[0001] Die Erfindung betrifft eine Bandanordnung für Türen, Fenster oder dergleichen mit
einem Bandteil, das ein Scharnierteil und ein Befestigungsteil umfasst, wobei zur
Schaffung der Justiermöglichkeit des Flügels in dem Rahmen das Befestigungsteil relativ
zu der ihm zugewandten Befestigungsfläche an dem Flügel oder an dem Rahmen verlagerbar
angeordnet ist.
[0002] Eine derartige Bandanordnung ist beispielsweise aus der
DE 101 52 366 C5 bekannt. Sie umfasst ein Aufnahmestück, welches in einem Hohlprofil festlegbar ist.
In dem Aufnahmestück sind Führungsbohrungen vorgesehen, die sich in Lochungen in einer
die Befestigungsseite bildende Profilwandung fortsetzen. An dem Befestigungsteil des
Bandteils sind Tragzapfen vorgesehen, die in die Führungsbohrungen einschiebbar und
wahlweise aufspreizbar ausgestaltet sind, so dass die Festlegung des Bandteils in
der gewünschten Position durch Verklemmen der Tragzapfen in den Führungsbohrungen
erfolgen kann.
[0003] Der Verstellung des Flügels in dem Rahmen zwecks Justierung dient ein Gewindeelement,
welches an dem Befestigungsteil in Verstellrichtung festlegbar ist und ein Außengewinde
aufweist, das in ein komplementäres, in dem Aufnahmestück vorgesehenes Innengewinde
eindrehbar ist.
[0004] Nachteilig ist bei dieser Bandanordnung, dass sie aufgrund der Vielzahl der verschiedenen
Bauteile aufwendig in ihrer Herstellung ist.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Bandanordnung zu schaffen, die
eine Verstellung des Bandteils relativ zur Befestigungsfläche eines Rahmens oder eines
Flügels zum Zwecke der Justierung erlaubt und kostengünstig herstellbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Bandanordnung gelöst.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Bandanordnung ist das Befestigungsteil an einer Befestigungsfläche
des Rahmens oder des Flügels montierbar, die sowohl von der Vorderfläche des Rahmens
oder des Flügels oder einer Schmalseite des Flügels oder des Rahmens gebildet sein
kann. Im ersten Falle würde die Verstellrichtung senkrecht zur Rahmen- oder Flügelebene
verlaufen, im zweiten Falle parallel. Die Bandanordnung umfasst erfindungsgemäß mindestens
ein an der Befestigungsfläche anbringbares Führungsglied, welches in eine Führungsausnehmung
in dem Befestigungsteil führend eingreift, was beispielsweise durch eine zumindest
im wesentlichen spielfreie Aufnahme in der Führungsausnehmung bewerkstelligt werden
kann, so dass das Befestigungsteil senkrecht zur Befestigungsfläche verlagerbar ist.
[0008] Die Bandanordnung umfasst des weiteren ein Verstellglied, welches einen Gewindeschaft
und einen Radialvorsprung aufweist, wobei der Gewindeschaft mit einem komplementären
Gewinde an dem Rahmen oder Flügel und der Radialvorsprung mit einer Aufnahme an dem
Befestigungsteil, oder der Gewindeschaft mit einem komplementären Gewinde an dem Befestigungsteil
und der Radialvorsprung mit einer Aufnahme an dem Rahmen oder Flügel in Eingriff bringbar
ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Bandanordnung benötigt für die Verstellung daher lediglich das
mindestens eine Führungs- und das mindestens eine Verstellglied.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Führungsglied um seine Längsachse
rotationssymmetrisch ausgestaltet, da dies die Herstellung der Bandanordnung vereinfacht.
Es weist ferner einen Gewindefortsatz, mit dem das Führungsglied in den Rahmen oder
den Flügel eindrehbar ist, und einen Führungsbereich, der mit der Führungsausnehmung
des Befestigungsteils des Bandteils zusammenwirkt, auf.
[0011] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Gewindefortsatz einen geringeren Durchmesser
als der Führungsbereich aufweist. Durch diese Maßnahme wird die Befestigung des Führungsgliedes
in der korrekten Position erleichtert, da es nur soweit in den Rahmen oder den Flügel
eingedreht zu werden braucht, bis die Stirnseite des Führungsbereichs mit der Befestigungsfläche
in Anlage kommt.
[0012] Ganz besonders bevorzugt ist dann eine Weiterbildung, bei der an dem dem Gewindefortsatz
gegenüberliegenden Ende des Führungsbereichs ein Radialvorsprung vorgesehen ist. Dieser
dient dann als Anschlag für das Befestigungsteil des Bandteils und begrenzt so den
Verstellbereich.
[0013] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Bandanordnung
ist an dem Befestigungsteil des Bandteils eine Hinterschneidung vorgesehen, in die
der Radialvorsprung des Verstellgliedes eingreift. Durch den somit bewirkten formschlüssigen
Eingriff werden Verstellkräfte von dem Verstellglied in beide Verstellrichtungen zuverlässig
in das Befestigungsteil eingeleitet.
[0014] Bei einer besonders bevorzugten konstruktiven Variante ist die Hinterschneidung von
Randlippen einer im Querschnitt C-förmigen Nut gebildet, die senkrecht zur Verstellrichtung
verläuft. Das Verstellglied kann dann mit der Hinterschneidung auf einfache Weise
durch seitliches Einschieben montiert werden.
[0015] Bei einem ersten Ausführungsbeispiel kann das Gewinde des Gewindefortsatzes des Führungsgliedes
selbstschneidend sein. Diese Ausführungsform ist dann insbesondere zur Montage an
Flügeln oder Rahmen mit massiven oder dickwandigen Rahmenprofilen oder Flügelrändern
geeignet.
[0016] Es ist jedoch ebenfalls möglich, das Gewinde des Gewindefortsatzes des Führungsgliedes
als Maschinengewinde auszubilden.
[0017] Besonders geeignet zur Montage an einem Hohlprofil ist die erfindungsgemäße Bandanordnung
dann, wenn sie ein erstes Gewindeelement mit einem Außengewinde umfasst, welches in
zumindest zwei parallele Wandungen des Profils eindrehbar ist und welches ein zum
Gewindefortsatz des Führungsgliedes komplementäres Innengewinde aufweist. Die Montage
erfolgt dann dadurch, dass zunächst das Gewindeelement in das Profil eingedreht wird
und zwar üblicherweise soweit, dass es nicht oder nur unwesentlich über die Befestigungsfläche
übersteht. Anschließend wird das Führungsglied in das Innengewinde eingedreht. Die
über das Führungsglied eingeleiteten Haltekräfte werden dann über das Gewindeelement
in die zumindest zwei Wandungen des Profils eingeleitet, wodurch die von dem Profil
aufnehmbaren Haltekräfte erheblich erhöht werden.
[0018] Dementsprechend ist bei einer des weiteren bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Bandanordnung ein zweites Gewindeelement mit einem Außengewinde vorgesehen, welches
in zumindest zwei parallele Wandungen des Profils eindrehbar ist und welches ein zum
Gewindefortsatz des Verstellgliedes komplementäres Innengewinde aufweist. Dieses zweite
Gewindeelement dient dann in entsprechender Weise zur Aufnahme des Verstellgliedes,
wobei über das Gewindeelement dann die Verstellkräfte in die von ihm durchsetzten
Profilwandungen eingeleitet werden.
[0019] Die ersten und zweiten Gewindeelemente sind - um die Anzahl von unterschiedlichen
Bauteilen und damit die Herstellungskosten der erfindungsgemäßen Bandanordnung zu
verringern - identisch ausgebildet.
[0020] In der Zeichnung ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Bandanordnung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung dieser Bandanordnung in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig.2
- eine Seitenansicht dieser Bandanordnung im zusammengefügten Zustand (Ansicht A in
Fig. 1)
- Fig.3
- einen Schnitt gemäß Schnittlinie III-III in Fig. 2 an einem Rahmenprofil montiert
sowie
- Fig. 4
- einen Schnitt gemäß Schnittlinie IV-IV in Fig. 2 in einer Fig. 3 entsprechender Darstellung.
[0021] Die in der Zeichnung als Ganzes mit 100 bezeichnete Bandanordnung umfasst ein Bandteil
1, welches ein Befestigungsteil 2 und ein Scharnierteil 3 aufweist. Das Befestigungsteil
2 und das Scharnierteil 3 sind über einen abgewinkelten Verbindungsbereich 4 einstückig
miteinander verbunden, wobei die Dimensionen des Verbindungsbereichs 4 an einen Dichtungsvorsprung
angepasst sind, wie dies in Fig. 3 und 4 erkennbar ist.
[0022] Das Befestigungsteil 2 weist eine im wesentlichen ebene Unterseite 7 auf, die einer
Befestigungsfläche 8 des Flügelprofils 6 zugewandt ist. In das Befestigungsteil 2
sind des weiteren zwei Führungsausnehmungen 9 eingearbeitet, die als Durchgangsbohrungen
ausgebildet sind. Der Durchmesser jeder Führungsausnehmung 9 ist an den Außendurchmesser
eines Führungsbereichs 10 eines Führungsgliedes 11 derart angepasst, dass der Führungsbereich
10 mit der zugehörigen Führungsausnehmung 9 eine im wesentlichen spielfreie Gleitpassung
bildet.
[0023] Von einem stirnseitigen Ende 12 des Führungsbereichs 10 erstreckt sich ein Gewindefortsatz
13, der ein als Maschinengewinde ausgebildetes Außengewinde aufweist. An dem gegenüberliegenden
stirnseitigen Ende ist an dem Führungsglied 11 ein Radialvorsprung 14 vorgesehen.
Er bildet einen Anschlag für das Befestigungsteil 2.
[0024] Ferner umfasst die erfindungsgemäße Bandanordnung ein Verstellglied 15, welches wiederum
einen Gewindefortsatz 16 mit einem Maschinen-Außengewinde und einen Radialvorsprung
17 umfasst. Das Verstellglied 15 ist in Verstellrichtung P formschlüssig an dem Befestigungsteil
2 gelagert, da letzteres eine im Querschnitt C-förmige Nut 18 aufweist, deren Randlippen
19 Hinterschneidungen für den Radialvorsprung 17 bilden.
[0025] Wie aus Fig. 1 sinnfällig wird, kann eine Montage der Bandanordnung an einem Rahmen
oder einem Flügel bereits dadurch erfolgen, dass das Bandteil 1 mittels der Führungs-
und Verstellglieder 11 und 15 ohne weitere Hilfsmittel befestigt wird, indem die Führungs-
und Verstellglieder 11, 15 mit ihren Gewindefortsätzen 13, 16 direkt in entsprechende
Gewindebohrungen in dem Flügel oder in dem Rahmen eingedreht werden.
[0026] Soll jedoch - wie bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel - die
Bandanordnung insbesondere zur Montage an Hohlprofilen geeignet sein, so sind des
weiteren erste Gewindeelemente 20 vorgesehen, die Außengewinde 21 aufweisen, mittels
welcher die Gewindeelemente 20 in zumindest zwei parallele Wandungen 22 des Flügelprofils
6 eindrehbar sind.
[0027] Die Gewindeelemente umfassen eine Gewindebohrung 23, die komplementär zum Gewinde
des Gewindefortsatzes 13 des Führungsgliedes 11 ausgebildet ist. Das Führungsglied
kann dann - wie insbesondere Fig. 4 entnehmbar ist - in die Gewindebohrung 23 eingedreht
werden. Die von ihm übertragenen Haltekräfte werden dann in die Wandungen 22 eingeleitet.
[0028] In entsprechender Weise ist des weiteren ein zweites Gewindelement 24 vorgesehen,
welches ein dem Außengewinde 21 entsprechendes Außengewinde 25 umfasst und in entsprechender
Weise wie das erste Gewindeelement in das Flügelprofil 6 eingedreht ist. In die ebenfalls
vorhandene Gewindebohrung 26 ist das Verstellglied 15 eingedreht. Wie aus Fig. 3 sinnfällig
wird, führt eine Drehung des Verstellgliedes zu einer Verlagerung des Flügels in Verstellrichtung
P, da der Radialvorsprung 17 in die Nut 18 eingreift.
Bezugszeichenliste:
[0029]
- 100
- Bandanordnung
- 1
- Bandteil
- 2
- Befestigungsteil
- 3
- Scharnierteil
- 4
- Verbindungsbereich
- 5
- Dichtungsvorsprung
- 6
- Flügelprofil
- 7
- Unterseite
- 8
- Befestigungsfläche
- 9
- Führungsausnehmungen
- 10
- Führungsbereich
- 11
- Führungsglied
- 12
- stirnseitiges Ende
- 13
- Gewindefortsatz
- 14
- Radialvorsprung
- 15
- Verstellglied
- 16
- Gewindefortsatz
- 17
- Radialvorsprung
- 18
- Nut
- 19
- Randlippen
- 20
- erste Gewindeelemente
- 21
- Außengewinde
- 22
- Wandungen
- 23
- Gewindebohrungen
- 24
- zweites Gewindeelement
- 25
- Außengewinde
- 26
- Gewindebohrung
- A
- Ansicht
- P
- Verstellrichtung
1. Bandanordnung für Türen, Fenster oder dergleichen, mit einem Bandteil (1), das ein
Scharnierteil (3) und ein Befestigungsteil (2) umfasst, wobei das Befestigungsteil
(2) an einer Befestigungsfläche (8) eines Rahmens oder eines Flügels montierbar ist,
mit mindestens einem an der Befestigungsfläche (8) anbringbaren Führungsglied (11),
welches in einer Führungsausnehmung (9) in dem Befestigungsteil (2) führend eingreift,
so dass das Befestigungsteil (2) senkrecht zur Befestigungsfläche (8) verlagerbar
ist, und mit einem Verstellglied (15), das einen Gewindefortsatz (16) und einen Radialvorsprung
(17) aufweist, wobei der Gewindefortsatz (16) mit einem komplementären Gewinde an
dem Rahmen oder Flügel und der Radialvorsprung (17) mit einer Aufnahme an dem Befestigungsteil
(2), oder der Gewindefortsatz (16) mit einem komplementären Gewinde an dem Befestigungsteil
(2) und der Radialvorsprung (17) mit einer Aufnahme an dem Rahmen oder Flügel in Eingriff
bringbar ist.
2. Bandanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsglied (11) um seine Längsachse rotationssymmetrisch ausgebildet ist und
einen Gewindefortsatz (13) und einen Führungsbereich (10) umfasst.
3. Bandanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindefortsatz (13) einen geringeren Durchmesser als der Führungsbereich (10)
aufweist.
4. Bandanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an dem dem Gewindefortsatz (13) gegenüberliegenden Ende des Führungsbereichs (10)
ein Radialvorsprung (14) vorgesehen ist.
5. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Befestigungsteil (2) eine Hinterschneidung vorgesehen ist, in die der Radialvorsprung
(17) des Verstellgliedes (15) eingreift.
6. Bandanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterschneidung von den Randlippen (19) einer im Querschnitt C-förmigen Nut
(18) gebildet ist.
7. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde des Gewindefortsatzes (13) des Führungsgliedes (11) selbstschneidend
ist.
8. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde des Gewindefortsatzes (13) des Führungsgliedes (11) ein Maschinengewinde
ist.
9. Bandanordnung nach Anspruch 8 zur Montage an einem Hohlprofil, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein erstes Gewindeelement (20) mit einem Außengewinde (21) umfasst, welches in
zumindest zwei parallele Wandungen (22) des Profils (6) eindrehbar ist und welches
ein zum Gewindefortsatz (13) des Führungsgliedes (11) komplementäres Innengewinde
aufweist.
10. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein zweites Gewindeelement (24) mit einem Außengewinde (25) umfasst, welches
in zumindest zwei parallele Wandungen (22) des Profils (6) eindrehbar ist und welches
ein zum Gewindefortsatz (16) des Verstellgliedes (15) komplementäres Innengewinde
aufweist.
11. Bandanordnung nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Gewindeelemente (20, 24) identisch ausgebildete Bauteile sind.