[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum thermischen Aufbereiten eines Materials,
insbesondere von Gießereialtsand oder von Straßenaufbruchmaterial, in einem Drehrohrofen
mit einer drehbaren Ofentrommel, deren Trommelwand einen beheizbaren Trommelraum begrenzt,
durch den das Material von einem Trommeleingang zu einem Trommelausgang der Ofentrommel
gefördert wird.
[0002] Außerdem betrifft die Erfindung eine Anlage zum thermischen Aufbereiten eines Materials,
insbesondere von Gießereialtsand oder von Straßenaufbruchmaterial, welche umfasst
a) einen Drehrohrofen mit einer drehbaren Ofentrommel, deren Trommelwand einen beheizbaren
Trommelraum begrenzt, durch den das Material von einem Trommeleingang zu einem Trommelausgang
der Ofentrommel förderbar ist;
b) ein Heizsystem, mittels welchem der Trommelraum beheizbar ist.
[0003] Es gibt einige industrielle Prozesse, bei denen Materialen entstehen, die thermisch
aufbereitet und hierdurch gegebenenfalls auch regeneriert werden können. Hierzu zählen
beispielsweise Gießereialtsände, welche Reste an organischen und anorganischen Bindern,
zum Beispiel Harze oder Bentonit, aufweisen können. Mit Hilfe einer thermischen Aufbereitung
wird Bentonit beispielsweise kalziniert. Organische Binder werden dagegen oxidiert,
wodurch der im Sand verbleibende Kohlenstoffanteil auf weniger als 0,8 Gew.% reduziert
werden kann.
[0004] Im Hinblick auf die thermische Aufbereitung von Gießereialtsänden in Drehrohröfen
ist es insbesondere bekannt, diese mit einem Gasbrenner direkt zu heizen, indem die
Flamme in den Trommelraum weist und die erzeugten Heizgase in den Trommelraum geleitet
werden, und außerdem im Gleichstrom zu betreiben. Dies bedeutet, dass das aufzubereitende
Material in der gleichen Richtung durch die Ofentrommel gefördert wird, wie die Strömungsrichtung
der Heizgase.
[0005] Bei der thermischen Aufbereitung entstehen Rauchgase. Diese weisen bei einem solchen
Betrieb eines Drehrohrofens jedoch eine verhältnismäßig hohe Kohlenmonoxid(CO)-Konzentration
auf. Der CO-Anteil kann nur durch eine Nachverbrennungsanlage verringert werden, wodurch
die Betriebskosten der Anlage steigen.
[0006] Darüber hinaus muss das von dem Gasbrenner kommende Heizgas bei einem Gleichstrombetrieb
insbesondere im Anfangsbereich des Drehrohrofens eine verhältnismäßig hohe Temperatur
haben, da der regenerierte Gießereialtsand bei verlassen des Drehrohrofens eine Temperatur
von mehr als 700°C haben muss. Da sich die Trommelatmosphäre in Förderrichtung bzw.
Strömungsrichtung abkühlt, muss entsprechend am Anfang für eine ausreichende Starttemperatur
gesorgt werden. Dies führt jedoch insbesondere im Anfangsbereich der Ofentrommel zu
hohen Anforderungen an die Temperaturbelastbarkeit des Ofenmaterials, was ebenfalls
zu hohen Kosten führt.
[0007] Es gibt zwar Ansätze, einen Drehrohrofen im Gegenstrom zu betreiben, bei dem die
Förderrichtung des Materials der Strömungsrichtung des Heizgases entgegengesetzt ist
und das Material im Bereich der Brennerflamme aus der Ofentrommel austritt. In diesem
Fall kann zwar die Temperatur an der Brennerflamme geringer sein als bei einem Gleichstrombetrieb.
Allerdings sinkt dann auch die Austrittstemperatur der Rauchgase, die sich beim Durchströmen
der Ofentrommel abkühlen. Dies kann zu einem unerwünschten Auskondensieren von Kohlenwasserstoffen
in den Rauchgasleitungen führen.
