[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit einem Hubtisch zur Erzeugung einer Hubbewegung
und einem Antrieb zum Betätigen des Hubtischs, wie zum Beispiel in
US5339749 A beschrieben. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Treibladungsansetzer mit
einer derartigen Vorrichtung.
Hubtische finden in vielen Bereichen der Technik vor allem in solchen Vorrichtungen
Verwendung, mit welchen Bauteile oder Baugruppe automatisch gegeneinander bewegt werden.
Die Hubtische solcher Vorrichtungen sind üblicherweise mit einem beispielsweise elektromotorischem
Antrieb versehen, über welchen der Hubtisch betätigt werden kann, wodurch die entsprechenden
Bauteile entlang einer Hubrichtung gegeneinander bewegt werden.
[0002] Im Rahmen verschiedener Anwendungen ist es zudem häufig erwünscht, die Bauteile zusätzlich
zu der Hubbewegung auch in einer weiteren Bewegungsrichtung gegeneinander zu bewegen,
wozu üblicherweise ein separater Antrieb vorgesehen wird. Derartige Vorrichtungen
weisen aufgrund der Mehrzahl an Antrieben sowie der erforderlichen Steuerungseinrichtung
einen vergleichsweise aufwändigen und insoweit ausfallrisikobehafteten Aufbau auf.
[0003] Vor diesem Hintergrund stellt sich die Erfindung die A u fgabe , eine Vorrichtung
mit einer weiteren Bewegungsmöglichkeit zu schaffen, die sich durch einen einfachen
Aufbau mit geringem Ausfallrisiko auszeichnet.
[0004] Bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art wird die Aufgabe dadurch gelöst,
dass der Antrieb über Umschaltmittel mit dem Hubtisch derart verbunden ist, dass der
Hubtisch über den Antrieb sowohl betätigbar als auch linear bewegbar ist.
[0005] Aufgrund der Verbindung des Antriebs mit dem Hubtisch über die Umschaltmittel können
mit dem Antrieb zwei voneinander unabhängige Bewegungen ausgeführt werden. Der Antrieb
kann den Hubtisch betätigen und auf diese Weise eine Bewegung in Hubrichtung erzeugen.
Durch Betätigen der Umschaltmittel kann der Hubtisch über den Antrieb auch linear
bewegt werden, wodurch sich eine zweite Bewegungsrichtung ergibt, ohne dass hierzu
ein separater Antrieb erforderlich wäre. Aufgrund der mechanisch arbeitenden Umschaltmittel
ergibt sich ein einfacher Aufbau mit geringem Ausfallrisiko.
[0006] In diesem Zusammenhang ist es bevorzugt, wenn die Verbindung des Antriebs mit dem
Hubtisch derart ausgebildet ist, dass der Hubtisch quer zu dessen Hubrichtung bewegbar
ist. Hierdurch kann die mit der Hubseite des Hubtischs gekoppelte Treibladungsaufnahme
in zwei voneinander unabhängigen Raumrichtungen bewegt werden.
Besonders bevorzugt ist die Verbindung des Antriebs mit dem Hubtisch derart ausgebildet,
dass der Hubtisch als Einheit bewegbar ist. Über den Antrieb kann der Hubtisch betätigt
wie auch als Ganzes linear bewegt werden.
[0007] Hierbei hat sich eine Ausgestaltung als vorteilhaft erwiesen, bei welcher die Verbindung
des Antriebs mit dem Hubtisch derart ausgebildet ist, dass der Hubtisch entweder betätigbar
oder bewegbar ist. Der Antrieb kann entweder nur die Hubseite des Hubtischs in Hubrichtung
bewegen oder den Hubtisch als Einheit linear bewegen. Über die Umschaltmittel kann
zwischen der Betätigung des Hubtischs und der Verfahrbewegung des Hubtischs umgeschaltet
werden. Bevorzugt kann die Umschaltung automatisch in einer Endstellung der Hubbewegung
des Hubtischs erfolgen, so dass es nicht erforderlich ist, die Umschaltung von außen,
beispielsweise über ein Steuersignal, zu initiieren. Alternativ kann die Verbindung
des Antriebs mit dem Hubtisch derart ausgebildet sein, dass der Hubtisch gleichzeitig
betätigbar und bewegbar ist, wodurch sich nichtlineare Bewegungsverläufe der Hubseite
des Hubtischs realisieren lassen. Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass der Hubtisch
zwei Scherenarme aufweist, deren antriebsseitiges Ende mit den Umschaltmitteln gekoppelt
ist. Die Scherenarme können schwenkbeweglich miteinander verbunden sein, so dass über
eine Schwenkbewegung der Scherenarme gegeneinander die Hubbewegung des Hubtischs erzeugt
werden kann. Über die antriebsseitig angekoppelten Umschaltmittel kann die Bewegung
der Scherenarme gesteuert werden.
[0008] Hierbei ist es vorteilhaft, wenn das antriebsseitige Ende eines ersten Scherenarms
translatorisch festlegbar ist. Der erste Scherenarm kann zur Betätigung des Hubtischs
translatorisch festgelegt werden, so dass das Verschwenken eines zweiten Scherenarms
gegenüber dem ersten, fest stehenden Scherenarm eine Hubbewegung auslöst.
[0009] Vorteilhaft ist es ferner, wenn das antriebsseitige Ende des zweiten Scherenarms
translatorisch verfahrbar ist. Sofern das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms
festgelegt ist, kann durch translatorisches Verfahren des antriebsseitigen Endes des
zweiten Scherenarms, die Schere geschlossen und die Hubbewegung des Hubtischs erzeugt
werden. Bevorzugt ist das antriebsseitige Ende des zweiten Scherenarms über eine Spindel
mit dem Antrieb gekoppelt, so dass das antriebsseitige Ende des zweiten Scherenarms
translatorisch entlang der Spindel bewegt werden kann.
[0010] Bevorzugt ist die Festlegung des antriebsseitigen Endes des ersten Scherenarms lösbar
ausgebildet. Durch Lösen der Festlegung kann das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms
zur translatorischen Bewegung freigegeben werden, wodurch es möglich ist, den Hubtisch
als Ganzes linear zu bewegen.
[0011] Besonders bevorzugt sind die Enden der Scherenarme zum linearen Bewegen des Hubtischs
gegeneinander fixierbar ausgebildet. Nach dem Lösen der Festlegung des antriebsseitigen
Endes des ersten Scherenarms kann das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms
gegenüber dem antriebsseitigen Ende des zweiten Scherenarms fixiert werden. Die antriebsseitigen
Enden der Scherenarme können dann mit festem Abstand gemeinsam translatorisch bewegt
werden, so dass der Hubtisch als Einheit linear bewegt wird.
Im Hinblick auf die Bewegung des Hubtischs hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen,
wenn die Bewegung der Enden der Scherenarme in einer antriebsseitigen Führung geführt
ist, so dass die Enden bei Betätigung des Antriebs eine geführte Linearbewegung durchführen.
[0012] Eine erfindungsgemässe Ausgestaltung sieht vor, dass die Umschaltmittel ein erstes
Formschlusselement, insbesondere eine Klaue, zur Festlegung des ersten Scherenarms
an der Antriebsseite der Vorrichtung umfassen. Das erste Formschlusselement kann mit
dem Ende des ersten Scherenarms oder mit einem mit dem Ende des ersten Scherenarms
verbundenen Element, beispielsweise einem Führungselement, formschlüssig verbunden
werden, um den ersten Scherenarm an einem Fixpunkt translatorisch festzulegen. Der
erste Scherenarm kann mit dem Führungselement schwenkbeweglich gekoppelt sein, so
dass der erste Scherenarm trotz der translatorischen Festlegung zur Betätigung des
Hubtischs verschwenkt werden kann. Erfindungsgemäss umfassen die Umschaltmittel ferner
ein zweites Formschlusselement, insbesondere ebenfalls eine Klaue, welches gemeinsam
mit dem antriebsseitigen Ende des zweiten Scherenarms bewegbar angeordnet ist. Über
das zweite Formschlusselement können die antriebsseitigen Enden der beiden Scherenarme
zur linearen Bewegung des Hubtischs miteinander gekoppelt werden. Hierzu kann das
zweite Formschlusselement mit dem antriebsseitigen Ende des ersten Scherenarms oder
mit einem mit dem Ende des ersten Scherenarms verbundenen Element, beispielsweise
einem Führungselement, nach Art eines Mitnehmers verbunden werden. Hierbei ist jedoch
zuvor die Verbindung zwischen dem ersten Formschlusselement und dem ersten Scherenarm
zu lösen.
