[0001] Die Erfindung betrifft ein mehrlagiges Etikett gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, umfassend eine obere Lage mit mindestens einem von außen sichtbaren Informationsfeld
sowie mindestens eine weitere untere Lage mit weiteren Informationsfeldern und ein
Verfahren zu dessen Herstellung.
[0002] Etiketten sind weit verbreitet und dienen der Kennzeichnung von Produkten des täglichen
Lebens, wie auch Waren für den gewerblichen Gebrauch. Ein solches Etikett enthält
die verschiedensten Informationen, u.a. den Produktnamen, den Hersteller und Verkaufspreis,
darüber hinaus sind in vielen Fällen gesetzlich vorgeschriebene Inhaltsstoffe und
Sicherheitshinweise anzugeben. Will ein Hersteller seine Produkte in mehreren Ländern
anbieten, so müssen diese Hinweise für die Käufer in verschiedenen Sprachen lesbar
sein. Einige Sicherheitshinweise oder Qualitätsstandards lassen sich über allgemein
verständliche Symbole darstellen, andere Hinweise müssen in die entsprechenden Sprachen
übersetzt werden. Für ein in der Europäischen Union vertriebenes Produkt sind so neben
den deutschen Textinformationen gleichlautende Informationen für derzeit weitere 27
Länder in den entsprechenden Sprachen notwendig. Bei ausreichend großen Produkten
lässt sich dieses durch eine Vergrößerung des Etiketts leicht bewerkstelligen. Bei
anderen Produkten ist die Größe des Etiketts durch die Gebindegröße vorgegeben. Dies
trifft insbesondere bei losen Waren zu, die in vorgegebenen Gebinden im Handel angeboten
werden, beispielsweise Flüssigkeiten in Flaschen bzw. chemische Erzeugnisse, Farben
und Lacke in Dosen. Bei diesen Produkten kann die Größe des für das Etikett zur Verfügung
stehenden Platzes nicht verändert werden. In diesen Fällen müssten für die verschiedenen
Länder unterschiedliche Etiketten gedruckt werden. Dies bedeutet für den Hersteller
einen zusätzlichen Aufwand, der mit hohen Kosten verbunden ist.
[0003] Aus der
EP 1 594 106 B 1 sind bereits Etiketten bekannt, die mindestens zweilagig ausgeführt sind, wobei
eine obere Lage eine untere Lage des Etiketts verdeckt. Informationen können dann
wie gewohnt auf der oberen Lage angebracht werden, aber auch auf der unteren Lage
und auf der Rückseite der oberen Lage, da man die untere Lage und die Rückseite durch
Abreißen einer beidseitig perforierten Aufreißlasche zugänglich machen kann. Es ist
auch möglich die obere Lage nach dem Abruf der Informationen über eine lösbare Klebeverbindung
wieder mit der unteren Lage zu verbinden. Wird dies jedoch durchgeführt, entsteht
an der Stelle, an der sich die Aufreißlasche befunden hat, eine unschöne Abrisskante.
Dies ist optisch unattraktiv und hinterlässt beim Verbraucher einen unangenehmen,
verbrauchten Eindruck. Darüber hinaus muss die Aufreißlasche separat entsorgt werden,
was für den Verbraucher lästig ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein verbessertes mehrlagiges Etikett zur Verfügung
zu stellen, welches keine Aufreißlasche o.ä. besitzt, so dass beim Öffnen des Etiketts
kein Müll anfällt und es beim Wiederverschließen einen guten optischen Gesamteindruck
hinterlässt.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Etikett mit den Merkmalen des Kennzeichens von Anspruch
1 gelöst. Das erfindungsgemäße Etikett besteht aus mehreren Lagen. Die obere Lage
entspricht dem bekannten Etikett, welches mindestens ein Informationsfeld besitzt,
vorzugsweise mehrere Informationsfelder, nämlich für einen verkaufsfördernd gestalteten
Bereich mit dem Produktnamen, dem Herstellernamen sowie dem Logo und für einen weiteren
Bereich mit technischen Informationen, wie z.B. Inhaltsstoffe, Sicherheitshinweise,
beispielsweise in zehn Sprachen. Des Weiteren besitzt das Etikett eine weitere Lage,
die sich unterhalb der oberen Lage befindet und mit dieser über eine Klebeverbindung
verbunden ist. Diese untere Lage wird im Normalfall von der oberen Lage abgedeckt,
kann jedoch im Bedarfsfall, durch vorgesehene Öffnungsmittel, in Form einer Perforation,
zugänglich gemacht werden. Die dann sichtbaren Informationsfelder der unteren Lage
und eventuell auf der Rückseite der oberen Lage weisen vorzugsweise weitere technische
Hinweise in weiteren Sprachen auf. Die Perforation ist dabei als einzelne gerade Schneidlinie
mit Schwachstellen ausgebildet. Im Bedarfsfall können diese Schwachstellen gebrochen
werden und die obere Lage lässt sich ablösen. Die dabei entstehende Außenkante ist
gerade und nicht gezackt. Die lösbaren Klebeverbindungen sind außerhalb der Informationsfelder
vorgesehen und ermöglichen ein Öffnen und Wiederverschließen der oberen Lage des Etiketts.
