[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleichstrom-Schalter mit einer Vorrichtung zur stromrichtungsunabhängigen
Lichtbogenlöschung.
[0002] Ein bekanntes Prinzip zum Löschen von Lichtbögen in Lasttrenn- und Leistungsschaltern
für Wechselströme besteht darin, einen Lichtbogen mit Hilfe seines eigenen Magnetfeldes
in eine eigens hierfür vorgesehen Löschkammer zu treiben, wo er durch die Anordnung
von Löschblechen in mehrere kleine Lichtbögen unterteilt und gekühlt wird. Diese Kühlung
bewirkt eine Spannungserhöhung, die letztendlich zur Abschaltung des Stromes führt.
Hilfreich ist hierbei auch der natürliche Nulldurchgang des Stromes bei einer angelegten
Wechselspannungsquelle.
[0003] Das Löschen von Lichtbögen beim Schalten von Gleichströmen ist dagegen wesentlich
problematischer, da vor allem bei hohen Gleichspannungen von beispielsweise bis zu
1500 Volt und relativ zum Nennstrom kleinen (und von der vorliegenden Schaltergeometrie
abhängigen) Strömen wie beispielsweise etwa 5...50A nur ein geringes Eigenmagnetfeld
des Lichtbogens vorherrscht, das in der Regel nicht ausreicht, um den Lichtbogen in
eine Löschkammer zu treiben. Ein weiteres Problem besteht darin, das bei Gleichströmen
kein natürlicher Nulldurchgang existiert, was die Löschung von Lichtbögen zusätzlich
erschwert.
[0004] Im Extremfall kann daher beim Schalten eines Gleichstroms ein Lichtbogen zwischen
den geöffneten Kontakten eines Schalters stehen bleiben, nicht verlöschen und unter
Umständen den Schalter zerstören, vor allem die Schaltkontakte beschädigen. Andere
übliche Schutzorgane wie beispielsweise Leistungsschalter führen ebenfalls nicht zum
Abschalten des Stromes, da dieser in der Regel unterhalb des Nennstromes liegt, also
für diese Schutzorgane ein Betriebsstrom vorliegt, der ein Abschalten verhindert.
[0005] Aus der
EP 2 061 053 A2 ist es bekannt, bei der Herstellung eines Schaltgeräts für Gleichstromanwendungen
auf das Gehäuse eines Schaltgeräts für Wechselstrom-Anwendungen zurückzugreifen und
dieses Gehäuse mit geringem Aufwand für Gleichstrom-Anwendungen anzupassen, indem
es um einen insbesondere an der Außenseite des Gehäuses angeordneten Permanentmagneten
ergänzt wird. Hierdurch wird das Gleichstrom-Schaltvermögen konventioneller Wechselstrom-Schaltgeräte
wesentlich erhöht, da durch das Permanentmagnetfeld Lichtbögen von Kontaktstellen
des Schaltgeräts weg in Löschkammern bewegt werden. Als Vorteil der Lehre der
EP 2 061 053 A2 wird zudem gesehen, dass nicht jeder Trennstrecke und jeder Löscheinrichtung jeweils
ein einzelner Magnet zugeordnet zu sein braucht, wie dies bei bekannten Gleichstrom-Schaltgeräten
der Fall ist.
[0006] Aus der
WO2012/076606A1 ist ein Schalter bekannt, der für einen polaritätsunabhängigen mehrpoligen Gleichstrombetrieb
geeignet ist und mindestens zwei Schaltkammern aufweist. Jede der Schaltkammern besitzt
zwei Löschkammern mit Löschblechen zum Löschen von in der jeweiligen Schaltkammer
zwischen Kontaktbereichen auftretenden Lichtbögen. Zwei Magnete erzeugen ein magnetisches
Feld im Bereich der Schaltkontakte aller Schaltkammern derart, dass Lichtbögen unabhängig
von der Stromrichtung im Lichtbogen in Richtung einer der Löschkammern der Schaltkammern
getrieben werden. Dieser Schalter besitzt ein schnelles, zuverlässiges und von der
Stromrichtung unabhängiges Löschverhalten und beugt daher polungsbedingten Einbaufehlern
vor und ist für Anwendungen geeignet, wo Schalter für beide Stromrichtungen benötigt
werden.