[0013] Ferner ist das erste Formschlusselement mit dem ersten Scherenarm verrastbar. Erfindungsgemäss
ist die Verrastung über das zweite Formschlusselement lösbar. Beispielsweise kann
das zweite Formschlusselement hierzu an das erste Formschlusselement angenähert werden,
um hierdurch die Verrastung des ersten Scherenarms zu lösen.
Bei einem Treibladungsansetzer der eingangs genannten Art wird die Aufgabe dadurch
gelöst, dass der Antrieb über Umschaltmittel mit dem Hubtisch derart verbunden ist,
dass der Hubtisch über den Antrieb sowohl betätigbar als auch linear bewegbar ist.
Aufgrund der Verbindung des Antriebs mit dem Hubtisch über die Umschaltmittel können
mit dem Antrieb zwei voneinander unabhängige Bewegungen ausgeführt werden. Der Antrieb
kann den Hubtisch betätigen und auf diese Weise eine Bewegung in Hubrichtung erzeugen.
Durch Betätigen der Umschaltmittel kann der Hubtisch über den Antrieb auch linear
bewegt werden, wodurch sich eine zweite Bewegungsrichtung ergibt, ohne dass hierzu
ein separater Antrieb erforderlich wäre. Aufgrund der mechanisch arbeitenden Umschaltmittel
ergibt sich ein einfacher Aufbau mit geringem Ausfallrisiko.
[0014] Der Treibladungsansetzer kann sämtliche der zuvor beschriebenen Merkmale des Hubtischs
einzeln oder in Kombination aufweisen, wobei die Vorrichtung aus dem Hubtisch und
dem Antrieb zum Betätigen des Hubtischs nachfolgend auch als Bewegungsmittel bezeichnet
werden wird.
[0015] Der Treibladungsansetzer kann eine Treibladungsaufnahme aufweisen, aus welcher mehrere
Treibladungen entlang einer Ansetzrichtung in ein Waffenrohr der Waffe einbringbar
sind. Bei einem elevierbaren Waffenrohr kann die Treibladungsaufnahme an einem Elevationsnachstellelement
angeordnet sein, über welches die Stellung der Treibladungsaufnahme an die Elevationsstellung
des Waffenrohrs angepasst werden kann.
[0016] Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die Treibladungsaufnahme quer zur
Ansetzrichtung gegenüber dem Elevationsnachstellelement über dem Hubtisch translatorisch
bewegbar angeordnet ist. Durch die translatorische Bewegbarkeit der Treibladungsaufnahme
kann diese gegenüber dem Elevationsnachstellelement gradlinig von einer Stellung hinter
dem Waffenrohr in eine Stellung neben der Waffe und umgekehrt bewegt werden. Die Bewegung
der Treibladungsaufnahme erfordert daher einen wesentlich geringeren Platz als es
beim Verschwenken der Treibladungsaufnahme der Fall ist, weshalb der Treibladungsansetzer
auch unter beengten Platzverhältnissen verwendbar ist.
[0017] Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung, bei welcher die Treibladungsaufnahme
senkrecht zur Ansetzrichtung bewegbar angeordnet ist, wodurch sich neben konstruktiven
Vorteilen ein kurzer Weg der Treibladungsaufnahme von der Stellung hinter der Waffe
in die Stellung neben der Waffe ergibt.
[0018] Eine konstruktiv vorteilhafte Ausgestaltung des Treibladungsansetzers sieht vor,
dass das Elevationsnachstellelement nach Art eines Schwenkauslegers ausgebildet ist.
Durch Verschwenken des Schwenkauslegers kann die Ausrichtung der Treibladungsaufnahme
der Richtstellung des Waffenrohrs nachgeführt werden.
[0019] Bevorzugt ist das Elevationsnachstellelement um eine sich horizontal erstreckende
Schwenkachse schwenkbar. Um die horizontale Schwenkachse kann das Elevationsnachstellelement
in Elevation gerichtet und damit die Treibladungsaufnahme auf einfache Weise nachgestellt
werden. Besonders bevorzugt entspricht die Schwenkachse des Elevationsnachstellelements
der Elevationsrichtachse des Waffenrohrs, wodurch sich eine koaxiale Anordnung ergibt.
Ein Versatz zwischen den Schwenkachsen des Waffenrohrs und des Elevationsnachstellelements
wird vermieden, was sich vor allem in regelungstechnischer Hinsicht als vorteilhaft
erwiesen hat.
[0020] Ferner hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Treibladungsaufnahme
über ein an das Elevationsnachstellelement angebundenes Bewegungsmittel translatorisch
bewegbar ist. Durch die Anbindung des Bewegungsmittels an das Elevationsnachstellelement
wird das Bewegungsmittel gemeinsam mit der Treiblandungsaufnahme über das Elevationsnachstellelement
in Elevation gerichtet. Zudem kann die Treibladungsaufnahme über das Bewegungsmittel
gegenüber dem Elevationsnachstellelement linear bewegt werden, insbesondere in einer
Richtung parallel zu der Schwenkachse des Elevationsnachstellelements, wobei sich
die Elevationsbewegung und die Querbewegung zur Realisierung kurzer Ladezeiten auch
überlagern können.
[0021] Im Hinblick auf den eigentlichen Ansetzvorgang hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
wenn die Treibladungsaufnahme in der Ansetzrichtung bewegbar ausgebildet ist. Durch
die Bewegung der Treibladungsaufnahme in Ansetzrichtung können die Treibladungen von
einer hinter einem Bodenstück der Waffe liegenden Stellung direkt an den Ladungsraum
der Waffe herangeführt werden. Hierbei kann die Treibladungsaufnahme durch eine in
dem Bodenstück der Waffe vorgesehene Öffnung bis an den Ladungsraum der Waffe heran
bewegt werden, um dann ein Einschieben der Treibladungen aus der Treibladungsaufnahme
in das Waffenrohr zu ermöglichen.
[0022] In diesem Zusammenhang ist es bevorzugt, wenn der an das Elevationsnachstellelement
angebundene Hubtisch in Ansetzrichtung entlang des Elevationsnachstellelements verfahrbar
angeordnet ist. Die Verfahrbarkeit des Hubtischs entlang des Elevationsnachstellelements
ist insoweit vorteilhaft, als dass die Treibladungsaufnahme über das Bewegungsmittel
sowohl quer zur Ansetzrichtung als auch in Ansetzrichtung bewegt werden kann.
[0023] Um die Dauer des Ansetzvorgangs zu verkürzen, werden vorteilhafterweise Mittel zur
Vergrößerung der Relativgeschwindigkeit der Treibladungsaufnahme in Ansetzrichtung
gegenüber dem Elevationsnachstellelement vorgesehen. Über die Mittel zur Vergrößerung
der Relativgeschwindigkeit kann erreicht werden, dass die Relativgeschwindigkeit der
Treibladungsaufnahme gegenüber dem Elevationsnachstellelement in Ansetzrichtung größer
als die entsprechende Relativgeschwindigkeit des Bewegungsmittels ist. Die in der
Treibladungsaufnahme aufgenommenen Treibladungen können daher mit einer im Vergleich
zur Bewegung des Bewegungsmittels größeren Geschwindigkeit in das Waffenrohr eingebracht
werden, wodurch sich kurze Ansetzzeiten realisieren lassen.
[0024] Nachfolgend sollen weitere Merkmale des erfindungsgemäßen Treibladungsansetzers beschrieben
werden, welche sich mit dem Ansetzen der Treibladungen entlang der Ansetzrichtung
und hier insbesondere einem Rückhalter befassen.
[0025] Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht in diesem Zusammenhang vor, dass ein entlang
der Ansetzrichtung linear bewegbarer Zuführschieber zum Zuführen der Treibladungen
in eine angesetzte Stellung im Ladungsraum des Waffenrohrs und ein an dem Zuführschieber
beweglich angeordneter Rückhalter zur Lagesicherung der Treibladungen in deren angesetzter
Stellung vorgesehen ist. Über den Zuführschieber können die Treibladungen aus der
Treibladungsaufnahme in das Waffenrohr geschoben werden. Um zu verhindern, dass die
Treibladungen nach dem Einbringen in das Waffenrohr wieder aus diesem heraus rutschen,
ist ein Rückhalter vorgesehen. Über den Rückhalter können die Treibladungen in ihrer
angesetzten Stellung im Ladungsraum der Waffe gehalten werden, so dass selbst bei
größeren Elevationswinkeln der Gefahr eines Herausrutschens nicht gegeben ist.
[0026] Hierbei ist es vorteilhaft, wenn der Rückhalter schwenkbeweglich an dem Zuführschieber
angelenkt ist, so dass der Rückhalter mit einer Schwenkbewegung aktiviert werden kann.