Eine Abreißlasche o.ä. ist nicht vorgesehen, so dass ein Wiederverschlossenes Etikett
den gleichen optischen Gesamteindruck hervorruft wie ein ungeöffnetes Etikett.
[0006] Bei besonders kleinen Etiketten kann auch mehr als eine untere Lage vorgesehen werden,
d.h. es können beispielsweise zwei Lagen unterhalb der oberen Lage angeordnet sein.
Darüber hinaus ist es auch möglich, insbesondere bei Dosenbanderolen, mehrere benachbarte
untere Lagen vorzusehen, wobei vorzugsweise zwischen diesen Lagen ein Spalt angeordnet
wird. Dieser Spalt verhindert, dass sich Spannungen bei dem auf der Dose aufgeklebten
Etikett aufbauen können, die zum Ablösen des Etikettes führen könnten.
[0007] Selbstverständlich können beliebige Informationen auf derartigen Etiketten angeordnet
werden. Die vorliegende Erfindung bezieht sich bevorzugt auf Nassleimettiketten, kann
aber auch anderweitig Verwendung finden.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform besitzen die obere und untere Lage die gleiche
Größe. Dies vereinfacht den Fertigungsprozess. In dem Fall, wo nicht die gesamte Größe
der unteren Lage für Informationsfelder benötigt wird, kann auch nur ein begrenzter
Bereich der unteren Lage zugänglich gemacht werden. Dies wird durch das Anordnen der
Verbindungsstellen zwischen den Lagen realisiert. Im vorliegenden Fall werden die
Lagen durch Kleben verbunden. Diese Klebeverbindungen befinden sich in Bereichen außerhalb
der Informationsfelder der unteren Lage. Es sind zum einen permanente Klebeverbindungen
vorgesehen, beispielsweise im Randbereich beider Lagen, zumindest an einem Seitenrand,
zum anderen existiert aber auch eine Verbindung der Lagen durch lösbare Klebeverbindungen.
Permanente Klebeverbindungen haben den Vorteil, dass beide Lagen beim Abklappen der
oberen Lage von der unteren Lage miteinander verbunden bleiben. In diesem Fall kann
beispielsweise auch die Rückseite der oberen Lage mit Informationsfeldern versehen
sein.
[0009] Eine Ausführungsform besitzt permanente Klebeverbindungen an zwei gegenüberliegenden
Seitenkanten des Etikettes und benachbart zur Schneidlinie auch lösbare Klebeverbindungen
in Form von Leimpunkten. Diese Leimpunkte werden vorzugsweise auf der Unterseite der
oberen Lage vorgesehen. Beim Abklappen bleibt die obere Lage mit der unteren Lage
verbunden. Sie kann jedoch an der Schneidlinie mit Hilfe der Schwachstellen geöffnet
und soweit von der unteren Lage abgehoben werden, dass die Informationsfelder der
unteren Lage sichtbar werden. Nach Studium der Information kann die untere Lage wieder
durch die obere Lage abgedeckt werden. Eine solche Ausführungsform hat den Vorteil,
dass die untere Lage aus einem preiswerten Material hergestellt werden kann und ausschließlich
die obere Lage mit einer Schutzschicht versehen wird. Durch das Wiederverbinden der
oberen Lage mit der unteren Lage bleiben auch die Sicherheitshinweise und Informationen
auf den Informationsfeldern der unteren Lage beim Handling der Ware geschützt. Darüber
hinaus hat nach dem Wiederverbinden der beiden Lagen das Etikett noch das gleiche
Aussehen wie vorher.
