[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Fadenendeauflösung
für einen Spleißer sowie ein Computerprogramm zur Steuerung eines solchen Verfahrens.
[0002] Derartige Fadenendeauflösungsvorrichtungen in Verbindung mit Spleißern sind seit
langem bekannt, z.B. aus der
DE4420979A1. Dabei handelt es sich bei einem Spleißer um eine Vorrichtung zur Verbindung zweier
Fadenenden, wobei hier und im Folgenden unter einem Faden stets ein aus miteinander
verdrillten Einzelfasem bestehendes Gebilde gemeint sein soll.
[0003] Vor der eigentlichen Verbindung müssen dazu die Fadenenden zunächst vorbereitet werden.
D.h., der Faden wird zunächst durch eine Schneidvorrichtung des Spleißers definiert
abgelängt, wonach dann die Fadendrehung am Fadenende auf einer gewissen Länge durch
Rückdrehen aufgelöst wird, was typischerweise durch pneumatisches Auflösen der Fadendrehung
in einem speziellen Auflöseröhrchen des Spleißers geschieht. Dazu wird das Fadenende
nach dem Ablängen zunächst durch eine Saugströmung in das Röhrchen eingesogen, um
sodann darin mittels einer im Inneren des Auflöseröhrchens herrschenden und auf das
Fadenende wirkenden Auflöseströmung die Fadendrehung zu beseitigen und lose Fasern
wegzublasen, so dass man ein sogenanntes aufgelöstes Fadenende mit möglichst vielen
parallel liegenden Fasern erhält, die mit den Fasern des zu verbindenden anderen Fadenendes
dann, typischerweise wieder pneumatisch, gespleißt werden können.
[0004] Das Aussehen und die Qualität einer Spleißverbindung hängen u.a. stark von der Fadenendeauflösung
ab. Erst bei einer optimalen Auflösung ergeben sich Fadenverbindungen, deren Aussehen
und Festigkeit sich nicht wesentlich vom übrigen Faden unterscheiden. Eine optimale
Spleißverbindung ist beispielsweise nur dann zu erreichen, wenn die Fadenenden in
einer Form und in einer Länge vorbereitet werden, die auf die jeweiligen Gamparameter
des Fadens abgestimmt sind.
[0005] Um das Fadenende zuverlässig in ein Auflöseröhrchen einzusaugen, genügt es bei vielen
Garnarten, deren Fäden eine gewisse Flexibilität, d.h. Biegsamkeit besitzen, wenn
irgendein Teil des Fadens sich beim Ablängen im Einzugsbereich des Auflöseröhrchens
befindet. D.h., wenn spätestens kurz nach dem Ablängen des Fadens die Saugströmung
an das Auflöseröhrchen angelegt wird, genügt diese in solchen Fällen, den Faden anzusaugen
und schließlich mit dem Fadenende voran im Auflöseröhrchen zu positionieren. In diesen
Fällen bewirkt die Saugströmung typischerweise, dass der im Einzugsbereich des Auflöseröhrchens
befindliche Teil des Fadens sich in Richtung des Inneren des Auflöseröhrchens zu bewegen
beginnt, wobei er zunächst eine in Richtung des Inneren des Auflöseröhrchens sich
bewegende Schlaufe bildet. Beim weiteren Hineinziehen der Schlaufe ins Auflöseröhrchen
gleitet schließlich das Fadenende auch ins Auflöseröhrchen, bis sich die Schlaufe
auflöst und der Faden mit dem Fadenende voran ins Auflöseröhrchen eingesogen ist.
[0006] Insbesondere bei weniger flexiblen, also eher biegesteifen Garnen ist der soeben
beschriebene Prozess jedoch oft nicht erfolgreich oder lässt sich nicht in zufriedenstellender
Weise mit der Auflöseströmung im Auflöseröhrchen kombinieren. So ist es zum einen
möglich, dass ein Garn derart biegesteif ist, dass die in der Praxis üblichen Stärken
der Saugströmung gar nicht für eine Schlaufenbildung ausreichen, so dass der Faden
überhaupt nicht eingesogen werden kann. Andererseits kann bei manchen Garnen durch
eine genügend starke Saugströmung zwar ein Einsaugen erreicht werden, diese Saugströmungen
verhindern dann aber oft anschließend eine optimale Auflösung.
[0007] Um Letzteres zu verstehen, muss darauf hingewiesen werden, dass Saug- und Auflöseströmung
nicht unabhängig voneinander sind. So werden üblicherweise im Auflöseröhrchen nur
einheitliche Düsen eingesetzt, d.h., ins Auflöseröhrchen wird dabei nur durch eine
oder mehrere gleichartig angeordnete Düsen derartig ein Medium, d.h. bevorzugt Luft
oder alternativ auch mit Wasser versetzte Luft, eingeblasen, dass vor dem Auflöseröhrchen,
d.h. an seiner dem Faden zugewandten Seite, ein ins Auflöseröhrchen gerichteter Sog
entsteht, während im Auflöseröhrchen zum einen ein die Fadendrehung auflösender Wirbel
entsteht, der aber gleichzeitig weiter ins Innere des Auflöseröhrchens, d.h., auf
das Faden abgewandte Ende des Auflöseröhrchens hin gerichtet ist, um einerseits die
Saugströmung vor dem Auflöseröhrchen zu gewährleisten und andererseits die bei der
Fadenendeauflösung ausgelösten Fasern durch das dem Faden abgewandte Ende des Auflöseröhrchens
abzutransportieren. Aber selbst wenn man verschiedenartige Düsen für das Auflöseröhrchen
vorsieht, lassen sich Saug- und Auflöseströmung nicht völlig entkoppeln, da z.B. die
Saugströmung letztendlich immer einen Sog in Richtung des dem Faden abgewandten Endes
des Auflöseröhrchens bewirken muss, die auf jeden Fall auch auf den im Auflöseröhrchen
befindlichen Teil des Fadens und damit auf dessen Auflösung Einfluss nimmt.
[0008] D.h., im Ergebnis hat die Saugströmung immer auch einen gewissen Effekt auf die Fadenendeauflösung
und kann daher nicht beliebig eingestellt werden, um die Biegesteifheit des einzusaugenden
Fadens in jedem Fall zu überwinden.
[0009] Um ein zuverlässiges Einsaugen insbesondere auch biegesteiferer Garne zu gewährleisten,
schlug die bereits genannte
DE 4420979 A1 daher vor, die Schneidvorrichtung in unmittelbarer Nähe der Mündung des Auflöseröhrchens
anzuordnen. Insbesondere wenn man das Auflöseröhrchen dann noch zusätzlich in Richtung
der Schneidvorrichtung neigt, kann man dann in vielen Fällen auch biegesteifere Garne
zufriedenstellend einsaugen.
[0010] Während diese Lösung für biegesteifere Garne durchaus ihre Berechtigung hat, so bringt
die unmittelbare Nachbarschaft von Schneidvorrichtung und Auflöseröhrchen auch Nachteile
mit sich. So schränkt diese unmittelbare Nachbarschaft natürlich die konstruktive
Freiheit in der Anordnung der Bauteile des Spleißers erheblich ein. Auch ist es konstruktiv
überhaupt nicht möglich, Schneidvorrichtung und Auflöseröhrchen beliebig nah zueinander
zu bringen, da das Auflöseröhrchen ja als Hohlraum innerhalb eines Materialblocks
angebracht werden muss, dem die Schneidvorrichtung bestenfalls benachbart sein kann.
