[0001] Die Erfindung betrifft einen Bootsantrieb, insbesondere einen Außenbordantrieb, mit
einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung, welche mit dem Elektromotor in thermischem
Kontakt steht und welche einen Kühlmitteleinlass und einen Kühlmittelauslass aufweist,
wobei eine Pumpe vorgesehen ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch
die Kuhlmittelleitung zu pumpen. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren
zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente, wobei das Boot einen Bootsantrieb
aufweist, welcher mittels eines Kühlmittels gekühlt wird, und wobei die Komponente
von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist.
[0002] Außenbordantriebe für Boote sind üblicherweise mit einem Kühlkreislauf ausgestattet.
Wasser wird mittels einer Pumpe angesaugt und über eine Kühlmittelleitung dem Motor
zugeführt. Die Kühlmittelleitung steht mit dem Motor in thermischem Kontakt, so dass
der Motor und das Kühlmittel Wärme austauschen und der Motor gekühlt wird.
[0003] Bei elektrischen Außenbordantrieben ist neben dem Elektromotor häufig auch die Batterie,
die die elektrische Versorgung des Elektromotors darstellt, zu kühlen. Eine Kühlung
der Batterie über Konvektion, das heißt durch vorbeiströmende Luft, erfordert relativ
große Kühlflächen, die in der Regel in einem Boot nicht zur Verfügung stehen.
[0004] Aus der
US 8,535,104 B1 ist ein Kühlsystem für eine Bootsbatterie bekannt, wobei die Batterie mittels Kühlluft
gekühlt wird, welche wiederum durch Meereswasser gekühlt wird.
[0005] Die Zuführung des Wassers in das Bootsinnere zur Batterie wirft aber häufig Probleme
auf, wie zum Beispiel Undichtigkeiten, Korrosion oder Elektrolyse, und führt zu erhöhtem
Wartungsaufwand.
[0006] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es daher, einen Bootsantrieb und ein entsprechendes
Verfahren bereit zu stellen, welche eine verbesserte Kühlung der Batterie oder anderer
im Boot befindlicher Komponenten ermöglichen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Bootsantrieb, insbesondere einen Außenbordantrieb
mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung gelöst, wobei die Kühlmittelleitung
mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht, wobei eine Pumpe vorgesehen ist,
um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kühlmittelleitung zu pumpen,
und welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass eine weitere, von dem Bootsantrieb räumlich
getrennte, zu kühlende Komponente vorgesehen ist und dass die Kühlmittelleitung mit
der weiteren Komponente in thermischem Kontakt steht.
[0008] In einem elektrischen Bootsantrieb ist üblicherweise bereits ein Kühlkreislauf eingebaut.
Der Kühlkreislauf umfasst eine Kühlmittelleitung, durch die Kühlmittel gepumpt wird,
welches den Elektromotor kühlt. Hierzu ist die Kühlmittelleitung so angeordnet, dass
diese mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht und Wärme zwischen dem Elektromotor
und dem durch die Kühlmittelleitung strömenden Kühlmittel ausgetauscht wird.
[0009] Neben dem Elektromotor gibt es im Boot weitere Komponenten, wie beispielsweise eine
Batterie, die gekühlt werden müssen, welche aber von dem Bootsantrieb räumlich beabstandet
angeordnet sind. Der Begriff räumlich beabstandet" oder räumlich getrennt" soll auch
eine Anordnung umfassen, bei der der Abstand zwischen Elektromotor und der weiteren
Komponente mehr als 100 cm, mehr als 150 cm oder mehr als 200 cm beträgt, und insbesondere
eine Anordnung, bei der sich die weitere Komponente im Bootsinneren befindet. Es soll
darunter auch eine Anordnung verstanden werden, bei der der Bootsantrieb mit einem
Gehäuse versehen ist, in dem sich der Elektromotor befindet, und wobei die weitere
Komponente außerhalb des Gehäuses vorgesehen ist.