[0010] Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführungsform besitzt zwei benachbart angeordnete
untere Lagen, die jeweils an ihrem linken Seitenrand eine permanente Klebeverbindung
mit der oberen Lage besitzen, die gegebenenfalls auch benachbart zur Schneidlinie
liegt, wenn die entsprechende untere Lage Informationsfelder besitzt. Zwischen der
Öffnungsstelle und den Informationsfeldern kann in gleicher Weise wie oben beschrieben
eine lösbare Klebeverbindung in Form von Leimpunkten vorgesehen werden. Auf eine permanente
Klebeverbindung am rechten Seitenrand des Etiketts kann verzichtet werden, wenn eine
Aussparung an diesem Seitenrand vorgesehen wird. Auf diese Weise wird beim Anbringen
des Etikettes, beispielsweise einer Dosenbanderole an der Dose, durch Beleimen der
Rückseite des Etikettes eine Verbindung zwischen dieser Rückseite und der Dose sowie
gleichzeitig eine Verbindung zwischen den überlappenden Seitenrändern, d.h. der Oberfläche
des linken Seitenrand der oberen Lage mit den Rückseiten der rechten Seitenrändern
sowohl der unteren als auch der oberen Lage, erzielt.
[0011] Um Zugang zu den Informationsfeldern der unteren Lage und/oder den Informationsfeldern
auf der Rückseite der oberen Lage zu erhalten, muss in der oberen Lage eine Schneidlinie
vorgesehen sein, um einen Teil der oberen Lage von der unteren Lage abzuziehen. Will
man die gesamte obere Lage entfernen, kann als Hilfsmittel eine die untere Lage überragende
Lasche an der oberen Lage vorgesehen sein.
[0012] Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand von zeichnerisch veranschaulichten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Etikett,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Etiketts gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf das geöffnete Etikett gemäß Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Rückansicht eines erfindungsgemäßen Etiketts,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Etiketts gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf ein weiteres erfindungsgemäßes Etikett.
[0013] Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen mehrlagigen Etiketts 10 ist in den
Fig. 1 bis 3 dargestellt. In der Fig. 1 sieht man die obere Lage 20 des Etiketts 10
mit den Informationsfeldern 21, 22, 23. Diese Informationsfelder 21, 22, 23 können
für unterschiedliche Informationen und Hinweise dienen. Handelt es sich, wie in diesem
Ausführungsbeispiel, um eine Dosenbanderole, so wird vorzugsweise ein großes Feld
21 als verkaufsfördernder Blickfang gestaltet, vorzugsweise enthaltend die Bezeichnung
des Produktes und den Herstellernamen sowie die Abfüllmenge. Bei einem bekannten Markenprodukt
wird des Weiteren ein Bereich des Informationsfeldes 21 für den Markennamen bzw. das
Logo 27 verwendet.
[0014] Dieser Teil des Etiketts 10 stellt bei einer Dose die Vorderseite dar, die in einem
Verkaufsregal den Kunden anlocken soll. In der Regel ist dieser Bereich des Etiketts
besonders aufwendig gestaltet durch ein ansprechendes Design und möglicherweise durch
Verwendung von unterschiedlicher Farben und Lackierungen. Die rechte Seite des Etiketts
10 bildet die Rückseite der Dose und ist in diesem Beispiel in zwei Informationsfelder
22 und 23 für insbesondere technische Informationen aufgeteilt. Das Informationsfeld
22 kann beispielsweise verschiedene standardisierte Symbole enthalten, die Hinweise
geben, wie mit dem Inhalt der Dose verfahren werden soll. Des Weiteren bildet das
Informationsfeld 22 Platz für eine Strichkodierung. In einem weiteren Informationsfeld
23 können entsprechende Gebrauchshinweise zum sicheren Umgang für den Anwender aufgeführt
sein und/oder die Zusammensetzung des in der Dose eingefüllten flüssigen, pastösen
oder pulverförmigen Produktes angegeben sein. Da solche Sicherheitshinweise für jeden
Anwender verständlich sein müssen, sind diese Hinweise im Informationsfeld 23 in verschiedenen
Sprachen aufgeführt, dies ist durch die Symbole D für Deutsch, F für Französisch,
NL für Holländisch, DK für Dänisch, I für Italienisch, GB für Englisch, E für Spanisch
und SE für Schwedisch in der Fig. 1 angedeutet. Selbstverständlich können die vorgenannten
Informationen beliebig auf der Sichtseite der oberen Lage 20 des Etiketts angeordnet
sein, je nach Wunsch des Herstellers.