[0027] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Rückhalter von einer eingeklappten Zuführstellung
in eine aufgestellte Rückhaltestellung überführbar ist. In der Zuführstellung des
Rückhalters können die Treibladungen über den Zuführschieber in das Waffenrohr eingebracht
werden. In der aufgestellten Rückhaltestellung kann der Rückhalter nach Art eines
Haltefingers von dem Zuführschieber abstehen. In dieser Stellung ragt der Rückhalter
in den Ladungsraum der Waffe hinein und die Treibladungen werden durch Anlage am Rückhalter
im Ladungsraum des Waffenrohrs gehalten.
[0028] Bevorzugt weist der Zuführschieber eine Schubfläche auf, über welche die Treibladungen
in Ansetzrichtung geschoben werden können. Der Rückhalter kann in der Zuführstellung
derart eingeklappt sein, dass er zumindest einen Teil der Schubfläche bildet. In der
Rückhaltestellung kann der Rückhalter derart von dem Zuführschieber abstehen, dass
nur der Rückhalter nicht aber der Zuführschieber in Kontakt mit den Treibladungen
steht.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass der Rückhalter, insbesondere
über eine Feder, in Richtung der eingeklappten Zuführstellung vorgespannt ist. Über
die Vorspannung kann die Bewegung des Rückhalters in Richtung der Zuführstellung erzeugt
werden. Es ist daher nicht erforderlich, Antriebselemente zum Verschwenken des Rückhalters
von der Rückhaltestellung in die Zuführstellung vorzusehen.
[0030] Bei einem schwenkbeweglich an dem Zuführschieber angelenkten Rückhalter hat es sich
ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn der Rückhalter zur Überführung von der Zuführstellung
in die Rückhaltestellung um einen Winkel von mehr als 90° verschwenkbar ist. In der
Rückhaltestellung können der Rückhalter und die Schubfläche des Zuführschiebers einen
stumpfen Winkel einschließen, so dass der Rückhalter durch die gegen den Rückhalter
anliegenden Treibladungen nicht zurück in die eingeklappte Zuführstellung verschwenkt
werden kann.
[0031] Vorteilhaft ist es ferner, wenn der Rückhalter in der Rückhaltestellung in Ansetzrichtung
über die Treibladungsaufnahme übersteht. Durch den Überstand kann erreicht werden,
dass der Rückhalter bis in den Ladungsraum des Waffenrohrs hinein reicht und die Treibladungen
in dem Waffenrohr halten kann.
[0032] Konstruktiv vorteilhaft ist es, wenn der Zuführschieber in einer Führung in der Treibladungsaufnahme
geführt ist. Über die Führung kann der Zuführschieber bei seiner Bewegung in einen
linearen Bewegungsweg entlang der Ansetzrichtung gezwungen werden.
[0033] Vorteilhaft ist ferner eine Ausgestaltung mit einer Aufstellvorrichtung, über welche
die Bewegung des Zuführschiebers in einer Aufstellbewegung des Rückhalters überführbar
ist. Über die Aufstelleinrichtung kann die Bewegung des Zuführschiebers zum Aufstellen
des Rückhalters nutzbar gemacht werden. Die Aufstellvorrichtung ist bevorzugt antriebslos
ausgebildet, so dass es nicht erforderlich ist, einen separaten Antrieb zum Aufstellen
des Rückhalters vorzusehen.
[0034] Hierbei ist es besonders bevorzugt, wenn die Aufstellbewegung über ein an der Treibladungsaufnahme
angeordnetes Auslöseelement auslösbar ist. Das Auslöseelement kann derart an der Treibladungsaufnahme
angeordnet sein, dass die Aufstellbewegung automatisch ausgelöst wird, wenn der Zuführschieber
das Auslöseelement erreicht.
[0035] Zudem ist es vorteilhaft, wenn das Auslöseelement im Endbereich des durch die Zuführbewegung
des Zuführschiebers beschriebenen Zuführwegs angeordnet ist, so dass die Aufstellbewegung
des Rückhalters im Endbereich des Zuführwegs initiiert werden kann. Es kann somit
verhindert werden, dass sich der Rückhalter schon während der Zuführbewegung des Zuführschiebers
aufstellt und die Treibladungen ggf. beschädigt.
[0036] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass an dem Rückhalter ein Koppelelement,
insbesondere ein Seil, derart angebunden ist, dass das Auslöseelement zum Aufstellen
des Rückhalters in das Koppelelement eingreifen kann. Das Koppelelement kann derart
mit dem Zuführschieber gemeinsam bewegbar sein, dass es bei Erreichen des Auslöseelements
mit dem Auslöseelement zusammenwirkt und die Aufstellbewegung initiiert. Bei einem
als Seil ausgebildeten Koppelelement ist es besonders vorteilhaft, wenn das Auslöseelement
nach Art einer Rolle ausgebildet ist. Das bewegte Seil kann über die Rolle einfangen
und gespannt werden. Durch die Spannung des Seils kann der Rückhalter aufgestellt
werden.
[0037] Hierbei hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn ein Überlastschutz für
das Auslöseelement vorgesehen ist, so dass eine übermäßige auf das Auslöseelement
einwirkende Kraft das Auslöseelement nicht beschädigen kann.
[0038] Bevorzugt ist das Auslöseelement in Ansetzrichtung entgegen der Kraft einer Feder
bewegbar angeordnet. Durch die Feder kann die auf das Auslöseelement einwirkende Kraft
gedämpft werden. Das Auslöseelement kann an einem gegenüber der Treibladungsaufnahme
bewegbaren Träger angeordnet sein, welcher federgedämpft gelagert ist.
[0039] Um ein Verkanten der Treibladungen beim Ansetzen mit dem Zuführschieber zu verhindern,
kann die Treibladungsaufnahme eine Führung für die Treibladungen aufweisen.
[0040] Zur Führung der Treibladungen hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn der
Treibladungsansetzer ein Führungselement zur Führung der Treibladungen beim Zuführen
in deren angesetzte Stellung aufweist, welches in Ansetzrichtung relativbeweglich
gegenüber der Treibladungsaufnahme angeordnet ist. Die Treibladungsaufnahme kann durch
eine enge Öffnung in dem Endstück der Waffe bis an den Ladungsraum des Waffenrohrs
heran bewegt werden. Beim Einbringen der Treibladungsaufnahme in das Endstück kann
das Führungselement in Ansetzrichtung gegenüber der Treibladungsaufnahme derart nach
hinten bewegt werden, dass das Führungselement außerhalb des Endstücks verbleibt.
Es ist daher möglich, die Treibladungen durch eine relativ enge Öffnung des Endstücks
bis an den Ladungsraum heranzuführen, wobei die Bewegungen der Treibladungen in Ansetzrichtung
stets geführt sind.
[0041] Im Folgenden sollen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Treibladungsansetzers
beschrieben werden, welche das insbesondere als Führungsblech ausgebildete Führungselement
betreffen.
[0042] Vorteilhaft ist es, wenn das Führungselement eine parallel zu der Ansetzrichtung
verlaufende Führungsfläche aufweist. Über die Führungsfläche können die in Ansetzrichtung
bewegten Treibladungen in Ansetzrichtung geführt werden.
[0043] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Führungselement auf einer parallel zur Ansetzrichtung
angeordneten Führungsachse verfahrbar gelagert ist. Durch Bewegung entlang der Führungsachse
kann das Führungselement parallel zur Ansetzrichtung translatorisch bewegt werden.
[0044] Bevorzugt ist das Führungselement schwenkbeweglich gegenüber der Treibladungsaufnahme
angeordnet, so dass das Führungselement zum Einbringen von Treibladungen in die Treibladungsaufnahme
gegenüber der Treibladungsaufnahme verschwenkt werden kann.
[0045] In diesem Zusammenhang hat es sich als konstruktiv vorteilhaft erwiesen, wenn das
Führungselement um die Führungsachse schwenkbar gelagert ist. Der Führungsachse kommt
somit eine Doppelfunktion zu, da die Führungsachse als Führung für die Bewegung in
Richtung der Ansetzrichtung und zugleich als Lager für die Schwenkbewegung des Führungselements
gegenüber der Treibladungsaufnahme dient.
[0046] Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung, bei welcher das Führungselement entgegen
der Kraft einer Feder schwenkbar ist, so dass das Führungselement durch die Feder
stets in Richtung der in der Treibladungsaufnahme aufgenommenen Treibladungen vorgespannt
ist.
[0047] Gemäß einer konstruktiven Ausgestaltung kann das Führungselement schalenförmig ausgebildet
und an den Radius der Treibladungen derart angepasst sein, dass sich eine flächige
Anlage und damit gute Führung ergibt.
[0048] Sämtliche der vorstehend im Zusammenhang mit der Vorrichtung mit einem Hubtisch beschriebenen
Merkmale können allein oder in Kombination auch bei dem Treibladungsansetzer Anwendung
finden.