[0007] r Weitere Gleichstromschalter sind aus der
DE1140997 B und
US2010/126966 A1 bekannt. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen weiter verbesserten Gleichstrom-Schalter
vorzuschlagen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs gelöst. Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Ein der vorliegenden Erfindung zugrunde liegender Gedanke besteht darin, bei einem
Gleichstrom-Schalter mit mehreren Schalteinheiten unterschiedlich ausgerichtete Magnetfelder
zur Ablenkung von beim Trennen entstehenden Lichtbögen vorzusehen. Dadurch kann unabhängig
von der Stromrichtung des zu schaltenden Gleichstroms immer eine Ablenkung in Löscheinrichtungen
zum Löschen von Lichtbögen bewirkt werden. Die Anordnung der Einrichtungen zum Erzeugen
der Magnetfelder zum Ablenken von Lichtbögen in Löscheinrichtungen kann nach der Erfindung
so gewählt werden, dass Lichtbögen durch erzeugte Magnetfelder bei einigen Schalteinheiten
in Löscheinrichtungen und bei anderen Schalteinheiten entgegengesetzt, beispielsweise
gegen eine Schaltwelle eines Gleichstrom-Schalters, abgelenkt werden. Das Ablenken
von Lichtbögen beispielsweise gegen rotierende Doppelunterbrecherschaltwellen aus
z.B. einem Duroplast von als Schalteinheiten eingesetzten rotatorischen Doppelunterbrechern
kann eine Verlängerung und gleichzeitige Kühlung des Lichtbogens bewirken, ohne dass
umliegende Bauteile zerstört werden. Daher kann das erfindungsgemäße Prinzip der Ausrichtung
von Magnetfeldern zum Ablenken von Lichtbögen in Schalteinheiten eines Gleichstrom-Schalters
zu der zum Trennen des Gleichstroms und Abreißen von Lichtbögen gewünschten Spannungserhöhung
führen, und somit auch zur Trennung von kleinen und kritischen Strömen bei hohen Spannungen
beitragen, die beispielsweise in dem eingangs geschilderten Fällen auftreten können.
Insbesondere beim Auftreten eines Fehlerstroms, beispielsweise beim Einsatz eines
Gleichstrom-Schalters in einer Photovoltaikanlage, der in seiner Stromrichtung dem
Betriebsstrom entgegengesetzt ist; können durch die vorliegenden Erfindung dennoch
zuverlässig auftretende Lichtbögen gelöscht werden, da nach der Erfindung unabhängig
von der Stromflussrichtung durch einen Gleichstrom-Schalter gelöscht wird.
[0010] Die Anordnung und Ausrichtung von Magnetfeldern zum Ablenken von Lichtbögen kann
nach der Erfindung prinzipiell beliebig verteilt werden. Von Vorteil ist eine möglichst
gleichmäßige Verteilung, damit bei reversiblen Stromflussrichtungen etwa ähnliche
Löschbedingungen vorliegen und der Schalter polaritätsunabhängig den Stromfluss sicher
abschalten kann. Vor allem eignet sich die Erfindung dazu, Schaltgeräte für Wechselstrom-Anwendungen
durch technisch wenig aufwendige Modifikationen zum Schalten von Gleichströmen einzusetzen.
[0011] Die Erfindung betrifft nun einen Gleichstrom-Schalter mit einer Vorrichtung zur stromrichtungsunabhängigen
Lichtbogenlöschung aufweisend mindestens zwei miteinander verschaltete Schalteinheiten,
wobei jede Schalteinheit mindestens eine Strombahn mit einer Unterbrecherstrecke und
jede Strombahn mindestens zwei Schaltkontaktelemente zum Bilden der Unterbrecherstrecke
aufweist, mindestens eine Lichtbogenlöscheinrichtung, die einer oder mehreren Strombahnen
der Schalteinheiten zugeordnet ist, und eine oder mehrere Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung,
wobei jedes erzeugte Magnetfeld einer Unterbrecherstrecke verschiedener Schalteinheiten
zugeordnet und so ausgerichtet ist, dass seine Feldlinien im Wesentlichen quer zur
jeweiligen Unterbrecherstrecke verlaufen, und wobei die Ablenkkräfte von mindestens
zwei erzeugten Magnetfeldern bei einer vorgegebenen Stromflussrichtung durch die Strombahnen
entgegengesetzt auf sich längs der jeweiligen Unterbrecherstrecke erstreckende Lichtbögen
wirken, so dass zumindest ein Lichtbogen in Richtung der Lichtbogenlöscheinrichtung
abgelenkt und ein weiterer Lichtbogen von der Lichtbogenlöscheinrichtung weggelenkt
wird. Die Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung können beispielsweise Elektromagneten,
Permanentmagneten und/oder Spule aufweisen.
