[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschlaganordnung für ein Fenster, eine Tür
oder dergleichen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einer solchen Beschlaganordnung ist der Flügel nicht einfach bandseitig über
ein oder mehrere Drehlager, die etwa nach Art von Scharnieren ausgebildet sind, an
dem Blendrahmen um die Drehlager schwenkbar gelagert. Sondern es ist ein Scherenbeschlag
vorgesehen, der den Flügel, insbesondere an dessen Oberseite, zusätzlich mit dem Blendrahmen
koppelt. Ein derartiger Scherenarm verbessert die Stabilität der Lagerung des Flügels
an dem Blendrahmen nicht nur bei einem Drehöffnen des Flügels, indem er den Flügel
insbesondere gegen aufgrund der Schwerkraft an dem Flügel angreifende vertikal nach
unten ausgerichtete Zugkräfte, stützt, sondern er ermöglicht auch ein Kippöffnen des
Flügels, wobei der Scherenbeschlag einerseits das Maß, um das der Flügel gekippt werden
kann, begrenzt und andererseits den gekippten Flügel an dessen der Kippachse gegenüberliegenden
und somit vom Blendrahmen wegkippenden Seite (mittelbar) mit dem Blendrahmen koppelt.
[0003] Der Scherenbeschlag umfasst einen Scherenarm und einen Scherenlenker, die gelenkig
miteinander verbunden sind, um nach Art eines Scherenmechanismus' aufspreizen zu können.
Der Scherenarm ist in der Regel länglich ausgebildet und wird an der genannten zweiten
Koppelstelle über einen Bandwinkel schwenkbar mit einem an dem Blendrahmen vorgesehen
Scherenlager gekoppelt. Mit dem anderen Ende ist der Scherenarm in der Regel mit dem
Flügel gekoppelt, allerdings nicht starr, sondern in einem Langloch oder einer Nut
am Flügel zwischen verschiedenen Positionen geführt. Dagegen ist der Scherenarm üblicherweise
an einem festen von den Enden beabstandeten Anlenkungspunkt mit dem Scherenlenker
gelenkig gekoppelt, der seinerseits an der genannten (festen) ersten Koppelstelle
mit dem Flügel gekoppelt ist. Auf diese Weise kann die Flügelseite, an der der Scherenbeschlag
angeordnet ist, von dem Blendrahmen weggekippt werden, da der Scherenarm und der Scherenlenker,
die bei geschlossenem Flügel parallel zueinander ausgerichtet sind, beim Kippöffnen
des Flügels auf diese Weise aufscheren können.
[0004] Bei der Montage des Flügels an dem Blendrahmen ist es wichtig, dass die wirksame
Länge des Scherenbeschlags, d.h. der Abstand zwischen der ersten Koppelstelle, an
der der Scherenlenker mit dem Flügel gekoppelt ist und an der somit der Flügel durch
den Scherenbeschlag gehalten wird, und derjenigen Stelle am Blendrahmen, an der der
Scherenarm über den Bankwinkel mit dem Scherenlager gekoppelt ist, korrekt eingestellt
wird. Denn die wirksame Länge des Scherenbeschlags hat Einfluss auf die korrekte Ausrichtung
des Flügels zum Blendrahmen, insbesondere auf die Höhe der bandfernen Seite des Flügels
bei drehgeöffnetem Flügel.
[0005] So bewirkt etwa ein Verkürzen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags, dass der
Flügel gegenüber dem Blendrahmen angehoben wird, während der Flügel bei einem Verlängern
der wirksamen Länge des Tragarms gegenüber dem Blendrahmen absinkt. Dabei ist Anheben
und Absenken des Flügels jeweils so zu verstehen, dass die bandferne Seite des Flügels
bei einem Anheben des Flügels gegenüber der bandnahen Seite nach oben versetzt und
bei einem Absenken des Flügels gegenüber der bandnahen Seite nach unten versetzt wird.
[0006] Ist die wirksame Länge eines einen Flügel mit einem Blendrahmen koppelnden Scherenbeschlags
falsch eingestellt, so kann der Flügel gegenüber dem Blendrahmen derart angehoben
oder abgesenkt sein, dass bei einem Schließen des geöffneten Flügels, d.h. bei einem
Verschwenken des Flügels zum Blendrahmen hin, der Flügel nicht passgenau in den Blendrahmen
eingeschwenkt wird, sondern schon vor Erreichen der Schließstellung mit seiner Ober-
oder Unterseite auf die entsprechende Seite des Blendrahmen auflaufen kann und an
diesem entlang schleifend in den Blendrahmen eingeschwenkt wird.
[0007] Aber selbst wenn bei der Montage des Flügels die wirksame Länge des Scherenbeschlags
korrekt eingestellt wird, können sich mit der Zeit, insbesondere aufgrund des Eigengewichts
des Flügels, Teile des Flügels verziehen oder Teile der Beschlaganordnung in gewissem
Maße verformen und/oder dehnen, so dass der Flügel insbesondere absinkt. Ein derart
abgesunkener Flügel läuft beim Schließen auf den Blendrahmen auf, anstatt reibungslos
in den Blendrahmen einzuschwenken. Dies führt nicht nur zu Abrieb zwischen Flügel
und Blendrahmen, sondern auch zu einer erhöhten mechanischen Belastung der Beschlaganordnung.
Denn während der Scherenbeschlag und insbesondere das zugeordnete Scherenlager bei
korrekt eingestellter wirksamer Länge des Scherenbeschlags stets in dieselbe Richtung
ausgerichtete Kräfte (im Wesentlichen ausschließlich Zugkräfte) erfahren, werden beim
Auflaufen eines abgesunkenen Flügels auf den Blendrahmen auch Kräfte in entgegengesetzte
Richtung auf die Beschlaganordnung ausgeübt. Insbesondere der dadurch erfolgende Wechsel
zwischen Zug- und Druckkräften bewirkt eine hohe mechanische Beanspruchung der Beschlaganordnung
und führt zu erhöhtem Verschleiß.
[0008] Zum Verstellen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags können zwei Teile der den
Scherenbeschlag und das Scherenlager umfassenden Tragstruktur relativ zueinander variabel
in verschiedenen Stellungen festlegbar sein. Auf diese Weise kann es möglich sein,
die wirksame Länge des Scherenbeschlags, etwa durch Verschieben, einzustellen und
dann durch geeignete Mittel festzulegen. Beispielsweise können eine Schraube und eine
Mutter (oder ein sonstiges Gegengewinde) vorgesehen sein, durch welche die zwei Teile
miteinander gekoppelt werden. Dabei kann ein Anziehen oder Lösen der Schraube gegenüber
der Mutter das Verschieben der Teile relativ zueinander bewirken. Die Schraube und
die Mutter können aber auch lediglich dazu dienen, eine durch manuelles Verschieben
der Teile eingestellte wirksame Länge des Scherenbeschlags festzulegen.
[0009] Das Einstellen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags bei der Montage oder im Rahmen
einer, etwa aufgrund eines Verformens des Flügels erforderlichen, Nachjustierung erfolgt
dabei mittels Werkzeug, etwa mittels eines Schraubendrehers oder auch eines Spezialwerkzeugs.
Aufgrund der oft eingeschränkten Zugänglichkeit des Scherenarms und des Scherenlagers
muss das Einstellen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags zudem in der Regel von
einem Fachmann vorgenommen werden. Vielfach bleibt die Nachjustierung eines abgesenkten
Flügels daher auch ganz aus, wenn etwa Laien gar nicht erkennen, dass eine Nachjustierung
erforderlich ist oder die Kosten für die fachmännische Durchführung scheuen. Dies
stellt ein Sicherheitsrisiko dar, da eine falsch eingestellte wirksame Länge des Scherenbeschlags
aufgrund des erhöhten Verschleißes zu Beschädigungen an der Flügellagerung führen
kann.
[0010] Eine Beschlaganordnung mit einem Scherenbeschlag gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1, bei der die wirksame Länge des Scherenbeschlags automatisch beim Drehschließen
des Flügels eingestellt wird, ist aus der
DE 197 18 325 C1 bekannt. Der Ausstellarm der Beschlaganordnung ist gegenüber einem blendrahmenseitig
schwenkbar gelagerten Stellstück verschiebbar angeordnet und mit diesem über federbeaufschlagte,
plattenförmige Verriegelungselemente verbunden. Die Verriegelungselemente sind Teil
eines verstellbaren Kopplungselements, durch das eine Fehlstellung des Flügels durch
Verkürzen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags beim Drehschließen des Flügels
automatisch korrigiert wird. Aus der
DE 7112124 U ist eine weitere gattungsgemäße Beschlaganordnung bekannt, wobei der Ausstellarm
und das Stellstück über jeweilige Feinverzahnungen gehalten und mittels einer Klemmschraube
als Verriegelungselement festgelegt werden.
[0011] Diese Beschlaganordnungen umfassen allerdings eine Vielzahl von Einzelteilen und
darüber hinaus ist ein Zugang zu der Kopplung zwischen dem Ausstellarm und dem Stellstück
bei gekipptem Flügel nur sehr eingeschränkt möglich.
[0012] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Beschlaganordnung der genannten Art mit einfachem
Aufbau und und verbesserter Zugänglichkeit zu schaffen, die eine einfache, insbesondere
automatische, Nachjustierung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags ermöglicht.
[0013] Die Aufgabe wird durch eine Beschlaganordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0014] Mit anderen Worten ist bei der erfindungsgemäßen Beschlaganordnung das Verstellen
der wirksamen Länge nicht manuell erforderlich - ein manuelles Verstellen muss nicht
einmal möglich sein -, sondern erfolgt automatisch beim Schließen des Flügels. Dabei
kann insbesondere ausgenutzt werden, dass bei geschlossenem Flügel durch den Blendrahmen
eine korrekte, d.h. zum Blendrahmen passgenaue, Ausrichtung erzwungen wird. Selbst,
wenn der Flügel im geöffneten Zustand eine Fehlstellung aufweist und daher beim Schließen
auf den Blendrahmen aufläuft, führt das Schließen durch die Wechselwirkung mit dem
Blendrahmen dazu, dass der Flügel letztlich in die korrekte Ausrichtung gedrängt wird.
Das genannte Kopplungselement kann dabei gerade aufgrund dieser Wechselwirkung automatisch
eingestellt werden.
[0015] Da das Kopplungselement die zwei variabel festlegbaren Teile miteinander verbindet,
kann die wirksame Länge des Scherenbeschlags insbesondere durch ein Einstellen des
Kopplungselements verändert werden. Vorteilhafterweise kann das Kopplungselement die
beim Schließen des Flügels auftretenden Wechselwirkungen zu einer Anpassung der Stellung
der beiden variabel zueinander festlegbaren Teile verwenden. Beispielsweise kann die
durch das Kopplungselement bewirkte Kopplung der Teile durch das Schließen des Flügels
zunächst gelöst werden und spätestens beim Erreichen der vollständig geschlossenen
Stellung des Flügels wieder hergestellt werden. Auf diese Weise können die Teile vorteilhaft
gerade in der Relativstellung zueinander wieder miteinander verbunden werden, die
durch den geschlossenen Flügel vorgegeben wird und die daher einer korrekten Ausrichtung
des Flügels entspricht.
