[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Montieren einer Gasturbinenschaufel in einer
zugeordneten Aufnahme eines Rotorgrundkörpers. Die Erfindung betrifft weiterhin einen
Rotor für eine Gasturbine sowie eine Gasturbine mit einem solchen Rotor.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, ein Schaufelsicherungsblech unterhalb eines
Schaufelfußes einer Gasturbinenschaufel zwischen dem Boden des Schaufelfußes und dem
Boden einer Aufnahme eines Rotorgrundkörpers anzuordnen und derart umzubiegen, dass
die Gasturbinenschaufel gegen ein Verschieben relativ zum Rotorgrundkörper gesichert
ist. Auf diese Weise werden mehrere Gasturbinenschaufel in entsprechenden Aufnahmen
am Rotorgrundkörper befestigt, bis der resultierende Rotor vollständig beschaufelt
ist. Die Gasturbinenschaufel-Rotorgrundkörper-Verbindung wird dabei auch als "Live
Rim" bezeichnet. Der Rotorgrundkörper kann beispielsweise als Rotorscheibe oder als
Rotorring ausgebildet sein. Alternativ ist es aus der
DE 1 426 797 A1 bekannt, ein elastisches Sicherungselement mit endständigen Querstegen zu verwenden,
welches in einer sich schräg zu einer Rotorgrundkörperstirnfläche hin vertiefenden
Nut im Rotorgrundkörper angeordnet wird, um eine Lagesicherung der Gasturbinenschaufel
zu erzielen.
[0003] Als nachteilig an den bekannten Verfahren und Rotoren ist der Umstand anzusehen,
dass es im Betrieb einer zugeordneten Gasturbine durch ein Verkanten oder Verschieben
des Schaufelsicherungsblechs zu kritischen Spannungsüberhöhungen im sogenannten Live
Rim des Rotors kommen kann.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Montieren einer Gasturbinenschaufel
in einer zugeordneten Aufnahme eines Rotorgrundkörpers zuschaffen, durch welches das
Auftreten kritischer Spannungsüberhöhungen im späteren Betrieb des Rotors zuverlässig
verhindert wird. Weitere Aufgaben der Erfindung sind die Bereitstellung eines entsprechenden
Rotors sowie einer mit wenigstens einem solchen Rotor versehenen Gasturbine.
[0005] Die Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1, einen Rotor mit den Merkmalen des Patentanspruchs 5 sowie durch eine Gasturbine
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen
Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben, wobei
vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens als vorteilhafte Ausgestaltungen des Rotors
und der Gasturbine anzusehen sind. Umgekehrt sind auch vorteilhafte Ausgestaltungen
des Rotors als vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens anzusehen.
[0006] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Montieren einer Gasturbinenschaufel in einer
zugeordneten Aufnahme eines Rotorgrundkörpers umfasst zumindest die Schritte Bereitstellen
der Gasturbinenschaufel, wobei diese in ihrem Schaufelfuß eine sich entlang des Schaufelfußes
erstreckende Nut umfasst, welche die Form eines geraden Zylinders besitzt, dessen
Längsachse parallel zu einer Einschubrichtung des Schaufelfußes in die Aufnahme angeordnet
ist, Bereitstellen eines Schaufelsicherungsblechs, welches einen ersten Sicherungsbereich
und einen zweiten Sicherungsbereich aufweist, die durch einen Schaftbereich miteinander
verbunden sind, wobei der Schaftbereich die Form eines geraden Zylinders besitzt,
der korrespondierend zur Nut des Schaufelfußes ausgebildet ist, Anordnen des Schaufelsicherungsblechs,
so dass der Schaftbereich auf einem Boden der Aufnahme des Rotorgrundkörpers zu liegen
kommt, wobei der erste Sicherungsbereich derart umgeformt wird, dass er einen ersten
Anschlag für eine erste Stirnwand des Schaufelfußes bildet, und wobei der zweite Sicherungsbereich
derart umgeformt wird, dass ein Einschieben des Schaufelfußes entlang der Einschubrichtung
in die Aufnahme ermöglicht ist, Einschieben des Schaufelfußes der Gasturbinenschaufel
