[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer ein- oder mehrlagigen
Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, umfassend mindestens eine
Faserstofflage. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Herstellung
einer ein- oder mehrlagigen Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
umfassend mindestens eine Faserstofflage.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn, insbesondere
von Papier- oder Kartonbahnen sind aus dem Stand der Technik in verschiedenen Ausgestaltungen
bekannt. Dabei werden insbesondere bei der Kartonherstellung mehrere Lagen teilweiser
unterschiedlicher Faserstoffe getrennt gebildet und dann nach und nach verpresst bzw.
vergautscht. Nachteilig an den bekannten Verfahren und Vorrichtungen ist jedoch, dass
bei herkömmlicher Lagen- bzw. Blattbildung die Faserausrichtung primär in x/y-Richtung
(zweidimensional) und nur sehr gering in der z-Richtung, d.h. in der Höhe orientiert
ist. Dadurch kann aber keine oder nur eine geringe Festigkeit der gebildeten mehrlagigen
Faserstoffbahnen in z-Richtung erzielt werden. Zur Erhöhung der z-Festigkeit schlägt
die
EP 1 422 340 A1 ein Verfahren vor, bei dem eine Feinstoffwanderung in den Faserstofflagen in einem
Gautschnip erzwungen wird. Die Fasern und Feinstoffe der einzelnen Faserstofflagen
können zudem vor dem Vergautschen durch mindestens einen Dampfblaskasten aktiviert
werden. Die mittels der bekannten Verfahren und Vorrichtungen hergestellten mehrlagigen
Papier- oder Kartonbahnen weisen aber immer eine hohe Dichte bei einem relativ geringen
Volumen auf.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
bereitzustellen, welche die kostengünstige Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn
mit verbesserter Festigkeit in z-Richtung sowie mit einem erhöhten Volumen bei gleichzeitiger
Verringerung der Dichte ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen
Unteransprüchen angegeben, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens als vorteilhafte
Ausgestaltungen der Vorrichtung und umgekehrt anzusehen sind.
[0005] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer ein- oder mehrlagigen Faserstoffbahn
umfassend mindestens eine Faserstofflage, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
weist zumindest folgende Schritte auf: Bereitstellen mindestens einer Faserstoffsuspension
mit einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-% in mindestens einem Vorratsbehälter
oder mindestens einer Zuleitung; Direktes Zuführen der Faserstoffsuspension aus dem
Vorratsbehälter oder der Zuleitung zu mindestens einer Zerfaserungsvorrichtung zum
Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension zu einzelnen Fasern und/oder
Fasergruppen und Aufbringen der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen der Faserstoffsuspension
auf mindestens ein permeables oder nicht-permeables Transportband zur Ausbildung der
mindestens einen Faserstofflage. Dies bedeutet, dass ein direkter Auftrag der Faserstoffsuspension
auf die Zerfaserungsvorrichtung erfolgt. Durch die Zerfaserung und/oder Vereinzelung
der Faserstoffsuspension können die so vereinzelten Fasern und/oder Fasergruppen eine
sehr lockere und poröse Faserstofflage ausbilden. Eine derartige Faserstofflage mit
einem hochporösen Gefüge kann bei der üblichen und bekannten nassen Faserstofflagen-
oder Blattbildung nicht ausgebildet werden. Durch das Zerfasern und/oder Vereinzeln
der Faserstoffsuspension entsteht eine poröse Faserstofflage in der die Fasern und/oder
Fasergruppen neu orientiert werden, sodass auch ein starker Ausrichtungsanteil der
Fasern in z-Richtung gegeben ist. Dadurch wird eine hohe so genannte z-Festigkeit,
d.h. eine Festigkeit die senkrecht zur Ebene der Faserstoffbahn ausgebildet ist, erzielt,
die bei bekannten mehrlagigen Faserstoffbahnen nicht erreichbar ist. Zudem weist die
poröse Faserstofflage ein hohes Volumen bei niedriger Dichte auf. Insgesamt ergibt
sich durch das erfindungsgemäße Verfahren eine ein- oder mehrlagige Faserstoffbahn
mit einer hohen Steifigkeit und guten Wärmedämmeigenschaften. Der Feuchtigkeitsgehalt
der Faserstoffsuspension kann beispielsweise Werte von 99,9 Gew.-%, 99,5 Gew.-%, 99.0
Gew.-%, 98.5 Gew.-%, 98.0 Gew.-%, 97.5 Gew.-%, 97.0 Gew.-%, 96.5 Gew.-%, 96.0 Gew.-%,
95.5 Gew.-%, 95.0 Gew.-%, 94.5 Gew.-%, 94.0 Gew.-%, 93.5 Gew.-%, 93.0 Gew.-%, 92.5
Gew.-%, 92.0 Gew.-%, 91.5 Gew.-%, 91.0 Gew.-%, 90.5 Gew.-%, 90.0 Gew.-%, 89.5 Gew.-%,
89.0 Gew.-%, 88.5 Gew.-%, 88.0 Gew.-%, 87.5 Gew.-%, 87.0 Gew.-%, 86.5 Gew.-%, 86.0
Gew.-%, 85.5 Gew.-%, 85.0 Gew.-% sowie entsprechende Zwischenwerte annehmen. Insbesondere
kann der Feuchtigkeitsgehalt der Faserstoffsuspension zwischen 97,5 und 95 Gew.-%
liegen. Unter Aufbringen der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen der Faserstoffsuspension
auf mindestens ein permeables oder nicht-permeables Transportband zur Ausbildung der
mindestens einen Faserstofflage wird verstanden, dass die einzelnen Fasern und/oder
Fasergruppen direkt auf das Transportband oder auch auf mindestens eine, bereits auf
dem Transportband aufgetragene und gebildete Faserstofflage aufgetragen werden können.
