[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Bilden von Produktstapeln von gefalzten
oder ungefalzten Produktzuschnitten aus Papier, Zellstoff oder dergleichen. Sie betrifft
weiter eine Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] In einer Vielzahl von Anwendungen, beispielsweise in der papierverarbeitenden Industrie
oder auch bei der Herstellung von Hygieneprodukten, werden Produktzuschnitte aus Papier,
Zellstoff, Vliesstoff oder dergleichen hergestellt. Die Produktzuschnitte können dabei
in ungefalztem Zustand oder auch in gefalztem Zustand wie beispielsweise bei der Herstellung
von Briefumschlägen aus Papier oder bei der Herstellung von Taschentüchern oder dergleichen,
aus Zellstoff vorliegen. Derartige Produkte, insbesondere Hygieneprodukte, werden
üblicherweise in besonders großer Stückzahl hergestellt und nach der Faltung oder
Falzung in geeignet gewählten Packungsgrößen, beispielsweise in 5er oder 10er oder
auch 15er Packs, verpackt. Dazu werden in geeigneten Verpackungssystemen zunächst
geeignet dimensionierte Produktstapel, also abhängig vom vorgesehenen Einsatzzweck
beispielsweise 5er - oder 10er Produktstapel, aus den Zuschnitten gebildet und anschließend
dem eigentlichen Verpacker zugeführt, wo sie beispielsweise in eine Beutelschlauchfolie
oder dergleichen eingeschlagen werden.
[0003] Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bildung von Produktstapeln aus derartigen
Produktzuschnitten ist beispielsweise aus der
DE 41 17 434A1 bekannt. In diesem bekannten System ist vorgesehen, die Produktzuschnitte hochkant
auf einer Stapolfläche abzustellen, und anschließend erfolgt stapelweise ein Weitertransport
mit Hilfe einer Mehrzahl von Stapelstützen. Diese bekannte Anlage ist gezielt für
die Bearbeitung von Briefumschlägen ausgelegt, wobei gerade im Hinblick auf die erwünschten
außerordentlich hohen Stück- und Durchlaufzahlen für die maschinelle Auslegung die
Belastbarkeit der Produktzuschnitte auf der Grundlage von Papier als Basismaterial
zugrunde gelegt wird. Insbesondere sind Briefumschläge im Vergleich zu Tissueprodukten
geometrisch gleichmäßiger und aufgrund des als Basismaterial vorhandenen Papiers auch
mechanisch stabiler als die eher weichen Tissueprodukte. Durch die hochkante Orientierung
der Briefumschläge unmittelbar vor der Separation in die gewünschten Stapelmengen
ist dabei auf besonders einfache Weise eine sogenannte formatteillose Bearbeitung
ermöglicht. Dies bedeutet, dass eine Veränderung der Stapelmenge, beispielsweise aufgrund
einer Änderung der Anforderungen im Produktionsprozess, bei der die Anzahl der jeweils
zu einem Stapel zusammenzufassenden Produktzuschnitte geändert wird, auf besonders
einfache Weise und ohne Austausch von Anlagenkomponenten möglich ist. Die Änderung
der Stapelmenge kann nämlich durch eine einfache Veränderung der Einstichstelle des
Separators in die Abfolge der hochkant aufgestellten Briefumschläge erfolgen. Es ist
jedoch wünschenswert, auch für Zellstoff als Basismaterial, wie es beispielsweise
bei der Herstellung und der Verpackung von Taschentüchern, Hygieneprodukten, Damenbinden,
Slipeinlagen oder dergleichen zum Einsatz kommt, in einem automatisierten Stapelbildungsprozess
eine derartige formatteil-unabhängige Separation zu erreichen.
[0004] Aus der
EP 1 195 324 A1 ist eine Maschine für die Lagerung von Papierartikeln bekannt, die in abgezählten
Stapeln für den weiteren Transport gesammelt werden. Die abgezählten Stapel werden
von einer Klaue, die von einer Pleuelstange mit Kurbel und einem Servomotor bewegt
wird, weiterbefördert. Diese Übertragung folgt einer kontinuierlichen vorgegebenen
Bewegung.
[0005] EP 2 206 663 A2 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche
1 und 5.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der oben genannten
Art anzugeben, das auf besonders einfache und zuverlässige Weise eine besonders hohe
Flexibilität bei der Bildung der Produktstapel auch mit nur gering gehaltener Beanspruchung
des zu verarbeitenden Materials ermöglicht. Des Weiteren soll eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens angegeben werden.
[0007] Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem die zu
stapelnde Produktzuschnitte nacheinander einer Stapelfläche zugeführt und dort hochkant
abgestellt werden, wobei ein Trennelement beim Abstellen der Produktzuschnitte derart
zwischen zwei aufeinander folgende Produktzuschnitte eingeschoben wird, dass der sich
zwischen dem Trennelement und der Kanalwand bildende Produktstapel eine vorgegebene
Anzahl von Produktzuschnitten aufweist, und wobei nach dem Einschieben des Trennelements
die Kanalwand geöffnet wird, so dass der zwischen Trennelement und Kanalwand gebildete
Produktstapel in den Abförderkanal eingeschoben werden kann. Vorteilhafterweise werden
die Produktzuschnitte dabei nach dem Abstellen auf der Stapelfläche bedarfsweise rückseitig
vorübergehend von einer Kanalwand eines Abförderkanals abgestützt.