Auf jeden Fall liegt das Fadenende außerhalb der Mündungsöffnung des Auflöseröhrchens
und das Einsaugen erfordert also doch eine, wenn auch nur geringe, Schlaufenbildung
des Fadens für den Einsaugvorgang, was dazu führen kann, dass besonders biegesteife
Garne auch mit diesem Verfahren nicht wirklich zuverlässig eingesogen werden können.
[0011] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Fadenendeauflösung
für einen Spleißer anzugeben, das die beschriebenen Probleme zumindest vermindert
und insbesondere das zuverlässige Einsaugen auch biegesteiferer Fäden in ein Auflöseröhrchen
gestattet, ohne dem Spleißer starke konstruktive Beschränkungen bei Wahl und Zusammenbau
seiner Bauteile aufzuerlegen.
[0012] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Fadenendeauflösung für einen Spleißer
mit den Schritten:
- (i) Ablängen des Fadens durch eine Schneidvorrichtung des Spleißers, wobei sich der
Faden im Einzugsbereich eines Halte- und Auflöseröhrchens des Spleißers befindet,
- (ii) Spätestens nach dem Ablängen des Fadens Anlegen einer Saugströmung an das Halte-
und Auflöseröhrchen,
- (iii) Einsaugen des Fadenendes durch die am Halte- und Auflöseröhrchen anliegende
Saugströmung in das Halte- und Auflöseröhrchen,
- (iv) Auflösung des Fadenendes durch eine im Halte- und Auflöseröhrchen spätestens
nun angelegte Auflöseströmung,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen die Schritte (ii) und (iii) folgender Schritt eingeschoben wird:
(ii.A) Beförderung des Fadenendes in den Einzugsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens
durch Zusammenspiel von Saugströmung und einer Fadenrückzugsvor richtung.
[0013] Die Aufgabe wird aber auch gelöst durch eine Vorrichtung zur Fadenendeauflösung für
einen Spleißer, wobei die Vorrichtung folgende gleichzeitig zum Spleißer gehörige
Komponenten aufweist, nämlich eine Schneidvorrichtung, ein Halte- und Auflöseröhrchen
sowie eine Fadenrückzugsvorrichtung, und wobei die Vorrichtung mindestens eine Steuerungsvorrichtung
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die o.g. zum Spleißer gehörigen Komponenten konstruktiv derart zueinander angeordnet
sind und die Steuerungsvorrichtung derart eingerichtet ist, dass die Vorrichtung in
ihrem Betrieb das soeben beschriebene Verfahren zur Fadenendeauflösung für den Spleißer
ausführt.
[0014] Weiter wird die Aufgabe gelöst durch ein Computerprogramm für die soeben beschriebene
Vorrichtung zur Fadenendeauflösung für einen Spleißer, wobei die Steuerungsvorrichtung
der Vorrichtung programmgesteuert ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung, wenn das Computerprogramm auf der Steuerungsvorrichtung läuft,
in ihrem Betrieb das soeben beschriebene Verfahren zur Fadenendeauflösung für den
Spleißer ausführt.
[0015] Im Gegensatz zum Stand der Technik verlangt das vorgeschlagene Verfahren also nicht,
dass sich das Fadenende bereits beim Ablängen in unmittelbarer Nähe des Auflöseröhrchens
befindet, sondern es genügt, dass sich irgendein Teil des Fadens im Einzugsbereich
eines Auflöseröhrchens des Spleißers befindet.
[0016] Dabei ist es wichtig, die Saugströmung rechtzeitig an das Auflöseröhrchen anzulegen,
damit diese den Faden in der Nähe des Auflöseröhrchens halten kann. D.h., spätestens
muss die Saugströmung kurz nach dem Ablängen des Fadens angelegt werden, um zu verhindern,
dass der Faden durch die Schwerkraft nach unten fällt und den Einzugsbereich des Auflöseröhrchens
verlässt. Günstiger ist es aber, wenn die Saugströmung bereits beim Ablängen oder
sogar schon vor dem Ablängen angelegt wird. Im Ergebnis hat dadurch im erfindungsgemäßen
Verfahren das Auflöseröhrchen jetzt nicht nur die Aufgabe, den Faden einzusaugen und
das Fadenende aufzulösen, sondern übt zusätzlich noch eine Haltefunktion auf den Faden
bis zum Zeitpunkt des Einsaugens aus, weswegen das Auflöseröhrchen in der Anspruchsformulierung
und im Folgenden auch treffender als Halte- und Auflöseröhrchen bezeichnet wird.
[0017] Die Erfindung sieht also im Gegensatz zum Stand der Technik nicht vor, dass das Fadenende
unmittelbar nach Ablängen eingesogen wird, sondern die Fadenrückzugsvorrichtung zieht
zunächst den Faden zurück, wobei sich das Fadenende weg von der Schneidvorrichtung
in Richtung des Halte- und Auflöseröhrchens bewegt und die Saugströmung dafür sorgt,
dass der Faden während des gesamten Rückzugvorgangs im Einzugsbereich des Halte- und
Auflöseröhrchens verbleibt. Schließlich nähert sich das Fadenende soweit dem Halte-
und Auflöseröhrchen an, dass die Saugströmung es ins Halte- und Auflöseröhrchen einsaugen
kann, wobei der Punkt der dazu notwendigen Annäherung des Fadenendes ans Halte- und
Auflöseröhrchen von der Biegesteifheit des Fadens abhängt.
[0018] Da die Erfindung also nach dem Ablängen des Fadens eine Rückzugsbewegung des Fadenendes
Richtung Halte- und Auflöseröhrchen vorsieht, entfällt die im Stand der Technik geforderte
Einschränkung, dass Schneidvorrichtung und Halte- und Auflöseröhrchen unmittelbar
benachbart sein müssen, wodurch der Abstand der Schneidvorrichtung und des Halte-
und Auflöseröhrchens nach den übrigen Kriterien des Fadenendeauflösungs- und Fadenspleißprozesses
frei optimiert werden können.
[0019] Da weiter die Rückzugsbewegung des Fadenendes nicht begrenzt ist, also auch bis zu
dem Punkt ausgeführt werden kann, in dem das Fadenende selbst in den Mündungsbereich
des Halte- und Auflöseröhrchens gelangt, können auch extrem biegesteife Fäden noch
zuverlässig eingesogen werden, da bei dieser Positionierung des Fadenendes zum Einsaugen
keine Schlaufenbildung des Fadens mehr vorgenommen werden muss, sondern der Einsaugvorgang
sofort mit dem Fadenende voran, also mit dem Fadenende in Richtung des Inneren des
Halte- und Auflöseröhrchens weisend, beginnt.
[0020] Bei welcher Position des Fadenendes der Einsaugvorgang schließlich einsetzt, hängt
dabei von der Biegsamkeit des Fadens ab und ist für die Zuverlässigkeit des Einsaugens
auch nicht von Bedeutung. Denn wenn die Rückzugsbewegung im Extremfall immer bis zu
dem Punkt ausgeführt wird, an dem sich das Fadenende im Mündungsbereich des Halte-
und Auflöseröhrchens befindet, wird der Einsaugvorgang stets erfolgreich sein. Sollte
bei biegsameren Garnen der Einsaugvorgang nämlich bereits vorher eingesetzt haben,
so bewirkt ein weiteres Zurückziehen lediglich, dass das Fadenende wieder etwas Richtung
fadenseitiges Ende des Halte- und Auflöseröhrchens transportiert wird, der Einzugsbereich
des Halte- und Auflöseröhrchens wird aber auch in diesem Fall nie verlassen.
