[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements
sowie ein fadenberührendes Element, insbesondere für Strick- oder Wirkmaschinen.
[0002] Figur 1 zeigt ein Stanzteil 10 zur Herstellung eines fadenberührenden Elements gemäß
dem Stand der Technik. Ein derartiges Stanzteil zeigt beispielsweise die
US 2,696,721 A. Das Stanzteil 10 weist eine Geometrie mit einer Längsachse S auf, wobei entlang
der Längsachse S ein erstes Wangenteil 11 und ein zweites Wangenteil 12 direkt aneinander
entlang einer Auflagekante 14 anliegen. Das Stanzteil 10 weist eine Gesamtlänge L
und eine Länge 1A der Auflagekante 14 auf. Das Stanzteil 10 wird entlang der Längsachse
S gefaltet, so dass die beiden Wangenteile 11, 12 mit ihren Seitenflächen zumindest
abschnittsweise parallel zueinander ausgerichtet sind, um das fadenberührende Element
zu bilden. Die Auflagekante 14 wird dabei durch die Faltkante gebildet. Nachteilig
bei diesem Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements sowie dem daraus
resultierenden fadenberührenden Element ist, dass im Bereich der Auflagekante 14 eine
V-förmige Auflagekante 14 gebildet wird und die beiden Wangenteile 11, 12 im Bereich
der Auflagekante 14 nicht parallel und damit nicht flächig aneinander anliegen. Dadurch
bedingt sind in das fadenberührende Element einzulegende Teile eventuell Verspannungen
ausgesetzt, wodurch die Funktion des fadenberührenden Elements beeinträchtigt wird.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren zur Herstellung eines
fadenberührenden Elements bereitzustellen, welches die Parallelität der beiden Wangenteile
über die Höhe verbessert. Weiterhin besteht die Aufgabe der Erfindung darin, ein fadenberührendes
Element bereitzustellen, welches vorteilhaft herzustellen ist.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden
Elements mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 oder 15 sowie ein fadenberührendes
Element mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9, 14 oder 17.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements, insbesondere
für Strick- oder Wirkmaschinen, wobei das fadenberührende Element eine Gesamtlänge
und eine Länge einer Auflagekante aufweist, weist die folgenden Schritte auf: Zunächst
wird ein flaches Band mit einer Länge bereitgestellt, welches mindestens der Gesamtlänge
des fadenberührenden Elements entspricht. Anschließend wird ein Stanzteil mit zwei
Wangenteilen ausgestanzt, wobei das Stanzteil eine Längsachse aufweist, welche parallel
zur Gesamtlänge verläuft, und wobei der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen zumindest
über einen Abschnitt der Länge der Auflagekante des Elements freigestanzt wird. Die
beiden Wangenteile bleiben dabei jedoch verbunden, entweder über den verbleibenden
Abschnitt der Länge der Auflagekante oder über sich in Längsrichtung an die Gesamtlänge
anschließende Bereiche. Anschließend werden die beiden Wangenteile aufeinander gefaltet,
wobei die Längsachse die Faltkante bildet. Bei einem spiegelsymmetrischen Stanzteil
kann die Längsachse insbesondere durch die Symmetrieachse gebildet werden. Unter einem
Aufeinanderfalten ist dabei der Schritt des Faltens zu verstehen, bei welchem die
beiden Wangenteile im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet werden. Es ist
nicht zwingend eine flächige Anlage der einander gegenüberliegenden Seitenflächen
der Wangenteile erforderlich, sondern es kann auch ein Freiraum zwischen den beiden
im wesentlichen parallel ausgerichteten Wangenteilen gebildet werden.
[0007] Das Freistanzen hat zur Folge, dass die beiden Wangenteile des Stanzteils nicht wie
gemäß dem Stand der Technik direkt aneinander angrenzen, sondern zwischen ihnen im
Bereich des Abschnitts der Länge der Auflagekante, in welchem der Bereich zwischen
den beiden Wangenteilen freigestanzt wurde, in der Ebene des Stanzteils ein Abstand
angeordnet ist, so dass jedes der beiden Wangenteile eine Kante aufweist, welche erst
nach Aneinanderfalten der beiden Wangenteile parallel zueinander zu liegen kommen
und gemeinsam die Auflagekante des fadenberührenden Elements bilden. Die beiden Wangenteile
können dadurch auch nach dem Aufeinanderfalten auch im Bereich der Auflagekante über
die gesamte Höhe, welche senkrecht zur Auflagekante ausgerichtet ist, im wesentlichen
parallel zueinander angeordnet werden.