Die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen können beispielsweise zur Ausbildung einer
Zwischen-Faserstofflage auf eine oder mehrere herkömmlich gebildete Faserstofflagen
aufgetragen und mit mindestens einer weiteren herkömmlich gebildeten Faserstofflage
bedeckt werden. Dies erfolgt üblicherweise vor dem Vergautschen der einzelnen Faserstofflagen.
Auch andere Kombinationen von herkömmlich und erfindungsgemäß gebildeten Faserstofflagen
zur Ausbildung unterschiedlicher mehrlagiger Faserstoffbahnen sind denkbar und möglich.
Das erfindungsgemäße Verfahren benötigt vorteilhafterweise eine deutlich verringerte
Wassermenge zur Herstellung der einzelnen, erfindungsgemäß hergestellten Faserstofflagen.
Dadurch ergibt sich eine signifikante Einsparung von Wasser- und Energieressourcen.
[0006] In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
mindestens zwei Faserstoffsuspensionen mit jeweils einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen
99,9 und 85 Gew.-% in einem unterteilten oder mehreren Vorratsbehältern oder Zuleitungen
bereitgestellt. Die Faserstoffsuspensionen werden dabei jeweils direkt mindestens
einer Zerfaserungsvorrichtung zum Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der einzelnen
Faserstoffsuspensionen zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen zugeführt. Dadurch
ist es möglich mehrere poröse Faserstofflagen mit hohem Volumen bei niedriger Dichte
herzustellen. Die einzelnen Faserstoffsuspensionen können dabei jeweils einer vorbestimmten
Zerfaserungsvorrichtung zugeführt werden. Zudem können die einzelnen Faserstoffsuspensionen
neben gleichen oder unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalten auch gleiche oder unterschiedliche
Zusammensetzungen aufweisen. Zum Beispiel können Faserstoffe auf Zellulosebasis mit
unterschiedlichen Anteilen an Kunststofffasern und/oder Mineralfasern verwendet werden.
Auch unterschiedliche Anteile an Frischfasern, Recyclingfasern, Altpapierfasern, etc.
können zu unterschiedlichen Zusammensetzungen der einzelnen Faserstoffsuspensionen
führen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
der Faserstoffsuspensionen auf mindestens zwei permeable oder nicht-permeable Transportbänder
zur Ausbildung von mindestens zwei Faserstofflagen aufgebracht werden. Die so gebildeten
Faserstofflagen können dann zusammengeführt werden, wobei auch weitere Faserstofflagen
aufgetragen und/oder zwischengeschaltet werden können. Es ist aber auch möglich, dass
die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen der Faserstoffsuspensionen in einer Transportrichtung
eines Transportbandes nacheinander zur Ausbildung einer mehrlagigen Faserstoffbahn
übereinander aufgebracht werden. Wie bereits erwähnt, können derartig hergestellte
Faserstofflagen mit herkömmlich hergestellten Faserstofflagen kombiniert werden. Vorteilhafterweise
kann das erfindungsgemäße Verfahren so zur Herstellung einer Vielzahl von ein- oder
mehrlagigen Faserstoffbahnen mit unterschiedlichsten physikalischen und/oder chemischen
Eigenschaften verwendet werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass bereits
eine durch ein Aufbringen einer Faserstoffsuspension auf ein permeables oder nicht-permeables
Transportband ausgebildete Faserstofflage mittels mindestens einer Zerfaserungsvorrichtung
bei einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 95 und 40 Gew.-% wiederum zu einzelnen Fasern
und/oder Fasergruppen zerfasert und/oder vereinzelt werden. Diese einzelnen Fasern
und/oder Fasergruppen können wiederum eine poröse Faserstofflage ausbilden, die mit
anderen porösen, erfindungsgemäß hergestellten oder herkömmlich gebildeten Faserstofflagen
verbunden und/oder auf diese aufgetragen werden kann.
