[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen
in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von wässrigen
Lösungen und/oder wässrigen Suspensionen. Die Erfindung betrifft fernerhin einen Trocknungsbehälter
zur Trocknung der radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemische. - Radioaktiv belastete
Flüssig-Feststoff-Gemische meint im Rahmen der Erfindung insbesondere flüssige Lösungen
bzw. konzentriertere flüssige/wässrige Lösungen in Form von Verdampferkonzentraten,
Salzlaugen und dergleichen.
[0002] Verfahren zur Trocknung bzw. Vakuumtrocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen
sind aus der Praxis grundsätzlich bekannt. Bei den bekannten Verfahren treten unterschiedliche
negative Effekte auf, die das Trocknungsverfahren nachteilhaft beeinflussen. Besonders
nachteilhaft sind bei den bekannten Verfahren die beim Erhitzen des Flüssig-Feststoff-Gemisches
auftretenden Siedeverzüge bzw. ein unerwünschtes Spritzen beim Beheizen des Gemisches.
Fernerhin entstehen beim Trocknungsprozess inhomogen angetrocknete Feststoffschichten,
die eine unerwünschte wärmeisolierende Wirkung hervorrufen. Bei den bekannten Trocknungsverfahren
soll in der Regel ein Trocknungsbehälter mit dem getrockneten Feststoff-Rückstand
gefüllt werden. Bei diesen Verfahren lässt sowohl die Gesamttrocknungsdauer als auch
der erreichte Befüllungsgrad des Trocknungsbehälters zu wünschen übrig. Um den Trocknungsvorgang
in positiver Hinsicht zu manipulieren werden bei den bekannten Verfahren verhältnismäßig
viele manuelle Eingriffe durchgeführt. Das bedeutet eine erhöhte Strahlenbelastung
des Bedienpersonals. Außerdem sind die Maßnahmen sehr aufwändig und beeinträchtigen
daher die Wirtschaftlichkeit der bekannten Verfahren.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, bei dem die vorstehend geschilderten Nachteile vermieden
bzw. effektiv reduziert werden können. Der Erfindung liegt weiterhin das technische
Problem zugrunde, einen entsprechenden Trocknungsbehälter zur Durchführung eines solchen
Trocknungsverfahrens anzugeben.
[0004] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zur Trocknung
von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen in Form von flüssigen Lösungen
und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von wässrigen Lösungen und/oder wässrigen
Suspensionen, wobei das Flüssig-Feststoff-Gemisch in einem Behälterinnenraum eines
Trocknungsbehälters getrocknet wird, wobei dazu der Behälterinnenraum beheizt wird
und wobei ein Unterdruck an den Behälterinnenraum angelegt wird, so dass Flüssigkeit
des Flüssig-Feststoff-Gemisches verdampft wird,
wobei in das im Behälterinnenraum angeordnete Gemisch zumindest eine Siedelanze bzw.
Siedekapillare mit zumindest einer Auslassöffnung hineinragt und wobei während der
Trocknung des Gemisches ein Gas - insbesondere Luft - über die Siedelanze und ihre
zumindest eine Auslassöffnung in das Gemisch eingeblasen bzw. eingeperlt wird,
wobei die Trocknung des Gemisches mit der Maßgabe durchgeführt wird, dass zunächst
ein Teil bzw. ein erster Teil des Gemisches in den Behälterinnenraum eingefüllt wird
und anschließend teilweise getrocknet wird bzw. unter Flüssigkeitsverdampfung eingeengt/aufkonzentriert
wird, wobei daraufhin ein weiterer Teil bzw. ein zweiter Teil des Gemisches in den
Behälterinnenraum eingefüllt wird und die resultierende flüssige Mischung weiter getrocknet
wird bzw. weiter eingeengt/aufkonzentriert wird und wobei die Trocknung so lange fortgeführt
wird, bis schließlich im Behälterinnenraum lediglich ein Feststoff-Rückstand bzw.
im Wesentlichen ein Feststoff-Rückstand verbleibt.
[0005] Vorstehend wurde erläutert, dass nach Trocknung bzw. Aufkonzentrierung des ersten
Teils des Gemisches ein zweiter Teil des Gemisches nachgefüllt wird und dann die resultierende
flüssige Mischung weiter getrocknet bzw. weiter aufkonzentriert wird. Es liegt im
Rahmen der Erfindung, dass Teile des Gemisches mehrfach nachgefüllt bzw. mehr als
einmal nachgefüllt werden und dass die resultierende flüssige Mischung jeweils weiter
getrocknet bzw. weiter aufkonzentriert wird. Es liegt dabei weiterhin im Rahmen der
Erfindung, dass der Flüssigkeitsspiegel bzw. der Spiegel des Gemisches im Behälterinnenraum
durch das Aufkonzentrieren immer wieder sinkt und durch das Nachfüllen dann wieder
steigt. Letztendlich wird so weit aufkonzentriert bzw. eingeengt, dass schließlich
nur noch der Feststoff-Rückstand im Behälterinnenraum verbleibt.
[0006] Bei den radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen handelt es sich insbesondere
um radioaktiv belastete Verdampferkonzentrate, konzentriertere Salzlaugen und dergleichen.
- Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Beheizung des Behälterinnenraumes im
Wesentlichen als Vorheizung des Behälterinnenraumes bzw. des Gemisches durchgeführt
wird und dass nach dieser Vorheizung der Druck im Behälterinnenraum abgesenkt wird.
Das wird weiter unten noch näher erläutert.
[0007] Im Rahmen der erfindungsgemäßen Trocknung des radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemisches
wird das Gemisch eingeengt bzw. aufkonzentriert und die flüssigen Bestandteile insbesondere
aufgrund des im Behälterinnenraum herrschenden Unterdruckes verdampft. Ziel des Verfahrens
ist es gemäß bevorzugter Ausführungsform einen Feststoff-Rückstand mit möglichst geringem
Feuchtigkeitsgehalt zu erreichen.
[0008] Der im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzte Trocknungsbehälter weist
zweckmäßigerweise einen den Behälterinnenraum umgebenden Behältermantel, einen Behälterboden
und zumindest einen Behälterdeckel auf. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der
Behälterdeckel von der Siedelanze bzw. von einer Anschlussleitung für die Siedelanze
durchgesetzt wird. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass zumindest eine
Anschlussleitung für eine Unterdruckeinrichtung bzw. für eine Vakuumpumpe zur Erzeugung
des Unterdruckes im Behälterinnenraum durch den Behälterdeckel geführt ist.
[0009] Nach einer Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei dem über die Siedelanze
eingeblasenen bzw. eingedüsten Gas um Umgebungsluft. Nach einer anderen Ausführungsvariante
kann aber auch ein inertes Gas bzw. ein inertes Gasgemisch über die Siedelanze eingeblasen
werden. Das ist insbesondere unter explosiven Bedingungen zweckmäßig. Es liegt im
Rahmen der Erfindung, dass die Siedelanze eine Mehrzahl von Auslassöffnungen für das
eingedüste bzw. eingeperlte Gas aufweist.
[0010] Gemäß bevorzugter Ausführungsform wird als Flüssig-Feststoff-Gemisch eine radioaktiv
belastete Salzlösung bzw. konzentrierte Salzlösung eingesetzt und vorzugsweise beträgt
die Feststoffkonzentration dieser Salzlösung vor der Trocknung zumindest 10 Gew.-%,
bevorzugt zumindest 15 Gew.-% und besonders bevorzugt zumindest 18 Gew.-% bzw. ungefähr
20 Gew.-%. Im Rahmen der erfindungsgemäßen Trocknung findet eine Aufkonzentrierung
des Gemisches bzw. der Salzlösung statt und somit wird die Konzentration bzw. die
Feststoffkonzentration in dem Gemisch bzw. in der Salzlösung immer weiter erhöht.