[0021] Allerdings ist ein solches ungewolltes Zurückziehen eines einmal eingesogenen Fadens
nicht wünschenswert, da dadurch die Einwirkzeit der Auflöseströmung auf das Fadenende
beeinflusst wird, die wie oben erwähnt, ihrerseits auch einen wichtigen Faktor für
eine optimale Fadenendeauflösung darstellt. Daher sieht die Erfindung vorteilhafterweise
vor, die Rückzugsbewegung dann zu beenden, wenn der Faden eingesogen wurde.
[0022] Wie gerade gesagt, ist es also insbesondere für höhere Biegesteifigkeiten vorteilhaft,
wenn die Fadenrückzugsvorrichtung in Schritt (ii.A) das Fadenende derart im Einzugsbereich
des Halte- und Auflöseröhrchens positioniert, dass die am Halte- und Auflöseröhrchen
anliegende Saugströmung den Faden mit dem Fadenende voran ins Halte- und Auflöseröhrchen
einsaugt.
[0023] Zur Optimierung der Fadenendeauflösung selbst ist es, wie bereits angedeutet, wichtig,
dass das Fadenende bis zu einer bestimmten Position in das Halte- und Auflöseröhrchen
eingesogen wird, also ein Fadenstück bestimmter Länge der Auflöseströmung im Halte-
und Auflöseröhrchen ausgesetzt wird. Dazu sieht die Erfindung in einer Weiterbildung
vor, dass die Fadenrückzugsvorrichtung den Faden nach Einsaugen des Fadenendes wieder
etwas freigibt, um ein tieferes Einsaugen ins Halte- und Auflöseröhrchen zu ermöglichen,
bis die optimale Fadenlänge sich im Halte- und Auflöseröhrchen befindet.
[0024] Für manche Spleißertypen bietet es sich dabei an, im Spleißer ohnehin bereits vorhandene
Fadentransportvorrichtungen als Fadenrückzugsvorrichtung zu nutzen. Hier ist insbesondere
an die sogenannten Zubringer zu denken, die in einem Spleißer dazu dienen, die beiden
zu verbindenden Fäden nach Vorbereitung ihrer Fadenenden weiter zurückzuziehen, bis
die Fadenenden im Spleißkanal mit einer optimalen Überdeckungslänge der beiden Fäden
zu liegen kommen.
[0025] Alternativ kann die Fadenrückzugsvorrichtung aber auch durch ein separates Bauteil
realisiert werden, das dann nur Aufgaben bei der Fadenendeauflösung übernimmt. Dies
hat den Vorzug, dass die Bauteile für den Fadentransport bei Fadenendeauflösung und
z.B. bei Positionierung der Fadenenden im Spleißkanal getrennt voneinander optimiert
werden können, was bei manchen Spleißertypen je nach geometrischer Anordnung der einzelnen
Baugruppen des Spleißers von Vorteil sein kann.
[0026] Ein solches separates Bauteil für den Fadentransport bei Fadenendeauflösung sah z.B.
auch die bereits erwähnte
DE 4420979 A1 vor, die dieses Bauteil Schlaufenbildner nannte und als konkrete Ausgestaltungen
einen Drehflügel, eine Fadenzugeinrichtung und eine pneumatische Einrichtung, d.h.
konkret einen schlitzartig ausgebildeten, in Fadenlaufrichtung verlaufenden Mündungsbereich
einer Saugdüse vorsah. Allerdings erkannte die
DE 4420979 A1 nicht die erfindungsgemäßen Einsatzmöglichkeiten eines solchen Schlaufenbildners,
sondern beschränkte sich darauf, vor dem Ablängen des Fadens eine Fadenreserve in
Form einer Schlaufe zu bilden, die dann nach dem Ablängen und unmittelbaren Einsaugen
des Fadenendes dazu genutzt wurde, den Faden weiter ins Halte- und Auflöseröhrchen
einsaugen zu lassen, um die aufzulösende Fadenlänge zu vergrößern.
[0027] Idealerweise würde bei Einsatz eines separaten Drehflügels als Fadenrückzugsvorrichtung
dieser den Faden im Gegensatz zur
DE 4420979 A1 nicht in unmittelbarer Nähe des Halte- und Auflöseröhrchens ergreifen und zu einer
Fadenreserveschlaufe verformen, sondern man würde ihn konstruktiv verändern, so dass
er die Schlaufe z.B. auf der dem Halte- und Auflöseröhrchen abgewandten Seite des
Spleißkanals bildet. Denn bei einer wie in der
DE 4420979 A1 beschriebenen Konstruktion des Drehflügels bestände die Gefahr, dass bei einem Ergreifen
des Fadens in der Nähe des Halte- und Auflöseröhrchens mit anschließendem Fadentransport
durch den Drehflügel weg vom Halte- und Auflöseröhrchen der Faden den Einzugsbereich
des Halte- und Auflöseröhrchens verlassen würde, wodurch die Saugströmung des Halte-
und Auflöseröhrchens ihre Haltefunktion nicht mehr erfüllen könnte.
[0028] Dieselbe Bemerkung gilt natürlich für jegliche Fadenrückzugsvorrichtung. D.h., jede
Fadenrückzugsvorrichtung muss den Faden so ergreifen und bewegen, dass der Faden den
Einzugsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens nicht verlässt. Dies kann z.B. dadurch
geschehen, dass die Fadenrückzugsvorrichtung den Faden gar nicht vom Halte- und Auflöseröhrchen
wegbewegt, also dass die Bewegung des Fadens im Mündungsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens
eine reine geradlinige Rückzugsbewegung des Fadens ist. Eine solche Bewegung lässt
sich, wie schon im vorigen Abschnitt erwähnt, z.B. dadurch erreichen, dass man einen
Schlaufenbildner einsetzt, welcher die Schlaufe auf der dem Halte- und Auflöseröhrchen
abgewandten Seite des Spleißkanals bildet. Denn dann gibt der Spleißkanal die durch
die Schlaufenbildung bewirkte Richtungsänderung des Fadens nicht an die dem Halte-
und Auflöseröhrchen zugewandte Seite des Spleißkanals weiter, sondern der Fadenlauf
zwischen Spleißkanal und Halteund Auflöseröhrchen bleibt unverändert. Da die Zubringer
üblicherweise den Faden auf der dem Halte- und Auflöseröhrchen abgewandten Seite des
Spleißkanals ergreifen, erfüllen diese genau die gewünschte Bedingung.
[0029] Der Fadenrückzugsvorrichtung können natürlich, je nach Spleißertyp, weitere Funktionen
übertragen werden. Dabei ist insbesondere an weitere Funktionen im Bereich der Fadenendevorbereitung
zu denken. So schlug z.B. die
DE 3305479 A1 vor, die Fäden nach Auflösen ihrer Fadenenden nochmals abzuschneiden, d.h., den äußersten
Fadenteil zu entfernen, da dieser durch den Auflöseprozess eine inhomogene Struktur
erhalten haben könnte, um so nur den homogenen Teil des aufgelösten Fadenendes übrig
zu lassen. Dafür sah die
DE 3305479 A1 vor, den Faden nach Fadenendeauflösung durch eine dort Fadenfanghebel genannte Fadenrückzugsvorrichtung
wieder etwas aus dem Halte- und Auflöseröhrchen herauszuziehen, um das äußerste Fadenende
dann mit einer dem Halte- und Auflöseröhrchen unmittelbar benachbarten weiteren Schneidvorrichtung
abzuschneiden. Diese Funktion kann auch einer erfindungsgemäßen Fadenrückzugsvorrichtung
übertragen werden.