[0008] Vorteilhafterweise wird der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen zumindest über
einen Abschnitt von 60 % der Länge der Auflagekante, vorzugsweise über einen Abschnitt
von wenigstens 80 % der Länge der Auflagekante, besonders bevorzugt über einen Abschnitt
von wenigstens 90 % der Länge der Auflagekante, freigestanzt, um auf diese Weise einen
möglichst langen Bereich bereitstellen zu können, in welchem die beiden Wangenteile
über die gesamte Höhe im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind.
[0009] Vorteilhafterweise wird der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen über die gesamte
Länge der Auflagekante des fadenberührenden Elements freigestanzt, so dass die beiden
Wangenteile über die gesamte Länge der Auflagekante über die gesamte Höhe im wesentlichen
parallel zueinander angeordnet werden können.
[0010] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Bereich zwischen
den beiden Wangenteilen abgesehen von einem oder mehreren Stegen freigestanzt wird.
Dabei sind die Stege insbesondere derart schmal ausgebildet, dass sie einen möglichst
geringen Anteil der Länge der Auflagekante ausmachen. Nach dem Aufeinanderfalten der
Wangenteile können die Stege Laufpunkte der Auflagekante des fadenberührenden Elements
bilden.
[0011] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Länge
des Metallbands größer ist als die Gesamtlänge des fadenberührenden Elements und dass
nach dem Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile die die Wangenteile in Längsrichtung
überragenden Bereich des Metallbands entfernt werden. Dies ermöglicht insbesondere
ein Freistanzen des Bereichs zwischen den beiden Wangenteilen über die Gesamtlänge
der Auflagekante, ohne dass das Stanzteil in zwei voneinander unabhängige Teile zerfällt.
[0012] Vorteilhafterweise werden vor dem Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile Einlegeteile,
beispielsweise Federn, Zungen oder Drehlager für Zungen oder andere Funktionsteils,
zwischen die Wangenteile eingelegt. Eine Montage von Einlegeteilen ohne Vorspannung
und/oder ohne Verklemmung ist auf diese Weise einfach und ohne großen Aufwand möglich.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden in einem zusätzlichen
Arbeitsschritt Ausnehmungen, insbesondere Ausnehmungen zur Aufnahme von Einlegeteilen
oder Ausnehmungen zur Aufnahme von Schmiermittel, wie beispielsweise Öl, in die Wangenteile
geprägt. Derartige Strukturen können somit einfach und kostengünstig hergestellt werden.
[0014] Besonders bevorzugt wird in einem zusätzlichen Arbeitsschritt in jedes Wangenteil
ein Loch für ein Drehlager einer Zunge geprägt und insbesondere anschließend das Drehlager
einer Zunge vor dem Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile eingelegt, wodurch die
Montage einer Zungennadel als fadenberührendes Element besonders einfach möglich wird.
[0015] Das erfindungsgemäße fadenberührende Element, insbesondere für Strick- oder Wirkmaschinen,
mit einer Gesamtlänge und einer Länge einer Auflagekante weist über die Gesamtlänge
zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile auf, welche mit ihren Seitenflächen
im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und miteinander verbunden sind, wobei
die Wangenteile vor dem Aufeinanderfalten nicht oder nur über einen Abschnitt der
Gesamtlänge miteinander verbunden sind. Bei einem derartigen fadenberührenden Element
können die beiden Wangenteile über große Teile der Auflagekante über die gesamte Höhe
im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet werden.