Neben gelösten Feststoffkomponenten können in dem Gemisch auch feste ungelöste Verunreinigungen
vorliegen, wie beispielsweise durch Abrasionen entstandene Späne. Insoweit handelt
es sich dann bei dem Flüssig-Feststoff-Gemisch sowohl um eine Lösung als auch um eine
Suspension.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Trocknung (Einengung, Aufkonzentrierung)
des Gemisches batchweise durchgeführt wird. Nach besonders bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung wird nach dem Einfüllen eines zweiten Teils des Gemisches und nach der
Trocknung bzw. Einengung der resultierenden flüssigen Mischung ein dritter Teil des
Gemisches in den Behälterinnenraum eingefüllt und die resultierende Mischung wird
anschließend weiter getrocknet bzw. eingeengt/aufkonzentriert. Besonders bevorzugt
wird daraufhin ein vierter Teil des Gemisches in den Behälterinnenraum eingefüllt
und die daraus resultierende flüssige Mischung wird weiter getrocknet bzw. weiter
eingeengt. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass bei der batchweisen Zugabe bzw.
Trocknung des Gemisches die Konzentration bzw. die Feststoffkonzentration des Gemisches
immer weiter erhöht wird. Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird das Gemisch
mehr als viermal in den Behälterinnenraum nachgefüllt, insbesondere ein fünfter Teil
des Gemisches und bevorzugt ein sechster Teil des Gemisches in den Behälterinnenraum
eingefüllt und wie vorstehend beschrieben behandelt bzw. getrocknet. Es wird also
immer wieder nachgefüllt und aufkonzentriert. Die Trocknung wird erfindungsgemäß so
lange fortgeführt, bis in dem Behälterinnenraum nur noch ein Feststoff-Rückstand bzw.
im Wesentlichen ein Feststoff-Rückstand verbleibt. Dabei wird zweckmäßigerweise ein
möglichst geringer Feuchtigkeitsgehalt des Feststoff-Rückstandes angestrebt.
[0012] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Siedelanze von oben, das heißt vom Behälterdeckel
aus in den Behälterinnenraum bzw. in das im Behälterinnenraum angeordnete Gemisch
ragt. Vorzugsweise erstreckt sich die Siedelanze über den größten Teil der Höhe des
Behälterinnenraumes. Empfohlenermaßen weist die Siedelanze dabei eine Mehrzahl von
über ihre Länge bzw. ihre Höhe verteilte Auslassöffnungen auf, über welche Auslassöffnungen
das Gas - insbesondere die Luft - in den Behälterinnenraum bzw. in das im Behälterinnenraum
angeordnete Gemisch eingeblasen/eingeperlt wird. Höhe des Behälterinnenraumes bezieht
sich hier und nachfolgend im Übrigen auf die vertikale Orientierung bzw. die vertikale
Aufstellung des Trocknungsbehälters. Zweckmäßigerweise ragt die Siedelanze bis in
das bezüglich seiner Höhe untere Drittel des Behälterinnenraumes. Es liegt im Rahmen
der Erfindung, dass die Siedelanze über ihre gesamte Länge bzw. Höhe verteilte Auslassöffnungen
aufweist. Gemäß einer empfohlenen Ausführungsform weisen die Auslassöffnungen der
Siedelanze gleiche bzw. im Wesentlichen gleiche Abstände voneinander auf.
[0013] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch das Einblasen des Gases bzw.
der Luft über die Siedelanze eine Homogenisierung des Flüssig-Feststoff-Gemisches
erreicht wird und dass aufgrund dessen Siedeverzüge und unerwünschte Spritzer bei
der Trocknung des Gemisches vermieden werden können. Zweckmäßigerweise wird das Einblasen
des Gases bzw. der Luft über die Siedelanze kontinuierlich bzw. im Wesentlichen kontinuierlich
durchgeführt. Dabei erfolgt das Einblasen gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
unter Umgebungsdruck. Bei höherer bzw. bei ansteigender Viskosität des zu trocknenden
Flüssig-Feststoff-Gemisches kann das Gas bzw. die Luft aber auch unter Überdruck eingedüst
bzw. eingeblasen werden. - Nach einer empfohlenen Ausgestaltung der Erfindung ist
die Siedelanze linear bzw. stabförmig ausgebildet. Es liegt aber auch im Rahmen der
Erfindung, dass die Geometrie der Siedelanze nicht auf diese Ausgestaltung eingeschränkt
ist und insbesondere auch beispielsweise einen linearen bzw. stabförmigen Basiskörper
aufweisen kann sowie seitlich davon abstehende Auslassröhrchen bzw. Kapillarrohre
für das Ausblasen des Gases bzw. der Luft.
[0014] Eine empfohlene Ausgestaltung der Siedelanze ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Siedelanze einen bis in den Endbereich bzw. bis zu ihrem Ende reichenden Innenkanal
für die Zuführung des Gases - insbesondere der Luft -aufweist, wobei die Siedelanze
fernerhin einen den Innenkanal zumindest bereichsweise umgebenden Außenkanal aufweist,
durch den das zugeführte Gas entgegen der Strömungsrichtung des Innenkanals zurückgeführt
wird. Es liegt dann im Rahmen der Erfindung, dass der Außenkanal eine Mehrzahl bzw.
die Mehrzahl von Auslassöffnungen aufweist, durch welche Auslassöffnungen das Gas
bzw. die Luft in das Gemisch eingeblasen wird. Zweckmäßigerweise umgibt der Außenkanal
den Innenkanal der Siedelanze koaxial bzw. im Wesentlichen koaxial. Vorzugsweise sind
die Auslassöffnungen über die Länge bzw. die Höhe des Außenkanals verteilt angeordnet
und zwar bevorzugt mit gleichen bzw. im Wesentlichen gleichen Abständen zueinander.
[0015] Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist in dem Außenkanal der Siedelanze zumindest
ein Strömungswiderstandselement, vorzugsweise eine Mehrzahl von über die Länge des
Außenkanals verteilten Strömungswiderstandselementen für das zurückgeführte/zurückströmende
Gas - insbesondere für die zurückgeführte/zurückströmende Luft - vorgesehen, so dass
das Gas bzw. die Luft über alle bzw. im Wesentlichen über alle in dem Außenkanal vorgesehenen
Auslassöffnungen eingeblasen bzw. eingeperlt wird. Die Strömungswiderstandselemente
bilden in dem Außenkanal als Engstellen ausgebildete Strömungswiderstände für das
zurückströmende Gas/die zurückströmende Luft. Vorzugsweise umgeben die Strömungswiderstandselemente
den Innenkanal und sind bevorzugt koaxial zum Innenkanal angeordnet. Es empfiehlt
sich, dass die Strömungswiderstandselemente bzw. die Strömungswiderstände möglichst
gleichmäßig bzw. mit gleichen/im Wesentlichen gleichen Abständen in dem Außenkanal
angeordnet sind.
[0016] Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung (Einengung, Aufkonzentrierung) bzw. die
batchweise Trocknung (Einengung, Aufkonzentrierung) so lange bzw. mit der Maßgabe
erfolgt, dass der Behälterinnenraum zu mindestens 70%, bevorzugt zu mindestens 75%
und sehr bevorzugt zu mindestens 80% seiner Höhe mit dem getrockneten Feststoff-Rückstand
befüllt ist. Vorzugsweise erfolgt die batchweise Trocknung so lange bzw. mit der Maßgabe,
dass der Behälterinnenraum zu mindestens 85%, empfohlenermaßen zu mindestens 90% und
besonders empfohlenermaßen zu mindestens 95% seiner Höhe mit dem getrockneten Feststoff-Rückstand
befüllt ist. Zweckmäßigerweise reicht der getrocknete Feststoff-Rückstand nach der
Trocknung bzw. batchweise Trocknung bis in den Bereich des oberen Behältermantelrandes.