[0016] Eine erfindungsgemäße Ausführung wirkt sich auch vorteilhaft auf die Einfachheit
der Montage der Beschlaganordnung aus. Der Scherenbeschlag kann bei der Montage der
Beschlaganordnung nämlich beispielsweise zunächst auf eine maximale oder zumindest
besonders große wirksame Länge eingestellt werden. Der Flügel muss dann nicht zwingend
in der exakt korrekten Ausrichtung montiert werden, sondern kann insbesondere zunächst
leicht hängend (d.h. geringfügig abgesenkt) an dem Blendrahmen gelagert werden. Beim
ersten Schließen läuft der Flügel dann auf den Blendrahmen auf und wird von diesem
nach oben gedrängt. Dadurch verkürzt sich die wirksame Länge des Scherenbeschlags
aufgrund der erfindungsgemäßen Ausführung gerade auf das richtige Maß, d.h. derart,
dass der Flügel relativ zum Blendrahmen korrekt ausgerichtet ist und somit beim nächsten
Schließen des Flügels passgenau in den Blendrahmen eingeschwenkt wird. Wenn sich der
Flügel nach einiger Zeit z.B. aufgrund der Einwirkung der Schwerkraft erneut absenken
sollte, erfolgt diese selbständige Justierung automatisch erneut. Da der Grad einer
bei der Montage oder nach der Montage auftretenden Fehlstellung des Flügels in der
Regel gering ist, braucht die Variabilität der variabel in verschiedenen Stellungen
festlegbaren zwei Teile der Beschlaganordnung nicht besonders umfangreich zu sein
und kann beispielsweise auf Stellungen beschränkt sein, die sich höchstens um wenige
Zentimeter unterscheiden.
[0017] Gemäß einer anderen Beschlaganordnung sind die beiden variabel festlegbaren Teile
relativ zueinander verschiebbar und über eine das Kopplungselement bildende Einwegkupplung
miteinander gekoppelt, welche eine Verschiebebewegung der Teile in einer Richtung
ermöglicht und in der anderen Richtung blockiert. Die verschiedenen relativen Stellungen
werden bei dieser Beschlaganordnung also durch Verschieben der genannten Teile relativ
zueinander. Dabei sind die beiden Teile allerdings nicht frei verschiebbar, da sie
über ein besonders geartetes Kopplungselement, nämlich eine Einwegkupplung, miteinander
gekoppelt sind. Dadurch können die beiden Teile lediglich in die eine Richtung (beispielsweise
aufeinander zu) relativ zueinander verschoben werden. In die andere Richtung (beispielswiese
voneinander weg) dagegen sind sie gegen ein Verschieben blockiert.
[0018] Die Einwegkupplung koppelt folglich die beiden Teile in eine Verschieberichtung starr
miteinander, lässt aber in die entgegengesetzte Richtung zumindest ein Verschieben
der Teile relativ zueinander zu, ohne dass dabei die Teile zwangsläufig vollständig
voneinander entkoppelt sein müssten. Vielmehr kann die Einwegkupplung die beiden Teile
permanent koppeln, so dass die Teile zwar in die genannte eine Richtung relativ zueinander
verschiebbar sind, nicht aber gänzlich voneinander gelöst werden. Außerdem kann die
Verschiebbarkeit der Teile relativ zueinander begrenzt sein. Beispielsweise kann die
Einwegkupplung ein Verschieben der Teile aufeinander zu zwar grundsätzlich zulassen.
Allerdings kann die Strecke, um die die Teile dabei verschoben werden können, durch
die Einwegkupplung oder auf andere Weise (etwa durch Anschläge an den Teilen selbst
oder sonstigen Elementen der Beschlaganordnung) begrenzt sein.
[0019] Insbesondere ist es bevorzugt, wenn die Einwegkupplung dazu ausgebildet ist, eine
die wirksame Länge des Scherenbeschlags verkürzende Verschiebebewegung der Teile zu
ermöglichen und eine die wirksame Länge des Scherenbeschlags verlängernde Verschiebebewegung
der Teile zu blockieren. Somit können durch die Einwegkupplung gerade solche Fehlstellungen
des Flügel korrigiert werden, bei denen der Flügel gegenüber der korrekten Stellung,
in der ein passgenaues Verschwenken des Flügels in den Blendrahmen möglich ist, abgesenkt
ist, wie es insbesondere aufgrund der Schwerkraft häufig der Fall ist.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung dieser Beschlaganordnung ist die Einwegkupplung
zwischen einem scherenlagerseitigen Endbereich des Scherenarms und einem zur Befestigung
des Scherenarms am Drehlager vorgesehenen Verbindungsbauteil, insbesondere einem Tragebügel
oder einem Bandwinkel, wirksam. Ein solcher Tragebügel kann im Wesentlichen als ein
Winkel ausgebildet sein, der mit einem Schenkel über einen Bandwinkel an dem Scherenlager
schwenkbar gelagert ist, während der andere Schenkel mittels der Einwegkupplung mit
dem Scherenarm gekoppelt ist. Somit kann der Tragebügel auf einfache Weise die Lagerung
eines gewinkelt, insbesondere senkrecht, zu einer Schwenkachse des Scherenlagers ausgerichteten
Scherenarms ermöglichen. Das Verbindungsbauteil kann aber auch auf andere Weise ausgeführt
sein, solange es die Befestigung des Scherenarms an dem Bandwinkel ermöglicht. Dabei
müssen weder der Scherenarm noch das Verbindungsbauteil noch der Bandwinkel einteilig
ausgeführt sein. Insbesondere können zwischen dem Scherenarm und dem Bandwinkel neben
dem Verbindungsbauteil noch weitere Elemente die Befestigung des Scherenarms an dem
Bandwinkel und damit die Kopplung mit dem Scherenlager bewirken oder unterstützen.
[0021] Die Änderung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags ergibt sich bei einer solchen
Beschlaganordnung insbesondere dadurch, dass der Scherenarm und das Verbindungsbauteil
relativ zueinander verschoben werden, wodurch sich der Abstand der ersten Koppelstelle,
an der der Scherenarm mit dem Flügel koppelbar ist, von der durch den Bandwinkel bzw.
das Scherenlager definierten Schwenkachse verändert.
[0022] Gemäß einer alternativen Beschlaganordnung ist die Einwegkupplung in den Bandwinkel
oder in das Scherenlager integriert. Beispielsweise können Bandwinkel oder Scherenlager
mehrteilig ausgebildet sein, wobei zumindest zwei dieser Teile relativ zueinander
verschiebbar sind und wobei zwischen diesen zwei Teilen die Einwegkupplung auf die
genannte Weise wirkt. Die relative Verschiebbarkeit kann beispielsweise zwischen einem
Befestigungsabschnitt, über den das Scherenlager etwa an dem Blendrahmen angeschraubt
werden kann, und einem Lagerungsabschnitt des Scherenlagers, welcher der schwenkbaren
Lagerung des Scherenarms oder eines damit gekoppelten Verbindungsbauteils dient, vorliegen.
[0023] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Einwegkupplung eine Rasteinrichtung aufweist.
Eine Rasteinrichtung stellt einen einfachen Mechanismus dar, um die Funktion der Einwegkupplung
zu erfüllen, nämlich eine Verschiebbarkeit zweier mittels der Einwegkupplung gekoppelter
Teiler relativ zueinander in eine Richtung zu ermöglichen und in die dazu entgegengesetzte
Richtung zu blockieren.
[0024] Dabei wird durch die Rasteinrichtung vorteilhafterweise erreicht, dass für das Verschieben
der zwei Teile in die eine Richtung kein manuelles oder durch ein weiteres Element
bewirktes Lösen und anschließend erneutes Herbeiführen der Kopplung der zwei Teile
erfolgen muss, sondern dass das bloße Verschieben der zwei Teile in die eine Richtung
das Lösen und erneute Koppeln bewirkt. Dabei kann das durch die Rasteinrichtung bewirkte
Einrasten insbesondere gestuft, etwa mit regelmäßigen Abständen, erfolgen, so dass
jeweils bei einem Verschieben um ein bestimmtes Maß (Raststufe) eine entsprechend
verkürzte bzw. verlängerte wirksame Länge des Scherenbeschlags eingestellt wird. Durch
eine solche Stufung kann festgelegt werden, in wie feinen Stufen ein Verstellen der
wirksamen Länge des Scherenbeschlags möglich sein soll.
[0025] Gemäß einer Weiterbildung dieser Beschlaganordnung umfasst die Rasteinrichtung eine
an einem der verschiebbaren Teile ausgebildete Verzahnung und eine mit dieser zusammenwirkende,
am anderen Teil ausgebildete Gegenverzahnung. Eine solche Ausführung stellt eine konstruktiv
besonders einfache Form einer Rasteinrichtung dar und kann mit großer Präzision gefertigt
werden. Vorteilhafterweise wirken die Verzahnung und die Gegenverzahnung dabei gerade
aufgrund ihrer jeweiligen Ausbildung derart zusammen, dass sie ein Aneinanderentlanggleiten
der verschiebbaren Teile in die eine Richtung zulassen, aber in die andere Richtung
blockieren.
[0026] Dabei kann die Verzahnung insbesondere eine unsymmetrische Zahnform aufweisen. Denn
gerade durch eine unsymmetrische Zahnform kann erreicht werden, dass das Zusammenwirken
der Verzahnung und der Gegenverzahnung, die ebenfalls eine, wenn auch nicht zwangsläufig
gleichermaßen, unsymmetrische Zahnform aufweisen kann, in die eine Verschieberichtung
ein Verschieben zulässt, es aber in die andere Verschieberichtung blockiert.