[0008] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass für eine hohe Flexibilität
bei der Verarbeitung der Produktzuschnitte zum Zweck der Stapelbildung das grundsätzliche
Konzept der Stapelbildung auf einer hochkanten Ausrichtung der Produktzuschnitte basieren
sollte. Eine Separation des gewünschten Produktstapels vom angelieferten Tücherstrom
oder Produktstrom ist dabei möglich, indem ein Trennelement in senkrechter Richtung
zwischen zwei benachbarte Produktzuschnitte eingeschoben wird, wobei ein so genannter
Formatwechsel, das heißt ein Wechsel der Stapelgröße oder der Anzahl der einzelnen
Produktzuschnitte, die zu einem Stapel zusammengefasst werden, auf besonders einfache
Weise und ohne Umbau der mechanischen Komponenten durch einfache Veränderung der Einschubstelle
des Trennelement ermöglicht ist. Um dabei für das vergleichsweise wenig belastbare
Zellstoffmaterial von Taschentüchern oder dergleichen bei den angestrebten hohen Produktions-
oder Durchsatzraten eine hohe Zuverlässigkeit des Systems zu gewährleisten, sollte
während der Stapelbildung die Abstützung der hochkant aufgestellten Produktzuschnitte
durchgängig gewährleistet sein. Dies ist mit besonders einfachen Mitteln erreichbar,
indem als Hilfsmittel zur Abstützung die Kanalwand eines nachgeordneten Abförderkanals
für die Produktstapel herangezogen wird.
[0009] Nach dem Einschieben des Trennelements zwischen die Produktzuschnitte, also nachdem
die gewünschte Separation des Stapels erfolgt ist, kann sodann diese Kanalwand geöffnet
werden, so dass der zwischen Trennelement und Kanalwand gebildete Produktstapel in
den hinter der Kanalwand liegenden Abförderkanal verschoben und von dort weiter transportiert
werden kann.
[0010] Um dabei die Zuführung der zu stapelnden Produktzuschnitte zur Stapelfläche in der
Art eines kontinuierlichen, ununterbrochenen Produktstroms zu ermöglichen, wird vorteilhafterweise
das Trennelement nach dem Einschieben zwischen die Produktzuschnitte auf die Kanalwand
zu bewegt. Durch diese Bewegung des Trennelements in im Wesentlichen waagerechter
Förderrichtung der Produktzuschnitte zum Abförderkanal wird auf der Stapelfläche vor
dem Trennelement zusätzlicher Platz geschaffen, auf dem weitere nachgeförderte Produktzuschnitte
abgestellt werden können.
[0011] Nachdem die Kanalwand geöffnet wurde, ist das Einschieben des zwischen Trennelement
und Kanalwand gebildeten Produktstapels in den Abförderkanal vorgesehen. Um dies auf
besonders einfache Weise zur ermöglichen, wird erfindungsgemäss zum Einschieben des
Produktstapels in den Abförderkanal zusätzlich zu dem Trennelement ein Schieberelement
zwischen die den Produktstapel einerseits und den diesem nachfolgendem Produktstapel
andererseits begrenzenden Produktzuschnitte eingeschoben. Das Schieberelement kann
anschließend ebenfalls in Förderrichtung der Produktzuschnitte auf den Abförderkanal
hin bewegt werden, so dass die zwischen diesem und der Kanalwand befindlichen Produktzuschnitte
in den Abförderkanal eingeschoben werden. Während dieses Einschiebevorgangs des Produktstapels
in den Abförderkanal wird vorteilhafterweise der nachfolgende, durch den weiteren
Zustrom von Produktzuschnitten auf die Stapelfläche neu entstehende Produktstapel
rückseitig vorrübergehend durch das Trennelement abgestützt. Sobald der Einschiebevorgang
des bereits gebildeten Produktstapels in den Abförderkanal beendet ist, kann die Kanalwand
wieder geschlossen werden, und das Trenn- und das Schieberelement können durch jeweils
senkrechte Bewegung aus dem Bereich der Produktzuschnitte heraus geschoben werden.
Damit übernimmt die wieder geschlossene Kanalwand nunmehr die rückseitige Stützfunktion
für den sich bildenden Produktstapel, und das Trennelement kann zur geeigneten Abtrennung
oder Separation des neu entstehenden Produktstapels erneut geeignet zwischen die Produktzuschnitte
eingeschoben werden.
[0012] Vorteilhafterweise erfolgt die Bildung der Produktstapel dabei in zwei oder mehr
prozesstechnisch parallel zueinander verlaufenden Bearbeitungsstrecken, die einem
gemeinsamen Abförderkanal zugeordnet sind. Dabei werden die in zwei oder mehr Bearbeitungsstrecken
zu Produktstapeln zusammengefassten Produktzuschnitte vorteilhafterweise in einen
gemeinsamen Abförderkanal eingeschoben.
[0013] Bezüglich der Vorrichtung wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst mit einer
einem Abförderkanal vorgelagerten Stapelfläche, von der aus ein Produktstapel in den
Abförderkanal einschiebbar ist, wobei die der Stapelfläche zugewandte Kanalwand des
Abförderkanals für eine vorübergehende Öffnung geeignet ausgelegt ist. Vorteilhafterweise
umfasst die Vorrichtung dabei ein zwischen zwei Produktzuschnitte einschiebbares,
in einer Richtung quer zur Förderrichtung der Produktstapel, vorzugsweise in einer
im Wesentlichen senkrechten Einschieberichtung, bewegbar gelagertes Trennelement.
In weiterer besonders bevorzugter Ausgestaltung ist dieses Trennelement zudem in einer
im Wesentlichen waagerechten Förderrichtung der Produktstapel verschiebbar gelagert,
so dass es die aufgrund der Weiterförderung der Produktzuschnitte erfolgende Bewegung
mitmachen kann.
[0014] Vorteilhafterweise umfasst die Vorrichtung ein zwischen zwei Produktzuschnitte einschiebbares,
in einer Richtung quer zur Förderrichtung der Produktstapel, vorzugsweise in einer
im Wesentlichen senkrechten Einschieberichtung, bewegbar gelagertes Schiebelement,
das in besonders bevorzugter zusätzlicher Ausgestaltung in einer im Wesentlichen waagerechten
Förderrichtung der Produktstapel verschiebbar gelagert ist.