entlang der Einschubrichtung in die Aufnahme des Rotorgrundkörpers bis die erste Stirnwand
des Schaufelfußes am durch den umgeformten ersten Sicherungsbereich gebildeten Anschlag
anliegt, wobei der Schaftbereich des Schaufelsicherungsblechs innerhalb der Nut des
Schaufelfußes angeordnet wird und diese ausfüllt, wenn die erste Stirnwand am Anschlag
anliegt, und Umformen des zweiten Sicherungsbereichs des Schaufelsicherungsblechs,
so dass der zweite Sicherungsbereich einen zweiten Anschlag für die der ersten Stirnwand
gegenüberliegende zweite Stirnwand des Schaufelfußes bildet und der Schaufelfuß in
der Aufnahme lagegesichert wird. Mit anderen Worten ist es im Unterschied zum Stand
der Technik vorgesehen, dass der Schaufelfuß der Gasturbinenschaufel eine Nut zur
vollständigen Aufnahme des Schaftbereichs des Schaufelsicherungsblechs aufweist. Sowohl
die Nut als auch der Schaftbereich weisen jeweils die Form eines geraden Zylinders
auf und sind miteinander korrespondierend ausgebildet. Unter einem geraden Zylinder
wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Körper verstanden, der zwei parallele,
ebene, kongruente Grundflächen und eine Mantel- bzw. Zylinderfläche aufweist, die
von parallelen Geraden gebildet wird, wobei sowohl die parallelen Geraden als auch
die Längsachse des Zylinders senkrecht zu den Grundflächen angeordnet sind. Die Länge
des Zylinders und damit die Länge seiner Längsachse ist gegeben durch den Abstand
der beiden Grundflächen. Die Grundflächen können grundsätzlich eine beliebige ebene
Form aufweisen und beispielsweise quadratisch, rechteckig, kreisförmig, elliptisch
etc. ausgebildet sein. Bevorzugt sind die Grundflächen quadratisch bzw. rechteckig
ausgestaltet, so dass der Schaftbereich in diesem Fall die Form eines Parallelepipeds
bzw. eines Quaders aufweist. Sowohl die Nut als auch der Schaftbereich sind damit
frei von lokalen Erhebungen, Vertiefungen, Schrägen oder dergleichen ausgebildet.
Zumindest während der Montage bzw. im montierten Zustand verlaufen sowohl die Längsachse
des Schaftbereichs als auch die Längsachse der Nut parallel zu einer Einschubrichtung
bzw. einem Einschubvektor des Schaufelfußes in die zugeordnete Aufnahme, wodurch ein
einfaches, lineares Einschieben des Schaufelfußes in die mit dem Schaufelsicherungsblech
bestückte Aufnahme ermöglicht ist. Es versteht sich, dass auf das Umformen des zweiten
Sicherungsbereichs grundsätzlich verzichtet werden kann, wenn das Einschieben des
Schaufelfußes entlang der Einschubrichtung in die Aufnahme auch ohne Umformen des
zweiten Sicherungsbereichs möglicht ist. Da der Schaftbereich des Schaufelsicherungsblechs
bei montierter Gasturbinenschaufel die Nut des Schaufelfußes ausfüllt und da die Sicherungsbereiche
des Schaufelsicherungsblechs an den einander gegenüberliegenden Stirnwänden des Schaufelfußes
anliegen, liegt eine eindeutige Positionierung des Schaufelsicherungsblechs innerhalb
der Nut des Schaufelfußes sowie innerhalb der Aufnahme vor, so dass ein Verkanten
oder Verschieben des Schaufelsicherungsblechs relativ zur Aufnahme oder relativ zur
Gasturbinenschaufel im späteren Betrieb einer zugeordneten Gasturbine verunmöglicht
ist. Somit sind auch kritische Spannungsüberhöhungen im Live Rim-Bereich des fertigen
Rotors ausgeschlossen. Darüber hinaus kann die Gasturbinenschaufel mit Hilfe eines
einzigen weiteren Bauteils, nämlich dem Schaufelsicherungsblech, am Rotorgrundkörper
befestigt werden. Weitere Bauteile sind nicht erforderlich. Schließlich verringert
das bereichsweise in der Nut aufgenommene Schaufelsicherungsblech auch den Leckagequerschnitt
im Bereich der Gasturbinenschaufel-Rotorgrundkörper-Verbindung. Die Demontage der
Gasturbinenschaufel kann grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden.