[0012] Die Schalteinheiten sind rotatorische Doppelunterbrecher und ein von der Lichtbogenlöscheinrichtung
weggelenkter Lichtbogen wird auf die Schaltwelle oder ein Schaltwellensegment eines
Doppelunterbrechers gelenkt. Die Schaltwelle oder das Schaltwellensegment kann hierbei
dazu dienen, einen darauf gelenkten Lichtbogen derart zu kühlen, dass er abreißt bzw.
erlischt. Ein rotatorischer Doppelunterbrecher weist zwei Unterbrecherstrecken auf,
und die vier Schaltkontaktelement werden jeweils über eine Rotation geschlossen getrennt,
indem beispielsweise zwei Schaltkontaktelemente mit der Schaltwelle gekoppelt und
damit beweglich gelagert sind und zwei weitere Schaltkontaktelement feststehend sind.
[0013] Jede Schalteinheit kann jeweils mindestens eine Einrichtung zur Magnetfelderzeugung
aufweisen. Hierdurch kann für jede Schalteinheit ein eigenes Magnetfeld erzeugt werden,
wodurch abhängig von der vorgegebenen Stromflussrichtung durch die mindestens Strombahn
einer Schalteinheit beispielsweise durch entsprechende Einstellung der Magnetfeldes
bestimmt werden kann, in welche Richtung ein entstehender Lichtbogen abgelenkt wird.
[0014] Ferner kann vorgesehen sein, dass etwa bei der Hälfte der Schalteinheiten die Ablenkkräfte
der von den Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung erzeugten Magnetfelder auf sich
längs der jeweiligen Unterbrecherstrecke erstreckende Lichtbögen so wirken, dass bei
der vorgegebenen Stromflussrichtung durch die Strombahnen die Lichtbögen in Richtung
der Lichtbogenlöscheinrichtung abgelenkt werden, und bei den übrigen Schalteinheiten
die Ablenkkräfte der von den Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung erzeugten Magnetfelder
auf sich längs der jeweiligen Unterbrecherstrecke erstreckende Lichtbögen so wirken,
dass bei der vorgegebenen Stromflussrichtung durch die Strombahnen die Lichtbögen
in Richtung von Teilen der Schalteinheiten abgelenkt werden, die ein Verlöschen der
Lichtbögen begünstigen.
[0015] Die Teile der Schalteinheiten, beispielsweise Schaltwellensegmente oder Gehäuseteile
der Schalteinheiten, können aus einem Material bestehen, das eine Kühlung eines Lichtbogens
bewirkt, insbesondere aus einem Duroplast. Es hat sich gezeigt, dass ein Duroplast
zur Kühlung von Lichtbögen besonders gut geeignet ist, ohne dass durch Lichtbögen
Schädigungen des Duroplasts auftreten.
[0016] Weisen die Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung Permanentmagnete auf, hat dies den
Vorteil, dass keine gesonderte Versorgung mit elektrischer Energie zur Erzeugung eines
Magnetfelds erforderlich ist. Zudem ist die Implementierung mit Permanentmagneten
im Vergleich beispielsweise zu Elektromagneten oder Spulen wartungsärmer und weniger
anfällig für Ausfälle.
[0017] Bei dem Gleichstrom-Schalter kann es sich um einen vierphasigen Wechselstrom-Schalter
handeln, der durch entsprechendes Verschalten der einzelnen Schalteinheiten zum Schalten
von Gleichstrom ausgebildet ist.
[0018] Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen.
[0019] In der Beschreibung, in den Ansprüchen, in der Zusammenfassung und in den Zeichnungen
werden die in der hinten angeführten Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe
und zugeordneten Bezugszeichen verwendet.
[0020] Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Lasttrennschalters für Gleichstrom
mit vier Schalteinheiten und vier Einrichtungen zur Magnetfeldererzeugung;
Fig. 2 eine Seitenansicht einer Schalteinheit des Lasttrennschalters von Fig. 1 ohne
Magnetfelderzeugungseinrichtung und eines Lichtbogens zwischen Schaltkontakten der
Einheit;
Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigte Schalteinheit mit Permanentmagneten zum Erzeugen eines
Magnetfeldes zum Ablenken des Lichtbogens zwischen den Schaltkontakten abhängig von
der Stromflussrichtung durch die Strombahnen der Schalteinheit; und
Fig. 4 die in Fig. 3 gezeigte Schalteinheit mit Löschblechen zum Löschen eines zu
den Löschblechen abgelenkten Lichtbogens.