[0008] Auch im Falle eines Gegenstrombetriebs ist zudem eine Nachverbrennung der Rauchgase
erforderlich, da neben den verdampften Kohlenwasserstoffen aus dem organischen Binder
auch Dioxine entstehen können, die aus den Rauchgasen entfernt werden müssen.
[0009] Ähnliche Problematiken ergeben sich bei der thermischen Aufbereitung von Straßenaufbruchmaterial.
Insbesondere ältere Straßen wurden häufig unter Verwendung eines Straßenbelags gebaut,
bei dem als Bindemittel Pech (Steinkohleteer) eingesetzt wurde. Pech enthält jedoch
einen hohen Anteil an umweltschädlichen polycylischen aromatischen Kohlenwasserstoffen
(PAKs) mit der Leitsubstanz Benzo(a)pyren. Der Einsatz oder die Wiederverwertung von
derartigem Straßenaufbruchmaterial ist heutzutage nicht mehr zulässig.
[0010] Daher scheidet die unmittelbare Wiederverwertung von nur mechanisch aufbereitetem,
pechhaltigem Straßenaufbruchmaterial aus und der enthaltene Split muss von dem pechhaltigen
Bindemittel befreit werden, bevor der Split dann zur Herstellung von neuem Asphalt
verwendet werden kann.
[0011] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Anlage der eingangs genannten
Art bereitzustellen, welche diesen Gedanken Rechnung tragen.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass
a) der Trommelraum direkt beheizt wird, indem ein Heizgas in den Trommelraum geleitet
wird;
b) der Trommelraum indirekt beheizt wird, indem die Trommelwand wenigstens bereichsweise
erwärmt wird:
[0013] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch die Kombination einer direkten Beheizung
des Trommelraumes, wie sie beispielsweise unter Verwendung eines Gasbrenners bekannt
ist, mit einer indirekten Beheizung des Trommelraumes über dessen Trommelwand ein
gleichmäßiger Temperaturverlauf in der Ofentrommel erzielt werden kann. Insbesondere
ein Abkühlen der Rauchgase auf dem Weg durch die Ofentrommel kann verhindert werden.
Zudem kann die Temperatur an der direkten Heizeinrichtung gegenüber einer alleinigen
Direktbeheizung verringert werden, wodurch die Anforderungen an das Ofenmaterial weniger
hoch sind.
[0014] Eine Nachverbrennung der Rauchgase ist dann nicht nötig, da diese beim Austritt aus
der Ofentrommel eine ausreichend hohe Temperatur haben.
[0015] Indem das Heizgas an dem Trommeleingang der Ofentrommel in den Trommelraum geleitet
wird, kann der Drehrohrofen bezogen auf die direkte Beheizung nach dem Gleichstromprinzip
betrieben werden.
[0016] Im Hinblick auf die indirekte Beheizung ist es günstig, wenn die Trommelwand erwärmt
wird, indem ein Heizmedium von außen an die Trommelwand geleitet wird.
[0017] Dabei ist es besonders von Vorteil, wenn das Heizmedium in einer Richtung von dem
Trommelausgang auf den Trommeleingang der Ofentrommel außen an der Trommelwand entlang
geleitet wird. Bezogen auf die Förderrichtung des Materials durch die Ofentrommel
erfolgt die indirekte Beheizung somit nach dem Gegenstromprinzip. So kann die Ofentrommel
in ihrer Längsrichtung mit gegenläufigen Temperaturgradienten beheizt werden, so dass
im Trommelraum insgesamt ein homogenes Temperaturprofil aufgebaut ist.
[0018] Damit das Heizmedium gezielt die Trommelwand überströmt, ist des günstig, wenn das
Heizmedium durch einen die Ofentrommel umgebenden Ringraum geleitet wird.
[0019] Wie oben erläutert, kann die lokal im Trommelraum, insbesondere im Bereich der direkten
Beheizung, herrschende Maximaltemperatur abgesenkt werden. Vorteilhaft ist es hierdurch
möglich, dass eine Ofentrommel verwendet wird, von der zumindest die Trommelwand und/oder
eine Förderstruktur an der Innenmantelfläche der Trommelwand aus Stahl sind. Der verwendete
Stahl wird dabei abhängig von den im Trommelraum erreichten Temperaturen ausgewählt.
