| (19) |
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(11) |
EP 2 900 394 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.09.2016 Patentblatt 2016/39 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.08.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2013/067917 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/048670 (03.04.2014 Gazette 2014/14) |
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| (54) |
DEOXIDATION VON SCHRÄGGEWALZTEN HOHLBLÖCKEN
DEOXIDATION OF CROSS-ROLLED HOLLOW BLOCKS
DÉSOXYDATION DE LINGOTS CREUX PRODUITS PAR LAMINAGE OBLIQUE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
26.09.2012 DE 102012019025
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.08.2015 Patentblatt 2015/32 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS group GmbH |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- THIEVEN, Peter
52064 Aachen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Grosse, Wolf-Dietrich Rüdiger |
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Patentanwälte
Hemmerich & Kollegen
Hammerstrasse 3 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1-102010 049 645 JP-A- S5 933 011
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DE-A1-102011 012 761
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Rohres oder Rohrvorproduktes
aus einem Vollkörper mittels eines Walzwerks, umfassend mindestens eine von außen
an den Vollkörper oder das Rohrvorprodukt angreifende Walze, insbesondere Schrägwalze,
sowie eine einen Lochstopfen tragende und von innen in das Rohr oder Rohrvorprodukt
eingreifende Dornstange. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Walzwerk zur Durchführung
eines solchen Verfahrens.
2. Stand der Technik
[0002] Die Herstellung von Hohlblöcken wie Rohren oder Rohrvorprodukten aus metallischen
Vollkörpern erfolgt seit Jahrzehnten mittels des dem Fachmann hinlänglich bekannten
Lochdornprozesses, bei dem ein Lochstopfen von einer Dornstange getragen wird und
in einem Warmumformprozess einen metallischen Vollkörper kontinuierlich zu einem Hohlblock
umformt. Das Werkstück wird bei diesem Umformprozess üblicherweise zwischen zwei von
außen angreifenden Schrägwalzen gehalten, über die eine Drehbewegung auf das Werkstück
aufgebracht wird. Die Wanddicke des Hohlkörpers wird dabei üblicherweise vom Abstand
zwischen dem Lochstopfen und der oder den Außenwalzen bestimmt.
[0003] Bei diesem Warmumformprozess entsteht aufgrund der sich bei der Umformung bildenden
Oberflächen und des Kontakts mit der Luftatmosphäre Walzzunder, der sowohl den Umformprozess
selbst stören als auch die Oberflächenqualität des Rohres oder Rohrvorprodukts verringern
kann.
[0004] Daher wird einerseits versucht, die Menge an gebildetem Zunder auf ein Minimum zu
begrenzen, und andererseits den dennoch gebildeten Walzzunder vor den nächsten Fertigungsprozessstufen
wieder zu entfernen. Ein Ansatz zur Entfernung des Walzzunders ist beispielsweise
die Anwendung fluidierter Deoxidationsmittel und das Einblasen von Inertgasen zumindest
zum Schutz der Hohlblockinnenoberflächen des hergestellten Rohres oder Rohrvorprodukts.
Derartige Verfahren sind beispielsweise in der
DE 1427828, der
DE 3405771, der
CH 655516 sowie der
WO 2011/083101 beschrieben.
[0005] Das Einblasen des Deoxidationsmittels erfolgt dabei in einer besonderen Deoxidationsstation
nach dem Lochwalzvorgang durch Ankopplung einer Einblasvorrichtung auf der einen Seite
und gegebenenfalls einer Absaugvorrichtung auf der anderen Seite des Hohlblocks. Eine
Alternative hierzu wird in der
WO 2011/154133 und der
DE 1427828 angeregt, bei denen bei oder unmittelbar nach dem Lochen Inertgas oder Deoxidationsmittel
durch Bohrungen in der Trägerstange des Lochstopfens oder durch Bohrungen im Lochstopfen
selbst in den Hohlblock eingeblasen werden.
[0006] Auch wenn dieser Verfahrensweg bislang noch nicht hinlänglich erprobt wurde, ist
jedoch eine Vielzahl von Problemen sowohl anlagenseitig als auch bei der Prozessführung
zu erwarten.
