(19)
(11) EP 2 907 739 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.08.2015  Patentblatt  2015/34

(21) Anmeldenummer: 14000540.6

(22) Anmeldetag:  14.02.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B63H 20/00(2006.01)
B63H 21/38(2006.01)
B63H 20/28(2006.01)
B63H 21/17(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Torqeedo GmbH
82205 Gilching (DE)

(72) Erfinder:
  • Hartmeyer, Marc
    81829 München (DE)
  • Biebach, Jens
    82327 Tutzing (DE)

(74) Vertreter: Gellner, Bernd 
Gartenstrasse 32b
82547 Eurasburg
82547 Eurasburg (DE)

   


(54) Bootsantrieb mit Kühlkreislauf


(57) Die Erfindung betrifft einen Bootsantrieb mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung, welche mit dem Elektromotor In thermischem Kontakt steht, wobei eine Pumpe vorgesehen ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kühlmittelleitung zu pumpen. Es ist eine weitere, von dem Außenbordantrieb Bootsantrieb, zu kühlende Komponente vorgesehen und die Kühlmittelleitung steht mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt (Figur 1).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Bootsantrieb, insbesondere einen Außenbordantrieb, mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung, welche mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht und welche einen Kühlmitteleinlass und einen Kühlmittelauslass aufweist, wobei eine Pumpe vorgesehen ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kuhlmittelleitung zu pumpen. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente, wobei das Boot einen Bootsantrieb aufweist, welcher mittels eines Kühlmittels gekühlt wird, und wobei die Komponente von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist.

[0002] Außenbordantriebe für Boote sind üblicherweise mit einem Kühlkreislauf ausgestattet. Wasser wird mittels einer Pumpe angesaugt und über eine Kühlmittelleitung dem Motor zugeführt. Die Kühlmittelleitung steht mit dem Motor in thermischem Kontakt, so dass der Motor und das Kühlmittel Wärme austauschen und der Motor gekühlt wird.

[0003] Bei elektrischen Außenbordantrieben ist neben dem Elektromotor häufig auch die Batterie, die die elektrische Versorgung des Elektromotors darstellt, zu kühlen. Eine Kühlung der Batterie über Konvektion, das heißt durch vorbeiströmende Luft, erfordert relativ große Kühlflächen, die in der Regel in einem Boot nicht zur Verfügung stehen.

[0004] Aus der US 8,535,104 B1 ist ein Kühlsystem für eine Bootsbatterie bekannt, wobei die Batterie mittels Kühlluft gekühlt wird, welche wiederum durch Meereswasser gekühlt wird.

[0005] Die Zuführung des Wassers in das Bootsinnere zur Batterie wirft aber häufig Probleme auf, wie zum Beispiel Undichtigkeiten, Korrosion oder Elektrolyse, und führt zu erhöhtem Wartungsaufwand.

[0006] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es daher, einen Bootsantrieb und ein entsprechendes Verfahren bereit zu stellen, welche eine verbesserte Kühlung der Batterie oder anderer im Boot befindlicher Komponenten ermöglichen.

[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Bootsantrieb, insbesondere einen Außenbordantrieb mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung gelöst, wobei die Kühlmittelleitung mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht, wobei eine Pumpe vorgesehen ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kühlmittelleitung zu pumpen, und welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass eine weitere, von dem Bootsantrieb räumlich getrennte, zu kühlende Komponente vorgesehen ist und dass die Kühlmittelleitung mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt steht.

[0008] In einem elektrischen Bootsantrieb ist üblicherweise bereits ein Kühlkreislauf eingebaut. Der Kühlkreislauf umfasst eine Kühlmittelleitung, durch die Kühlmittel gepumpt wird, welches den Elektromotor kühlt. Hierzu ist die Kühlmittelleitung so angeordnet, dass diese mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht und Wärme zwischen dem Elektromotor und dem durch die Kühlmittelleitung strömenden Kühlmittel ausgetauscht wird.