[0020] Im Hinblick auf die Anlage der eingangs genannten Art wird die oben angegebene Aufgabe
dadurch gelöst, dass
c) das Heizsystem eine erste, direkte Heizeinrichtung umfasst, mittels welcher der
Trommelraum direkt beheizbar ist, indem ein Heizgas erzeugbar und in den Trommelraum
leitbar ist;
d) das Heizsystem eine zweite, indirekte Heizeinrichtung umfasst, mittels welcher
der Trommelraum indirekt beheizbar ist, indem die Trommelwand wenigstens bereichsweise
erwärmbar ist.
[0021] Die durch diese Maßnahmen erzielten Vorteile entsprechen den oben zum Verfahren erläuterten
Vorteilen.
[0022] Wenn die direkte Heizeinrichtung eine Brennereinheit umfasst, die an dem Trommeleingang
der Ofentrommel angeordnet ist, so dass Heizgas dort in den Trommelraum geleitet wird,
können etablierte Techniken für eine Direktbefeuerung des Trommelraumes genutzt werden.
[0023] Es ist günstig, wenn die indirekte Heizeinrichtung eine Brennereinheit, durch die
ein Heizmedium erzeugbar ist, und wenigstens eine Leitung umfasst, durch welche das
Heizmedium von außen an die Trommelwand leitbar ist. Somit können auch für die indirekte
Heizeinrichtung bekannte, auf der Verwendung von Brennern basierende Heiztechniken
verwendet werden.
[0024] Wie oben erläutert, ist es für eine homogene Temperatur im Trommelraum günstig, wenn
die indirekte Heizeinrichtung einen Strömungsweg umfasst, durch welchen das Heizmedium
in Richtung von dem Trommelausgang auf den Trommeleingang der Ofentrommel außen an
der Trommelwand entlang leitbar ist.
[0025] Der Strömungsweg für das Heizmedium kann vorteilhaft dadurch bereitgestellt sein,
dass die indirekte Heizeinrichtung ein Hüllrohr mit einem Eingangsanschluss für Heizmedium
und einem Ausgangsanschluss für Heizmedium umfasst, welches derart koaxial zur Ofentrommel
angeordnet ist, dass ein die Ofentrommel umgebender Ringraum ausgebildet ist, durch
welchen Heizmedium der indirekten Heizeinrichtung leitbar ist.
[0026] Es ist von Vorteil, wenn in dem Ringraum eine wendelförmige Leitstruktur angeordnet
ist, so dass das Heizmedium wendelförmig von dem Eingangsanschluss zu dem Ausgangsanschluss
und um die Ofentrommel herum strömt. Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass
alle Bereiche der Ofentrommel gleichmäßig und gezielt von Heizmedium überströmt werden.
[0027] Wie oben erläutert, können von der Ofentrommel zumindest die Trommelwand und/oder
eine Förderstruktur an der Innenmantelfläche der Trommelwand aus Stahl sein.
[0028] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Layoutansicht eines Systems zum thermischen Aufbereiten eines Materials
mit einem Drehrohrofen;
- Figur 2
- in teilweiser Durchsicht einen schematischen Schnitt des Drehrohrofens in größerem
Maßstab.
[0029] In Figur 1 bezeichnet 10 insgesamt eine schematisch gezeigte Anlage zum thermischen
Aufbereiten eines Materials. Bei dem aufzubereitenden Material kann es sich, wie eingangs
erläutert, beispielsweise um Gießereialtsand oder auch um Straßenaufbruchmaterial
handeln. Die Anlage 10 weist einen Drehrohrofen 12 auf, welcher zunächst anhand Figur
2 erläutert wird, die den Drehrohrofen detaillierter, jedoch ebenfalls nur schematisch,
zeigt.