[0015] Diese obere Lage 20 des Etiketts besteht vorzugsweise aus einem hochwertigen Material,
beispielsweise einem Spezialpapier, welches mit einer Schutzbeschichtung versehen
ist oder aus einer hochwertigen Folie. Bei dieser Schutzschicht kann es sich um eine
Lackschicht handeln, die dafür sorgt, dass die durch ein Druckverfahren aufgebrachte
Beschriftung des Etiketts auch bei Einwirkung von Feuchtigkeit oder chemischen Substanzen
möglichst lange erhalten bleibt.
[0016] Der Fig. 2 ist zu entnehmen, dass dieses Etikett 10 aus zwei Lagen besteht, einer
oberen Lage 20 und einer unteren Lage 30. Beide Lagen 20, 30 haften aneinander, dafür
sorgen Klebeverbindungen 25, 26. Bei den Klebeverbindungen 25 handelt es sich vorzugsweise
um permanente Klebeverbindungen 25, die nur unter Zerstörung des Verbundes gelöst
werden kann. Diese Klebeverbindungen 25 sind im Randbereich des Etikettes 10 vorgesehen,
in der Fig. 1 durch die gestrichelten Linien angedeutet. Neben den Klebeverbindungen
25 an den Rändern zu den Seitenkanten 28 und 29 des Etiketts 10 ist eine weitere Klebeverbindung
25 benachbart zur Schneidlinie 24 angeordnet.
[0017] Diese Schneidlinie 24 verläuft über die gesamte Breite des Etiketts 10 und wird durch
Durchbrüche mit dazwischen liegenden Schwachstellen gebildet, die ausschließlich in
der oberen Lage 20 vorgesehen sind. Durch das Durchbrechen dieser Schwachstellen erhält
man Zugang zu den Informationsfeldern 31, 32 der unteren Lage 30. In diesem Beispiel
sind keine Informationsfelder auf der Rückseite der oberen Lage vorgesehen, was bei
größerem Informationsumfang möglich wäre.
[0018] Diese Informationsfelder 31, 32 können die Informationen der Informationsfelder 22
und/oder 23 enthalten, jedoch in weiteren Sprachen. Im Informationsfeld 32 der Fig.
3 ist dies durch die Zeichen CZ für Tschechisch, GR für Griechisch, H für Ungarisch,
RO für Rumänisch und P für Portugiesisch angedeutet. Um bei geschlossenem Etikett
sofort zu wissen, dass zusätzliche Informationen auf der unteren Lage 30 in einer
gewünschten Sprache zu finden sind, können diese Sprachkürzel auch zusätzlich neben
der Schneidlinie vermerkt werden. Dann ist für jeden Nutzer offensichtlich, welche
zusätzlichen Informationen auf den Informationsfeldern 31, 32 der unteren Lage 30
zu erwarten sind.
[0019] Im Beispiel der Fig. 3 wird ausschließlich eine Hälfte der oberen Lage 20 durch die
Schneidlinie von der unteren Lage 30 abgehoben. Sie wird nicht vollständig entfernt,
da an der Seitenkante 29 die permanente Klebeverbindung 25 angeordnet ist. Auf diese
Weise gehen die Informationen auf der oberen Lage 20 des Etiketts 10 beim Öffnen des
Etiketts 10 nicht verloren. Die untere Lage 30 kann aus einem preiswerten Material
hergestellt werden, beispielsweise aus einem entsprechenden Papier oder einer billigen
Folie. Die obere Lage 20 ist so ausgerüstet, dass sie beim Abdecken der unteren Lage
30 sich wieder mit dieser verbindet, und zwar über die lösbare Klebeverbindung 26,
hier in der Fig. 3 angedeutet durch Leimpunkte. Diese können entweder auf der Unterseite
der oberen Lage 20 oder auf der unteren Lage 30, vorzugsweise außerhalb der Informationsfelder
31, 32 vorgesehen sein.