[0030] Vorteilhafterweise würde ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Fadenendeauflösung in
einem Spleißer für beide zu verbindenden Fäden, also sowohl für den sogenannten Oberfaden
als auch für den damit zu verspleißenden sogenannten Unterfaden verwendet. Denn in
diesem Fall würden die Fadenenden beider Fäden, die ja typischerweise von dem gleichen
Garn sind, in zuverlässiger Weise aufgelöst.
[0031] Wie bereits einleitend erwähnt, sind die optimalen Einstellungen für die einzelnen
Prozessschritte eines Spleißvorgangs von dem jeweils zu spleißenden konkreten Garn
abhängig. So sehen fortschrittliche Spleißer z.B. die Verschiebbarkeit der Schneidvorrichtungen
vor, also die Veränderung des Abstandes der Schneidvorrichtung von ihrem zugeordneten
Halte- und Auflöseröhrchen. Die konkreten Einstellungen für das Spleißen eines bestimmten
Garnes können dabei in einer Steuereinheit z.B. einer einzelnen Spulstelle, welcher
der Spleißer zugeordnet ist, oder aber auch in einer zentralen Steuereinheit der gesamten
Textilmaschine, welcher die einzelnen Spleißer zugehören, abgelegt sein, wobei die
Einstellungen z.B. vom Bedienpersonal der Textilmaschine vorgenommen werden können.
[0032] Wenn die Geometrie der relevanten Bauteile des Spleißers, also insbesondere die relative
Lage der Schneidvorrichtungen zu ihrem zugeordneten Halte- und Auflöseröhrchen, bekannt
sind, können die einzelnen Arbeitspositionen der Fadenrückzugsvorrichtung rein geometrisch
festgelegt werden. D.h., z.B. eine spulstellenbezogene oder auch eine für die Textilmaschine
zentrale Steuereinheit kann die Bewegung der Fadenrückzugsvorrichtung jeweils in Abhängigkeit
von dem Prozessfortschritt der Vorgänge im Spleißer, angefangen vom Ablängen des Ober-
und Unterfadens, bis zum Ende der Fadenendenvorbereitung steuern.
[0033] Dabei lässt sich für die Bewegung der Fadenrückzugsvorrichtung z.B. vorteilhafterweise
ein die Fadenrückzugsvorrichtung direkt bewegender elektrischer Schrittmotor einsetzen,
für den die Steuerungsvorrichtung jeweils die Bewegungsrichtung und Zahl der Schritte
vorgibt. Alternativ kann der Schrittmotor jedoch auch zunächst eine Kurvenscheibe
über deren Achse antreiben, während die Außenkontur der Kurvenscheibe dann über ein
mechanisches Getriebe die Fadenrückzugsvorrichtung bewegt. Schließlich, bei fester
geometrischer Verkopplung der einzelnen Bewegungsvorgänge bei der Fadenendeauflösung,
lässt sich auch eine konventionelle bandgetriebene Kurvenscheibe einsetzen, welche
die gesamte Bewegung der Fadenrückzugsvorrichtung auf ihrer Außenkontur kodiert.
[0034] Jegliche rein mechanische Bewegung unterliegt jedoch immer einem Verschleiß der bewegten
Bauteile, wodurch sich Spiel zwischen sich berührenden Bauteilen und Bewegungshysteresen
mit der Zeit einstellen. Mit der Zeit können dann schließlich die tatsächlichen Positionen
der Bauteile in einem Bewegungsablauf von den vorberechneten abweichen. Um dem entgegenzuwirken,
ist es bekannt, Bauteilpositionen nach Bedarf zu kalibrieren, also z.B. durch feste
Anschläge bestimmte Referenzpositionen anzufahren, die es erlauben, die Steuerung
wieder mit den tatsächlichen Bewegungsabläufen in Übereinstimmung zu bringen. Eine
solche Kalibrierung ist auch für die o.g. Bewegung der Fadenrückzugsvorrichtung in
geometrisch fest vorgegebene Arbeitspositionen anwendbar, wobei sich die Extrempositionen
der Bewegung der Fadenrückzugsvorrichtung als Referenzpositionen zum Kalibrieren anbieten.
So liegt z.B. minimaler Fadenrückzug im Zeitpunkt des Ablängens vor, welcher sich
also als Referenzposition z.B. durch Anbringung eines mechanischen Anschlags anbietet.
Entsprechend liegt bei Verwendung des Zubringers als Fadenrückzugsvorrichtung maximaler
Fadenrückzug nach Einlegung der Fadenenden in den Spleißkanal vor, was wieder als
Kalibrierposition dienen könnte.
[0035] Alternativ und eine höhere Zuverlässigkeit über die Lebensdauer bietend kann man
jedoch auch eine rückgekoppelte Steuerung der Fadenrückzugsvorrichtung vorsehen. D.h.,
man kann die Fadenposition über einen Sensor aktiv überwachen und an die Steuerungsvorrichtung
der Fadenrückzugsvorrichtung weitergeben. Diese kann den Fadenrückzug und auch das
Freigeben des Fadens dann gemäß den Sensorsignalen steuern, bis der Faden die jeweils
gewünschten Positionen eingenommen hat.
[0036] Dabei sind verschiedene Arten und Positionen des Sensors oder auch das gemeinsame
Verwenden mehrerer Sensoren machbar. So sind bei der Fadenüberwachung im Stand der
Technik bereits hinlänglich Sensoren bekannt, die auf kapazitiver oder auf optischer
Basis arbeiten. Konkret sind Plattenkondensatoren im Einsatz, aber auch Fotozellen,
welche die durch den Faden bewirkte Abschattung z.B. einer Leuchtdiode messen. In
entsprechendem Aufbau können diese Sensoren die Fadenbewegung und seine Geschwindigkeit
erfassen, wozu neuerdings auch Laserdioden eingesetzt werden, deren Selbstinferenzsignal
in einer Laser-Doppler-Anemometrie-Anordnung gemessen werden kann.
[0037] Zur Fadenüberwachung im Rahmen der Erfindung kann aber auch nur das Eintreffen des
Fadenendes in den Mündungsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens überwacht werden.
Dazu ließe sich z.B. ein Plattenkondensator oder auch eine Lichtschranke zwischen
Schneidvorrichtung und Halte- und Auflöseröhrchen in unmittelbarer Nähe des Halte-
und Auflöseröhrchens oder auch bereits im äußeren, der Schneidvorrichtung zugewandten
Teil des Mündungsbereiches des Halte- und Auflöseröhrchens anbringen. Solange das
Fadenende diesen Sensor noch nicht passiert hat, würde der Sensor noch ein Signal
zum Vorhandensein des Fadens im gesamten Sensorbereich geben und die Steuerung würde
den Faden mittels der Fadenrückzugsvorrichtung weiter zurückziehen, bis der Sensor
kein solches Fadensignal mehr meldete, das Fadenende also den Sensorbereich erreicht
bzw. verlassen hätte.