[0021] In der folgenden Beschreibung können gleiche, funktional gleiche und funktional zusammenhängende
Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen sein. Absolute Werte sind im Folgenden
nur beispielhaft angegeben und sind nicht als die Erfindung einschränkend zu verstehen.
[0022] Der in Fig. 1 gezeigte an sich für das Schalten von 4-phasigen Wechselstrom vorgesehen
Lasttrennschalter 10 weist vier prinzipiell gleich aufgebaute Schalteinheiten 12,
14, 16 und 18 für jede Phase N, L1, L2 und L3 auf. Bei den eingesetzten Schalteinheiten
12, 14, 16 und 18 handelt es sich um rotatorische Doppelunterbrecher mit jeweils zwei
Strombahnen und zwei Unterbrecherstrecken, die miteinander seriell verbunden werden,
um die erforderlich hohe Gesamtlichtbogenspannung zu erzielen werden und so einer
außen anliegenden, treibenden Netzspannung entgegenzuwirken und den Strom schnellstmöglich
zu verlöschen.
[0023] Aufgrund der seriellen Verschaltung der Doppelunterbrecher ist die Stromflussrichtung
durch die Strombahnen für jeden der Doppelunterbrecher gleich vorgegeben. Beispielhaft
sind beim rotatorischen Doppelunterbrecher 12 in Fig. 1 die zwei Strombahnen mit den
Bezugszeichen 20 und 22 und die zwei Unterbrecherstrecken mit den Bezugszeichen 24
und 26 bezeichnet.
[0024] Jeder Doppelunterbrecher 12, 14, 16 und 18 weist zudem ein Schaltwellensegment 38
aus Duroplast auf, das mit einer (nicht dargestellten) Schaltwelle gekoppelt ist und
mit dieser rotiert, um die Kontakte 28, 30 und 29, 31 der Unterbrecherstrecken 24
und 26 zu trennen oder zu verbinden.
[0025] Fig. 2 zeigt einen Doppelunterbrecher in einer Seitenansicht. Hier ist zu erkennen,
dass die erste Strombahn 20 eine erste Unterbrecherstrecke 24 mit einem unteren Festkontakt
28 und einem Schaltstück mit einem oberen Loskontakt 30 aufweist. Das Schaltstück
mit dem oberen Loskontakt 30 ist der über einen Schaltkontakt-Arm 40 mit dem Schaltwellensegment
38 gekoppelt und kann durch eine Rotation des Segments 38 bewegt werden, so dass die
Unterbrecherstrecke 24 geöffnet oder geschlossen werden kann. Entsprechend weist die
zweite Strombahn 22 eine zweite Unterbrecherstrecke 26 mit einem oberen Festkontakt
31 und einem Schaltstück mit einem unteren Loskontakt 29 auf, das ebenfalls über den
Schaltkontakt-Arm 40 mit dem Segment 38 gekoppelt ist. Die Loskontakte 29 und 30 werden
daher über das Schaltwellensegment 38 synchron bewegt, so dass die beiden Unterbrecherstrecken
24 und 26 synchron geöffnet und geschlossen werden.
[0026] Zum Löschen von Lichtbögen sind bei jedem der vier Doppelunterbrecher 12, 14, 16
und 18 jeweils zwei durch Pakete mit Lichtbogen-Löschblechen 32 bzw. 34 gebildete
Löschkammern im Bereich der Unterbrecherstrecken 24 bzw. 26 angeordnet. Die Lichtbogen-Löschblech-Pakete
32 bzw. 34 sind hierbei so angeordnet, dass sie Lichtbögen verlöschen, die in eine
vorgegebene Richtung weg vom Duroplast-Schaltwellensegment 38 in die Löschbleche 32
bzw. 34 gelenkt werden.
[0027] Bei dem in Fig. 2 in Seitenansicht dargestellten Doppelunterbrecher ist ein nicht
durch ein Magnetfeld abgelenkter Lichtbogen 42 zwischen den beiden Kontakten 29 und
31 gezeigt.