[0007] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Nut im
Schaufelfuß der Gasturbinenschaufel durch Auftragen und/oder Abtragen von Schaufelmaterial
erzeugt wird. Dies stellt eine konstruktiv einfache Möglichkeit dar, um die Nut im
Schaufelfuß zu erzeugen. Darüber hinaus können hierdurch auch bestehende Gasturbinenschaufeln,
die noch keine Nut in ihrem Schaufelfuß aufweisen, mit einer Nut ausgestattet und
im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Wenn die Nut durch Auftragen
von Schaufelmaterial erzeugt wird, wird der Schaufelfuß radial nach innen vergrößert.
Dies hat den Vorteil, dass der geometrische Durchtrittsquerschnitt im Nutgrund der
Aufnahme vorteilhaft reduziert wird, wodurch im Betrieb der zugeordneten Gasturbine
eine Verringerung von Leckageströmungen und eine entsprechende Effizienzsteigerung
der Gasturbine erzielt werden. Das Schaufelsicherungsblech dient dabei vorteilhaft
sowohl zur Lagesicherung der Gasturbinenschaufel, als auch zur Abdichtung der Aufnahme.
[0008] Weitere Vorteile ergeben sich, indem wenigstens eine Kante im Bereich der Nut des
Schaufelfußes vor dem Anordnen des Schaftbereichs des Schaufelsicherungsblechs innerhalb
der Nut abgerundet wird. Mit anderen Worten wird eine Gasturbinenschaufel verwendet,
welche zumindest im Nutbereich keine scharfen Kanten aufweist. Durch das Fehlen von
scharfen Kanten im Bereich des Schaufelfußes und damit des in der Nut angeordneten
Schaufelsicherungsblechs wird ein Ausbrechen oder Einreißen von Material des Schaufelfußes,
des Schaufelsicherungsblechs und/oder der Aufnahme zuverlässig verhindert.
[0009] Indem in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine Gasturbinenschaufel bereitgestellt
wird, deren Schaufelfuß wenigstens einen Schwalbenschwanzabschnitt und/oder wenigstens
einen Tannenbaumabschnitt aufweist, kann eine mechanisch besonders stabile Anbindung
der Gasturbinenschaufel an den Rotorgrundkörper erzielt werden. Dabei kann vorgesehen
sein, dass der Schaufelfuß der Gasturbinenschaufel in radialer Richtung mehrere Schwalbenschwanz-
und/oder Tannenbaumabschnitte aufweist.
[0010] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft einen Rotor für eine Gasturbine, welcher
einen Rotorgrundkörper mit wenigstens einer Aufnahme umfasst, wobei in der Aufnahme
ein Schaufelfuß einer zugeordneten Gasturbinenschaufel angeordnet und mittels eines
Schaufelsicherungsblechs lagegesichert ist. Erfindungsgemäß ist es dabei zumindest
vorgesehen, dass die Gasturbinenschaufel in ihrem Schaufelfuß eine sich entlang des
Schaufelfußes erstreckende Nut umfasst, welche die Form eines geraden Zylinders besitzt,
dessen Längsachse parallel zu einer Einschubrichtung des Schaufelfußes in die Aufnahme
angeordnet ist. Weiterhin ist es vorgesehen, dass das Schaufelsicherungsblech einen
ersten Sicherungsbereich und einen zweiten Sicherungsbereich aufweist, die durch einen
Schaftbereich miteinander verbunden sind, wobei der Schaftbereich die Form eines geraden
Zylinders besitzt, der korrespondierend zur Nut des Schaufelfußes ausgebildet ist.