[0007] Das Einblasen des Deoxidationsmittels in einer eigenen Deoxidationsstation benötigt
große Mengen an Inertgas, um zuerst den zwischenzeitlich gebildeten losen Innenzunder
auszublasen und dann die eingedrungene Umgebungsluft aus dem Hohlblock zu drücken
sowie danach Überschussmengen an Deoxidationsmittel auszudrücken, da diese sich bevorzugt
auf der ersten Hälfte des Hohlblocks absetzen. Es besteht somit das Problem, dass
eine unnötig große Menge an Deoxidationsmittel verwendet werden muss, um die gesamte
Hohlblocklänge zu erreichen. Überschüssiges Deoxidationsmittel wird teils in der Walzwerksanlage
ausgeworfen, teils verbrennt es unter heftiger Flammenentwicklung.
[0008] Diejenigen Verfahren, bei denen während oder kurz nach Ende der Lochung der Deoxidationsmittel
durch die Trägerstange eingeblasen werden sollen, erfordern eine aufwendige Konstruktion
des Widerlagers beim Schrägwalzen, der Trägerstange des Lochstopfens oder des Lochstopfens
selbst. Weiterhin besteht die Gefahr der Verstopfung der Zuführungsleitung und der
Auslasskanäle durch die zum Verklumpen neigenden, in der Regel starkhygroskopischen,
Deoxidationsmittel, insbesondere auch aufgrund des Umstands, dass die Lochstopfen
und die Trägerstangen von außen und/oder innen wassergekühlt werden.
3. Aufgabe der Erfindung
[0009] Es war daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur
Verfügung zu stellen, mittels derer die Verbesserung der Einftragung und der Gleichmäßigkeit
der Auftragung des Deoxidationsmittels auf der Innenrohrfläche erreichbar sind. Darüber
hinaus bestand die Aufgabe der Erfindung darin, die Verwendung der Menge an Deoxidationsmittel
auf das erforderliche Minimum zu beschränken.
[0010] Diese Aufgabe wird im erfindungsgemäßen Sinne mittels eines Verfahrens, umfassend
die Merkmale des Anspruchs 1, sowie mittels eines Walzwerks, umfassend die Merkmale
des Anspruchs 9, gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Erfindung sind in den
abhängigen Ansprüchen definiert.
4. Zusammenfassung der Erfindung
[0011] Im erfindungsgemäßen Sinne wird unmittelbar nach dem vollständigen Lochen des Vollkörpers
mittels des Lochstopfens ein fluidiertes Deoxidationsmittel und/oder ein Inertgas
zu der der Walze zugewandten Seite des Rohres oder Rohrvorproduktes zugeführt und
beim Zurückziehen des Lochdorns durch das Rohr oder Rohrvorprodukt in das Innere des
Rohres oder Rohrvorprodukts eingeführt. Dies bedeutet, dass sobald der Lochstopfen
durch den Vollkörper vollständig hindurchgetreten ist und eine Öffnung des Hohlblocks,
Rohres oder Rohrvorprodukts durchgehend erhalten ist, zeitnah, insbesondere in einem
Zeitraum von 10 Sekunden nach dem Durchstoßen des Vollkörpers, vorzugsweise innerhalb
von 5 Sekunden, besonders bevorzugt innerhalb von einer Sekunde nach dem vollständigen
Lochen des Vollkörpers, Inertgas, Deoxidationsmittel oder eine Mischung hiervon zu
der der wenigstens einen Walze, insbesondere Schrägwalze, zugewandten Seite des Rohres
oder Rohrvorprodukts zugeführt wird und dann insbesondere durch Einwirkung des beim
Zurückziehen des Lochdorns durch das Rohr oder Rohrvorprodukt erzeugten Unterdrucks
in das Innere des Rohres oder Rohrvorprodukts eingebracht wird.
[0012] Im erfindungsgemäßen Sinne wird somit der durch das Zurückziehen des Lochdorns im
Hohlblock sich bildende Unterdruck zum Einsaugen von Inertgas und/oder eines durch
Trägergas fluidierten Deoxidationsmittels verwendet. Dabei wird das Deoxidationsmittel
und gegebenenfalls auch das Inertgas durch das freie, beidseitig angeordnete Ende
des Hohlblocks eingefördert.
