[0001] Die hier beschriebenen Ausführungsbeispiele betreffen allgemein eine Anlage zum Bearbeiten
von Elektrokabeln. Diese Ausführungsbeispiele betreffen insbesondere das Abisolieren
eines Elektrokabels.
[0002] Ein bekanntes Elektrokabel hat einen elektrisch leitenden (Innen) Leiter und eine
Isolierhülle aus Kunststoff, die den Leiter entlang seiner Länge umschliesst und elektrisch
isoliert. Der Leiter kann ein Draht oder eine Litze sein. Um das Elektrokabel mit
anderen elektrischen Komponenten (z.B. Stecker, Klemmen) zu verbinden, kann ein Teil
der Isolierhülle an einem Kabelende entfernt werden, damit der blosse Leiter frei
liegt. Der Vorgang des Entfernens der Isolierhülle wird auch als Abisolieren bezeichnet.
[0003] Das industrielle Abisolieren von Elektrokabeln erfolgt üblicherweise in einer speziell
dafür vorgesehenen Kabelbearbeitungsanlage, in der ein Messer einer Abisoliervorrichtung
zuerst im Bereich eines Kabelendes durch die Isolierhülle schneidet und dann das abzutrennende
Stück der Isolierhülle vom Leiter zieht. Während des Abisolierprozesses sollte nach
Möglichkeit der Leiter des Elektrokabels vom Messer nicht berührt bzw. beschädigt
werden.
[0004] Aufgrund von stetig steigenden Qualitätsanforderungen beim maschinell durchgeführten
Abisolierprozess besteht die Notwendigkeit, diesen Abisolierprozess zu überwachen.
Dabei soll zuverlässig detektiert werden, ob ein Leiter eines solchen Elektrokabels
bei diesem Abisolierprozess beschädigt wird. Eine Beschädigung kann darin bestehen,
dass der Leiter mit dem Messer eingeschnitten oder gar durchtrennt wurde.
[0005] DE-A-102007053825 zeigt eine Abisoliervorrichtung für Elektrokabel, die eine kapazitive Sensoreinheit
und ein elektrisch leitfähiges Messer hat. Die kapazitive Sensoreinheit ist mit dem
Messer verbunden und derart ausgebildet, dass eine Berührung des leitfähigen Messers
mit einem Leiter des Kabels anhand einer Kapazitätserhöhung detektiert werden kann.
Die Sensoreinheit hat einen Wechselspannungsgenerator, der ein Sinussignal erzeugt.
Ein Innenwiderstand des Wechselspannungsgenerators bildet mit der gemessenen Kapazität
einen Spannungsteiler, so dass die Sensoreinheit eine Leiterberührung anhand einer
Verringerung der Spannungsamplitude des Sinussignals detektieren kann. Eine solche
Abisoliervorrichtung hat den Nachteil, dass eine
[0006] Berührungsdetektion auf Basis des Sinussignals nur langsam erfolgen kann.
[0007] Aus der
WO 2012/015062 A1 ist ein Verfahren zum Detektieren einer Berührung eines Leiters eines Elektrokabels
in einer Abisoliervorrichtung bekannt geworden. Die Abisoliervorrichtung weist ein
elektrisch leitfähiges Messer auf, das mit einer Sensorschaltung mit demMesser verbunden
ist, wobei die Sensorschaltung eine Impedanz misst, Wenn sich die Impedanz während
des Abzichprozesses ändert, weil ein Messer den Leiter berührt, wird dies als Fehlermeldung
angezeigt.
[0008] In der
US 2010/0181180 A1 ist ein Verfahren mit einer kapazitiven Berührungserfassung unter Verwendung eines
internen Kondensators eines ADC-Umsetzers und einer Spannungsrelerenz beschrieben.
[0009] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine verbesserte Technologie zum Abisolieren
eines Elektrokabels bereitzustellen, die eine schnellere Detektion einer Berührung
des Messers mit dem Leiter ermöglicht.
[0010] Ein Aspekt betrifft daher ein Verfahren gemäß Anspruch 1 zum Detektieren einer Berührung
eines Leiters eines Elektrokabels durch ein elektrisch leitfähiges Messer während
eines Abisolierprozesses in einer Abisoliervorrichtung einer Kabelbearbeitungsanlage,
wobei eine Sensorschaltung über einen Anschluss mit dem Messer verbunden ist, so dass
sich eine Messkapazität ausbildet. Das Verfahren umfasst, ein Bestimmen eines ersten
Kapazitätswerts der Messkapazität während eines ersten Messzykluses, in dem ein Ladungsausgleich
zwischen der Messkapazität und einer Referenzkapazität durchgeführt wird, wobei der
erste Kapazitätswert vor einem Einschneiden in das Elektrokabel bestimmt wird. Das
Verfahren umfasst zudem ein Bestimmen eines Parameters in einem weiteren Messzyklus,
in dem erneut ein Ladungsausgleich zwischen der Messkapazität und der Referenzkapazität
durchgeführt wird, wobei der Parameter bezogen auf den ersten Kapazitätswert eine
Änderung eines Kapazitätswerts der Messkapazität nach dem Einschneiden in das Elektrokabel
anzeigt. Das Verfahren umfasst ausserdem ein Erzeugen eines Signals, wenn die Änderung
grösser als ein festgelegter Schwellenwert ist, wobei das Signal eine Berührung des
Leiters anzeigt.
[0011] Vorteilhaft kann es sein, wenn während dem Abisolierprozess eine Vielzahl weiterer
Messzyklen und bevorzugt eine festgelegte Anzahl von weiteren Messzyklen durchgeführt
wird. Dabei wird bei jedem der weiteren Messzyklen die Bestimmung des Parameters auf
den ersten Kapazitätswert aus dem ersten Messzyklus bezogen. Dadurch, dass für die
weiteren Messzyklen der erste Kapazitätswert aus dem ersten Messzyklus die Bezugsgrösse
bildet, lässt sich eine höhere Empfindlichkeit erreichen. Damit können fehlerhafte
Detektionen (z.B. Fehlermeldungen schon beim Berühren der Isolation) praktisch ausgeschlossen
werden.
[0012] Ein weiterer Aspekt betrifft eine Kabelbearbeitungsvorrichtung gemäß Anspruch 14
mit einer Abisoliervorrichtung zur Ausführung des genannten Verfahrens.