[0028] Zum Ablenken der Lichtbögen weist jeder Doppelunterbrecher 12, 14, 16 und 18 jeweils
eine Anordnung von Permanentmagneten 36 um wenigstens eine ihrer Unterbrecherstrecken
24 und 26 auf (in den Fig. 1 sind Anordnungen von Permanentmagneten 36 nur um die
zweiten Unterbrecherstrecken 26 gezeigt, obwohl auch um die erste Unterbrecherstrecke
24 herum Permanentmagnete angeordnet sein könnten). Die Anordnung von Permanentmagneten
36 erzeugt im Bereich der umgebenen Unterbrecherstrecke 26 ein Magnetfeld, dessen
Feldlinien im Wesentlichen quer zur umgebenen Unterbrecherstrecke 26 verlaufen. Weiterhin
sind die Magnetfelder der Permanentmagnet-Anordnungen so gepolt, dass sie bei einer
vorgegebenen Stromflussrichtung (Betriebsstromrichtung) durch die Strombahnen 20 und
22 auf Lichtbögen wirkende Ablenkkräfte erzeugen, welche die Lichtbögen in eine vorgegebene
Richtung ablenken, typischerweise entweder zu den Lichtbogen-Löschblech-Paketen 34
oder zu den Duroplast-Schaltwellensegmenten 38. Erfindungsgemäß sind wenigstens zwei
der erzeugten Magnetfelder so gepolt, dass bei Betriebsstromrichtung ein an einer
Unterbrecherstrecke auftretender Lichtbogen zu den Lichtbogen-Löschblech-Paketen 34
und ein an einer anderen Unterbrecherstrecke auftretender Lichtbogen zu den Duroplast-Schaltwellensegmenten
38 abgelenkt wird. Dadurch wird unabhängig von der Stromflussrichtung immer wenigstens
ein Lichtbogen zu den Lichtbogen-Löschblech-Paketen 34 und ein weiterer Lichtbogen
zu den Duroplast-Schaltwellensegmenten 38 abgelenkt.
[0029] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Lasttrennschalter 10 ist die Anordnung der Permanentmagnete
nun so gewählt, dass bei einer Stromflussrichtung durch die Strombahnen der Doppelunterbrecher
12, 14, 16 und 18 in Betriebsstromrichtung Lichtbögen durch das Permanentmagnetfeld
beim ersten und zweiten Doppelunterbrecher 12 bzw. 14 in die jeweilige Löschkammer
und Lichtbögen bei den beiden anderen Doppelunterbrechern 16 und 18 entgegengesetzt
gegen die jeweiligen Schaltwellensegmente aus Duroplast der Doppelunterbrecher 16
und 18 abgelenkt werden, wie durch die fetten Pfeile in Fig. 1 angedeutet ist. Das
Ablenken von Lichtbögen gegen das sich beim Öffnen in die Ausstellung der Doppelunterbrecher
rotierende Doppelunterbrecher-Schaltwellensegment aus Duroplast bewirkt eine Verlängerung
und gleichzeitige Kühlung des Lichtbogens ohne umliegende Bauteile zu zerstören. Dies
führt zu der gewünschten Spannungserhöhung und somit auch zur Löschung von kleinen
und kritischen Strömen bei hohen Spannungen. In Fig. 3 sind bei einem in einer Seitenansicht
gezeigten Doppelunterbrecher aufgrund der Anordnung von Permanentmagneten 36 ein zum
Duroplast-Schaltwellensegment 38 abgelenkter Lichbogen 44 und ein in die entgegengesetzte
Richtung abgelenkter Lichtbogen 46 bei umgekehrter Stromflussrichtung dargestellt.
Fig. 4 zeigt einen Doppelunterbrecher in Seitenansicht mit Lichtbogen-Löschblech-Paketen
32 und 34 und abgelenkten Lichtbögen 44 und 46. Deutlich ist zu erkennen, wie der
Lichtbogen 46 in das Lichtbogen-Löschblech-Paket 34 gelenkt wird, von dem er gekühlt
und unterbrochen wird. Analog wird der zum Duroplast-Schaltwellensegment 38 abgelenkte
Lichbogen 44 gekühlt, so dass sein Widerstand steigt, was zum Abriss des Lichtbogens
44 führt.
[0030] Kehrt sich die Stromflussrichtung beispielsweise bei Auftreten eines Fehlerfalls
um, d.h. die Strombahnen werden entgegen der vorgegebenen Betriebsstromrichtung durchflossen,
werden beim Öffnen der Unterbrecherstrecken auftretende Lichtbögen in die durch fette
gepunktete Pfeile angedeutete Richtung in Fig. 1 abgelenkt. In einem solchen Fall
werden Lichtbögen also bei den Doppelunterbrechern 16 und 18 in die jeweiligen Löschkammern
und bei den Doppelunterbrechern 12 und 14 gegen das jeweilige Doppelunterbrecher-Schaltwellensegment
aus Duroplast abgelenkt. Der Effekt ist der gleiche wie bei der Stromflussrichtung
in Betriebsstromrichtung, da nun die Schaltwellensegmente der Doppelunterbrecher 12
und 14 eine Kühlung der auf sie gelenkten und verlängerten Lichtbögen bewirken.