[0013] Hierdurch wird nicht nur ermöglicht, dass der Kontakt der sich neu gebildeten Rohrinnenoberfläche
mit dem Luftsauerstoff auf das notwendige Minimum begrenzt, die Zufuhr von Deoxidationsmittel
und/oder Inertgas unter Einwirkung des beim Zurückziehen des Lochdorns erzeugten Unterdrucks
erzielt auch eine geringere Verbrauchsmenge von Deoxidationsmittel und/oder Inertgas
aufgrund einer sofortigen Bedeckung der Hohlblockinnenoberfläche nach dem Lochen und
eine Verwirbelung des Deoxidationsmittels und/oder Inertgases sowie eine Verteilung
im Hohlblock ohne die sonst üblicherweise erforderlichen Überschussmengen an Trägergas,
Inertgas und/oder Deoxidationsmittel.
[0014] Vorrichtungsseitig wird hierfür im erfindungsgemäßen Sinne eine Vorrichtung zum Zuführen
und Einführen von fluidiertem Deoxidationsmittel und/oder Inertgas zu der der wenigstens
einen der Walze zugewandten Seite des Rohres oder Rohrvorprodukts vorgesehen. Die
mit der Vorrichtung erzielbaren Effekte sind dieselben wie die oben bereits in Bezug
auf das Verfahren beschriebenen.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Zufuhr von fluidiertem
Deoxidationsmittel und/oder Inertgas bereits vor dem Zurückziehen des Lochdorns, so
dass sichergestellt ist, dass durch das Zurückziehen des Lochdorns keine Umgebungsluft,
sondern ausschließlich Inertgas, Deoxidationsmittel oder eine Mischung hieraus mittels
Unterdruck in das Hohlblockinnere eingeführt wird.
[0016] Besonders bevorzugt wird, wenn eine Prozesssteuerung das Zurückziehen des Lochdorns
und das Zuführen von fluidisiertem Deoxidationsmittel und/oder Inertgas gleichzeitig
startet, um hierdurch den Verbrauch an Inertgas und/oder Deoxidationsmittel auf das
erforderliche Minimum zu beschränken.
[0017] Ebenfalls wird bevorzugt, wenn das Einströmen von Luft in das Innere des Rohres oder
Rohrvorprodukts zumindest bis zum Beginn der Zufuhr von fluidiertem Deoxidationsmittel
und/oder Inertgas zumindest weitestgehend unterbunden wird. Dies kann beispielsweise
durch Einführen von Inertgas durch die der Walze, insbesondere Schrägwalze, abgewandte
Seite des Werkstücks bereits während des noch nicht abgeschlossenen Lochdornprozesses
erreicht werden.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Zufuhr von fluidiertem
Deoxidationsmittel und/oder Inertgas unter einem Überdruck von nicht mehr als einem
bar, vorzugsweise nicht mehr als 0,25 bar. Hierdurch wird lediglich die Zufuhr von
fluidiertem Deoxidationsmittel und/oder Inertgas vorteilhaft unterstützt, das Einführen
und die Verteilung von Deoxidationsmittel und/oder Inertgas innerhalb des Hohlblocks
wird jedoch weitestgehend von dem durch den Lochstopfen erzeugten Unterdruck bewirkt.
[0019] Da der Lochstopfen in der Regel nur etwas kleiner als der Innendurchmesser des Hohlblocks
ist, bildet sich beim Zurückziehen des Stopfens ein Unterdruck auf der dem Widerlager
abgewandten Seite des Lochstopfens, somit der der Walze zugewandten Seite des Lochstopfens.
Durch diesen Unterdruck wird die Sogwirkung ausgenutzt, um Inertgas und/oder fluidiertes
Deoxidationsmittel in den Hohlblock selbst einzuziehen. Weil hierbei die eingeblasenen
Medien nicht zuerst den Widerstand einer im Hohlblock vorliegenden Luftmasse überwinden
müssen und durch die Sogwirkung des Lochstopfens eine starke Verwirbelung erzeugt
wird, sind weniger Inertgas und/oder Deoxidationsmittel sowie eine gleichmäßigere
Verteilung des Letzteren im Hohlblock zu erwarten. Da außerdem das Einführen von Inertgas
und/oder Deoxidationsmittel bei stetiger Vergrößerung des innerhalb des Hohlblocks
zur Verfügung stehenden Raumes erfolgt, kommt es auch nicht zu dem in der Praxis gelegentlich
beobachteten Zurückschlagen des Medienstroms durch die schlagartige Ausdehnung der
gasförmigen Medien im Kontakt mit dem heißen Hohlblockinneren.
[0020] Es wird bevorzugt, wenn dem Deoxidationsmittel ein Trägergas beigemischt ist. Hierdurch
wird die Zufuhr und das Verteilen des Deoxidationsmittels zu dem Werkstück und innerhalb
des Hohlblocks besonders vorteilhaft unterstützt. Insbesondere kann durch das Trägergas
die Fluidierung des Deoxidationsmittels durch Vermischung mit einem gasförmigen Medium
erreicht werden.
[0021] Es wird zudem bevorzugt, wenn das Deoxidationsmittel pneumatisch zugeführt wird.
Hierdurch wird ein besonders einfaches und beherrschbares Verfahren angewendet, bei
dem die Zufuhr von Deoxidationsmittel mit besonders leicht und genau einstellbaren
Drücken und zuverlässig zu dem Werkstück gewährleistet ist.
[0022] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird wie eingangs bereits beschrieben ein
Walzwerk zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt
der Erfindung offenbart. Das Walzwerk umfasst mindestens eine von außen an den Vollkörper
oder das Rohrvorprodukt angreifende Walze, insbesondere Schrägwalze, sowie eine einen
Lochstopfen tragende und von innen in das Rohr oder Rohrvorprodukt eingreifende Dornstange.
Eine Vorrichtung zum Zuführen und Einführen von fluidisiertem Deoxidationsmittel und/oder
Inertgas ist vorgesehen, welche bevorzugt ein Mittel zum zumindest einseitigem Abdichten
des Rohres oder Rohrvorprodukts gegenüber der Umgebungsatmosphäre umfasst. Ein derartiges
Mittel kann beispielsweise in der Form eines Deckels, der die vom Lochstopfen erzeugte
durchgehende Öffnung vollständig abdeckt, erhalten werden.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind ein Speicher für
ein Inertgas sowie ein Speicher für ein Deoxidationsmittel sowie Ventile zum Steuern
der Zufuhr aus den jeweiligen Speichern zu dem Rohr oder Rohrvorprodukt vorgesehen.
[0024] Besonders bevorzugt wird in diesem Zusammenhang, wenn eine Prozesssteuereinheit zur
Steuerung der Zufuhr von Deoxidationsmittel und/oder Inertgas sowie zur Steuerung
des Lochstopfens vorgesehen ist. Durch diese Prozesssteuereinheit kann die Zufuhr
von Inertgas und/oder Deoxidationsmittel auf die Bewegung des Lochstopfens abgestimmt
werden, wodurch eine sichere Prozessführung mit optimierter Mengenzufuhr von Inertgas
und/oder Deoxidationsmittel abhängig von den Prozessgegebenheit erreichbar ist.
5. Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf drei Figuren näher erläutert.
In den Figuren zeigt
- Figur 1
- eine schematische Ansicht des Verfahrens zum Herstellen eines Rohres oder Rohrvorprodukts
aus einem Vollkörper mit einem Walzwerk gemäß dem Stand der Technik,
- Figur 2
- eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Walzwerks vor Beginn des erfindungsgemäßen
Verfahrens, und
- Figur 3
- eine schematische Ansicht auf ein erfindungsgemäßes Walzwerk bei Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
6. Detaillierte Beschreibung der Figuren
[0026]
Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht auf ein Walzwerk 1 zum Lochdornen eines Werkstücks
2 mittels einer einen Lochstopfen 3 tragenden Dornstange 4. Unter Einwirkung von zwei
außen anliegenden Schrägwalzen 5a, 5b wird das Werkstück 2 gedreht und gleichzeitig
in Richtung des Pfeils 6 befördert, um so kontinuierlich aus einem metallischen Vollblock
ein Rohr 2 oder Rohrvorprodukt mit einer durch den Lochstopfen 3 neu erzeugten Innenoberfläche
7 auszubilden.