[0013] Die hier beschriebene verbesserte Technologie zum Abisolieren eines Elektrokabels
basiert auf einem Ladungsausgleich, der zwischen elektrischen Komponenten erfolgt,
wenn diese miteinander verbunden werden. In einer Ausgestaltung wird bei dieser Methode
anfangs eine unbekannte Kapazität entladen, und eine bekannte Kapazität wird geladen,
so dass an ihr eine definierte Spannung anliegt. Danach werden die bekannte und unbekannte
Kapazität parallel geschaltet, so dass ein Ladungsausgleich stattfinden kann. Nach
dem Ladungsausgleich liegt an der Parallelschaltung aus bekannter und unbekannter
Kapazität eine geringere Spannung als vorher an, die gemessen wird. Die definierte
Spannung und die gemessene Spannung werden dazu verwendet, um eine Berührung eines
Messers mit dem Leiter oder eine unmittelbare Nähe des Messers zum Leiter festzustellen.
Das Feststellen einer Berührung erfolgt z.B. mittels der Berechnung eines Werts der
unbekannten Kapazität. Werden die Messzyklen wiederholt, kann damit festgestellt werden,
wenn sich dieser Wert ändert und somit auf eine Leiterberührung hindeutet.
[0014] In einem Ausführungsbeispiel kann festgelegt werden, wie viele weitere Messzyklen
während dem Abisolierprozess durchgeführt werden. Da injedem dieser Messzyklen eine
Aussage über den Wert der Messkapazität getroffen wird, kann eine grosse Auflösung
entlang des abisolierten Leiters erreicht werden, wenn eine hohe Anzahl von weiteren
Messzyklen festgelegt wird.
[0015] In den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen ist der erste Kapazitätswert, der
im ersten Messzyklus bestimmt wird, ein Mass dafür, um in weiteren Messzyklen Aussagen
darüber zu treffen, ob sich der Kapazitätswert der Messkapazität gegenüber dem ersten
Kapazitätswert verändert hat, z.B. weil ein Messer den Leiter berührt hat. Der erste
Kapazitätswert wird vor jedem Abisolierprozess neu bestimmt.
[0016] Erfindungsgemäss umfasst der erste Messzyklus ein Herstellen eines definierten Spannungszustandes
an der Messkapazität und ein Laden der Referenzkapazität, so dass an der Kapazitätsschaltung
eine erste Spannung mit einem ersten Spannungswert anliegt. Danach wird eine elektrische
Verbindung zwischen der Messkapazität und der Referenzkapazität hergestellt, um einen
Ladungsausgleich zwischen der Messkapazität und der Referenzkapazität zu ermöglichen.
Eine zweite Spannung, die nach dem Ladungsausgleich an der Referenzkapazität anliegt
und die einen zweiten Spannungswert hat, wird gemessen, und der erste Kapazitätswert
der Messkapazität wird mittels der Spannungswerte und der Referenzkapazität bestimmt.
[0017] Das Herstellen des definierten Spannungszustandes geschieht auf folgende Weise: Das
definiertes Spannungspotentials wird an die Messkapazität gekoppelt. In einem anderen
Fall könnte die Messkapazität kurzgeschlossen werden. Damit wird ist die hier beschriebene
Technologie flexibel an verschiedene Gegebenheiten bzgl. des Bezugspotential der Kabelbearbeitungsanlage
anpassbar.
[0018] Die Aussage über den Wert der Messkapazität kann je nach Ausführungsbeispiel mittels
verschiedener Parameter erfolgen. In einem Ausführungsbeispiel ist der Parameter ein
zweiter Kapazitätswert der Messkapazität, wobei das Signal erzeugt wird, wenn eine
Differenz zwischen dem ersten Kapazitätswert und dem zweiten Kapazitätswert den festgelegten
Schwellenwert überschreitet. In diesem Ausführungsbeispiel liegt nach jedem weiteren
Messzyklus ein absoluter Kapazitätswert vor, dessen Änderung überwacht werden kann.
[0019] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist der absolute Kapazitätswert der Messkapazität
nicht relevant. Auf dessen Berechnung kann daher verzichtet werden, wodurch sich der
Rechenaufwand in einer Steuereinheit reduziert. Stattdessen wird die Änderung des
Kapazitätswerts indirekt überwacht, indem lediglich eine Spannung als Parameter überwacht
wird, die nach einem Ladungsausgleich an der Referenzkapazität messbar ist, während
die Messkapzität dazu parallel geschaltet ist.
[0020] In einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die Komponenten der Sensorschaltung so
gewählt, dass sich nach jedem Ladevorgang an der Referenzkapazität im Wesentlichen
die gleiche Spannung ergibt. Damit genügt es, dass diese Spannung nur einmal gemessen
wird; auf Messungen dieser Spannung in folgenden Messzyklen kann verzichtet werden.
Dadurch ergibt sich eine weitere Verringerung des Messaufwands.
[0021] Ist im vorstehend genannten Ausführungsbeispiel zudem nur eine Aussage über eine
Änderung des Kapazitätswerts relevant, und nicht über dessen absoluten Wert, kann
auf eine Messung der Spannung an der Referenzkapazität nach einem Ladevorgang gänzlich
verzichtet werden. Anstelle eines gemessenen Spannungswertes kann dafür eine Konstante
verwendet werden.
[0022] Die Geschwindigkeit dieses Verfahrens ist abhängig von Schaltern, deren Stellungen
im
[0023] Laufe des Verfahrens geändert werden, von der Geschwindigkeit der Be- bzw. Entladung
einzelner, an diesem Verfahren beteiligter Elemente der Abisoliervorrichtung und von
der Geschwindigkeit der Spannungsmessung. Die Schalter sind vorzugsweise wartungsarme
Analogschalter mit geringen Schaltzeiten. Die Schalter werden von einer Steuereinheit
gesteuert, u.a. so, dass alle Schalter geöffnet werden, bevor ein Schaltvorgang durchgeführt
wird.
[0024] Bei einer Weiterbildung des Verfahrens wird bei Auftreten des Signales das Messer
nachjustiert, wobei ein Abstand des Messers von einer Längsachse des Elektrokabels
verändert wird. Durch eine Erhöhung des Abstandes des Messers von der Längsachse kann
sichergestellt werden, dass das Messer den Leiter im weiteren Verlauf des Abisolierprozesses
nicht beschädigt bzw. weiterhin berührt.
[0025] Bei einer Weiterbildung des Verfahrens bewirkt das Signal einen Warnton und/oder
einen Stopp des Abisolierprozesses und/oder ein Ablegen des Elektrokabels in eine
gesonderte Ablage und/oder einen Einbezug in eine statistische Auswertung. Je nach
Interpretation des Signales sind nach Auftreten eines solchen Signals verschiedene
Möglichkeiten wählbar, den Abisolierprozess des Elektrokabels weiterzuführen. Beispielsweise
kann demnach die den Abisolierprozess beaufsichtigende Person auf eine notwendige
Neukalibrierung der Abisoliervorrichtung aufmerksam gemacht werden. Beispielhaft kann
das Signal ebenso derart gedeutet werden, dass das Elektrokabel beschädigt ist und
deshalb nicht weiterverwendet werden kann.