[0015] Um dabei das auslegungsbedingt erwünschte Einschieben des zwischen Trennelement und
Kanalwand bereits gebildeten Produktstapels bei geöffneter Kanalwand in den Abförderkanal
zu ermöglichen, wobei zudem vorübergehend das Trennelement als Abstützung für die
nachfolgenden Produktzuschnitte dienen soll, ist in besonders bevorzugter Ausgestaltung
das Schieberelement in Förderrichtung der Produktstapel gesehen mit einer größeren
Geschwindigkeit als das Trennelement bewegbar.
[0016] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist das Schieberelement und/oder das Trennelement
dabei als Schieberrechen bzw. Trennrechen ausgeführt. Gerade durch die Ausgestaltung
beider Elemente als Rechen ist damit erreichbar, dass beim Einschieben beider Komponenten
zwischen die Produktzuschnitte von einander gegenüberliegenden Seiten aus die Zinken
der Rechen ineinander greifen können, so dass ein behinderungsfreies Einschieben beider
Komponenten ermöglicht ist.
[0017] Durch die genannte Ausgestaltung des Verfahrens und des zur Durchführung des Verfahrens
vorgesehenen Systems ist eine besonders hohe Flexibilität bei der Bildung der Produktstapel
insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Stapelgrößen oder unterschiedliche Anzahlen
der zu Stapeln zusammenzufassenden Produktzuschnitte ermöglicht, wobei zudem der Bearbeitungsprozess
hinsichtlich der mechanischen Beanspruchungen des zu bearbeitenden Materials gezielt
auch für die Eigenschaften von Zellstoff oder dergleichen geeignet gewählt ist. Die
Systemauslegung beruht dabei im Wesentlichen auf dem Konzept, dass der Produktfluss
der beispielsweise als Taschentuchmaschine ausgestalteten Maschine sich im Bereich
der Tuchablage aus einer geeigneten Einzeltuchtransporteinheit, vorzugsweise einer
sogenannten Fächerscheibe, einer geeigneten Führungseinheit mit der Aufgabe des Auskämmens
und Führens der Einzeltücher und einer nachfolgenden Einheit zum Trennen des kontinuierlich
produzierten Tücherstroms in definierte Stapelmengen zusammensetzt. Hier sind die
Trenneinheit, die insbesondere die Funktion eines so genannten Sammlers erfüllt, und
der Schieber vorgesehen, der den Abtransport des separierten Produktstapels in den
nachfolgenden Abförderkanal übernimmt. Das Bewegungsprofil von Sammler und Schieber
ist dabei den speziellen Arbeitspositionen zugeordnet und an diese angepasst.
[0018] Die Einzeltuchtransporteinheit, also insbesondere die Fächerscheibe, weist dabei
in an sich üblicher Ausgestaltung eine konstante Anzahl von Fächern auf, in denen
das jeweilige Einzeltuch aufgenommen wird. Jedes Fach ist dabei mit Zähnen einer bestimmten
Kontur versehen, die eine sichere Führung beim Weitertransport des jeweiligen Einzeltuchs
sicherstellen. In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung, die eine eigenständig
erfinderische Ausführung der Fächerscheibe darstellt, ist dabei in den Fächern jeweils
am Nutgrund des Zahns eine Vakuum-Saugbohrung vorgesehen, über die das Tuch vorübergehend
im Fach gehalten werden kann. Dadurch wird ermöglicht, dass die Fächerscheibe die
Tücher in einer Aufwärtsbewegung, d. h. von unten nach oben, zur Stapelfläche hin
befördert.
[0019] Das in der Art eines Sammlers vorgesehene Trennelement erfüllt dabei die Funktion,
die geforderte Stapelmenge von dem kontinuierlich nachgeförderten Tücherstrom, in
dem die Einzeltücher in senkrechter Orientierung abstellt werden, zu separieren. In
dieser Phase, also wenn und solange das als Sammler vorgesehene Trennelement zwischen
die Produktzuschnitte eingeschoben ist und damit den Produktstapel vom nachfolgenden
Tücherstrom abtrennt, übernimmt das Trennelement die Funktion der Abstützung der nachgeförderten
Produktzuschnitte, die aufgrund der Bewegung des Trennelements auf die Kanalwand zu
der wachsenden Zahl der auf der Stapelfläche abgelegten Folgetücher beweglich ausweicht.
Das Bewegungsprofil ist hier vergleichsweise langsam, d. h. auf die Tuchdicke der
nachgelieferten Tücher geeignet abgestimmt.
[0020] Dabei verhindert das sich entsprechend weiterbewegende Trennelement ein Umfallen
der Einzelprodukte. Nach Erreichen einer Grenzposition, die im zeitlichen Ablauf in
etwa dem Zeitpunkt entspricht, zu dem der bereits gebildete Produktstapel vollständig
in den Abförderkanal eingeschoben wurde und die Kanalwand wieder verschlossen worden
ist, taucht das als Sammler fungierende Trennelement seitlich, vorzugsweise nach unten,
neben bzw. unter den produktführenden Bereich und fährt in seine Ausgangslage zurück.
Am Ende dieser Rückführbewegung ändert das Trennelement seine Bewegungsrichtung quer
zur Förderrichtung des Produktstroms und beginnt sich nach oben zu bewegen. Dabei
ist das Bewegungsprofil des Trennelements vorteilhafterweise derart abgestimmt, dass
seine produktberührenden Anlageflächen synchron zu den produktfördernden Komponenten
der Einzeltuch-Transporteinheit, also insbesondere der Fächerscheibe, bewegt werden,
so dass keine oder nahezu keine Geschwindigkeitsdifferenz der auf die Ablageposition
der Stapelfläche zu bewegten Produktzuschnitte vorliegt. Damit ist erreicht, dass
das der Stapelfläche aktuell zugeführte Einzeltuch während seiner Zuführung zur Stapelfläche
nicht durch das Trennelement berührt wird, so dass das Trennelement störungsfrei zwischen
das aktuell zugeführte Produktzuschnitt und den bereits abgelegten Produktzuschnitt
eingeschoben werden kann.