[0027] Insbesondere können die zu einer Seite hin weisenden Zahnflanken der Verzahnung schräg
zu einer Längsachse des Scherenarms verlaufen und die zur entgegengesetzten Seite
hin weisenden Zahnflanken der Verzahnung zumindest im Wesentlichen rechtwinklig zu
der Längsachse verlaufen. Hierbei ist schräg so zu verstehen, dass die Zahnflanken
weder parallel noch senkrecht zur Längsachse ausgerichtet sind, sondern einen dazu
mittleren Winkel von beispielsweise zwischen 20° und 70° aufweisen. Die Zahnflanken
der Gegenverzahnung können hierzu entsprechend, allerdings gerade entgegengesetzt
ausgebildet sein. Wenn bei einer solchen Ausführungsform die Verzahnungen und die
Gegenverzahnung ineinandergreifen, liegen also senkrecht zur Längsachse ausgerichtete
Zahnflanken der Verzahnung an senkrecht zur Längsachse ausgerichteten Zahnflanken
der Gegenverzahnung an und schräg zur Längsachse ausgerichtete Zahnflanken der Verzahnung
an schräg zur Längsachse ausgerichteten Zahnflanken der Gegenverzahnung an.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Beschlaganordnung umfasst die Rasteinrichtung
eine Sperrklinke, welche beweglich, insbesondere verschwenkbar, an einem der verschiebbaren
Teile gelagert ist und in bevorzugt durch eine Verzahnung gebildete Rastausnehmungen
des anderen Teils eingreift. Insbesondere kann die genannte Gegenverzahnung an der
Sperrklinke ausgebildet sein, so dass die Sperrklinke mit dieser Gegenverzahnung in
die Rastausnehmungen des jeweiligen anderen Teils eingreift. Die Beweglichkeit der
Sperrklinke ermöglicht dabei, dass das Eingreifen der Sperrklinke in die Rastausnehmungen
zumindest vorübergehend aufhebbar ist, indem die Sperrklinke aus der eingreifenden
Stellung heraus bewegt, insbesondere verschwenkt, wird.
[0029] Dabei ist es bevorzugt, wenn die Sperrklinke mittels eines Federelements in eine
jegliche Verschiebebewegungen der Teile blockierende Sperrstellung vorgespannt ist.
Dabei ist die jegliche Verschiebebewegungen der Teile blockierende Sperrstellung derart
zu verstehen, dass sich die verschiebbaren Teile relativ zueinander nicht verschieben
lassen, ohne hierfür die Sperrklinke aus ihrer Sperrstellung verstellen zu müssen.
Dabei ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass das Verschieben der Teile selbst dazu
führt, dass die Sperrklinke aus der Sperrstellung herausbewegt wird. Insbesondere
ist es vorteilhaft, wenn die Sperrklinke und die Rastausnehmungen derart ausgebildet
sind, dass eine auf die verschiebbaren Teile ausgeübte Verschiebekraft in eine Verschieberichtung
zu einem Versetzen der Sperrklinke aus der Sperrstellung heraus führt, so dass die
Teile in diese Richtung verschoben werden können, während eine Verschiebekraft in
die andere Verschieberichtung zu keinem Versetzen der Sperrklinke führt, so dass die
Teile gegen ein Verschieben in diese andere Richtung blockiert sind.
[0030] Durch eine derartige vorgespannte Sperrklinke kann sichergestellt werden, dass die
Einwegkupplung die verschiebbaren Teile in die zu sperrende Richtung, d.h. insbesondere
entgegen aufgrund der Schwerkraft auf den Flügel und die Beschlaganordnung wirkende
Kräfte, zuverlässig koppelt. Dabei kann die Sperrklinke vorteilhafterweise auch so
ausgeführt sein, dass sie manuell gegen ihre Vorspannung aus der Sperrstellung bewegt
werden kann, um nötigenfalls ausnahmsweise ein Verschieben der verschiebbaren Teile
auch in die ansonsten gesperrte Richtung zu ermöglichen.
[0031] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Sperrklinke direkt an einem scherenlagerseitigen
Endbereich des Scherenarms gelagert ist. An einem solchen Endbereich kann beispielsweise
eine Kopplung des Scherenarms mit einem Verbindungsbauteil oder dem Bandwinkel vorgesehen
sein, so dass die Sperrklinke im Rahmen dieser Kopplung wirksam sein kann. Außerdem
erstreckt sich die Sperrklinke auf diese Weise auch bei drehgeöffnetem oder kippgeöffnetem
Flügel nicht sehr weit vom Blendrahmen weg, so dass sie nicht exponiert wird und somit
vermieden werden kann, dass sie versehentlich lösend betätigt wird.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung dieser Beschlaganordnung ist die Sperrklinke an
einer dem Flügel des Fensters oder der Tür zugewandten Unterseite des Scherenarms
gelagert, wobei eine Ausnehmung des Scherenarms einen zumindest teilweisen Zugang
zu der Sperrklinke von der Oberseite des Scherenarms aus ermöglicht. Bei einer solchen
Ausführung ist die Sperrklinke somit zwar im Wesentlichen verdeckt und geschützt angeordnet,
damit ein unbeabsichtigtes Lösen der Kopplung der zwei verschiebbaren Teile vermieden
wird. Zugleich ist aber zumindest aus einem bestimmten, bei üblicher Betätigung des
Flügels untypischen Winkel (von oben) ein Zugang zur Sperrklinke möglich. Durch diesen
Zugang kann die Sperrklinke somit nötigenfalls manuell, etwa werkzeuglos oder mittels
eines Stiftes oder Schraubendrehers, gelöst werden. Dies kann beispielsweise erforderlich
werden, wenn eine Überkorrektur stattgefunden hat und die Ausrichtung des Flügels
über die korrekte Stellung hinaus verändert wurde.
[0033] Bei der erfindungsgemäßen Beschlaganordung ist das eine der zwei variabel in verschiedenen
Stellungen festlegbaren Teile der Scherenarm und das andere der Scherenlenker, wobei
der Scherenarm und der Scherenlenker einen in Längsrichtung des geschlossenen Scherenbeschlags
variablen gemeinsamen Anlenkungspunkt aufweisen, an dem sie gelenkig miteinander gekoppelt
sind. Anders als bei üblichen Scherenbeschlägen sind also bei dieser Ausführungsform
der Scherenarm und der Scherenlenker nicht an einem festen Punkt gelenkig miteinander
verbunden, sondern der Punkt, an dem der Scherenarm und der Scherenlenker miteinander
verbunden sind, ist verstellbar. Insbesondere kann dieser Anlenkungspunkt in Längsrichtung
des Scherenbeschlags verstellt werden, d.h. parallel zu der Erstreckung des Scherenbeschlags,
wenn der Scherenbeschlag geschlossen ist und folglich der Scherenarm und der Scherenlenker
parallel zueinander ausgerichtet sind, was etwa bei geschlossenem oder drehgeöffnetem
Flügel der Fall ist.
[0034] Bei einer solchen Ausführungsform braucht kein weiteres Element vorgesehen zu sein,
das gegenüber dem Scherenarm oder dem Scherenlenker oder einem sonstigen Teil des
Scherenbeschlags variabel in verschiedenen Stellungen festlegbar ist, da die Kopplung
des Scherenarms mit dem Scherenlenker selbst variabel ist. Auf diese Weise braucht
sich die Beschlaganordnung gemäß dieser Ausführungsform nicht grundlegend von üblichen
Beschlaganordnungen zu unterscheiden, sondern lediglich darin, dass die Kopplung des
Scherenarms mit dem Scherenlenker einen variablen Anlenkungspunkt aufweist, durch
den auf einfache Weise die wirksame Länge des Scherenbeschlags veränderbar sein kann.
Um die wirksame Länge bei einer Fehlstellung des Flügels anzupassen, ist dann vorteilhafterweise
ein Mechanismus vorgesehen, der zwar ein Verstellen der Position des genannten Anlenkungspunkts
insbesondere beim Kippschließen des Flügels zulässt, den Anlenkungspunkt nach Erreichen
der korrekten Position aber, insbesondere beim Drehöffnen des Flügels, bei dem der
Flügel üblicherweise durch den Scherenbeschlag getragen wird, festlegt und stabil
hält.
[0035] Bei einer Weiterbildung wird diese Funktion dadurch erreicht, dass das Kopplungselement
zumindest eine an dem Scherenarm ausgebildete Verzahnung und zumindest eine an dem
Scherenlenker ausgebildete Gegenverzahnung umfasst, wobei die Verzahnung und die Gegenverzahnung
dazu angepasst sind, ineinanderzugreifen, wenn der Scherenarm und der Scherenlenker
parallel zueinander ausgerichtet sind. Dabei führt das Ineinandergreifen der Verzahnung
und der Gegenverzahnung vorteilhafterweise dazu, dass der variable gemeinsame Anlenkungspunkt
des Scherenarms und des Scherenlenkers auf eine bestimmte, insbesondere zum Zeitpunkt
des Ineinandergreifens vorliegende Stellung festgelegt wird. Hierbei kann der Scherenarm
ein Klemmteil umfassen, wobei dann das Klemmteil als Teil des Scherenarms eine Verzahnung
aufweisen kann.
[0036] Die Verzahnung und die Gegenverzahnung greifen dabei zumindest dann ineinander ein,
wenn der Scherenarm und der Scherenlenker parallel zueinander ausgerichtet sind, also
etwa in der geschlossenen Stellung des Scherenbeschlags. Es ist denkbar, dass sie
auch in anderen Stellungen des Scherenbeschlags ineinandergreifen. Grundsätzlich reicht
es aber aus, wenn die Verzahnungen bei geschlossenem Scherenbeschlag ineinandergreifen
und somit die ansonsten veränderbare wirksame Länge des Scherenbeschlags festlegen.
Denn lediglich in drehgeöffnetem Zustand des Flügels wird der Flügel durch den Scherenbeschlag
getragen und hängt die Neigung und somit eine mögliche Fehlstellung des Flügels von
der wirksamen Länge des Scherenbeschlags ab. Dagegen kann der Flügel, wenn er kippgeöffnet
ist, keine Fehlstellung aufweisen, da der Flügel mit der der Kippachse zugewandten
Seite (in der Regel Unterseite, kann aber auch die Oberseite sein) an dem Blendrahmen
abgestützt ist und dadurch korrekt ausgerichtet wird. Daher braucht in kippgeöffnetem
Zustand des Flügels die wirksame Länge des dann aufgescherten Scherenbeschlags nicht
festgelegt zu sein.
[0037] Das automatische Einstellen der Verzahnung und Gegenverzahnung zueinander erfolgt
dann beim Schließen des kippgeöffneten Flügels. Durch das Aufliegen des Flügels am
unteren oder oberen Querholm des Blendrahmens bzw. einem dort vorgesehenen Schließteil
weist der Flügel im kippgeöffneten Zustand eine korrekte Ausrichtung auf, die gegenüber
der Fehlstellung verkürzt (bei hängendem Flügel) oder verlängert (bei zu stark angehobenem
Flügel) sein kann. Da die Verzahnung und die Gegenverzahnung bei aufgeschertem Scherenbeschlag
nicht ineinandergreifen, ist der Anlenkungspunkt zwischen Scherenarm und Scherenlenker
zunächst frei im Rahmen der möglichen Verstellbarkeit verstellbar und nimmt die der
aktuellen Ausrichtung des Flügels entsprechende und somit automatisch korrekte Stellung
ein. Die wirksame Länge des Scherenbeschlags wird dadurch korrekt eingestellt, muss
aber noch festgelegt, d.h. fixiert werden, damit sie auch bei einem anschließenden
Drehöffnen des Flügel erhalten bleibt. Dies erfolgt beim Schließen des kippgeöffneten
Flügels. Dann nämlich schließt sich auch der Scherenbeschlag und greifen die Verzahnung
und die Gegenverzahnung ineinander ein, so dass diese verhindern, dass sich die Position
des Anlenkungspunkts weiterhin verändern kann. Somit wird also die wirksame Länge
des Scherenbeschlags festgelegt und bleibt solange bestehen, wie die Verzahnung und
Gegenverzahnung in Eingriff miteinander bleiben, d.h. solange der Scherenbeschlag
geschlossen bleibt, insbesondere also bei einem Drehöffnen des Flügels.