[0009] Neben dem Elektromotor gibt es im Boot weitere Komponenten, wie beispielsweise eine Batterie, die gekühlt werden müssen, welche aber von dem Bootsantrieb räumlich beabstandet angeordnet sind. Der Begriff räumlich beabstandet" oder räumlich getrennt" soll auch eine Anordnung umfassen, bei der der Abstand zwischen Elektromotor und der weiteren Komponente mehr als 100 cm, mehr als 150 cm oder mehr als 200 cm beträgt, und insbesondere eine Anordnung, bei der sich die weitere Komponente im Bootsinneren befindet. Es soll darunter auch eine Anordnung verstanden werden, bei der der Bootsantrieb mit einem Gehäuse versehen ist, in dem sich der Elektromotor befindet, und wobei die weitere Komponente außerhalb des Gehäuses vorgesehen ist.

[0010] Erfindungsgemäß wird die Kühlmittelleitung auch zu der weiteren Komponente geführt und mit dieser in thermischen Kontakt gebracht Die weitere Komponente wird also in den Kühlkreislauf des Elektromotors eingebunden. Auf eine separate Kühlung für die weitere Komponente kann daher verzichtet werden.

[0011] Das Kühlmittel wird in einer Variante der Erfindung zuerst dem Elektromotor und anschließend der weiteren Komponente zugeführt. Umgekehrt kann die Kühlmittelleitung auch so vorgesehen werden, dass das Kühlmittel zuerst der weiteren Komponente und danach dem Elektromotor zugeführt wird. Alternativ können der Elektromotor und die weitere Komponente auch parallel gekühlt werden. In letzterem Fall wird die Kühlmittelleitung in zwei oder mehr parallele Segmente aufgeteilt, die zum Elektromotor beziehungsweise einer oder mehr weiteren Komponenten führen.

[0012] Die Erfindung hat wesentliche Vorteile gegenüber einer separaten Wasserkühlung für die weitere Komponente. Die Kühlmittelversorgung erfolgt über die für den Elektromotor vorgesehene Kühlmittelleitung, so dass keine separate Zuführung von Wasser von außen in das Bootsinnere eingerichtet werden muss. Entsprechend kann auch die Ableitung des durch die weitere Komponente erwärmten Kühlmittels über die Kühlmittelleitung erfolgen.

[0013] Die Erfindung lässt sich bei allen Arten von elektrischen Bootsantrieben, beispielsweise Innenbordem oder Außenbordern, einsetzen. Besondere Vorteile zeigen sich bei Außenbordantrieben.

[0014] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird Wasser als Kühlmittel eingesetzt, insbesondere Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer.

[0015] Die Erfindung wird von Vorteil zur Kühlung einer zur Stromversorgung des Elektromotors vorgesehenen Batterie eingesetzt, insbesondere zur Kühlung einer im Bootsinneren befindlichen Batterie. Es ist auch günstig, die Batterie in den Zeiten zu kühlen, in denen sie nicht benutzt wird, das heißt dann, wenn der Elektromotor nicht in Betrieb ist. Auf diese Weise kann die kalendarische Alterung der Batterie reduziert werden.

[0016] Eine weitere vorteilhafte Anwendung der Erfindung betrifft die Kühlung eines an Bord des Bootes befindlichen Batterieladegeräts. Gewicht und Größe eines mit einer Flüssigkeitskühlung, insbesondere Wasserkühlung, versehenen Batterieladegeräts können Kleiner gewählt werden, so dass eine größere Flexibilität hinsichtlich des Einbauortes besteht.

[0017] In anderen Ausführungsformen werden alternativ oder ergänzend weitere Komponenten im Boot, wie zum Beispiel ein Generator, eine Klimaanlage, eine Wärmepumpe oder ein Kühlschrank, erfindungsgemäß gekühlt.

[0018] Optional kann auch ein zusätzlicher Heizer für die Batterie und/oder die weiteren Komponenten vorgesehen sein, um diese schneller auf Betriebstemperatur zu bringen. Bei sehr großer Luftfeuchte kommt es bei zu hoher Temperaturdifferenz zwischen den gekühlten Oberflächen und der Umgebungsluft zur Kondensatbildung bzw. Betauung auf den gekühlten Oberflächen, was gerade bei elektrischen Komponenten, wie z.B. einer Batterie nicht gewünscht ist. In diesem Fall kann es durch gezielten Einsatz der Motorverlustwärme möglich sein, die Kühlmitteltemperatur auf einen Wert anzuheben, bei der eine Betauung der gekühlten Komponenten nicht stattfindet. Falls eine noch bessere Temperierung des Kühlmittels notwendig ist, kann zusätzlich oder alternativ zur Nutzung der Motorabwärme das Einfügen einer Zusatzheizung von Vorteil sein.