[0007] In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt
ein Vergautschen der mindestens einen porösen Faserstofflage mit mindestens einer
weiteren porösen oder nicht-porösen Faserstofflage unter Bildung der mehrlagigen Faserstoffbahn.
Zudem kann vor dem Vergautschen eine Dickenkalibrierung der mindestens einen Faserstofflage
und/oder der aufeinanderliegenden Faserstofflagen durchgeführt werden. Dies trägt
insbesondere zur Qualitätsverbesserung der resultierenden Faserstoffbahn bei.
[0008] Die Faserstoffsuspension enthält Faserstoffe auf Zellulosebasis. Insbesondere kann
es sich dabei um mechanisch oder chemisch aufgeschlossene Halbstoffe, insbesondere
Holzstoffe und/oder Zellstoffe handeln. Des Weiteren können den Faserstoffsuspensionen
Recyclingfasern aus Altpapier oder Altkarton beigemengt werden. Auch ein gewisser
Anteil an künstlichen, insbesondere Kunststofffasern und/oder Mineralfasern kann gegebenenfalls
den Faserstoffsuspensionen beigegeben werden.
[0009] Die genannten Transportbänder können zumindest teilweise als Filze oder Siebe ausgebildet
sein.
[0010] Grundsätzlich kann es vorgesehen sein, dass bei der Herstellung der einzelnen Faserlagen
bzw. der einzelnen Faserstoffsuspension(en) Additive wie zum Beispiel Bindemittel,
Retentionsmittel, Füllmittel, Farbstoffe, Bleichmittel, Nassverfestiger, Nano-Zellulose
und/oder weitere in der Papier- und Kartonherstellung verwendete Hilfsstoffe zugegeben
werden, um den Produktionsprozess und die Eigenschaften und Verarbeitbarkeit der resultierenden
mehrlagigen Faserstoffbahn in der gewünschten Weise zu beeinflussen. Geeignete Füllmittel
sind in der Regel Mineralstoffe, wie Kaolin, Talkum oder Kalziumkarbonat. Zur Erhöhung
der Oberflächenfestigkeit und der Feuchtigkeitsbeständigkeit kann den Faserlagen bzw.
der daraus entstehenden Faserbahn Stärke mittels einer Leimpresse oder einem Stärkebad
zugegeben werden. Als Retentionsmittel zur Steuerung der Entwässerung bei der Bildung
der einzelnen Faserlagen bzw. der Blattbildung kann den Faserstoffsuspensionen beispielsweise
Polyethylenimin zugegeben werden. Als Additive können dabei grundsätzlich Biopolymere,
beispielsweise Hemicellulose, Cellulose, Lignin und/oder Polyosen, und/oder Polysaccharide,
beispielsweise Stärke, Stärkepolymere, Alginate, Chitine, Hemicellulose, Cellulosederivate,
Celluloseester, Celluloseacetat, Cellulosetriacetat, Cellulosenitrat, Celluloseether,
Ethylcellulose, Methylcellulose, Oxyethylcellulose, Oxypropylcellulose und Carboxymethylcellulose
verwendet werden. Weitere grundsätzlich verwendbare Additive umfassen Harze wie etwa
Phenolformaldehydharze, Melaminformaldehydharze, Mischungen aus Phenolformaldehydharzen
und Melaminformaldehydharzen, neutrale oder anionische Polymere, Polyvinylalkohol,
Polyacrylamid, anionische oder kationische Polyelektrolyte wie beispielsweise Acrylsäure,
Carboxymethylcellulose, anionische oder kationische Stärke, Polydiallyldiamoniumchlorid
(PolyDADMAC)) oder Polyvinylamin, natürliche Trockenfestmittel wie beispielsweise
Galactomannan oder Alginate, synthetische Trockenfestmittel wie beispielsweise Polyamine,
Polyamide, Polyalkohole, Polyacrylamide, Polyvinylalkohol, Polyvinyl(alkoholacetat),
Polyimine oder Polyethylenimin (PEI), vernetzende oder physikalische Nassfestmittel
wie beispielsweise Glyoxal, Glutardialdehyd (1,5-Pentandialdehyd), Aldehydstärke,
Polyamidoamin-Epichlorhydrin (PAAE), Melamin-Formaldehyd (MF) oder Harnstoff-Formaldehyd
(HF), basische, saure und/oder substantive Farbstoffe (Direktfarbstoffe), Flammschutzmittel
wie beispielsweise halogenierte Flammschutzmittel, Organophosphor-Flammschutzmittel
oder anorganische Flammschutzmittel wie etwa Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid,
Ammoniumsulfat, Antimontrioxid oder Antimonpentoxid. Schließlich können auch Additive
aus den Gruppen, Fixiermittel, Aluminiumsalze, Flammhemmungsmittel, Entschäumer, Entlüfter,
Ligninderivate, Ligninsulfonate, Biozide und/oder Fungizide verwendet werden. Die
Additive/Hilfsstoffe können dabei grundsätzlich ein- oder mehrmals an der gleichen
Stelle und/oder an unterschiedlichen Stellen des Herstellungsprozesses zugegeben werden.