[0016] Bei einem alternativen erfindungsgemäßen fadenberührenden Element, insbesondere für
Strick- oder Wirkmaschinen, mit einer Gesamtlänge und einer Länge einer Auflagekante,
welches über die Gesamtlänge zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile aufweist,
welche mit ihren Seitenflächen im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und
miteinander verbunden sind, sind die Wangenteile vor dem Aufeinanderfalten im Bereich
der Gesamtlänge nicht miteinander verbunden und über in Längsrichtung an die Gesamtlänge
angrenzende Bereiche miteinander verbunden. Auch bei einem derartigen fadenberührenden
Element können Verformungen entlang der Auflagekante vermieden werden, da die Wangenteile
über die gesamte Länge der Auflagekante nicht gefaltet werden, so dass ein im wesentlichen
paralleles Zueinanderausrichten der Wangenteile über die gesamte Länge der Auflagekante
möglich ist.
[0017] Unerwünschte Verformungen können besonders wirkungsvoll vermieden werden, wenn der
Abschnitt eine Länge von höchstens 40 %, vorzugsweise weniger als 20 %, besonders
bevorzugt weniger als 10 % der Gesamtlänge des fadenberührenden Elements aufweist.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Wangenteile gestanzt
sind und mittels wenigstens eines Stegs, vorzugsweise mittels mehrerer Stege, miteinander
verbunden sind, wobei beim Auflegen der Wangenteile eine Faltkante quer zu den Stegen
verläuft. Die Stege sind insbesondere derart schmal ausgebildet, dass auch ihre summierte
Gesamtbreite lediglich einen kleinen Abschnitt der Gesamtlänge des fadenberührenden
Elements ausmacht.
[0019] Vorteilhafterweise sind die Stege im Bereich der Länge der Auflagekante angeordnet.
Die Stege können dabei Laufpunkte der Auflagekante bilden.
[0020] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Wangenteile
als zwei unabhängige Elemente gefertigt, insbesondere gestanzt, sind, was ein einfaches
und kostengünstiges Herstellungsverfahren ermöglicht.
[0021] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements, insbesondere
für Strick- oder Wirkmaschinen, wobei das fadenberührende Element eine Gesamtlänge
und eine Länge einer Auflagekante aufweist, gemäß der Erfindung weist folgende Schritte
auf: Zunächst wird ein flaches Band mit einer Länge bereitgestellt, welche mindestens
der Gesamtlänge des fadenberührenden Elements entspricht. Anschließend wird ein Stanzteil
mit zwei Wangenteilen ausgestanzt, wobei das Stanzteil eine Längsachse aufweist, welche
parallel zur Gesamtlänge verläuft und insbesondere als Symmetrieachse ausgebildet
ist. Schließlich werden die beiden Wangenteile entlang wenigstens zweier Faltkanten,
welche parallel zueinander symmetrisch beiderseits der Längsachse angeordnet sind,
aufeinandergefaltet. Bei einem Aufeinanderfalten der Wangenteile gemäß dem Stand der
Technik entsteht an der einen Faltkante ein Faltwinkel von etwa 180°, welcher sich
nur kaum realisieren lässt und die Verformungen hervorruft. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren werden wenigstens zwei parallel zueinander verlaufende Faltkanten ermöglicht,
wobei an jeder Faltkante ein Winkel von weniger als 180°, beispielsweise bei genau
zwei Faltkanten ein Winkel von etwa 90°, vorhanden ist. Derartige Faltwinkel weisen
deutlich weniger Verformungen auf und lassen sich günstiger und oft präziser ausführen.
[0022] Bei einem weiteren erfindungsgemäßen fadenberührenden Element, insbesondere für Strick-
oder Wirkmaschinen, mit einer Gesamtlänge und einer Länge einer Auflagekante, welches
über die Gesamtlänge zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile aufweist,
welche mit ihren Seitenflächen im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und
miteinander verbunden sind, sind die Wangenteile wenigstens über einen Abschnitt der
Gesamtlänge miteinander verbunden und die beiden Wangenteile sind entlang wenigstens
zweier parallel zueinander verlaufender Faltkanten aufeinandergefaltet. Auch bei einem
derartigen fadenberührenden Element wird es ermöglicht, die beiden Wangenteile über
einen Großteil der Länge über die gesamte Höhe im wesentlichen parallel zueinander
anzuordnen.
[0023] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das fadenberührende
Element insbesondere bei genau zwei parallel zueinander ausgerichteten Faltkanten
an jeder der Faltkanten einen Faltwinkel von etwa 90° aufweist. Bei derartig kleinen
Faltwinkeln ergibt sich in vorteilhafterweise ein Freiraum zum spannungsfreien Einlegen
von Einlegeteilen.