[0038] Dabei ließe sich der Sensor, also z.B. die Platten des Plattenkondensators oder LED
und Photodiode der Lichtschranke entweder vor dem Halte- und Auflöseröhrchen jeweils
zu dessen Seiten anbringen. Denkbar wäre es aber auch, diese Elemente in der Achse
des Halte- und Auflöseröhrchens vor dessen Mündung und innerhalb des Halteund Auflöseröhrchens
anzubringen.
[0039] Dem Fachmann stehen aber natürlich auch weitere Optionen zur Gestaltung der Erfindungsdetails
offen und insbesondere kann er die hier beschriebenen Varianten im Rahmen der technischen
Machbarkeit miteinander kombinieren. So lässt sich, wenn der Zubringer als Fadenrückzugsvorrichtung
genutzt wird, dieser natürlich auch für das weitere Hineinsaugenlassen des Fadenendes
in das Halte- und Auflöseröhrchen nutzen, d.h. für die Vergrößerung der in das Halte-
und Auflöseröhrchen eingesogenen Fadenlänge.
[0040] Zur Ausführung des Verfahrens kann zum einen eine speziell konstruierte Vorrichtung
verwandt werden, indem bekannte Spleißer z.B. durch Hinzufügen einer separaten Fadenrückzugsvorrichtung
ergänzt werden, oder indem die Zubringersteuerung eines bekannten Spleißers entsprechend
erweitert wird. Letzteres kann beispielsweise durch spezielle Steuerelemente geschehen.
Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn die vorhandene Steuerungsvorrichtung des
Zubringers programmierbar ist und die zusätzliche Bewegung dann durch ein entsprechendes
Computerprogramm bzw. die Anpassung des vorher bereits vorhandenen Computerprogramms
realisiert werden kann.
[0041] Alle solchen Vorrichtungen und auch die beschriebenen Computerprogramme sind Bestandteile
der vorliegenden Erfindung.
[0042] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
und einiger seiner Varianten näher erläutert.
[0043] Es zeigen
- Fig. 1
- in Seitenansicht eine Arbeitsstelle eines Kreuzspulautomaten mit einem Spleißer mit
einer erfindungsgemäß ausgestatteten Vorrichtung zur Fadenendeauflösung;
- Fig. 2
- in perspektivischer Ansicht den Spleißer aus Fig. 1;
- Fig. 3a - 3f
- in einem schematischen Schnitt durch Fig. 2 die Dynamik der Fadenbewegung während
der Fadenendeauflösung;
wobei dieselben Bauteile in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen bezeichnet sind.
[0044] In Figur 1 ist schematisch in Seitenansicht eine insgesamt mit der Bezugsziffer 1
gekennzeichnete Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel ein
Kreuzspulautomat, dargestellt.
[0045] Wie bekannt, weisen derartige Kreuzspulautomaten 1 zwischen ihren (nicht dargestellten)
Endgestellen eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen, im vorliegenden Fall Spulstellen
2, auf. Auf diesen Spulstellen 2 werden Spinnkopse 9, die vorzugsweise auf einer (nicht
dargestellten) Ringspinnmaschine produziert wurden, zu großvolumigen Kreuzspulen 15
umgespult, die nach ihrer Fertigstellung mittels eines selbsttätig arbeitenden (ebenfalls
nicht dargestellten) Serviceaggregates auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung
21 übergeben werden.
[0046] Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen in der Regel außerdem eine Logistikeinrichtung
in Form eines Spulen- und Hülsentransportsystems 3 auf. In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem
3 laufen, auf Transporttellern 8 in vertikaler Ausrichtung positioniert, Spinnkopse
9 beziehungsweise Leerhülsen 9' um. Weiter sind in Figur 1 noch folgende Bestandteile
des Spulen- und Hülsentransportsystems 3 dargestellt: die Kopszuführstrecke 4, die
reversierend antreibbare Speicherstrecke 5, eine der zu den Spulstellen 2 führenden
Quertransportstrecken 6 sowie die Hülsenrückführstrecke 7.
[0047] Die angelieferten Spinnkopse 9 werden dabei in der Abspulstellung AS, die sich jeweils
im Bereich der Quertransportstrecken 6 an den Spulstellen 2 befindet, zu großvolumigen
Kreuzspulen 15 umgespult. Die einzelnen Spulstellen 2 verfügen zu diesem Zweck, wie
bekannt, über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb dieser
Spulstellen 2 gewährleisten.
[0048] Diese Einrichtungen sind unter anderem eine Saugdüse 12, ein Greiferrohr 25 sowie
ein Spleißer 10, der vorzugsweise als pneumatischer Spleißer ausgebildet ist. Des
Weiteren verfügt ein solcher Kreuzspulautomat 1 über eine Zentralsteuereinheit 49,
die beispielsweise über einen Maschinenbus 50 mit den Spulstellenrechnern 29 der einzelnen
Spulstellen 2 verbunden ist.
[0049] Der pneumatische Spleißer 10 ist bezüglich des regulären Fadenlaufes etwas zurückversetzt
und besitzt, s. auch Figur 2, eine obere Fadenklemm- und Schneideinrichtung 11, eine
untere Fadenklemm- und Schneideinrichtung 17, einen Zubringer 30 sowie einen (in Fig.
1 aber nicht in Fig.2 dargestellten) schwenkbar gelagerten Spleißerdeckel 23.
[0050] Die Kreuzspule 15 ist während des Spulprozesses frei drehbar im Spulenrahmen 28 einer
Spulvorrichtung 24 gehalten und liegt dabei mit ihrer Oberfläche auf einer Nuttrommel
14 auf, die die Kreuzspule 15 über Reibschluss mitnimmt.
[0051] Wie vorstehend bereits gesagt, verfügt jede Spulstelle 2 über eine unterdruckbeaufschlagbare
Saugdüse 12 sowie ein unterdruckbeaufschlagbares Greiferrohr 25. Die Saugdüse 12 ist
dabei um eine Drehachse 16, das Greiferrohr 25 um eine Drehachse 26 begrenzt drehbar
gelagert.
[0052] Die Figur 2 zeigt in perspektivischer Ansicht den Spleißer 10 aus Fig. 1, weiter
die in einer Fadeneinlegeposition stehende Saugdüse 12 sowie das in einer vergleichbaren
Fadeneinlegeposition angeordnete Greiferrohr 25. Der Spleißer 10 dient zur Verbindung
des von der Kreuzspule 15 kommenden sogenannten Oberfadens 31 mit dem vom Spinnkops
9 kommenden sogenannten Unterfadens 32, welche Verbindung z.B. nach Anlieferung eines
neuen Spinnkops 9, einem Fadenriss oder auch einem kontrollierten sogenannten Reinigerschnitt
zur Entfernung von Garnfehlstellen nötig ist.
[0053] In,Figur 2 hat die Saugdüse 12 gerade den Oberfaden 31 von der Kreuzspule 15 zurückgeholt
und in den Spleißkanal 20 des Spleißkopfes 19 eingelegt, während das Greiferrohr 25
den Unterfaden 32 vom Spinnkops 9 geholt und ebenfalls in den Spleißkanal 20 eingelegt
hat. Der Oberfaden 31 ist außerdem in das Klemmelement 11' der oberen Fadenklemm-
und Schneideinrichtung 11 sowie in das Schneidelement 17" der unten angeordneten Fadenklemm-
und Schneideinrichtung 17 eingefädelt. Entsprechend liegt der Unterfaden 32 im Klemmelement
17' der unteren Fadenklemm- und Schneideinrichtung 17 und im Schneidelement 11" der
oberen Fadenklemm- und Schneideinrichtung 11.