[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Kühlmittelleitung einen ersten Leitungsabschnitt und einen zweiten Leitungsabschnitt auf. Der erste Leitungsabschnitt steht mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt und der zweite Leitungsabschnitt steht mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt. Der erste und der zweite Leitungsabschnitt sind dabei lösbar miteinander verbunden. Bei dieser Ausführungsform wird der übliche Kühlkreislauf für den Elektromotor, der den ersten Leitungsabschnitt darstellt, mit Anschlusselementen versehen, an die der zweite Leitungsabschnitt angeschlossen werden kann.

[0020] Die Verbindung von erstem und zweitem Leitungsabschnitt erfolgt vorzugsweise mittels einer Steck-, Schraub- oder Bajonettverbindung. Diese Verbindungselemente sind bevorzugt selbstverschließend ausgeführt, so dass im Fall der Trennung der Leitungsabschnitte kein Kühlmittel aus den Verbindungselementen austritt.

[0021] Es ist auch möglich, den gesamten Kühlmittelkreislauf fest im Boot zu verlegen. Die ursprüngliche Kühlmittelleitung, welche nur zur Kühlung des Elektromotors vorgesehen war, wird so erweitert, dass sie auch in thermischem Kontakt zu einer oder mehreren weiteren Komponenten steht, so dass diese ebenfalls durch das Kühlmittel gekühlt werden.

[0022] Wie oben beschrieben, ist die Erfindung insbesondere zur Kühlung der Batterie geeignet. In diesem Fall muss die Batterie auch elektrisch an den Bootsantrieb, im Speziellen an den Elektromotor, angeschlossen werden. In diesem Fall ist es günstig, ein Kombiverbindungselement vorzusehen, welches gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen der Batterie und dem Bootsantrieb und die Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Leitungsabschnitt herstellt. Das Kombiverbindungselement ermöglicht gleichzeitig den Anschluss der Batterie an den Kühlkreislauf des Elektromotors als auch die elektrische Verbindung zwischen der Batterie und dem Elektromotor. Das Kombiverbindungselement kann neben der Kühlmittelverbindung auch mehrere elektrische Anschlüsse für Nieder- und Hochvoltverbindungen aufweisen. Selbstverständlich kann das Kombiverbindungselement auch zum Anschließen anderer Komponenten verwendet werden, welche sowohl an den Kühlkreislauf angeschlossen werden sollen als auch mit dem Bootsantrieb elektrisch verbunden werden sollen. Durch selbstverschließende Wasser-Verbindungselemente kann zusätzlich sichergestellt werden, dass die elektrischen Kontakte des Kombiverbindungselementes nicht mit Wasser in Verbindung kommen.

[0023] Es ist von Vorteil, die Kühlmittelleitung mit einer Überwachungseinrichtung zur Überwachung des Durchflusses, des Drucks und/oder der Temperatur zu versehen. Die Überwachungseinrichtung kann die genannten Größen Durchfluss, Druck und/oder Temperatur messen und/oder anzeigen oder auch mit Regelelementen verbunden sein, welche zur Beeinflussung des Kühlmittelflusses dienen können.

[0024] Die Kühlmittelleitung besitzt vorzugsweise einen Kühlmitteleinlass und einen Kühlmittelauslass, über die Kühlwasser von außerhalb des Bootes angesaugt und nach der Kühlung des Elektromotors und der weiteren Komponente(n) wieder abgegeben wird.

[0025] Der Kühlkreislauf kann als Einkreissystem oder als Zweikreissystem ausgeführt werden. Bei einem Einkreissystem wird Kühlwasser mittels einer Pumpe angesaugt, über die Kühlmittelleitung zu dem Elektromotor und der oder den weiteren Komponenten geleitet und anschließend wieder an die Umgebung, in der Regel an das das Boot umgebende Wasser, abgegeben. Die weitere Komponente wird hierbei entweder in Reihe mit dem Elektromotor in die Kühlmittelleitung geschaltet oder die Kühlmittelleitung wird in zwei oder mehr parallele Leitungsabschnitte aufgespalten, welche zur Kühlung des Elektromotors und einer oder mehreren weiteren Komponenten dienen.

