 dargestellt. Der Spannungswandler 1 umfasst eine Primärspule 10,
eine Sekundärspule 20 und einen Spulenkern 30. Die Sekundärspule 20 ist um den Spulenkern
30 angeordnet, während die Primärspule 10 um die Sekundärspule 20 angeordnet ist.
Die Primärspule 10 weist Anschlüsse zum Anschluss an ein Energieversorgungsnetz auf.
Die Sekundärspule 20 weist Anschlüsse zum Anschluss an eine Messeinrichtung auf. Aus
Gründen der
[0031] Übersichtlichkeit sind die genannten Anschlüsse und die Messeinrichtung in Figur
1 nicht dargestellt. Es ist auch möglich, mehr als eine Sekundärspule 20 vorzusehen,
wobei die einzelnen Sekundärspulen 20 dann jeweils mit unterschiedlichen Messeinrichtungen
verbunden sein können.
[0032] Die Wicklungen der Primärspule 10 sind als eine Mehrzahl von Doppellagen 11 ausgeführt.
In der schematischen Darstellung gemäß Figur 1 sind die einzelnen Doppellagen 11 durch
die gestrichelten Linien voneinander getrennt und von i=1 bis i=N durchgezählt, wobei
i=1 die innenliegendste Doppellage 11 und i=N die außenliegendste Doppellage 11 der
Primärspule 10 bezeichnet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel gilt aus Gründen der
Übersichtlichkeit N=6.
[0033] Die Primärspule 10 ist in eine untere Spulenhälfte 12 und eine obere Spulenhälfte
13 unterteilt, wobei die beiden Spulenhälften 12, 13 jeweils dieselbe Anzahl an Doppellagen
11 umfassen. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die wirksame Kapazität der Doppellagen
11 der unteren Spulenhälften 12 größer, gleich oder äquivalent zur wirksamen Kapazität
der Doppellagen 11 der oberen Spulenhälfte 13 ist.
[0034] Für die Kapazität einer Doppellage 11 einer Spule gilt dabei in grober Näherung

wobei darin C
i die Kapazität der i-ten Doppellage 11 einer Spule mit N Doppellagen, ε
i die Dielektrizitätskonstante der i-ten Doppellage, r
i den Radius der i-ten Doppellage, l
i die Wickellänge der i-ten Doppellage und d
i den Abstand zwischen den beiden Lagen der i-ten Doppellage beschreibt. Die Größen
r
i, d
i und l
i sind in Figur 1 beispielhaft für eine der Doppellagen 11 der Primärspule dargestellt.
[0035] Bei dem Ausführungsbeispiel aus Figur 1 wird durch geeignete Wahl der Dielektrizitätskonstanten
ε
i und der Abstände d
i der einzelnen Doppellagen 11 erreicht, dass die wirksame Kapazität der Doppellagen
der unteren Spulenhälfte 12 größer ist als die wirksame Kapazität der Doppellagen
der oberen Spulenhälfte 13, d. h.

[0036] Dazu sind die Abstände d
i bei den Doppellagen 11 der oberen Spulenhälfte 13 größer als bei den Doppellagen
11 der unteren Spulenhälfte 12. Gleichzeitig ist die Dielektrizitätskonstante ε
i bei den Doppellagen 11 der unteren Spulenhälfte 12 möglichst groß, während sie bei
den Doppellagen 11 der oberen Spulenhälfte 13 möglichst nahe an 1 ist.
[0037] In Figur 2 werden die Vorteile eines induktiven Spannungswandlers 1 gemäß Figur 1
gegenüber eines gewöhnlichen induktiven Spannungswandlers deutlich. Als gewöhnlicher
induktiver Spannungswandler wird dabei ein Spannungswandler bezeichnet, bei dem die
Primärspule gewöhnlich aufgebaut ist, d. h. bei der insbesondere die Dielektrizitätskonstante
ε
i und der Abstand d
i zwischen den beiden Lagen einer Doppellage für jede Doppellage der Spule gleich ist.
[0038] Bei dem in Figur 2 links dargestellten gewöhnlichen induktiven Spannungswandler bleibt
der Phasengang in einem weiten, von 0 Hz ausgehenden Frequenzbereich (bis ca. 12 kHz)
nahezu konstant. Im Amplitudengang über denselben Frequenzbereich werden jedoch bereits
ab ca. 2 kHz deutliche Verzerrungen sichtbar. Aufgrund dieser Verzerrungen ist ein
gewöhnlicher induktiver Spannungswandler für die Bestimmung der Spannungsqualität
in einem Energieversorgungsnetz, insbesondere einem Nieder- oder Mittelspannungsnetz,
nicht bzw. nur bedingt geeignet.
[0039] Bei einem Spannungswandler gemäß Figur 1, dessen Amplituden- und Phasengang rechts
in Figur 2 dargestellt sind, ist der Phasengang ebenfalls in einem weiten, von 0 Hz
ausgehenden Frequenzbereich (bis ca. 12 kHz) nahezu konstant. Gegenüber eines gewöhnlichen
Spannungswandlers ist jedoch auch der Amplitudengang bis zu einer Frequenz von ca.
11 kHz nahezu konstant. Aufgrund dieses vorteilhaften Übertragungsverhaltens ist der
Spannungswandler gemäß Figur 1 für die Bestimmung der Spannungsqualität in einem Energieversorgungsnetz
und insbesondere auch in einem Nieder- oder Mittelspannungsnetz gut geeignet.
1. Spannungswandler (1) umfassend eine Primärspule (10) mit einer unteren Spulenhälfte
(12) und einer oberen Spulenhälfte (13), wenigstens eine Sekundärspule (20) und einen
Spulenkern (30), wobei die wenigstens eine Sekundärspule (20) um den Spulenkern (30)
und die Primärspule (10) um die wenigstens eine Sekundärspule (20) angeordnet ist,
und wobei die Wicklungen der Primärspule (10) als eine Mehrzahl von Doppellagen (11)
ausgeführt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wirksame Kapazität der Doppellagen (11) der unteren Spulenhälfte (12) größer als
oder äquivalent zur wirksamen Kapazität der Doppellagen (11) der oberen Spulenhälfte
(13) ist.
2. Spannungswandler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dielektrizitätskonstante (εi) der Isolation wenigstens einer Doppellage (11) in der unteren Spulenhälfte (12)
möglichst groß und/oder der Abstand (di) der beiden Lagen wenigstens einer Doppellage (11) in der unteren Spulenhälfte (12)
möglichst klein ist.
3. Spannungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dielektrizitätskonstante (εi) der Isolation wenigstens einer Doppellage (11) in der oberen Spulenhälfte (13) möglichst
nah an 1 und/oder der Abstand (di) der beiden Lagen wenigstens einer Doppellage (11) in der oberen Spulenhälfte (13)
möglichst groß ist.
4. Spannungswandler nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den beiden Lagen wenigstens einer Doppellage (11) in der oberen Spulenhälfte
(13) zwei oder mehr Lagenpapiere eingeschoben sind.
5. Spannungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Primärspule (10) und/oder die wenigstens eine Sekundärspule (20) aus Kupferlackdraht
gewickelt sind.
6. Spannungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spulenkern (30) aus dünnen Eisenblechen und/oder aus nanokristallinen oder amorphen
Werkstoffen ist.