Es ist aber auch möglich, dass der oder die Hilfsstoffe über die mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung
der mindestens einen Faserstofflage und/oder den einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
der mindestens einen Faserstoffsuspension zugegeben werden. Dadurch verringert sich
vorteilhafterweise der maschinelle Aufwand zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahrens nochmals deutlich.
[0011] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Herstellung einer mehrlagigen
Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, umfassend mindestens eine
Faserstofflage, wobei die Vorrichtung mindestens einen Vorratsbehälter oder eine Zuleitung
zur Aufnahme und Abgabe mindestens einer Faserstoffsuspension mit einem Feuchtigkeitsgehalt
zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-%, mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung zum Zerfasern
und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
umfasst. Der Vorratsbehälter oder die Zuleitung ist dabei derart angeordnet, dass
ein direktes Zuführen der Faserstoffsuspension zu der Zerfaserungsvorrichtung erfolgt.
Dies bedeutet, dass ein direkter Auftrag der Faserstoffsuspension auf die Zerfaserungsvorrichtung
erfolgt. Durch das Zerfasern und/oder Vereinzeln der Faserstoffsuspension ist es wiederum
möglich, eine poröse Faserstofflage mittels der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
der Faserstoffsuspension auszubilden. Insgesamt kann daher vorteilhafterweise durch
die erfindungsgemäße Vorrichtung eine ein- oder mehrlagige Faserstoffbahn hergestellt
werden, die einerseits kostengünstig herstellbar ist und eine verbesserte Festigkeit
in z-Richtung (senkrecht zur Faserbahnebene) aufweist. Der Feuchtigkeitsgehalt der
Faserstoffsuspension kann beispielsweise Werte von 99,9 Gew.-%, 99,5 Gew.-%, 99.0
Gew.-%, 98.5 Gew.-%, 98.0 Gew.-%, 97.5 Gew.-%, 97.0 Gew.-%, 96.5 Gew.-%, 96.0 Gew.-%,
95.5 Gew.-%, 95.0 Gew.-%, 94.5 Gew.-%, 94.0 Gew.-%, 93.5 Gew.-%, 93.0 Gew.-%, 92.5
Gew.-%, 92.0 Gew.-%, 91.5 Gew.-%, 91.0 Gew.-%, 90.5 Gew.-%, 90.0 Gew.-%, 89.5 Gew.-%,
89.0 Gew.-%, 88.5 Gew.-%, 88.0 Gew.-%, 87.5 Gew.-%, 87.0 Gew.-%, 86.5 Gew.-%, 86.0
Gew.-%, 85.5 Gew.-%, 85.0 Gew.-% sowie entsprechende Zwischenwerte annehmen. Insbesondere
kann der Feuchtigkeitsgehalt der Faserstoffsuspension zwischen 97,5 und 95 Gew.-%
liegen. Des Weiteren verringert sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorteilhafterweise
der Platzbedarf, da hier eine direkte Verarbeitung bzw. ein direkter Auftrag der Faserstoffsuspension
über eine entsprechende Zerfaserungsvorrichtung ohne Zwischenschaltung eines Transportbandes
erfolgt. Damit ergeben sich aber auch niedrigere Investitionskosten. Zudem weist die
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung hergestellte ein- oder mehrlagige Faserstoffbahn
ein erhöhtes Volumen bei einer gleichzeitigen Verringerung der Dichte auf. Schließlich
sind eine hohe Steifigkeit und gute Wärmedämmeigenschaften der so hergestellten ein-
oder mehrlagigen Faserstoffbahn zu beobachten. Schließlich kann die mindestens eine
Zerfaserungsvorrichtung entlang einer jeweiligen Transportrichtung (T) mindestens
eines permeablen oder nicht-permeablen Transportbandes angeordnet sein, derart, dass
ein Auftrag der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen einer oder mehrerer Faserstoffsuspensionen
auf das mindestens eine oder mehrere Transportbänder erfolgt. Die Faserstofflage wird
dabei durch das Auftragen auf das mindestens eine bewegte Transportband gebildet.