[0010] Erfindungsgemäß wird die Kühlmittelleitung auch zu der weiteren Komponente geführt
und mit dieser in thermischen Kontakt gebracht Die weitere Komponente wird also in
den Kühlkreislauf des Elektromotors eingebunden. Auf eine separate Kühlung für die
weitere Komponente kann daher verzichtet werden.
[0011] Das Kühlmittel wird in einer Variante der Erfindung zuerst dem Elektromotor und anschließend
der weiteren Komponente zugeführt. Umgekehrt kann die Kühlmittelleitung auch so vorgesehen
werden, dass das Kühlmittel zuerst der weiteren Komponente und danach dem Elektromotor
zugeführt wird. Alternativ können der Elektromotor und die weitere Komponente auch
parallel gekühlt werden. In letzterem Fall wird die Kühlmittelleitung in zwei oder
mehr parallele Segmente aufgeteilt, die zum Elektromotor beziehungsweise einer oder
mehr weiteren Komponenten führen.
[0012] Die Erfindung hat wesentliche Vorteile gegenüber einer separaten Wasserkühlung für
die weitere Komponente. Die Kühlmittelversorgung erfolgt über die für den Elektromotor
vorgesehene Kühlmittelleitung, so dass keine separate Zuführung von Wasser von außen
in das Bootsinnere eingerichtet werden muss. Entsprechend kann auch die Ableitung
des durch die weitere Komponente erwärmten Kühlmittels über die Kühlmittelleitung
erfolgen.
[0013] Die Erfindung lässt sich bei allen Arten von elektrischen Bootsantrieben, beispielsweise
Innenbordem oder Außenbordern, einsetzen. Besondere Vorteile zeigen sich bei Außenbordantrieben.
[0014] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird Wasser als Kühlmittel eingesetzt,
insbesondere Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer.
[0015] Die Erfindung wird von Vorteil zur Kühlung einer zur Stromversorgung des Elektromotors
vorgesehenen Batterie eingesetzt, insbesondere zur Kühlung einer im Bootsinneren befindlichen
Batterie. Es ist auch günstig, die Batterie in den Zeiten zu kühlen, in denen sie
nicht benutzt wird, das heißt dann, wenn der Elektromotor nicht in Betrieb ist. Auf
diese Weise kann die kalendarische Alterung der Batterie reduziert werden.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Anwendung der Erfindung betrifft die Kühlung eines an Bord
des Bootes befindlichen Batterieladegeräts. Gewicht und Größe eines mit einer Flüssigkeitskühlung,
insbesondere Wasserkühlung, versehenen Batterieladegeräts können Kleiner gewählt werden,
so dass eine größere Flexibilität hinsichtlich des Einbauortes besteht.
[0017] In anderen Ausführungsformen werden alternativ oder ergänzend weitere Komponenten
im Boot, wie zum Beispiel ein Generator, eine Klimaanlage, eine Wärmepumpe oder ein
Kühlschrank, erfindungsgemäß gekühlt.
[0018] Optional kann auch ein zusätzlicher Heizer für die Batterie und/oder die weiteren
Komponenten vorgesehen sein, um diese schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.
Bei sehr großer Luftfeuchte kommt es bei zu hoher Temperaturdifferenz zwischen den
gekühlten Oberflächen und der Umgebungsluft zur Kondensatbildung bzw. Betauung auf
den gekühlten Oberflächen, was gerade bei elektrischen Komponenten, wie z.B. einer
Batterie nicht gewünscht ist. In diesem Fall kann es durch gezielten Einsatz der Motorverlustwärme
möglich sein, die Kühlmitteltemperatur auf einen Wert anzuheben, bei der eine Betauung
der gekühlten Komponenten nicht stattfindet. Falls eine noch bessere Temperierung
des Kühlmittels notwendig ist, kann zusätzlich oder alternativ zur Nutzung der Motorabwärme
das Einfügen einer Zusatzheizung von Vorteil sein.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Kühlmittelleitung einen
ersten Leitungsabschnitt und einen zweiten Leitungsabschnitt auf. Der erste Leitungsabschnitt
steht mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt und der zweite Leitungsabschnitt
steht mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt. Der erste und der zweite
Leitungsabschnitt sind dabei lösbar miteinander verbunden. Bei dieser Ausführungsform
wird der übliche Kühlkreislauf für den Elektromotor, der den ersten Leitungsabschnitt
darstellt, mit Anschlusselementen versehen, an die der zweite Leitungsabschnitt angeschlossen
werden kann.