[0021] Wenn das Trennelement seine Endposition zwischen den Produktzuschnitten erreicht
hat, wird seine Bewegungsrichtung derart verändert, dass es sich parallel zur Förderrichtung
der Produktzuschnitte bewegt. Am Anfang dieser Phase kommt das Trennelement vorteilhafterweise
kurzzeitig zum Stehen oder verlangsamt sich so, dass das oberhalb oder gegenseitig
zum Trennelement angeordnete Schieberelement in die Produktebene eintauchen kann,
ohne die Produktzuschnitte zu berühren. Nach Abschluss dieses Vorgangs setzt sich
das Trennelement oder der Sammler mit deutlich verlangsamter Geschwindigkeit wieder
als "bewegte Rückwand" parallel zur Förderrichtung des Produktzuschnitts in Bewegung,
so dass der Bewegungszyklus von vorn beginnen kann. In seiner Gesamtheit führt das
Trennelement dabei eine "rechteckige" Bewegung aus. Das Bewegungsprofil ist dabei
in vorteilhafter Ausgestaltung über einen Servoantrieb kurvengesteuert.
[0022] Das Schieberelement erfüllt hingegen die Funktionalität, den bereits separierten
Produktstapel in den Abförderkanal einzuschieben. Auch das Schieberelement macht dabei
in seiner Gesamtheit eine "rechteckige" Bewegung. In seiner Ruheposition steht das
Schieberelement dabei oberhalb oder neben der Produktführungsebene. Ausgelöst durch
ein geeignetes Startsignal beginnt das Schieberelement sodann oberhalb oder neben
der Produktebene zunächst, in Parallelfahrt zu beschleunigen, um dann in die Produktebene
in den wartenden Trennschieber ohne Produktberührung einzutauchen. Nach Erreichen
der Endlage zwischen den Produktzuschnitten wird vorteilhafterweise über einen Sensor
ein Signal zum Öffnen der beweglichen Kanalwand gegeben und diese geöffnet, so dass
der Einschub des Produktstapels in den Abförderkanal möglich wird. Sobald die Produkte
in den Abförderkanal eingeschoben sind, ändert sich die Bewegungsrichtung des Schieberelements
nach oben oder zur Seite. Gleichzeitig wird der Schließvorgang des Abförderkanals
eingeleitet, indem sich dessen bewegliche Kanalwand wieder in Schließposition bewegt.
In dieser Phase kann die Kanalwand wieder die Funktion der Abstützung der den nachfolgenden
Produktstapel bildenden Produktzuschnitte übernehmen, so dass auch das Trennelement
aus dem Produktförderbereich ausgefahren werden kann.
[0023] Die Ausgestaltung des Abförderkanals als System mit beweglicher Kanalwand, die im
Übrigen als eigenständig erfinderisches Konzept angesehen wird, hat zum Einen den
Vorteil, dass die beweglich ausgeführte Kanalwand in der Art einer Doppelfunktion
sowohl als eigentliche Kanalwald als auch als vorübergehendes Stützelement für den
sich bildenden Produktstapel genutzt werden kann. Darüber hinaus bietet ein derartig
ausgestaltetes Kanalsystem zum Abfördern der gebildeten Produktstapel aber auch noch
weitere prozesstechnische Vorteile. Einerseits kann der Abförderkanal nämlich als
gemeinsames Kanalsystem für eine Mehrzahl vorgelagerter Stapeleinheiten ausgestaltet
sein, wobei zweckmäßigerweise die Abförderrichtung im Kanalsystem quer zur Förderrichtung
der Produkte in den jeweiligen Stapeleinheiten, vorzugsweise 90° gedreht zur Förderrichtung
der Produkte in den Stäpeleinheiten, ausgerichtet ist. Damit können beispielsweise
mehrere parallel laufende Stapeleinheiten in das Kanalsystem münden, wobei die Produktstapel
geeignet synchron zueinander derart in das Kanalsystem eingeschoben werden können,
dass bei der Weiterbeförderung im Abfördersystem die gewünschte registergenaue Taktung
im Sinne einer homogenen Weiterverarbeitung der Produktstapel gewährleistet ist. Damit
ist ein gleichzeitiger, paralleler Eintrag mehrerer Zuführsysteme in den Kanal und
ein einbahniger registergenauer Austrag aus dem Kanalsystem ermöglicht. Für diese
genannten Zwecken ist die eine Seitenwand des Kanals zweckmäßigerweise mit einer in
vertikaler Richtung beweglichen Wand ausgeführt, die mit Abstimmung mit sonstigen
Prozessabläufen vorzugsweise zyklisch öffnet und schließt. Zum Einschieben der Produkte
in den Kanal ist die Schiebewand abgesenkt, und sobald die Stapel vollständig eingeschoben
sind, wird die Wand in die obere Endlage gebracht. In diesem Zustand bleibt sie solange
geschlossen, bis die Produkte über den Abförderkanal seitlich ausgeschoben sind.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Daran zeigen:
- FIG. 1
- Eine Vorrichtung zum Bilden von Produktstapeln von Produktzuschnitten,
- FIG. 2
- eine Fächerscheibe der Vorrichtung gem. FIG. 1, und
- FIG. 3
- a bis f die Vorrichtung gemäß FIG. 1 in einer Vielzahl von Momentaufnahmen während
des Prozessablaufs.
[0025] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0026] Die Vorrichtung 1 gemäß FIG. 1 ist zum Bilden von Produktstapeln 2 aus einer Mehrzahl
von zunächst Einzeln zugeführten Produktzuschnitten 4 vorgesehen. Im Ausführungsbeispiel
handelt es sich bei den Produktzuschnitten 4 um Papiertaschentücher, also um Produktzuschnitte
4 aus Zellstoff, die in einer nachfolgenden Verpackungsanlage verkaufsgerecht portioniert,
beispielsweise in Packungseinheiten von 5er oder 10er - Packs, verpackt werden sollen.