[0049] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Vorrichtung und des Treibladungsansetzers sollen
im Folgenden anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher
beschrieben werden. Darin zeigen:
- Fig. 1
- einen Treibladungsansetzer in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 2
- eine Waffe mit einem Treibladungsansetzer gemäß Fig. 1 in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 3
- eine der Darstellung in Fig. 2 entsprechende Ansicht von der anderen Seite her betrachtet,
- Fig. 4-8
- die Waffe gemäß Fig. 2 in perspektivischen Detailansichten zur Veranschaulichung des
Ansetzvorgangs,
- Fig. 9
- den Treibladungsansetzer gemäß Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht, in welcher
sich die Treibladungen in deren angesetzter Stellung im Ladungsraum der Waffe befinden,
- Fig. 10
- eine perspektivische Detailansicht des Treibladungsansetzers gemäß der Darstellung
in Fig. 9,
- Fig. 11
- den Zuführschieber des Treibladungsansetzers mit aufgestelltem Rückhalter in perspektivischer
Ansicht,
- Fig. 12
- eine der Darstellung in Fig. 11 entsprechende Ansicht von der anderen Seite her betrachtet,
- Fig. 13
- das Bewegungsmittel des Treibladungsansetzers in perspektiver Ansicht,
- Fig. 14a
- das Bewegungsmittel gemäß Fig. 13 in perspektiver Ansicht zur Veranschaulichung der
Vorgänge beim Lösen der Festlegung des ersten Scherenarms,
- Fig. 14b
- eine der Darstellung in Fig. 14a entsprechende perspektivische Ansicht aus einer anderen
Richtung betrachtet,
- Fig. 15a
- das Bewegungsmittel gemäß Fig. 13 in perspektiver Ansicht zur Veranschaulichung der
Verfahrbewegung des Hubtischs,
- Fig. 15b
- eine der Darstellung in Fig. 15a entsprechende perspektivische Ansicht aus einer anderen
Richtung betrachtet,
- Fig. 16-18
- einen Treibladungsansetzer in verschiedenen perspektivischen Ansichten, in welchen
sich die Treibladungsaufnahme in einer Stellung neben der Waffe befindet,
- Fig. 19-20
- einen Treibladungsansetzer in verschiedenen perspektivischen Ansichten, in welchen
sich die Treibladungsaufnahme hinter dem Waffenrohr befindet und
- Fig. 21-22
- einen Treibladungsansetzer in verschiedenen perspektivischen Ansichten zur Veranschaulichung
der Bewegung der Treibladungsaufnahme in Richtung der Ansetzrichtung.
[0050] In Fig. 2 und Fig. 3 ist eine als Artilleriegeschütz ausgebildete, großkalibrige
Waffe 1 mit einem nur abschnittsweise dargestellten Waffenrohr 101 gezeigt. Die Waffe
1 kann beispielsweise an einem militärischen Fahrzeug oder einer mobilen oder stationären
Waffenplattform angeordnet werden.
[0051] Um das Waffenrohr 101 in Azimut richten zu können, werden derartige Waffenrohre 101
in einer drehbaren Lafette, beispielsweise einem drehbaren Turm eines militärischen
Fahrzeugs, gelagert. Zum Richten des Waffenrohrs 101 in Elevation ist dieses um eine
Elevationsrichtachse E schwenkbar gelagert, welche sich entlang eines Schildzapfens
105 der Waffe 1 erstreckt.
[0052] Die Waffe 1 wird mit geteilter Munition betrieben, welche aus dem eigentlichen Geschoss
sowie getrennt von dem Geschoss bevorrateten Treibladungen 8 besteht. Das Geschoss
und die Treibladungen 8 werden getrennt voneinander in das Waffenrohr 101 der Waffe
eingebracht, so dass es möglich ist, die Treibladungsmenge in Abhängigkeit der Anzahl
der Treibladungen 8 situationsabhängig auszuwählen. Beim Ausführungsbeispiel werden
modulare Treibladungen 8 verwendet, welche eine zylindrische Form aufweisen und in
axialer Richtung zusammensteckbar sind.
[0053] Zum Ansetzen der Treibladungen 8 in das Waffenrohr 101, d.h. zum Einbringen der Treibladungen
8 in den Ladungsraum des Waffenrohrs 101, ist an der Waffe 1 ein Treibladungsansetzer
2 vorgesehen, welcher im Detail auch in Fig. 1 gezeigt ist.
[0054] Der Treibladungsansetzer 2 weist eine Treibladungsaufnahme 5 auf, welche nach Art
einer Treibladungsschale ausgebildet ist und zur Aufnahme mehrerer Treibladungen 8
dient. Aus der Treibladungsaufnahme 5 heraus können die Treibladungen 8 entlang der
Ansetzrichtung A in das Waffenrohr 101 eingebracht werden. Um die Treibladungen 8
unabhängig von der Elevationsrichtstellung des Waffenrohrs 101 ansetzen zu können,
weist der Treibladungsansetzer 2 eine Treibladungsaufnahme 5 auf, welche der Elevationsrichtstellung
des Waffenrohrs 101 nachgeführt wird.
[0055] Die Treibladungsaufnahme 5 ist hierzu mit einem Elevationsnachstellelement 3 verbunden.
Das Elevationsnachstellelement 3 ist nach Art eines Schwenkauslegers ausgebildet,
welcher am Schildzapfen 105 der Waffe 1 angelenkt ist. Das Elevationsnachstellelement
3 ist schwenkbar um die Elevationsrichtachse E der Waffe 1 gelagert. Daher kann die
Stellung der Treibladungsaufnahme 5 der Elevationsrichtstellung des Waffenrohrs 1
nachgeführt werden, so dass das Ansetzen von Treibladungen 8 unabhängig von der Richtstellung
des Waffenrohrs 101 möglich ist. Auch ist es möglich, gleichzeitig das Waffenrohr
101 zu richten und noch während der Richtbewegung die Treibladungen 8 anzusetzen,
wodurch sich sehr rasche Schussabgaben realisieren lassen.
[0056] Um die Treibladungen 8 beispielsweise aus einem Treibladungsmagazin eines Fahrzeugs
oder einer Waffenplattform in die Treibladungsaufnahme 5 einzubringen, kann die Treibladungsaufnahme
5 über das Elevationsnachstellelement 3 in eine Stellung verschwenkt werden, in welcher
die Treibladungsaufnahme 5 eine von der Richtstellung der Waffe 1 verschiedene Stellung
aufweist, was weiter unten noch näher erläutert werden soll.
[0057] Zum Verschwenken des Elevationsnachstellelements 3 weist der Treibladungsansetzer
2 einen Schwenkantrieb 300 auf, der ein über einen Antriebsmotor 302 teleskopierbares
Antriebselement 301 aufweist. Ein Ende des Antriebselements 301 ist mit dem Elevationsnachstellelement
3 und das gegenüberliegende Ende des Antriebselements 301 mit dem die Waffe 1 tragenden
Turm verbunden. Das Elevationsnachstellelement 3 kann über den Schwenkantrieb 300
unabhängig von dem Waffenrohr 101 angesteuert und verschwenkt werden.
[0058] Zum Einbringen der Treibladungen 8 in das Waffenrohr 101 ist an der Treibladungsaufnahme
5 ein axial verfahrbarer Zuführschieber 6 angeordnet. Durch Verfahren des Zuführschiebers
6 werden die Treibladungen 8 entlang der Ansetzrichtung A in Richtung des Ladungsraums
103 des Waffenrohrs 101 befördert, wobei die Bewegung der Treibladungen 8 über ein
Führungselement 7 geführt wird. Auf den Zuführschieber 8 und das Führungselement 7
wird noch näher einzugehen sein.
[0059] In Fig. 2 und 3 befindet sich die Treibladungsaufnahme 5 in einer Stellung im Bereich
neben der Waffe 1. Diese Stellung wird eingenommen, um Treibladungen 8 aus einem Magazin
aufzunehmen oder um den Bereich hinter dem Waffenrohr 101 für die Rücklaufbewegung
des Waffenrohrs 101 freizugeben. Aufgrund der bei der Schussabgabe auftretenden Abschussreaktionskräfte
ergibt sich nämlich eine erhebliche Rückstoßbewegung des Waffenrohrs 101 sowie des
im Bereich hinter dem Waffenrohr angeordneten Bodenstücks 102 der Waffe 1. Um Beschädigungen
des Treibladungsansetzers 2 vorzubeugen, wird die Treibladungsaufnahme 5 daher vor
der Schussabgabe in die Stellung gemäß Fig. 2 und 3 überführt.
[0060] Bevor auf weitere Einzelheiten des Treibladungsansetzers 2 eingegangen wird, sollen
nachfolgend anhand der Fig. 4-9 die Vorgänge beim Ansetzen der Treibladungen 8 in
den Ladungsraum 103 der Waffe 1 kurz umrissen werden.
[0061] Zunächst wird die Stellung der Treibladungsaufnahme 5 durch Verschwenken des Elevationsnachstellelements
3 an die Elevationsrichtstellung des Waffenrohrs 101 angepasst. Aus der in Fig. 4
gezeigten Stellung neben der Waffe 1 bzw. neben dem Waffenrohr 101 wird die Treibladungsaufnahme
5 anschließend in die in Fig. 5 dargestellte Stellung hinter dem Waffenrohr 101 verbracht.
Ausgehend von dieser Stellung wird die Treibladungsaufnahme 5 dann in Richtung der
Ansetzrichtung A der Treibladungen 8 verfahren. Wie in Fig. 6 und Fig. 7 zu erkennen
ist, wird die Treibladungsaufnahme 5 dabei durch eine Öffnung 104 des Bodenstücks
102 bis an den Ladungsraum der Waffe 1 herangeführt. In einem weiteren Schritt werden
die Treibladungen dann über den Zuführschieber 6 in den Ladungsraum befördert, vgl.
Fig. 8 und 9.
[0062] Um die Treibladungsaufnahme 5 auch in beengten Einbausituationen aus der Stellung
neben der Waffe 1 in die Stellung hinter dem Waffenrohr 101 und umgekehrt überführen
zu können, ist die Treibladungsaufnahme 5 quer zur Ansetzrichtung A gegenüber dem
Elevationsnachstellelement 3 translatorisch bewegbar angeordnet.
[0063] Die Treibladungsaufnahme 5 kann gradlinig auf direktem Wege von der Stellung hinter
dem Waffenrohr 101 in die Stellung neben der Waffe 1 und umgekehrt überführt werden.
Dies bietet insbesondere gegenüber solchen Lösungen, die ein Verschwenken der Treibladungsaufnahme
5 von der Stellung hinter dem Waffenrohr 101 in die Stellung neben dem Waffenrohr
101 vorsehen, einen Vorteil, da lediglich ein im Wesentlichen kubischer Freiraum für
die Bewegung der Treibladungsaufnahme 5 erforderlich ist.
[0064] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Treibladungsansetzer 2 erfolgt die translatorische
Bewegung der Treibladungsaufnahme 5 gegenüber dem Elevationsnachstellelement 3 über
ein an dem Elevationsnachstellelement 3 angebundenes Bewegungsmittel 4. Das Bewegungsmittel
4 ist derart an dem Elevationsnachstellelement 3 angebunden, dass die Treibladungsaufnahme
5 von der in Fig. 4 gezeigten Stellung neben der Waffe 1 linear in die in Fig. 5 gezeigte
Stellung überführbar ist, aus welcher die Treibladungen 8 in Ansetzrichtung A in das
Waffenrohr 101 eingebracht werden können.
[0065] Das Bewegungsmittel 4 weist als wesentliches Element einen Hubtisch 400 zur Erzeugung
einer Hubbewegung sowie einen Antrieb 410 zum Betätigen des Hubtischs 400 auf, was
nachfolgend anhand der Darstellungen in Fig. 4 bis Fig. 9 näher erläutert werden soll.
[0066] In der Stellung gemäß Fig. 4 befindet sich die Treibladungsaufnahme 5 des Treibladungsansetzers
2 zunächst in einer Stellung neben der Waffe 1. In dieser Stellung können die Treibladungen
8 von Hand oder über eine Bereitstellungsautomatik aus einem Treibladungsmagazin in
die Treibladungsaufnahme 5 eingelegt werden. Hierbei ist es nicht erforderlich, die
Treibladungsaufnahme 5 vollständig mit beim Ausführungsbeispiel insgesamt sechs Treibladungen
8 zu bestücken. Vielmehr können auch weniger Treibladungen 8 in die Treibladungsaufnahme
5 eingebracht werden.
[0067] Um das Einbringen der Treibladungen 8 in die Treibladungsaufnahme 5 zu erleichtern,
ist das Führungselement 7 schwenkbar an der Treibladungsaufnahme 5 angelenkt. Das
Führungselement 7 kann beim Bestücken der Treibladungsaufnahme 5 entgegen der Kraft
einer Feder 700 nach seitlich weggeschwenkt werden, um den erforderlichen Platz zum
Einlegen der Treibladungen 8 bereitzustellen. An dem Führungselement 7 ist eine Nase
701 vorgesehen, über welche das das Führungselement 7 verschwenkt werden kann. Die
Nase 701 kann z. B. mit einem in den Figuren nicht dargestellten Öffnungselement zusammenwirken.
[0068] Um die Treibladungsaufnahme 5 gemeinsam mit den Treibladungen 8 in eine Stellung
hinter dem Bodenstück 102 der Waffe 1 zu überführen, wird das Bewegungsmittel 4 betätigt.
Dabei wird der Hubtisch 400 des Bewegungsmittels 4 über den Antrieb 410 ausgefahren.
Die an der Hubseite des Hubtischs 400 angeordnete Treibladungsaufnahme 5 wird hierdurch
auf engem Raum in einer Bewegungsrichtung B translatorisch bewegt, welche senkrecht
zu der Ansetzrichtung A der Treibladungen 8 ausgerichtet ist.
[0069] Aus der in Fig. 5 gezeigten Stellung hinter dem Bodenstück 102 der Waffe 1 wird die
Treibladungsaufnahme 5 anschließend in Ansetzrichtung A auf das Bodenstück 102 zu
bewegt. Zur Bewegung der Treibladungsaufnahme 5 in Ansetzrichtung A wird das Bewegungsmittel
4 linear entlang des Elevationsnachstellelements 3 verfahren. Das Bewegungsmittel
4 bzw. der Hubtisch 400 wird als Einheit gemeinsam mit der an dieser angeordneten
Treibladungsaufnahme 5 in Ansetzrichtung A bewegt.
[0070] Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass der Antrieb 410 über noch näher zu
beschreibende Umschaltmittel mit dem Hubtisch 400 derart verbunden ist, dass der Hubtisch
400 über den Antrieb 410 sowohl betätigbar als auch linear, d. h. translatorisch,
bewegbar ist. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass zum Betätigen des Hubtischs 400
und zum Verfahren des Hubtischs 400 entlang des Elevationsnachstellelements 3 nur
ein Antrieb 410 erforderlich ist. Der Treibladungsansetzer 2 weist nur einen Antrieb
410 zu Bewegung der Treibladungsaufnahme 5 in Ansetzrichtung A und quer zur Ansetzrichtung
A auf, wodurch sich ein einfacher Aufbau ergibt.
[0071] Die Verbindung zwischen dem Antrieb 410 und dem Hubtisch 400 ist dabei derart ausgebildet,
dass der Hubtisch 400 quer zu dessen Hubrichtung B bewegbar ist. Der Hubtisch 400
kann als Einheit über den Antrieb 410 linear verfahren werden. Hierzu sind Umschaltmittel
vorgesehen, über welche der Hubtisch 400 mit dem Antrieb 410 verbunden ist. Die Umschaltmittel
zur Verbindung des Antriebs 410 mit dem Hubtisch 400 sind dabei derart ausgebildet,
dass der Hubtisch 400 entweder betätigbar oder bewegbar ist, worauf weiter unten noch
näher eingegangen werden soll.
[0072] In den Darstellungen gemäß Fig. 6 und 7 befindet sich die Treibladungsaufnahme 5
in einer Stellung, in welcher sie durch eine Öffnung 104 in dem Bodenstück 102 teilweise
in das Bodenstück 102 hineingefahren ist. In dieser Stellung ist die Treibladungsaufnahme
5 durch das Bodenstück 102 bis an das rückseitige Ende des Waffenrohrs 101 herangefahren,
so dass die Treibladungsaufnahme 5 unmittelbar an dem ladungsraumseitigen Ende des
Waffenrohrs 101 anliegt. Ausgehend von dieser Stellung können die Treibladungen 8
über den Zuführschieber 6 von der Treibladungsaufnahme 5 in den Ladungsraum 104 geschoben
werden.
[0073] Wie den Darstellungen in Fig. 6 und 7 weiter zu entnehmen ist, weist der Treibladungsansetzer
2 ein Führungselement 7 auf, über welches die Treibladungen 8 während ihrer Bewegung
in Ansetzrichtung A in der Treibladungsaufnahme 5 gehalten und geführt werden. Das
Führungselement 7 ist in Ansetzrichtung A relativbeweglich gegenüber der Treibladungsaufnahme
5 angeordnet, so dass es beim Einführen der Treibladungsaufnahme 5 in das Bodenstück
102 gegenüber der Treibladungsaufnahme 5 bewegt werden und somit außerhalb des Bodenstücks
102 verbleiben kann. Weitere Einzelheiten des Führungselements 7 werden noch näher
zu beschreiben sein.