Schließlich ist das Schaufelsicherungsblech derart in der Aufnahme angeordnet, dass
sein Schaftbereich innerhalb der Nut des Schaufelfußes angeordnet ist und diese ausfüllt,
wobei der erste Sicherungsbereich derart umgeformt ist, dass er einen ersten Anschlag
für eine erste Stirnwand des Schaufelfußes bildet, und wobei der zweite Sicherungsbereich
derart umgeformt ist, dass der zweite Sicherungsbereich einen zweiten Anschlag für
eine der ersten Stirnwand gegenüberliegende zweite Stirnwand des Schaufelfußes bildet.
Hierdurch werden bei dem erfindungsgemäßen Rotor kritische Spannungsüberhöhungen im
Live Rim des Rotorgrundkörpers verhindert, da das Schaufelsicherungsblech eindeutig
positioniert ist und sich nicht innerhalb der Nut im Schaufelfuß verkanten kann. Der
Rotorgrundkörper kann beispielsweise als Rotorscheibe oder Rotorring ausgebildet sein.
Weitere sich ergebende Vorteile und deren Merkmale sind den Beschreibungen des ersten
Erfindungsaspekts zu entnehmen, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten Erfindungsaspekts
als vorteilhafte Ausgestaltungen des zweiten Erfindungsaspekts und umgekehrt anzusehen
sind. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung füllen der Schaufelfuß und
der Schaftbereich des Schaufelsicherungsblechs die Aufnahme des Rotorgrundkörpers
zumindest annähernd vollständig aus. Hierdurch ist ein geometrisch besonders kleiner
Leckagequerschnitt im Nutgrund der Gasturbinenschaufel-Rotorgrundkörper-Verbindung
vorhanden, wodurch die Effizienz einer mit dem erfindungsgemäßen Rotor ausgestatteten
Gasturbine vorteilhaft gesteigert wird. Alternativ oder zusätzlich ist vorgesehen,
dass der Schaftbereich des Schaufelsicherungsblechs komplementär zur Nut des Schaufelfußes
ausgebildet ist. Mit anderen Worten ist es vorgesehen, dass die Geometrie des Schaftbereichs
exakt der Geometrie der Nut entspricht, so dass der Schaftbereich einerseits vollständig
innerhalb der Nut angeordnet ist und diese andererseits auch vollständig ausfüllt.
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Schaufelfuß der Gasturbinenschaufel zumindest
im Bereich seiner Nut kantenfrei ausgebildet ist. Mit anderen Worten ist es vorgesehen,
dass der Schaufelfuß zumindest im Bereich seiner Nut nicht scharfkantig ausgebildet
ist, wodurch ein Ausbrechen oder Anreißen von Material während des Betriebs des Rotors
besonders zuverlässig verhindert wird.
[0012] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft eine Gasturbine, insbesondere ein Flugzeugtriebwerk,
mit wenigstens einem Rotor, der einen Rotorgrundkörper mit wenigstens einer Aufnahme,
in welcher ein Schaufelfuß einer zugeordneten Gasturbinenschaufel angeordnet und mittels
eines Schaufelsicherungsblechs lagegesichert ist, umfasst. Erfindungsgemäß ist es
dabei vorgesehen, dass die Gasturbinenschaufel mittels eines Verfahrens gemäß dem
ersten Erfindungsaspekt in der Aufnahme des Rotorgrundkörpers montiert ist und/oder
dass der Rotor gemäß dem zweiten Erfindungsaspekt ausgebildet ist. Die sich hieraus
ergebenden Merkmale und deren Vorteile sind den Beschreibungen des ersten bzw. des
zweiten Erfindungsaspekts zu entnehmen.