Figur 2 zeigt eine schematische Ansicht auf ein Walzwerk 1 gemäß der Erfindung, bei
dem eine Vorrichtung 8 zur Zufuhr von Deoxidationsmittel und Inertgas auf das den
Walzen 5a, 5b zugewandte Ende des Rohres 2 vorgesehen ist. Der Lochstopfen 3 ist soeben
durch den Körper 2 vollständig hindurch gestoßen und die Zufuhr der Vorrichtung 8
erfolgt entlang der durch den Pfeil 9 angedeuteten Richtung. Die Vorrichtung 8 umfasst
einen Deckel 10 zum Abdecken des der Walze zugewandten Seite des Rohres 2 sowie Ventile
11, 12 zur Steuerung der Zufuhr von Deoxidationsmittel und Inertgas durch die Vorrichtung
8 hindurch in das Rohr 2 hinein.
Figur 3 schließlich zeigt einen Zustand, bei dem das Walzwerk 1 das erfindungsgemäße
Verfahren ausführt. Während der Lochstopfen 3 zusammen mit der Dornstange 4 aus dem
Rohr 2 entlang der Richtung des Pfeils 13 herausgezogen wird, wird Deoxidationsmittel
und Stickstoff als Inertgas aus den Speichern 14, 15 über die Vorrichtung 8 in das
Rohr 2 zugeführt und hier unter Einwirkung des Unterdrucks innerhalb des von der Dornstange
4 freigegebenen Raums in das Innere des Rohrs 2 und auf dessen Rohrinnenwand 7 hin
gefördert und verwirbelt. Die Vorrichtung 8 umfasst zudem ein Ventil 16 über das die
Zufuhr von Stickstoff aus dem Speicher 15 in den Speicher 14 für Deoxidationspulver
gesteuert werden kann, um so das Deoxidationspulver durch den Stickstoff aus dem Speicher
15 in den fluidierten Zustand zu überführen. In dieser bevorzugten Ausführungsform
dient der Stickstoff aus dem Speicher 15 somit auch als Trägergas für das Deoxidationspulver
aus dem Speicher 14.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Walzwerk
- 2
- Rohr
- 3
- Lochstopfen
- 4
- Dornstange
- 5a
- Walze
- 5b
- Walze
- 6
- Pfeil
- 7
- Rohrinnenwand
- 8
- Vorrichtung
- 9
- Pfeil
- 10
- Deckel
- 11
- Ventil
- 12
- Ventil
- 13
- Pfeil
- 14
- Speicher
- 15
- Speicher
- 16
- Speicher
1. Verfahren zum Herstellen eines Rohres (2) oder Rohrvorproduktes aus einem Vollkörper
mittels eines Walzwerks (1), umfassend mindestens eine von außen an den Vollkörper
oder das Rohrvorprodukt angreifende Walze (5) sowie eine einen Lochstopfen (3) tragende
und von innen in das Rohr (2) oder Rohrvorprodukt eingreifende Dornstange (4),
dadurch gekennzeichnet, dass
unmittelbar nach dem vollständigen Lochen des Vollkörpers mittels des Lochstopfens
(3) ein fluidiertes Deoxidationsmittel und/oder ein Inertgas zu der der Walze (5)
zugewandten Seite des Rohres (2) oder Rohrvorproduktes zugeführt wird und beim Zurückziehen
des Lochdorns (3) durch das Rohr (2) oder Rohrvorprodukt in das Innere des Rohres
(2) oder Rohrvorproduktes eingeführt wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr von fluidisiertem Deoxidationsmittel und/oder ein Inertgas vor dem Zurückziehen
des Lochdorns (3) beginnt.
3. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr von fluidiertem Deoxidationsmittel und/oder ein Inertgas innerhalb von
10 Sekunden, vorzugsweise innerhalb von 5 Sekunden, besonders bevorzugt innerhalb
von 1 Sekunde, nach dem vollständigen Lochen des Vollkörpers erfolgt.
4. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Prozesssteuerung das Zurückziehen des Lochdorns (3) und das Zuführen von fluidiertem
Deoxidationsmittel und/oder Inertgas gleichzeitig startet.
5. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Einströmen von Luft in das Innere des Rohres (2) oder Rohrvorproduktes zumindest
bis zum Beginn der Zufuhr von fluidiertem Deoxidationsmittel und/oder Inertgas zumindest
weitestgehend unterbunden wird.
6. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr von fluidiertem Deoxidationsmittel und/oder Inertgas unter einem Überdruck
von nicht mehr als 1 bar, vorzugsweise nicht mehr als 0,25 bar, erfolgt.
7. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Deoxidationsmittel ein Trägergas beigemischt ist.
8. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Deoxidationsmittel pneumatisch zugeführt wird.
9. Walzwerk (1) zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der voranstehenden Ansprüche,
umfassend mindestens eine von außen an den Vollkörper oder das Rohrvorprodukt angreifende
Walze (5) sowie eine einen Lochstopfen (3) tragende und von innen in das Rohr (2)
oder Rohrvorprodukt eingreifende Dornstange (4), dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung (8) zum Zuführen und Einführen von fluidiertem Deoxidationsmittel
und/oder Inertgas zu der der wenigstens einen Walze (5) zugewandten Seite des Rohres
(2) oder Rohrvorproduktes vorgesehen ist.
10. Walzwerk (1) gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (8) ein Mittel (10) zum zumindest einseitigen Abdichten des Rohres
(2) oder Rohrvorproduktes gegenüber der Umgebungsatmosphäre umfasst.
11. Walzwerk (1) gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Speicher (15) für ein Inertgas sowie ein Speicher (14) für ein Deoxidationsmittel
sowie Ventile (11, 12) zum Steuern der Zufuhr aus den jeweiligen Speichern (14,15)
zu dem Rohr (2) oder Rohrvorprodukt vorgesehen sind.
12. Walzwerk (1) gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Prozesssteuereinheit zur Steuerung der Zufuhr von Deoxidationsmittel und/oder
Inertgas sowie zur Steuerung des Lochstopfens (3) vorgesehen ist.
1. Method of producing a tube (2) or tube pre-product from a solid body by means of a
rolling mill (1), comprising at least one roll (5) engaging the solid body or the
tube pre-product from the outside and a mandrel rod (4) carrying a piercing head (3)
and engaging in the tube (2) or tube pre-product from the inside,
characterised in that
directly after complete piercing of the solid body by means of the piercing head (3)
a fluidised deoxidising agent and/or an inert gas is fed to the side of the tube (2)
or the tube pre-product facing the roll (3) and is introduced into the interior of
the tube (2) or tube pre-product when retraction of the piercing head (3) through
the tube (2) or tube pre-product takes place.
2. Method according to claim 1, characterised in that the feed of fluidised deoxidising agent and/or an inert gas begins before the retraction
of the piercing head (3).
3. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the feed of fluidised deoxidising agent and/or an inert gas takes place within 10
seconds, preferably within 5 seconds, particularly preferably within 1 second, after
complete piercing of the solid body.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that a process control starts the retraction of the piercing head (3) and the feed of
fluidised deoxidising agent and/or inert gas at the same time.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the inflow of air into the interior of the tube (2) or tube pre-product is at least
substantially prevented up to the start of feed of fluidised deoxidising agent and/or
inert gas.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the feed of fluidised deoxidising agent and/or inert gas takes place under an excess
pressure of not more than 1 bar, preferably not more than 0.25 bars.
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that a carrier gas is admixed with the deoxidising agent.
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the deoxidising agent is fed pneumatically.
9. Rolling mill (1) for carrying out the method according to any one of the preceding
claims, comprising at least one roll (5) engaging the solid body or the tube pre-product
from the outside and a mandrel rod (4) carrying a piercing head (3) and engaging in
the tube (2) or tube pre-product from the inside, characterised in that a device (8) for feeding and introducing fluidised deoxidising agent and/or inert
gas to the side of the tube (2) or tube pre-product facing the at least one roll (5)
is provided.
10. Rolling mill (1) according to claim 9, characterised in that the device (8) comprises means (10) for sealing the tube (2) or tube pre-product
at least at one an relative to the ambient atmosphere.