[0038] Im Unterschied zu einer Ausführungsform, bei der wie oben beschrieben die Variabilität
der relativen Stellung der beiden variablen Teile durch Verschieben der Teile in Verbindung
mit einem Rastmechanismus erreicht wird, erfolgt bei der zuletzt beschriebenen Ausführungsform
also die automatische Anpassung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags nicht beim
Schließen des drehgeöffneten Flügels, sondern beim Schließen des kippgeöffneten Flügels.
[0039] Gemäß einer Weiterbildung ist die Verzahnung an einer dem Flügel zugewandten Längsseite
des Scherenarms ausgebildet und ist die Gegenverzahnung an einer dem Flügel zugewandten
Längsseite des Scherenlenkers ausgebildet. Dabei ist mit der dem Flügel zugewandten
Längsseite diejenige Längsseite des Scherenarms bzw. des Scherenlenkers gemeint, die
bei kippgeöffnetem Flügel in Kipprichtung, also in Richtung des Flügels und von dem
Blendrahmen weg, weist. Grundsätzlich können aber auch umgekehrt die Verzahnung an
einer von dem Flügel abgewandten Längsseite des Scherenarms und die Gegenverzahnung
an einer von dem Flügel abgewandten Längsseite des Scherenlenkers ausgebildet sein.
Ferner können bei einer weiteren Ausführungsform an dem Scherenarm zwei an gegenüberliegenden
Längsseiten des Scherenarms angeordnete Verzahnungen ausgebildet sein und an dem Scherenlenker
zwei an gegenüberliegenden Längsseiten des Scherenlenkers angeordnete Gegenverzahnungen
ausgebildet sein. Dabei sind die Verzahnung und die Gegenverzahnung vorteilhafterweise
jeweils so angeordnet, dass sie bei Schließen des Scherenbeschlags, also bei Verschwenken
des Scherenarms und des Scherenlenkers relativ zueinander in eine zueinander parallele
Ausrichtung, ineinandergreifen können. Je nach Stellung des Anlenkungspunkts sind
dabei auch die Verzahnung und Gegenverzahnung insbesondere bezogen auf eine Längsausrichtung
unterschiedlich relativ zueinander angeordnet, so dass durch das Ineinandergreifen
der derart angeordneten Verzahnung und Gegenverzahnung der Anlenkungspunkt in seiner
jeweiligen Stellung festgelegt wird.
[0040] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Verzahnung schwenkbar an dem Scherenarm
ausgebildet ist und in Richtung der Gegenverzahnung federvorgespannt ist und/oder
dass die Gegenverzahnung schwenkbar an dem Scherenlenker ausgebildet ist und in Richtung
der Verzahnung federvorgespannt ist. Die Verzahnung (bzw. Gegenverzahnung) kann folglich
bei geöffnetem Scherenbeschlag aufgrund der Vorspannung in Richtung der Gegenverzahnung
(bzw. Verzahnung) ausgeschwenkt sein. Das hat zur Folge, dass bei einem Schließen
des Scherenbeschlags, beispielsweise beim Schließen des kippgeöffneten Flügels, die
Verzahnung und die Gegenverzahnung bereits aufeinandertreffen, bevor der Scherenarm
und der Scherenlenker vollständig parallel zueinander ausgerichtet sind. Dadurch können
bereits zumindest ein Zahn oder einige Zähne der Verzahnung in die Gegenverzahnung
(oder umgekehrt) eingreifen, bevor auch die Verzahnung und die Gegenverzahnung parallel
ausgerichtet sind und bündig ineinandergreifen. Diese vorzeitige Wechselwirkung zusammen
mit der Federvorspannung kann vorteilhafterweise dazu führen, dass das Ineinandergreifen
der Verzahnung und der Gegenverzahnung tendenziell eine geringfügig (beispielsweise
um einen Zahnabstand der Verzahnung) gegenüber der aktuellen Flügelausrichtung verkürzte
wirksame Länge des Scherenbeschlags festlegt, in dem der Flügel beim Schließen etwas
angehoben wird. Durch die geringfügig verkürzte wirksame Länge kann die Beschlaganordnung
dann gerade besonders gut geeignet sein, den drehgeöffneten Flügel gegen die Schwerkraft
so stabil zu halten, dass er beim Schließen nicht auf den Blendrahmen aufläuft.
[0041] Bei einer Ausführungsform wird der genannte Anlenkungspunkt durch einen in ein Langloch
des Scherenarms eingreifenden Zapfen des Scherenlenkers oder durch einen in ein Langloch
des Scherenlenkers eingreifenden Zapfen des Scherenarms definiert. Einen Zapfen am
Scherenlenker (bzw. Scherenarm) vorzusehen, der in ein Loch am Scherenarm (bzw. Scherenlenker)
eingreift, ist eine konstruktiv besonders einfache Art, den Scherenarm und den Scherenlenker
gelenkig miteinander zu koppeln. Um den Anlenkungspunkt dieser gelenkigen Kopplung
variabel auszubilden ist es daher vorteilhaft, das Loch als Langloch auszubilden.
Eine Festlegung der Lage des Zapfens in dem Langloch zur Festlegung des Anlenkungspunkts
braucht dabei nicht durch eine Wechselwirkung des Zapfens mit dem Langloch zu erfolgen,
sondern kann auch an anderer Stelle, etwa mittels der genannten Verzahnung und Gegenverzahnung,
zwischen dem Scherenarm und dem Scherenlenker erfolgen.
[0042] Es ist jedoch vorteilhaft, wenn das Langloch eine Innenverzahnung aufweist, wobei
der Zapfen einen radialen Fortsatz aufweist, der dazu angepasst ist, in die Innenverzahnung
einzugreifen, wenn der Scherenarm und der Scherenlenker parallel zueinander ausgerichtet
sind. Dabei kann der Fortsatz bei aufgeschertem Scherenbeschlag von der Innenverzahnung
wegweisen, so dass der Zapfen im Wesentlichen frei in dem Langloch angeordnet werden
kann. Durch das Schließen des Scherenbeschlags, wodurch der Scherenarm und der Scherenlenker
parallel zueinander ausgerichtet werden, greift dann der Fortsatz in die Innenverzahnung
ein, und legt so die Lage des Zapfens in dem Langloch und folglich auch den Anlenkungspunkt
des Scherenlenkers an dem Scherenarm fest. Insbesondere kann der Fortsatz, wenn der
Scherenlenker relativ zum Scherenarm in die parallele Ausrichtung verschwenkt wird,
bereits in die Innenverzahnung eingreifen, wenn der Scherenarm und der Scherenlenker
noch nicht vollständig parallel zueinander ausgerichtet sind. Ähnlich wie bei der
zuvor beschriebenen schwenkbaren und vorgespannten Verzahnung kann dies eine vorteilhafte
geringfügige Verkürzung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags gegenüber der durch
das Anliegen des Flügels an dem Blendrahmen vorgegebenen korrekten Ausrichtung des
Flügels bewirken, indem der Flügel etwas angehoben wird.
[0043] Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist die Verzahnung an einer dem Scherenarm
zugewandten Oberseite des Scherenlenkers ausgebildet. Dazu kann ein Klemmteil vorgesehen
sein, das an dem Anlenkungspunkt drehbar und entlang der Drehachse lateral verschiebbar
mit dem Scherenarm gekoppelt ist. Die Gegenverzahnung kann dabei der Verzahnung gegenüberliegend,
an einer dem Scherenlenker zugewandten Seite des Klemmteils vorgesehen sein.
[0044] Eine solche Ausführungsform hat den Vorteil, dass keine bauliche Anpassung des Scherenarms
vorgenommen werden muss. Vielmehr können bereits bestehende Systeme lediglich durch
Austausch des Scherenlenkers, und nicht zusätzlich des Scherenarms, zu dem neuen System
umgebaut werden.
[0045] Weiter kann das Klemmteil auf einer dem Scherenarm zugewandten Seite und/oder der
Scherenarm auf einer dem Klemmteil zugewandten Seite mindestens eine Erhebung aufweisen,
wobei die Erhebung ausgebildet ist, um beim Kippschließen eine laterale Verschiebung
des Klemmteils entlang der Drehachse zu bewirken, wodurch die Verzahnung des Scherenlenkers
mit der Gegenverzahnung des Klemmteils in Eingriff gebracht werden kann.
[0046] Auf diese Weise wird ein zuverlässiger Eingriff zwischen der Verzahnung des Scherenlenkers
und der Gegenverzahnung des Klemmteils während des Schließens aus einer Kippstellung
erreicht.
[0047] Bevorzugt kann das Klemmteil auf der dem Scherenarm zugewandten Seite zwei Erhebungen
aufweisen, welche vorteilhafterweise an gegenüberliegenden Seiten des Anlenkpunkts
angeordnet sind. Insbesondere können die zwei Erhebungen in entgegengesetzten Endbereichen
des Scherenarms angeordnet sein.
[0048] Dies hat den Vorteil, dass das Klemmteil bei der lateralen Verschiebung entlang der
Drehachse parallel zu dem Scherenarm ausgerichtet bleibt, wodurch ein Verkanten des
Klemmteils verhindert wird.
[0049] Es ist auch denkbar, dass der Scherenarm auf der dem Klemmteil zugewandten Seite
zwei Erhebungen aufweist, welche an gegenüberliegenden Seiten des Anlenkpunkts angeordnet
sein können.
[0050] Dies hätte den Vorteil, dass keine Erhebung an dem Klemmteil mehr benötigt wird und
somit eine einfachere und kostengünstigere Fertigung des Klemmteils möglich ist.
[0051] Die erste Koppelstelle kann zudem reibungsbehaftet ausgebildet sein. Dies hat den
Vorteil, dass beim Schließen des Flügels aus der Kippstellung ein Anpressdruck zwischen
Klemmteil und Scherenlenker erzeugt wird, wodurch zuerst die längsseitige Verzahnung
des Klemmteils in die gegenüberliegende Gegenverzahnung des Scherenarms eingreift,
bevor der Scherenbeschlag zuscheren kann. Eine solche reibungsbehaftete erste Koppelstelle
kann aber auch in jeder anderen Ausführungsform vorgesehen sein. Ferner kann jede
andere Koppelstelle reibungsbehaftet ausgebildet sein.
[0052] Nachfolgend wird die Erfindung lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren
näher erläutert.
- Fig. 1A bis 1C
- zeigen eine erste Beschlaganordnung in einer perspektiven Ansicht, einer Teilansicht
von oben und einer Schnittansicht von der Seite.
- Fig. 2A und 2B
- zeigen in einer Ausschnittsvergrößerung der Fig. 1C die erste Beschlaganordnung in
zwei verschiedenen Zuständen.
- Fig. 3A bis 3C
- zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung in einer
Ansicht von der Seite, einer Ansicht von oben und einer Ausschnittsvergrößerung der
Ansicht von oben bei geschlossenem Scherenbeschlag.
- Fig. 4A und 4B
- zeigen die erste Ausführungsform in einer Ansicht von oben und in einer Ausschnittsvergrößerung
der Ansicht von oben bei geöffnetem Scherenbeschlag.
- Fig. 5A bis 5C
- zeigen eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung in einer
Ansicht von der Seite, einer Ansicht von oben und einer Ausschnittsvergrößerung der
Ansicht von oben bei geschlossenem Scherenbeschlag.
- Fig. 6A bis 6C
- zeigen die zweite Ausführungsform in einer Ansicht von oben, einer Ausschnittsvergrößerung
der Ansicht von oben und einer weiteren Ausschnittsvergrößerung der Ansicht von oben
bei geöffnetem Scherenbeschlag.
- Fig. 7
- zeigt eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Beschlaganordnung in einer
perspektivischen Ansicht bei geöffnetem Scherenbeschlag.
- Fig. 8A und 8B
- zeigen die dritte Ausführungsform in einer Ansicht von unten und eine Detailansicht
B von Fig. 8A.
- Fig. 9A und 9B
- zeigen die dritte Ausführungsform in einer Ansicht von oben bei geöffnetem und geschlossenem
Scherenbeschlag.
- Fig. 10A bis 10C
- zeigen die dritte Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht, einer Seitenansicht
und eine Detailansicht C von Fig. 10B.
[0053] Bei jeder der in den Figuren dargestellten Ausführungsformen umfasst die jeweilige
Beschlaganordnung 11 einen Scherenbeschlag 13, der einen Scherenarm 15, einen Scherenlenker
17 sowie einen Scherenstulp 19 aufweist. Der Scherenarm 15 und der Scherenlenker 17
sind länglich ausgebildet und an einem Anlenkungspunkt 21 gelenkig miteinander gekoppelt,
wobei der Anlenkungspunkt 21 an einem Ende des Scherenlenkers 17, aber von einem Ende
des Scherenarms 15 beabstandet angeordnet ist.
[0054] Der Scherenstulp 19 kann an einer Oberseite eines nicht dargestellten Flügels eines
Fensters, einer Tür oder dergleichen befestigt werden und dient dazu, den Scherenbeschlag
13 mit dem Flügel zu verbinden. Dabei weist der Scherenstulp 19 eine erste Koppelstelle
23 auf, an der der Scherenlenker 17 mit dem dem Anlenkungspunkt 21 entgegengesetzten
Ende gelenkig mit dem Scherenstulp 19 gekoppelt ist und auf diese Weise mittelbar
mit einem jeweiligen Flügel koppelbar ist.
[0055] Der Scherenarm 15 ist somit einerseits über den Scherenlenker 17 mit dem Scherenstulp
19 verbunden. Andererseits greift der Scherenarm 15 aber auch direkt mit einem dem
Anlenkungspunkt 21 benachbarten Ende in ein Langloch 25 des Scherenstulps 19 ein,
so dass der Scherenarm 15 mit dem Scherenstulp 19 gelenkig gekoppelt ist, wobei jedoch
diese Kopplung keine feste Koppelstelle aufweist, sondern entlang der Erstreckung
des Langlochs 25 variabel ist. Durch diese Anordnung kann der Scherenbeschlag 13 in
eine beispielsweise in Fig. 4 und 6 gezeigte Stellung aufscheren. Dabei wird durch
das Langloch 25 begrenzt, wie weit der Scherenbeschlag 13 geöffnet werden kann (in
Fig. 4 und 6 ist die jeweils maximal aufgescherte Stellung gezeigt).
[0056] Mit dem vom Anlenkungspunkt 21 weiter beabstandeten Ende ist der Scherenarm 15 über
ein Verbindungsbauteil 27 an einer zweiten Koppelstelle 29 mit einem Bandwinkel 31
gekoppelt (vgl. Fig. 3A und 3B sowie 5A und 5B). Über diesen Bandwinkel 31 kann der
Scherenbeschlag 13 schwenkbar an einem nicht dargestellten, am Blendrahmen befestigten
Scherenlager gelagert werden. Auf diese Weise kann der Scherenbeschlag 13 einen Flügel
mit dem Blendrahmen koppeln und den Flügel beim Drehöffnen und Kippöffnen des Flügels
gegenüber dem Blendrahmen stabilisieren. Das Verbindungsbauteil 27 ist als Tragebügel
in Form eines Winkels mit zwei Schenkeln ausgebildet, der mit einem Schenkel mit dem
Scherenarm 15 und mit dem anderen Schenkel mit dem Bandwinkel 31 verbunden ist.
[0057] Bei der ersten Beschlaganordnung gemäß Fig. 1 und 2 sind der Scherenarm 15 und der
Tragebügel 27 nicht starr miteinander gekoppelt, sondern über ein als Einwegkupplung
33 ausgebildetes Kopplungselement in Längsrichtung relativ zueinander verschiebbar
gekoppelt. Dabei ist die Einwegkupplung 33 derart ausgebildet, dass der Scherenarm
15 in Richtung des Bandwinkels 31 gegenüber dem Tragebügel 27 verschoben werden kann,
aber gegen ein Verschieben in die Gegenrichtung blockiert ist. Auf diese Weise kann
die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 automatisch verkürzt werden, wenn der Scherenarm
15 in Richtung des Bandwinkels 31 gedrängt wird. Eine selbsttätige Verlängerung ist
hingegen ausgeschlossen.
[0058] In den Fig. 2A und 2B ist die Einwegkupplung 33 vergrößert dargestellt. Darin ist
zu erkennen, dass die Einwegkupplung 33 eine Rasteinrichtung 35 aufweist, die eine
Verzahnung 37 an dem Tragebügel 27 sowie eine an dem Scherenarm 15 angeordnete Gegenverzahnung
39 umfasst. Die Gegenverzahnung 39 ist an einer schwenkbar an dem Scherenarm 15 gelagerten
Sperrklinke 41 ausgebildet. Die Sperrklinke 41 ist zwischen den Fig. 2A und 2B gezeigten
Stellungen verschwenkbar, so dass die Sperrklinke 41 mit der Gegenverzahnung 39 in
die durch die Verzahnung 37 gebildeten Rastausnehmungen wie gezeigt eingreifen oder
aber aus diesen gelöst werden kann. Dabei ist die Sperrklinke 41 durch ein nicht dargestelltes
Federelement in die in Fig. 2A gezeigte eingreifende Stellung vorgespannt.
[0059] Die zum Bandwinkel 31 weisenden Zahnflanken der Verzahnung 37 sind senkrecht zur
Längsachse L des Scherenarms 15 ausgerichtet, während die vom Bandwinkel 31 wegweisenden
Zahnflanken schräg zur Längsachse L ausgerichtet sind. Hierzu entsprechend sind die
vom Bandwinkel 31 wegweisenden Zahnflanken der Gegenverzahnung 39 senkrecht zur Längsachse
L ausgerichtet, während die zum Bandwinkel 31 weisenden Zahnflanken schrägt zur Längsachse
L ausgerichtet sind. Dies hat zur Folge, dass bei Ausüben einer Verschiebekraft auf
den Scherenarm 15 in vom Bandwinkel 31 wegweisender Richtung (in Fig. 1 und 2: nach
links) die aneinander anliegenden senkrechten Zahnflanken der Verzahnung 37 und der
Gegenverzahnung 39 eine Verschiebebewegung des Scherenarms 15 relativ zum Tragebügel
27 blockieren. Wirkt eine Verschiebekraft dagegen in umgekehrte Richtung, gleiten
die schräg ausgerichteten Zahnflanken der Verzahnung 37 und der Gegenverzahnung 39
aneinander entlang, wodurch die Sperrklinke 41 gegen die Federvorspannung angehoben
wird und eine Verschiebebewegung des Scherenarms 15 relativ zum Tragebügel 27 ermöglicht.
Sobald durch das Verschieben eine Verzahnung überwunden ist, schwenkt die Sperrklinke
41 jedoch aufgrund der Vorspannung wieder zurück und greift mit der Gegenverzahnung
39 erneut in die Verzahnung 37 ein, so dass die relative Ausrichtung des Scherenarms
15 gegenüber dem Tragebügel 27 wieder gesichert wird.
[0060] Auf diese Weise ermöglicht die beschriebene erste Beschlaganordnung ein automatisches
Verkürzen der wirksamen Länge des Scherenbeschlags 13, wenn der Scherenarm 15 in Richtung
des Bandwinkels 27 gedrängt wird, wie es insbesondere durch Auflaufen des Flügels
auf den Blendrahmen beim Schließen des drehgeöffneten Flügels der Fall ist. Ein Verlängern
der wirksamen Länge ist dagegen nicht automatisch möglich, sondern lediglich durch
manuelles Lösen der Sperrklinke 41. Die Sperrklinke 41 ist an der einem jeweiligen
Flügel zugewandten Unterseite des Scherenarms 15 gelagert und auf diese Weise gegen
ein unbeabsichtigtes Verstellen geschützt. Dabei ist allerdings eine Ausnehmung in
dem Scherenarm 15 vorgesehen, durch den ein Zugang zur Sperrklinke 41 von der Oberseite
des Scherenarms 15 aus ermöglicht wird. Somit kann die Sperrklinke 41 durch die Ausnehmung
43 hindurch betätigt werden, um sie in die in Fig. 2B gezeigte Stellung zu verschwenken
und so eine manuelle Verlängerung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags 13 zu ermöglichen.
[0061] Die in den Fig. 3 und 4 bzw. 5 und 6 dargestellten ersten und zweiten Ausführungsformen
einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung 11 unterscheiden sich von der zuvor beschriebenen
ersten Beschlaganordnung 11 im Wesentlichen dadurch, dass der Scherenarm 15 nicht
gegenüber dem Tragebügel 27 verschiebbar, sondern starr mit dem Tragebügel 27 verbunden
ist, und dass stattdessen der Anlenkungspunkt 21, an dem der Scherenarm 15 mit dem
Scherenlenker 17 gelenkig verbunden ist, nicht fest, sondern variabel ist. Dies wird
dadurch erreicht, dass der Scherenlenker 17 zur Kopplung mit dem Scherenarm 15 einen
Zapfen 45 aufweist, der in ein im Scherenarm 15 ausgebildetes Langloch 47 eingreift.