[0030] Der Drehrohrofen 12 umfasst eine Ofentrommel 14, welche mittel Drehlagern 16 um ihre
Längsachse 18 verdrehbar gelagert ist um mit Hilfe eines Motors 20 angetrieben wird.
Die Ofentrommel 14 hat einen Trommelraum 22, der von einer Trommelwand 24 begrenzt
ist und an einem stirnseitigen Trommeleingang 26 und einem diesem gegenüberliegenden
Trommelausgang 28 offen ist. An dem Trommeleingang 26 mündet die Ofentrommel 14 in
einem Eingangsflansch 30, der einen Zuführstutzen 32 trägt, über den aufzubereitendes
Material durch den Trommeleingang 26 in die Ofentrommel 14 eingebracht werden kann.
In Figur 1 ist der Zuführstutzen 32 als gestrichelter Pfeil veranschaulicht.
[0031] Außerdem ist an dem Eingangsflansch 30 eine Brennereinheit 34 in Form eines Gasbrenners
36 angeordnet, der über eine Brenngasleitung 38 mit Brenngas aus einer nicht eigens
gezeigten Brenngasquelle versorgt wird. Über eine Luftleitung 40 wird dem Gasbrenner
36 für dessen Betrieb erforderliche Brennerluft zugeführt.
[0032] Der Gasbrenner 36 erzeugt in an und für sich bekannter Art und Weise Heizgas, welches
in einer durch einen Pfeil angedeuteten Heizgas-Strömungsrichtung 42 in den Trommelraum
22 geleitet wird, diesen durchströmt und direkt beheizt.
[0033] Die Ofentrommel 14 mündet an dem Trommelausgang 28 in einen Ausgangsflansch 44, welcher
einen Rauchgasauslass 46 und einen Materialauslass 48 umfasst. Bei der thermischen
Behandlung des Materials in der Ofentrommel 14 entstehendes Rauchgas strömt aus dem
Trommelraum 22 in den Ausgangsflansch 44 hinein und von dort über den Rauchgasauslass
46 in eine Rauchgasleitung 50; hierauf wird weiter unten nochmals eingegangen.
[0034] An ihrer Innenmantelfläche trägt die Trommelwand 24 eine Förderstruktur 52, beispielsweise
eine durchgehende Förderwendel 54. Wenn die Ofentrommel 14 rotiert, wird Material,
dass durch den Zuführstutzen 32 in den Trommelraum 22 gelangt, mittels der Förderwendel
54 durch diesen hindurch in einer Förderrichtung 56 zu dem Materialausgang 28 der
Ofentrommel 14 gefördert, wo es in den Ausgangsflansch 44 gelangt und über dessen
Materialauslass 48 abgegeben wird.
[0035] Die Förderwendel 54 kann noch parallel zur Längsachse 18 verlaufende und radial nach
innen ragende Bleche umfassen, die hier nicht eigens gezeigt sind. Diese Bleche nehmen
das Material bei der Drehung der Ofentrommel 14 zunächst nach oben mit, bis das Material
bei Erreichen einer bestimmten Höhe wieder von den Blechen nach unten abfällt. Hierdurch
wird gegenüber einer Förderwendel 18 ohne solche Zusatzbleche eine noch bessere Durchmischung
des Materials erzielt.
[0036] Bezogen die Heizgas-Strömungsrichtung 42 und die Förderrichtung 56 des aufzubereitenden
Materials wird der Drehrohrofen 12 folglich im so genannten Gleichstromverfahren betrieben.
[0037] Wie Figur 1 zeigt, wird das Rauchgas aus dem Ausgangsflansch 44 über die Rauchgasleitung
50 in eine Entstaubeinrichtung 58 geführt. Von dort gelangt das nun entstaubte Rauchgas
in eine einstellbare Verteilereinheit 60, mittels welcher ein Anteil des gereinigten
Rauchgases in die Luftleitung 40 zum Gasbrenner 36 geleitet und der übrige Anteil
des gereinigten Rauchgases über eine Leitung 62 abgeführt werden kann.