[0074] Das Zuführen der Treibladungen 8 in deren angesetzte Stellung im Ladungsraum 103
des Waffenrohrs 101 erfolgt bei dem Treibladungsansetzer 2 über den in der Treibladungsaufnahme
5 axial geführten Zuführschieber 6, welcher aus der in Fig. 6 gezeigten Stellung am
hinteren Ende der Treibladungsaufnahme 5 in die in Fig. 8 und 9 dargestellte Stellung
am vorderen, ladungsraumseitigen Ende der Treibladungsaufnahme 5 verfahrbar ist. Über
eine an dem Zuführschieber 6 vorgesehene Schubfläche werden die Treibladungen 8 entlang
der Treibladungsaufnahme 5 in Ansetzrichtung A in den Ladungsraum geschoben. Hierbei
werden die Treibladungen 8 derart beschleunigt, dass diese allein aufgrund ihrer Massenträgheit
ohne weitere Einwirkung des Zuführschiebers 6 über das ladungsraumseitige Ende der
Treibladungsaufnahme 5 hinaus in den Ladungsraum 103 des Waffenrohrs 101 verbracht
werden.
[0075] Um zu verhindern, dass die Treibladungen 8 aus deren angesetzter Stellung rückwärts
aus dem Waffenrohr 101 wieder herausrutschen, ist an dem Zuführschieber 6 ein beweglich
angeordneter Rückhalter 601 vorgesehen, über welchen die Treibladungen 8 in ihrer
angesetzten Stellung lagegesichert werden können.
[0076] Wie in Fig. 10 gezeigt, ist der Rückhalter 601 um eine Schwenkachse R schwenkbeweglich
an dem Zuführschieber 6 angelenkt. Die Schwenkachse R befindet sich am oberen Ende
des Zuführschiebers 6. In der eingeklappten Zuführstellung, welche in Fig. 1 dargestellt
ist, ist der Rückhalter 601 im Wesentlichen senkrecht zu der Ansetzrichtung A ausgerichtet.
Der Rückhalter 601 ist insgesamt gabelartig ausgebildet und weist zwei Zinken 608,
609 auf. Die Zinken 608, 609 sind in der Zuführstellung derart angeordnet, dass sie
eine Vergrößerung der Schubfläche des Zuführschiebers 6 bilden. Die Vergrößerung kommt
dadurch zustande, dass sich die Zinken 608, 609 in der Zuführstellung im Bereich neben
der Schubfläche des Zuführschiebers 6 befinden.
[0077] Der Rückhalter 601 kann von der eingeklappten Zuführstellung in die in Fig. 10 gezeigte
aufgestellte Rückhaltestellung überführt werden. Der Schwenkwinkel zwischen der Zuführstellung
und der Rückhaltestellung des Rückhalters 601 beträgt mehr als 90°. Dies bringt den
Vorteil mit sich, dass die an dem Rückhalter 601 anliegende Treibladung 8 den Rückhalter
601 aus der Rückhaltestellung nicht zurück in Richtung dessen Zuführstellung schwenken
kann. Es wird verhindert, dass die Treibladung 8 den Rückhalter 601 einklappt.
[0078] Um die Treibladungen 8 in deren angesetzter Stellung im Ladungsraum 103 der Waffe
1 zu halten, ist der Rückhalter 601 ferner derart ausgebildet, dass er in der Rückhaltestellung
nach vorn über die Treibladungsaufnahme 5 übersteht, vgl. Fig. 9 und 10. Es ist daher
nicht erforderlich, den Zuführschieber 6 über das ladungsraumseitige Ende der Treibladungsaufnahme
5 hinaus zu bewegen, um die Treibladungen 8 in dem Waffenrohr 101 zu halten.
[0079] Zum Aufstellen des Rückhalters 601 ist an dem Zuführschieber 6 eine Aufstellvorrichtung
vorgesehen, über welche die Bewegung des Zuführschiebers 6 in Ansetzrichtung A in
eine Aufstellbewegung des Rückhalters 601 überführt werden kann. Diese Aufstellvorrichtung
soll nachfolgend vor allem unter Bezugnahme auf die Fign.10-12 näher erläutert werden.
[0080] Der Zuführschieber 6 ist in einer Führung 503 der Treibladungsaufnahme 5 entlang
der Ansetzrichtung A geführt und über eine Gewindespindel 507 bewegbar. Hierzu weist
der Zuführschieber 6 einen nach Art einer Spindelmutter ausgebildeten Führungsschlitten
606 auf, welcher auf der Gewindespindel 507 aufsitzt. Die Gewindespindel 507 ist mit
einem Antrieb 509 gekoppelt, vgl. Fig. 11 und 12. Der Antrieb 509 ist fest mit der
Treibladungsaufnahme 5 verbunden.
[0081] An der Treibladungsaufnahme 5 ist ferner ein Auslöseelement 504 angeordnet, über
welches die Aufstellbewegung des Rückhalters 601 ausgelöst werden kann. Das Auslöseelement
504 ist nach Art einer Rolle ausgebildet, über welche ein als Seil ausgebildetes und
an dem Rückhalter 601 angebundenes Koppelelement 602 bei der Bewegung des Zuführschiebers
6 in Ansetzrichtung A eingefangen werden kann. Das Koppelelement 602 ist derart an
dem Rückhalter 601 angebunden, dass der Rückhalter 601 durch Zug an dem Koppelelement
602 entgegen der Kraft einer Feder 603 aufgestellt werden kann. Wie Fig. 10 zu entnehmen
ist, ist das Koppelelement 602 an einem Anbindungspunkt 605 an dem Rückhalter 601
fixiert und verläuft über eine Umlenkrolle 604 bis zu einem weiteren Anbindungspunkt
607 an dem Führungsschlitten 606 des Zuführschiebers 6, vgl. Fig. 12.
[0082] Das Auslöseelement 504 ist derart an der Treibladungsaufnahme 5 angeordnet, dass
es in das Seil 602 eingreifen kann, sobald das mit dem Zuführschieber 6 bewegte Seil
602 in den Bereich des Auslöseelements 504 verfahren wird. Das Auslöseelement 504
fängt das Seil 602 wie in Fig. 11 und 12 dargestellt ein, zieht aufgrund der Relativbewegung
an dem Seil 602 und stellt somit den Rückhalter 601 auf. Damit der Aufstellvorgang
des Rückhalters 601 am Ende des durch die Zuführbewegung des Zuführschiebers 6 beschriebenen
Zuführwegs, also im Bereich des ladungsraumseitigen Endes der Treibladungsaufnahme
5, erfolgt, ist das Auslöseelement 502 im Endbereich des Zuführwegs angeordnet.
[0083] Ferner ist ein Überlastschutz für das Auslöseelement 504 vorgesehen. Wie der Darstellung
in Fig. 12 zu entnehmen, ist das Auslöseelement 504 an der Treibladungsaufnahme 5
nicht starr, sondern entgegen der Kraft einer Feder 506 beweglich, an der Treibladungsaufnahme
5 angeordnet. Das Auslöseelement 504 ist hierzu an einem Träger 505 angeordnet, welcher
in Ansetzrichtung bewegbar in der Treibladungsaufnahme 5 geführt ist. Das Auslöseelement
504 ist gemeinsam mit dem Träger 505 in Ansetzrichtung A entgegen der Kraft einer
Feder 506 bewegbar, welche als Zugfeder ausgebildet ist. Hierdurch wird die Kraft
auf das Auslöseelement 504 bzw. die von diesem auf das Seil 602 aufgebrachte Kraft
begrenzt.
[0084] Um den Rückhalter 601 von der aufgestellten Rückhaltestellung zurück in die Zuführstellung
zu überführen, ist der Rückhalter 601 in Richtung der eingeklappten Zuführstellung
vorgespannt. Die Vorspannung erfolgt über eine Feder 603, welche nach Art einer Drehfeder
ausgebildet ist und koaxial zu der Schwenkachse R des Rückhalters 601 angeordnet ist.
Aufgrund der Vorspannung ist es nicht erforderlich, einen Antrieb zu Bewegung des
Rückhalters 601 von dessen Rückhaltestellung in dessen Zuführstellung vorzusehen.
[0085] Im Folgenden sollen anhand der Darstellungen in den Fig. 13 bis 15 weitere Einzelheiten
des Bewegungsmittels 4 sowie der an dem Bewegungsmittel 4 vorgesehenen Umschaltmittel
421, 422 zur Kopplung des Hubtischs 400 mit dem Antrieb 410 beschrieben werden.