[0024] Jedes der beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen fadenberührenden Elements
kann vorteilhafterweise als Nadel, insbesondere Zungennadel oder Schiebernadel, als
Maschenübertragungselement oder als Steuerelement, beispielsweise Schieber, ausgebildet
sein, da sich insbesondere bei derartigen fadenberührenden Elementen die erfindungsgemäßen
Herstellungsweisen besonders günstig auswirken.
[0025] Vorteilhafterweise sind zwischen den beiden Wangenteilen jeder der Ausführungsform
des erfindungsgemäßen fadenberührenden Elements Einlegeteile, beispielsweise Federn,
Zungen, Drehlager für Zungen oder andere Funktionsteile, angeordnet. Diese können
vorteilhafterweise ohne Verspannungen zwischen die im wesentlichen parallel zueinander
ausgerichteten Wangenteile angeordnet werden.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen fadenberührenden Elemente
weist wenigstens eines, vorteilhafterweise beide der Wangenteile Ausnehmungen, insbesondere
Ausnehmungen zur Aufnahme von einlegeteilen oder Ausnehmungen zur Aufnahme von Schmiermittel,
wie beispielsweise Öl.
[0027] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren ausführlich erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Stanzteil zur Herstellung eines fadenberührenden Elements gemäß dem Stand der
Technik,
- Figur 2
- ein Ausführungsbeispiel eines Stanzteils zur Herstellung eines fadenberührenden Elements
gemäß der Erfindung,
- Figur 3
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Stanzteils zur Herstellung eines fadenberührenden
Elements gemäß der Erfindung,
- Figur 4
- einen Querschnitt entlang Linie A-A in Figur 3 durch ein Stanzteil gemäß Figur 3 nach
dem Falten,
- Figur 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Stanzteils zur Herstellung eines fadenberührenden
Elements gemäß der Erfindung und
- Figur 6
- einen Querschnitt durch ein alternatives Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
fadenberührenden Elements.
[0028] Figur 2 zeigt ein Stanzteil 20 zur Herstellung eines fadenberührenden Elements insbesondere
für Strick- oder Wirkmaschinen, insbesondere einer Nadel, besonders bevorzugt einer
Zungennadel. Das fadenberührende Element kann alternativ auch als Schiebernadel, als
Maschenübertragungselement oder als Steuerelement, beispielsweise als Schieber, ausgebildet
sein. Das Stanzteil 20 weist eine Gesamtlänge L sowie eine Auflagekante 24 mit einer
Länge 1A auf. Als Auflagekante 24 wird insbesondere die Kante des zu bildenden fadenberührenden
Elements bezeichnet, auf welcher das fadenberührende Element bei Einsatz in einer
Strick- oder Wirkmaschine aufliegt und auf welcher sich das fadenberührende Element
ggfs. gegenüber feststehenden Komponenten der Strick- oder Wirkmaschine bewegt.
[0029] Das Stanzteil 20 weist ein erstes Wangenteil 21 und ein zweites Wangenteil 22 auf.
Das Stanzteil 20 weist eine Längsachse S auf, welche zwischen den beiden Wangenteilen
21, 22 angeordnet ist. Die beiden Wangenteile 21, 22 sind insbesondere spiegelsymmetrisch
zur Längsachse S angeordnet.
[0030] Das Stanzteil 20 ist derart ausgebildet, dass die Wangenteile 21, 22 über die Gesamtlänge
L und damit insbesondere über die gesamte Länge 1A der Auflagekante 24 freigestanzt
sind, was bedeutet, dass die Wangenteile 21, 22 in der Ebene des Stanzteils über die
Gesamtlänge L zueinander beabstandet sind. Es werden somit zwei voneinander unabhängige
Wangenteile 21, 22 gestanzt.
[0031] Das erste Wangenteil 21 weist dabei eine Kante 24a, das zweite Wangenteil 22 eine
Kante 24b auf, welche beim Stanzprozess parallel zueinander und über die gesamte Länge
1A der Auflagekante 24 beabstandet zueinander angeordnet sind. Insbesondere besteht
keinerlei Verbindung entlang der Auflagekante 24 zwischen den beiden Wangenteilen
21, 22.