11. Rolling mill (1) according to one of claims 9 and 10, characterised in that a reservoir (15) for an inert gas and a reservoir (14) for a deoxidising agent as
well as valves (11, 12) for controlling the feed from the respective reservoirs (14,
15) to the tube (2) or tube pre-product are provided.
12. Rolling mill (1) according to any one of claims 9 to 11, characterised in that a process control unit for controlling the feed of deoxidising agent and/or inert
gas as well as for control of the piercing head (3) is provided.
1. Procédé pour la fabrication d'un tube (2) ou d'une ébauche tubulaire à partir d'un
corps plein au moyen d'un laminoir (1) comprenant au moins un cylindre (5) qui vient
se placer depuis l'extérieur contre le corps plein ou contre l'ébauche tubulaire,
ainsi qu'un mandrin conique (4) qui porte un embout de perçage (3) et qui vient s'insérer
depuis l'intérieur dans le tube (2) ou dans l'ébauche tubulaire, caractérisé en ce que, directement après le perçage complet du corps plein au moyen de l'embout de perçage
(3), on alimente un agent de désoxydation sous forme fluide et/ou un gaz inerte du
côté du tube (2) ou de l'ébauche tubulaire tourné vers le cylindre (5) et, lors du
retrait du mandrin de perçage (3) à travers le tube (2) ou à travers l'ébauche tubulaire,
on l'introduit et/ou on les introduit à l'intérieur du tube (2) ou de l'ébauche tubulaire.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'alimentation d'un agent de désoxydation fluidisé et/ou d'un gaz inerte commence
avant le retrait du mandrin de perçage (3).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'alimentation d'un agent de désoxydation fluidisé et/ou d'un gaz inerte a lieu dans
un laps de temps de 10 secondes, de préférence dans un laps de temps de 5 secondes,
de manière particulièrement préférée dans un laps de temps de 1 seconde après le perçage
complet du corps plein.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une commande de processus industriel démarre le retrait du mandrin de perçage (3)
et l'alimentation d'un agent de désoxydation fluidisé et/ou d'un gaz inerte, de manière
simultanée.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'introduction d'air à l'intérieur du tube (2) ou de l'ébauche tubulaire est interrompue
au moins dans une large mesure jusqu'au début de l'alimentation d'un agent de désoxydation
fluidisé et/ou d'un gaz inerte.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'alimentation d'un agent de désoxydation fluidisé et/ou d'un gaz inerte a lieu sous
une surpression qui n'est pas supérieure à 1 bar, de préférence qui n'est pas supérieure
à 0,25 bar.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on ajoute par mélange un gaz porteur à l'agent de désoxydation.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on alimente l'agent de désoxydation par voie pneumatique.
9. Laminoir (1) pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes, comprenant au moins un cylindre (5) qui vient se placer depuis l'extérieur
contre le corps plein ou contre l'ébauche tubulaire, ainsi qu'un mandrin conique (4)
qui porte un embout de perçage (3) et qui vient s'insérer depuis l'intérieur dans
le tube (2) ou dans l'ébauche tubulaire, caractérisé en ce qu'on prévoit un dispositif (8) pour l'alimentation et l'introduction d'un agent de désoxydation
fluidisé et/ou d'un gaz inerte, du côté du tube (2) ou de l'ébauche tubulaire tourné
vers ledit au moins un cylindre (5).
10. Laminoir (1) selon la revendication 9, caractérisé en ce que le dispositif (8) comprend un agent (10) pour conférer au tube (2) ou à l'ébauche
tubulaire une étanchéité au moins unilatérale, par rapport à l'atmosphère ambiante.
11. Laminoir (1) selon l'une quelconque des revendications 9 ou 10, caractérisé en ce qu'on prévoit un réservoir (15) pour un gaz inerte ainsi qu'un réservoir (14) pour un
agent de désoxydation, ainsi que des soupapes (11, 12) pour la commande de l'alimentation
à partir des réservoirs respectifs (14, 15) en direction du tube (2) ou de l'ébauche
tubulaire.
12. Laminoir (1) selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisé en ce qu'on prévoit une commande de processus industriel pour la commande de l'alimentation
de l'agent de désoxydation et/ou du gaz inerte, ainsi que pour la commande de l'embout
de perçage (3).

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