[0086] Wie die Darstellung in Fig. 13 zeigt, ist der Hubtisch 400 als Scherentisch ausgebildet.
Der Hubtisch 400 weist zwei Scherenarme 401, 402 auf, die schwenkbeweglich miteinander
verbunden sind und sich zwischen einer Antriebsseite und einer Hubseite des Hubtischs
400 erstrecken. Die Hubseite des Hubtischs 400 ist mit der Treibladungsaufnahme 5
gekoppelt, so dass die Treibladungsaufnahme 5 gegenüber der mit dem Elevationsnachstellelement
3 verbundenen Antriebsseite des Hubtischs linear bewegt werden kann. Die hubseitigen
Enden der Scherenarme 401 und 402 sind in der Treibladungsaufnahme 5 jeweils in einem
Gleitlager 403, 404 schwenkbar gelagert. Die Gleitlager 403, 404 sind in der Treibladungsaufnahme
5 linearbeweglich angeordnet, so dass sich der Abstand der hubseitigen Enden der Scherenarme
401, 402 bei der Betätigung des Hubtischs 400 verändern kann.
[0087] Die Scherenarme 401, 402 sind nach Art doppelter Scherenarme ausgebildet, welche
jeweils zwei parallel angeordnete, über mehrere Achsen 423, 424 miteinander verbundene
Schenkel aufweisen. Die beiden Schenkel des zweiten Scherenarms 402 sind über ein
Blech 405 verbunden.
[0088] Auf der Seite des Elevationsnachstellelements 3 befindet sich die Antriebsseite des
Hubtischs 400. Die antriebsseitigen Enden der Scherenarme 401 und 402 sind mit im
Folgenden näher zu beschreibenden Umschaltmitteln 421, 422 gekoppelt, vgl Fig. 13.
[0089] Das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms 401 ist schwenkbar um eine Achse
423 gelagert. Die Achse 423 ist über eine gabelartige Strebe 409 mit einem Führungselement
425 verbunden, welches in dem Elevationsnachstellelement 3 linear geführt ist. An
dem Führungselement 425 ist ein als Bolzen 426 ausgebildetes Rastelement vorgesehen,
in welches in der in Fig. 13 gezeigten Stellung ein Formschlusselement 421 verrastend
eingreift. Das Formschlusselement 421 ist nach Art einer Klaue ausgebildet, welche
den Bolzen 426 umgreift. Das Formschlusselement 421 ist schwenkbar in einem Lager
308 gelagert, welches fest mit dem Elevationsnachstellelement 3 verbunden ist. Über
das Formschlusselement 421 kann das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms 401
translatorisch festgelegt gegenüber dem Elevationsnachstellelement 3 werden.
[0090] Das antriebsseitige Ende des zweiten Scherenarms 402 ist translatorisch verfahrbar
ausgebildet. Hierzu ist der Scherenarm 402 über eine Achse 424 mit einer Spindelmutter
412 verbunden, welche auf einer Gewindespindel 411 aufsitzt. Die Gewindespindel 411
ist mit dem Antrieb 410 gekoppelt. Durch Bewegung des antriebsseitigen Endes des zweiten
Scherenarms 402 in Richtung des antriebsseitigen Endes des ersten Scherenarms 401
kann der Hubtisch 400 betätigt bzw. die Schere aufgespannt werden. Das Ende des zweiten
Scherenarms 402 wird entgegen der Ansetzrichtung A bewegt. Hierbei wird der Hubtisch
aus der in Fig. 13 gezeigten Stellung in eine Stellung gemäß Fig. 14a überführt, in
welcher die Hubseite des Hubtischs 400 von dem Elevationsnachstellelement 3 entfernt
angeordnet ist. Die antriebsseitigen Enden der Scherenarme 401, 402 befinden sich
in dieser Stellung beide im Bereich einer Stirnseite 304 des Elevationsnachstellelements
3. Eine der seitlichen Darstellung in Fig. 14a entsprechende Aufsicht auf die Stirnseite
304 zeigt Fig. 14b.
[0091] Wie nachfolgend im Einzelnen beschrieben werden soll, kann die Festlegung des antriebsseitigen
Endes des ersten Scherenarms 401 gelöst werden, um den Hubtisch 400 als Ganzes bewegen
zu können.
[0092] Hierzu wird die Festlegung des ersten Scherenarms 401 durch das erste Formschlusselement
421 über das zweite Formschlusselement 422 gelöst. Das zweite Formschlusselement 422
ist über eine Feder 428 in eine nach unten verschwenkte Stellung vorgespannt. Infolge
der Bewegung des antriebsseitigen Endes des zweiten Scherenarms 402 in Richtung des
antriebsseitigen Endes des ersten Scherenarms 401 gelangt das zweite Formschlusselement
422 in Kontakt mit dem ersten Formschlusselement 421. Das erste Formschlusselement
412 weist eine schräg angeordnete Steuerfläche 429 auf, welche in Berührung mit einem
Bügel 432 des zweiten Formschlusselements tritt. Hierbei wird das Formschlusselement
421 derart aufgestellt, dass es von dem Bolzen 426 des Führungselements 425 abgehoben
wird. Die Verrastung des ersten Formschlusselements 421 mit dem Bolzen 426 wird gelöst.
Der erste Scherenarm 421 wird somit zur translatorischen Bewegung freigegeben.
[0093] Im selben Zug wird das Ende des ersten Scherenarms 401 gegenüber dem Ende des zweiten
Scherenarms 402 fixiert. Das zweite Formschlusselement 422 weist eine Führungsfläche
430 auf, welche bei der Bewegung des zweiten Formschlusselements 422 in Richtung des
ersten Formschlusselements 421 über den Bolzen 426 gleitet. Infolgedessen wird das
zweite Formschlusselement 422 nach oben verschwenkt und verrastet mit dem Bolzen 426.
Die Enden der Scherenarme 401, 402 sind gegeneinander festgelegt und können mit definiertem
Abstand zueinander translatorisch bewegt werden.
[0094] Sobald die Enden der beiden Scherenarme 401, 402 über die Umschaltmittel 421, 422
miteinander gekoppelt sind, wird die Antriebsrichtung des Antriebs 410 umgekehrt.
Der Hubtisch 400 wird über den Antrieb 410 in Ansetzrichtung A bewegt. Die Bewegung
der Enden der Scherenarme 401, 402 ist dabei antriebsseitig über die Gewindespindel
411 geführt. Der Hubtisch 400 wird von der in Fig. 14a gezeigten Stellung in eine
Stellung Fig. 15a gezogen. Die Fig. 15b zeigt eine der Fig. 15a entsprechende Ansicht
auf die Stirnseite 304 des Elevationsnachstellelements 3. Es ist zu erkennen, dass
das Formschlusselement 422 im Eingriff mit dem Bolzen 426 des Führungselements 425
steht. Das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms 401 wird somit über das zweite
Formschlusselement 422 in Richtung des Antriebs 410 bewegt.
[0095] Das gelöste erste Formschlusselement 421 ist über eine Feder 427 derart vorgespannt,
dass es in eine nach unten verschwenkte Stellung gedrückt wird, vgl. Fig. 15a. Um
das erste Formschlusselement 421 wieder mit dem Bolzen 426 des Führungselements 425
zu verrasten, ist es erforderlich, die Antriebsrichtung des Antriebs 410 nochmals
umzukehren und den Hubtisch 400 somit in Richtung des ersten Formschlusselements 421
zu bewegen.
[0096] Beim Zurückfahren des Hubtischs 400 entgegen der Ansetzrichtung A wird das zweite
Formschlusselement 422 mit seiner Steuerfläche 430 über den Bügel 431 des ersten Formschlusselements
421 geführt, wodurch das zweite Formschlusselement 422 nach oben verschwenkt wird
und somit die Verrastung des zweiten Formschlusselements 422 mit dem Bolzen 426 gelöst
wird. Gleichzeitig wird das erste Formschlusselement 421 über seine Steuerfläche 429
über den Bolzen 426 geführt und nach oben verschwenkt. Das Formschlusselement 421
verrastet mit dem Bolzen 426 und legt das antriebsseitige Ende des ersten Scherenarms
421 an dem Elevationsnachstellelement 3 fest.
[0097] Wie bereits vorstehend beschrieben, ist die Treibladungsaufnahme 5 in der Ansetzrichtung
A bewegbar an dem Elevationsnachstellelement 3 angeordnet. Um die Relativgeschwindigkeit
der Treibladungsaufnahme 5 in Ansetzrichtung A gegenüber dem Elevationsnachstellelement
3 zu vergrößern, sind bei dem Treibladungsansetzer 2 Mittel zur Vergrößerung der Relativgeschwindigkeit
vorgesehen, welche nachfolgend im Einzelnen beschrieben werden sollen.