[0013] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, dem Ausführungsbeispiel
sowie anhand der Zeichnungen. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale
und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in dem Ausführungsbeispiel genannten
Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu
verlassen. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- einen schematischen Ausschnitt einer Gasturbine, wobei ein Teil eines Rotors erkennbar
ist;
- Fig. 2
- einen schematischen Querschnitt eines Schaufelfußes einer konventionellen Gasturbinenschaufel,
die in einer Aufnahme eines Rotorgrundkörpers angeordnet ist;
- Fig. 3
- einen schematischen Querschnitt eines Schaufelfußes einer Gasturbinenschaufel, die
mit Hilfe eines in einer Nut des Schaufelfußes angeordneten Schaufelsicherungsblechs
in einer Aufnahme eines Rotorgrundkörpers montiert ist;
- Fig. 4
- einen schematischen Längsschnitt des in Fig. 3 gezeigten Schaufelfußes und Schaufelsicherungsblechs;
- Fig. 5
- eine schematische Frontalansicht des in Fig. 4 gezeigten Details V-V;
- Fig. 6
- eine schematische Frontalansicht des in Fig. 5 gezeigten Details VI; und
- Fig. 7
- eine schematische Frontalansicht des in Fig. 6 gezeigten Details VII.
[0014] Fig. 1 zeigt einen schematischen Ausschnitt einer vorliegend als Flugzeugtriebwerk
ausgebildeten Gasturbine 10, deren grundlegender Aufbau als solcher bekannt ist. Man
erkennt einen Teil eines scheibenförmigen Rotors 12, welcher einen mit mehreren konventionellen
Gasturbinenschaufeln 14 versehenen Rotorgrundkörper 16 umfasst. Jede Gasturbinenschaufel
14 weist in an sich bekannter Weise ein Schaufelblatt 18, eine radial darunter liegende
Schaufelplattform 20 sowie einen radial darunter liegenden Schaufelfuß 22 auf. Eine
vergrößerte Darstellung des Bereichs des Schaufelfußes 22 ist in Fig. 2 als schematischer
Querschnitt abgebildet. Man erkennt, dass der Schaufelfuß 22 der konventionellen Gasturbinenschaufel
14 als sogenannter Schwalbenschwanzfuß ausgebildet und in einer zugeordneten Aufnahme
24 des Rotorgrundkörpers 16 angeordnet ist. Die Kontur der Aufnahme 24 korrespondiert
dabei weitgehend mit der Außenkontur des Schaufelfußes 22. Die gezeigte Schaufel-Scheibe-Verbindung
wird auch als "Live Rim" bezeichnet. Unterhalb des Schaufelfußes 22 befindet sich
zwischen dem Schaufelfuß 22 und dem Boden der Aufnahme 24 ein Schaufelsicherungsblech
26, welches auch als "Blade Retainer" bezeichnet wird. Man erkennt unterhalb und seitlich
des Schaufelsicherungsblechs mit Pfeilen II kenntlich gemachte Hohlräume, die während
des Betriebs der Gasturbine 10 signifikante Leckageströmungen durch die Aufnahme 24
ermöglichen. Aufgrund der Hohlräume ist die relative Position des Schaufelsicherungsblechs
26 sowohl bezüglich des Schaufelfußes 22 als auch bezüglich der Aufnahme 24 nicht
eindeutig definiert und vergleichsweise geringen Zwangsbedingung unterworfen. Daher
kann es im Betrieb der Gasturbine 10 durch Verrutschen oder Verkanten des Schaufelsicherungsblechs
26 zu kritischen Spannungsüberhöhungen im Live Rim-Bereich des Rotors 12 kommen. Wie
man in Fig. 1 weiterhin erkennt, befinden sich stromauf und stromab des Rotors 12
ebenfalls an sich bekannte Leitschaufelsegmente 28, die über Dichtungselemente 30
gegenüber den mit dem Rotor 12 verbundenen Trommeln 32 abgedichtet sind. Die Dichtungselemente
30 können beispielsweise als Honigwabendichtungen ausgebildet sein.