[0026] Von Vorteil der hier beschriebenen Technologie ist auch, dass sie nicht nur in verschiedenen
Kabelbearbeitungsanlagen (z.B. Kabelabläng- und Abisolieranlagen, und Anlagen mit
mehreren verschiedenen Funktionen und Prozessschritten) Verwendung finden kann, sondern
auch in einfachen Abisolierhandzangen.
[0027] Verschiedene Ausführungsbeispiele der verbesserten Technologie zur Detektion einer
Leiterberührung sind im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen detailliert beschrieben.
In den Zeichnungen haben gleiche Komponenten die gleichen Bezugszeichen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte schematische Darstellung einer Kabelbearbeitungsanlage mit einem
Ausführungsbeispiel einer Abisoliervorrichtung mit einer Sensorschaltung,
- Fig. 2
- ein vereinfachtes Schaltschema eines Ausführungsbeispiels der Sensorschaltung, und
- Fig. 3
- eine vereinfachte und beispielhafte Darstellung eines Messzykluses.
[0028] Fig. 1 zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung einer Kabelbearbeitungsanlage
mit einem Ausführungsbeispiel einer Abisoliervorrichtung 1, die eine Sensorschaltung
4 hat. Die Anlage bearbeitet ein Elektrokabel 3, das einen elektrisch leitenden (Innen)
Leiter 2 und eine Isolierhülle 5 aus Kunststoff hat, die den Leiter 2 entlang seiner
Länge umschliesst und elektrisch isoliert. Der Leiter 2 kann ein Draht oder eine Litze
sein. Weitere Teile der Kabelbearbeitungsanlage sind der Übersichtlichkeit halber
in Fig. 1 nicht gezeigt. Der Fachmann erkennt jedoch, dass ein Beispiel einer bekannten
Kabelbearbeitungsanlage, z.B. eine Kappa 330 der Firma Komax AG, Schweiz, eine zentrale
Steuerung, eine Bedieneinrichtung und Module für zusätzliche Funktionen wie z.B. das
Ablängen hat.
[0029] Nachstehend ist eine Funktion der Abisoliervorrichtung 1 anhand eines Ausführungsbeispiels
detaillierter beschrieben. Diese Funktion betrifft das Feststellen, ob eine Schneideinrichtung
den Leiter 2 während des Abisolierens berührt hat, um damit die Qualität des abisolierten
Leiters 2 beurteilen zu können. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, besteht die Schneideinrichtung
in einem Ausführungsbeispiel der Abisoliervorrichtung 1 aus zwei gegenüber liegend
angeordneten elektrisch leitfähigen Messern 6, 6'. Eine Steuereinrichtung, die in
Fig. 1 nicht gezeigt ist, steuert die Messer 6, 6', um diese zum Schliessen in Richtung
des Elektrokabels 3 oder zum Öffnen von diesem weg zu bewegen. Ebenfalls nicht gezeigt
sind eine Halterung für das Elektrokabel 3 und eine oder mehrere Antriebsvorrichtungen
(z.B. für einen Vorschub des Elektrokabels 3), um die Messer 6, 6' und das Elektrokabel
3 relativ zueinander zu bewegen. Die Abisoliervorrichtung 1 kontrolliert durch mechanische
Einwirkung die relativen Bewegungen zwischen dem Elektrokabel 3 und der Messer 6,6'.
[0030] Die in Fig. 1 gezeigte Sensorschaltung 4 ist über einen ersten Anschluss 7 mit den
Messern 6, 6' und über einen zweiten Anschluss 10 mit einem definierten Potential
verbunden. Die jeweiligen Verbindungen können mittels einer oder mehrerer Verbindungsleitungen
12 erfolgen. Die Verbindungsleitungen 12 sind in Fig. 1 ausserhalb der Sensorschaltung
4 angeordnet. Der Fachmann erkennt jedoch, dass die Verbindungsleitungen 12 auch der
Sensorschaltung 4 zugeordnet werden können. Die Sensorschaltung 4 kann beispielsweise
aus diskreten elektronischen Bauteilen aufgebaut werden. Die Sensorschaltung muss
somit nicht unbedingt als integrierte Schaltung ausgeführt sein, wodurch der Sensor
mit geringem Aufwand kostengünstig herstellbar ist. Eine derart mit elektronischen
diskreten Bauteilen zusammengesetzte Sensorschaltung erlaubt es weiter, geeignete
Bauteile (wie z.B. schnelle Schalter) auszuwählen und so die Sensorschaltung im Hinblick
auf die elektromagnetische Verträglichkeit einfach zu optimieren.
[0031] Das definierte Potential ist das Bezugspotential für alle Signal- und Betriebsspannungen
der Abisoliervorrichtung 1 bzw. der Kabelbearbeitungsanlage. Das Bezugspotential kann
0 Volt (d.h. es besteht Erdung) oder ein anderes Potential sein. Eine allgemeine Kurzbezeichnung
für dieses Bezugspotential ist SHD, das als Abkürzung für den englischen Begriff "shielding"
steht. Im Folgenden ist das Bezugspotential als Bezugspotential SHD bezeichnet.
[0032] Fig. 1 zeigt zudem eine Messkapazität 8, die durch das übliche Symbol für einen Kondensator
dargestellt ist. In dieser symbolhaften Darstellung besteht die Messkapazität 8 zwischen
dem ersten Anschluss und dem zweiten, mit dem Bezugspotential SHD verbundenen Anschluss
der Sensorschaltung 4. Diese Messkapazität 8 ist eine Ersatzschaltung für mehrere
Kapazitäten und repräsentiert damit eine Summe der Kapazitäten, die als (parasitäre)
Kapazitäten bezogen auf das Bezugspotential SDH bestehen, wenn die Sensorschaltung
4 mit den Messern 6, 6' verbunden ist. Die Messkapazität 8 umfasst daher die Kapazitäten,
die sich vor allem aufgrund der Verbindungsleitungen 12, den Messern 6, 6' und Teilen
der Sensorschaltung 4 ergeben. Die Messkapazität 8 ist in den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen
im mathematischen Sinn eine Unbekannte, die mit Hilfe von gemessenen Spannungswerten
bestimmt wird.
[0033] In der Abisoliervorrichtung 1 sind die Messer 6, 6'elektrisch isoliert montiert,
d.h. es besteht keine elektrische Verbindung zwischen den Messern 6, 6' und dem Bezugspotential
SHD.