[0098] Die Vergrößerung der Relativgeschwindigkeit erfolgt bei dem Treibladungsansetzer
2 gemäß dem Ausführungsbeispiel über zwischen dem Elevationsnachstellelement 3 und
der Treibladungsaufnahme 5 angeordnete Seile 451 und 452, welche im Detail in den
Fig. 19 und 20 dargestellt sind. Das erste Seil 451 dient der Beschleunigung der Treibladungsaufnahme
5 in Ansetzrichtung A. Das zweite Seil 452 ist vorgesehen, um die Geschwindigkeit
der Treibladungsaufnahme 5 entgegen der Ansetzrichtung A zu vergrößern.
[0099] Wie der Darstellung in Fig. 19 zu entnehmen, ist das erste Seil 451 an einem Anbindungspunkt
501 an der Treibladungsaufnahme 5 angebunden. Das Seil 451 verläuft über eine Umlenkrolle
457 an dem Gleitlager 404 des zweiten Scherenarms 402 in der Treibladungsaufnahme
5 über eine Umlenkrolle 455 im Bereich der Schwenkachse der Scherenarme 401 und 402
zu einer weiteren Umlenkrolle 453 im Bereich des Endes des ersten Scherenarms 401,
vgl. Fig. 15b. Ausgehend von der Umlenkrolle 453 verläuft das Seil 451 parallel zu
der Gewindespindel 411 des Bewegungsmittels 4 zu einem Anbindungspunkt 305 im Bereich
der Stirnseite 304 des Elevationsnachstellelements 3. Über das Seil 451 kann eine
Geschwindigkeitsverdoppelung der Treibladungsaufnahme 5 gegenüber dem Elevationsnachstellelement
3 bei der Bewegung des Hubtischs 400 in Ansetzrichtung erfolgen.
[0100] Das zweite Seil 452 ist an der Treibladungsaufnahme 5 an einem Anbindungspunkt 502
angebunden, vgl. Fig. 20. Das Seil 452 verläuft ausgehend von dem Anbindungspunkt
502 über eine Umlenkrolle im Bereich des Gleitlagers 404 des zweiten Scherenarms 402
über eine Umlenkrolle 456 im Bereich der Schwenkachse der Schwenkarme 401 und 402
zu einer Umlenkrolle 454 im Bereich des Endes des ersten Scherenarms 401, vgl. Fig.
15b. Ausgehend von der Umlenkrolle 454 verläuft das Seil 452 ferner parallel zu der
Antriebsspindel 411 in Richtung des Antriebs 410. Der Anbindungspunkt des zweiten
Seils 452 liegt im Bereich des Antriebs 410 an dem Elevationsnachstellelement 3 und
ist in den Figuren verdeckt. Anhand des zweiten Seils 452 kann die Geschwindigkeit
der Treibladungsaufnahme 5 gegenüber dem Elevationsnachstellelement 3 bei der Bewegung
entgegen der Ansetzrichtung A verdoppelt werden.
[0101] Abschließend soll näher auf das Führungselement 7 eingegangen werden, welches an
der Treibladungsaufnahme 5 angeordnet ist. Hierbei wird auf die Darstellungen in Fig.
16-22 Bezug genommen.
[0102] Wie den Darstellungen in Fig. 16-18 zu entnehmen ist, ist das Führungselement 7 insgesamt
schalenförmig ausgebildet. Das Führungselement 7 weist eine Führungsfläche 702 auf,
welche parallel zu der Ansetzrichtung A verläuft. Die Treibladungen können entlang
der Führungsfläche 702 geführt in Richtung des Waffenrohrs 101 bewegt werden.
[0103] Zudem können die in der Treibladungsaufnahme 5 aufgenommenen Treibladungen 8 bei
der Bewegung der Treibladungsaufnahme 5 von einer Stellung neben der Waffe 1 in eine
Stellung hinter die Waffe 1 über das Führungselement 7 lagegesichert werden.
[0104] Wie bei Vergleich der Darstellungen in Fig. 19, 20 und Fig. 21, 22 zu erkennen ist,
ist das Führungselement 7 auf einer parallel zur Ansetzrichtung A angeordneten Führungsachse
F verfahrbar gelagert, so dass das Führungselement 7 beim Verfahren der Treibladungsaufnahme
5 in Richtung des Ladungsraums 103 gegenüber der Treibladungsaufnahme 5 nach hinten
verschoben wird.
[0105] Zudem ist das Führungselement 7 um diese Führungsachse F schwenkbar an der Treibladungsaufnahme
5 angeordnet. Das Führungselement 7 kann gegenüber der Treibladungsaufnahme 5 verschwenkt
werden, um Treibladungen 8 in die Treibladungsaufnahme 5 einzubringen. Das Führungselement
7 ist über eine Feder 700 vorgespannt, so dass das Führungselement 7 auf die in der
Treibladungsaufnahme 5 aufgenommenen Treibladungen 8 aufgedrückt wird. Hierdurch ergibt
sich eine verbesserte Führung der Treibladungen 8 beim Ansetzvorgang.
[0106] Bei der vorstehend beschriebenen Vorrichtung 4 mit einem Hubtisch 400 zur Erzeugung
einer Hubbewegung und einem Antrieb 410 zum Betätigen des Hubtischs 400 sowie dem
Treibladungsansetzer 2 mit einer derartigen Vorrichtung 4 ist der Antrieb 410 über
Umschaltmittel mit dem Hubtisch 400 derart verbunden, dass der Hubtisch 400 über den
Antrieb 410 sowohl betätigbar als auch linear bewegbar ist. Aufgrund der Verbindung
des Antriebs 410 mit dem Hubtisch 400 über die Umschaltmittel können mit dem Antrieb
410 zwei voneinander unabhängige Bewegungen ausgeführt werden. Der Antrieb 410 kann
den Hubtisch 400 betätigen und auf diese Weise eine Bewegung in Hubrichtung B erzeugen.
Durch Betätigen der Umschaltmittel kann der Hubtisch 400 über den Antrieb 410 auch
linear bewegt werden, wodurch sich eine zweite Bewegungsrichtung ergibt, ohne dass
hierzu ein separater Antrieb erforderlich wäre. Aufgrund der mechanisch arbeitenden
Umschaltmittel ergibt sich ein einfacher Aufbau mit geringem Ausfallrisiko.
Bezugszeichen:
[0107]
- 1
- Waffe
- 2
- Treibladungsansetzer
- 3
- Elevationsnachstellelement
- 4
- Bewegungsmittel
- 5
- Treibladungsaufnahme
- 6
- Zuführschieber
- 7
- Führungselement
- 8
- Treibladung
- 101
- Waffenrohr
- 102
- Bodenstück
- 103
- Ladungsraum
- 104
- Öffnung
- 105
- Schildzapfen
- 300
- Schwenkantrieb
- 301
- Antriebselement
- 302
- Antriebsmotor
- 304
- Stirnseite
- 305
- Anbindungspunkt
- 307
- Anbindungspunkt
- 308
- Lager
- 400
- Hubtisch
- 401
- Scherenarm
- 402
- Scherenarm
- 403
- Gleitlager
- 404
- Gleitlager
- 405
- Blech
- 409
- Strebe
- 410
- Antrieb
- 411
- Gewindespindel
- 412
- Spindelmutter
- 421
- Formschlusselement
- 422
- Formschlusselement
- 423
- Achse
- 424
- Achse
- 425
- Führungselement
- 426
- Bolzen
- 427
- Feder
- 428
- Feder
- 429
- Steuerfläche
- 430
- Steuerfläche
- 431
- Bügel
- 432
- Bügel
- 451
- Seil
- 452
- Seil
- 453
- Umlenkrolle
- 454
- Umlenkrolle
- 455
- Umlenkrolle
- 456
- Umlenkrolle
- 457
- Umlenkrolle
- 458
- Umlenkrolle
- 501
- Anbindungspunkt
- 502
- Anbindungspunkt
- 503
- Führung
- 504
- Auslöseelement
- 505
- Träger
- 506
- Feder
- 507
- Spindel
- 509
- Antrieb
- 601
- Rückhalter
- 602
- Seil
- 603
- Feder
- 604
- Umlenkrolle
- 605
- Anbindungspunkt
- 606
- Führungsschlitten
- 607
- Anbindungspunkt
- 608
- Zinke
- 609
- Zinke
- 700
- Feder
- 701
- Nase
- A
- Ansetzrichtung
- B
- Bewegungsrichtung
- E
- Elevationsrichtachse
- F
- Führungsachse
- R
- Schwenkachse