Der Anlenkungspunkt 21 wird dann durch die Lage des Zapfens 45 in dem Langloch 47
definiert und ist somit innerhalb des durch die Erstreckung des Langlochs 47 vorgegebenen
Rahmens variabel.
[0062] Um zumindest in dem in den Fig. 3A bis 3C bzw. 5A bis 5C gezeigten geschlossenen
Zustand des Scherenbeschlags 13 den Anlenkungspunkt 21 und somit die wirksame Länge
des Scherenbeschlags 13 festzulegen, sind an dem Scherenarm 15 eine Verzahnung 49
und an dem Scherenlenker 17 eine dazu entsprechende Gegenverzahnung 51 ausgebildet.
Die Verzahnung 49 und die Gegenverzahnung 51 sind jeweils an der in Kippöffnungsrichtung
weisenden Längsseite des Scherenarms 15 bzw. des Scherenlenkers 17 ausgebildet. In
geschlossenem Zustand des Scherenbeschlags 13, wenn also der Scherenarm 15 und der
Scherenlenker 17 parallel zueinander ausgerichtet sind, greifen die Verzahnung 49
und die Gegenverzahnung 51 wie dargestellt ineinander und legen somit die Lage des
Zapfens 45 in dem Langloch 47 fest. Solange der Scherenbeschlag 13 geschlossen bleibt,
ist dadurch folglich die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 festgelegt und bleibt
daher insbesondere während eines Drehöffnens des Flügels in dem so eingestellten Zustand
erhalten.
[0063] Wenn aber der Flügel kippgeöffnet wird, schert der Scherenbeschlag 13 auf, wodurch
die Verzahnung 49 und die Gegenverzahnung 51 außer Eingriff gebracht werden, so dass
sich der Anlenkungspunkt 21 verändern kann. Da der Flügel im kippgeöffneten Zustand
mit seiner der Kippachse zugewandten Seite an dem Blendrahmen anliegt, ist er korrekt
ausgerichtet, so dass der Anlenkungspunkt 21 beim Schließen des Flügels zwangsläufig
die korrekte Stellung innerhalb des Langlochs 47 einnimmt und dann durch das erneute
Ineinandergreifen der Verzahnung 49 und der Gegenverzahnung 51 in dieser Stellung
gehalten wird. So kann sich die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 beim Schließen
des kippgeöffneten Flügels automatisch auf die richtige Länge einstellen und bleibt
beim Drehöffnen des Flügels erhalten.
[0064] Wie insbesondere in den Fig. 4A und 4B zu erkennen ist, ist bei der ersten Ausführungsform
(Fig. 3 und 4) im Unterschied zu der zweiten Ausführungsform (Fig. 5 und 6) die Gegenverzahnung
51 schwenkbar an dem Scherenlenker 17 ausgebildet. Die Gegenverzahnung 51 kann dabei
zwischen der in den Fig. 3A bis 3C gezeigten, zur Längserstreckung des Scherenlenkers
17 parallelen Stellung und der in Fig. 4A und 4B gezeigten, in Richtung der Verzahnung
49 ausgeschwenkten Stellung, in die sie durch ein Federelement 53 in Form einer Federzunge
vorgespannt ist, verschwenkt werden. Zudem ist das der Verzahnung 49 zugewandte Ende
der sich ansonsten linear erstreckenden Gegenverzahnung 51 gerundet. Durch diesen
Verlauf der Gegenverzahnung 51 und die Federvorspannung greift beim Schließen des
Scherenbeschlags 13 dieses gerundete Ende als erstes in die Verzahnung 49 ein, wodurch
wie bereits beschrieben tendenziell eine geringfügig gegenüber dem durch das Aufliegen
des Flügels am Blendrahmen vorgegebene Stellung des Anlenkungspunkts 21 verkürzte
wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 eingestellt wird.
[0065] Ein ähnlicher Effekt wird bei der zweiten Ausführungsform gemäß den Fig. 5 und 6
erreicht. Dort sind jedoch die Verzahnung 49 und die Gegenverzahnung 51 nicht schwenkbar
ausgebildet. Stattdessen weist aber, wie insbesondere in den Fig. 6B und 6C zu erkennen
ist, der Zapfen 45 einen radialen Fortsatz 55 auf und ist an dem Langloch 47 eine
Innenverzahnung 57 ausgebildet. Der radiale Fortsatz 55 ist so ausgerichtet, dass
er bei ausgeschertem Scherenbeschlag 13, wenn also etwa der Flügel kippgeöffnet ist,
nicht in die Innenverzahnung 57 eingreift. Somit kann der Zapfen 45 in dem Langloch
47 verschiedene Stellungen einnehmen. Beim Schließen des Scherenbeschlags 13 nimmt
der Zapfen 45 die durch das Aufliegen des Flügels an dem Blendrahmen vorgegebene,
einer korrekten wirksamen Länge des Scherenbeschlags 13 entsprechende Stellung ein.
Zudem dreht sich dabei der Zapfen 45 in dem Langloch 47, so dass der Fortsatz 55 in
Eingriff mit der Innenverzahnung 57 gebracht wird. Aufgrund der Drehung des Zapfens
45 mit dem Fortsatz 55 greift der Fortsatz 55 dabei tendenziell derart in die Innenverzahnung
57 ein, dass der Anlenkungspunkt 21 in eine einer geringfügig verkürzten wirksamen
Länge entsprechende Stellung gedrängt wird, noch bevor die Verzahnung 49 und die Gegenverzahnung
51 ineinandergreifen und die eingestellte wirksame Länge zusätzlich sichern.
[0066] Die in den Figuren 7, 8, 9 und 10 dargestellte dritte Ausführungsform unterscheidet
sich im Wesentlichen von der zuvor beschriebenen ersten und zweiten Ausführungsform
dadurch; dass eine Gegenverzahnung 59 an einer dem Scherenarm 15 zugewandten Oberseite
des Scherenlenkers 17 ausgebildet ist und ein Klemmteil 61, welches zwischen dem Scherenarm
15 und dem Scherenlenker 17 angeordnet ist, eine Verzahnung 63 aufweist, die mit der
Gegenverzahnung 59 in Eingriff kommen kann.
[0067] Der Scherenlenker 17 ist an der ersten Koppelstelle 23 gelenkig mit dem Scherenstulp
19 und an dem Anlenkungspunkt 21 gelenkig und quer zu einer Drehachse 75 des Anlenkungspunkts
21 verschiebbar mit dem Scherenarm 15 gekoppelt. Zusätzlich zu der Gegenverzahnung
59 an der Oberseite des Scherenlenkers 17 weist der Scherenlenker eine seitliche Gegenverzahnung
65 (siehe Fig. 8B) auf, welche einer seitlichen Verzahnung 67 des Klemmteils gegenüberliegt.
[0068] Das Klemmteil 61 ist länglich und weitestgehend U- profilförmig ausgebildet. An der
der Oberseite des Scherenlenkers 17 gegenüberliegenden Seite des Klemmteils 61 ist
die Gegenverzahnung 59 ausgebildet. An einer der inneren Seitenflächen des Klemmteils
61, und zwar an der Seitenfläche, die beim Schließen des Scherenbeschlags aus der
Kippstellung eine Kraft auf den Scherenlenker 17 überträgt, ist die seitliche Verzahnung
67 ausgebildet. Wenn die Gegenverzahnungen 59 und 65 nicht mit den Verzahnungen 63
und 67 in Eingriff stehen, können sich Klemmteil 61 und Scherenlenker 17 entlang ihrer
Längsachsen relativ zueinander bewegen, da der Zapfen 45 in dem Langloch 47 entlang
der Längsachsen verschiebbar ist.
[0069] An der Oberseite des Klemmteils 61, sind zwei längliche Erhebungen 69 (siehe Fig.
9A und 10C) ausgebildet, die jeweils an gegenüberliegenden Seiten des Anlenkpunktes
21 in entgegengesetzten Endbereichen des Klemmteils 61 angeordnet sind. Die Höhe dieser
Erhebungen 69 entspricht in etwa der Höhe der seitlichen Gegenverzahnung 65.
[0070] Im Folgenden wird zuerst veranschaulicht, wie die Verzahnungen 63, 67 des Klemmteils
61 mit den Gegenverzahnungen 59, 65 des Scherenlenkers 17 in Eingriff kommen und sich
wieder lösen. Anschließend wird dargelegt, wie mit Hilfe dieses mechanischen Aufbaus
die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 korrigiert werden kann.
[0071] In einer geöffneten Stellung des Scherenbeschlags 13 (Fig. 7, Fig. 9A) liegen die
Erhebungen 69 vom Scherenarm 15 beabstandet. Wird nun der Flügel aus einer Kippstellung
geschlossen, beginnt der Scherenbeschlag 13 zuzuscheren. Durch Reibung, welche an
der ersten Koppelstelle 23 zwischen Scherenlenker 17 und Scherenstulp 19 beispielsweise
durch eine Bremsscheibe 77 erzeugt wird, wird die Schwenkbewegung des Scherenlenkers
17 gehemmt. Hierdurch kommt beim Zuscheren des Scherenbeschlags 13 der Scherenlenker
17 mit dem Klemmteil 61 an den Seiten der Gegenverzahnung 65 und der Verzahnung 67
in Kontakt, wodurch die Gegenverzahnung 65 in die Verzahnung 67 eingreift. Gleichzeitig
oder durch ein weiteres Zuscheren kommen die Erhebungen 69 mit den Seiten des Scherenarms
15 in Kontakt und werden durch Fasen 71 an den Seiten des Scherenarms 15 und/oder
stirnseitigen Schrägen 73 an den Erhebungen 69 in Richtung des Scherenlenkers 17,
d.h. in Fig. 7 nach unten, gedrückt. Dadurch wird das Klemmteil 61 entlang der Drehachse
75 am Anlenkungspunkt 21 verschoben, so dass die Verzahnung 63 mit der Gegenverzahnung
59 in Eingriff kommt.
[0072] Wird der Scherenbeschlag 13 durch ein Kippen des Flügels wieder geöffnet, werden
in einem geöffneten Zustand (Fig. 9A) die Erhebungen 69 nicht mehr durch den Scherenarm
15 mit einer Kraft in Richtung des Scherenlenkers 17 beaufschlagt. Durch eine Relativbewegung
zwischen Scherenlenker 17 und Klemmteil 61 können die Schrägverzahnungen der Gegenverzahnung
59 und der Verzahnung 63 aufeinander abgleiten. Gleichzeitig entkoppeln sich Verzahnung
67 und Gegenverzahnung 65, indem der Scherenlenker in Richtung der der Verzahnung
67 gegenüberliegenden Seite des Klemmteils 61 bewegt wird. Dies resultiert darin,
dass das Klemmteil 61 auf dem Scherenlenker 17 entlang seiner Längsachse abgleiten
kann und zum anderen sich entlang der Drehachse 75 wieder von dem Scherenlenker 17
weg bewegen kann.
[0073] Auf die beschriebene Weise kann somit ein Eingriff der Verzahnungen 63, 67 in die
Gegenverzahnungen 59, 65 realisiert und wieder aufgehoben werden. Im Folgenden wird
veranschaulicht, wie mit Hilfe dieser Verzahnungen die wirksame Länge des Scherenbeschlags
13 korrigiert werden kann.
[0074] Wenn die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13 zu groß ist und somit der Flügel
"hängt", d.h. die bandferne Seite des Flügels zu tief angeordnet ist, läuft der Flügel
beim Drehschließen zunächst an seiner unteren Seite auf den Blendrahmen auf und wird
dadurch zwangsweise angehoben und somit in seiner Stellung korrigiert. Bei drehgeöffnetem
und geschlossenem Flügel (Fig. 9B,10A, 10B 10C) ist die Verzahnung 63 mit der Gegenverzahnung
59 und ggf. auch die Verzahnung 67 mit der Gegenverzahnung 65 in Eingriff, so dass
zu dem Zeitpunkt des Schließens aus einem drehgeöffneten Zustand keine Verkürzung
der wirksamen Länge des Scherenbeschlags 13 stattfinden kann. Der Scherenbeschlag
13 verspannt sich stattdessen.
[0075] Wird nun der Flügel kippgeöffnet, bleibt die Stellung des Flügels korrigiert, da
die untere Seite des Flügels noch immer auf dem Blendrahmen aufliegt. Bei kippgeöffnetem
Flügel (Fig. 7, 8A, 8B, 9A) entkoppeln, wie zuvor beschrieben, die Verzahnungen 63,
67 von den Gegenverzahnungen 59, 65. Daher können sich Klemmteil 61 und Scherenlenker
17, geführt durch den Zapfen 45 in dem Langloch 47, entlang ihrer Längsachsen relativ
zueinander bewegen. Durch die Relativbewegung zwischen Klemmteil 61 und Scherenlenker
17 wird die Verspannung des Scherenbeschlags 13 abgebaut. Wird nun der Flügel (aus
der Kippstellung) geschlossen, greift zunächst die Verzahnung 67 in die Gegenverzahnung
65, wie bereits beschrieben, ein, wodurch die gewünschte, verkürzte, wirksame Länge
des Scherenbeschlags 13 festgelegt wird. Beim weiteren Schließen des Flügels greifen
auch die Verzahnung 63 und die Gegenverzahnung 59 ineinander, durch die letztlich
bei vollständig geschlossenem Flügel die erreichte wirksame Länge gehalten wird. Durch
die Erfindung wird somit erreicht, dass die wirksame Länge des Scherenbeschlags 13
automatisch so festgelegt wird, dass der Flügel beim Schließen aus dem drehgeöffnetem
Zustand nicht auf den Blendrahmen aufläuft. Ein durch Verschleiß eventuell auftretendes,
unerwünschtes, erneutes Absenken des Flügels wird durch die Erfindung beim Kippschließen
zuverlässig automatisch durch eine weitere Verkürzung der wirksamen Länge des Scherenbeschlags
13 kompensiert.
[0076] Allen drei Ausführungsformen ist gemein, dass sie auf konstruktiv einfache Weise,
eine automatische Korrektur einer Fehlstellung des Flügels gegenüber dem Blendrahmen
erreichen, indem ausgenutzt wird, dass der Flügel beim Schließen durch den Blendrahmen
zwangsläufig in eine korrekte Stellung gedrängt wird, und indem die erfindungsgemäße
Beschlaganordnung 11 es ermöglicht, dass sich die wirksame Länge des Scherenbeschlags
13 beim Schließen verändern, insbesondere verkürzen kann, anschließend aber gegen
ein erneutes Verlängern, insbesondere beim Drehöffnen des Flügels, blockiert ist.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 11
- Beschlaganordnung
- 13
- Scherenbeschlag
- 15
- Scherenarm
- 17
- Scherenlenker
- 19
- Scherenstulp
- 21
- Anlenkungspunkt
- 23
- erste Koppelstelle
- 25
- Langloch
- 27
- Verbindungsbauteil
- 29
- zweite Koppelstelle
- 31
- Bandwinkel
- 33
- Einwegkupplung
- 35
- Rasteinrichtung
- 37
- Verzahnung
- 39
- Gegenverzahnung
- 41
- Sperrklinke
- 43
- Ausnehmung
- 45
- Zapfen
- 47
- Langloch
- 49
- Verzahnung
- 51
- Gegenverzahnung
- 53
- Federelement
- 55
- Fortsatz
- 57
- Innenverzahnung
- 59
- Gegenverzahnung
- 61
- Klemmteil
- 63
- Verzahnung
- 65
- seitliche Gegenerzahnung
- 67
- seitliche Verzahnung
- 69
- Erhebungen
- 71
- Fasen
- 73
- Schrägen
- 75
- Drehachse
- 77
- Bremsscheibe
- L
- Längsachse
1. Beschlaganordnung (11) für ein Fenster, eine Tür oder dergleichen mit einem Scherenbeschlag
(13) umfassend einen Scherenarm (15) und einen gelenkig mit dem Scherenarm (15) gekoppelten
Scherenlenker (17), wobei der Scherenlenker (17) an einer ersten Koppelstelle (23)
mit einem Flügel des Fensters oder der Tür koppelbar ist, und wobei der Scherenarm
(15) an einer zweiten Koppelstelle (29) mit einem am Blendrahmen des Fensters oder
der Tür befestigbaren Scherenlager koppelbar ist, um den Flügel schwenkbar am Blendrahmen
zu lagern,
wobei zwei Teile der den Scherenbeschlag (13) und das Scherenlager umfassenden Tragstruktur
relativ zueinander variabel in verschiedenen Stellungen festlegbar sind, um die wirksame
Länge des Scherenbeschlags (13) zu verstellen,
und wobei die zwei Teile über zumindest ein verstellbares Kopplungselement (49; 51;
61) miteinander verbunden sind, das dazu ausgebildet ist, beim Schließen des Flügels
automatisch so eingestellt zu werden, dass eine Fehlstellung des Flügels durch Verkürzen
oder Verlängern der wirksamen Länge des Scherenbeschlags (13) korrigiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das eine der genannten zwei Teile der Scherenarm (15) ist und das andere der genannten
zwei Teile der Scherenlenker (17) ist, wobei der Scherenarm (15) und der Scherenlenker
(17) einen in Längsrichtung des geschlossenen Scherenbeschlags (13) variablen gemeinsamen
Anlenkungspunkt (21) aufweisen, an dem sie gelenkig miteinander gekoppelt sind.
2. Beschlaganordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kopplungselement zumindest eine an dem Scherenarm (15) ausgebildete Verzahnung
(49; 63, 67) und zumindest eine an dem Scherenlenker (17) ausgebildete Gegenverzahnung
(51; 59, 65) umfasst, wobei die Verzahnung (49; 63, 67) und die Gegenverzahnung (51;
59, 65) dazu angepasst sind, ineinanderzugreifen, wenn der Scherenarm (15) und der
Scherenlenker (17) parallel zueinander ausgerichtet sind.
3. Beschlaganordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verzahnung (49; 67) an einer, insbesondere genau einer, dem Flügel zugewandten
Längsseite des Scherenarms (15) ausgebildet ist und dass die Gegenverzahnung (51;
65) an einer dem Flügel zugewandten Längsseite des Scherenlenkers (17) ausgebildet
ist.
4. Beschlaganordnung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Scherenarm (15) zwei an gegenüberliegenden Längsseiten des Scherenarms (15)
angeordnete Verzahnungen (49, 67) ausgebildet sind und dass an dem Scherenlenker (17)
zwei an gegenüberliegenden Längsseiten des Scherenlenkers (17) angeordnete Gegenverzahnungen
(51, 65) ausgebildet sind.
5. Beschlaganordnung nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verzahnung (49; 63) schwenkbar an dem Scherenarm (15) ausgebildet ist und in
Richtung der Gegenverzahnung (51; 59) federvorgespannt ist und/oder dass die Gegenverzahnung
(51; 59) schwenkbar an dem Scherenlenker (17) ausgebildet ist und in Richtung der
Verzahnung (49; 63) federvorgespannt ist.
6. Beschlaganordnung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der genannte Anlenkungspunkt (21) durch einen in ein Langloch (47) des Scherenarms
(15) eingreifenden Zapfen (45) des Scherenlenkers (17) oder durch einen in ein Langloch
(47) des Scherenlenkers (17) eingreifenden Zapfen (45) des Scherenarms (15) definiert
wird.
7. Beschlaganordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Langloch (47) eine Innenverzahnung (57) aufweist, wobei der Zapfen (45) einen
radialen Fortsatz (55) aufweist, der dazu angepasst ist, in die Innenverzahnung (57)
einzugreifen, wenn der Scherenarm (15) und der Scherenlenker (17) parallel zueinander
ausgerichtet sind.
8. Beschlaganordnung nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gegenverzahnung (59) an einer dem Scherenarm (15) zugewandten Oberseite des Scherenlenkers
(17) ausgebildet ist,
dass ein Klemmteil (61) vorgesehen ist, das an dem Anlenkungspunkt (21) drehbar und entlang
der Drehachse (75) lateral verschiebbar mit dem Scherenarm (15) gekoppelt ist, und
dass die Gegenverzahnung (59) der Verzahnung (63) gegenüberliegend, an einer dem Scherenlenker
(17) zugewandten Seite des Klemmteils (61) vorgesehen ist.
9. Beschlaganordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Klemmteil (61) auf einer dem Scherenarm (15) zugewandten Seite und/oder der Scherenarm
(15) auf einer dem Klemmteil (61) zugewandten Seite mindestens eine Erhebung (69)
aufweist, wobei die Erhebung (69) ausgebildet ist, beim Kippschließen eine laterale
Verschiebung des Klemmteils entlang der Drehachse (75) zu bewirken, um die Gegenverzahnung
(59) des Scherenlenkers (17) mit der Verzahnung (63) des Klemmteils (61) in Eingriff
zu bringen.
10. Beschlaganordnung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Klemmteil (61) auf der dem Scherenarm (15) zugewandten Seite zwei Erhebungen
(69) aufweist, welche vorteilhafterweise an gegenüberliegenden Seiten des Anlenkungspunkts
(21) und insbesondere in entgegengesetzten Endbereichen des Klemmteils (61) angeordnet
sind.
11. Beschlaganordnung nach Anspruch 8, 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Scherenarm (15) auf der dem Klemmteil (61) zugewandten Seite zwei Erhebungen
(69) aufweist, welche vorteilhafterweise an gegenüberliegenden Seiten des Anlenkungspunkts
(21) angeordnet sind.
12. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Koppelstelle (23) reibungsbehaftet ist.
