(19)
(11) EP 2 907 959 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.08.2015  Patentblatt  2015/34

(21) Anmeldenummer: 15020011.1

(22) Anmeldetag:  29.01.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 3/968(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 06.02.2014 DE 102014012187

(71) Anmelder: Kosak, Adrian
58791 Werdohl (DE)

(72) Erfinder:
  • Kosak, Adrian
    58791 Werdohl (DE)

   


(54) Eckverbinder und Verfahren zu Ihrer Herstellung


(57) Eckverbinder(1) aus Aluminiumstrangpressprofil(8), dessen Schenkel(2,3) in zwei auf Gehrung geschnittene Hohlprofile(15) eingeschoben wird, wobei in dessen Querschnittsgeometrie ein Mittelsteg(13) vorgesehen ist, der eine in einem besonderen Herstellungsverfahren erstellte Nut(9) aufnimmt, die in weitere Aussparungen(10,11,12) hineinragt und in Verbindung mit den äußeren Hohlprofilen(15) miteinander verbundene Kammern(K9,K10,K11,K12) bildet, über die ein durch eine im Hohlprofil(15) vorgesehene Einfüllöffnung(16) eingepresster Klebstoff(22) in den Bereich der Gehrung und an die Flächen im Bereich des Außenwinkels(7) und Innenwinkels(6) des Eckverbinders geleitet wird.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Eckverbindungselement für Hohlprofile nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder 2 sowie ein Verfahren zur Herstellung dieses Verbindungselementes nach Anspruch 7.

[0002] Derartige Eckverbinder finden im Fensterbau ihre Anwendung und verbinden die auf Gehrung geschnittenen Hohlprofile einer Rahmenkonstruktion, beispielsweise eines Fensters, wobei unterschiedliche Aussparungen in dem Verbindungselement vorgesehen sind, die zusammen mit dem Hohlprofil als Kanäle für einzufüllenden Kleber dienen. Außerdem sind in den Verbindungselementen geeignete Befestigungsvorrichtungen integriert mit denen der Zusammenbau des Rahmens schnell und belastbar durchgeführt werden kann.

[0003] Nach der erfolgten Montage der Rahmenkonstruktion wird Klebstoff durch eine Einfüllöffnung im Hohlprofil gepresst. Die Verteilung des Klebstoffes wird durch bereits im Querschnitt des Strangpressprofiles vorgesehene Aussparungen und Stege im Zusammenspiel mit einer Nut bewerkstelligt, wobei diese zusammen mit der Wand des Hohlprofiles Kanäle und Kammern bilden, die den Klebstoff an die Ober- und Unterseite des Eckverbinders und insbesondere auch entlang des, der Wetterseite zugewandten, Gehrungsspaltes des Hohlprofiles, transportiert.

[0004] Wesentliches Merkmal der gewählten Geometrie ist ein Mittelsteg unterhalb der Gehrungsfuge des Hohlprofiles, der einerseits breit genug ist, um eine Nut aufzunehmen und sich andererseits zumindest an einer Stelle derart verjüngt, dass die Nut dort in die rechts und links davon liegenden Kammern hineinragt und mit der Einfüllöffnung im äußeren Hohlprofil verbindet.

[0005] Die gewählte Geometrie in Verbindung mit der Nut ermöglicht das hier vorgestellte Fertigungsverfahren, bei dem in einem einzigen, kostengünstigen Arbeitsschritt durch die entlang der Gehrung verlaufende Nut sowohl ein Kanal erzeugt wird, durch den der Kleber von der Einfüllöffnung über die ganze Länge der Gehrungsfuge transportiert werden kann, und gleichzeitig die verschiedenen Kammern an der Ober- und Unterseite des Eckverbinders verbindet.

[0006] Ein Lösungsansatz wäre die Herstellung derartiger Verbindungselemente samt Klebekanal in einem Kokillen- oder Druckgussverfahren, was aber die Herstellungskosten des hier vorgestellten Verbindungselementes aus Strangpressprofil deutlich übersteigen würde.

[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt somit in der Bereitstellung eines geeigneten Eckverbinders, der eine schnelle und kostengünstige Verbindung von Hohlprofilen ermöglicht und gleichzeitig die Möglichkeit des nachträglichen Verklebens nach erfolgter Montage des Rahmens bietet, ein Auslaufen des Klebstoffes in die zur Materialersparnis angelegten Hohlkammern des Verbindungselementes und in in den Bereich hinter dem Verbindungselement verhindert und keine zusätzlichen Anbauteile oder Abdeckkörper benötigt.

[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Eckverbinder mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 oder 2 gelöst.

[0009] Zur Material- und Gewichtseinsparung weisen die Eckverbinder üblicherweise eine fachwerkartige Struktur auf. Als Werkstoff werden im Strangpressverfahren hergestellte Aluminiumprofile verwendet. Aus diesen werden die Winkel in der gewünschten Höhe abgetrennt und in einem weiteren Arbeitsschritt mit einer oder zwei Nuten entlang des Mittelsteges versehen.

[0010] Nach der Montage des Rahmens wird durch eine im Hohlprofil vorgesehene Einfüllöffnung Klebstoff eingepresst, der über die durch die Nut erzeugten Verbindungen den unter der Gehrungsfuge verlaufenden Klebekanal und die Kammern an den Flächen der inneren und äußeren Ecke des Verbinders auffüllt und abdichtet.

[0011] Das Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Eckverbinders nach Anspruch 1 oder 2, umfasst folgende Verfahrensschritte: Trennen eines Eckverbinderrohlings von einem stranggepressten Profil und Aufspannen mehrerer Eckverbinderrohlinge auf einem Bearbeitungtisch, auf dem alle Eckverbinder in einem einzigen Arbeitsschritt mit einem Zerspanungswerkzeug überfahren werden.