[0027] Dementsprechend werden in der Vorrichtung 1 die einzeln zugeführten Produktzuschnitte
4, also die einzelnen Taschentücher, zu Produktstapeln 2 zusammengefasst, die jeweils
fünf bzw. zehn einzelne Taschentücher umfassen. Alternativ könnte die Vorrichtung
1 selbstverständlich auch für die Stapelbildung anderer Produkte wie beispielsweise
Hygieneprodukte, Slipeinlagen, Damenbinden oder dergleichen oder auch für Produkte
aus Papier wie beispielsweise Briefumschläge oder dergleichen vorgesehen sein.
[0028] Die Vorrichtung 1 ist für eine Separation und Stapelbildung der Produktzuschnitte
4 in im Wesentlichen senkrechter Orientierung, also hochkant, vorgesehen. Dazu umfasst
die Vorrichtung 1 eine Zuführeinheit für die einzelnen Taschentücher bzw. die einzelnen
Produktzuschnitte 4. Die Zuführeinheit ist dabei im Ausführungsbeispiel als sogenannte
Fächerscheibe 6 ausgeführt, wie sie in durchaus üblicher Weise für derartige Zwecke
eingesetzt wird. Die Fächerscheibe 6 umfasst dabei über ihren Umfang verteilt geeignet
positionierte und konturierte Fächer 8, die von geeignet konturierten Zähnen 10 gebildet
werden. Die Kontur der Zähne 10 und der von diesen gebildeten Fächer 8 ist dabei derart
gewählt, dass die zu transportierenden gefalteten Papiertaschentücher oder Produktzuschnitte
4 zuverlässig gehalten, geführt und entlang des Umfangs der Fächerscheibe 6 weitertransportiert
werden können.
[0029] Die Fächerscheibe 6 führt aufgrund ihrer Rotation die Produktzuschnitte 4 von unten
nach oben an eine Abgabeposition heran. Diese Ausgestaltung ermöglicht einen besonders
vorteilhaften Prozessablauf, da beim Abstellen der Produktzuschnitte 4 schwerkraftbedingt
eine vergleichsweise geringe Endgeschwindigkeit der Produktzuschnitte 4 in senkrechter
Richtung unmittelbar vor dem eigentlichen Abstellen erreicht werden kann. Um diesen
Ablauf, also insbesondere das Heranführen an die Abgabeposition von unten nach oben,
zu ermöglichen, ohne dass ein Herausfallen der Produktzuschnitte 4 aus den Fächern
8 befürchtet werden müsste, ist die Fächerscheibe 6 in einer spezifischen, als eigenständig
erfinderisch angesehenen Weise ausgestaltet, wie dies der vergrößerten Darstellung
in FIG. 2 entnehmbar ist. Da nämlich bei der genannten Heranführung der Produktzuschnitte
4 an ihre Abgabeposition von unten nach oben sowohl mit der rotationsbedingt auftretenden
Zentrifugalkraft als auch mit der Schwerkraft zu rechnen ist, die beide ein Herausfallen
des jeweiligen Produktzuschnitts 4 aus dem entsprechenden Fach 8 bewirken könnten,
ist die Fächerscheibe 6 zur zumindest vorübergehenden Aufbringung einer Haltekraft
ausgestaltet, die den Produktzuschnitt 4 im jeweiligen Fach 8 fixiert.
[0030] Die Aufbringung dieser Haltekraft ist im Ausführungsbeispiel mittels eines Saugvakuums
vorgesehen. Dazu ist in den Grundkörper 11 der Fächerscheibe 6 für jedes Fach 8 ein
Vakuumkanal 12 integriert, der eine innenseitig an der Fächerscheibe 6 angeordnete
Saugbohrung 13 mit einem im jeweiligen Fach 8 mündenden Ansaugloch 14 verbindet. Über
ein zugeordnetes Unterdrucksystem werden die Ansauglöcher 14 dabei derart taktgerecht
mit Vakuum beaufschlagt, dass in der Förderphase eines Produktzuschnitts 4 in der
Fächerscheibe 6 dieser mittels des Vakuums im jeweiligen Fach 8 fixiert wird. Kurz
vor Erreichen der Abgabeposition wird das Saugvakuum im jeweiligen Fach 8 abgeschaltet
und der jeweilige Produktzuschnitt 4 somit "Iosgelassen", so dass anschließend die
Abgabe und das Abstellen erfolgen kann.
[0031] In FIG. 1 ist aus Gründen der Übersichtlichkeit lediglich nur einer der Produktzuschnitte
4 im Bereich der Abgabeposition im jeweiligen Fach 8 dargestellt. An der Abgabeposition
stellt die Fächerscheibe 6 in der genannten Weise den jeweils zugeführten Produktzuschnitt
4 in hochkanter oder aufrechter Orientierung auf eine Stapelfläche 15 ab, die im Ausführungsbeispiel
von einer Mehrzahl von in der FIG. nicht sichtbaren parallel zueinander geführten
Transportgurten gebildet wird. Über diese werden die zugeführten und hochkant abgestellten
Produktzuschnitte 4 in einer durch den Pfeil 16 angedeuteten Transportrichtung oder
Förderrichtung zu einem zugeordneten Abförderkanal 17 transportiert. Der Abförderkanal
17 ist dabei dafür ausgelegt, die Produkte in einer quer zur Förderrichtung oder in
einem Winkel von 90° zur Förderrichtung ausgerichteten, durch den Pfeil 18 symbolisierten
Abförderrichtung weiter zu transportieren.