[0015] Fig. 3 zeigt einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäß ausgebildeten
Schaufelfußes 34 einer Gasturbinenschaufel 14 und wird im Folgenden in Zusammenschau
mit Fig. 4 erläutert werden, welche einen schematischen Längsschnitt des in Fig. 3
gezeigten Schaufelfußes 34 und Schaufelsicherungsblechs 26 zeigt. Man erkennt, dass
der Schaufelfuß 34 eine Nut 36 umfasst, in welcher ein Schaftbereich 38 des Schaufelsicherungsblechs
26 angeordnet ist. Zur Ausbildung der Nut 36 ist der Schaufelfuß 34 im Bereich des
Nutgrundes der Schaufel-Scheiben-Verbindung (Live Rim) durch Materialauftrag radial
nach innen vergrößert. Dies ist mit den Pfeilen III symbolisiert. Durch den Materialauftrag
wird einerseits die Nut 36 ausgebildet, andererseits werden die in Fig. 2 gezeigten
seitlichen Hohlräume II verschlossen, so dass im in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel
zumindest im Wesentlichen lediglich der radial untere Hohlraum II als mögliche Leckagestelle
verbleibt.
[0016] Zur Montage der mit dem erfindungsgemäßen Schaufelfuß 34 versehenen Gasturbinenschaufel
14 wird zunächst das Schaufelsicherungsblech 26 auf dem Boden der Aufnahme 24 gelegt,
so dass sich der Schaftbereich 38 durch die Aufnahme 24 erstreckt. Vorher oder anschließend
wird ein erster Sicherungsbereich 40a radial nach oben gebogen, um einen Anschlag
für eine erste Stirnwand 42a des Schaufelfußes 34 zu bilden. Wie man in Fig. 4 erkennt,
wird der über den Schaftbereich 38 mit dem ersten Sicherungsbereich 40a verbundene
zweite Sicherungsbereich 40b - falls erforderlich - radial leicht nach unten gebogen,
um ein Einschieben des Schaufelfußes 34 in der mit Pfeil IV symbolisierten Einschubrichtung
zu ermöglichen. Der Schaufelfuß 34 der Gasturbinenschaufel 14 wird dabei entlang der
Einschubrichtung IV in die Aufnahme 24 des Rotorgrundkörpers 16 eingeschoben, bis
seine erste Stirnwand 42a am durch den umgeformten ersten Sicherungsbereich 40a gebildeten
Anschlag anliegt. Man erkennt, dass in dieser Endstellung des Schaufelfußes 34 der
Schaftbereich 38 des Schaufelsicherungsblechs 26 vollständig innerhalb der Nut 36
des Schaufelfußes 34 angeordnet ist und diese ausfüllt. Wie man in Fig. 4 weiterhin
erkennt, sind sowohl die Nut 36 als auch der Schaftbereich 38 frei von Erhebungen,
Vertiefungen, Schrägen und dergleichen ausgebildet.
[0017] Insbesondere in Fig. 5, welche eine schematische Frontalansicht des in Fig. 4 gezeigten
Details V-V zeigt, erkennt man, dass sowohl die Nut 36 als auch der Schaftbereich
38 jeweils die Form eines geraden Zylinders besitzen, dessen Längsachse L während
des Einschiebens und in der in Fig. 4 gezeigten Endstellung des Schaufelfußes 34 parallel
zur Einschubrichtung IV verläuft. Im vorliegenden Fall sind die geraden Zylinder beispielhaft
als Quader ausgebildet, wobei der Schaftbereich 38 komplementär zur Nut 36 ausgebildet
ist. Zum abschließenden Lagesichern des Schaufelfußes 34 in der Aufnahme 24 wird nach
Erreichen der in Fig. 4 gezeigten End- oder Montagestellung auch der zweite Sicherungsbereich
40b des Schaufelsicherungsblechs 26 analog zum ersten Sicherungsbereich 40b radial
nach oben gebogen, so dass der zweite Sicherungsbereich 40b einen zweiten Anschlag
für die zweite Stirnwand 42b des Schaufelfußes 34 bildet und der Schaufelfuß 34 damit
in der Aufnahme 24 lagegesichert ist.