[0032] Optional können in einem weiteren Bearbeitungsschritt Ausnehmungen, beispielsweise
Löcher 27 für ein Drehlager einer Zunge, in die Wangenteile 21, 22 geprägt werden.
[0033] Die beiden Wangenteile 21, 22 werden anschließend derart aneinandergelegt oder aufeinander
gefaltet, dass die Kanten 24a, 24b im wesentlichen zueinander ausgerichtet sind und
die Auflagekante 24 des entstehenden fadenberührenden Elements bilden.
[0034] Vor dem Aufeinanderfalten der Wangenteile 21, 22 können Einlegeteile zwischen die
Wangenteile 21, 22 eingelegt werden. Als Einlegeteile kommen dabei insbesondere Drehlager
für Zungen und Zungen sowie Federelemente für die Zungen oder sonstige Funktionsteile
in Frage.
[0035] In einem weiteren optionalen Bearbeitungsschritt können Ausnehmungen für diese Einlegeteile
oder für sonstige in den Zwischenraum zwischen den beiden Wangenteilen 21, 22 einzubringende
Komponenten wie beispielsweise Schmiermittel, insbesondere Öl, eingebracht werden.
[0036] Nachdem die Wangenteile 21, 22 aufeinander gefaltet wurden, werden sie miteinander
verbunden, beispielsweise durch Schweißen.
[0037] Figur 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Stanzteils 20, welches sich
von dem in Figur 2 dargestellten Stanzteil 20 dadurch unterscheidet, dass im Bereich
der Länge 1A der Auflagekante 24 zwischen den beiden Wangenteilen 21, 22 mehrere,
insbesondere drei, Stege 25 angeordnet sind, welche die beiden Wangenteile 21, 22
miteinander verbinden. Insbesondere wird auf diese Weise ein einstückiges Stanzteil
20 gebildet. Das Stanzteil 20 weist eine Längsachse S auf, welche in diesem Fall insbesondere
quer zu den Stegen 25 und parallel zu den Kanten 24a, 24b verläuft. Vorteilhafterweise
ist die Längsachse S als Symmetrieachse ausgebildet. Bei dem Stanzteil 20 ist der
Bereich zwischen den beiden Wangenteilen 21, 22 über einen Abschnitt der Länge 1A
der Auflagekante 24, nämlich nahezu über die gesamte Länge 1A der Auflagekante 24
abgesehen von den Stegen 25, freigestanzt. Bei Aufeinanderlegen oder Aufeinanderfalten
der Wangenteile 21, 22 wird das Stanzteil 20 entlang der Längsachse S gefaltet. Insbesondere
verläuft die Faltkante somit durch die Stege 25. Eventuell auftretende V-förmige Verformungen
entstehen somit lediglich innerhalb der Stege 25, während die Kanten 24a, 24b parallel
zueinander zu einer Auflagekante 24 aneinander gelegt werden können. Insbesondere
bilden die Stege 25 Laufpunkte der auf diese Weise gebildeten Auflagekante 24, da
ein direkter Kontakt des auf diese Weise gebildeten fadenberührenden Elements mit
Komponenten der Strick- oder Wirkmaschine im Wesentlichen über die Stege 25 erfolgt.
[0038] Bei Herstellung eines fadenberührenden Elements mit dem Stanzteil 20 wie in Figur
3 dargestellt erfolgt ein Freistanzen des Bereichs zwischen den beiden Wangenteilen
21, 22 abgesehen von den Stegen 25 über nahezu die gesamte Länge 1A der Auflagekante
24. Die Gesamtbreite der Stege 25 ist klein im Vergleich zur Länge 1A der Auflagekante
24 und beträgt beispielsweise weniger als 10 % der Länge 1A. Beim Aufeinanderfalten
der Wangenteile 21, 22 entstehen entlang der Auflagekante 24 somit nahezu keine Verformungen
der Wangenteile 21, 22.
[0039] Figur 4 zeigt einen Querschnitt, d. h. einen Schnitt quer zur Auflagekante 24 und
im wesentlichen parallel zur Höhe der Wangenteile 21, 22 durch das Stanzteil 20 gemäß
Figur 3 nach dem Faltprozess. Erkennbar ist, dass die Wangenteile 21, 22 über ihre
gesamte Höhe im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind, während die V-förmige
Verformung lediglich im Bereich des Stegs 25 ausgebildet ist. Zwischen den Wangenteilen
21, 22 entsteht ein Freiraum, in welchen die Einlegeteile ohne Verspannungen, die
durch nicht parallel ausgerichtete Wangenteile 21, 22 entstehen könnten, eingelegt
werden können.
[0040] Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Stanzteils 20, welches sich von
dem in Figur 2 dargestellten Stanzteil 20 dadurch unterscheidet, dass die Wangenteile
21, 22 über Bereiche 30 miteinander verbunden sind, welche außerhalb des Bereichs
der Gesamtlänge L des Stanzteils 20, insbesondere angrenzend an die Wangenteile 21,
22, liegen. Das Stanzteil 20 wird dazu aus einem Metallband 40 gestanzt, welches eine
Länge 1B aufweist, die größer ist als die Gesamtlänge L des Stanzteils 20. Die Bereiche
30 sind einstückig an den Wangenteilen 21, 22 angeordnet und verbinden jeweils die
beiden Endbereiche der Wangenteile 21, 22 quer zur Längsachse S, jedoch nicht im Bereich
direkt zwischen den Wangenteilen 21, 22, sondern in Längsrichtung gesehen im Anschluss
an die Wangenteile 21, 22. Die Gesamtlänge des Stanzteils 20 einschließlich der Bereiche
30 ist dabei größer als die Gesamtlänge L des Stanzteils 20.
[0041] Über die gesamte Länge L des Stanzteils 20, insbesondere über die Längs 1A der Auflagekante
24, sind die beiden Wangenteile 21, 22 somit freigestanzt. Nach Ausstanzen eines derartigen
Stanzteils 20 und gegebenenfalls weiterer Bearbeitungsschritte in Form von Prägungen
oder Ähnlichem, werden die beiden Wangenteile 21, 22 entlang der Längsachse S aufeinander
gefaltet, wobei Faltkanten lediglich in den Bereichen 30 auftreten, so dass Verformungen
von den Bereichen 30 aufgenommen werden, die Wangenteile 21, 22 durch den Faltprozess
jedoch nicht beeinträchtigt werden. Nachdem die Wangenteile 21, 22 aufeinander gefaltet
wurden und insbesondere miteinander verbunden wurden, können die Bereiche 30 entfernt
werden.
[0042] Es ist für alle genannten Ausführungsbeispiele möglich, die Stanzteile 20 aus einem
Endlosmetallband 40 zu fertigen oder ein Endlosmetallband 40 mit einer Länge 1B bereitzustellen,
welche der Länge des Stanzteils 20, je nach Ausführungsform mit oder ohne die Bereiche
30, entspricht.
[0043] Figur 6 zeigt einen Querschnitt durch ein fadenberührendes Element, welches mittels
eines erfindungsgemäßen Verfahrens aus einem Stanzteil 50 gefertigt wurde, wobei das
Stanzteil 50 vorteilhafterweise dem in Figur 1 dargestellten Stanzteil 10 entspricht,
aber auch den in den Figuren 3 oder 5 dargestellten Stanzteilen 20 entsprechend könnte.
Das Stanzteil 50 weist eine Geometrie mit einer Längsachse S, welche vorteilhafterweise
als Symmetrieachse ausgebildet ist, auf. Das Stanzteil 50 weist ein erstes Wangenteil
51 und ein zweites Wangenteil 52 auf. Das Stanzteil 50 wird zum Herstellen des fadenberührenden
Elements entlang einer ersten Faltkante F1 um einen Faltwinkel von etwa 90° gefaltet
und anschließend entlang einer zweiten Faltkante F2 um einen Faltwinkel von etwa 90°
gefaltet. Die beiden Faltkanten F1 und F2 verlaufen parallel zueinander und insbesondere
parallel beiderseits der Längsachse S, insbesondere symmetrisch zur Längsachse S.
Es entsteht ein Freiraum zwischen den beiden Wangenteilen 51, 52, in welchen Einlegeteile,
beispielsweise Federn, Zungen, Drehlager für Zungen oder sonstige Funktionsteile,
verspannungsfrei eingesetzt werden können. Der Bereich zwischen den beiden Faltkanten
F1 und F2 bildet eine Auflagekante 54. Wie bei den in den Figuren 2, 3 und 5 beschriebenen
Ausführungsbeispielen auch können die Wangenteile 51, 52 vor dem Aufeinanderfalten
bearbeitet, beispielsweise geprägt werden. Weiterhin können wie bei den in den Figuren
2, 3 und 4 beschriebenen Ausführungsbeispielen auch Einlegeteile wie Federn oder Zungen
vor dem Aufeinanderfalten zwischen die Wangenteile 51, 52 gelegt werden.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Stanzteil
- 11
- erstes Wangenteil
- 12
- zweites Wangenteil
- 14
- Auflagekante
- 20
- Stanzteil
- 21
- erstes Wangenteil
- 22
- zweites Wangenteil
- 24a
- Kante
- 24b
- Kante
- 24
- Auflagekante
- 25
- Steg
- 27
- Loch
- 30
- Bereich
- 40
- Band
- 50
- Stanzteil
- 51
- erstes Wangenteil
- 52
- zweites Wangenteil
- 54
- Auflagekante
- L
- Gesamtlänge
- 1A
- Länge der Auflagekante
- 1B
- Länge Metallband
- S
- Längsachse
1. Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements, insbesondere für Strick-
oder Wirkmaschinen, wobei das fadenberührende Element eine Gesamtlänge (L) und eine
Länge (1A) einer Auflagekante (24) aufweist, mit den Schritten:
a) Bereitstellen eines flachen Bands (40) mit einer Länge (1B), welche mindestens
der Gesamtlänge (L) des fadenberührenden Elements entspricht,
b) Ausstanzen eines Stanzteils (20) mit zwei Wangenteilen (21, 22), wobei das Stanzteil
(20) eine Längsachse (S) aufweist, welche parallel zur Gesamtlänge (L) verläuft und
wobei der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen (21, 22) zumindest über einen Abschnitt
der Länge (1A) der Auflagekante (24) des Elements freigestanzt wird,
c) Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile (21, 22), wobei die Längsachse (S) die
Faltkante bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen (21, 22) zumindest über einen Abschnitt
von 60% der Länge (1A) der Auflagekante (24), vorzugsweise über einen Abschnitt von
wenigstens 80% der Länge (1A) der Auflagekante (24), besonders bevorzugt über einen
Abschnitt von wenigstens 90% der Länge (1A) der Auflagekante (24), freigestanzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen (21, 22) über die gesamte Länge (1A)
der Auflagekante (24) des fadenberührenden Elements freigestanzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich zwischen den beiden Wangenteilen (21, 22) abgesehen von einem oder mehreren
Stegen (25) freigestanzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (1B) des Metallbands (40) größer ist als die Gesamtlänge (L) des fadenberührenden
Elements und nach dem Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile (21, 22) die die Wangenteile
(21, 22) in Längsrichtung überragenden Bereiche (30) des Metallbands (40) entfernt
werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile (21, 22) Einlegeteile zwischen die
Wangenteile (21, 22) eingelegt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem zusätzlichen Arbeitsschritt Ausnehmungen, insbesondere Ausnehmungen zur
Aufnahme von Einlegeteilen oder Ausnehmungen zur Aufnahme von Schmiermittel wie beispielsweise
Öl, in die Wangenteile geprägt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem zusätzlichen Arbeitsschritt in jedes Wangenteil (21, 22) ein Loch (27) für
ein Drehlager einer Zunge geprägt wird.
9. Fadenberührendes Element, insbesondere für Strick- oder Wirkmaschinen, mit einer Gesamtlänge
(L) und einer Länge (1A) einer Auflagekante (24), welches über die Gesamtlänge (L)
zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile (21, 22) aufweist, welche mit ihren
Seitenflächen im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und miteinander verbunden
sind, wobei die Wangenteile (21, 22) vor dem Aufeinanderfalten nicht oder nur über
einen Abschnitt der Gesamtlänge (L) miteinander verbunden sind.
10. Fadenberührendes Element nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt eine Länge von höchstens 40%, vorzugsweise weniger als 20%, besonders
bevorzugt weniger als 10% der Gesamtlänge aufweist.
11. Fadenberührendes Element nach einem der Ansprüche 9 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wangenteile (21, 22) gestanzt sind und mittels wenigstens eines Stegs (25), vorzugsweise
mittels mehrerer Stege (25), miteinander verbunden sind, wobei beim Aufeinanderlegen
der Wangenteile (21, 22) eine Faltkante quer zu den Stegen verläuft.
12. Fadenberührendes Element nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (25) im Bereich der Länge der Auflagekante (24) angeordnet sind.
13. Fadenberührendes Element nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wangenteile (21, 22) als zwei unabhängige Elemente gefertigt, insbesondere gestanzt,
sind.
14. Fadenberührendes Element, insbesondere für Strick- oder Wirkmaschinen, mit einer Gesamtlänge
(L) und einer Länge (1A) einer Auflagekante (24), welches über die Gesamtlänge (L)
zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile (21, 22) aufweist, welche mit ihren
Seitenflächen im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und miteinander verbunden
sind, wobei die Wangenteile (21, 22) vor dem Aufeinanderfalten im Bereich der Gesamtlänge
(L) nicht miteinander verbunden sind und über in Längsrichtung an die Gesamtlänge
(L) angrenzende Bereiche (30) miteinander verbunden sind.
15. Verfahren zur Herstellung eines fadenberührenden Elements, insbesondere für Strick-
oder Wirkmaschinen, wobei das fadenberührende Element eine Gesamtlänge (L) und eine
Länge (1A) einer Auflagekante (24) aufweist, mit den Schritten:
a) Bereitstellen eines flachen Bands (40) mit einer Länge (1B), welche mindestens
der Gesamtlänge (L) des fadenberührenden Elements entspricht,
b) Ausstanzen eines Stanzteils (50) mit zwei Wangenteilen (51, 52), wobei das Stanzteil
(50) eine Längsachse (S) aufweist, welche parallel zur Gesamtlänge (L) verläuft
c) Aufeinanderfalten der beiden Wangenteile (51, 52) entlang wenigstens zweier Faltkanten
(F1, F2), welche parallel zueinander beiderseits der Längsachse angeordnet sind.
16. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, dass an jeder der Faltkanten (F1, F2) das Stanzteil (50) etwa um 90° gebogen wird.
17. Fadenberührendes Element, insbesondere für Strick- oder Wirkmaschinen, mit einer Gesamtlänge
(L) und einer Länge (1A) einer Auflagekante (54), welches über die Gesamtlänge (L)
zwei aus einem flachen Band gefertigte Wangenteile (51, 52) aufweist, welche mit ihren
Seitenflächen im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet und miteinander verbunden
sind, wobei die Wangenteile (51, 52) wenigstens über einen Abschnitt der Gesamtlänge
(L) miteinander verbunden sind und die beiden Wangenteile entlang wenigstens zweier
parallel zueinander verlaufender Faltkanten (F1, F2) aufeinandergefaltet sind.
18. Fadenberührendes Element nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass das fadenberührende Element an jeder der Faltkanten (F1, F2) einen Faltwinkel von
etwa 90° aufweist.
19. Fadenberührendes Element nach einem der Ansprüche 9 bis 14 oder 17 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass das fadenberührende Element als Nadel, insbesondere Zungennadel oder Schiebernadel,
als Maschenübertragungselement oder als Steuerelement, beispielsweise Schieber, ausgebildet
ist.
20. Fadenberührendes Element nach einem der Ansprüche 9 bis 14 oder 17 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Wangenteile (21, 22) Einlegeteile, beispielsweise Federn, Zungen,
Drehlager für Zungen oder andere Funktionsteile, angeordnet sind.
21. Fadenberührendes Element nach einem der Ansprüche 9 bis 14 oder 17 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines, vorteilhafterweise beide der Wangenteile (21, 22) Ausnehmungen,
insbesondere Ausnehmungen zur Aufnahme von einlegeteilen oder Ausnehmungen zur Aufnahme
von Schmiermittel, wie beispielsweise Öl, aufweisen.