[0034] Kommt es zu einer Berührung der Messer 6, 6' mit dem Leiter 2 ändert sich die Messkapazität
8, da in diesem Fall die Kapazität, die zwischen dem Leiter 24 und dem Bezugspotential
SHD besteht, hinzukommt. Die Sensorschaltung 4 arbeitet nach dem Prinzip des kapazitiven
Ladungsausgleichs und bestimmt in einem Ausführungsbeispiel mittels Spannungsmessungen
pro Messzyklus einen Wert für die Kapazität. Stellt die Sensorschaltung 4 eine Erhöhung
der Kapazität fest, leitet sie daraus ab, dass mindestens eines der Messer 6, 6' den
Leiter 2 berührt hat, und erzeugt ein Signal S, wie nachstehend ausführlicher beschrieben
ist. Das Signal S kann mittels einer übergeordneten Steuereinheit der Abisoliervorrichtung
1 verarbeitet werden, um den weiteren Verlauf des Abisolierprozesses entsprechend
zu beeinflussen.
[0035] Fig. 2 zeigt ein vereinfachtes Schaltschema eines Ausführungsbeispiels der Sensorschaltung
4, die gemäss Fig. 1 mit den Messern 6, 6' verbunden ist. Die Messkapazität 8, die
wie beschrieben als Ersatzschaltung die Summe mehrerer (parasitären) Kapazitäten repräsentiert,
ist zum besseren Verständnis in Fig. 2 als mit der Sensorschaltung 4 verbunden gezeigt.
Die Verbindung erfolgt über Anschlüsse 7, 10 der Sensorschaltung 4, wobei parasitäre
Kapazitäten der Sensorschaltung 4 selbst ebenfalls zu der Messkapazität 8 gezählt
werden. Die Sensorschaltung 4 hat Schalter S1, S2, S3, eine Kapazitätsschaltung 14
mit einer Referenzkapazität C14 und evtl. weiteren durch Zuleitungen verursachte parasitären
Kapazitäten (im Folgenden wird nur auf die Referenzkapazität C14 Bezug genommen),
einen Spannungssensor 13, eine Steuereinheit 16 und eine Spannungsquelle 15. Die Spannungsquelle
15 liefert eine Spannung U15. Die Steuereinheit 16 ist mit den Schaltern S1, S2, S3
verbunden, um diese selektiv anzusteuern, so dass die Schalter S1, S2, S3 entweder
offen oder geschlossen sind. In Fig. 2 sind die Schalter S1, S2, S3 offen.
[0036] Die prinzipielle Anordnung dieser Komponenten der Sensorschaltung 4 ist wie folgt:
Der Schalter S2 ist parallel zu den Anschlüssen 7, 10 geschaltet und ist somit auch
parallel zur Messkapazität 8 geschaltet, wobei der Anschluss 10, ein Anschluss des
Schalters S1 und ein Anschluss der Referenzkapazität C14 mit dem Bezugspotential SHD
verbunden sind. Ist der Schalter S1 geschlossen, ist die Referenzkapazität C14 parallel
zum Schalter S2 geschaltet; bei geöffnetem Schalter S1 ist die Referenzkapazität C14
vom Schalter S2 getrennt. Der Spannungssensor 13 ist parallel zur Referenzkapazität
C14 geschaltet; bei geschlossenem Schalter S1 und offenem Schalter S2 ist der Spannungssensor
13 auch parallel zur Messkapazität 8 geschaltet. Die Spannungsquelle 15 ist bei geschlossenem
Schalter S3 parallel zur Referenzkapazität C14 geschaltet und bei offenem Schalter
S3 davon getrennt.
[0037] Der Spannungssensor 13 enthält in einem Ausführungsbeispiel einen Analog/Digital
Wandler, der in bekannter Weise ein analoges Eingangssignal in ein digitales Ausgangssignal
wandelt. In der hier beschriebenen Sensorschaltung 4 ist das analoge Eingangssignal
ein analoger Spannungswert, der z.B. zu einem bestimmten Zeitpunkt am Eingang der
Spannungssensors 13 anliegt. Der Spannungssensor 13 wandelt diesen analogen Spannungswert
in einen digitalen Spannungswert, den die Steuereinheit 16, die mit einem Ausgang
des Spannungssensors 13 verbunden ist, weiterverarbeitet. Die Steuereinheit 16 kann
den Spannungssensor 13 so steuern, dass nur zu bestimmten Zeitpunkten eine Spannungswandlung
durchgeführt wird. Alternativ dazu kann der Spannungssensor 13 so ausgelegt sein,
dass er kontinuierlich die Eingangsspannung wandelt, die Steuereinheit 16 aber nur
zu bestimmten Zeitpunkten die Ausgangsspannung "abfragt", um sie nur dann weiterzuverarbeiten.
[0038] Die Steuereinheit 16, der Spannungssensor 13 und die Schalter S1, S2, S3 sind ausgebildet,
um den Geschwindigkeitsanforderungen an die Überwachung bzw. Regelung des Abisolierprozesses
gerecht zu werden. In einem Ausführungsbeispiel ist in der Steuereinheit 16 festgelegt,
innerhalb welcher Zeit ein Messzyklus erfolgt und wie oft dieser Messzyklus wiederholt
wird. Dieser Festlegung entsprechend steuert die Steuereinheit 16 die Schalter S1,
S2, S3 und den Spannungssensor 13 an. Für die Schalter S1, S2, S3 bedeutet dies z.B.,
dass sie schnell genug öffnen und schliessen können. In einem Ausführungsbeispiel
sind die Schalter S1, S2, S3 als integrierte Schaltkreise bzw. Analogschalter (z.B.
basierend auf Feldeffektransistoren) ausgeführt. Es ist jedoch auch jede andere Art
von Schaltmittel verwendbar, sofern es eine elektrische Leiterverbindung entsprechend
schnell öffnen und schliessen kann.
[0039] Werden integrierte Schaltkreise für die Schalter S1, S2, S3 verwendet, können bis
zu 250.000 Messzyklen pro Sekunde durchgeführt werden. Diese ermöglicht ein weitaus
schnelleres Detektieren bzw. Verarbeiten einer erfolgten Berührung der Messer 6, 6'mit
dem Leiter 2 als dies mit dem aus
DE-A-102007053825 bekannten System der Fall ist.
[0040] Fig. 2 zeigt ausserdem einen Punkt P zwischen dem Schalter S2 und dem Bezugspotential
SDH. An dieser Stelle kann in einem Ausführungsbeispiel eine Spannungsquelle hinzugefügt
werden, um die Messkapazität 8 bei geschlossenem Schalter S2 und offenem Schalter
S1 auf ein von dieser Spannungsquelle vorgegebenes Potential vorzuladen.
[0041] Die Funktionsweise der Sensorschaltung ist im Folgenden anhand von Fig. 2 und Fig.