[0038] Mit Hilfe der Verteilereinheit 60 kann zudem Frischluft aus einer Frischluftleitung
64 mit einem Frischluftgebläse 66 in die Luftleitung 40 geleitet werden, so dass das
Verhältnis einer Mischung aus gereinigtem Rauchgas und Frischluft eingestellt werden
kann, welche dann als Verbrennungsluft zum Gasbrenner 36 gelangt.
[0039] Die Verbrennungsluft kann folglich durch reines gereinigtes Rauchgas, durch reine
Frischluft oder durch eine Mischung aus Rauchgas und Frischluft in einem einstellbaren
Verhältnis bereitgestellt werden.
[0040] Die Brennereinheit 34 mit den zugehörigen Komponenten ist ein Ausführungsbeispiel
für eine erste, direkte Heizeinrichtung 68, mittels welcher der Trommelraum 22 direkt
beheizbar ist, indem ein Heizgas erzeugbar und in den Trommelraum 22 leitbar ist.
Diese Heizeinrichtung 68 ist Teil eines insgesamt mit 70 bezeichneten Heizsystems,
mittels welchem der Trommelraum 22 beheizbar ist.
[0041] Zusätzlich zu der direkten Heizeinrichtung 68 umfasst dieses Heizsystem 70 noch eine
in Figur 1 veranschaulichte zweite, indirekte Heizeinrichtung 72, mittels welcher
der Trommelraum 22 indirekt beheizbar ist, indem dessen Trommelwand 24 wenigstens
bereichsweise erwärmbar ist. Hierzu erzeugt die indirekte Heizeinrichtung ein Heizmedium.
[0042] Die indirekte Heizeinrichtung 72 umfasst beim vorliegenden Ausführungsbeispiel eine
zweite Brennereinheit 74 in Form einer zweiten Gasbrenners 76, der über eine Brenngasleitung
78 mit Brenngas aus einer nicht eigens gezeigten Brenngasquelle versorgt wird. Über
eine Luftleitung 80 wird dem zweiten Gasbrenner 76 für dessen Betrieb erforderliche
Brennerluft zugeführt. Somit ist das Heizmedium der indirekten Heizeinrichtung 72
ebenfalls ein Heizgas.
[0043] Dieses Heizgas wird über eine Heizgasleitung 82 zur Trommelwand 24 der Ofentrommel
14 geleitet, an der es außen entlang strömen kann. Wie wieder in Figur 2 gezeigt ist,
ist die Ofentrommel 14 von einem Ringraum 84 umgeben, der dadurch gebildet ist, dass
ein Hüllrohr 86 koaxial zur Ofentrommel 14 angeordnet ist.
[0044] Das Hüllrohr 86 umfasst einen Eingangsanschluss 88 und einen Ausgangsanschluss 90
für Heizmedium, so dass der Ringraum 84 dem Heizgas des zweiten Gasbrenners 76 einen
Strömungsweg bietet. Der Eingangsanschluss 88 ist an dem Ende des Hüllrohres 86 angeordnet,
welche in Richtung auf den Ausgangsflansch 44 des Drehrohrofens 12 weist. Der Ausgangsanschluss
90 befindet sich an dem Ende des Hüllrohrs 86, das in Richtung auf dessen Eingangsflansch
30 weist. Der Eingangsanschluss 88 ist mit der Heizgasleitung 82 von dem zweiten Gasbrenner
76 verbunden, so dass das von diesem erzeugte Heizgas in einer Gegenstromrichtung
92 außen an der Trommelwand 24 entlang leitbar ist, die von dem Trommelausgang 26
auf den Trommeleingang 28 der Ofentrommel 14 weist.
[0045] Bezogen auf die Förderrichtung 56 des aufzubereitenden Materials und der Strömungsrichtung
42 des Heizgases des ersten Gasbrenners 36 durch den Trommelraum 22 folgt die indirekte
Heizeinrichtung 72 somit dem Gegenstromprinzip.