- Der Erfindung liegt insoweit die Erkenntnis zugrunde, dass einerseits eine sehr
weitgehende Füllung des Behälterinnenraumes mit dem Feststoff-Rückstand möglich ist
und dass andererseits dieser Feststoff-Rückstand sich durch eine verhältnismäßig hohe
Dichte und eine hohe Homogenität auszeichnet. Dabei beträgt die Restfeuchte des Feststoff-Rückstandes
zweckmäßigerweise weniger als 3 Gew.-%, bevorzugt weniger als 2 Gew.-% und besonders
bevorzugt weniger bzw. deutlich weniger als 1 Gew.-%. Es liegt im Übrigen im Rahmen
der Erfindung, dass man nach der Trocknung bzw. nach der batchweisen Trocknung einer
radioaktiv belasteten Salzlösung/Salzlauge vorzugsweise einen monolitischen Salzblock
als Feststoff-Rückstand zurückbehält.
[0017] Gemäß besonders empfohlener Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens verbleibt
die Siedelanze als verlorene Siedelanze in dem mit dem Feststoff-Rückstand gefüllten
Behälter/Behälterinnenraum. Während der Trocknung bzw. während der batchweisen Trocknung
wird bevorzugt weitgehend kontinuierlich über die Siedelanze Gas bzw. Luft eingeblasen.
Wie oben bereits dargelegt erfolgt die Gaseinblasung bei höherer Konzentration und
somit höherer Viskosität des Flüssig-Feststoff-Gemisches zweckmäßigerweise unter Überdruck.
Dabei werden dann die Auslassöffnungen der Siedelanze gleichsam freigeblasen. Bei
Bildung des Feststoff-Rückstandes - insbesondere des monolitischen Salzblockes - verbleibt
dann die Siedelanze in dem Behälter und steckt gleichsam in dem Feststoff-Rückstand
bzw. in dem Salzblock.
[0018] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Trocknungsbehälter zur Trocknung von radioaktiv
belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen,
insbesondere in Form von wässrigen Lösungen und/oder wässrigen Suspensionen, wobei
der Trocknungsbehälter einen einen Behälterinnenraum umgebenden Behältermantel, einen
Behälterboden sowie zumindest einen Behälterdeckel aufweist, wobei der Behälter weiterhin
zumindest eine Heizvorrichtung zur Beheizung des Behälterinnenraumes aufweist, wobei
an den Behälter fernerhin zumindest eine Unterdruckeinrichtung bzw. eine Vakuumeinrichtung
- insbesondere zumindest eine Vakuumpumpe - zur Erzeugung eines Unterdruckes im Behälterinnenraum
angeschlossen ist, wobei in dem Behälterinnenraum zumindest eine sich zumindest über
einen Teil der Höhe, vorzugsweise über den Großteil der Höhe des Behälterinnenraumes
sich erstreckende Siedelanze vorgesehen ist, wobei die Siedelanze eine Mehrzahl von
über ihre Länge bzw. über ihre Höhe verteilte Auslassöffnungen aufweist und wobei
durch die Auslassöffnungen ein durch die Siedelanze zugeführtes Gas - insbesondere
zugeführte Luft - in das in dem Behälterinnenraum angeordnete zu trocknende bzw. aufzukonzentrierende
radioaktiv belastete Flüssig-Feststoff-Gemisch einblasbar bzw. einperlbar ist.
[0019] Es wurde bereits oben darauf hingewiesen, dass nach bevorzugter Ausführungsform Strömungswiderstandselemente
über die Länge der Siedelanze verteilt angeordnet sind. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass die Gasführung bzw. die Luftführung innerhalb der Siedelanze und die Einperlung/Einblasung
in das Gemisch nicht nur eine Homogenisierung des Gemisches bewirkt, sondern dass
darüber hinaus gewährleistet wird, dass bei Nachbefüllungen des Trocknungsbehälters
eventuell in die Auslassöffnungen eindringende Flüssigkeit von dem eingeblasenen Gas
wieder hinausgedrückt wird. Damit kann wirksam ein Zusetzen der Auslassöffnungen der
Siedelanze vermieden werden.
[0020] Zweckmäßigerweise erfolgt die Zuführung des Gases bzw. der Luft zu der Siedelanze
über zumindest ein Ventil bzw. Regelventil. Über dieses Regelventil in der Gaszuführung
kann der Grad der Lufteinblasung und somit auch der Druck im Behälterinnenraum eingestellt
bzw. beeinflusst werden. Dabei kann die Gaszuführung über das Regelventil automatisch
gesteuert und/oder geregelt werden. Es liegt dabei im Rahmen der Erfindung, dass die
über die Siedelanze einströmende Gasmenge mittels geeigneter Durchflussmesstechnik
erfasst werden kann.
[0021] Zweckmäßigerweise erstreckt sich die Siedelanze vom Behälterdeckel aus in den Behälterinnenraum
und bevorzugt ist die Siedelanze am Behälterdeckel des Trocknungsbehälters angeschlossen.
- Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass der Trocknungsbehälter mit zumindest
einer Heizvorrichtung zur Beheizung des Behälterinnenraumes ausgestattet ist. Dabei
kann die Beheizung mit entsprechenden Heizkomponenten am Behältermantel erfolgen und/oder
die Beheizung kann im Behälterinnenraum, beispielsweise mittels einer Heizwendel erfolgen.
[0022] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass der Trocknungsbehälter unterhalb des Behälterdeckels zumindest eine Prallfläche
aufweist und zwar vorzugsweise in Form eines Prallbleches zum Auffangen von Spritzern
während des Trocknungsvorganges. Gemäß besonders empfohlener Ausführungsvariante der
Erfindung ist zumindest eine Prallfläche, vorzugsweise zumindest ein Prallblech schräg
bzw. geneigt angeordnet. Die schräge Anordnung bezieht sich dabei auf die Orientierung
des Behälterdeckels und insbesondere auf einen im Vergleich zur Prallfläche horizontal
angeordneten Behälterdeckel. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Prallfläche
bzw. das Prallblech mit Abstand zur Unterseite des Behälterdeckels angeordnet ist
und mit Abstand über der Oberfläche des Gemisches bzw. der flüssigen Mischung angeordnet
ist. Vorzugsweise überdeckt die Prallfläche bzw. das Prallblech zumindest 60%, bevorzugt
zumindest 70% der Oberfläche des Gemisches bzw. der flüssigen Mischung im Behälterinnenraum.
Die schräge Anordnung der Prallfläche bzw. des Prallbleches bedingt insbesondere den
Vorteil, dass aus Spritzern und Kondensationen resultierende flüssige Komponenten
an der Prallfläche bzw. an dem Prallblech abfließen und in den Behälterinnenraum zurückfließen
bzw. zurücktropfen können. Dadurch werden insbesondere Trockenrückstände an ungewollten
Stellen vermieden.
[0023] Nach einer empfohlenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trocknungsbehälters
ist unterhalb des Behälterdeckels eine erste Prallfläche bzw. ein erstes Prallblech
vorgesehen, wobei diese erste Prallfläche bzw. dieses erste Prallblech mehr als 60%
der Oberfläche des darunter angeordneten Gemisches abdeckt. Diese erste Prallfläche
ist zweckmäßigerweise mittig bzw. zentralmittig bezüglich des Behälterinnenraums angeordnet
und gemäß bewährter Ausführungsform schräg bzw. geneigt angeordnet. Es liegt im Rahmen
der Erfindung, dass zwischen der ersten Prallfläche bzw. dem ersten Prallblech und
dem Behältermantel zumindest ein Zwischenraum ausgebildet ist und dass durch diesen
Zwischenraum die verdampfende Flüssigkeit strömen kann bzw. nach oben strömen kann.
Gemäß empfohlener Ausführungsform der Erfindung wird der Zwischenraum von zumindest
einer zweiten Prallfläche bzw. von zumindest einem zweiten Prallblech überdeckt und
zweckmäßigerweise kann die verdampfende Flüssigkeit durch einen Abstandszwischenraum
zwischen der ersten Prallfläche bzw. dem ersten Prallblech und der zweiten Prallfläche
bzw. dem zweiten Prallblech strömen. Zweckmäßigerweise decken erste Prallfläche und
zweite Prallfläche die gesamte Oberfläche des darunter angeordneten Gemisches ab bzw.
im Wesentlichen die gesamte Oberfläche des darunter angeordneten Gemisches. Es liegt
im Rahmen der Erfindung, dass sowohl die erste Prallfläche als auch die zweite Prallfläche
mit Abstand zum Behälterdeckel unter dem Behälterdeckel angeordnet sind.
[0024] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung weiterhin ein Verfahren zur
Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen in Form von flüssigen
Lösungen und/oder Suspensionen, vor allem in Form von wässrigen Lösungen und/oder
wässrigen Suspensionen, wobei das Flüssig-Feststoff-Gemisch in einem Behälterinnenraum
eines Trocknungsbehälters getrocknet wird, wobei das Gemisch bzw. ein Teil/ein erster
Teil des Gemisches in den Behälterinnenraum gefüllt und anschließend in dem Behälterinnenraum
vorgeheizt wird und zwar auf eine Temperatur T
V unterhalb der (druckabhängigen) Siedetemperatur des Gemisches oder gerade bis zur
(druckabhängigen) Siedetemperatur des Gemisches vorgeheizt wird, vorzugsweise auf
eine Temperatur größer 50°C und kleiner 120°C vorgeheizt wird, wobei im Anschluss
daran bzw. nach Erreichen dieser Temperatur T
V der Druck im Behälterinnenraum abgesenkt wird und zwar mit der Maßgabe abgesenkt
wird, dass die Siedetemperatur des Gemisches erreicht oder überschritten wird, wobei
die Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches verdampft wird bzw. kontinuierlich
verdampft wird und zwar so lange verdampft wird, bis schließlich im Behälterinnenraum
lediglich ein Feststoff-Rückstand bzw. im Wesentlichen ein Feststoff-Rückstand verbleibt.
[0025] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass bei der vorgenannten Absenkung des Druckes
ein Unterdruck im Behälterinnenraum resultiert bzw. erzeugt wird. Weiterhin liegt
es im Rahmen der Erfindung, dass - wie oben bereits dargelegt und unten noch ausführlicher
erläutert - das Gemisch batchweise verdampft bzw. eingeengt wird und dass nach dem
Behandeln bzw. Einengen des ersten Teils des Gemisches mehrfach weitere Teile des
Gemisches in den Behälter nachgefüllt werden und die resultierende flüssige Mischung
jeweils weiter eingeengt bzw. aufkonzentriert wird. Nach besonders bevorzugter Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dabei nach jedem Nachfüllen eines Teils des
Gemisches die vorstehend beschriebene Vorheizung des Gemisches durchgeführt und anschließend
wie beschrieben der Druck im Behälterinnenraum abgesenkt und die Flüssigkeit weiter
verdampft, bis schließlich der Feststoff-Rückstand im Behälterinnenraum verbleibt.
[0026] Die Vorheizung des Gemisches im Behälterinnenraum kann von außen, beispielsweise
durch Kontaktheizung am Behältermantel und/oder durch Einsatz einer Heizung am Behälterboden
durchgeführt werden und/oder von der Innenseite des Behälterinnenraums, beispielsweise
mittels einer im Behälterinnenraum angeordneten Heizwendel durchgeführt werden. Dabei
kann die Vorheizung mittels eines Rührwerkes durch Rühren des Gemisches im Behälterinnenraum
optimiert werden. Die Vorheizung kann bei Atmosphärendruck oder bei Unterdruck erfolgen.
Zweckmäßigerweise beträgt der Zeitraum der Vorheizung des Gemisches im Behälterinnenraum
ein bis drei Stunden.
[0027] Nach dem Vorheizen bzw. nach Erreichen der Temperatur T
V - die nach einer Ausführungsform unterhalb der Siedetemperatur des Gemisches liegt
- wird der Druck im Behälterinnenraum abgesenkt und zwar mit der an den Behälterinnenraum
angeschlossenen Unterdruckeinrichtung bzw. Vakuumpumpe. Nach Absenkung des Druckes
bzw. zumindest nach Absenkung des Druckes liegt im Behälterinnenraum dann ein Unterdruck
vor. Mit dem Absenken des Druckes im Behälterinnenraum sinkt auch die Dampftemperatur
im Behälterinnenraum. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Druckabsenkung nach
Erreichen eines eingestellten/einstellbaren Trocknungsdruckes beendet wird und vorzugsweise
wird der Druck/Dampfdruck im Behälterinnenraum dann zumindest zunächst konstant bzw.
im Wesentlichen konstant gehalten.
[0028] Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die erfindungsgemäße Trocknung des
Gemisches mit einer automatischen Druckregelung bzw. vollautomatischen Druckregelung
realisiert wird. Die Druckregelung wird zweckmäßigerweise mit Hilfe der Unterdruckeinrichtung
bzw. Vakuumpumpe durchgeführt und dazu weist die Unterdruckeinrichtung bzw. Vakuumpumpe
empfohlenermaßen zumindest ein Regelventil auf. Gemäß besonders bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung erfolgt die Druckregelung zum einen mit Hilfe der Unterdruckeinrichtung/Vakuumpumpe
und daran angeschlossener Regeleinrichtung bzw. Regelventil und zum anderen mit Hilfe
des vorzugsweise über eine Siedelanze eingeblasenen Gases bzw. mit der eingeblasenen
Luft sowie mittels zumindest eines an die Siedelanze bzw. an eine Zuleitung zu der
Siedelanze angeschlossenen Regelventils. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der
Druck bzw. der Dampfdruck im Behälterinnenraum gemessen wird bzw. kontinuierlich gemessen
wird und vorzugsweise eine entsprechende Dampfdruckkurve aufgenommen wird.
[0029] Eine besonders empfohlene Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist im
Zusammenhang mit der Druckregelung bzw. mit der automatischen Druckregelung dadurch
gekennzeichnet, dass zur Regelung des Druckes bzw. des Unterdruckes im Behälterinnenraum
saugseitig vor der Unterdruckeinrichtung bzw. Vakuumpumpe zumindest eine Bypass-Leitung
bzw. zumindest ein Bypass-Ventil zur Zuführung eines zusätzlichen Volumenstromes von
Falschgas bzw. Falschluft angeordnet ist. Über die Bypass-Leitung bzw. über das Bypass-Ventil
kann also in Abhängigkeit des gemessenen bzw. einzustellenden Druckes im Behälterinnenraum
bei Bedarf ein zusätzlicher Volumenstrom von Gas der Unterdruckeinrichtung zugeführt
werden. Dadurch wird naturgemäß die aus dem Behälterinnenraum abgesaugte Gasmenge
beeinflusst und auf diese Weise kann eine Druckregelung bzw. automatische Druckregelung
auf einfache und wenig aufwändige Weise erfolgen.
[0030] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass nach der Einengung bzw. Aufkonzentrierung
des ersten Teils des Gemisches im Behälterinnenraum ein zweiter Teil des Gemisches
in den Behälterinnenraum gefüllt wird und anschließend auf eine Temperatur T
V vorgeheizt wird, wobei die Temperatur T
V unterhalb der Siedetemperatur des Gemisches oder gerade bei der Siedetemperatur des
Gemisches liegt und dass im Anschluss daran nach Erreichen der Temperatur T
V der Druck im Behälterinnenraum wiederum abgesenkt wird und zwar wiederum mit der
Maßgabe abgesenkt wird, dass die Siedetemperatur des Gemisches erreicht oder überschritten
wird und wobei Flüssigkeit der resultierenden Mischung verdampft wird bzw. kontinuierlich
verdampft wird. Zweckmäßigerweise wird auch ein dritter Teil und bevorzugt auch ein
vierter Teil des Gemisches in den Behälterinnenraum eingefüllt und entsprechend behandelt.
Grundsätzlich kann eine Mehrzahl von Teilen des Gemisches nacheinander in den Behälterinnenraum
eingefüllt werden. Zweckmäßigerweise findet dann alternierend stets zunächst ein Vorheizen,
dann ein Druckabsenken und dann bevorzugt ein Konstanthalten des Druckes und anschließend
wieder ein Vorheizen usw. statt. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das gesamte
Verfahren mit einer automatischen bzw. vollautomatischen Druckregelung durchgeführt
wird und dazu empfohlenermaßen der Druck bzw. Dampfdruck im Behälterinnenraum kontinuierlich
gemessen wird.
[0031] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
und mit dem erfindungsgemäßen Trocknungsbehälter eine effektive und vor allem störungsfreie
Trocknung von radioaktiv belasteten flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen möglich
ist und zwar auf verhältnismäßig einfache Weise bzw. mit relativ geringem Aufwand.
Bei dem erfindungsgemäßen Trocknungsprozess können unerwünschte Begleiteffekte - insbesondere
Siedeverzüge und unkontrollierte Spritzer beim Trocknenwirksam vermieden werden. Das
unterscheidet das erfindungsgemäße Verfahren von den bislang bekannten Verfahren zur
Trocknung der hier in Rede stehenden Substanzen. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
kann weiterhin ein überraschend hoher Befüllungsgrad des Behälterinnenraumes des erfindungsgemäßen
Trocknungsbehälters erzielt werden. Fernerhin kann die Gesamttrocknungsdauer im Vergleich
zu den bekannten Trocknungsverfahren relativ gering gehalten werden und außerdem ist
die Qualität des erzeugten bzw. getrockneten Produktes in Form des erhaltenen Feststoff-Rückstandes
mehr als zufriedenstellend. Insbesondere die Homogenität des Feststoff-Rückstandes
gewährleistet eine relativ hohe Dichte und somit einen hohen Befüllungsgrad des Trocknungsbehälters.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann dabei teilautomatisch und vollautomatisch durchgeführt
werden und im Gegensatz zu den aus der Praxis bekannten Trocknungsprozessen können
aufwändige manuelle Eingriffe bzw. Manipulationen weitgehend vermieden werden. Das
bedeutet auch, dass das Bedienpersonal keiner nachteilhaften Strahlenbelastung ausgesetzt
werden muss. Besondere Bedeutung kommt im Rahmen der Erfindung einer Kombination der
fremdgasgesteuerten Trocknung mit Hilfe der Siedelanze zum einen und der erfindungsgemäßen
Druckregelung zum anderen zu. Im Ergebnis ist das erfindungsgemäße Verfahren einfach,
wenig aufwändig, kostengünstig und somit wirtschaftlich durchführbar.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Trocknungsbehälter zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Siedelanze im Behälterinnenraum,
- Fig. 3
- einen Schnitt durch den oberen Teil des erfindungsgemäßen Trocknungsbehälters in perspektivischer
Ansicht,
- Fig. 4
- ein Diagramm zum Verfahrensverlauf der erfindungsgemäßen druckgeregelten Trocknung
des Gemisches,
- Fig. 5
- ein Diagramm zum Trocknungsverlauf (Temperaturen, Dampfdruck) bei konventioneller
Trocknung nach einem Verfahren gemäß Stand der Technik und
- Fig. 6
- das Diagramm gemäß Fig. 5 für einen Trocknungsverlauf (Temperaturen, Dampfdruck) nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren mit Siedelanze und automatischer Druckregelung.
[0033] Die Fig. 1 bis 3 zeigen einen erfindungsgemäßen Trocknungsbehälter 1 zur Trocknung
von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen 2 in Form von radioaktiv belasteten
flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, im Ausführungsbeispiel in Form einer radioaktiv
belasteten konzentrierten wässrigen Salzlösung. Das Flüssig-Feststoff-Gemisch 2 wird
in dem Behälterinnenraum 3 des Trocknungsbehälters 1 getrocknet. Der Behälterinnenraum
3 wird von einem Behältermantel 4 umgeben sowie von einem Behälterboden 5 und von
einem Behälterdeckel 6 begrenzt. Der Behälterinnenraum 3 ist beheizbar und zwar im
Ausführungsbeispiel (s. Fig. 1) mit am Behältermantel 4 angebrachten Heizelementen
7. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass mittels einer Unterdruckeinrichtung in Form
einer Vakuumpumpe 8 ein Unterdruck an den Behälterinnenraum 3 anlegbar ist bzw. in
dem Behälterinnenraum 3 erzeugt wird, so dass Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches
2 verdampft wird.
[0034] Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass in das im Behälterinnenraum 3 angeordnete
Gemisch eine Siedelanze 9 mit einer Mehrzahl von Auslassöffnungen 10 hineinragt. Die
Auslassöffnungen 10 sind im Ausführungsbeispiel (s. insbesondere Fig. 2) über die
Länge der Siedelanze 9 verteilt angeordnet. Während der Trocknung des Gemisches 2
wird im Ausführungsbeispiel Luft über die Siedelanze 9 und ihre Auslassöffnungen 10
in das Gemisch 2 eingeblasen bzw. eingeperlt. Die in das zu trocknende Gemisch 2 eingedüsten
Gasblasen wirken gleichsam als Siedekeime. Mit ihrer Hilfe wird eine Überhitzung des
Gemisches 2 über den Siedepunkt hinaus und somit ein Siedeverzug verhindert. Die eingedüsten
Gasblasen wirken als Siedekeime, die den Beginn des Siedevorgangs einleiten. Durch
das Eindüsen der Gasblasen wird das zu trocknende Gemisch 2 weiterhin umgewälzt und
somit wird das Gemisch 2 in vorteilhafter Weise für den durchzuführenden Prozess homogenisiert
und der Wärmeeintrag in das zu trocknende Gemisch 2 wird gegenüber bekannten Maßnahmen
deutlich verbessert.
[0035] Die Fig. 2 zeigt einen vorteilhaften Aufbau der erfindungsgemäß eingesetzten Siedelanze
9. Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel weist die Siedelanze 9 einen Innenkanal
11 auf, durch den das Gas bzw. die Luft bis zum Ende der Siedelanze 9 zugeführt wird.
Dort wird die zugeführte Luft aus dem Innenkanal 11 in einen im Ausführungsbeispiel
den Innenkanal 11 koaxial umgebenden Außenkanal 12 eingeführt, durch den die zugeführte
Luft entgegen der Strömungsrichtung des Innenkanals 11 zurückgeführt wird bzw. nach
oben zum Behälterdeckel 6 hin zurückgeführt wird. In dem Außenkanal 12 bzw. in den
Außenwandungen des Außenkanals 12 sind die Auslassöffnungen 10 für die Luft vorgesehen.
Im Übrigen sind über die Länge des Außenkanals 12 Strömungswiderstandselemente 13
verteilt angeordnet. Die Strömungswiderstandselemente 13 tragen dazu bei, dass die
Luft durch möglichst alle Auslassöffnungen 10 und möglichst gleichmäßig in das Gemisch
2 eingeblasen wird. Zweckmäßigerweise und im Ausführungsbeispiel umgeben die Strömungswiderstandselemente
13 den Innenanal 11 koaxial und bilden in dem Außenkanal 12 Engstellen für die zurückströmende
Luft.
[0036] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Trocknung des Flüssig-Feststoff-Gemisches
2 batchweise durchgeführt wird. Dazu wird zur Trocknung des Gemisches 2 zunächst ein
erster Teil des Gemisches 2 in den Behälterinnenraum 3 eingefüllt und anschließend
getrocknet bzw. unter Flüssigkeitsverdampfung eingeengt/aufkonzentriert. Nach der
Einengung bzw. Aufkonzentrierung des ersten Teils des Gemisches 2 wird dann ein zweiter
Teil des Gemisches 2 in den Behälterinnenraum 3 eingefüllt und die resultierende flüssige
Mischung wird weiter getrocknet bzw. weiter eingeengt/aufkonzentriert. So können mehrere
Teile des Gemisches 2 nacheinander in den Behälterinnenraum 3 nachgefüllt werden und
die resultierenden Mischungen jeweils weiter getrocknet bzw. eingeengt werden. Es
liegt im Rahmen der Erfindung, dass dabei der Flüssigkeitsspiegel des Gemisches 2
im Behälterinnenraum 3 zyklisch steigt und sinkt. Die Trocknung bzw. batchweise Einengung
des Gemisches 2 wird so lange fortgeführt, bis schließlich im Behälterinnenraum 3
lediglich ein Feststoff-Rückstand mit geringer Restfeuchte verbleibt. Dabei kann im
Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens der Behälter 1 mit dem Feststoff-Rückstand
bis in den Bereich des Behälterdeckels 6 gefüllt werden. Dabei verbleibt die Siedelanze
9 zweckmäßigerweise als verlorene Siedelanze 9 in dem Feststoff-Rückstand. Nach Abschluss
der Trocknung wird dann der Feststoff-Rückstand mit der eingewachsenen Siedelanze
9 aus dem Behälter 1 entfernt. Für jede Trocknung wird nach der hier beschriebenen
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens eine neue Siedelanze 9 eingesetzt
bzw. am Behälterdeckel 6 montiert.
[0037] Die Fig. 3 zeigt eine bevorzugte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Trocknungsbehälters
1. Dabei ist im Bereich des Behälterdeckels 6 des Behälters 1 zunächst eine erste
Prallfläche in Form eines ersten Prallbleches 15 zwischen Behälterdeckel 6 und der
Oberfläche des Gemisches 2 angeordnet. Zweckmäßigerweise und im Ausführungsbeispiel
ist dieses erste Prallblech 15 geneigt angeordnet, so dass an das erste Prallblech
15 spritzende flüssige Komponenten an dem Prallblech 15 zur Seite hin abfließen und
in das Gemisch 2 zurücktropfen können. Empfohlenermaßen und im Ausführungsbeispiel
ist über der ersten Prallfläche bzw. über dem ersten Prallblech 15 eine zweite Prallfläche
in Form eines zweiten Prallbleches 16 angeordnet. Zweckmäßigerweise und im Ausführungsbeispiel
ist das erste Prallblech 15 mittig bzw. zentralmittig über der Oberfläche des Gemisches
2 angeordnet. Die beim Trocknen verdampfende Flüssigkeit kann dann durch die Zwischenräume
zwischen dem ersten Prallblech 15 und dem Behältermantel 4 entweichen. Über diesen
Zwischenräumen ist im Ausführungsbeispiel ringförmig das zweite Prallblech 16 angeordnet,
so dass die verdampfende Flüssigkeit zwischen dem ersten Prallblech 15 und dem zweiten
Prallblech 16 hindurchströmt und entweicht. Im Ergebnis schützen beide Prallbleche
15, 16 die Unterseite des Behälterdeckels 6 vor spritzenden Flüssigkeitskomponenten
und Flüssigkeitskomponenten können problemlos in das im Behälterinnenraum 3 angeordnete
Gemisch 2 zurücktropfen bzw. zurückfließen. - In der Fig. 1 +ist im Übrigen eine Befüllöffnung
17 im Behälterdeckel 6 sowie ein daran anschließender Befüllstutzen 18 für die Befüllung
des Behälters 1 mit dem Gemisch 2 erkennbar.
[0038] Die Fig. 4 zeigt ein Diagramm zum Verfahrensverlauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens
mit Siedelanze und druckgeregelter Trocknung des Gemisches. Hier wird die Konzentratmenge
(in l), der Fassfüllstand (in l), der Kondensatanteil (in l), der Dampfdruck im Behälterinnenraum
3 (in mbar) und die Dampftemperatur im Behälterinnenraum 3 (in °C) in Abhängigkeit
von der Trocknungszeit (in Tagen) dargestellt. Auf der linken Seite des Diagramms
ist die relativ kurze Vorheizzeit erkennbar. Dadurch steigt der Dampfdruck und die
Dampftemperatur relativ stark innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit an. Dann wird
mittels der erfindungsgemäßen Druckregelung der Druck bzw. Dampfdruck im Behälterinnenraum
3 abgesenkt und über den Großteil der Trocknungszeit konstant gehalten. Dabei bleibt
auch die Dampftemperatur konstant bzw. im Wesentlichen konstant. Das Diagramm gemäß
Fig. 4 zeigt den Trocknungsverlauf für einen Teil bzw. für einen ersten Teil eines
Gemisches. Beim Nachfüllen mit einem weiteren Teil des Gemisches (batchweise Verfahrensführung)
wird jeweils wiederum vorgeheizt, der Druck abgesenkt und anschließend der Druck konstant
bzw. im Wesentlichen konstant gehalten.
[0039] Die Fig. 5 und 6 zeigen die Änderungen der Temperaturen bzw. des Druckes/Dampfdruckes
in Abhängigkeit von der Trocknungszeit zum einen für ein konventionelles Trocknungsverfahren
nach dem Stand der Technik (Fig. 5) und zum anderen für ein erfindungsgemäßes Trocknungsverfahren
mit Siedelanze und automatischer Druckregelung bei der Trocknung (Fig. 6). Es wird
hier die Dampftemperatur im Behälterinnenraum 3 (in °C), die Konzentrattemperatur
(in °C) und der Dampfdruck (in mbar) dargestellt. Es ist deutlich erkennbar, dass
der Trocknungsverlauf bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wesentlich kontrollierter
und gleichmäßiger sowie weitgehend störungsfrei verläuft. Im Vergleich dazu zeichnet
sich der Trocknungsverlauf bei einem Verfahren nach dem Stand der Technik insbesondere
durch spontane und unkontrollierte Druckänderungen aus. Hier finden unerwünschte und
unkontrollierte Siedeverzüge statt.