[0020] Die Verbindung von erstem und zweitem Leitungsabschnitt erfolgt vorzugsweise mittels
einer Steck-, Schraub- oder Bajonettverbindung. Diese Verbindungselemente sind bevorzugt
selbstverschließend ausgeführt, so dass im Fall der Trennung der Leitungsabschnitte
kein Kühlmittel aus den Verbindungselementen austritt.
[0021] Es ist auch möglich, den gesamten Kühlmittelkreislauf fest im Boot zu verlegen. Die
ursprüngliche Kühlmittelleitung, welche nur zur Kühlung des Elektromotors vorgesehen
war, wird so erweitert, dass sie auch in thermischem Kontakt zu einer oder mehreren
weiteren Komponenten steht, so dass diese ebenfalls durch das Kühlmittel gekühlt werden.
[0022] Wie oben beschrieben, ist die Erfindung insbesondere zur Kühlung der Batterie geeignet.
In diesem Fall muss die Batterie auch elektrisch an den Bootsantrieb, im Speziellen
an den Elektromotor, angeschlossen werden. In diesem Fall ist es günstig, ein Kombiverbindungselement
vorzusehen, welches gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen der Batterie
und dem Bootsantrieb und die Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Leitungsabschnitt
herstellt. Das Kombiverbindungselement ermöglicht gleichzeitig den Anschluss der Batterie
an den Kühlkreislauf des Elektromotors als auch die elektrische Verbindung zwischen
der Batterie und dem Elektromotor. Das Kombiverbindungselement kann neben der Kühlmittelverbindung
auch mehrere elektrische Anschlüsse für Nieder- und Hochvoltverbindungen aufweisen.
Selbstverständlich kann das Kombiverbindungselement auch zum Anschließen anderer Komponenten
verwendet werden, welche sowohl an den Kühlkreislauf angeschlossen werden sollen als
auch mit dem Bootsantrieb elektrisch verbunden werden sollen. Durch selbstverschließende
Wasser-Verbindungselemente kann zusätzlich sichergestellt werden, dass die elektrischen
Kontakte des Kombiverbindungselementes nicht mit Wasser in Verbindung kommen.
[0023] Es ist von Vorteil, die Kühlmittelleitung mit einer Überwachungseinrichtung zur Überwachung
des Durchflusses, des Drucks und/oder der Temperatur zu versehen. Die Überwachungseinrichtung
kann die genannten Größen Durchfluss, Druck und/oder Temperatur messen und/oder anzeigen
oder auch mit Regelelementen verbunden sein, welche zur Beeinflussung des Kühlmittelflusses
dienen können.
[0024] Die Kühlmittelleitung besitzt vorzugsweise einen Kühlmitteleinlass und einen Kühlmittelauslass,
über die Kühlwasser von außerhalb des Bootes angesaugt und nach der Kühlung des Elektromotors
und der weiteren Komponente(n) wieder abgegeben wird.
[0025] Der Kühlkreislauf kann als Einkreissystem oder als Zweikreissystem ausgeführt werden.
Bei einem Einkreissystem wird Kühlwasser mittels einer Pumpe angesaugt, über die Kühlmittelleitung
zu dem Elektromotor und der oder den weiteren Komponenten geleitet und anschließend
wieder an die Umgebung, in der Regel an das das Boot umgebende Wasser, abgegeben.
Die weitere Komponente wird hierbei entweder in Reihe mit dem Elektromotor in die
Kühlmittelleitung geschaltet oder die Kühlmittelleitung wird in zwei oder mehr parallele
Leitungsabschnitte aufgespalten, welche zur Kühlung des Elektromotors und einer oder
mehreren weiteren Komponenten dienen.