[0018] Die Sicherungsbereiche 40a, 40b sind im gezeigten Ausführungsbeispiel T-förmig bzw.
als Rückhaltelaschen ausgebildet. Grundsätzlich können jedoch auch andere Geometrien
vorgesehen sein. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Sicherungsbereiche 40a,
40b unterschiedlich ausgebildet sind.
[0019] Um eine Beschädigung des Schaufelsicherungsblechs 26 oder des Schaufelfußes 34 sowohl
während der Montage bzw. Demontage als auch während des Betriebs der zugeordneten
Gasturbine 10 zu vermeiden, ist der Schaufelfuß 34 insbesondere im Bereich seiner
Nut 36 frei von scharfen Kanten und dergleichen ausgebildet, um ein Ausbrechen oder
Einreißen von Material zu verhindern. Scharfen Kanten können beispielsweise bei der
Herstellung der Nut 36 am Schaufelfuß 34 entstehen. Solche scharfen Kanten werden
daher vorzugsweise abgerundet. Fig. 6 zeigt hierzu eine schematische Frontalansicht
des in Fig. 5 gezeigten Details VI, während Fig. 7 eine schematische Frontalansicht
des in Fig. 6 gezeigten Details VII zeigt. Man erkennt, dass der Schaufelfuß 34 frei
von scharfen Kanten ausgebildet ist und - soweit möglich - runde bzw. abgerundete
Flächen und Flächenübergänge besitzt.
1. Verfahren zum Montieren einer Gasturbinenschaufel (14) in einer zugeordneten Aufnahme
(24) eines Rotorgrundkörpers (16), folgende Schritte umfassend:
- Bereitstellen der Gasturbinenschaufel (14), wobei diese in ihrem Schaufelfuß (34)
eine sich entlang des Schaufelfußes (34) erstreckende Nut (36) umfasst, welche die
Form eines geraden Zylinders besitzt, dessen Längsachse (L) parallel zu einer Einschubrichtung
(IV) des Schaufelfußes (34) in die Aufnahme (24) angeordnet ist;
- Bereitstellen eines Schaufelsicherungsblechs (26), welches einen ersten Sicherungsbereich
(40a) und einen zweiten Sicherungsbereich (40b) aufweist, die durch einen Schaftbereich
(38) miteinander verbunden sind, wobei der Schaftbereich (38) die Form eines geraden
Zylinders besitzt, der korrespondierend zur Nut (36) des Schaufelfußes (34) ausgebildet
ist;
- Anordnen des Schaufelsicherungsblechs (26), so dass der Schaftbereich (38) auf einem
Boden der Aufnahme (24) des Rotorgrundkörpers (16) zu liegen kommt, wobei der erste
Sicherungsbereich (40a) derart umgeformt wird, dass er einen ersten Anschlag für eine
erste Stirnwand (42a) des Schaufelfußes (34) bildet, und wobei der zweite Sicherungsbereich
(40b) derart umgeformt wird, dass ein Einschieben des Schaufelfußes (34) entlang der
Einschubrichtung (IV) in die Aufnahme (24) ermöglicht ist;
- Einschieben des Schaufelfußes (34) der Gasturbinenschaufel (14) entlang der Einschubrichtung
(IV) in die Aufnahme (24) des Rotorgrundkörpers (16) bis die erste Stirnwand (42a)
des Schaufelfußes (34) am durch den umgeformten ersten Sicherungsbereich (40a) gebildeten
Anschlag anliegt, wobei der Schaftbereich (38) des Schaufelsicherungsblechs (26) innerhalb
der Nut (36) des Schaufelfußes (34) angeordnet wird und diese ausfüllt, wenn die erste
Stirnwand (42a) am Anschlag anliegt; und
- Umformen des zweiten Sicherungsbereichs (40b) des Schaufelsicherungsblechs (26),
so dass der zweite Sicherungsbereich (40b) einen zweiten Anschlag für eine der ersten
Stirnwand (42a) gegenüberliegende zweite Stirnwand (42b) des Schaufelfußes (34) bildet
und der Schaufelfuß (34) in der Aufnahme (24) lagegesichert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Nut (36) im Schaufelfuß (34) der Gasturbinenschaufel (14) durch Auftragen und/oder
Abtragen von Schaufelmaterial erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine Kante im Bereich der Nut (36) des Schaufelfußes (34) vor dem Anordnen
des Schaftbereichs (38) des Schaufelsicherungsblechs (26) innerhalb der Nut (36) abgerundet
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Gasturbinenschaufel (14) bereitgestellt wird, deren Schaufelfuß (34) wenigstens
einen Schwalbenschwanzabschnitt und/oder wenigstens einen Tannenbaumabschnitt aufweist.