[0012] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen
Fig. 1
erfindungsgemäße Eckverbinder in einer Draufsicht; die mit Kleber gefüllten Kammern (K9, K10, K11, K12) sind schraffiert dargestellt;
Fig. 2
ein Teilstück des Strangpressprofiles(8), aus dem der Eckverbinder(1) gefertigt wird;
Fig. 3
Anordnung eines erfindungsgemäßen Eckverbinders(1) mit den zugeordneten, auf Gehrung geschnittenen Hohlprofilen(15);
Fig. 4
zwei verschiedene Eckverbinderrohlinge ohne Nut(9)
Fig. 5
Detailskizze zweier verschiedener Geometrien zur Realisierung der für die Kleberanbindung benötigten Verjüngung(17) im Mittelsteg(13) des Eckverbinders.
Fig. 6
Bearbeitungsschema für erfindungsgemäße Eckverbinder (1) in einer beispielhaften Darstellung für die Bearbeitung von fünf Eckverbinderrohlingen(1) in einem Arbeitsschritt. Das Bearbeitungszentrum besteht im wesentlichen aus einem Bearbeitungstisch, auf dem zunächst fünf Eckverbinderrohlinge(31) aufgespannt werden können, die zuvor aus einem stranggepressten Profil(8) in der gewünschten Höhe abgeschnitten worden sind. Dabei werden die Eckverbinderrohlinge(31) von einem Zerspanungswerkzeug(32) überfahren, das dadurch die Nut(9) herstellt. Auf diese Weise kann die erfindungsgemäße Nut in fünf Eckverbinder gleichzeitig eingebracht werden. In dieser Momentaufnahme sind die rechten drei Eckverbinder(1) bereits fertig gefräst, während bei den beiden linken Eckverbindern(31) die Nut(9) noch fehlt.



Ansprüche

1. Eckverbinder(1) aus einem abgelängten Aluminiumstrangpressprofil(8) mit einer Oberseite(4) und einer Unterseite(5), mit einer inneren(6) und einer äußeren Ecke(7), mit einem ersten Schenkel(2) und einem zweiten Schenkel(3), wobei die beiden Schenkel(2,3) im Bereich der äußeren Ecke(7) Aussparungen(10,11) aufweisen, wobei zwischen den Schenkeln ein Mittelsteg(13) angeordnet ist, in dem sich auf der Ober-(4)und Unterseite(5) eine dem Verlauf des Mittelsteges(13) folgende Nut(9) befindet, die in Verbindung zur Aussparung(10,11) steht, wobei die Aussparung(10,11) in den Bereich der Nut(9) hineinragt.
 
2. Eckverbinder(1) aus einem abgelängten Aluminiumstrangpressprofil(8) mit einer Oberseite(4) und einer Unterseite(5), mit einer inneren(6) und einer äußeren Ecke(7), mit einem ersten Schenkel(2) und einem zweiten Schenkel(3), wobei die beiden Schenkel(2,3) im Bereich der äußeren Ecke(7) Aussparungen(10,11) aufweisen, wobei zwischen den Schenkeln ein Mittelsteg(13) angeordnet ist, in dem sich auf der Ober-(4)oder Unterseite(5) eine dem Verlauf des Mittelsteges(13) folgende Nut(9) befindet, die in Verbindung zur Aussparung(10,11) steht, wobei die Aussparung(10,11) in den Bereich der Nut(9) hineinragt.
 
3. Verbindungselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Eckverbinder(1) zur Materialersparnis zusätzliche Hohlkammern aufweist.
 
4. Verbindungselement nach den Ansprüchen 1 oder 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mittelsteg(13) vorhanden ist, der die Ausfräsung(9) aufnehmen kann.
 
5. Verbindungselement nach den Ansprüchen 1 oder 2 und 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Aussparungen(10,11,12) vorgesehen sind, über die der Kleber(22) auch auf die Flächen des äußeren Winkels(7) und inneren Winkels(6) des Eckverbinders transportiert werden kann.
 
6. Verbindungselement nach den Ansprüchen 1 oder 2 und 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelsteg(13) im Bereich der Aussparungen(10,11) mindestens eine schmale Stelle (17) aufweist, die von der Nut(9) überragt wird, wodurch eine Verbindung zwischen der Nut(9) und den Kammern (10,11,12) geschaffen wird.
 
7. Verfahren zur Herstellung eines Eckverbinders nach einem der Ansprüche 1 oder 2 und 3 bis 6, gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte

a) Trennen eines Strangpressprofiles(6) unter Erzeugung eines Eckverbinderrohlings;

b) Aufspannen mehrerer Eckverbinderrohlinge(31) auf einem Bearbeitungstisch, wobei die Eckverbinder(31) derart angeordnet sind, dass ein Zerspanungswerkzeug(32) die Nut(9) beim Überfahren aller Eckverbinderrohlinge(31) in einem Arbeitsgang herstellt.


 
8. Rahmenkonstruktion mit mindestens einem Eckverbinder nach einem der Ansprüche 1 oder 2 und 3 bis 7, mit mindestens zwei auf Gehrung geschnittenen Hohlprofilen, wobei sich aus den Aussparungen(10,11) und der Nut(9) Kammern (K9, K10, K11, K12) bilden, die mit Klebstoff ausgefüllt sind.
 
9. Verfahren zur Herstellung einer Rahmenkonstruktion nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Einfüllöffnung(16) im Bereich der Kammer(K10) in einem der Hohlprofile Klebstoff(22) eingepresst wird, der sich beginnend von der Kammer(K10) in die Nutkammer(K9) und durch diese in die angrenzenden Kammern (K11, K12) ausbreitet und anschließend aushärtet.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht