[0001] Die Erfindung betrifft ein Formatband, insbesondere zur Herstellung von Zigaretten
oder Filtern für Zigaretten, mit einem Gewebe aus Kettfäden und Schussfäden nach den
Merkmalen des Anspruchs 1.
[0002] In der
DE 10 2012 204 970 A1 ist ein Saugband zum Transportieren von Tabak oder Filtermaterial beschrieben, das
ein Gewebe mit Kettfäden und Schussfäden aufweist. Die Kettfäden und/oder die Schussfäden
weisen einen Kernfaden mit einer Faser aus hochfestem Material und eine den Kernfaden
umgebende Beschichtung auf. In einem Ausführungsbeispiel ist der Kernfaden als monofiler
Faden ausgeführt und kann zum Beispiel aus Vectran, Aramid oder einem Polyetherketon
bestehen. In einem anderen Ausführungsbeispiel ist der Kernfaden der Kett- und/oder
Schussfäden als multifiler Kernfaden mit mehreren einzelnen Fasern ausgeführt. Der
Kernfaden kann dabei zum Beispiel zwischen 40 und 150 der einzelnen Fasern aufweisen.
[0003] Aus der
DE 199 09 031 A1 ist ein weiteres Saugband zum Fördern von Tabakfasern in Zigarettenherstellungsmaschinen
bekannt, das ein Gewebe mit Kettfäden und Schussfäden aufweist. Die Schussfäden sind
bindungsmäßig so angeordnet, dass eine Seite des Bandes glatt und die andere Seite
des Bandes zum besseren Fördern des Schüttgutes eine durch erhabene Schussfäden bedingte,
Rauigkeit aufweist. Die Kett- und Schussfäden können aus einem Monofildraht bestehen.
Teile der Schussfäden und/oder Kettfäden können aber auch aus multifilen Fäden bestehen.
[0004] In keinem dieser Dokumente ist jedoch eine Ausführungsform beschrieben, bei der die
Kettfäden aus einem Polyetherketon bestehen und monofil ausgeführt sind und bei der
die Schussfäden aus einem nicht-monofilen Garn ausgeführt sind.
[0005] Gattungsgemäße Formatbänder sind aus dem allgemeinen Stand der Technik bekannt. Diese
Formatbänder werden zur Herstellung von Zigarettenfiltern ohne Papierumhüllung, sogenannten
NWA-Filtern, eingesetzt. Da bei der Herstellung der Filter heißer Dampf auf dieselben
aufgebracht werden muss, sind die Formatbänder dampfdurchlässig und bestehen üblicherweise
aus einem Gewebe, dessen Kett- und Schussfäden aus Monofilamenten hergestellt sind.
Zur Filterverfestigung wird in einem runden Format Heißdampf durch das Band auf den
auch als Filtertow bezeichneten Filterstrang appliziert, um diesen in Form und Struktur
zu verfestigen.
[0006] Allerdings führt die Steifigkeit des monofilen Schussmaterials zu einem Zielkonflikt
zwischen der erforderlichen Festigkeit, um überhaupt ein Verweben zu ermöglichen,
und der Tatsache, dass sich die stark ausgeprägte Abbindung des Formatbands in unerwünschter
Weise auf dem Filterstrang abbildet. Dies hat in der Vergangenheit zu großen fertigungstechnischen
Herausforderungen geführt. Hinzu kommt, dass die beiden gegenüberliegenden Ränder
des Formatbands meist nicht maßhaltig und gerade gewoben werden können, was zu einer
Verstärkung der Ausprägung des Formatbands auf dem Filterstrang führt. Auf dem Filterstrang
ist damit meist sowohl die unebene Abbindung als auch die schussfadenbedingte Bandrauigkeit
als feine Rippe zu erkennen.
[0007] Die bei der Filterherstellung eingesetzten Temperaturen von über 140°C haben außerdem
zur Folge, dass herkömmliche, meist aus Polyester bestehende Monofilamente in Bandquerrichtung
schrumpfen, sich in Längsrichtung dehnen und schließlich versagen. Aufgrund von erheblichen
Festigkeitsverlusten und erhöhtem Abrieb ergibt sich des Weiteren eine schnelle Bandermüdung,
die sich ebenfalls nachteilig auf die Laufzeit des Bands niederschlägt. Hinzu kommt,
dass der meist nicht kalkulierbare Grad an Schrumpfung in Bandquerrichtung und die
unruhigen Bandkanten am Filterstrang einen unerwünschten Wulst in Längsrichtung ausbildet.
Im Falle einer weniger starken Schrumpfung ergibt sich ein zu breites Band, an dem
sich aufgrund der Überlappung der Bandkanten ein Hügel ausbildet, wohingegen im Falle
einer stärkeren Schrumpfung ein zu schmales Band entsteht und sich eine Bandlücke
ergibt, die sich an dem Filterstrang abbildet.
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Formatband, insbesondere zur
Herstellung von Zigaretten oder Filtern für Zigaretten, zu schaffen, das eine bessere
Maßhaltigkeit als bekannte Formatbänder aufweist.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
[0010] Durch die Verwendung eines Polyetherketons für die Kettfäden, die erfindungsgemäß
monofil ausgeführt sind, wird zum Einen durch die hohe Temperaturbeständigkeit des
Polyetherketons eine Beständigkeit des erfindungsgemäßen Formatbands gegenüber dem
bei der Verwendung desselben zum Einsatz kommenden heißen Dampf erzielt und es wird
durch die monofile Ausführung der Kettfäden zum Anderen sichergestellt, dass die poröse,
luft- und dampfdurchlässige Struktur des Gewebes erhalten bleibt. Durch die hohe Temperaturbeständigkeit
des erfindungsgemäßen Formatbands kann gegebenenfalls auch Dampf mit einer höheren
Temperatur eingesetzt werden.
[0011] Die aus einem nicht-monofilen Garn bzw. einem Fasergarn ausgeführten Schussfäden
reduzieren vorteilhafterweise sowohl die Rauigkeit der Bandoberfläche in Längsrichtung
als auch die Rauigkeit der beiden Bandkanten, was zu der Verringerung des Einformens
unerwünschter Abdrücke in das Filtermaterial führt. Die monofilen Kettfäden können
dagegen aus einem Material bestehen, das zwischen den Kettfäden und dem Filtermaterial
einen höheren Reibwert erzeugt, wodurch die Mitnahme des Filtermaterials gewährleistet
ist. Durch die Verwendung des nicht-monofilen Garns für die Schussfäden wird des Weiteren
die Schrumpfung des Bands in Breitenrichtung wesentlich reduziert.
[0012] Durch den erfindungsgemäßen Einsatz des nicht-monofilen Garns für die Schussfäden
wird also eine höhere Maßhaltigkeit der Bandkanten, eine Verringerung der starken
Ausprägung der Abbindung und eine die Markierungen auf dem Filtermaterial verringernde,
glattere Bandkonstruktion erreicht. Des Weiteren führt der erfindungsgemäße Aufbau
der Schussfäden aufgrund der wesentlich geringeren Biegesteifigkeit zu einem flacheren
und ebeneren Anschmiegen derselben an die Kettfäden, wodurch die Abbindungspunkte
weitaus weniger stark ausgeprägt sind als bei bekannten Lösungen, was sich wiederum
in einer geringeren Ausprägung des Bands auf dem Filtermaterial bemerkbar macht. Die
nicht-monofilen Schussfäden führen zudem zu einer einfacheren Verarbeitbarkeit derselben.
[0013] Durch die geringere Biegesteifigkeit kann das erfindungsgemäße Formatband außerdem
leichter gebogen werden, wodurch letztendlich eine bessere Rundheit des mit demselben
hergestellten Filters oder der mit demselben hergestellten Zigarette erreicht werden
kann.
[0014] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ergibt sich dadurch,
dass die zwischen den monofilen Kettfäden verlaufenden multifilen Schussfäden aufgrund
ihrer multifilen Ausführung, die zu einer gewissen Weichheit derselben führt, zwischen
den Kettfäden so zerquetscht bzw. so flach gedrückt oder auf andere Weise verformt
werden, dass ihre Dicke im Vergleich zur Dicke der Kettfäden vernachlässigt werden
kann. Dies ist der Fall, weil sich die einzelnen Fasern der multifilen Schussfäden
in dem Bereich, in dem sie zwischen den Kettfäden verlaufen, nebeneinanderlegen können,
was den Durchmesser der Schussfäden in diesem Bereich wesentlich verringert. Aus diesem
Grund tragen die Schussfäden im Prinzip nichts zur Breite des gesamten Formatbands
bei. Dadurch ergibt sich, insbesondere beim Spannen des Formatbands, eine exakt definierte
Breite desselben, die aus dem Durchmesser und der Anzahl der Kettfäden sehr genau
berechnet werden kann. Beim Spannen des Formatbands ergibt sich eine Streckung der
Kettfäden, wodurch sich diese in einer Ebene ausrichten und im gespannten Zustand
in einer Ebene liegen. Gegebenenfalls kann sich durch die Schussfäden eine leichte
Verschiebung der Kettfäden aus der Ebene ergeben, sodass diese nicht mehr mit ihrem
größten Durchmesser aneinander anliegen, was die sehr geringe Dicke der Schussfäden
ausgleicht, sodass, wie oben angeführt, die Breite des Formatbands sehr exakt festgelegt
werden kann.
[0015] Aufgrund dieser definierten Breite des Formatbands kann auch dessen Durchmesser,
wenn es zum Transport der Tabakfasern oder des Filtermaterials um seine Längsachse
zu einem Rohr verformt wird, sehr exakt eingestellt werden. Dadurch wird ein exakt
geschlossener Kreis des Formatbands erreicht, wodurch ein Zustand verhindert wird,
bei dem das Formatband aufgrund einer zu geringen Breite nicht exakt geschlossen ist,
sodass Filterfasern herausgedrückt werden und es zu einer Wulstbildung kommt. Des
Weiteren wird auch ein Zustand verhindert, bei dem sich aufgrund einer zu großen Breite
des Formatbands eine geringfügige Überlappung ergibt, was dazu führt, dass eine Kerbe
in das Tabak- bzw. das Filtermaterial hineingedrückt wird. Letztendlich kann durch
die erfindungsgemäße Ausführung des Formatbands eine sehr exakte Form und ein sehr
exakter Durchmesser der hergestellten Zigarette oder des hergestellten Filters erreicht
werden.
[0016] Um die Flexibilität der Schussfäden zu erhöhen und dadurch ein besseres Anschmiegen
derselben an den Kettfäden zu erreichen, was letztendlich zu einer weiteren Verringerung
der Ausprägung der Abbindungspunkte führt, kann in einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung vorgesehen sein, dass die Schussfäden aus einem gezwirnten Garn ausgeführt
sind.
[0017] Ähnliche Vorteile können sich ergeben, wenn die Schussfäden aus einem Multifilamentgarn
ausgeführt sind.
[0018] Für den praktischen Einsatz hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Schussfäden
Polyetherketon, Leinen, ein flüssigkristallines Polymer (LCP) und/oder Aramid aufweisen.
[0019] Des Weiteren kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Kettfäden aus PEEK bestehen.
Die Verwendung von PEEK bzw. Polyetheretherketon für die Kettfäden ist hinsichtlich
der Temperaturbeständigkeit des erfindungsgemäßen Formatbands und der weiteren mechanischen
Eigenschaften desselben, wie Verschleißfestigkeit und geringe Dehnung, sehr vorteilhaft.
Ein wesentlicher Vorteil von PEEK ist dessen sehr hohe Schmelztemperatur von mehr
als 300 °C.
[0020] Um die Durchlässigkeit des Formatbands für heißen Dampf zu erhöhen, kann des Weiteren
vorgesehen sein, dass die Kettfäden und die Schussfäden mittels einer derartigen Bindung
miteinander abgebunden sind, dass das Gewebe lokal dampfdurchlässigere Bereiche aufweist.
[0021] Wenn in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung zumindest einige
der Bindungspunkte des Gewebes laserverschweißt sind, so ergibt sich eine zusätzliche
Erhöhung der Schiebefestigkeit des Gewebes des erfindungsgemäßen Formatbands.
[0022] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, dass die
Kettfäden einen Durchmesser von 0,1 bis 0,3 mm, vorzugsweise 0,20 bis 0,24 mm, aufweisen.
Eine derartige Dicke stellt einen guten Kompromiss aus hoher Festigkeit und Biegbarkeit
des erfindungsgemäßen Formatbands dar.
[0023] Des Weiteren können die Schussfäden jeweils drei miteinander verzwirnte Garne aufweisen,
wobei jedes Garn eine Feinheit von 150 dtex aufweist. Eine solche Ausgestaltung der
Schussfäden gewährleistet zum einen, dass die oben genannten mechanischen Eigenschaften
des Formatbands problemlos erzielt werden können und verhindert zum anderen durch
die relativ dünnen Fäden unerwünschte Markierungen auf dem Filtermaterial.
[0024] Um mit einfachen Mitteln eine Verschleißanzeige für das erfindungsgemäße Formatband
bilden zu können, kann des Weiteren vorgesehen sein, dass die Kettfäden einen Fadenkern
und eine den Fadenkern umgebende Fadenhülle aufweisen, wobei der Fadenkern und die
Fadenhülle unterschiedliche Farben aufweisen.
[0025] Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig
dargestellt.
[0026] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine sehr schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Formatbands;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung des Formatbands aus Fig. 1; und
- Fig. 3
- eine Ausführungsform eines Schussfadens des erfindungsgemäßen Formatbands.
[0027] Fig. 1 zeigt ein Formatband 1, das insbesondere zur Herstellung von Zigaretten oder
Filtern für Zigaretten verwendet wird. Das Formatband 1 weist ein Gewebe 2 auf, das
aus Kettfäden 3 bzw. im vorliegenden Fall einem Kettfaden 3 und Schussfäden 4 bzw.
im vorliegenden Fall einem Schussfaden 4 besteht. Der Schussfaden 4 verbindet den,
wie in Fig. 2 zu erkennen, spiralförmig gewundenen Kettfaden 3 an einer Vielzahl von
Bindungspunkten zu einem homogenen endlosen bzw. quasi-endlosen Band. Mit der Angabe
"quasi-endlos" ist die dargestellte Ausführungsform des Formatbands 1 gemeint, bei
welcher der Kettfaden 3 als Fadenspirale vorliegt. Obwohl das Gewebe 2 im Prinzip
aus einem Kettfaden 3 und einem Schussfaden 4 besteht, wird nachfolgend wie üblich
von "Kettfäden 3" und "Schussfäden 4" gesprochen.
[0028] Das Formatband 1 kann zum Beispiel in einer Maschine eingesetzt werden, in der Filter
für Zigaretten in Form von endlosen oder zumindest relativ langen Filtersträngen hergestellt
werden, die auch als Filtertow bezeichnet werden. Hierzu wird in nicht dargestellter
Weise heißer Dampf durch das Formatband 1 geführt, um eine Verfestigung des Filtermaterials
zu erreichen, weshalb das Formatband 1 dampfdurchlässig ausgeführt ist. Dieser Vorgang
zur Herstellung sogenannter NWA-Filter, also Filter, an deren Umfang sich kein Filterpapier
befindet, ist an sich bekannt und wird daher nachfolgend nicht detailliert beschrieben.
[0029] Die Kettfäden 3 bestehen aus einem Polyetherketon, vorzugweise aus PEEK, und sind
monofil ausgeführt. Andere in Frage kommende Polyetherketone sind PEKK, PEEEK, PEEKK
und PEKEKK. Die Kettfäden 3 weisen einen Durchmesser von 0,1 bis 0,3 mm, vorzugsweise
0,20 bis 0,24 mm auf, was die erforderliche Festigkeit für das Formatband 1 gewährleistet.
[0030] Die Kettfäden 3 können in nicht dargestellter Weise einen ovalen Querschnitt aufweisen,
wodurch sich eine größere Fläche, ein geringerer Flächendruck und dadurch ein geringerer
Verschleiß ergibt.
[0031] Die Schussfäden 4 sind aus einem nicht-monofilen Garn bzw. einem Fasergarn ausgeführt,
d.h. es handelt sich im Gegensatz zu den Kettfäden 3 nicht um monofile Fäden. Beispielsweise
können die Schussfäden 4, wie in Fig. 3 dargestellt, aus einem gezwirnten Garn ausgeführt
sein. Bei der Ausführungsform von Fig. 3 weist der abgebildete Schussfaden 4 drei
miteinander verzwirnte Garne 5 auf, von denen jedes Garn 5 im vorliegenden Fall eine
Feinheit von 150 dtex aufweist. Hierbei können einzelne der Garne 5 der Schussfäden
4 aus unterschiedlichen Materialien bestehen.
[0032] Im Gegensatz zu einem gezwirnten Garn ist es auch möglich, ein Multifilamentgarn
für die Schussfäden 4 zu verwenden. Ein solches Multifilamentgarn weist in an sich
bekannter Weise eine Vielzahl sehr dünner Fasern auf, die zu einem Garn zusammengefasst
sind. Dieses Multifilamentgarn kann zudem einen sogenannten Schutzdrall aufweisen,
der für ein Zusammenhalten der einzelnen Fasern sorgt.
[0033] Als Material für die Schussfäden 4 kommt ein Polyehterketon, wie beispielsweise PEEK
PEKK, PEEEK, PEEKK und PEKEKK, Leinen, ein flüssigkristallines Polymer oder Aramid
in Frage, wobei, wie oben erwähnt, gegebenenfalls auch mehrere Materialien in ein
und demselben Schussfaden 4 eingesetzt werden kann. Die Verwendung von Leinen für
die Schussfäden 4 ist insbesondere bei der Herstellung von Zigaretten und der damit
verbundenen Verwendung von Papier vorstellbar, wohingegen bei der Herstellung von
NWA-Filtermaterial ein Polyetherketon bevorzugt ist.
[0034] Durch die Kombination der monofilen, aus einem Polyehterketon bestehenden Kettfäden
3 mit den nicht-monofilen Schussfäden 4 ergibt sich eine sehr gute Dampfdurchlässigkeit
des Formatbands 1, verbunden mit einer hohen Temperaturbeständigkeit, einer hohen
Festigkeit und einer sehr guten Formbeständigkeit desselben.
[0035] Um diese gute Dampfdurchlässigkeit des Formatbands 1 noch weiter zu verbessern, können
die Kettfäden 3 und die Schussfäden 4 mittels einer derartigen Bindung miteinander
abgebunden sein, dass das Gewebe 2 lokal dampfdurchlässigere Bereiche aufweist. Mit
der Angabe "lokal dampfdurchlässigere Bereiche" sind an bestimmten Stellen vorgesehene
Bereiche gemeint, deren Dampfdurchlässigkeit höher ist als diejenige der anderen Bereiche.
Beispielsweise kann dies über die Anzahl der Kettfäden 3 pro Längeneinheit über die
Breite des Formatbands 1 eingestellt werden. Des Weiteren kann eine solchen Bindung
vorgesehen sein, bei der die Schussfäden 4 zum Beispiel im Gegensatz zu der Darstellung
von Fig. 1, bei der die Kettfäden 3 und die Schussfäden 4 mittels einer sogenannten
Leinwandbindung abgebunden sind, über bzw. unter mehrere benachbarte Kettfäden 3 geführt
sind. Eine solche längere Flottung der Schussfäden 4 führt dann zu einer von der dargestellten
Leinwandbindung abweichenden Bindung.
[0036] Zur Verfestigung des Gewebes 2, insbesondere zur Erhöhung der Schiebefestigkeit desselben,
können bestimmte Bindungspunkte des Gewebes 2 miteinander verschweißt, insbesondere
laserverschweißt, sein.
[0037] Im Falle des Einsatzes des Formatbands 1 im Zusammenhang mit Filter- oder Zigarettenpapieren
könnte auf eine ansonsten notwendige Beschichtung verzichtet werden, da durch den
Einsatz eines Polyehterketons für die Kettfäden der Reibwert des Formatbands 1 erhöht
wird. Ein weiterer Vorteil einer solchen Lösung bestünde darin, dass sich durch die
fehlende Beschichtung auch der Reibwert des Formatbands 1 während seiner Benutzung
nicht verringern könnte.
[0038] Im Falle der Verwendung von Leinen in den Schussfäden 4 wäre es andererseits auch
möglich, eine Beschichtung auf das Formatband 1 aufzubringen, da solche Beschichtungen
sehr gut auf Leinen halten. Diese Beschichtungen können insbesondere dann sinnvoll
sein, wenn mit dem Formatband 1 Zigaretten unter Einsatz eines Zigarettenpapiers hergestellt
werden.
[0039] Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein endloses oder quasi-endloses Formatband
1. Gegebenenfalls wäre es jedoch auch möglich, das für das Formatband 1 erforderliche
Bandmaterial von einer Bahn- oder Meterware abzuschneiden und an den beiden Enden
miteinander zu verbinden. Beispielsweise kann ein Laserschweißverfahren zum Einsatz
kommen, um die beiden Enden miteinander zu verbinden. Um in diesem Fall die Dampfdurchlässigkeit
des Formatbands 1 in einem bestimmten Bereich nicht zu stark zu verringern, ist es
zu bevorzugen, wenn der Bandabschnitt schräg abgeschnitten wird, sodass die durch
Laserschweißen hergestellte Naht schräg über das Formatband 1 verläuft.
[0040] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Schweißverbindung nachträglich perforiert
wird, um die Dampfdurchlässigkeit zu erreichen. Eine solche Perforierung kann ebenfalls
mit einem Laser durchgeführt werden. Jedoch sind hierfür auch entsprechende Stempel
oder dergleichen geeignet. Auch in anderen Bereichen des Formatbands 1 ist eine solche
Perforierung denkbar, um die Dampfdurchlässigkeit desselben zu verbessern.
[0041] Das hierin als Formatband 1 beschriebene Band könnte auch als Vakuumband zum Transport
verschiedener Gegenstände oder Materialien, wie beispielsweise Tabak oder Filtermaterial,
eingesetzt werden. Gegebenenfalls könnten auch kleine Kartons oder dergleichen mit
dem Formatband 1 transportiert werden.
[0042] In einer nicht dargestellten Ausführungsform können die Kettfäden 3 einen Fadenkern
und eine den Fadenkern umgebende Fadenhülle aufweisen. Dabei können der Fadenkern
und die Fadenhülle unterschiedliche Farben aufweisen, sodass ein Verschleiß der Fadenhülle
durch das sichtbar werden des Fadenkerns erkennbar ist. Dabei weist vorzugsweise der
Fadenkern eine dunklere Farbe als die Fadenhülle auf. Eine solche Ausführungsform
der Kettfäden 3 ist ebenfalls als monofiler Faden anzusehen.
[0043] In einer nicht dargestellten Ausführungsform können auf dem Formatband 1 beispielsweise
per Laser, Ultraschall, digitalem Druck oder durch bestimmte Weboder Wirktechniken
erhöhte oder vertiefte Markierungen erzeugt werden, welche sich bei der Fertigung
in der Art eines Hologramms, Wasserzeichens, Schriftzugs, kunden- bzw. firmenspezifischen
Merkmals, als Initialen oder dergleichen auf dem Filtertow abbilden.
1. Formatband (1), insbesondere zur Herstellung von Zigaretten oder Filtern für Zigaretten,
mit einem Gewebe (2) aus Kettfäden (3) und Schussfäden (4),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kettfäden (3) aus einem Polyetherketon bestehen und monofil ausgeführt sind, und
dass die Schussfäden (4) aus einem nicht-monofilen Garn ausgeführt sind.
2. Formatband nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schussfäden (4) aus einem gezwirnten Garn ausgeführt sind.
3. Formatband nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schussfäden (4) aus einem Multifilamentgarn ausgeführt sind.
4. Formatband nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schussfäden (4) Polyetherketon, Leinen, ein flüssigkristallines Polymer und/oder
Aramid aufweisen.
5. Formatband nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kettfäden (3) aus PEEK bestehen.
6. Formatband nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kettfäden (3) und die Schussfäden (4) mittels einer derartigen Bindung miteinander
abgebunden sind, dass das Gewebe (2) lokal dampfdurchlässigere Bereiche aufweist.
7. Formatband nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest einige der Bindungspunkte des Gewebes (2) laserverschweißt sind.
8. Formatband nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kettfäden (3) einen Durchmesser von 0,1 bis 0,3 mm, vorzugsweise 0,20 bis 0,24
mm, aufweisen.
9. Formatband nach einem der Ansprüche 2 oder 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schussfäden (3) jeweils drei miteinander verzwirnte Garne (5) aufweisen, wobei
jedes Garn (5) eine Feinheit von 150 dtex aufweist.
10. Formatband nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kettfäden (3) einen Fadenkern und eine den Fadenkern umgebende Fadenhülle aufweisen,
wobei der Fadenkern und die Fadenhülle unterschiedliche Farben aufweisen.