[0026] Bei einer speziellen Form des Einkreissystems fungiert der Schaft des Außenbordmotors als Wärmetauscher. Diese Ausführung ist insbesondere für Außenbordmotoren geeignet und ist z.B. dann von Vorteil, wenn das Boot auf Gewässern bewegt werden muss, die mit brennbaren Flüssigkeiten verschmutzt sind, wie das bei Löschbooten der Fall sein kann.

[0027] Bei dieser Ausführung existiert ein geschlossener Kühlmittelkreislauf, an den der Elektromotor, verschiedene andere zu kühlende Komponenten in unmittelbarer Nähe des Elektromotors und auch zu kühlende Komponenten, die sich auf dem Boot selbst befinden und die mit der Kühlmittelleitung mit dem Elektromotor des Außenbordmotors verbunden sind, angeschlossen sind. Nachdem das Kühlmittel des geschlossenen Kühlmittelkreislaufs alle zu kühlenden Komponenten durchströmt hat, wird die Kühlmittelleitung innerhalb des Motorschafts des Außenbordantriebs so unterhalb der Schaftoberfläche geführt, dass sich ein optimaler Wärmeübergang vom Kühlmittel zum Gewässer, in welchem sich der Schaft befindet, ergibt. Zur Optimierung es Wärmeübergangs kann die äußere Oberfläche des Motorschafts z.B. durch Rippen vergrößert werden. Diese Rippen sind so anzubringen, dass die negative Beeinflussung der Hydrodynamik minimal ist.

[0028] Bei einem Zweikreissystem dient das von außen zugeführte Kühlwasser zur Kühlung eines sekundären abgeschlossenen Kühlmittelkreislaufs, durch den der Elektromotor und/oder die weitere Komponente gekühlt werden. In diesem Fall ist es auch möglich, mehrere sekundäre Kühlkreisläufe zur Kühlung des Elektromotors und der weiteren Komponenten vorzusehen.

[0029] Wenn eine größere Kühlleistung erforderlich ist, kann es günstig sein, den zweiten Leitungsabschnitt der Kühlmittelleitung mit einem separaten Kühlmitteleinlass und/oder einem separaten Kühlmittelauslass zu versehen. Das Kühlmittel, d.h. in diesem Fall Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer, wird dann nicht nur über den Kühlmitteleinlaes des ersten Leitungsabschnitts, sondern auch über den separaten Kühlmitteleinlass angesaugt oder zugeführt. Auf diese Weise kann eine größere Kühlmittelmenge zur Kühlung bereitgestellt werden.

[0030] Bei erhöhtem Kühlbedarf ist es weiterhin von Vorteil, in dem zweiten Leitungsabschnitt eine zweite Pumpe vorzusehen. An den ersten Leitungsabschnitt, der dem bestehenden Kühlkreislauf für den Elektromotor entspricht, wird ein zweiter Leitungsabschnitt angeschlossen und zur Verstärkung der Kühlmittelumwälzung wird eine zweite Pumpe verwendet. Als Pumpe, sowohl im ersten als auch im zweiten Leitungsabschnitt, können beispielsweise Impellerpumpen, elektrische Pumpen oder auch regenerative Pumpen eingesetzt werden.

[0031] Bei geringerem Kühlleistungsbedarf kann zur Steigerung der Systemeffizienz die Drehzahlreduzierung der Pumpe sinnvoll sein. Optimale Systemeffizienz erhält man durch Einsatz einer drehzahlgeregelten Pumpe, wobei die Pumpendrehzahl in Abhängigkeit der Temperaturen der zu kühlenden Komponenten geregelt wird, wobei im Allgemeinen die jeweils kritischste Temperatur als Regelgröße herangezogen wird.