[0046] Der Ausgangsanschluss 90 des Hüllrohres 86 ist mit einer Rückleitung 94 mit einem
Gebläse 96 verbunden, die am anderen Ende zu einer zweiten einstellbaren Verteilereinheit
98 führt, die in Figur 1 gezeigt ist und zu der das Heizgas des zweiten Gasbrenners
76 nach Durchströmen des Ringraums 84 gelangt.
[0047] Diese kann das verbrauchte Heizgas vollständig oder teilweise in die Luftleitung
80 für den zweiten Gasbrenner 76 ableiten oder ganz oder teilweise über eine Leitung
100 abführen.
[0048] Die zweite Verteilereinheit 98 kann der Luftleitung 80 Frischluft aus einer Frischluftleitung
102 mit einem Frischluftgebläse 104 zuleiten, so dass eine einstellbare Mischung aus
verbrauchten Heizgas aus dem Ringraum 84 und Frischluft durch die Luftleitung 80 als
Verbrennungsluft zu dem zweiten Gasbrenner 76 gelangt.
[0049] Darüber hinaus zweigt von der Rückleitung 94 für das verbrachte Heizgas des zweiten
Gasbrenners 76 eine Brenngasleitung 106 zum Gasbrenner 76 ab, durch die dieses Heizgas
als Brenngas in den Brennraum 76a des Gasbrenners 76 geführt werden kann.
[0050] Damit nun die Trommelwand 22 der Ofentrommel 14 gleichmäßig von dem Heizgas des zweiten
Gasbrenners 76 umströmt werden kann, ist in dem Ringraum 84 eine wendelförmige Leitstruktur
108 angeordnet, so dass das Heizgas wendelförmig von dem Eingangsanschluss 88 zu dem
Ausgangsanschluss 90 und um die Ofentrommel 14 herum strömt. Von der Leitstruktur
108 sind in Figur 2 hinter der Zeichenebene liegende Abschnitte nur teilweise durch
gestrichelte Linien angedeutet.
[0051] Der Wärmeeintrag durch die indirekte Heizeinrichtung 72 in den Trommelraum 22 erfolgt
einerseits über die Trommelwand 24, andererseits auch über die Förderwendel 54, welche
die Wärme von der Trommelwand 24 aufnehmen und an das Material abgeben kann.
[0052] Damit die Ofentrommel 14 auch abrasiven Materialien standhält, sind zumindest die
Trommelwand 22 und/oder die Förderwendel 54 der Ofentrommel 14 aus Stahl gefertigt.
Bei dem vorliegend erläuterten Betriebskonzept kann der Drehrohrofen 12 als Vollstahl-Schweißkonstruktion
ausgebildet sein.
[0053] Wie eingangs erläutert wurde, kann bei dem Drehrohrofen 12 die Betriebstemperatur
in der Ofentrommel 14 gleichmäßig auf einer moderaten Temperatur gehalten werden.
Hierdurch bleibt auch der Volumenstrom der erzeugten Rauchgase verhältnismäßig klein,
wodurch auch deren Strömungsgeschwindigkeit geringer ausfällt.
[0054] Es lassen sich Materialtemperaturen erzielen, welche nur 100°C unter der maximalen
Heizgastemperatur liegen. Dadurch, dass in dem Trommelraum 22 eine weitgehend gleichmäßig
verteilte Temperatur herrscht, bewegt sich das Material über einen großen Förderabschnitt
bei derjenigen Temperatur, mit der das Material die Ofentrommel 14 verlassen soll.
[0055] Die Temperatur in dem Trommelraum 22, die Fördergeschwindigkeit und die damit gekoppelte
Verweilzeit des Materials in dem Trommelraum 22 sowie der Sauerstoffüberschuss kann
zudem in einfacher Weise an des aufzubereitende Material angepasst werden, indem die
direkte und die indirekte Heizeinrichtung 68 und 72 des Heizsystems 70 aufeinander
abgestimmt werden.