Die genannten Transportbänder können zumindest teilweise als Filze oder Siebe ausgebildet
sein. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung
derart ausgebildet ist, dass sie nach Bedarf in die Produktionslinie ein- und ausschwenkbar
ist. Dadurch ergibt sich vorteilhafterweise die Möglichkeit, mit nur einer Produktionslinie
ein- oder mehrlagige Faserstoffbahnen mit bekannten, herkömmlich hergestellten Faserstofflagen
und Faserstoffbahnen enthaltend die erfindungsgemäß aus der Zerfaserung und/oder Vereinzelung
einer Faserstoffsuspension hergestellten Faserstofflage herzustellen. Notwendige Umrüstzeiten
werden minimiert. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Geschwindigkeit des
mindestens einen permeablen oder nicht-permeablen Transportbandes variiert wird. Damit
lassen sich vorteilhafterweise die Eigenschaften wie Dichte und Volumen der porösen
Faserstofflage einstellen und steuern. Unter Aufbringen der einzelnen Fasern und/oder
Fasergruppen der Faserstoffsuspension auf mindestens ein bewegtes permeables oder
nicht-permeables Transportband zur Ausbildung der mindestens einen Faserstofflage
wird verstanden, dass die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen direkt auf das Transportband
oder auch auf mindestens eine, bereits auf dem Transportband aufgetragene und gebildete
Faserstofflage aufgetragen werden können. Die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
können beispielsweise zur Ausbildung einer Zwischen-Faserstofflage auf eine oder mehrere
herkömmlich gebildete Faserstofflagen aufgetragen und mit mindestens einer weiteren
herkömmlich gebildeten Faserstofflage bedeckt werden. Dies erfolgt üblicherweise vor
dem Vergautschen der einzelnen Faserstofflagen. Auch andere Kombinationen von herkömmlich
und erfindungsgemäß gebildeten Faserstofflagen zur Ausbildung unterschiedlicher mehrlagiger
Faserstoffbahnen sind denkbar und möglich.
[0012] In vorteilhaften Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Zerfaserungsvorrichtung
kamm-, bürsten- oder rollenartig oder als Wasserstrahl- oder Luftdruckvorrichtung
ausgebildet, wobei die Wasserstrahl- oder Luftdruckvorrichtung rotierend oder nicht-rotierend
ausgebildet sein kann und mindestens einen pulsierenden oder nicht-pulsierenden Wasserstrahl
oder Luftstrahl zum Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension erzeugt.
Auch andere Ausgestaltungen der Zerfaserungsvorrichtung sind denkbar, wobei diese
eine Zerfaserung und/oder eine Vereinzelung der Faserstoffsuspension zu einzelnen
Fasern und/oder Fasergruppen ermöglichen müssen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit,
dass die Zerfaserungsvorrichtung mindestens eine Öffnung zur Abgabe von mindestens
einem in der Papier- und Kartonherstellung verwendeten Hilfsstoff aus der Gruppe umfassend
Bindemittel, Retentionsmittel, Füllmittel, Farbstoffe, Bleichmittel, Nassverfestiger,
Nano-Zellulose oder sonstige in der Papier- und Kartonherstellung verwendete Hilfsstoffe
aufweist. Dadurch verringert sich vorteilhafterweise der maschinelle Aufwand zur Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung nochmals deutlich. Die Abgabe von mindestens einem
in der Papier- und Kartonherstellung verwendeten Hilfsstoff kann aber auch über bekannte
Vorrichtungen, wie zum Beispiel einen Sprühbalken erfolgen.
[0013] In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst
die Vorrichtung mindestens eine Pressvorrichtung zum Vergautschen von zumindest der
zweiten Faserstofflage mit einer aus den zerfaserten und/oder vereinzelten Fasern
und/oder Fasergruppen gebildeten porösen Faserstoffschicht und/oder mindestens eine
Trocknungsvorrichtung zum Trocknen der mehrlagigen Faserstoffbahn und/oder mindestens
einen Kalander und/oder mindestens eine Leim- und/oder Klebevorrichtung und/oder mindestens
eine Kalibriereinheit und/oder mindestens einen Abnahmevorrichtung zur Abnahme der
Faserbahn von dem entsprechenden Transportband und/oder mindestens eine Auftragsvorrichtung
für Zusatzstoffe und/oder mindestens eine Schneidvorrichtung. Je nach Anforderungen
an das Endprodukt, nämlich der mehrlagigen Faserstoffbahn kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine oder mehrere der genannten Maschinenelemente umfassen.
[0014] Die vorliegende Erfindung umfasst zudem eine mehrlagige Faserstoffbahn hergestellt
nach einem Verfahren wie im Vorhergehenden beschrieben und/oder hergestellt mittels
einer ebenfalls im Vorhergehenden beschriebenen Vorrichtung.
[0015] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Ausführungsbeispielen
sowie anhand der Zeichnungen. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale
und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in den Ausführungsbeispielen genannten
Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu
verlassen. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer
mehrlagigen Faserstoffbahn; und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn.