[0054] Wie in Figur 2 angedeutet, ist der Spleißkopf 19 zum Beispiel über eine Schraubverbindung
27 an einen Grundkörper 22 angeschlossen, der mehrere pneumatische Anschlüsse aufweist
und in den unter anderem pneumatisch beaufschlagbare Halte- und Auflöseröhrchen 18
eingelassen sind. Des Weiteren ist auch wieder der Zubringer 30 des Spleißers 10 gezeigt.
Dieser ist um eine Schwenkwelle 40 begrenzt drehbar gelagert und ist durch einen separaten
Antrieb 42, z.B. einen Schrittmotor, definiert in Drehrichtung 40' und wieder zurück
bewegbar. Der Antrieb 42 ist über eine Steuerleitung 50' vom Spulstellenrechner 29
steuerbar. Weiter ist denkbar, dass der Antrieb 42 über einen Sensor, z.B. einen Winkelmesssensor
verfügt, der dem Spulstellenrechner 29 die Position des Antriebs 42 zurückmeldet.
Dies ist hier aber nicht dargestellt. Alternativ zum Spulstellenrechner 29 kann die
Steuerung aber auch durch die Zentralsteuereinheit 49 erfolgen.
[0055] Zum Schluss ist in Figur 2 noch ein kapazitiver Sensor, d.h. ein Plattenkondensator
mit den Platten 35 und 35' zu beiden Seiten des in der Figur unten gelegenen Halte-
und Auflöseröhrchens 18 eingezeichnet. Dieser Sensor dient zur Detektion des Oberfadens
31 im Bereich des unten gelegenen Halte- und Auflöseröhrchens 18. Solange das Fadenende
des Oberfadens 31, das sich in Figur 2 noch in der Ansaugöffnung der Saugdüse 12 befindet,
noch nicht in den Messbereich des Plattenkondensators 35, 35' kommt, d.h. solange
sich der Oberfaden 31 noch vollständig in dessen Messbereich erstreckt, meldet der
Plattenkondensator 35, 35' keine Kapazitätsveränderung. Zieht dann der in der Figur
oben liegende Arm des Zubringers 30, der in dieser Ausführungsform als Fadenrückzugsvorrichtung
für den Oberfaden 31 fungiert, den Oberfaden 31 soweit zurück, bis das Fadenende des
Oberfadens 31 in den Messbereich gelangt, so verändert sich die Kapazität des Plattenkondensator
35, 35'.
[0056] Über eine in der Zeichnung an die Platte 35' angeschlossene Messleitung 50" erfährt
der Spulstellenrechner 29 von dieser Kapazitätsänderung, woraufhin der Spulstellenrechner
29 die Bewegung des Zubringers 30 stoppt, indem er über die Steuerleitung 50' deren
Antrieb 42 anhält.
[0057] Da in diesem Ausführungsbeispiel sowohl der obere wie der untere Arm des Zubringers
30 fest mit dessen Schwenkwelle 40 verbunden sind, bewegen sie sich synchron zueinander.
D.h., in diesem Ausführungsbeispiel wird unterstellt, dass die Fadenendeauflösungsvorgänge,
und auch das spätere Zurückziehen der Fadenenden bis in den Spleißkanal 20, für Oberfaden
31 und Unterfaden 32 synchron erfolgen. Daher genügt hier auch ein einzelner Sensor
35, 35' für die Bestimmung der Position der Fadenenden relativ zum Halte- und Auflöseröhrchen
18, der hier eben als Plattenkondensator seitlich vom unteren Halte- und Auflöseröhrchen
18 angebracht ist.
[0058] Alternativ ist es aber natürlich auch möglich, die beiden Arme des Zubringers 30
voneinander zu trennen, d.h. separate Zubringer 30 für den Oberfaden 31 und Unterfaden
32 zu verwenden. Entsprechend müssten dann auch separate Antriebe 42 und Steuerleitungen
50' verwendet werden, und dann sollte auch das obere Halte- und Auflöseröhrchen 18
mit seinem eigenen Sensor 35, 35' für die Bestimmung der Position des Fadenendes des
Unterfadens 32 relativ zum oberen Halte- und Auflöseröhrchen 18 und zugehöriger Messleitung
50" zum Sensor 35, 35' versehen werden.
[0059] Wie bereits gesagt, lässt sich an Stelle eines kapazitiven Sensors auch ein optischer
verwenden, also z.B. statt der Platten 35, 35' des Plattenkondensators LED und Photodiode
einer Lichtschranke. Und statt der Position der Sensorelemente 35, 35' zu beiden Seiten
des Halte- und Auflöseröhrchens 18 sind auch Positionen vor und innerhalb des Halte-
und Auflöseröhrchens 18 praktikabel. Dabei ist bei der Position innerhalb des Halte-
und Auflöseröhrchens 18 allerdings dafür zu sorgen, dass dieses Sensorelement nicht
den Auflösevorgang des Fadenendes behindert.
[0060] Des Weiteren sind die Veränderungen des Sensorsignals, wenn das Fadenende in den
Einzugsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens 18 kommt und schließlich eingesogen
wird, natürlich von der Sensorart und -position abhängig, wie auch von den Gamparametern.
Daher ist eine gewisse Kalibration der Sensorsignale z.B. bei Verwendung eines neuen
Garntyps sinnvoll, was aber auch durch ein Trial-and-Error-Verfahren bei einer Testspleißserie
durchgeführt werden kann. So kann man beispielsweise die Schwellwerte für die Sensorsignaländerung
probeweise verändern, bei denen der Spulstellenrechner 29 den Antrieb 42 und damit
den Zubringer 30 stoppt, bis man in einer Testspleißserie Spleiße zufriedenstellender
Qualität herstellt.
[0061] Die Figuren 3a - 3f stellen einen schematischen Schnitt durch den Spleißer 10 von
Figur 2 dar, und zwar im Wesentlichen in einer Schnittebene verlaufend durch den Unterfaden
32 und senkrecht zum Grundkörper 22. Sie zeigen in einer zeitlichen Abfolge die Bewegung
der beiden, hier wieder synchron gekoppelten, Arme des Zubringers 30 und die dadurch
und durch die Saugströmung bewirkte Bewegung des Unterfadens 32, womit sie die Dynamik
der Fadenbewegung während der Fadenendeauflösung illustrieren. Aus Übersichtlichkeitsgründen
sind die übrigen Bauteile und insbesondere auch die Darstellung des Oberfadens 31
weggelassen.
[0062] Dabei ist zu bemerken, dass die Bewegung des Fadens in der Praxis nicht in einer
Ebene verlaufen wird, da der Faden in der Praxis mehrfach umgelenkt wird. So ist bereits
in Figur 2 erkennbar, dass das untere und obere Halte- und Auflöseröhrchen 18 seitlich
zueinander versetzt sind und der Spleißkanal 20 schräg zwischen ihnen verläuft. So
verlaufen also auch Oberfaden 31 und Unterfaden 32 im Spleißkanal 20 schräg, während
sie unterhalb und oberhalb des Spleißkanals 20 eher vertikal verlaufen. In der Praxis
werden die Fäden zusätzlich noch an anderen Bauteilen umgelenkt, und ihre Bewegung
verläuft daher nicht in einer einzigen Ebene.