[0026] Bei einer speziellen Form des Einkreissystems fungiert der Schaft des Außenbordmotors
als Wärmetauscher. Diese Ausführung ist insbesondere für Außenbordmotoren geeignet
und ist z.B. dann von Vorteil, wenn das Boot auf Gewässern bewegt werden muss, die
mit brennbaren Flüssigkeiten verschmutzt sind, wie das bei Löschbooten der Fall sein
kann.
[0027] Bei dieser Ausführung existiert ein geschlossener Kühlmittelkreislauf, an den der
Elektromotor, verschiedene andere zu kühlende Komponenten in unmittelbarer Nähe des
Elektromotors und auch zu kühlende Komponenten, die sich auf dem Boot selbst befinden
und die mit der Kühlmittelleitung mit dem Elektromotor des Außenbordmotors verbunden
sind, angeschlossen sind. Nachdem das Kühlmittel des geschlossenen Kühlmittelkreislaufs
alle zu kühlenden Komponenten durchströmt hat, wird die Kühlmittelleitung innerhalb
des Motorschafts des Außenbordantriebs so unterhalb der Schaftoberfläche geführt,
dass sich ein optimaler Wärmeübergang vom Kühlmittel zum Gewässer, in welchem sich
der Schaft befindet, ergibt. Zur Optimierung es Wärmeübergangs kann die äußere Oberfläche
des Motorschafts z.B. durch Rippen vergrößert werden. Diese Rippen sind so anzubringen,
dass die negative Beeinflussung der Hydrodynamik minimal ist.
[0028] Bei einem Zweikreissystem dient das von außen zugeführte Kühlwasser zur Kühlung eines
sekundären abgeschlossenen Kühlmittelkreislaufs, durch den der Elektromotor und/oder
die weitere Komponente gekühlt werden. In diesem Fall ist es auch möglich, mehrere
sekundäre Kühlkreisläufe zur Kühlung des Elektromotors und der weiteren Komponenten
vorzusehen.
[0029] Wenn eine größere Kühlleistung erforderlich ist, kann es günstig sein, den zweiten
Leitungsabschnitt der Kühlmittelleitung mit einem separaten Kühlmitteleinlass und/oder
einem separaten Kühlmittelauslass zu versehen. Das Kühlmittel, d.h. in diesem Fall
Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer, wird dann nicht nur über den Kühlmitteleinlaes
des ersten Leitungsabschnitts, sondern auch über den separaten Kühlmitteleinlass angesaugt
oder zugeführt. Auf diese Weise kann eine größere Kühlmittelmenge zur Kühlung bereitgestellt
werden.
[0030] Bei erhöhtem Kühlbedarf ist es weiterhin von Vorteil, in dem zweiten Leitungsabschnitt
eine zweite Pumpe vorzusehen. An den ersten Leitungsabschnitt, der dem bestehenden
Kühlkreislauf für den Elektromotor entspricht, wird ein zweiter Leitungsabschnitt
angeschlossen und zur Verstärkung der Kühlmittelumwälzung wird eine zweite Pumpe verwendet.
Als Pumpe, sowohl im ersten als auch im zweiten Leitungsabschnitt, können beispielsweise
Impellerpumpen, elektrische Pumpen oder auch regenerative Pumpen eingesetzt werden.
[0031] Bei geringerem Kühlleistungsbedarf kann zur Steigerung der Systemeffizienz die Drehzahlreduzierung
der Pumpe sinnvoll sein. Optimale Systemeffizienz erhält man durch Einsatz einer drehzahlgeregelten
Pumpe, wobei die Pumpendrehzahl in Abhängigkeit der Temperaturen der zu kühlenden
Komponenten geregelt wird, wobei im Allgemeinen die jeweils kritischste Temperatur
als Regelgröße herangezogen wird.
[0032] Für den Fall, dass die Pumpe durch die Motorwelle direkt angetrieben wird, ergibt
sich die Durchströmungsrichtung innerhalb des Kühlsystems in Abhängigkeit von der
Fahrtrichtung. In diesem Falle muss die Pumpe in beide Richtungen betreibbar sein.
Da die Pumpe dennoch meistens eine Vorzugsrichtung hat, wird die Pumpe so vorzugsweise
so eingebaut, dass sich in Vorwärts-Fahrtrichtung die größere Fördermenge bzw. die
größere Effizienz ergibt. In jedem Falle müssen sich die beiden gewässerseitigen Anschlüsse
des Kühlkreislauft, d.h. der Kühlmitteleinlass und der Kühlmittelauslass, unterhalb
der Oberfläche des Gewässers befinden, um in beiden Fahrtrichtungen ein Ansaugen des
Wassers sicherzustellen.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente,
wobei das Boot einen Bootsantrieb aufweist, welche mittels eines Kühlmittels gekühlt
wird, und wobei die Komponente von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist, zeichnet
sich dadurch aus, dass das Kühlmittel von dem Bootsantrieb zu der Komponente geleitet
wird.
[0034] Erfindungsgemäß wird der Kühlkreislauf des Elektromotors direkt oder indirekt auch
zur Kühlung einer oder mehrerer weiterer Komponenten, insbesondere der zur Energieversorgung
des Elektromotors vorgesehenen Batterie, herangezogen.
[0035] Die Erfindung erlaubt es auf einfache Weise einen bestehenden Kühlmittelkreislauf
für den Elektromotor eines Bootsantriebs, insbesondere eines Außenbordantriebs, so
zu erweitern, dass weitere Komponenten, wie zum Beispiel die Batterie, gekühlt werden
können. Hierzu wird an die vorhandene Kühlmittelleitung, welche dann den ersten Leitungsabschnitt
darstellt, ein zweiter Leitungsabschnitt entweder dauerhaft oder lösbar angeschlossen,
welcher das Kühlmittel zu der oder den zu kühlenden weiteren Komponenten führt.
[0036] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden
anhand der schematischen Zeichnung beispielhaft erläutert. Hierbei zeigt die
Figur eine erfindungsgemäße Kühlung.
[0037] In der Figur ist schematisch ein Boot 1 mit einem Außenbordantrieb 2 gezeigt. Der
Außenbordantrieb 2 ist mit einem Gehäuse 3 versehen, in dem sich ein Elektromotor
4 zum Antreiben des Bootes 1 befindet. Der Elektromotor 4 wird über eine Motorelektronik
5 angesteuert. Die Motorelektronik 5 ist ebenfalls in dem Gehäuse 3 untergebracht.
[0038] Der Elektromotor 4 und die Motorelektronik 5 sind mit einer Wasserkühlung ausgerüstet.
Die Wasserkühlung umfasst einen Kühlmitteleinlass 6, über den Wasser von außerhalb
des Bootes 1 in einen ersten Leitungsabschnitt 7a, 7b einer Kühlmittelleitung angesaugt
werden kann. Zu diesem Zweck ist eine Impellerpumpe 8 in dem ersten Leitungsabschnitt
7a, 7b vorgesehen. Das angesaugte Wasser wird erst durch den Elektromotor 4 und anschließend
durch die Motorelektronik 5 geleitet und in Wärmeaustausch mit dem Elektromotor 4
und der Motorelektronik 5 gebracht, um diese zu kühlen. Das angewärmte Wasser wird
über einen Kühlmittelauslass 9 wieder an die Umgebung abgegeben.
[0039] Der erste Leitungsabschnitt 7a, 7b ist stromabwärts der Motorelektronik 5 aufgesplittet,
so dass sich zwei Unterabschnitte 7a und 7b ergeben. Die beiden Enden der Unterabschnitte
7a und 7b enden in einem Steckverbindungselement 10. Mittels eines in der Zeichnung
nicht dargestellten zweiten Steckverbindungselements, welches auf das Steckverbindungselement
10 gesteckt werden kann, können die beiden Enden der Unterabschnitte 7a, 7b strömungsseitig
verbunden werden, so dass das Kühlmittel über den Unterabschnitt 7a in den Unterabschnitt
7 b fließen kann.
[0040] Die Stromversorgung des Elektromotors 4 und der Motorelektronik 5 erfolgt über eine
Batterie 12, welche beabstandet vom Außenbordantrieb 2 im Bootsinneren angeordnet
ist. Zur Kühlung der Batterie 12 ist ein zweiter Leitungsabschnitt 13 vorgesehen,
welcher in thermischem Kontakt mit der Batterie 12 steht. Der zweite Leitungsabschnitt
13 besitzt zwei Anschlussenden, die in einem Stecker 11 enden. Der Stecker 11 kann
mit dem Steckverbindungselement 10 verbunden werden, so dass eine durchgehende Kühlmittelleitung
7a, 13, 7b hergestellt wird.
[0041] Das über den Kühlmitteleinlass 6 angesaugte Wasser fließt durch den Leitungsabschnitt
7a und kühlt den Elektromotor4 und die Motorelektronik 5. Anschließend strömt das
Kühlmittel über das Steckverbindungselement 10 und den Stecker 11 in den zweiten Leitungsabschnitt
13, um die Batterie 12 zu kühlen. Das angewärmte Kühlmittel wird dann Ober das Steckverbindungselement
10 und den Stecker 11 in den Leitungsabschnitt 7b zurückgeführt und über den Kühlmittelauslass
9 abgegeben.
[0042] Wie in der Figur gezeigt, ist es möglich, in den zweiten Leitungsabschnitt 13 weitere
Komponenten zu schalten, um diese ebenfalls zu kühlen. Im Beispiel ist ein Generator
14 kühlungsseitig in Reihe mit der Batterie 12 vorgesehen.
1. Bootsantrieb, insbesondere Außenbordantrieb, mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung,
welche mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht, wobei eine Pumpe vorgesehen
ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kühlmittelleitung zu pumpen,
dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere, von dem Bootsantrieb räumlich getrennte, zu kühlende Komponente vorgesehen
ist und dass die Kühlmittelleitung mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt
steht.
2. Bootsantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente eine Batterie oder ein Batterieladegerät ist.
3. Bootsantrieb nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung einen ersten Leitungsabschnitt besitzt, der mit dem Elektromotor
in thermischem Kontakt steht, und dass die Kühlmittelleitung einen zweiten Leitungsabschnitt
besitzt, der mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt steht, wobei der erste
und der zweite Leitungsabschnitt lösbar miteinander verbunden sind.
4. Bootsantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Leitungsabschnitt mittels einer Steckverbindung verbindbar
sind.
5. Bootsantrieb nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente einen elektrischen Anschluss aufweist und dass ein Kombiverbindungselement
vorgesehen ist, welches gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen der weiteren
Komponente und dem Außenbordantrieb und die Verbindung zwischen dem ersten und dem
zweiten Leitungsabschnitt herstellt.
6. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung mit einer Überwachungseinrichtung zur Überwachung des Durchflusses,
des Drucks und/oder der Temperatur versehen ist.
7. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung einen Kühlmitteleinlass zur Zuführung von Kühlwasser aus dem
das Boot umgebenden Gewässer und einen Kühlmittelauslass zur Abführung von Kühlwasser
an das das Boot umgebende Gewässer aufweist.
8. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Leitungsabschnitt einen separaten Kühlmitteleinlass und/oder einen separaten
Kühlmittelauslass aufweist.
9. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Leitungsabschnitt eine zweite Pumpe vorgesehen ist.
10. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bootsantrieb als Außenbordantrieb ausgeführt ist, wobei der Außenbordantrieb
einen Motorschaft umfasst, welcher in das das Boot umgebende Wasser ragt, und wobei
die Kühlmittelleitung einen geschlossenen Kühlmittelkreislauf bildet und so durch
den Motorschaft geführt ist, dass das Kühlmittel mit dem das Boot umgebenden Wasser
Wärme austauschen kann.
11. Verfahren zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente, wobei das Boot
einen Bootsantrieb aufweist, welcher mittels eines Kühlmittels gekühlt wird, und wobei
die Komponente von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel von dem Bootsantrieb zu der Komponente geleitet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel von der Komponente zurück zu dem Bootsantrieb geleitet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer als Kühlmittel verwendet wird.