1. Verfahren zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen (2)
in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von wässrigen
Lösungen und/oder Suspensionen, wobei das Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) in einem Behälterinnenraum
(3) eines Trocknungsbehälters (1) getrocknet wird,
wobei dazu der Behälterinnenraum (3) beheizt wird und wobei ein Unterdruck an den
Behälterinnenraum (3) angelegt wird, so dass Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches
(2) verdampft wird, wobei in das im Behälterinnenraum (3) angeordnete Gemisch (2)
zumindest eine Siedelanze (9) mit zumindest einer Auslassöffnung (10) hineinragt und
wobei während der Trocknung des Gemisches (2) ein Gas - insbesondere Luft - über die
Siedelanze (9) und ihre zumindest eine Auslassöffnung (10) in das Gemisch (2) eingeblasen
bzw. eingeperlt wird,
wobei die Trocknung des Gemisches (2) mit der Maßgabe durchgeführt wird, dass zunächst
ein Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt wird und anschließend
getrocknet bzw. unter Flüssigkeitsverdampfung eingeengt/aufkonzentriert wird, wobei
daraufhin ein weiterer Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt
wird und die resultierende flüssige Mischung getrocknet wird bzw. weiter eingeengt/aufkonzentriert
wird, wobei die Trocknung so lange fortgeführt wird, bis schließlich im Behälterinnenraum
(3) ein Feststoff-Rückstand bzw. im Wesentlichen ein Feststoff-Rückstand verbleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei als Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) eine radioaktiv
belastete Salzlösung eingesetzt wird und wobei die Feststoffkonzentration der Salzlösung
vor der Trocknung zumindest 10 Gew.- %, vorzugsweise zumindest 15 Gew.-% beträgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Trocknung des Gemisches (2)
batchweise durchgeführt wird und wobei zweckmäßigerweise nach dem ersten und dem zweiten
Teil ein dritter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt wird
und die Mischung anschließend getrocknet bzw. eingeengt/aufkonzentriert wird und wobei
empfohlenermaßen daraufhin ein vierter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) eingefüllt wird und die resultierende Mischung daraufhin getrocknet bzw. weiter
eingeengt/aufkonzentriert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei sich zumindest eine Siedelanze (9)
über den größten Teil der Höhe des Behälterinnenraumes (3) erstreckt und wobei die
Siedelanze (9) eine Mehrzahl von über ihre Länge bzw. Höhe verteilte Auslassöffnungen
(10) aufweist, über welche Auslassöffnungen (10) das Gas - insbesondere Luft - in
den Behälterinnenraum (3) bzw. in das Gemisch (2) eingeblasen bzw. eingeperlt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Siedelanze (9) einen bis in
den Endbereich bzw. bis zu ihrem Ende reichenden Innenkanal (11) für die Zuführung
des Gases - insbesondere der Luft - aufweist, wobei die Siedelanze (9) fernerhin einen
den Innenkanal (11) zumindest bereichsweise umgebenden Außenkanal (12) aufweist, durch
den das zugeführte Gas entgegen der Strömungsrichtung des Innenkanals (11) zurückgeführt
wird und wobei der Außenkanal (12) eine Mehrzahl bzw. die Mehrzahl von Auslassöffnungen
(10) aufweist, durch welche Auslassöffnungen (10) das Gas in das Gemisch (2) eingeblasen
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei in dem Außenkanal (12) zumindest
ein Strömungswiderstandselement (13), vorzugsweise eine Mehrzahl von über die Länge
des Außenkanals (12) verteilten Strömungswiderstandselementen (13) für das zurückgeführte
Gas - insbesondere für die zurückgeführte Luft - vorgesehen ist, so dass insbesondere
das Gas bzw. die Luft über alle bzw. im Wesentlichen über alle in dem Außenkanal (12)
vorgesehenen Auslassöffnungen (10) ausgeblasen bzw. eingeblasen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Trocknung bzw. die batchweise
Trocknung so lange bzw. mit der Maßgabe erfolgt, dass der Behälterinnenraum (3) zu
mindestens 70%, bevorzugt zu mindestens 75% und sehr bevorzugt zu mindestens 80% seiner
Höhe mit dem Feststoff-Rückstand gefüllt ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Siedelanze (9) als verlorene
Siedelanze (9) in dem mit dem Feststoff-Rückstand gefüllten Behälter (1) verbleibt.
9. Trocknungsbehälter (1) zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen
(2) in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von
wässrigen Lösungen und/oder Suspensionen - insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 -, wobei der Trocknungsbehälter (1) einen einen Behälterinnenraum
(3) umgebenden Behältermantel (4), einen Behälterboden (5) sowie zumindest einen Behälterdeckel
(6) aufweist, wobei der Behälter (1) weiterhin zumindest einer Heizvorrichtung zur
Beheizung des Behälterinnenraumes (3) aufweist, wobei an den Behälter (1) fernerhin
zumindest eine Unterdruckeinrichtung - insbesondere zumindest eine Vakuumpumpe (8)
- zur Erzeugung eines Unterdruckes im Behälterinnenraum (3) angeschlossen ist, wobei
in dem Behälterinnenraum (3) zumindest eine sich zumindest über einen Teil der Höhe,
vorzugsweise über den Großteil der Höhe des Behälterinnenraumes (1) erstreckende Siedelanze
(9) vorgesehen ist, wobei die Siedelanze (9) eine Mehrzahl von über ihre Länge bzw.
über ihre Höhe verteilte Auslassöffnungen (10) aufweist und wobei durch die Auslassöffnungen
(10) ein durch die Siedelanze (9) zugeführtes Gas - insbesondere zugeführte Luft -
in das in dem Behälterinnenraum (3) angeordnete, zu trocknende bzw. aufzukonzentrierende
radioaktiv belastete Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) einblasbar ist.
10. Trocknungsbehälter nach Anspruch 9, wobei unterhalb des Behälterdeckels (6) zumindest
eine Prallfläche, vorzugsweise in Form eines Prallbleches (15, 16), zum Auffangen
von Spritzern während der Trocknung angeordnet ist, wobei bevorzugt zumindest eine
Prallfläche bzw. zumindest ein Prallblech (15) schräg bzw. geneigt angeordnet ist.
11. Verfahren zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen (2)
in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, vor allem in Form von wässrigen
Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8 und/oder
insbesondere mit einem Trocknungsbehälter nach einem der Ansprüche 9 bis 10, wobei
das Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) in einem Behälterinnenraum (3) eines Trocknungsbehälters
(1) getrocknet wird, wobei das Gemisch (2) bzw. ein erster Teil des Gemisches (2)
in den Behälterinnenraum (3) gefüllt und anschließend in dem Behälterinnenraum (3)
vorgeheizt wird und zwar auf eine Temperatur TV unterhalb der druckabhängigen Siedetemperatur des Gemisches (2) oder gerade bis zur
(druckabhängigen) Siedetemperatur des Gemisches (2), vorzugsweise auf eine Temperatur
größer 50°C und kleiner 120°C vorgeheizt wird, wobei im Anschluss daran nach Erreichen
dieser Temperatur TV der Druck im Behälterinnenraum (3) abgesenkt wird und zwar mit der Maßgabe, dass
die Siedetemperatur des Gemisches (2) erreicht oder überschritten wird und Flüssigkeit
des Flüssig-Feststoff-Gemisches (2) verdampft wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Druckabsenkung nach Erreichen eines eingestellten/einstellbaren
Trocknungsdruckes beendet wird und der Druck im Behälterinnenraum (3) dann konstant
bzw. im Wesentlichen konstant gehalten wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei zur Regelung des Druckes bzw.
Unterdruckes im Behälterinnenraum (3) saugseitig vor der Unterdruckeinrichtung bzw.