[0020] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Etiketts
10'. Die obere Lage 20 wurde gegenüber dem vorbeschriebenen Beispiel, gezeigt in den
Fig. 1 bis 3, nicht verändert. Jedoch wird keine zur oberen Lage 20 gleich große untere
Lage 30, sondern es werden zwei benachbart angeordnete untere Lagen 30' und 30" vorgesehen,
die nicht die gesamte Rückseite der oberen Lage 20 bedecken. Zwischen beiden unteren
Lagen 30' und 30" ist ein Spalt 33 vorgesehen und am rechten Seitenrand der unteren
Lage 30" eine Aussparung 34. Dieser Spalt 33 soll insbesondere bei Etiketten 10',
die nicht auf ebene Oberflächen einer Ware aufgebracht werden, den Aufbau von Spannungen,
die zum Ablösen des Etikettes 10' führen können, verhindern. Wird ein Etikett 10 mit
einer oberen Lage 20 und einer unteren Lage 30 gleicher Größe sowie mit permanenten
Klebeverbindungen 25 in den Randbereichen, gezeigt in den Fig. 1 bis 3, beispielsweise
als Dosenbanderole eingesetzt wird, so werden sich nach Befestigung des Etiketts 10
um die Dose die Seitenränder der oberen Lage 30 überlappen, so dass diese obere Lage
30 fest an der Dose anliegt. Die untere Lage 30 würde bei einer solchen Verbindung
sich überlappender Seitenränder, bei der sich aus dem ebenen Etikett 10 ein Zylinder
bildet, in den Bereichen, wo die untere Lage 30 nicht mit der oberen Lage 20 verbunden
ist, in den Zylinderinnerraum ausweichen, da sich für die untere, nunmehr innere,
Lage 30 ein geringerer Umfang als für die obere, äußere Lage 20 ergibt. Diese Ausweichmöglichkeit
ist bei der Verbindung des Etiketts 10 mit der Dose nicht vorhanden. Dies führt zum
Aufbau von Spannungen. Beim Vorhandensein eines Spaltes 33 hat die untere Lage 30'
eines als Dosenbanderole aufgebrachten Etiketts 10' die Möglichkeit in Richtung des
Spaltes 33 auszuweichen, d.h. der Spalt 33 verkleinert sich beim Umlegen des Etiketts
10' um die Dose.
[0021] Ein solcher Spalt 33 wird vorzugsweise bei mehreren benachbart angeordneten unteren
Lagen 30', 30" jeweils zwischen diesen, also z.B. rechts von jedem Seitenrand einer
unteren Lage 30', 30" und dann auch am äußeren rechten Seitenrand angeordnet. Im Beispiel
der Fig. 4 und 5 ist am äußeren rechten Seitenrand, dem rechten Seitenrand der unteren
Lage 30", eine Aussparung 34 vorgesehen. Durch diese Aussparung wird einen Teil der
Rückseite der oberen Lage 20 sichtbar. Diese Aussparung 34 ist insbesondere im mittleren
Bereich des Seitenrandes vorgesehen und besitzt vorzugsweise eine Breite, die einer
möglichen Überlappung der Seitenränder bei Anwendung als Dosenbanderole entspricht.
Im oberen und unteren Bereich befindet sich ein Spalt von geringerer Breite zwischen
den Begrenzungsrändern 35 der unteren Lage 30" und dem rechten Rand des Etiketts 10',
der durch die obere Lage 20 gebildet ist. Dieser Spalt hat die gleiche Funktion wie
der Spalt 33. Die Aussparung 34 dient dazu, dass auf eine Klebeverbindung zwischen
der unteren Lage 30" und der oberen Lage 20 am rechten Rand verzichtet werden kann.
Beim Beleimen der Rückseite des Etikettes 10' wird sowohl die Rückseite der unteren
Lagen 30', 30" als auch die Rückseite der oberen Lage 20 im Bereich des Spaltes 33
und des rechten Seitenrandes befeuchtet. Beim Anbringen des Etikettes 10' an der Dose
kann sich einerseits der rechte Rand der unteren Lagen 30', 30" in Richtung Spalt
33 bzw. Aussparung 34 verschieben und andererseits wird eine Verbindung zwischen der
Rückseite des Etikettes 10' und der Dose sowie gleichzeitig eine Verbindung zwischen
den überlappenden Seitenrändern, d.h. der Oberfläche des linken Seitenrand der oberen
Lage 20 mit den Rückseiten der rechten Seitenrändern sowohl der unteren 30" als auch
der oberen Lage 20, erzielt.