[0032] Dieser Abtransport der Produktzuschnitte 4 soll stapelweise, also in Form der Produktstapel
2, im Abförderkanal 17 erfolgen. Um dies zu ermöglichen, ist die Vorrichtung 1 für
eine geeignete Stapelbildung aus den Produktzuschnitten 4 ausgestaltet. Um die Stapelbildung
und die anschließende Einspeisung in den Abförderkanal 17 vorzunehmen, ist der Abförderkanal
17 mit einer beweglichen Seitenwand oder Kanalwand 20 ausgeführt. Beim Abtransport
der Produkte ist dabei die Kanalwand 20 grundsätzlich geschlossen, so dass eine zuverlässige
seitliche Abstützung der im Abförderkanal 17 transportierten Produktstapel 2 sichergestellt
ist. Im Ausführungsbeispiel nach FIG. 1 ist zum besseren Verständnis der Abförderkanal
17 jedoch in einer Phase dargestellt, in der die Kanalwand 20 vorübergehend geöffnet
ist, so dass ein Einschieben des fertiggestellten Produktstapels 2 in den Abförderkanal
17 hinein ermöglicht ist.
[0033] Während der Stapelbildung wird die Kanalwand 20 zunächst geschlossen und dient dabei
als rückseitige Stütze des sich aus den zugeführten Produktzuschnitten 4 bildenden
Produktstapels 2. Zur Bildung des Produktstapels 2 ist ein in Form eines Rechens ausgestaltetes
Trennelement 22 vorgesehen, dass bezogen auf die durch den Pfeil 14 symbolisierte
Förderrichtung der Produktzuschnitte 4 quer zu dieser Förderrichtung in eine durch
den Pfeil 24 symbolisierten Einschiebrichtung zwischen zwei aufeinanderfolgende Produktzuschnitte
4 eingeschoben werden kann. Im Ausführungsbeispiel gemäß FIG. 1 ist dabei ein Einschieben
des Trennelements 22 von unten nach oben, also in vertikaler Richtung, in den Produktstrom
vorgesehen; alternativ könnte natürlich aber auch ein Einschieben von der Seite her
vorgesehen sein. Bei in den Produktstrom eingeschobenem Trennelement 22 trennt dieses
den bereits gebildeten Produktstapel 2 von den nachfolgenden weiteren zugeführten
Produktzuschnitten 4. Nach dem Einschieben des Trennelements 22 in den Produktstrom
wird, wie dies in FIG. 1 gezeigt ist, die Kanalwand 20 geöffnet, so dass der sich
ursprünglich zwischen Kanal 20 und Trennelement 22 befindende Produktstapel 2 in den
Abförderkanal 17 eingeschoben werden kann.
[0034] In dieser Phase, also wenn die Kanalwand 20 geöffnet ist und der Produktstapel 2
in den Abförderkanal 17 eingeschoben werden kann, dient das Trennelement 22 in der
Art einer "beweglichen Rückwand" als Stütze für die nachfolgend eintreffenden Produktzuschnitte
4. Das Trennelement 22 ist dementsprechend zusätzlich auch in der durch den Pfeil
14 symbolisierten Förderrichtung der Produktzuschnitte 4 bewegbar gelagert. Um dabei
für die nachfolgend eintreffenden weiteren Produktzuschnitte 4 ausreichend Platz zum
Abstellen der Stapelfläche 12 zu bieten, fährt das Trennelement 22 nach dem Öffnen
der Kanalwand 20 mit vergleichsweise langsamer Geschwindigkeit in der durch den Pfeil
14 symbolisierten Förderrichtung auf den Abförderkanal 17 zu; die Geschwindigkeit
dieser Bewegung des Trennelements 22 ist dabei derart bemessen, dass das Trennelement
22 eine "bewegliche Rückwand" zur kontinuierlichen Abstützung des sich in Folge der
neu hinzukommenden Produktzuschnitte 4 zunehmend vergrößernden, sich neu bildenden
Produktstapels 2 bildet.
[0035] Zum eigentlichen Einbringen des Produktstapels 2 in den Abförderkanal 17 umfasst
die Vorrichtung 1 noch ein ebenfalls in Form eines Rechens ausgebildetes Schieberelement
30. Das Schieberelement 30 ist dabei ebenso wie das Trennelement 22 in einer durch
den Pfeil 32 symbolisierten Einschiebrichtung, im Ausführungsbeispiel vertikal von
oben nach unten und somit ebenfalls quer zur durch den Pfeil 14 symbolisierten Förderrichtung
der Produktzuschnitte 4, ebenfalls zwischen die den Produktstapel 2 einerseits und
den diesem nachfolgenden Produktstapel andererseits begrenzenden Produktzuschnitte
4 einschiebbar. Im Ausführungsbeispiel ermöglicht dabei die Ausgestaltung sowohl des
Trennelements 22 als auch des Schieberelements 30 als Rechen, dass die jeweiligen
Zinken dieser Rechen, die in seitlicher Richtung geeignet versetzt zueinander positioniert
sind, geeignet ineinander eingreifen könne, so dass ein störungsfreies Einschieben
sowohl des Trennelements 22 als auch des Schieberelements 30 an dieselbe Trennstelle
zwischen zwei benachbarten Produktzuschnitten 4 möglich ist.
[0036] Nach dem Einschieben wird das Schieberelement 30 anschließend mit im Vergleich zur
Geschwindigkeit des Trennelements 22 geeignet höher gewählter Geschwindigkeit in Förderrichtung
der Produktzuschnitte 4 auf den Abförderkanal 17 zu bewegt und schiebt dabei den bereits
gebildeten Produktstapel 2 in den Abförderkanal 17 ein.
[0037] Der Bewegungsablauf der Komponenten ist in der Sequenz der Figuren 3a bis 3f In seitlicher
Ansicht schematisch skizziert. In FIG. 3a ist dabei zunächst der Zustand gezeigt,
in dem die Fächerscheibe 6 bereits eine Mehrzahl von Produktzuschnitten 4 hochkant
auf der Stapelfläche 12 abgestellt hat. In FIG. 3a ist die Kanalwand 20 des Abförderkanals
17 noch geschlossen, so dass in dieser Phase die bereits hochkant abgestellten Produktzuschnitte
4 rückseitig vorübergehend von der Kanalwand 20 abgestützt werden. Ebenfalls in FIG.