[0063] Das Prinzip der Fadenbewegung, nämlich die Schlaufenbildung im Faden durch den Zubringer
30, was den Rückzug des Fadenendes bewirkt, bleibt davon jedoch unbenommen. Daher
wird zur einfacheren Verständlichkeit und Darstellbarkeit die Fadenbewegung in den
Figuren 3a - 3f nur schematisiert in einer Ebene dargestellt.
[0064] Figur 3a stellt dabei zunächst den Zustand dar, in dem der Unterfaden 32 in seinem
unteren Teil von dem Klemmelement 17' der unteren Fadenklemm- und Schneideinrichtung
17 fixiert wird, und in seinem oberen Teil im Schneidelement 11" der oberen Fadenklemm-
und Schneideinrichtung 11 liegt. In seinem mittleren Teil liegt der Unterfaden 32
im Spleißkanal 20 des am Grundkörper 22 befestigten Spleißkopfes 19 und oberhalb davon
im Einzugsbereich des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18. Die beiden Arme des Zubringers
30 sind vom Faden beabstandet und beeinflussen hier seinen Weg noch nicht.
[0065] Figur 3b stellt dann den Zustand nach dem Ablängen des Unterfadens 32 in seinem oberen
Bereich durch das Schneidelement 11" der oberen Fadenklemm- und Schneideinrichtung
11 und dem ersten Eingriff des unteren Arms des Zubringers 30 in den Fadenlauf dar.
Spätestens unmittelbar nach dem Ablängen wurde dazu eine Saugströmung an das obere
Halte- und Auflöseröhrchen 18 angelegt, um den oberen Teil des Unterfadens 32 im Einzugsbereich
des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 zu halten. Der Teil des Unterfadens 32,
der in diesem Einzugsbereich liegt, krümmt sich unter der Saugströmung ein wenig in
Richtung des Inneren des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18, s. das Bezugszeichen
33. Die Steifheit des Unterfadens 32 verhindert jedoch ein Einsaugen in das obere
Halte- und Auflöseröhrchen 18.
[0066] Der untere Arm des Zubringers 30 hat durch Drehung des Zubringers 30 um seine Schwenkwelle
40 in Drehrichtung 40' bereits in den Fadenlauf des Unterfadens 32 eingegriffen und
die Schlaufe 34 gebildet. Diese Schlaufenbildung bewirkt den Rückzug des Fadenendes
32' des Unterfadens 32 in Richtung des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18, also
nach unten in der Zeichenebene.
[0067] Der obere Arm des Zubringers 30 kann dabei vorher den oberen Teil des Unterfadens
32 berührt haben, diese Führungswirkung spielt jedoch keine Rolle für den Fadenlauf,
und spätestens, nachdem das Fadenende 32' des Unterfadens 32 unterhalb des oberen
Armes des Zubringers 30 liegt, gibt es keine Berührung dieses Armes mit dem Unterfaden
32 mehr. Allerdings übernimmt der obere Arm des Zubringers 30 natürlich für den Oberfaden
31 dieselbe Funktion, welche der untere Arm des Zubringers 30 für den Unterfaden 32
übernimmt D.h., die hier nicht dargestellten Vorgänge für den Oberfaden 31 laufen
in analoger Weise zu den für den Unterfaden 32 dargestellten Vorgängen ab.
[0068] In Figur 3c wurde der untere Arm des Zubringers 30 weiter durch Drehung des Zubringers
30 um seine Schwenkwelle 40 in Drehrichtung 40' eingeschwenkt, bis der Unterfaden
32 durch die Vergrößerung der Schlaufenbildung 34 soweit zurückgezogen wurde, dass
sein Fadenende 32' sich im oberen Mündungsbereich des oberen Halte- und Auflöseröhrchens
18 befindet. D.h., Figur 3c stellt die Situation unmittelbar vor Einsaugen des Fadenendes
32' ins Innere des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 dar. Die Beendigung der Zubringerbewegung
an diesem Punkt kann dabei, wie vorne ausführlich besprochen, zum einen, sollte der
Antrieb 42 als Schrittmotor ausgeführt sein, über eine aus den geometrischen Verhältnissen
berechnete Schrittanzahl dieses Motors vom Spulstellenrechner 29 gesteuert sein. Alternativ
kann aber auch ein Sensor 35, 35' zur aktiven Detektion, wann das Fadenende 32' den
oberen Mündungsbereich des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 erreicht, vorgesehen
werden, der dann den Spulstellenrechner 29 entsprechend informiert.
[0069] Da sich das Fadenende 32' des Unterfadens 32 jetzt im oberen Mündungsbereich des
oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 befindet, stellt die Steifheit des Unterfadens
32 jetzt kein Hindernis mehr für das Einsaugen des Fadenendes 32' in das Innere des
oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 dar, d.h., da jetzt die vorher in Figur 3b noch
vorhandene und auf Grund der Fadensteifheit nicht auflösbare Schlaufe 33 nicht mehr
existiert, kann der Unterfaden 32 jetzt mit seinem Fadenende 32' voran ins obere Halte-
und Auflöseröhrchen 18 eingesogen werden.
[0070] Figur 3d zeigt dann den Folgezustand, in dem der Zubringer 30 wieder ein Stück um
seine Schwenkwelle 40 entgegen der Drehrichtung 40' zurückgeschwenkt ist und die in
der Schlaufe 34 gebildete Fadenreserve wieder zum Teil aufgelöst hat. Parallel dazu
hat sich das Fadenende 32' unter der Wirkung der Saugströmung vor dem und im fadenzugewandten
Ende des oberen Halte- und Auflöserohrchens 18 weitere ins Innere des oberen Halte-
und Auflöseröhrchens 18 bewegt.
[0071] Dabei steuert der Spulstellenrechner 29 diese Rückbewegung soweit, bis sich eine
gewünschte Fadenlänge zur Auflösung des Fadenendes 32' im Wirkungsbereich der spätestens
jetzt eingeschalteten Auflöseströmung im Inneren des oberen Halte- und Auflöseröhrchens
18 befindet. D.h., mit dieser Rückbewegung kann die Länge, über der das Fadenende
32' aufgelöst wird, genau eingestellt werden. Wieder kann dabei der Umfang der Rückbewegung
über eine aus den geometrischen Verhältnissen berechnete Rückschrittanzahl des als
Schrittmotor realisierten Antriebs 42 bewirkt werden. Alternativ ist aber auch hier
eine aktive Steuerung über ein Sensorsignal denkbar, wozu dann aber zusätzlich ein
entsprechender Sensor im Inneren des oberen Halte- und Auflöseröhrchens 18 angebracht
und mit dem Spulstellenrechner 29 verbunden werden müsste.
[0072] Wie vorher erläutert, wird in der Praxis die Saug- und Auflöseströmung vor bzw. im
Halte- und Auflöseröhrchen 18 durch eine einheitliche Beaufschlagung von einer oder
mehrerer im Halte- und Auflöseröhrchen 18 befindlicher Düsen mit Druckluft erreicht.
Dadurch entsteht im Düsenbereich und im Bereich Richtung fadenabgewandtem Ausgang
des Halte- und Auflöseröhrchens 18 eine in diese Richtung gewandte und tangential
an der Innenfläche des Halte- und Auflöseröhrchens 18 anliegende und als Auflöseströmung
wirkende Rotationsströmung, die sich im vor den Düsen in Richtung fadenzugewandtem
Ausgang des Halte- und Auflöseröhrchens 18 als Saugströmung ausprägt. Prinzipiell
steht es dem Fachmann jedoch auch offen, hier andere Düsenformen und mehrere voneinander
unabhängige Beaufschlagungen mit Druck- oder auch Saugluft zu wählen. Weiter kann
in der Praxis als Strömungsmedium, d.h. als "Druck- oder Saugluft", zwar zum einen
tatsächlich bevorzugt einfache Luft benutzt werden, andere Medien wie z.B. mit Wassertröpfchen
angereicherte Luft sollen jedoch nicht ausgeschlossen sein.
[0073] Figur 3e zeigt als nächstes die Situation unmittelbar nach Abschluss der Fadenendeauflösung.
D.h., es ist nach der Situation von Figur 3d keine weitere Fadenbewegung erfolgt,
sondern lediglich die Auflöseströmung im oberen Halte- und Auflöseröhrchen 18 hat
ihre Arbeit verrichtet und das Fadenende 32' über die Fadenlänge 32" aufgelöst.
[0074] Figur 3f schließlich zeigt die Situation, nachdem nach der in Figur 3e dargestellten
Fadenendeauflösung der Zubringer 30 wieder ein Stück um seine Schwenkwelle 40 in Drehrichtung
40' vorgeschwenkt ist und sein unterer Arm die Schlaufe 34 wieder vergrößert hat.
Dadurch ist das Fadenende 32' aus dem oberen Halte- und Auflöseröhrchen 18 hinausgeglitten
und befindet sich jetzt vollständig mit der aufgelösten Fadenlänge 32" im Spleißkanal
20 des Spleißkopfes 19.
[0075] Wieder wurde die Bewegung durch den Spulstellenrechner 29 gesteuert, z.B. durch Auswahl
der Schrittzahl des als Schrittmotor ausgeführten Antriebs 42 auf Grund der geometrischen
Verhältnisse, oder wieder auf Grund eines Sensorsignals, wozu dann die Anbringung
eines weiteren Sensors zur Überwachung des Eintreffens des Fadenendes 32' im Spleißkanal
20 vorzusehen wäre.
[0076] Die weitere Verarbeitung, d.h. zunächst das eigentliche Verspleißen von Oberfaden
31 und Unterfaden 32 und die nachfolgenden Vorgänge erfolgen in bekannter Weise.
[0077] Wenngleich die erfindungsgemäße Fadenendeauflösung vorstehend in Verbindung mit einem
Spleißer für einen Kreuzspulautomaten beschrieben wurde, ist für den Fachmann offensichtlich,
dass auch weitere Einsatzbereiche wie z.B. im Zusammenhang mit Offenendspinnmaschinen
vorteilhaft sein können. Denn auch bei solchen Textilmaschinen ist es bekanntlich
üblich, die Fadenenden vor dem Neuanspinnen in entsprechenden Auflöseröhrchen sorgfältig
vorzubereiten.
[0078] Weiter soll der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen werden, dass der unbestimmte
Artikel nicht ausschließt, dass mit ihm bezeichnete Bauteile nicht auch mehrfach vorhanden
sein können. Genauso bedeutet die Beschreibung eines bestimmten Bauteils nicht notwendigerweise,
dass seine Funktionen nicht auch auf mehrere alternative Bauteile verteilt werden
könnten, oder die Funktionen mehrerer beschriebener Bauteile nicht in einem einzigen
zusammengefasst werden könnten.
1. Verfahren zur Fadenendeauflösung für einen Spleißer mit den Schritten:
(i) Ablängen des Fadens durch eine Schneidvorrichtung des Spleißers, wobei sich der
Faden im Einzugsbereich eines Halte- und Auflöseröhrchens des Spleißers befindet,
(ii) Spätestens nach dem Ablängen des Fadens Anlegen einer Saugströmung an das Halte-
und Auflöseröhrchen,
(iii) Einsaugen des Fadenendes durch die am Halte- und Auflöseröhrchen anliegende
Saugströmung in das Halte- und Auflöseröhrchen,
(iv) Auflösung des Fadenendes durch eine im Halte- und Auflöseröhrchen spätestens
nun angelegte Auflöseströmung,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen die Schritte (ii) und (iii) folgender Schritt eingeschoben wird:
(ii.A) Beförderung des Fadenendes in den Einzugsbereich des Halte- und Auflöseröhrchens
durch Zusammenspiel von Saugströmung und einer Fadenrückzugsvorrichtung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrückzugsvorrichtung in Schritt (ii.A) das Fadenende derart im Einzugsbereich
des Halte- und Auflöseröhrchens positioniert, dass die am Halte- und Auflöseröhrchen
anliegende Saugströmung den Faden mit dem Fadenende voran ins Halte- und Auflöseröhrchen
einsaugt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen die Schritte (iii) und (iv) folgender Schritt eingeschoben wird:
(iii.A) Vergrößerung der in das Halte- und Auflöseröhrchen eingesogenen Fadenlänge
durch Zusammenspiel von Saugströmung und Fadenrückzugsvorrichtung.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrückzugsvorrichtung auch für der Fadenendeauflösung nachfolgende Arbeitsschritte
des Spleißers genutzt wird, insbesondere für eine unmittelbar vor dem Spleißen erfolgende
Positionierung des Fadenendes im Spleißkanal des Spleißers.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrückzugsvorrichtung ausschließlich für der Fadenendeauflösung dienende Arbeitsschritte
des Spleißers genutzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren für die Fadenendeauflösung von miteinander zu verspleißenden Ober-
und Unterfäden verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrückzugsvorrichtung durch eine Steuerungsvorrichtung gesteuert wird, welche
die geometrischen Verhältnisse im Spleißer einschließlich der relativen Lage der Schneidvorrichtung
zum Halte- und Auflöseröhrchen kennt und die Fadenrückzugsvorrichtung in an Hand dieser
Geometrie berechnete Arbeitspositionen steuert.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenrückzugsvorrichtung durch eine Steuerungsvorrichtung gesteuert wird, welche
ein Sensorsignal über die Position des Fadenendes im Einzugsbereich des Halte- und
Auflöseröhrchens erhält und die Fadenrückzugsvorrichtung in Abhängigkeit von dem Sensorsignal
steuert.
9. Vorrichtung zur Fadenendeauflösung für einen Spleißer, wobei die Vorrichtung folgende
gleichzeitig zum Spleißer gehörige Komponenten aufweist, nämlich eine Schneidvorrichtung,
ein Halte- und Auflöseröhrchen sowie eine Fadenrückzugsvorrichtung, und wobei die
Vorrichtung mindestens eine Steuerungsvorrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die o.g. zum Spleißer gehörigen Komponenten konstruktiv derart zueinander angeordnet
sind und die Steuerungsvorrichtung derart eingerichtet ist, dass die Vorrichtung in
ihrem Betrieb ein Verfahren nach Anspruch 1 zur Fadenendeauflösung für den Spleißer
ausführt.
10. Computerprogramm für eine Vorrichtung nach Anspruch 9 zur Fadenendeauflösung für einen
Spleißer, wobei die Steuerungsvorrichtung der Vorrichtung programmgesteuert ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung, wenn das Computerprogramm auf der Steuerungsvorrichtung läuft, in
ihrem Betrieb ein Verfahren nach Anspruch 1 zur Fadenendeauflösung für den Spleißer
ausführt.