[0032] Für den Fall, dass die Pumpe durch die Motorwelle direkt angetrieben wird, ergibt sich die Durchströmungsrichtung innerhalb des Kühlsystems in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung. In diesem Falle muss die Pumpe in beide Richtungen betreibbar sein. Da die Pumpe dennoch meistens eine Vorzugsrichtung hat, wird die Pumpe so vorzugsweise so eingebaut, dass sich in Vorwärts-Fahrtrichtung die größere Fördermenge bzw. die größere Effizienz ergibt. In jedem Falle müssen sich die beiden gewässerseitigen Anschlüsse des Kühlkreislauft, d.h. der Kühlmitteleinlass und der Kühlmittelauslass, unterhalb der Oberfläche des Gewässers befinden, um in beiden Fahrtrichtungen ein Ansaugen des Wassers sicherzustellen.

[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente, wobei das Boot einen Bootsantrieb aufweist, welche mittels eines Kühlmittels gekühlt wird, und wobei die Komponente von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist, zeichnet sich dadurch aus, dass das Kühlmittel von dem Bootsantrieb zu der Komponente geleitet wird.

[0034] Erfindungsgemäß wird der Kühlkreislauf des Elektromotors direkt oder indirekt auch zur Kühlung einer oder mehrerer weiterer Komponenten, insbesondere der zur Energieversorgung des Elektromotors vorgesehenen Batterie, herangezogen.

[0035] Die Erfindung erlaubt es auf einfache Weise einen bestehenden Kühlmittelkreislauf für den Elektromotor eines Bootsantriebs, insbesondere eines Außenbordantriebs, so zu erweitern, dass weitere Komponenten, wie zum Beispiel die Batterie, gekühlt werden können. Hierzu wird an die vorhandene Kühlmittelleitung, welche dann den ersten Leitungsabschnitt darstellt, ein zweiter Leitungsabschnitt entweder dauerhaft oder lösbar angeschlossen, welcher das Kühlmittel zu der oder den zu kühlenden weiteren Komponenten führt.

[0036] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der schematischen Zeichnung beispielhaft erläutert. Hierbei zeigt die
Figur eine erfindungsgemäße Kühlung.

[0037] In der Figur ist schematisch ein Boot 1 mit einem Außenbordantrieb 2 gezeigt. Der Außenbordantrieb 2 ist mit einem Gehäuse 3 versehen, in dem sich ein Elektromotor 4 zum Antreiben des Bootes 1 befindet. Der Elektromotor 4 wird über eine Motorelektronik 5 angesteuert. Die Motorelektronik 5 ist ebenfalls in dem Gehäuse 3 untergebracht.

[0038] Der Elektromotor 4 und die Motorelektronik 5 sind mit einer Wasserkühlung ausgerüstet. Die Wasserkühlung umfasst einen Kühlmitteleinlass 6, über den Wasser von außerhalb des Bootes 1 in einen ersten Leitungsabschnitt 7a, 7b einer Kühlmittelleitung angesaugt werden kann. Zu diesem Zweck ist eine Impellerpumpe 8 in dem ersten Leitungsabschnitt 7a, 7b vorgesehen. Das angesaugte Wasser wird erst durch den Elektromotor 4 und anschließend durch die Motorelektronik 5 geleitet und in Wärmeaustausch mit dem Elektromotor 4 und der Motorelektronik 5 gebracht, um diese zu kühlen. Das angewärmte Wasser wird über einen Kühlmittelauslass 9 wieder an die Umgebung abgegeben.

[0039] Der erste Leitungsabschnitt 7a, 7b ist stromabwärts der Motorelektronik 5 aufgesplittet, so dass sich zwei Unterabschnitte 7a und 7b ergeben. Die beiden Enden der Unterabschnitte 7a und 7b enden in einem Steckverbindungselement 10. Mittels eines in der Zeichnung nicht dargestellten zweiten Steckverbindungselements, welches auf das Steckverbindungselement 10 gesteckt werden kann, können die beiden Enden der Unterabschnitte 7a, 7b strömungsseitig verbunden werden, so dass das Kühlmittel über den Unterabschnitt 7a in den Unterabschnitt 7 b fließen kann.

[0040] Die Stromversorgung des Elektromotors 4 und der Motorelektronik 5 erfolgt über eine Batterie 12, welche beabstandet vom Außenbordantrieb 2 im Bootsinneren angeordnet ist. Zur Kühlung der Batterie 12 ist ein zweiter Leitungsabschnitt 13 vorgesehen, welcher in thermischem Kontakt mit der Batterie 12 steht. Der zweite Leitungsabschnitt 13 besitzt zwei Anschlussenden, die in einem Stecker 11 enden. Der Stecker 11 kann mit dem Steckverbindungselement 10 verbunden werden, so dass eine durchgehende Kühlmittelleitung 7a, 13, 7b hergestellt wird.

[0041] Das über den Kühlmitteleinlass 6 angesaugte Wasser fließt durch den Leitungsabschnitt 7a und kühlt den Elektromotor4 und die Motorelektronik 5. Anschließend strömt das Kühlmittel über das Steckverbindungselement 10 und den Stecker 11 in den zweiten Leitungsabschnitt 13, um die Batterie 12 zu kühlen. Das angewärmte Kühlmittel wird dann Ober das Steckverbindungselement 10 und den Stecker 11 in den Leitungsabschnitt 7b zurückgeführt und über den Kühlmittelauslass 9 abgegeben.

[0042] Wie in der Figur gezeigt, ist es möglich, in den zweiten Leitungsabschnitt 13 weitere Komponenten zu schalten, um diese ebenfalls zu kühlen. Im Beispiel ist ein Generator 14 kühlungsseitig in Reihe mit der Batterie 12 vorgesehen.


Ansprüche

1. Bootsantrieb, insbesondere Außenbordantrieb, mit einem Elektromotor und einer Kühlmittelleitung, welche mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht, wobei eine Pumpe vorgesehen ist, um Kühlmittel zur Kühlung des Elektromotors durch die Kühlmittelleitung zu pumpen, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere, von dem Bootsantrieb räumlich getrennte, zu kühlende Komponente vorgesehen ist und dass die Kühlmittelleitung mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt steht.
 
2. Bootsantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente eine Batterie oder ein Batterieladegerät ist.
 
3. Bootsantrieb nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung einen ersten Leitungsabschnitt besitzt, der mit dem Elektromotor in thermischem Kontakt steht, und dass die Kühlmittelleitung einen zweiten Leitungsabschnitt besitzt, der mit der weiteren Komponente in thermischem Kontakt steht, wobei der erste und der zweite Leitungsabschnitt lösbar miteinander verbunden sind.
 
4. Bootsantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Leitungsabschnitt mittels einer Steckverbindung verbindbar sind.
 
5. Bootsantrieb nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente einen elektrischen Anschluss aufweist und dass ein Kombiverbindungselement vorgesehen ist, welches gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen der weiteren Komponente und dem Außenbordantrieb und die Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Leitungsabschnitt herstellt.
 
6. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung mit einer Überwachungseinrichtung zur Überwachung des Durchflusses, des Drucks und/oder der Temperatur versehen ist.
 
7. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelleitung einen Kühlmitteleinlass zur Zuführung von Kühlwasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer und einen Kühlmittelauslass zur Abführung von Kühlwasser an das das Boot umgebende Gewässer aufweist.
 
8. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Leitungsabschnitt einen separaten Kühlmitteleinlass und/oder einen separaten Kühlmittelauslass aufweist.
 
9. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Leitungsabschnitt eine zweite Pumpe vorgesehen ist.
 
10. Bootsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bootsantrieb als Außenbordantrieb ausgeführt ist, wobei der Außenbordantrieb einen Motorschaft umfasst, welcher in das das Boot umgebende Wasser ragt, und wobei die Kühlmittelleitung einen geschlossenen Kühlmittelkreislauf bildet und so durch den Motorschaft geführt ist, dass das Kühlmittel mit dem das Boot umgebenden Wasser Wärme austauschen kann.
 
11. Verfahren zur Kühlung einer auf einem Boot befindlichen Komponente, wobei das Boot einen Bootsantrieb aufweist, welcher mittels eines Kühlmittels gekühlt wird, und wobei die Komponente von dem Bootsantrieb räumlich getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel von dem Bootsantrieb zu der Komponente geleitet wird.
 
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel von der Komponente zurück zu dem Bootsantrieb geleitet wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser aus dem das Boot umgebenden Gewässer als Kühlmittel verwendet wird.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente