[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fördern von Hydraulikfluid in
einem Hydrauliksystem mittels einer elektrisch angetriebenen, unstet fördernden Verdrängerpumpe
oder, genauer gesagt, ein Verfahren zum Glätten einer aufgrund der unsteten Förderung
entstehenden Pulsation des Hydraulikfluids im Hydrauliksystem. Die Erfindung betrifft
desweiteren eine elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit zur Verwendung in dem erfindungsgemäßen
Verfahren.
[0002] Als elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheiten werden Systeme bezeichnet, welche
aus einer hydraulischen Verdrängereinheit, einem Elektromotor und einer zugehörigen
elektrischen Ansteuereinrichtung bestehen. Solche Motor-Pumpen-Einheiten werden umgangssprachlich
häufig als "Power-Pack" bezeichnet. Sie dienen dazu, elektrische Energie in hydraulische
Energie umzuwandeln und finden Einsatz in zahlreichen Anwendungsgebieten, wie im Automobilbereich,
bei mobilen Arbeitsmaschinen oder auch ganz allgemein im Industriesektor.
[0003] Unterschiedliche hydraulische Verdrängereinheiten, Elektromotoren und elektrische
Ansteuerungen für die Elektromotoren sind im Zusammenhang mit solchen Motor-Pumpen-Einheiten
bekannt. Dabei kommen verschiedenste Verdrängerprinzipien zum Einsatz, wie beispielsweise
Innenzahnradpumpen, Außenzahnradpumpen, Kolbenpumpen und dergleichen. Dabei ist allen
diesen Verdrängerprinzipien gemein, dass sich die Verdrängerpumpen trotz eines stetigen
Antriebs mittels des Elektromotors durch eine unstete Förderung des Hydraulikfluids
auszeichnen, was eine mehr oder minder ausgeprägte Pulsation des Drucks in den hydraulischen
Anschlüssen zur Folge hat, sowohl auf der Saugseite als auch - insbesondere - auf
der Druckseite.
[0004] Die Unstetigkeit der Hydraulikfluidförderung ist dadurch bedingt, dass die Verdrängerpumpen
je nach Bauart ein oder mehrere Pumpkammern aufweisen, die sukzessive zunächst Hydraulikfluid
von der Saugseite aufnehmen und anschließend auf der Druckseite ausstoßen. So wird
zum Beispiel bei Kolbenpumpen mit jedem Kolbenhub ein Druckpuls im Hydrauliksystem
generiert. Im Falle von Zahnradpumpen werden mit jeder Umdrehung des Pumpenrads eine
der Anzahl der Pumpenradzähne entsprechende Zarl von Druckpulsen im Hydrauliksystem
erzeugt. Die Pulsationsfrequenz hängt somit von der Geschwindigkeit ab, mit der die
Verdrängerpumpe betrieben wird, das heißt von ihrer "Förderfrequenz", nämlich von
der Häufigkeit pro Zeiteinheit, mit der die Verdrängerpumpe mittels ihrer Pumpkammer
oder Pumpkammern Hydraulikfluid aufnimmt bzw. ausstößt. Die Förderfrequenz ist in
aller Regel regelmäßig, aber das ist keineswegs zwingend.
[0005] Die in Folge des unsteten Fördervolumens auftretende Druckpulsation im Hydraulikfluid
führt zu nachteiligen Erscheinungen im Hydrauliksystem, insbesondere häufig zu störenden
Geräuschen infolge von angeregten Schwingungen.
[0006] Um zu vermeiden, dass die Druckpulsation in das Hydrauliksystem übertragen wird,
werden in bekannten Hydrauliksystemen Sekundärmaßnahmen getroffen und beispielsweise
hydraulische Speicher, sogenannte Pulsationsdämpfer, oder auch Blenden in den Leitungen
integriert, oder die Leitungen werden zumindest teilweise durch Schläuche mit definierter
Nachgiebigkeit, sogenannte Dehnschläuche, gebildet.
[0007] Je nach den jeweiligen Glättungsmaßnahmen entstehen Aufwand und/oder Kosten bei der
Auswahl, Abstimmung, Anordnung und/ oder Montage.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Alternative zum Glätten der Druckpulsation
in einem Hydrauliksystem anzugeben, welche aufgrund der unsteten Förderung mittels
Verdrängerpumpen auftritt. In diesem Zusammenhang ist es eine weitere Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, eine dazu geeignete elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit
vorzuschlagen.
[0009] Dementsprechend sieht ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Fördern von Hydraulikfluid
in einem Hydrauliksystem mittels einer elektrisch angetriebenen, unstet fördernden
Verdrängerpumpe vor, die aufgrund der unsteten Förderung entstehende Pulsation des
Hydraulikfluids im Hydrauliksystem dadurch zu glätten, dass das Antriebsdrehmoment
oder die Drehgeschwindigkeit des elektrischen Antriebs entsprechend der Förderfrequenz
der Verdrängerpumpe geeignet moduliert wird.
[0010] Da die Pulsation im Hydrauliksystem unmittelbar abhängt von der Förderfrequenz der
Verdrängerpumpe, kann für die Zwecke dieser Modulation vorteilhaft ein die Pulsation
charakterisierender Pulsationsparameter erfasst und genutzt werden, beispielsweise
also die Druckpulsation im Hydrauliksystem, und das Antriebsdrehmoment des elektrischen
Antriebs zum Antreiben der Verdrängerpumpe kann entsprechend dieses erfassten Pulsationsparameters
moduliert werden.
[0011] Denn die von den Pumpkammern der Verdrängerpumpe verursachte Pulsation im Hydrauliksystem
erzeugt eine zugeordnete Drehmomentpulsation an der Antriebswelle der Verdrängerpumpe.
Über die entsprechende Modulation des Antriebsdrehmoments des elektrischen Antriebs
auf Basis des erfassten Pulsationsparameters, also beispielsweise auf Basis der im
Hydrauliksystem erfassten Druckpulsation, ist es möglich, die Momentenunstetigkeit
an der Antriebswelle der Verdrängerpumpe auszugleichen und somit die Pulsation schon
an den hydraulischen Anschlüssen zu glätten, das heißt zu eliminieren oder zumindest
zu minimieren.
[0012] Anstatt das Antriebsdrehmoment des elektrischen Antriebs zu modulieren, kann alternativ
auch unmittelbar die Drehgeschwindigkeit des elektrischen Antriebs moduliert werden.
Denn auch die Modulation des Antriebsmoments führt letztlich zu nichts anderem als
einer entsprechenden Änderung, d. h. Modulation, der Drehgeschwindigkeit und daher
im Ergebnis jeweils zu einer zeitlichen Modulation der Förderung durch die Verdrängerpumpe.
[0013] Wird als Hydraulikparameter die Druckpulsation im Hydrauliksystem herangezogen, so
ist es vorteilhaft, den Druck an einem oder mehreren der Hydraulikanschlüsse der Motor-Pumpen-Einheit
zum Beispiel mittels eines Drucksensors zu erfassen, vorzugsweise auf der Druckseite.
Alternativ kann anstelle des Drucks auch die Pulsation des Volumenstroms erfasst werden,
vorzugsweise wieder unmittelbar an einem oder mehreren der Hydraulikenschlüsse der
Motor-Pumpen-Einheit, und vorzugsweise wieder auf der Druckseite.
[0014] Der erfasste Pulsationsparameter, sei es die Pulsation des Hydraulikdrucks oder die
Pulsation des geförderten Volumenstroms, dient dann als Eingangsgröße für die Ansteuereinrichtung
des Elektromotors zur Ausregelung der Pulsation, nachdem der erfasste Pulsationsparameter
in ein von der Ansteuereinrichtung verarbeitbares Signal aufgelöst worden ist. Da
diese Eingangsgröße über die Ansteuereinrichtung des Elektromotors und über die mittels
des Elektromotors angetriebene Verdrängerpumpe wieder auf die Eingangsgröße zurückwirkt,
ergibt sich insgesamt ein geregeltes System.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante wird als Pulsationsparameter anstelle
der Druckpulsation oder der Volumenstrompulsation eine Pulsation bzw. Schwingung des
Antriebsdrehmoments des Elektromotors selbst herangezogen. Denn wie bereits erwähnt,
erzeugt die von der unstet fördernden Verdrängerpumpe hervorgerufene Pulsation eine
zugeordnete Drehmomentpulsation an der Antriebswelle der Verdrängerpumpe. Durch eine
in der elektrischen Ansteuereinrichtung implementierte Schaltung zur Ermittlung des
Drehmoments des Elektromotors kann diese Drehmomentpulsation der Antriebswelle erfasst
und zur Modulierung des Antriebsdrehmoments des Elektromotors zum Antreiben der Verdrängerpumpe
herangezogen werden.
[0016] Für die notwendige Modulierung des Antriebsdrehmoments auf Basis eines solchen Pulsationsparameters
ist eine entsprechend reaktionsschnelle elektrische Ansteuereinrichtung des Elektromotors
erforderlich. Für solche extrem schnellen Zykluszeiten in der Elektronik eignen sich
zum Beispiel Schaltungen mit sogenannten Field Programmable Gate Arrays (FPGAs). Ferner
ist bei der Auswahl des Elektromotors auf ein Modell mit ausreichender Dynamik zu
achten.
[0017] Eine für das vorbeschriebene Verfahren geeignete elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit
umfasst dementsprechend eine unstet fördernde Verdrängerpumpe zum Fördern von Hydraulikfluid
in einem Hydrauliksystem, einen mit der Verdrängerpumpe gekoppelten Elektromotor zum
Antreiben der Verdrängerpumpe und eine mit dem Elektromotor gekoppelte elektrische
Ansteuereinrichtung zum Steuern des Elektromotors, wobei die Verdrängerpumpe, der
Elektromotor und die Antriebseinrichtung vorzugsweise in einem gemeinsamen Gehäuseblock
mit Hydraulikanschlüssen, die zur Kopplung der Motor-Pumpen-Einheit an ein Hydrauliksystem
eingerichtet sind, untergebracht sind. Der Gehäuseblock kann desweiteren vorteilhaft
einen Hydraulikfluidtank für das Hydrauliksystem umfassen. In jedem Falle weist die
elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit zusätzlich als Teil der elektrischen Ansteuereinrichtung
einen Modulator zum Modulieren des Antriebsdrehmoments des Elektromotors entsprechend
der Förderfrequenz der Verdrängerpumpe auf, wobei vorzugsweise desweiteren ein Detektor
zum Erfassen eines der vorbeschriebenen Pulsationsparameter vorgesehen und der Modulator
eingerichtet ist, das Antriebsdrehmoment des Elektromotors auf Basis des erfassten
Pulsationsparameters zu modulieren.
[0018] Das Erfassen eines Pulsationsparameters und Modulieren des Antriebsdrehmoments auf
Basis des erfassten Pulsationsparameters, das heißt die Einrichtung eines vollständigen
Regelsystems, ist aber keineswegs zwingend, um die Pulsation zu glätten. Eine Glättung
wird bereits dann erreicht, wenn die Modulation des Antriebsdrehmoments entsprechend
der Förderfrequenz der Verdrängerpumpe aufgrund von Erfahrungswerten fest voreingestellt
wird. Zwar hängt die Pulsation auch von Eigenschaften des Hydrauliksystems ab, insbesondere
der Elastizität des Hydrauliksystems, so dass ein vollständig geregeltes System unter
Berücksichtigung aktueller Pulsationsparameter vorteilhaft ist. Aber eine feste Voreinstellung
einer von der Förderfrequenz der Verdrängerpumpe abhängenden Modulierung des Antriebsdrehmoments
kann bereits zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen. Zu Optimierungszwecken ist
es auch möglich, diese feste Voreinstellung nachträglich anzupassen oder erst dann
einzustellen, wenn die Motor-Pumpen-Einheit an dem Hydrauliksystem, für das es bestimmt
ist, angeschlossen ist.
[0019] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin, dass die Druckpulsation
an den hydraulischen Anschlüssen minimiert bis nahezu vollständig eliminiert werden
kann. Auf sekundäre Maßnahmen zur Pulsationsreduzierung im Hydrauliksystem kann dadurch
gegebenenfalls verzichtet werden, so dass beispielsweise Montageaufwand und/ oder
Kosten reduziert werden können.
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der begleitenden Zeichnungen beschrieben.
Darin zeigen:
- Figur 1
- eine realistische Darstellung einer elektrohydraulischen Motor-Pumpen-Einheit gemäß
einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Maßstab 1:1,
- Figur 2
- schematisch und idealisiert den zeitlichen Verlauf des Hydraulikdrucks des Antriebsdrehmoments
und der Motordrehzahl in einem Hydrauliksystem mit und ohne Pulsationskompensation,
- Figur 3
- eine realistische Darstellung einer elektrohydraulischen Motor-Pumpen-Einheit gemäß
einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Maßstab 1:1, und
- Figur 4
- eine realistische Darstellung einer elektrohydraulischen Motor-Pumpen-Einheit mit
integriertem Hydrauliktank im Maßstab 1:2.
[0021] Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer elektrohydraulischen Motor-Pumpen-Einheit,
bei welchem eine Verdrängerpumpe 1, ein Elektromotor 2 und eine elektrische Ansteuereinrichtung
3 in einem gemeinsamen Gehäuseblock untergebracht sind. Die Verdrängerpumpe 1 besitzt
zwei Hydraulikanschlüsse 4 zum Anschließen der Motor-Pumpen-Einheit an die Saugseite
und die Druckseite eines Hydrauliksystems. Es können weitere Hydraulikanschlüsse vorgesehen
sein.
[0022] Als Verdrängerpumpen kommen unterschiedlichste unstetig fördernde hydraulische Verdrängereinheiten
in Betracht, wie beispielsweise die eingangs genannten Innenzahnradpumpen, Außenzahnradpumpen,
Kolbenpumpen oder andere Pumpen mit sukzessiv fördernden Pumpkammern. Die Art des
Elektromotors ist für die Erfindung im wesentlichen unkritisch. Entscheidend ist,
dass das von dem Elektromotor bereitgestellte Antriebsdrehmoment für den Elektromotor
1 oder die Drehgeschwindigkeit des Elektromotors 1 einstellbar sind, denn Antriebsdrehmoment
und Drehgeschwindigkeit hängen unmittelbar miteinander zusammen. Zur Einstellung bzw.
Modulierung des Antriebsdrehmoments bzw. der Drehgeschwindigkeit des Elektromotors
2 dient die elektrische Steuerungseinrichtung 3.
[0023] Ein Drucksensor 5 ist an der Hydraulikpumpe 1 so angeordnet, dass der Druck am druckseitigen
Hydraulikanschluss 4 damit gemessen werden kann. Bei reversierenden Motor-Pumpen-Einheiten
kann es zweckmäßig sein, am zweiten Hydraulikanschluss 4 einen weiteren Drucksensor
in entsprechender Weise vorzusehen. Über eine Rückführleitung 6 wird das von dem Drucksensor
5 zur Verfügung gestellte Sensorsignal der elektronischen Ansteuereinrichtung 3 zugeführt.
Das Sensorsignal wird in der elektronischen Ansteuereinrichtung 3 verarbeitet und
dazu verwendet, das Antriebsdrehmoment des Elektromotors entsprechend der Förderfrequenz
der Verdrängerpumpe so zu modulieren, dass es möglichst konstant ist. Im Ergebnis
führt dies auch dazu, dass die Drehgeschwindigkeit des Elektromotors moduliert wird.
Durch geeignete Modulierung des Antriebsdrehmoments bzw. der Drehgeschwindigkeit des
Elektromotors lassen sich die Druckverhältnisse im Hydrauliksystem verändern und durch
geeignete Veränderung Druckschwankungen ausgleichen. Da der Drucksensor 5 Druckschwankungen
unmittelbar am Hydraulikanschluss 4 erfasst und da die am Hydraulikanschluss auftretenden
Druckschwankungen im wesentlichen ausschließlich von der unsteten Förderung des Hydraulikfluids
mittels der Verdrängerpumpe herrühren, lassen sich mit dem beschriebenen Aufbau der
Motor-Pumpen-Einheit gemäß Figur 1 Druckpulsationen im Hydrauliksystem durch geeignete
Modulierung des Antriebsdrehmoments oder der Drehgeschwindigkeit des Elektromotors
glätten.
[0024] Figur 2 zeigt schematisch über der Zeit t den Verlauf des Drucks p im Hydrauliksystem
und den Verlauf des Antriebsdrehmoments M an der Antriebswelle des elektrischen Antriebs
im Vergleich zum Verlauf der Drehgeschwindigkeit (U/ min) des elektrischen Antriebs.
Darin sind mit po, M
0 und Uo/min der Verlauf ohne Druckkompensationssteuerung in Strichlinien dargestellt,
während der Verlauf mit Kompensationssteuerung jeweils als durchgezogene Linie dargestellt
ist. Bei dieser idealisierten Darstellung wird erkennbar, dass bei Betrieb ohne Kompensationssteuerung
der Druck po im Hydrauliksystem und das Antriebsdrehmoment des elektrischen Antriebs
jeweils um einen Mittelwert p
M bzw. M
M schwanken, während die Motordrehzahl konstant bei einer mittleren Drehzahl U
M/min verharrt. In der Realität schwankt dieser Wert U
M/min zwar tatsächlich auch um den Mittelwert U
M/min, jedoch nur geringfügig, weil der Motor aufgrund der unsteten Förderung und der
dadurch bedingten Volumenstrompulsation abwechselnd gegen geringfügig höhere und niedrigere
Drücke im Hydrauliksystem fördert.
[0025] Indem nun das Antriebsdrehmoment Mo des elektrischen Antriebs entsprechend dem am
Hydraulikanschluss 4 gemessenen Hydraulikdruck moduliert wird, wird eine Veränderung
der Drehgeschwindigkeit po des Elektromotors erreicht, mit der Folge, dass der zeitliche
Verlauf des von der Verdrängerpumpe geförderten Hydraulikfluidvolumens eine entsprechende
Änderung erfährt, so dass sich letztlich auch der im Hydrauliksystem und an den Hydraulikanschlüssen
4 anliegende Hydraulikdruck p und das am Elektromotor anliegende Antriebsdrehmoment
M entsprechend ändern. Die Modulation des Antriebsdrehmoments des Elektromotors bzw.
der Drehgeschwindigkeit des Elektromotors wird dabei so eingestellt, dass die Druckpulsation
am Hydraulikanschluss 4 idealerweise vollständig ausgeglichen wird. Das heißt bei
idealisierter Betrachtung, dass zu Zeiten, an denen der Druck po im System aufgrund
der Druckpulsation sinkt, das Antriebsdrehmoment M bzw. die Drehgeschwindigkeit des
Elektromotors so moduliert wird, dass der Elektromotor mehr Volumen pro Zeiteinheit
fördert, um den niedrigeren Systemdruck po auf den mittleren Druck p
M zu bringen, und bei einem höheren Systemdruck po entsprechend umgekehrt.
[0026] Figur 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer elektrohydraulischen Motor-Pumpen-Einheit.
Bei diesem Ausführungsbeispiel wird ein anderer Pulsationsparameter zur Modulation
des Antriebsdrehmoments bzw. der Drehgeschwindigkeit des Elektromotors 2 herangezogen,
nämlich anstelle des Hydraulikdrucks po im Hydrauliksystem wird das Antriebsdrehmoment
Mo des Elektromotors 2 als Basis für die Modulation genutzt. Das heißt, es wird mittels
einer Auswerteschaltung der elektrischen Steuereinrichtung 3 überwacht, inwieweit
das Antriebsdrehmoment Mo des Elektromotors 2 aufgrund der unstetig fördernden Verdrängerpumpe
1 pulsiert, und dieser Pulsationsparameter dient in der elektrischen Ansteuereinrichtung
3 dazu, das Antriebsdrehmoment bzw. die Drehgeschwindigkeit des Elektromotors 2 so
zu regeln, dass jegliche Antriebsdrehmomentschwankungen möglichst ausgeglichen werden.
Diese technische Lösung ist konstruktiv am wenigsten aufwändig und führt in einfacher
Weise zu einer Glättung der Druckpulsation im Hydrauliksystem, weil jegliche Druckpulsation
im Hydrauliksystem auf das am Elektromotor 2 anliegende Drehmoment Mo zurückwirkt.
[0027] Figur 4 zeigt eine Motor-Pumpen-Einheit mit hydraulischer Verdrängereinheit 1, Elektromotor
2 und integriertem Hydrauliktank 7, so wie sie bevorzugt in einem Hydrauliksystem
zum Einsatz kommt. Mit 8 sind die Hydraulikleitungen gekennzeichnet. Die elektrische
Steuerungseinrichtung 3 ist hier nicht deutlich erkennbar sondern Teil des Elektromotors
2.
[0028] Bei den zuvor beschriebenen Pulsationskompensationsschaltungen ist eine entsprechend
schnelle elektrische Ansteuerung des Elektromotors 1 wegen der extrem schnellen Zykluszeiten
erforderlich. Dazu eignen sich vorteilhaft Schaltungen mit Field Programmable Gate
Arrays (FPGAs), wobei natürlich auch bei der Auswahl des Elektromotors 1 auf ein Modell
mit ausreichender Dynamik zu achten ist.
1. Elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit, umfassend eine unstet fördernde Verdrängerpumpe
(1), die zum Fördern von Hydraulikfluid in einem Hydrauliksystem eingerichtet ist,
einen mit der Verdrängerpumpe (1) gekoppelten Elektromotor (2), der zum Antreiben
der Verdrängerpumpe (1) eingerichtet ist, und eine mit dem Elektromotor (2) gekoppelte
elektrische Ansteuereinrichtung (3), die zum Steuern des Elektromotors eingerichtet
ist, gekennzeichnet durch einen Modulator als Teil der elektrischen Ansteuereinrichtung (3), der eingerichtet
ist, ein Antriebsdrehmoment (M) oder eine Drehgeschwindigkeit des Elektromotors (2)
zum Antreiben der Verdrängerpumpe (1) entsprechend einer Förderfrequenz der Verdrängerpumpe
(1) zu modulieren.
2. Motor-Pumpen-Einheit nach Anspruch 1, wobei die Verdrängerpumpe (1), der Elektromotor
(2) und die elektrische Ansteuereinrichtung (3) in einem gemeinsamen Gehäuseblock
mit Hydraulikanschlüssen (4), die zur Kopplung der Motor-Pumpen-Einheit an ein Hydrauliksystem
eingerichtet sind, untergebracht sind, wobei der Gehäuseblock vorzugsweise desweiteren
einen Hydraulikfluidtank (7) für Hydraulikfluid umfasst.
3. Motor-Pumpen-Einheit nach Anspruch 1 oder 2, umfassend einen Detektor (5), der eingerichtet
ist, einen Pulsationsparameter zu erfassen, welcher von einer aufgrund unsteter Förderung
von Hydraulikfluid in einem Hydrauliksystem entstehenden Pulsation herrührt, wobei
der Modulator eingerichtet ist, das Antriebsdrehmoment oder eine Drehzahl des Elektromotors
(2) auf Basis des erfassten Pulsationsparameters zu modulieren.
4. Motor-Pumpen-Einheit nach Anspruch 3, die als Detektor (5) einen Drucksensor umfasst,
welcher eingerichtet ist, einen Hydraulikdruck (po) als den Pulsationsparameter zu
erfassen.
5. Motor-Pumpen-Einheit nach Anspruch 3 mit Anspruch 2, die als Detektor (5) einen Drucksensor
an einem der Hydraulikanschlüsse (4) umfasst, welcher eingerichtet ist, einen an dem
Hydraulikanschluss (4) anliegenden Hydraulikdruck (po) als den Pulsationsparameter
zu erfassen.
6. Motor-Pumpen-Einheit nach Anspruch 3, die als Detektor eine Auswerteschaltung umfasst,
welche eingerichtet ist, das Antriebsdrehmoment (M0) des Elektromotors (2) als den Pulsationsparameter zu erfassen, wobei die Auswerteschaltung
vorzugsweise in der elektrischen Anstcuereinrichtung (3) implementiert ist.
7. Motor-Pumpen-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Modulator eine Schaltung
mit FPGA (Field Programmable Gate Array) umfasst.
8. Hydrauliksystem, umfassend Hydraulikleitungen (8) und eine an die Hydraulikleitungen
(8) angeschlossene Motor-Pumpen-Einheit gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7.
9. Verfahren zum Fördern von Hydraulikfluid in einem Hydrauliksystem mittels einer elektrisch
angetriebenen, unstet fördernden Verdrängerpumpe (1), gekennzeichnet durch den Schritt des Glättens einer aufgrund der unsteten Förderung entstehenden Pulsation
des Hydraulikfluids im Hydrauliksystem, indem ein Antriebsdrehmoment (M) oder eine
Drehgeschwindigkeit des elektrischen Antriebs (2) entsprechend einer Förderfrequenz
der Verdrängerpumpe (1) moduliert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei beim Schritt des Glättens ein die Pulsation charakterisierender
Pulsationsparameter erfasst und das Antriebsdrehmoment (M) oder die Drehzahl des elektrischen
Antriebs (2)auf Basis des erfassten Pulsationsparameters moduliert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Antriebsdrehmoment (M) oder die Drehzahl des
elektrischen Antriebs (2) auf Basis einer im Hydraulikfluid gemessenen Druckpulsation
(po) moduliert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Antriebsdrehmoment des elektrischen Antriebs
auf Basis einer am elektrischen Antrieb gemessenen Drehmomentpulsation (Mo) moduliert
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei das Modulieren des Antriebsdrehmoments
(M) oder der Drehzahl des elektrischen Antriebs über eine Schaltung mit FPGA (Field
Programmable Gate Array) erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13 unter Verwendung einer Motor-Pumpen-Einheit
nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13 in einem Hydrauliksystem nach Anspruch
8.