[0022] In der Fig. 4 ist gezeigt, dass es beabsichtigt ist, nur einen Teil der oberen Lage
20 von der unteren Lage 30" abzuheben. Die untere Lage 30' besitzt in diesem Beispiel
keine Informationsfelder. Um die Hälfte der oberen Lage 20 abzuheben, ist wiederum
eine Schneidlinie vorgesehen. Die abgehobene Hälfte der oberen Lage 20 wird nicht
vollständig entfernt, wenn das Etikett 10' über die vorbeschriebene Leimung an der
Dose befestigt ist, da der Bereich, der die Aussparung 34 abdeckt, eine Verbindung
zur Dose oder mit dem gegenüberliegenden Seitenrand herstellt. Auf diese Weise gehen
die Informationen auf der oberen Lage 20 des Etiketts 10 beim Öffnen des Etiketts
10' nicht verloren und das Etikett 10 erhält nach dem Wiederverschließen wieder sein
ursprüngliches Aussehen. Die untere Lage 30" ist so ausgerüstet, dass sie sich aufgrund
einer lösbaren Klebeverbindung 26' beim Abdecken wieder mit der oberen Lage 20 verbindet.
Diese Klebeverbindung 26' ist rechts von der Schneidlinie 24 und links, d.h. außerhalb,
der Informationsfelder der unteren Lage 30" angeordnet. Links von der Schneidlinie
24 ist eine permanente Klebeverbindung 25' zu finden, die den linken Seitenrand der
rechten unteren Lage 30" mit dem rechten Seitenrand der nicht abgehobenen linken Hälfte
der oberen Lage 20 verbindet.
[0023] Sind auf beiden unteren Lagen 30' und 30" Informationsfelder vorgesehen, kann eine
weitere Schneidlinie 24 in der oberen Lage 20 angeordnet werden.
[0024] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis Fig. 5 wird nur ein Teil
der oberen Lage 20 von der unteren Lage 30, 30" abgehoben. Bei kleineren Etiketten
kann es auch notwendig sein, dass der gesamte Bereich der unteren Lage für Informationsfelder
zur Verfügung stehen muss. In diesem Fall kann, wie in der Fig. 6 gezeigt, die Schneidlinie
24 im Bereich einer Seitenkante, hier der Seitenkante 28, vorgesehen sein. Durch das
Öffnen der Schneidlinie 24 wird der gesamte Bereich der unteren Lage 30 sichtbar und
kann als Informationsträger dienen.
[0025] Die gezeigten Ausführungsformen des Etiketts 10, 10' geben den Gegenstand der Erfindung
nur beispielsweise wieder. Es ist selbstverständlich auch denkbar, andere Etikettenformen
zu wählen, die Schneidlinie in anderen Bereichen anzuordnen oder mehrere Schneidlinien
vorzusehen. Auch ist die Anordnung der Klebestellen beliebig wählbar. Bevorzugt sind
Ausführungsformen, wo permanente und/oder lösbare Klebeverbindungen außerhalb der
Informationsfelder 31, 32 der unteren Lage 30, 30" vorgesehen werden oder es wird
ein durchsichtiger Klebstoff für die lösbaren Klebeverbindungen bevorzugt. Des Weiteren
ist es möglich, mehrere untere Lagen 30 untereinander unterhalb der oberen Lage 20
anzuordnen. Der Zugang zu den Informationen dieser einzelnen Lagen erfolgt entweder
durch das einmalige Öffnen der Schneidlinie 24 in der oberen Lage 20 oder es sind
weitere Öffnungsmöglichkeiten in den unter der oberen Lage 20 angeordneten Lagen vorgesehen.
[0026] Ein auf diese Weise hergestelltes Etikett bietet bei gleichen Maßen mehr Platz für
Informationen, insbesondere können bedeutend mehr technische Daten und Hinweise auf
dem Etikett untergebracht werden, ohne dass der gestalterische Blickfangbereich (Informationsfeld
21), der bei einer Dose die Vorderseite bildet, eingeschränkt werden muss. Es ist
ausreichend Platz für weitere Informationsfelder auf der Rückseite der oberen Lage
und auf der unteren Lage vorhanden. Das Mehr an Informationen wird auch nicht durch
ein wesentlich aufwendigeres und damit teureres Etikett erkauft, da die untere Lage
als zusätzlicher Informationsträger aus einem preiswerten Material herstellbar ist.