5. Rotor (12) für eine Gasturbine (10), mit einem Rotorgrundkörper (16), welcher wenigstens
eine Aufnahme (24) umfasst, in welcher ein Schaufelfuß (22, 34) einer zugeordneten
Gasturbinenschaufel (14) angeordnet und mittels eines Schaufelsicherungsblechs (26)
lagegesichert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Gasturbinenschaufel (14) in ihrem Schaufelfuß (34) eine sich entlang des Schaufelfußes
(34) erstreckende Nut (36) umfasst, welche die Form eines geraden Zylinders besitzt,
dessen Längsachse (L) parallel zu einer Einschubrichtung (IV) des Schaufelfußes (34)
in die Aufnahme (24) angeordnet ist;
- das Schaufelsicherungsblech (26) einen ersten Sicherungsbereich (40a) und einen
zweiten Sicherungsbereich (40b) aufweist, die durch einen Schaftbereich (38) miteinander
verbunden sind, wobei der Schaftbereich (38) die Form eines geraden Zylinders besitzt,
der korrespondierend zur Nut (36) des Schaufelfußes (34) ausgebildet ist;
- das Schaufelsicherungsblech (26) derart in der Aufnahme (24) angeordnet ist, dass
sein Schaftbereich (38) innerhalb der Nut (36) des Schaufelfußes (34) angeordnet ist
und diese ausfüllt, wobei der erste Sicherungsbereich (40a) derart umgeformt ist,
dass er einen ersten Anschlag für eine erste Stirnwand (42a) des Schaufelfußes (34)
bildet, und wobei der zweite Sicherungsbereich (40b) derart umgeformt ist, dass der
zweite Sicherungsbereich (40b) einen zweiten Anschlag für eine der ersten Stirnwand
(42a) gegenüberliegende zweite Stirnwand (42b) des Schaufelfußes (34) bildet.
6. Rotor (12) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schaufelfuß (34) und der Schaftbereich (38) des Schaufelsicherungsblechs (26)
die Aufnahme (24) des Rotorgrundkörpers (16) zumindest annähernd vollständig ausfüllen
und/oder dass der Schaftbereich (28) des Schaufelsicherungsblechs (26) komplementär
zur Nut (36) des Schaufelfußes (34) ausgebildet ist.
7. Rotor (12) nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schaufelfuß (34) der Gasturbinenschaufel (14) zumindest im Bereich seiner Nut
(36) kantenfrei ausgebildet ist.
8. Gasturbine (10), insbesondere Flugzeugtriebwerk, mit wenigstens einem Rotor (12),
der einen Rotorgrundkörper (16) mit wenigstens einer Aufnahme (24), in welcher ein
Schaufelfuß (22, 34) einer zugeordneten Gasturbinenschaufel (14) angeordnet und mittels
eines Schaufelsicherungsblechs (26) lagegesichert ist, umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gasturbinenschaufel (14) mittels eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
4 in der Aufnahme des Rotorgrundkörpers (16) montiert ist und/oder dass der Rotor
(12) gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7 ausgebildet ist.