[0016] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung 10 zur Herstellung einer
mehrlagigen Faserstoffbahn 48. Bei der dargestellten Faserstoffbahn 10 handelt es
sich um eine Kartonbahn umfassend drei Faserstofflagen 28, 30, 32. Die Vorrichtung
10 umfasst dabei insgesamt drei Vorratsbehälter 12, 14, 16 zur Aufnahme und Abgabe
jeweils einer Faserstoffsuspension 24, 34, 36 mit jeweils einem Feuchtigkeitsgehalt
zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-%. Die Zusammensetzungen der einzelnen Faserstoffsuspensionen
24, 34, 36 sind dabei unterschiedlich ausgebildet. So können die unterschiedlichen
Faserstoffsuspensionen 12, 14, 16 beispielhaft unterschiedliche Anteile an Frisch-
und Recyclingfasern aufweisen. Es ist aber auch möglich, dass die Zusammensetzungen
der einzelnen Faserstoffsuspensionen 24, 34, 36 identisch sind. Das Niveau der Faserstoffsuspensionen
24, 34, 36 innerhalb der Vorratsbehälter 12, 14, 16 kann geregelt sein, zum Beispiel
über eine Versorgungspumpe (nicht dargestellt).
[0017] Man erkennt, dass die Vorrichtung 10 weiterhin drei Zerfaserungsvorrichtungen 18,
20, 22 zum Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspensionen 24, 34,
36 zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen 42, 44, 46 umfasst. Dabei sind die jeweiligen
Vorratsbehälter 12, 24, 26 und die zugehörigen Zerfaserungsvorrichtungen 18, 20, 22
derart zueinander angeordnet, dass ein direktes Zuführen beziehungsweise ein direkter
Auftrag der Faserstoffsuspensionen 24, 34, 36 zu den jeweiligen Zerfaserungsvorrichtungen
18, 20, 22 erfolgt. Die Zerfaserungsvorrichtungen 18, 20, 22 sind in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel zylinderartig ausgebildet, wobei an den jeweiligen Zylindern entsprechende
Borsten oder Zacken 38 zur Vereinzelung und/oder Zerfaserung der Faserstoffsuspensionen
24, 34, 36 angeordnet sind. Des Weiteren erkennt man, dass die Zerfaserungsvorrichtungen
18, 20, 22 sich gegensinnig zu einer Transportrichtung T beziehungsweise einer Drehrichtung
einer entsprechenden Umlenkwalze 40 eines permeablen oder nicht-permeablen Transportbandes
26 drehen.
[0018] Es wird deutlich, dass die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen 42, 44, 46 der
Faserstoffsuspensionen 24, 34, 36 nacheinander auf das Transportband 26, welches im
vorliegenden Ausführungsbeispiel als Sieb ausgebildet ist, aufgetragen werden. Somit
ergibt sich die Faserstoffbahn 48 bestehend aus den jeweiligen Faserstofflagen 28,
30, 32. Die so ausgebildete mehrlagige Faserstoffbahn 48 wird dann einer weiteren
Verarbeitung, zum Beispiel einem Vergautschen zugeführt (nicht dargestellt).
[0019] Durch die Bewegung des Transportbandes 26 bilden sich die porösen Faserstofflagen
28, 30, 32 aus.
[0020] Fig. 2 zeigt in einer schematischen Darstellung eine alternative Ausführungsform
einer Vorrichtung 10' zur Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn 48. In dem
dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst die Vorrichtung 10' einen ersten Stoffauflauf
50, über den eine erste Faserstoffsuspension 52 auf das erste permeable oder nicht-permeable
Transportband 26 aufgetragen wird. Auf dem Transportband 26 bildet sich aus der ersten
Faserstoffsuspension 52 eine erste Faserstofflage 54 aus. Das Transportband 26 wird
wiederum in Transportrichtung T mittels mehrerer Umlenk- und Transportwalzen, zum
Beispiel mittels der Transport- und Umlenkwalze 40 bewegt.
[0021] Man erkennt, dass oberhalb des Transportbandes 26 und in Transportrichtung T nach
dem ersten Stoffauflauf 50 ein Vorratsbehälter 12 mit einer zweiten Fasersuspension
24 angeordnet ist. Über die Zerfaserungsvorrichtung 18 erfolgt wiederum das Zerfasern
und/oder Vereinzeln der Faserstoffsuspension 24 zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
42. Die zerfaserten und vereinzelten Fasern und/oder Fasergruppen 42 werden auf die
erste Faserstofflage 54 aufgetragen und bilden wiederum unter Bewegung des Transportbands
26 eine poröse Faserstoffschicht 28 aus. Diese poröse Faserstofflage 28 weist insbesondere
Fasern und/oder Fasergruppen auf, die in z-Richtung, das heißt aus der x/y-Ebene der
Faserstoffbahn 48 hinausragend angeordnet sind. Dadurch ergibt sich ein relativ hohes
Volumen der porösen Faserstofflage 28 bei einer relativ niedrigen Dichte. Des Weiteren
kann eine hohe Festigkeit der so gebildeten mehrlagigen Faserstoffbahn 48 in z-Richtung
erzielt werden.