1. Verfahren zum thermischen Aufbereiten eines Materials, insbesondere von Gießereialtsand
oder von Straßenaufbruchmaterial, in einem Drehrohrofen (12) mit einer drehbaren Ofentrommel
(14), deren Trommelwand (24) einen beheizbaren Trommelraum (22) begrenzt, durch den
das Material von einem Trommeleingang (26) zu einem Trommelausgang (28) der Ofentrommel
(14) gefördert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Trommelraum (22) direkt beheizt wird, indem ein Heizgas in den Trommelraum
(22) geleitet wird;
b) der Trommelraum (22) indirekt beheizt wird, indem die Trommelwand (24) wenigstens
bereichsweise erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizgas an dem Trommeleingang (26) der Ofentrommel (14) in den Trommelraum (22)
geleitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommelwand (24) erwärmt wird, indem ein Heizmedium von außen an die Trommelwand
(24) geleitet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizmedium in einer Richtung von dem Trommelausgang (28) auf den Trommeleingang
(26) der Ofentrommel (14) außen an der Trommelwand (24) entlang geleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizmedium durch einen die Ofentrommel (14) umgebenden Ringraum (84) geleitet
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ofentrommel (14) verwendet wird, von der zumindest die Trommelwand (24) und/oder
eine Förderstruktur (52) an der Innenmantelfläche der Trommelwand (24) aus Stahl sind.
7. Anlage zum thermischen Aufbereiten eines Materials, insbesondere von Gießereialtsand
oder von Straßenaufbruchmaterial, welche umfasst
a) einen Drehrohrofen (12) mit einer drehbaren Ofentrommel (14), deren Trommelwand
(24) einen beheizbaren Trommelraum (22) begrenzt, durch den das Material von einem
Trommeleingang (26) zu einem Trommelausgang (28) der Ofentrommel (14) förderbar ist;
b) ein Heizsystem (70), mittels welchem der Trommelraum (22) beheizbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
c) das Heizsystem (70) eine erste, direkte Heizeinrichtung (68) umfasst, mittels welcher
der Trommelraum (68) direkt beheizbar ist, indem ein Heizgas erzeugbar und in den
Trommelraum (22) leitbar ist;
d) das Heizsystem (70) eine zweite, indirekte Heizeinrichtung (72) umfasst, mittels
welcher der Trommelraum (22) indirekt beheizbar ist, indem die Trommelwand (24) wenigstens
bereichsweise erwärmbar ist.
8. Anlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die direkte Heizeinrichtung (68) eine Brennereinheit (34) umfasst, die an dem Trommeleingang
der Ofentrommel angeordnet ist, so dass Heizgas dort in den Trommelraum geleitet wird.
9. Anlage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die indirekte Heizeinrichtung (72) eine Brennereinheit (74), durch die ein Heizmedium
erzeugbar ist, und wenigstens eine Leitung (82) umfasst, durch welche das Heizmedium
von außen an die Trommelwand (24) leitbar ist.
10. Anlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die indirekte Heizeinrichtung (72) einen Strömungsweg (84) umfasst, durch welchen
das Heizmedium in Richtung von dem Trommelausgang (28) auf den Trommeleingang (26)
der Ofentrommel (12) außen an der Trommelwand (24) entlang leitbar ist.
11. Anlage nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die indirekte Heizeinrichtung (72) ein Hüllrohr (86) mit einem Eingangsanschluss
(88) für Heizmedium und einem Ausgangsanschluss (90) für Heizmedium umfasst, welches
derart koaxial zur Ofentrommel (14) angeordnet ist, dass ein die Ofentrommel (14)
umgebender Ringraum (84) ausgebildet ist, durch welchen Heizmedium der indirekten
Heizeinrichtung (72) leitbar ist.
12. Anlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Ringraum (84) eine wendelförmige Leitstruktur (108) angeordnet ist, so dass
das Heizmedium wendelförmig von dem Eingangsanschluss (88) zu dem Ausgangsanschluss
(90) und um die Ofentrommel (14) herum strömt.
13. Anlage nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass von der Ofentrommel (14) zumindest die Trommelwand (24) und/oder eine Förderstruktur
(52) an der Innenmantelfläche der Trommelwand (24) aus Stahl sind.