3, die ein Ausführungsbeispiel eines Messzykluses mit vier Prozessschritten PS1-PS4
zeigt, beschrieben. In diesen Prozessschritten PS1-PS4 sind zur besseren Übersicht
nur die Messkapazität 8 und einige der Komponenten der Sensorschaltung 4 gezeigt.
Ein Messzyklus beginnt mit dem Ansetzen der Messer 6, 6' ohne dabei jedoch in die
Isolierhülle 5 einzuschneiden und endet, wenn die Messer 6, 6' das Kabelende erreicht
haben, vom dem das Stück Isolierhülle 5 abgezogen wird, und der Leiter 2 bloss liegt.
[0042] In den Prozessschritten PS1 und PS3 sind alle Schalter S1, S2, S3 geöffnet. Diese
Prozessschritte PS1 und PS3 dienen im gezeigten Ausführungsbeispiel zur Vorbereitung
auf nachfolgende Prozessschritte. Diese Schritte stellen sicher, dass sich die Schalter
S1, S2, S3 jeweils in einer definierten Stellung "offen" befinden bevor weitere Schaltvorgänge
ausgeführt werden. Dies verhindert, dass Kurzschlüsse auftreten. Der Fachmann erkennt
jedoch, dass diese Vorbereitungsschritte auch entfallen können, wenn das Risiko von
möglichen Kurzschlüssen auf andere Weise eliminiert wurde, z.B. durch präzise Synchronisierung
der Schaltvorgänge oder durch definierte Wartezeiten.
[0043] Im Prozessschritt PS2 sind die Schalter S2, S3 geschlossen und der Schalter S1 ist
offen. Der geschlossene Schalter S2 schliesst die Messkapazität 8 kurz, wodurch die
Messkapazität 8 entladen wird; die Spannung an der Messkapazität 8 beträgt 0 Volt.
Damit hat die Messkapazität 8 einen definierten Zustand (Ladung Q gleich Null, Spannung
gleich 0 Volt).
[0044] Der geschlossene Schalter S3 verbindet die Spannungsquelle 15 mit der Referenzkapazität
C14, wodurch die Referenzkapazität C14 geladen wird. Nach dem Laden entspricht eine
Spannung U14 an der Referenzkapazität C14 der Spannung U15, die von der Spannungsquelle
15 vorgegeben ist. In einem Ausführungsbeispiel ist die vorgegebene Spannung U15 kleiner
als 5 Volt. Damit hat die Referenzkapazität C14 einen definierten Zustand (Spannung
U14 gleich vorgegebener Spannung U15, Ladung Q gleich dem Produkt aus Spannung U14
und Kapazität der Referenzkapazität C14).
[0045] Der Schalter S3 kann dann durch die Steuereinheit 16 geöffnet werden. Da der Schalter
S1 geöffnet ist, fliesst idealerweise keine Ladung von der Referenzkapazität C14 ab
und sie bleibt in ihrem definierten Zustand. Dann wird durch den Spannungssensor 13
die Spannung U14 an der Referenzkapazität C14 gemessen. Die in diesem Zustand gemessene
Spannung U14 wird gespeichert, entweder im Spannungssensor 13 oder in der Steuereinheit
16.
[0046] Nachdem im Prozessschritt PS3 wieder alle Schalter S1, S2, S3 geöffnet wurden, wird
im Prozessschritt PS4 nur der Schalter S1 durch die Steuereinheit 16 geschlossen.
Dadurch sind die Messkapazität 8 und die Referenzkapazität C14 parallel geschaltet.
Dadurch fliesst Ladung von der Referenzkapazität C14 zur Messkapazität 8 bis sich
die Ladungen auf beiden Kapazitäten ausgeglichen haben. Ein solcher Ladungsausgleich
hat einen exponentiellen Verlauf, der von den beteiligten Kapazitäten und einem Serienwiderstand
(z.B. Leitungswiderstand) abhängt; er kann beispielsweise nach einigen Nanosekunden
als abgeschlossen gelten. Eine Folge dieses Ladungsausgleichs ist, dass die Spannung
an der Parallelschaltung aus der Messkapazität 8 und der Referenzkapazität C14 sinkt.
Nach abgeschlossenem Ladungsausgleich wird durch den Spannungssensor 13 eine reduzierte
Spannung U14' gemessen. Die in diesem Zustand gemessene Spannung U14' kann von der
Steuereinheit 16 mit der gespeicherten Spannung U14 aus dem Prozessschritt PS2 verarbeitet
werden.
[0047] Die Verarbeitung kann in einem Ausführungsbeispiel darin bestehen, dass die Steuereinheit
16 in jedem Messzyklus einen tatsächlichen Wert C8 der Messkapazität 8 bestimmt. Dieser
Wert ergibt sich aus: C8 = C14
∗ (U14/U14' - 1).
[0048] Wird der Wert C8 der Messkapazität 8 in jedem Messzyklus bestimmt, kann nach jedem
Messzyklus festgestellt werden, ob sich der Wert C8 der Messkapazität 8 verändert
hat. Da der Wert C8 der Messkapazität 8 während dem Abisolierprozess sehr oft bestimmt
werden kann, kann eine grosse Auflösung entlang des abisolierten Leiters 2 erreicht
werden.
[0049] Um ein Mass dafür zu bekommen, ob der Wert C8 der Messkapazität 8 während dem Abisolierprozess
zunimmt, wird der Wert C8 der Messkapazität 8 am Anfang eines jeden Abisolierprozesses
bei geöffneten Messern 6, 6', kurz vor dem Einschneiden der Isolierhülle 5, bestimmt.
Dieser (erste) Wert C8 der Messkapazität 8 stellt einen Referenzwert dar und bedeutet
"Leiter nicht berührt". In einem Ausführungsbeispiel speichert die Steuereinheit 16
den Referenzwert.
[0050] Danach werden die Messer 6, 6' geschlossen und scheiden in die Isolierhülle 5 ein,
und es wird in einem weiteren Messzyklus, in dem erneut ein Ladungsausgleich zwischen
der Messkapazität 8 und der Referenzkapazität C14 durchgeführt wird, ein Parameter
bestimmt, der bezogen auf den ersten Kapazitätswert eine Änderung des Kapazitätswerts
der Messkapazität 8 nach dem Einschneiden in das Elektrokabel 3 anzeigt. In einem
Ausführungsbeispiel wird in einem weiteren Messzyklus der Wert C8 der Messkapazität
8 erneut bestimmt.