[0022] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird auf die poröse Faserstofflage 28 eine
dritte Faserstofflage 60 aufgebracht. Die dritte Faserstofflage 60 wird über einen
zweiten Stoffauflauf 56, der eine dritte Faserstoffsuspension 58 auf ein weiteres
permeables oder nicht-permeables Transportband 62 aufträgt, gebildet. Dabei enthalten
alle Faserstoffsuspensionen 24, 52, 58 Faserstoffe auf Zellulosebasis oder anderer
Herkunft. Hierbei kann es sich um so genannte Frischfasern und/oder Recyclingfasern
und/oder künstlich erzeugte Fasern handeln. Die Zusammensetzungen der Faserstoffsuspensionen
24, 52, 56 können aber auch identisch sein.
[0023] Des Weiteren erkennt man, dass die poröse Faserstofflage 28 mit der als Rückenlage
dienenden ersten Faserstofflage 54 und der als Decklage dienenden Faserstofflage 60
mittels einer Pressvorrichtung 64 vergautscht wird. Nach dem Vergautschen erfolgt
eine Trocknung der mehrlagigen Faserstoffbahn 48 sowie optional der Auftrag von einem
oder mehreren Strichen. Des Weiteren weist die Vorrichtung 10' eine Abnahmevorrichtung
66 zur Abnahme der Faserstoffbahn 48 von dem Transportband 26 auf. Nach dem Verlassen
der Vorrichtung 10' kann die mehrlagige Faserstoffbahn 48 weiterverarbeitet werden.
[0024] Die mit T gekennzeichneten Pfeile in den Figuren 1 und 2 stellen die Transportrichtungen
der Transportbänder 26, 62 dar. Durch die Bewegung des Transportbandes 26 bildet sich
die poröse Faserstofflage 28 aus.
[0025] Aus den dargestellten Ausführungsbeispielen wird deutlich, dass eine Vielzahl von
Kombinationsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung möglich sind. Diese können insbesondere gemäß den jeweiligen Anforderungen
an die herzustellende ein- oder mehrlagige Faserstoffbahn 48 kombiniert werden. So
kann zum Beispiel eine Zerfaserung einer bereits aus einer Faserstoffsuspension gebildeten
Faserstofflage mittels einer Zerfaserungsvorrichtung zur Ausbildung der zuvor beschriebenen
porösen Faserstofflage erfolgen. Diese kann mit einer gemäß dem vorliegenden Verfahren
erzeugten porösen Faserstofflage kombiniert werden. Der Auftrag der einzelnen Fasern
und/oder Fasergruppen kann wiederum direkt auf ein weiteres Transportband oder auf
mindestens eine bereits auf dem Transportband ausgebildete Faserstofflage erfolgen.
[0026] Die in den Unterlagen angegebenen Parameterwerte zur Definition von Prozess- und
Messbedingungen für die Charakterisierung von spezifischen Eigenschaften des Erfindungsgegenstands
sind auch im Rahmen von Abweichungen beispielsweise aufgrund von Messfehlern, Systemfehlern,
Einwaagefehlern, DIN-Toleranzen und dergleichen als vom Rahmen der Erfindung mitumfasst
anzusehen.
1. Verfahren zur Herstellung einer ein- oder mehrlagigen Faserstoffbahn (48), insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, umfassend mindestens eine Faserstofflage (28),
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zumindest folgende Schritte umfasst:
- Bereitstellen mindestens einer Faserstoffsuspension (24) mit einem Feuchtigkeitsgehalt
zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-% in mindestens einem Vorratsbehälter (12) oder mindestens
einer Zuleitung;
- Direktes Zuführen der Faserstoffsuspension (24) aus dem Vorratsbehälter (12) oder
der Zuleitung zu mindestens einer Zerfaserungsvorrichtung (18) zum Zerfasern und/oder
zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension (24) zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
(42); und
- Aufbringen der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42) der Faserstoffsuspension
(24) auf mindestens ein permeables oder nicht-permeables Transportband (26) zur Ausbildung
der mindestens einen Faserstofflage (28).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Faserstoffsuspensionen (24, 34, 36) mit jeweils einem Feuchtigkeitsgehalt
zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-% in einem unterteilten oder mehreren Vorratsbehältern
(12, 14, 16) oder Zuleitungen bereitgestellt werden und die Faserstoffsuspensionen
(24, 34, 36) jeweils direkt mindestens einer Zerfaserungsvorrichtung (18, 20, 22)
zum Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der einzelnen Faserstoffsuspensionen (24,
34, 36) zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42, 44, 46) zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Faserstoffsuspensionen (24, 34, 36) jeweils einer vorbestimmten Zerfaserungsvorrichtung
(18, 20, 22) zugeführt werden.