3a zu sehen ist das als Rechen ausgebildete Trennelement 22, das im in FIG. 3a dargestellten
Moment gerade im Wesentlichen parallel zum Bewegungsprofil, mit dem die Fächerscheibe
6 die Produktzuschnitte 4 der Stapelfläche 12 zuführt, zu dieser bewegt wird. Dementsprechend
wird das Trennelement 22 in der in FIG. 3a dargestellten Situation in der durch den
Pfeil 24 symbolisierten Einschiebrichtung von unten nach oben bewegt und dabei zwischen
zwei aufeinander folgende Produktzuschnitte 4 eingeschoben. Die Bewegung des Trennelements
22 erfolgt dabei hinsichtlich Richtungsführung und Bewegungsgeschwindigkeit derartig
synchronisiert zu den Bewegungen der Produktzuschnitte 4, dass weitgehende Berührungsfreiheit
und damit Störungsfreiheit eingehalten werden kann.
[0038] Kurzzeitig später ist, wie dies in FIG. 3b dargestellt ist, das Trennelement 22 vollständig
nach oben hin bis zu seiner Endposition gefahren und trennt damit den bereits gebildeten
Produktstapel 2 von den von der Fächerscheibe 6 nachfolgend zugeführten weiteren Produktzuschnitten
4. In dieser Phase ist die Kanalwand 20 des Abförderkanals 17 immer noch geschlossen
und stützt weiterhin die abgestellten Produktzuschnitte 4 rückseitig ab. Unmittelbar
darauffolgend wird, wie dies der Momentaufnahme in FIG. 3c entnehmbar ist, das Trennelement
22 mit vergleichsweise langsamer Geschwindigkeit in der durch den Pfeil 14 symbolisierten
Förderrichtung der Produktzuschnitte 4 auf den Abförderkanal 17 und somit auf die
Kanalwand 20 zu bewegt. Das Trennelement 22 wird somit für die neu eintreffenden Produktzuschnitte
4 eine "bewegliche Rückwand", die zunehmend in Richtung auf die Kanalwand 20 zu ausweicht
und damit auf der Stapelfläche 12 mehr und mehr Platz für neu eintreffende Produktzuschnitte
4 bietet.
[0039] Wie der Momentaufnahme in FIG. 3c zudem entnehmbar ist, wird hinsichtlich der Bewegungsabläufe
synchronisiert das Schieberelement 30 ebenfalls zugeführt. In der Momentaufnahme gemäß
FIG. 3d ist der Moment gezeigt, in dem das Schieberelement 30 sich an derselben Position
wie das Trennelement 22 befindet und ebenfalls zwischen die Produktzuschnitte 4 eingeschoben
wird. In diesem Moment wird synchronisiert und angepasst an die genannten Bewegungen
die Kanalwand 20 geöffnet, so dass der Abförderkanal 17 frei zugänglich ist. Im anschließenden
Schritt wird, wie dies in der Momentaufnahme gemäß FIG. 3e erkennbar ist, das Schiebelement
30 mit einer im Vergleich zum Trennelement 22 deutlich erhöhten Geschwindigkeit in
der durch den Pfeil 14 angedeuteten Förderrichtung der Produktzuschnitte 4 auf den
Abförderkanal 17 zu bewegt, der nunmehr bei völlig geöffneter Kanalwand 20 vollständig
freigegeben ist. Damit wird der Produktstapel 2 mittels des Schiebeelements 30 in
den Abförderkanal 17 eingeschoben In dieser Phase übernimmt das sich vergleichsweise
langsam in Richtung zum Abförderkanal 17 hin bewegende Trennelement 22 die Funktion
der "beweglichen Rückwand" für die nachfolgenden Produktzuschnitte 4 und stützt die
bereits eingetroffenen, den neuen Produktstapel bildenden Produktzuschnitte 4 rückseitig
ab.
[0040] In einem anschließenden Schritt wird, nachdem der Produktstapel 2 vollständig in
den Abförderkanal 17 eingeschoben wurde, und wie dies in der Momentaufnahme gemäß
FIG. 3f gezeigt ist, die Kanalwand 20 wieder geschlossen, so dass nunmehr ein Abtransport
des in den Abförderkanal 17 eingebrachten Produktstapels 2 möglich ist. Vorübergehend
wird nunmehr das Schieberelement 30 in eine Parkposition gefahren. Das Trennelement
22 wird in diesem Moment, wie durch den Pfeil 24 angedeutet, entgegen der Einschubrichtung
nach unten hin aus dem Bereich des Produktstroms entfernt. Die Stützfunktion für den
sich bildenden Produktstapel aus den Produktzuschnitten 4 kann nunmehr wieder die
bereits geschlossene Kanalwand 20 übernehmen. Nachdem das Trennelement 22 vollständig
nach unten hin aus dem Bereich des Produktstroms herausgefahren wurde, kann es unterhalb
des Produktstroms entgegen der durch den Pfeil 14 angedeuteten Förderrichtung des
Produktstroms, also im Ausführungsbeispiel gemäß FIG. 3f nach links hin, wieder an
seine ursprüngliche Position zurückgefahren werden. Damit wird wieder der in FIG.
3a dargestellte Zustand eingenommen, und der Bewegungszyklus kann von neuem beginnen.