[0051] Auch wenn die Messer 6, 6' den Leiter 2 nicht berühren, ändert sich der Wert C8 der
Messkapazität 8 aufgrund sich ändernder Geometrien während die Messer 6, 6' durch
die Isolierhülle 5 schneiden. Diese Änderung ist bei geeigneter Auslegung jedoch nicht
so stark wie es bei einer Berührung des Leiters 2 der Fall wäre. Um eine solche Änderung
des Werts C8 der Messkapazität 8 nicht fälschlicherweise als eine Leiterberührung
zu werten, ist ein Kapazitätsschwellenwert festgelegt und in der Steuereinheit 16
gespeichert. Überschreitet eine Differenz aus dem Referenzwert und einem in einem
Messzyklus bestimmten Wert C8 der Messkapazität 8 den festgelegten Kapazitätsschwellenwert,
bedeutet dies "Leiter berührt" und die Steuereinheit 16 erzeugt das Signal S.
[0052] In einem Ausführungsbeispiel kann eine Repetitionsgenauigkeit der ersten Spannung
U14 festgelegte Genauigkeitsanforderungen erfüllen. Das heisst, wird die Referenzkapazität
C14 wiederholt entladen und durch die Spannungsquelle 15 geladen, hat die nach jedem
Ladevorgang anliegende erste Spannung U14 im Wesentlichen den gleichen Spannungswert.
In einem solchen Ausführungsbeispiel kann auf eine Messung der ersten Spannung U14
pro Messzyklus verzichtet werden. Die erste Spannung U14 wird in diesem Fall nur einmal
gemessen und der ermittelte Spannungswert wird für alle folgenden Messzyklen wieder
verwendet.
[0053] In den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen sind hauptsächlich die Änderungen
des Werts C8 der Messkapazität 8 für die Auswertung von Interesse; ein Absolutwert
des Wert C8 der Messkapazität 8 kann somit je nach Ausführungsbeispiel unrelevant
sein. Bei genügender Repetitionsgenauigkeit der ersten Spannung U14 kann in solchen
Anwendungsbeispielen gänzlich auf die Bestimmung der ersten Spannung U14 verzichtet
werden und stattdessen eine fixe Konstante eingesetzt werden.
[0054] Ist in einem weiteren Ausführungsbeispiel der Absolutwert des Werts C8 der Kapazität
8 unrelevant, so kann dessen Änderung indirekt überwacht werden, indem lediglich die
zweite Spannung U14' überwacht wird. Die Spannung U14' dient als Parameter, um bezogen
auf den ersten Kapazitätswert eine Änderung des Kapazitätswerts C8 der Messkapazität
8 nach dem Einschneiden in das Elektrokabel 3 anzuzeigen. Der Kapazitätswert selbst
wird in diesem Fall nicht berechnet. Das Signal S wird erzeugt, wenn eine Differenz
zwischen dem zweiten Spannungswert des ersten Messzykluses und dem zweiten Spannungswert
des weiteren Messzykluses einen festgelegten Spannungsschwellenwert überschreitet.
[0055] Eine übergeordnete Steuereinheit der Kabelbearbeitungsanlage empfängt das Signal
S und löst eine für qualitativ ungenügend produzierte Elektrokabel übliche Prozedur
aus. Diese Prozedur kann das Ausgeben eines Warntones, das Stoppen der Produktion
oder das Aussortieren solcher Elektrokabel als Ausschuss umfassen. Zudem kann das
Signal S zur Nachjustierung eines Abstandes der Messers 6, 6' von einer Längsachse
des abzuisolierenden Elektrokabels 3 verwendet werden.
1. Verfahren zum Detektieren einer Berührung eines Leiters (2) eines Elektrokabels (3)
durch ein elektrisch leitfähiges Messer (6, 6') während eines Abisolierprozesses in
einer Abisoliervorrichtung (1) einer Kabelbearbeitungsanlage, wobei eine Sensorschaltung
(4) über einen Anschluss (7, 10) mit dem Messer (6, 6') verbunden ist, so dass sich
eine Messkapazität (8) ausbildet, wobei das Verfahren durch folgende Schritte umfasst:
vor einem Einschneiden in das Elektrokabel (3), Bestimmen eines ersten Kapazitätswerts
(C8) der Messkapazität (8) während eines ersten Messzykluses, in dem ein Ladungsausgleich
zwischen der Messkapazität (8) und einer Referenzkapazität (C14) einer Kapazitätsschaltung
(14) der Sensorschaltung (4) durchgeführt wird, nach dem Einschneiden in das Elektrokabel
(3), Bestimmen eines Parameters in einem weiteren Messzyklus, in dem erneut ein Ladungsausgleich
zwischen der Messkapazität (8) und der Referenzkapazität (C14) durchgeführt wird,
wobei der Parameter bezogen auf den ersten Kapazitätswert (C8) eine Änderung eines
Kapazitätswerts (C8) der Messkapazität (8) nach dem Einschneiden in das Elektrokabel
(3) anzeigt, und
Erzeugen eines Signals (S), wenn die Änderung grösser als ein festgelegter Schwellenwert
ist, wobei das Signal (S) eine Berührung des Leiters (2) anzeigt, wobei der erste
Messzyklus folgende Schritte aufweist:
Herstellen eines definierten Spannungszustandes an der Messkapazität (C8), wobei das
Herstellen des definierten Spannungszustandes ein Koppeln eines definierten Spannungspotentials
an die Messkapazität (8) umfasst,
Laden der Referenzkapazität (C14), so dass an der Kapazitätsschaltung (14) eine erste
Spannung mit einem ersten Spannungswert (U14) anliegt,
Herstellen einer elektrischen Verbindung zwischen der Messkapazität (8) und der Referenzkapazität
(C14), um einen Ladungsausgleich zwischen der Messkapazität (8) und der Referenzkapazität
(C14) zu ermöglichen,
Messen einer zweiten Spannung (U14'), die nach dem Ladungsausgleich an der Referenzkapazität
(C14) anliegt und die einen zweiten Spannungswert hat, und
Bestimmen des ersten Kapazitätswertes (C8) der Messkapazität (8) mittels der Spannungswerte
und der Referenzkapazität (C14).