[0031] Wesentlich für eine stromrichtungsunabhängigen Lichtbogenlöschung ist, dass wenigstens
zwei der von den Anordnungen von Permanentmagneten 36 erzeugten Magnetfelder im Bereich
der Unterbrecherstrecken der einzelnen Doppelunterbrecher eine entgegengesetzte Ablenkung
von Lichtbögen bewirken.
[0032] Prinzipiell kann die Anordnung der Permanentmagnete 36 auch beliebig anderweitig
verteilt werden. Die Permanentmagnet-Anordnungen sollten nur möglichst gleichmäßig
verteilt sein, damit bei reversibler Stromflussrichtung ähnliche Löschbedingungen
vorliegen und das Gerät somit polaritätsunabhängig den Stromfluss sicher abschaltet.
[0033] Die restlichen 4 Kontaktstellen entsprechend der ersten Unterbrecherstrecke 24 der
Doppelunterbrecher 12, 14, 16 und 18 sind bei dem in Fig. 1 dargestellten Lasttrennschalter
10 ohne Permanentmagnete ausgestattet (da diese nicht unbedingt für die Löschung von
kleinen Kritischen Strömen erforderlich).Dies hat zur Folge, dass ein Lichtbogen bei
kleinen Strömen an den Kontaktstellen 28 und 30 durch die oben beschriebene und zu
kleine magnetische Wechselwirkung zwischen den Kontaktstellen stehen bleibt und weder
in Richtung Lichtbogen-Löschblech-Paket 32 noch gegen das Duroplast-Schaltwellensegment
38 getrieben wird. Fast die gesamte Löscharbeit wir somit bei den kleinen, kritischen
Strömen von den Kontaktstellen 29 und 31 der zweiten Unterbrecherstrecke 26 übernommen,
die mit Permanentmagneten 36 ausgestattet sind.
[0034] Bei höheren Strömen (ca. > 50A bis hin zur Überlast; z.B 4facher Nennstrom) werden
möglichst viele Löschkammer zur Lichtbogenlöschung (hohe Energieinhalte) benötigt.
Da bei solch hohen Strömen zwischen den Kontakten 28 und 30 entstehende Lichtbögen
auch ohne Permanentmagneten 36 von den elektromagnetischen Wechselwirkungen in die
Löschkammer bzw. das Lichtbogen-Löschblech-Paket 32 getrieben werden, stehen (egal
in welcher Stromrichtung) immer 6 Löschkammern (+ 2 Lichtbögen, die gegen die Schaltwellen
laufen) zur Verfügung, was zur Verlöschung des Lichtbogens ausreicht.
Bezugszeichen
[0035]
- 10
- Lasttrennschalter für Gleichstrom
- 12
- erster rotatorischer Doppelunterbrecher
- 14
- zweiter rotatorischer Doppelunterbrecher
- 16
- dritter rotatorischer Doppelunterbrecher
- 18
- vierter rotatorischer Doppelunterbrecher
- 20
- erste Strombahn
- 22
- zweite Strombahn
- 24
- erste Unterbrecherstrecke
- 26
- zweite Unterbrecherstrecke
- 28
- Festkontakt
- 29
- Schaltstück mit Loskontakt
- 30
- Schaltstück mit Loskontakt
- 31
- Festkontakt
- 32
- Lichtbogen-Löschblech-Paket
- 34
- Lichtbogen-Löschblech-Paket
- 36
- Permanentmagnet
- 38
- Duroplast-Schaltwellensegment
- 40
- Schaltkontakt-Arm
- 42
- unabgelenkter Lichtbogen
- 44
- zum Duroplast-Schaltwellensegment abgelenkter Lichbogen
- 46
- zum Lichtbogen-Löschblech-Paket abgelenkter Lichtbogen
1. Gleichstrom-Schalter (10) mit einer Vorrichtung zur
stromrichtungsunabhängigen Lichtbogenlöschung aufweisend mindestens zwei miteinander
verschaltete Schalteinheiten (12, 14, 16, 18), wobei jede Schalteinheit mindestens
eine Strombahn (20, 22) mit einer Unterbrecherstrecke (24, 26) und jede Strombahn
mindestens zwei Schaltkontaktelemente (28, 30) zum Bilden der Unterbrecherstrecke
(24) aufweist,
mindestens eine Lichtbogenlöscheinrichtung (32, 34), die einer oder mehreren Strombahnen
der Schalteinheiten zugeordnet ist, und
eine oder mehrere Einrichtungen zur Magnetfeldererzeugung (36), wobei jedes erzeugte
Magnetfeld einer Unterbrecherstrecke verschiedener Schalteinheiten zugeordnet und
so ausgerichtet ist, dass seine Feldlinien im Wesentlichen quer zur jeweiligen Unterbrecherstrecke
verlaufen, und wobei die Ablenkkräfte von mindestens zwei erzeugten Magnetfeldern
bei einer vorgegebenen Stromflussrichtung durch die Strombahnen entgegengesetzt auf