1. A fitting arrangement (11) for a window, a door or the like having a scissor fitting
(13) comprising a scissor arm (15) and a stay arm (17) which is coupled to the scissor
arm (15) in an articulated manner, wherein the stay arm (17) can be coupled at a first
coupling point (23) to a leaf of the window or of the door and wherein the scissor
arm (15) can be coupled at a second coupling point (29) to a scissor bearing which
is fastenable to a frame of the window or of the door to pivotably support the leaf
at the frame;
wherein two parts of the support structure which comprises the scissor fitting (13)
and the scissor bearing are variably fixable in different positions relative to one
another to adjust the effective length of the scissor fitting (13);
and wherein the two parts are connected to one another by at least one adjustable
coupling element (49; 51; 61) which is configured to be automatically set on the closing
of the leaf such that an incorrect position of the leaf is corrected by shortening
or lengthening the effective length of the scissor fitting (13),
characterized in that
the one of the named two parts is the scissor arm (15) and the other one of the named
two parts is the stay arm (17), with the scissor arm (15) and the stay arm (17) having
a common articulation point (21) which is variable in the longitudinal direction of
the closed scissor fitting (13) and at which they are coupled to one another in an
articulated manner.
2. A fitting arrangement in accordance with claim 1,
characterized in that
the coupling element comprises at least one toothed arrangement (49; 63, 67) configured
at the scissor arm (15) and at least one counter-toothed arrangement (51; 59, 65)
configured at the stay arm (17), with the toothed arrangement (49; 63, 67) and the
counter-toothed arrangement (51; 59, 65) being adapted to engage into one another
when the scissor arm (15) and the stay arm (17) are aligned in parallel with one another.
3. A fitting arrangement in accordance with claim 2,
characterized in that
the toothed arrangement (49; 67) is configured at one longitudinal side of the scissor
arm (15), in particular at exactly one longitudinal side of the scissor arm, which
faces the leaf; and in that the counter-toothed arrangement (51; 65) is configured at a longitudinal side of
the stay arm (17) which faces the leaf.
4. A fitting arrangement in accordance with claim 2 or claim 3,
characterized in that
two toothed arrangements (49, 67) arranged at mutually oppositely disposed longitudinal
sides of the scissor arm (15) are configured at the scissor arm (15); and in that two counter-toothed arrangements (51, 65) arranged at mutually oppositely disposed
longitudinal sides of the stay arm (17) are configured at the stay arm (17).
5. A fitting arrangement in accordance with at least one of the claims 2 to 4, characterized in that
the toothed arrangement (49; 63) is pivotably configured at the scissor arm (15) and
is preloaded by a spring in the direction of the counter-toothed arrangement (51;
59); and/or in that the counter-toothed arrangement (51; 59) is pivotably configured at the stay arm
(17) and is preloaded by a spring in the direction of the toothed arrangement (49;
63).
6. A fitting arrangement in accordance with at least one of the claims 1 to 5, characterized in that
the named articulation point (21) is defined by a spigot (45) of the stay arm (17)
which engages into an elongate hole (47) of the scissor arm (15) or is defined by
a spigot (45) of the scissor arm (15) which engages into an elongate hole (47) of
the stay arm (17).
7. A fitting arrangement in accordance with claim 6,
characterized in that
the elongate hole (47) has an inner toothed arrangement (57), with the spigot (45)
having a radial prolongation (55) which is adapted to engage into the inner toothed
arrangement (57) when the scissor arm (15) and the stay arm (17) are aligned in parallel
with one another.
8. A fitting arrangement in accordance with at least one of the claims 2 to 6, characterized in that
the counter-toothed arrangement (59) is configured at an upper side of the stay arm
(17) which faces the scissor arm (15);
in that a clamping part (61) is provided which is rotatable at the articulation point (21)
and is coupled to the scissor arm (15) in a laterally displaceable manner along the
axis of rotation (75); and in that the counter-toothed arrangement (59) is provided opposite the toothed arrangement
(63) at a side of the clamping part (61) which faces the stay arm (17).
9. A fitting arrangement in accordance with claim 8,
characterized in that
the clamping part (61) at a side facing the scissor arm (15) and/or the scissor arm
(15) at a side facing the clamping part (61) have/has at least one elevated portion
(69), with the elevated portion (69) being configured to effect a lateral displacement
of the clamping part along the axis of rotation (75) on a tilt closing to bring the
counter-toothed arrangement (59) of the stay arm (17) into engagement with the toothed
arrangement (63) of the clamping part (61).
10. A fitting arrangement in accordance with claim 8 or claim 9,
characterized in that
the clamping part (61) at the side facing the scissor arm (15) has two elevated portions
(69) which are advantageously arranged at oppositely disposed sides of the articulation
point (21), and in particular in opposite end regions of the clamping part (61).
11. A fitting arrangement in accordance with claim 8, claim 9 or claim 10, characterized in that
the scissor arm (15) at the side facing the clamping part (61) has two elevated portions
(69) which are advantageously arranged at oppositely disposed sides of the articulation
point (21).
12. A fitting arrangement in accordance with at least one of the preceding claims,
characterized in that
the first coupling point (23) is subject to friction.
1. Système de ferrure (11) pour une fenêtre, une porte ou similaire, comportant une ferrure
en ciseau (13) pourvue d'une branche de ciseau (15) et d'un bras de ciseau (17) couplé
en articulation à la branche de ciseau (15), dans lequel le bras de ciseau (17) est
susceptible d'être couplé avec un battant de la fenêtre ou de la porte à un premier
emplacement de couplage (23), et la branche de ciseau (15) est susceptible d'être
couplée avec un palier de ciseau fixé sur un cadre formant dormant de la fenêtre ou
de la porte, à un second emplacement de couplage (29), afin de monter le battant sur
le dormant avec faculté de pivotement,
dans lequel les deux parties de la structure porteuse comprenant la ferrure en ciseau
(13) et le palier de ciseau sont susceptibles d'être immobilisées l'une par rapport
à l'autre de façon variable dans différentes positions afin de régler la longueur
efficace de la ferrure en ciseau(13),
et dans lequel les deux parties sont reliées l'une à l'autre via au moins un élément
de couplage réglable (49 ; 51 ; 61) qui est conçu pour être réglé automatiquement
lors de la fermeture du battant de telle sorte qu'une position erronée du battant
est corrigée par un raccourcissement ou par un rallongement de la longueur efficace
de la ferrure en ciseau (13),
caractérisé en ce que
l'une desdites deux parties est la branche de ciseau (15) et l'autre desdites deux
parties est le bras de ciseau (17), et la branche de ciseau (15) et le bras de ciseau
(17) présentent un point d'articulation commun (21) variable en direction longitudinale
de la ferrure en ciseau fermée (13), point auquel ils sont couplés en articulation
l'un à l'autre.
2. Système de ferrure selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'élément de couplage comprend au moins une denture (49 ; 63, 67) réalisée sur la
branche de ciseau (15) et au moins une denture complémentaire (51 ; 59, 65) réalisée
sur le bras de ciseau (17), la denture (49 ; 63, 67) et la denture complémentaire
(51 ; 59, 65) étant adaptées pour s'engager mutuellement lorsque la branche de ciseau
(15) et le bras de ciseau (17) sont orientés parallèlement l'un à l'autre.
3. Système de ferrure selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la denture (49 ; 67) est réalisée sur un, en particulier exactement un côté longitudinal
de la branche de ciseau (15) tourné vers le battant, et en ce que la denture complémentaire (51 ; 65) est réalisée sur un côté longitudinal du bras
de ciseau (17) tourné vers le battant.
4. Système de ferrure selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que
deux dentures (49, 67) agencées sur des côtés longitudinaux opposés de la branche
de ciseau (15) sont réalisées sur la branche de ciseau (15), et en ce que deux dentures complémentaire (51, 65) agencées sur des côtés longitudinaux opposés
du bras de ciseau (17) sont réalisées sur le bras de ciseau (17).
5. Système de ferrure selon l'une au moins des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que
la denture (49 ; 63) est réalisée avec faculté de pivotement sur la branche de ciseau
(15) et est élastiquement précontrainte en direction de la denture complémentaire
(51 ; 59) et/ou en ce que la denture complémentaire (51 ; 59) est réalisée avec faculté de pivotement sur le
bras de ciseau (17) et est élastiquement précontrainte en direction de la denture
(49 ; 63).
6. Système de ferrure selon l'une au moins des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que
ledit point d'articulation (21) est défini par un tenon (45) du bras de ciseau (17)
venant s'engager dans un trou oblong (47) de la branche de ciseau (15), ou bien par
un tenon (45) de la branche de ciseau (15) venant s'engager dans un trou oblong (47)
du bras de ciseau (17).
7. Système de ferrure selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
le trou oblong (47) présente une denture intérieure (57), le tenon (45) comprenant
un prolongement radial (55) qui est adapté à s'engager dans la denture intérieure
(57) lorsque la branche de ciseau (15) et le bras de ciseau (17) sont orientés parallèlement
l'un à l'autre.
8. Système de ferrure selon l'une au moins des revendications 2 à 6, caractérisé en ce que
la denture complémentaire (59) est réalisée sur un côté supérieur du bras de ciseau
(17) tourné vers la branche de ciseau (15),
en ce qu'il est prévu une pièce de coincement (61) qui est couplée à la branche de ciseau (15)
avec faculté de rotation sur le point d'articulation (21) et de translation latérale
le long de l'axe de rotation (75),
et en ce que la denture complémentaire (59) est prévue à l'opposé de la denture (63) sur un côté
de la pièce de coincement (61) tourné vers le bras de ciseau (17).
9. Système de ferrure selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
la pièce de coincement (61) présente au moins un bossage (69) sur un côté détourné
de la branche de ciseau (15), et/ou la branche de ciseau (15) comprend un tel bossage
(69) sur un côté détourné de la pièce de coincement (61), le bossage (69) étant conçu
pour provoquer, lors d'une fermeture par basculement, une translation latérale de
la pièce de coincement le long de l'axe de rotation (75), afin d'amener la denture
complémentaire (59) du bras de ciseau (17) en engagement avec la denture (63) de la
pièce de coincement (61).
10. Système de ferrure selon la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que
sur le côté tourné vers la branche de ciseau (15), la pièce de coincement (61) comprend
deux bossages (69) qui sont agencés avantageusement sur des côtés opposés du point
d'articulation (21) et en particulier dans des zones d'extrémité opposées de la pièce
de coincement (61).
11. Système de ferrure selon la revendication 8, 9 ou 10,
caractérisé en ce que
sur le côté tourné vers la branche de ciseau (15), la pièce de coincement (61) comprend
deux bossages (69) qui sont agencés avantageusement sur des côtés opposés du point
d'articulation (21).
12. Système de ferrure selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le premier emplacement de couplage (23) est affecté d'une friction.