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei während dem Abisolierprozess eine festgelegte Anzahl
von weiteren Messzyklen durchgeführt wird, wobei bei jedem der weiteren Messzyklen
die Bestimmung des Parameters auf den ersten Kapazitätswert (C8) aus dem ersten Messzyklus
bezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein weiterer Messzyklus folgende Schritte
aufweist:
Herstellen des definierten Spannungszustandes an der Messkapazität (C8),
Laden der Referenzkapazität (C14), so dass an der Kapazitätsschaltung (14) die erste
Spannung anliegt,
Herstellen der elektrischen Verbindung zwischen der Messkapazität (8) und der Referenzkapazität
(C14), um einen Ladungsausgleich zwischen der Messkapazität (8) und der Referenzkapazität
(C14) zu ermöglichen,
Messen der zweiten Spannung (U14'), die nach dem Ladungsausgleich an der Referenzkapazität
(C14) anliegt und einen zweiten Spannungswert hat, und
Bestimmen des Parameters.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der erste Spannungswert (U14) im ersten Messzyklus
gemessen wird und in einem weiteren Messzyklus verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der erste Spannungswert (U14) einen im Wesentlichen
konstanten Wert hat.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Parameter ein zweiter
Kapazitätswert (C8) der Messkapazität (8) ist, wobei das Signal (S) erzeugt wird,
wenn eine Differenz zwischen dem ersten Kapazitätswert und dem zweiten Kapazitätswert
einen festgelegten Kapazitätsschwellenwert überschreitet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5, wobei der Parameter der zweite Spannungswert
ist, wobei das Signal (S) erzeugt wird, wenn eine Differenz zwischen dem zweiten Spannungswert
des ersten Messzykluses und dem zweiten Spannungswert des weiteren Messzykluses einen
festgelegten Spannungsschwellenwert überschreitet.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 7, wobei das Herstellen des definierten Spannungszustandes
ein Schliessen eines ersten Schalters (S2) umfasst, während ein zweiter Schalter (S1)
die Referenzkapazität (C14) von der Messkapazität (8) trennt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Laden der Referenzkapazität (C14) ein Schliessen
eines dritten Schalters (S3) umfasst, während der zweite Schalter (S1) geöffnet ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Herstellen der elektrischen Verbindung ein Schliessen
des zweiten Schalters (S1), ein Öffnen des ersten Schalters (S2) und ein Öffnen des
dritten Schalters (S3) umfasst.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 - 10, wobei alle Schalter (S1, S2, S3) geöffnet
werden, bevor ein Schaltvorgang durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei bei Auftreten des Signales
(S) das Messer (6) nachjustiert wird, wobei ein Abstand des Messers (6) zu einem den
Leiter (2) enthaltenden Elektrokabels (3) verändert wird.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Signal (S) einen Warnton
und/oder einen Stopp des Abisolierprozesses und/oder ein Ablegen des Elektrokabels
(20) in eine gesonderte Ablage bewirkt und/oder zur statistischen Analyse verwendet
wird.
14. Kabelbearbeitungsanlage mit einer Abisoliervorrichtung umfassend ein elektrisch leitfähiges
Messer (6, 6'), eine Sensorschaltung (4), die über einen Anschluss (7, 10) mit dem
Messer (6, 6') verbunden ist und eine Kapazitätsschaltung (14) mit einer Referenzkapazität
(C14) umfasst, und Mittel angepasst zur Ausführung der Schritte des Verfahrens zum
Detektieren einer Leiterberührung durch das elektrisch leitfähige Messer (6, 6') bei
einem Abisolierprozess nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
1. Method for the detection of a contact with a conductor (2) of an electric cable (3)
by an electrically conductive knife (6, 6') during an insulation stripping process,
in an insulation stripping device (1) of a cable processing plant, wherein
a sensor circuit (4) is connected to the blade (6, 6') via a terminal connection (7,
10), such that a measured capacitance (8) is formed, wherein
the method comprises the following steps:
before a cut into the electric cable (3), determination of a first capacitance value
(C8) of the measured capacitance (8) during a first measurement cycle, in which a
charge equalisation between the measured capacitance (8) and a reference capacitance
(C14), of a capacitance circuit (14) of the sensor circuit (4) is executed,
after the cut into the electric cable (3), determination of a parameter in a further
measurement cycle, in which a charge equalisation between the measured capacitance
(8) and the reference capacitance (C14) is again executed, wherein
the parameter referred to the first capacitance value (C8) indicates an alteration
in a capacitance value (C8) of the measured capacitance (8) after the cut into the
electric cable (3), and
generation of a signal (S), if the alteration is greater than a fixed threshold value,
wherein the signal (S) indicates a contact with the conductor (2), wherein
the first measurement cycle has the following steps:
establishment of a defined stress state at the measured capacitance (C8), wherein
the establishment of the defined voltage state comprises a coupling of a defined voltage
potential to the measured capacitance (8),
charging of the reference capacitance (C14), such that a first voltage with a first
voltage value (U14) is applied to the capacitance circuit (14),
establishment of an electrical connection between the measured capacitance (8) and
the reference capacitance (C14), so as to enable a charge equalisation between the
measured capacitance (8) and the reference capacitance (C14),
measurement of a second voltage (U14'), which, after the charge equalisation, is applied
to the reference capacitance (C14), and which has a second voltage value, and
determination of the first capacitance value (C8) of the measured capacitance (8)
by means of the voltage values and the reference capacitance (C14).
2. Method according to Claim 1, wherein
during the insulation stripping process a fixed number of further measurement cycles
is executed, wherein
for each of the further measurement cycles, the determination of the parameter is
referred to the first capacitance value (C8) from the first measurement cycle.
3. Method according to Claim 1 or 2, wherein
a further measurement cycle has the following steps:
establishment of the defined stress state at the measured capacitance (C8),
charging of the reference capacitance (C14), such that the first voltage is applied
to the capacitance circuit (14),
establishment of an electrical connection between the measured capacitance (8) and
the reference capacitance (C14) so as to enable charge equalisation between the measured
capacitance (8) and the reference capacitance (C14),
measurement of the second voltage (U14'), which is applied to the reference capacitance
(C14) after the charge equalisation, and which has a second voltage value, and determination
of the parameter.
4. Method according to Claim 3, wherein
the first voltage value (U14) is measured in the first measurement cycle, and is used
in a further measurement cycle.
5. Method according to Claim 3, wherein
the first voltage value (U14) has an essentially constant value.
6. Method according to one of the preceding claims, wherein
the parameter is a second capacitance value (C8) of the measured capacitance (8),
wherein
the signal (S) is generated, if a difference between the first capacitance value and
the second capacitance value exceeds a specified capacitance threshold.
7. Method according to one of the Claims 1 - 5, wherein
the parameter is the second voltage value, wherein
the signal (S) is generated, if a difference between the second voltage value of the
first measurement cycle, and the second voltage value of the further measurement cycle,
exceeds a defined voltage threshold value.
8. Method according to one of the Claims 1 - 7, wherein
the establishment of the defined voltage state comprises a closing of a first switch
(S2), while a second switch (S1) separates the reference capacitance (C14) from the
measured capacitance (8).
9. Method according to Claim 8, wherein
the charging of the reference capacitance (C14) comprises a closing of a third switch
(S3), while the second switch (S1) is open.
10. Method according to Claim 9, wherein
the establishment of the electrical connection comprises a closing of the second switch
(S1), an opening of the first switch (S2), and an opening of the third switch (S3).