sich längs der jeweiligen Unterbrecherstrecke erstreckende Lichtbögen wirken, so dass
zumindest ein Lichtbogen in Richtung der Lichtbogenlöscheinrichtung abgelenkt und
ein weiterer Lichtbogen von der Lichtbogenlöscheinrichtung weggelenkt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schalteinheiten rotatorische Doppelunterbrecher sind, und ein von der Lichtbogenlöscheinrichtung
weggelenkter Lichtbogen auf die Schaltwelle oder ein Schaltwellensegment eines Doppelunterbrechers
(38) gelenkt wird.
2. Gleichstrom-Schalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Schalteinheit (12, 14, 16, 18) jeweils mindestens eine Einrichtung zur Magnetfelderzeugung
(36) aufweist.
3. Gleichstrom-Schalter nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
etwa bei der Hälfte der Schalteinheiten (12, 14) die Ablenkkräfte der von den Einrichtungen
zur Magnetfelderzeugung erzeugten Magnetfelder auf sich längs der jeweiligen Unterbrecherstrecke
erstreckende Lichtbögen so wirken, dass bei der vorgegebenen Stromflussrichtung durch
die Strombahnen die Lichtbögen in Richtung der Lichtbogenlöscheinrichtung abgelenkt
werden, und bei den übrigen Schalteinheiten (16, 18) die Ablenkkräfte der von den
Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung erzeugten Magnetfelder auf sich längs der jeweiligen
Unterbrecherstrecke erstreckende Lichtbögen so wirken, dass bei der vorgegebenen Stromflussrichtung
durch die Strombahnen die Lichtbögen in Richtung von Teilen der Schalteinheiten abgelenkt
werden, die ein Verlöschen der Lichtbögen begünstigen.
4. Gleichstrom-Schalter nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Teile der Schalteinheiten, beispielsweise Schaltwellensegmente oder Gehäuseteile
der Schalteinheiten, aus einem Material bestehen, das eine Kühlung eines Lichtbogens
bewirkt, insbesondere aus einem Duroplast.
5. Gleichstrom-Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtungen zur Magnetfelderzeugung Permanentmagnete aufweisen.
6. Gleichstrom-Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich um einen vierphasigen Wechselstrom-Schalter handelt, der durch entsprechendes
Verschalten der einzelnen Schalteinheiten zum Schalten von Gleichstrom ausgebildet
ist.
1. Direct current switch (10) comprising a device configured for arc extinction independent
of current direction, the direct current switch comprising at least two interconnected
switch units (12, 14, 16, 18), wherein each switch unit has at least one current path
(20, 22) including an interruption surface (24, 26), and each current path comprises
at least two switch contact elements (28, 30) configured to form the interruption
surface (24),
at least one arc extinction device (32, 34) associated with one or more current paths
of the switch units; and
one or more magnetic field generation devices (36), wherein each generated magnetic
field is assigned to an interruption surface of a different one of the switch units
and oriented such that its field lines run substantially transversely to the respective
interruption surface, and wherein at a predetermined direction of current flow, deflection
forces of at least two generated magnetic fields act through current paths counter
to arcs extending in a longitudinal direction of the respective interruption surface,
such that at least one arc is deflected towards the arc extinction device and a further
arc is deflected away from the arc extinction device,
characterized in that
the switch units are rotatory double interrupters, and an arc deflected away from
the arc extinction device is directed onto a selector shaft or a selector shaft segment
of a double interrupter (38).
2. Direct current switch according to claim 1,
characterized in that
each switch unit (12, 14, 16, 18) comprises at least one magnetic field generation
device (36).