vor der Vakuumpumpe (8) zumindest eine Bypass-Leitung bzw. zumindest ein Bypass-Ventil
zur Zuführung eines zusätzlichen Volumenstromes von Falschluft bzw. Falschgas angeordnet
ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei nach einer Einengung bzw. Aufkonzentrierung
des ersten Teils des Gemisches (2) ein zweiter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) gefüllt und anschließend auf eine Temperatur TV vorgeheizt wird und wobei nach Erreichen dieser Temperatur TV der Druck im Behälterinnenraum (3) abgesenkt wird und zwar wiederum mit der Maßgabe,
dass die Siedetemperatur des Gemisches (2) erreicht wird oder überschritten wird und
wobei weiterhin Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches (2) verdampft wird und
wobei empfohlenermaßen ein dritter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) gefüllt wird und entsprechend weiter behandelt wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen (2)
in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von wässrigen
Lösungen und/oder Suspensionen, wobei das Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) in einem Behälterinnenraum
(3) eines Trocknungsbehälters (1) getrocknet wird,
wobei dazu der Behälterinnenraum (3) beheizt wird und wobei ein Unterdruck an den
Behälterinnenraum (3) angelegt wird, so dass Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches
(2) verdampft wird, wobei in das im Behälterinnenraum (3) angeordnete Gemisch (2)
zumindest eine Siedelanze (9) hineinragt, wobei sich die zumindest eine Siedelanze
(9) über den größten Teil der Höhe des Behälterinnenraumes (3) erstreckt, wobei die
Siedelanze (9) eine Mehrzahl von über ihre Länge bzw. Höhe verteilte Auslassöffnungen
(10) aufweist und wobei während der Trocknung des Gemisches (2) ein Gas - insbesondere
Luft - über die Siedelanze (9) und ihre Auslassöffnungen (10) in das Gemisch (2) eingeblasen
bzw. eingeperlt wird,
wobei die Trocknung des Gemisches (2) mit der Maßgabe durchgeführt wird, dass zunächst
ein Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt wird und anschließend
getrocknet bzw. unter Flüssigkeitsverdampfung eingeengt/aufkonzentriert wird, wobei
daraufhin ein weiterer Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt
wird und die resultierende flüssige Mischung getrocknet wird bzw. weiter eingeengt/aufkonzentriert
wird, wobei die Trocknung so lange fortgeführt wird, bis schließlich im Behälterinnenraum
(3) ein Feststoff-Rückstand bzw. im Wesentlichen ein Feststoff-Rückstand verbleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei als Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) eine radioaktiv
belastete Salzlösung eingesetzt wird und wobei die Feststoffkonzentration der Salzlösung
vor der Trocknung zumindest 10 Gew.-%, vorzugsweise zumindest 15 Gew.-% beträgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Trocknung des Gemisches (2)
batchweise durchgeführt wird und wobei zweckmäßigerweise nach dem ersten und dem zweiten
Teil ein dritter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum (3) eingefüllt wird
und die Mischung anschließend getrocknet bzw. eingeengt/aufkonzentriert wird und wobei
empfohlenermaßen daraufhin ein vierter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) eingefüllt wird und die resultierende Mischung daraufhin getrocknet bzw. weiter
eingeengt/aufkonzentriert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Siedelanze (9) einen bis in
den Endbereich bzw. bis zu ihrem Ende reichenden Innenkanal (11) für die Zuführung
des Gases - insbesondere der Luft - aufweist, wobei die Siedelanze (9) fernerhin einen
den Innenkanal (11) zumindest bereichsweise umgebenden Außenkanal (12) aufweist, durch
den das zugeführte Gas entgegen der Strömungsrichtung des Innenkanals (11) zurückgeführt
wird und wobei der Außenkanal (12) eine Mehrzahl bzw. die Mehrzahl von Auslassöffnungen
(10) aufweist, durch welche Auslassöffnungen (10) das Gas in das Gemisch (2) eingeblasen
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei in dem Außenkanal (12) zumindest
ein Strömungswiderstandselement (13), vorzugsweise eine Mehrzahl von über die Länge
des Außenkanals (12) verteilten Strömungswiderstandselementen (13) für das zurückgeführte
Gas - insbesondere für die zurückgeführte Luft - vorgesehen ist, so dass insbesondere
das Gas bzw. die Luft über alle bzw. im Wesentlichen über alle in dem Außenkanal (12)
vorgesehenen Auslassöffnungen (10) ausgeblasen bzw. eingeblasen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Trocknung bzw. die batchweise
Trocknung so lange bzw. mit der Maßgabe erfolgt, dass der Behälterinnenraum (3) zu
mindestens 70%, bevorzugt zu mindestens 75% und sehr bevorzugt zu mindestens 80% seiner
Höhe mit dem Feststoff-Rückstand gefüllt ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Siedelanze (9) als verlorene
Siedelanze (9) in dem mit dem Feststoff-Rückstand gefüllten Behälter (1) verbleibt.
8. Trocknungsbehälter (1) zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen
(2) in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere in Form von
wässrigen Lösungen und/oder Suspensionen - insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 -, wobei der Trocknungsbehälter (1) einen einen Behälterinnenraum
(3) umgebenden Behältermantel (4), einen Behälterboden (5) sowie zumindest einen Behälterdeckel
(6) aufweist, wobei der Behälter (1) weiterhin zumindest einer Heizvorrichtung zur
Beheizung des Behälterinnenraumes (3) aufweist, wobei an den Behälter (1) fernerhin
zumindest eine Unterdruckeinrichtung - insbesondere zumindest eine Vakuumpumpe (8)
- zur Erzeugung eines Unterdruckes im Behälterinnenraum (3) angeschlossen ist, wobei
in dem Behälterinnenraum (3) zumindest eine sich über den Großteil der Höhe des Behälterinnenraumes
(1) erstreckende Siedelanze (9) vorgesehen ist, wobei die Siedelanze (9) eine Mehrzahl
von über ihre Länge bzw. über ihre Höhe verteilte Auslassöffnungen (10) aufweist und
wobei durch die Auslassöffnungen (10) ein durch die Siedelanze (9) zugeführtes Gas
- insbesondere zugeführte Luft - in das in dem Behälterinnenraum (3) angeordnete,
zu trocknende bzw. aufzukonzentrierende radioaktiv belastete Flüssig-Feststoff-Gemisch
(2) einblasbar ist.
9. Trocknungsbehälter nach Anspruch 8, wobei unterhalb des Behälterdeckels (6) zumindest
eine Prallfläche, vorzugsweise in Form eines Prallbleches (15, 16), zum Auffangen
von Spritzern während der Trocknung angeordnet ist, wobei bevorzugt zumindest eine
Prallfläche bzw. zumindest ein Prallblech (15) schräg bzw. geneigt angeordnet ist.
10. Verfahren zur Trocknung von radioaktiv belasteten Flüssig-Feststoff-Gemischen (2)
in Form von flüssigen Lösungen und/oder Suspensionen, vor allem in Form von wässrigen
Lösungen und/oder Suspensionen, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7 und/oder
insbesondere mit einem Trocknungsbehälter nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei
das Flüssig-Feststoff-Gemisch (2) in einem Behälterinnenraum (3) eines Trocknungsbehälters
(1) getrocknet wird, wobei das Gemisch (2) bzw. ein erster Teil des Gemisches (2)
in den Behälterinnenraum (3) gefüllt und anschließend in dem Behälterinnenraum (3)
vorgeheizt wird und zwar auf eine Temperatur TV unterhalb der druckabhängigen Siedetemperatur des Gemisches (2) oder gerade bis zur
(druckabhängigen) Siedetemperatur des Gemisches (2), vorzugsweise auf eine Temperatur
größer 50°C und kleiner 120°C vorgeheizt wird, wobei im Anschluss daran nach Erreichen
dieser Temperatur TV der Druck im Behälterinnenraum (3) abgesenkt wird und zwar mit der Maßgabe, dass
die Siedetemperatur des Gemisches (2) erreicht oder überschritten wird und Flüssigkeit
des Flüssig-Feststoff-Gemisches (2) verdampft wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Druckabsenkung nach Erreichen eines eingestellten/einstellbaren
Trocknungsdruckes beendet wird und der Druck im Behälterinnenraum (3) dann konstant
bzw. im Wesentlichen konstant gehalten wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei zur Regelung des Druckes bzw.
Unterdruckes im Behälterinnenraum (3) saugseitig vor der Unterdruckeinrichtung bzw.
vor der Vakuumpumpe (8) zumindest eine Bypass-Leitung bzw. zumindest ein Bypass-Ventil
zur Zuführung eines zusätzlichen Volumenstromes von Falschluft bzw. Falschgas angeordnet
ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei nach einer Einengung bzw. Aufkonzentrierung
des ersten Teils des Gemisches (2) ein zweiter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) gefüllt und anschließend auf eine Temperatur TV vorgeheizt wird und wobei nach Erreichen dieser Temperatur TV der Druck im Behälterinnenraum (3) abgesenkt wird und zwar wiederum mit der Maßgabe,
dass die Siedetemperatur des Gemisches (2) erreicht wird oder überschritten wird und
wobei weiterhin Flüssigkeit des Flüssig-Feststoff-Gemisches (2) verdampft wird und
wobei empfohlenermaßen ein dritter Teil des Gemisches (2) in den Behälterinnenraum
(3) gefüllt wird und entsprechend weiter behandelt wird.