4. Verfahren nach einem Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42, 44, 46) der Faserstoffsuspensionen
(24, 34, 36) auf mindestens zwei permeable oder nicht-permeable Transportbänder zur
Ausbildung von mindestens zwei Faserstofflagen (28, 30, 32) aufgebracht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42, 44, 46) der Faserstoffsuspensionen
(24, 34, 36) in einer Transportrichtung des Transportbands (26) nacheinander zur Ausbildung
einer mehrlagigen Faserstoffbahn (48) aufgebracht werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vergautschen der mindestens einen Faserstofflage (28) mit mindestens einer weiteren
Faserstofflage (30, 32, 54, 60) unter Bildung der mehrlagigen Faserstoffbahn (48)
erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Vergautschen eine Dickenkalibierung der mindestens einen Faserstofflage (28)
und/oder der aufeinanderliegenden Faserstofflagen (28, 30, 32, 54, 60) durchgeführt
wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung der Faserstofflagen (28, 30, 32, 54, 60) Faserstoffe auf Zellulosebasis
und/oder künstlichen, insbesondere Kunststofffasern und/oder Mineralfasern, verwendet
werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass den Faserstofflagen (28, 30, 32, 54, 60) und/oder den einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen
(42, 44, 46) der mindestens einen Faserstoffsuspension (24, 34, 36) mindestens ein
in der Papier- und Kartonherstellung verwendeter Hilfsstoff aus der Gruppe umfassend
Bindemittel, Retentionsmittel, Füllmittel, Farbstoffe, Bleichmittel, Nassverfestiger,
Nano-Zellulose oder sonstige in der Papier- und Kartonherstellung verwendete Hilfsstoffe
zugegeben wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Hilfsstoffe über die mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung (18, 20,
22) der mindestens einen Faserstofflage (28, 30, 32) und/oder den einzelnen Fasern
und/oder Fasergruppen (42, 44, 46) der mindestens einen Faserstoffsuspension (24,
34, 36) zugegeben werden.
11. Vorrichtung zur Herstellung einer ein- oder mehrlagigen Faserstoffbahn (48), insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, umfassend mindestens eine Faserstofflage (28, 30, 32),
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10, 10') mindestens einen Vorratsbehälter (12, 14, 16) oder eine
Zuleitung zur Aufnahme und Abgabe mindestens einer Faserstoffsuspension (24, 34, 36)
mit einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 99,9 und 85,0 Gew.-%, mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung
(18, 20, 22) zum Zerfasern und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension (24,
34, 36) zu einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42, 44, 46) umfasst, wobei der
Vorratsbehälter (12, 24, 26) oder die Zuleitung derart angeordnet ist, dass ein direktes
Zuführen der Faserstoffsuspension (24, 34, 36) zu der Zerfaserungsvorrichtung (18,
20, 22) erfolgt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Zerfaserungsvorrichtung (18, 20, 22) entlang einer jeweiligen Transportrichtung
(T) mindestens eines permeablen oder nicht-permeablen Transportbandes (26) angeordnet
ist, derart, dass ein Auftrag der einzelnen Fasern und/oder Fasergruppen (42, 44,
46) einer oder mehrerer Faserstoffsuspensionen (24, 34, 36) auf das mindestens eine
oder mehrere Transportbänder (26) erfolgt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerfaserungsvorrichtung (18, 20, 22) kamm-, bürsten- oder rollenartig oder als
Wasserstrahl- oder Luftdruckvorrichtung ausgebildet ist, wobei die Wasserstrahl- oder
Luftdruckvorrichtung rotierend oder nicht-rotierend ausgebildet ist und mindestens
einen pulsierenden oder nicht-pulsierenden Wasserstrahl oder Luftstrahl zum Zerfasern
und/oder zur Vereinzelung der Faserstoffsuspension (24, 34, 36) erzeugt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerfaserungsvorrichtung (18, 20, 22) mindestens eine Öffnung zur Abgabe von mindestens
einem in der Papier- und Kartonherstellung verwendeten Hilfsstoff aus der Gruppe umfassend
Bindemittel, Retentionsmittel, Füllmittel, Farbstoffe, Bleichmittel, Nassverfestiger,
Nano-Zellulose oder sonstige in der Papier- und Kartonherstellung verwendete Hilfsstoffe
aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10, 10') des weiteren mindestens eine Pressvorrichtung (64) zum
Vergautschen der mindestens einen Faserstofflage (28, 30, 32) mit einer weiteren Faserstofflage
(54, 60) und/oder mindestens eine Trocknungsvorrichtung zum Trocknen der mehrlagigen
Faserstoffbahn (48) und/oder mindestens einen Kalander und/oder mindestens eine Leim-
und/oder Klebevorrichtung und/oder mindestens eine Kalibriereinheit und/oder mindestens
eine Abnahmevorrichtung (66) und/oder mindestens eine Auftragsvorrichtung für Zusatzstoffe
und/oder mindestens eine Schneidvorrichtung umfasst.
16. Mehrlagige Faserstoffbahn hergestellt nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 10 und/oder hergestellt mittels einer Vorrichtung (10, 10') gemäß einem der
Ansprüche 11 bis 15.