3. Direct current switch according to claim 2,
characterized in that
in the case of approximately half of the switch units (12, 14), the deflection forces
of the magnetic fields generated by the magnetic field generation devices act on arcs
extending in the longitudinal direction of the respective interruption surface such
that, at the predetermined direction of current flow through the current paths, the
arcs are deflected towards the arc extinction device, and, in the case of the remaining
switch units (16, 18), the deflection forces of the magnetic fields generated by the
magnetic field generation devices act on arcs extending in the longitudinal direction
of the respective interruption surface such that, at the predetermined direction of
current flow through the current paths, the arcs are deflected towards parts of the
switch units which facilitate extinction of the arcs.
4. Direct current switch according to claim 1, 2 or 3,
characterized in that
parts of the switch unit, for example selector shaft segments or housing components
of the switch units, are made from a material which brings about a cooling of the
arc, and in particular are made from a duroplast material.
5. Direct current switch according to any of the preceding claims,
characterized in that
the magnetic field generation devices comprise permanent magnets.
6. Direct current switch according to any of the preceding claims,
characterized in that
the direct current switch is a four-phase alternating current switch configured to
switch direct currents using corresponding interconnection of the individual switch
units.
1. Contacteur de tension continue (10) avec un moyen d'extinction d'arc de courant de
sens quelconque présentant
au moins deux unités contacteurs (12, 14, 16, 18) câblées les unes avec les autres,
dans lequel chaque unité contacteur présente au moins un trajet de courant (20, 22)
avec un secteur d'interruption (24, 26) et chaque trajet de courant présente au moins
deux éléments de contact de commutation (28, 30) pour former le secteur d'interruption
(24),
au moins un dispositif d'extinction d'arc (32, 34) qui est associé à un ou plusieurs
trajets de courant des unités contacteurs, et
un ou plusieurs dispositifs de génération de champ magnétique (36), dans lequel chaque
champ magnétique généré est associé à un secteur d'interruption de différentes unités
contacteurs et conçu de sorte que ses lignes de champ s'étendent sensiblement transversalement
au secteur d'interruption concerné, et dans lequel, en cas d'un sens de flux de courant
prédéfini par les trajets de courant, les forces de déviation d'au moins deux champs
magnétiques générés agissent à l'opposé d'arcs de courant s'étendant le long du secteur
d'interruption concerné de sorte qu'au moins un arc est dévié en direction du dispositif
d'extinction d'arc et qu'un autre arc est dévié en direction opposée au dispositif
d'extinction d'arc,
caractérisé en ce que
les unités contacteurs sont des rupteurs doubles rotatifs, et un arc dévié en direction
opposée au dispositif d'extinction d'arc est dévié sur l'arbre de commande ou sur
un segment de l'arbre de commande d'un rupteur double (38).
2. Contacteur de tension continue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
chaque unité contacteur (12, 14, 16, 18) présente respectivement au moins un dispositif
de génération de champ magnétique (36).
3. Contacteur de tension continue selon la revendication 2
caractérisé en ce que
pour environ la moitié des unités contacteurs (12, 14), les forces de déviation des
champs magnétiques générés par les dispositifs de génération de champ magnétique agissent
sur des arcs de courant s'étendant le long du secteur d'interruption concerné de sorte
que, dans le cas du sens de flux de courant prédéfini par les trajets de courant,
les arcs de courant sont déviés en direction du dispositif d'extinction d'arc, et
pour les autres unités contacteurs (16, 18), les forces de déviation des champs magnétiques
générés par les dispositifs de génération de champ magnétique agissent sur des arcs
de courant s'étendant le long du secteur d'interruption concerné de sorte que, dans
le cas du sens de flux de courant prédéfini par les trajets de courant, les arcs de
courant sont déviés en direction de parties des unités contacteurs qui favorisent
une extinction des arcs de courant.
4. Contacteur de tension continue selon la revendication 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que
les parties des unités contacteurs, par exemple des segments d'arbre de commande ou
des parties de boîtier des unités contacteurs, sont composées d'un métal qui provoque
un refroidissement d'un arc, en particulier d'une résine thermodurcissable.
5. Contacteur de tension continue selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les dispositifs de génération de champ magnétique présentent des aimants permanents.
6. Contacteur de tension continue selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
il s'agit un contacteur de courant alternatif à quatre phases qui est réalisé à travers
un montage correspondant des diverses unités contacteurs pour la mise en circuit d'une
tension continue.