11. Method according to one of the Claims 9 - 10, wherein
all switches (S1, S2, S3) are opened, before a switching operation is executed.
12. Method according to one of the preceding claims, wherein
when the signal (S) occurs, the blade (6) is readjusted, wherein
a distance between the blade (6) and an electric cable (3) containing the conductor
(2) is altered.
13. Method according to one of the preceding claims, wherein
the signal (S) causes a warning tone, and/or a halting of the insulation stripping
process, and/or a depositing of the electric cable (20) in a separate repository,
and/or is used for statistical analysis.
14. Cable processing plant with an insulation stripping device, comprising an electrically
conductive blade (6, 6'), a sensor circuit (4), which is connected to the blade (6,
6') via a terminal connection (7, 10), and comprising a capacitance circuit (14) with
a reference capacitance (C14), and means adapted to execute the steps of the method
for purposes of detecting a contact with a conductor by the electrically conductive
blade (6, 6') in the course of an insulation stripping process, according to one of
the Claims 1 to 13.
1. Procédé, destiné à détecter un contact d'un conducteur (2) d'un câble électrique (3)
par une lame (6, 6') conductrice d'électricité pendant un processus de dénudage dans
un dispositif de dénudage (1) d'une installation de traitement de câbles, un circuit
de capteur (4) étant relié via un raccordement (7, 10) avec la lame (6, 6'), de sorte
qu'il se créé une capacité de mesure (8), le procédé comprenant les étapes suivantes,
consistant à :
avant de pratiquer une incision dans le câble électrique (3), déterminer une première
valeur de capacité (C8) de la capacité de mesure (8) pendant un premier cycle de mesure,
en ce qu'il est procédé à une compensation de charge entre la capacité de mesure (8)
et une capacité de référence (C14) d'un circuit capacitif (14) du circuit de capteur
(4),
après avoir pratiqué l'incision dans le câble électrique (3), déterminer un paramètre
dans un cycle de mesure supplémentaire, en ce qu'il est procédé à nouveau à une compensation
de charge entre la capacité de mesure (8) et la capacité de référence (C14), le paramètre
indiquant, en rapport à la première valeur de capacité (C8) une modification d'une
valeur de capacité (C8) de la capacité de mesure (8) après l'incision dans le câble
électrique (3), et
générer un signal (S), si la modification est supérieure à une valeur seuil fixée,
le signal (S) indiquant un contact avec le conducteur (2),
le premier cycle de mesure comportant les étapes suivantes, consistant à :
établir un état de tension défini sur la capacité de mesure (C8), l'établissement
de l'état de tension défini comprenant un couplage d'un potentiel de tension défini
sur la capacité de mesure (8),
charger la capacité de référence (C14), de sorte qu'une première tension avec une
première valeur de tension (U14) soit appliquée sur le circuit capacitif (14),
établir une liaison électrique entre la capacité de mesure (8) et la capacité de référence
(C14), pour permettre une compensation de charge entre la capacité de mesure (8) et
la capacité de référence (C14),
mesurer une deuxième tension (U14'), qui après la compensation de charge est appliquée
sur la capacité de référence (C14) et qui détient une deuxième valeur de tension,
et
déterminer la première valeur de capacité (C8) de la capacité de mesure (8) au moyen
des valeurs de tension et de la capacité de référence (C114).
2. Procédé selon la revendication 1, pendant le processus de dénudage, un nombre fixé
de cycles de mesure supplémentaires étant réalisé, lors de chacun des cycles de mesure
supplémentaires, la détermination du premier paramètre étant rapportée à la première
valeur de capacité (C8) issue du premier cycle de mesure.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, un cycle de mesure supplémentaire comportant
les étapes suivantes, consistant à :
établir l'état de tension défini sur la capacité de mesure (C8),
charger la capacité de référence (C14), de sorte que la première tension soit appliquée
sur le circuit capacitif (14),
établir la liaison électrique entre la capacité de mesure (8) et la capacité de référence
(C14), pour permettre une compensation de charge entre la capacité de mesure (8) et
la capacité de référence (C14),
mesurer la deuxième tension (U14'), qui après la compensation de charge est appliquée
sur la capacité de référence (C14) et détient une deuxième valeur de tension, et
déterminer le paramètre.
4. Procédé selon la revendication 3, la première valeur de tension (U14) étant mesurée
dans le premier cycle de mesure et étant utilisée dans un cycle de mesure supplémentaire.
5. Procédé selon la revendication 3, la première valeur de tension (U14) détenant une
valeur sensiblement constante.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, le paramètre étant
une deuxième valeur de capacité (C8) de la capacité de mesure (8), le signal (S) étant
généré si une différence entre la première valeur de capacité et la deuxième valeur
de capacité dépasse une valeur seuil de capacité fixée.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, le paramètre étant la deuxième
valeur de tension, le signal (S) étant généré si une différence entre la deuxième
valeur de tension du premier cycle de mesure et la deuxième valeur de tension du cycle
de mesure supplémentaire dépasse une valeur seuil de tension fixée.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, l'établissement de l'état
de tension défini comprenant une fermeture d'un premier commutateur (S2), pendant
qu'un deuxième commutateur (S1) isole la capacité de référence (C14) de la capacité
de mesure (8).
9. Procédé selon la revendication 8, le chargement de la capacité de référence (C14)
comprenant une fermeture d'un troisième commutateur (S3), pendant que le deuxième
commutateur (S1) est ouvert.
10. Procédé selon la revendication 9, l'établissement de la liaison électrique comprenant
une fermeture du deuxième commutateur (S1), une ouverture du premier commutateur (S2)
et une ouverture du troisième commutateur (S3).
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 9 ou 10, tous les commutateurs (S1,
S2, S3) étant ouverts, avec de procéder à un processus de commutation.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, lors de la survenance
du signal (S), la lame (6) étant réajustée, un écart entre la lame (6) et un câble
électrique (3) contenant le conducteur (2) étant modifié.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, le signal (S) provoquant
un avertissement sonore et/ou un arrêt du processus de dénudage et/ou une dépose du
câble électrique (20) dans un réceptacle séparé et/ou étant utilisé pour une analyse
statistique.
14. Installation de traitement de câbles pourvu d'un dispositif de dénudage comprenant
une lame (6, 6') conductrice d'électricité, un circuit de capteur (4), qui via un
raccordement (7, 10) est relié avec la lame (6, 6') et un circuit capacitif (14) avec
une capacité de référence (C14), et des moyens adaptés pour réaliser les étapes du
procédé destiné à détecter un contact d'un conducteur par la lame (6, 6') conductrice
d'électricité lors d'un processus de dénudage selon l'une quelconque des revendications
1 à 13.