Außerdem kann nach der Inspektion der auf der unteren Lage angeordneten Informationen
die obere Lage wieder auf die untere Lage mittels der lösbaren Klebeverbindungen aufgeklebt
werden, derart dass der gleiche optische Gesamteindruck der Dose entsteht, wie vor
dem Öffnen der Schneidlinie.
[0027] Die Herstellung erfolgt beispielsweise dadurch, dass wie bei bekannten Etiketten
eine Lage Spezialpapier oder Folie durch ein Offsetverfahren bedruckt wird. Dies stellt
beim fertigen Etikett 10 die oberen Lage 20 dar. In einem zweiten Verfahrensschritt
werden eine oder mehrere Schneidlinien 24 in die obere Lage 20 eingebracht und auf
der Unterseite der oberen Lage 20 die entsprechenden Klebestellen 25, 26 vorgesehen,
so dass in einem dritten Verfahrensschritt die zweite Lage 30 an der oberen Lage 20
befestigt werden kann.
[0028] Bei dem Offsetdruckverfahren der oberen Lage 20 kann es sich um ein bekanntes Offlineverfahren,
nämlich das Auftragen von konventioneller Öldruckfarbe handeln, die dann anschließend
mit einer UV-Lackschicht zum Schutz überdeckt wird. Auch können für ein bestimmtes
Design partielle Lackierungen auf der Sichtseite vorgenommen werden.
[0029] Denkbar ist auch ein Inlineverfahren zum Bedrucken, bei welchem Hybriddruckfarben
für UV-Trocknung auf die obere Lage 20 aufgebracht werden. Diese Hybridfarben härten
durch UV-Strahlen aus, so dass in einem Verfahrensschritt das Druckbild und die Schutzschicht
aufgetragen werden. Egal mit welchem Verfahren und wie aufwendig die obere Lage des
Etiketts gestaltet wird, für das mehrlagige Etikett ist nur ein geringer Mehraufwand,
nämlich das Einbringen der Perforation 24 und das Hinterkleben dieser oberen Lage
20 mit einer preiswerten bedruckten unteren Lage 30 durchzuführen.
[0030] Das Bedrucken der Etikettenlagen ist nicht auf Offsetdruckverfahren beschränkt. Wahlweise
können auch andere bekannte Druckverfahren zum Bedrucken der Lagen der Etiketten eingesetzt
werden.
[0031] Die Anwendung dieser Etiketten ist nicht beschränkt. Vorteilhaft lassen sie sich
jedoch dort einsetzen, wo für ein Etikett nur ein beschränkter Platz auf den Waren
oder Produkten vorhanden ist, beispielsweise auf standardisierten Verpackungen, wie
beispielsweise Dosen oder Flaschen. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz bei Nassleimetiketten.
Die Erfindung kann jedoch auch bei selbstklebenden Etiketten Anwendung finden.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 10,10'
- Etikett
- 20
- obere Lage
- 21
- Informationsfeld
- 22
- Informationsfeld
- 23
- Informationsfeld
- 24
- Öffnungsmittel, Schneidlinie
- 24,25'
- Klebeverbindung, permanent
- 26,26'
- Klebeverbindung, lösbar
- 27
- Logo
- 28
- Seitenkante
- 29
- Seitenkante
- 30,30',30"
- untere Lage
- 31
- Informationsfeld
- 32
- Informationsfeld
- 33
- Spalt
- 34
- Aussparung
- 35
- Begrenzungsrand
1. Etikett zur Anbringung auf einem Produkt umfassend eine obere Lage (20) mit Informationsfeldern,
wobei mindestens ein von außen sichtbares Informationsfeld (21, 22, 23) vorhanden
ist,
sowie mindestens eine weitere untere Lage (30) mit mindestens einem Informationsfeld
(31, 32),
wobei die Rückseite der unteren Lage (30) zur Festlegung am Produkt dient,
wobei die untere Lage (30) unter der oberen Lage (20) angeordnet ist sowie von dieser
oberen Lage (20) im geschlossenen Zustand abgedeckt ist,
wobei die Lagen (20, 30) bereichsweise über lösbare Klebverbindungen (26) miteinander
verbunden sind, wobei in die obere Lage (20) eine einreihige Perforation als Öffnungsmittel
eingebracht ist
und im geöffneten Zustand durch Abklappen zumindest eines Teils der oberen Lage (20)
Zugang zu den von außen nicht sichtbaren Informationsfeldern auf der Rückseite der
oberen Lage (20) und/oder zu den von außen nicht sichtbaren Informationsfeldern (31,
32) der unteren Lage (30) ermöglicht wird
wobei zur Verbindung der Lagen (20, 30) permanente Klebeverbindungen (25) und/oder
lösbare Klebeverbindungen (26) vorgesehen sind
dadurch gekennzeichnet,
dass die Perforation als gerade Schneidlinie mit Schwachstellen ausgeführt ist,
dass die lösbaren Klebeverbindungen (26) außerhalb der Informationsfelder (31, 32) vorgesehen
sind und ein Abheben der oberen Lage (20) von der unteren Lage (30) sowie ein Wiederverbinden
der Lagen (20, 30) ermöglicht
und dass keine Abreißlasche vorgesehen ist wobei das einmal geöffnete Etikett nach dem Widerverbinden
der Lagen (20, 30) den gleichen optischen Gesamteindruck hervorruft wie ein noch nicht
geöffnetes Etikett.
2. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Lage (20) beim Abklappen mit der unteren Lage (30) mittels permanenter
Klebeverbindungen (25) zwischen den Lagen (20, 30) und mittels permanenter Klebeverbindungen
(25) zwischen wenigstens einer der Lagen (20, 30) und dem Produkt verbunden bleibt.
3. Etikett nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die permanenten Klebeverbindungen (25) vorzugsweise im Randbereich beider Lagen (20,
30) und außerhalb der Informationsfelder (31, 32) vorgesehen sind.
4. Etikett nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Lage (30) die gleiche Größe wie die obere Lage (20) besitzt.
5. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidlinie im Randbereich einer Seitenkante (28) und/oder Seitenkante (29)
der oberen Lage (20) vorgesehen ist, wobei sich zwischen der Schneidlinie und der
Seitenkante (28, 29) eine Klebeverbindung (25) befindet.
6. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidlinie abhängig von der Größe der Informationsfelder (31, 32) im mittleren
Bereich der oberen Lage (20) vorgesehen ist, so dass nach dem Öffnen der Schneidlinie
ausschließlich der Bereich mit den Informationsfelder (31, 32) der unteren Lage (30)
sichtbar wird.
7. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich benachbart zur Schneidlinie eine permanente Klebeverbindung (25) und eine lösbare
Klebeverbindung (26) befinden.
8. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich benachbart zur Schneidlinie an der Unterseite des von der unteren Lage (30)
abgehobenen Teils der oberen Lage (20) Leimpunkte als lösbare Klebeverbindung (26)
befinden.
9. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als eine untere Lage (30) vorgesehen ist, wobei diese unteren Lagen untereinander
angeordnet sind.
10. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als eine untere Lage (30) vorgesehen ist, wobei diese unteren Lagen (30', 30")
nebeneinander angeordnet sind und zwischen diesen unteren Lagen (30', 30") ein Spalt
(33) vorgesehen ist.
11. Etikett nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass am zum Spalt (33) benachbarten Seitenrand der unteren Lage (30') keine Klebeverbindung
zwischen unterer Lage (30') und oberer Lage (20) vorgesehen ist und am zum Spalt (33)
benachbarten Seitenrand der unteren Lage (30") eine permanente Klebeverbindung (25')
zwischen unterer Lage (30") und oberer Lage (20) vorgesehen ist.
12. Etikett nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die permanente Klebeverbindung (25') so angeordnet ist, dass sie parallel zum rechts
liegenden Seitenrand der unteren Lage (30") und parallel zur links angeordneten Schneidlinie
der oberen Lage (20) vorgesehen ist.
13. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Lage (30, 30") an ihrem rechten, äußeren Seitenrand eine Aussparung (34)
besitzt.
14. Etikett nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (34) im mittleren Bereich des Seitenrandes der untere Lage (30, 30")
vorgesehen ist und im oberen bzw. unteren Bereich des Seitenrandes die Begrenzungsränder
(35) der unteren Lage (30, 30") nicht oder nur geringfügig gegenüber dem Seitenrand
der oberen Lage (20) zurückversetzt sind.
15. Etikett nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Lage (30, 30', 30") aus einem preiswerten Material besteht
wobei die obere Lage (20) insbesondere aus einem hochwertigen Material, vorzugsweise
einem Spezialpapier oder einer Folie besteht
und dass die obere Lage (20) bevorzugt mit einer Schutzschicht versehen ist.