[0041] Von seitlicher Richtung aus betrachtet, führt das Trennelement 22 somit über den
gesamten Zyklus gesehen eine Bewegung mit "rechteckigem" Bewegungsprofil aus, nämlich
zunächst die Einschubbewegung in den Produktstrom in einer im wesentlichen senkrechten
Richtung von unten nach oben, dann in eingeschobener Position zwischen zwei Produktzuschnitten
4 die "Ausweichbewegung" auf die Kanalwand 20 zu in im wesentlichen waagerechter Förderrichtung
der Produktzuschnitte 4, anschließend die Entfernung aus dem Produktstrom in einer
im wesentlichen senkrechten Richtung von oben nach unten, und schließlich die Rückfahrbewegung
unterhalb des Produktstroms entgegen der Förderrichtung der Produktzuschnitte 4 bis
zur Einschiebestelle.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 2
- Produktstapel
- 4
- Produktzuschnitt
- 6
- Fächerscheibe
- 8
- Fächer
- 10
- Zähne
- 11
- Grundkörper
- 12
- Vakuumkanal
- 13
- Saugbohrung
- 14
- Ansaugloch
- 15
- Stapelfläche
- 16
- Pfeil
- 17
- Abförderkanal
- 18
- Pfeil
- 20
- Kanalwand
- 22
- Trennelement
- 24
- Pfeil
- 30
- Schieberelement
1. Verfahren zum Bilden von Produktstapeln (2) von gefalzten oder ungefalzten Produktzuschnitten
(4) aus Papier, Zellstoff oder dergleichen, bei dem die zu stapelnden Produktzuschnitte
(4) nacheinander einer Stapelfläche (15) zugeführt und dort hochkant abgestellt werden,
wobei sie rückseitig vorübergehend von einer Kanalwand (20) eines Abförderkanals (17)
abgestützt werden, bei dem ein Trennelement (22) beim Abstellen der Produktzuschnitte
(4) derart zwischen zwei aufeinanderfolgende Produktzuschnitte (4) eingeschoben wird,
dass der sich zwischen dem Trennelement (22) und der Kanalwand (20) bildende Produktstapel
(2) eine vorgegebene Anzahl von Produktzuschnitten (4) aufweist, und bei dem nach
dem Einschieben des Trennelements (22) die Kanalwand (20) geöffnet wird, so dass der
zwischen Trennelement (22) und Kanalwand (20) gebildete Produktstapel (2) in den Abförderkanal
(17) eingeschoben werden kann,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Einschieben des Produktstapels (2) in den Abförderkanal (17) zusätzlich zu dem
Trennelement (22) ein Schieberelement (30) zwischen die den Produktstapel (2) einerseits
und den diesem nachfolgenden Produktstapel (2) andererseits begrenzenden Produktzuschnitte
(4) eingeschoben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Trennelement (22) nach dem Einschieben zwischen
die Produktzuschnitte (4) auf die Kanalwand (20) zubewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem während des Einschiebens des Produktstapels
(2) in den Abförderkanal (17) der nachfolgende Produktstapel (2) rückseitig vorübergehend
durch das Trennelement (22) abgestützt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Produktzuschnitte (4) in zwei
oder mehr Bearbeitungsstrecken zu Produktstapeln (2) zusammengefasst werden, die in
einen gemeinsamen Abförderkanal (17) eingeschoben werden.
5. Vorrichtung zum Bilden von Produktstapeln (2) von gefalzten oder ungefalzten Produktzuschnitten
(4) aus Papier, Zellstoff oder dergleichen, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit einer einem Abförderkanal (17) vorgelagerten
Stapelfläche (15), von der aus ein Produktstapel (2) in den Abförderkanal (17) einschiebbar
ist, wobei die der Stapelfläche (15) zugewandte Kanalwand (20) des Abförderkanals
(17) für eine vorübergehende Öffnung geeignet ausgelegt ist und mit einem zwischen
zwei Produktzuschnitte (4) einschiebbaren, in einer Richtung quer zur Förderrichtung
der Produktzuschnitte (4) ausgerichteten Einschiebrichtung bewegbar gelagerten Trennelement
(22), gekennzeichnet durch ein zwischen zwei Produktzuschnitte (4) einschiebbares, in einer Richtung quer zur
Förderrichtung der Produktzuschnitte (4) ausgerichteten Einschiebrichtung bewegbar
gelagertes Schieberelement (30).
6. Vorrichtung nach Anspruch 6, deren Trennelement (22) in einer im wesentlichen waagrechten
Förderrichtung der Produktstapel (2) verschiebbar gelagert ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, deren Schieberelement (30) in einer
im wesentlichen waagrechten Förderrichtung der Produktstapel (2) verschiebbar gelagert
ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, deren Schieberelement (30) in Förderrichtung
der Produktstapel (2) gesehen mit einer größeren Geschwindigkeit als das Trennelement
(22) bewegbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der das Schieberelement (30)
und/oder das Trennelement (22) als Schieberrechen bzw. Trennrechen ausgeführt ist.
1. Method for forming product stacks (2) of folded or unfolded product blanks (4) made
of paper, pulp or the like, in which the product blanks (4) to be stacked are fed
one after the other to a stacking surface (15), where they are then upended, said
blanks being temporarily supported at their rear by a channel wall (20) of a discharge
channel (17), in which, when the product blacks (4) are placed down, a separating
element (22) is inserted between two successive product blanks (4) such that the product
stack (2) forming between the separating element (22) and the channel wall (20) has
a predetermined number of product blanks (4), and in which the channel wall (20) is
opened after the separating element (22) has been inserted, such that the product
stack (2) formed between the separating element (22) and channel wall (20) can be
inserted into the discharge channel (17),
characterised in that, for inserting the product stack (2) into the discharge channel (17),
in addition to the separating element (22) a slider element (30) is inserted between
the product blanks (4) which delimit the product stack (2) on one side and the subsequent
product stack (2) on the other side.
2. Method according to claim 1, wherein the separating element (22) is moved towards
the channel wall (20) after being inserted between the product blanks (4).
3. Method according to either claim 1 or claim 2, wherein, whilst the product stack (2)
is being inserted into the discharge channel (17), the subsequent product stack (2)
is temporarily supported at the rear by the separating element (22).
4. Method according to any of claims 1 to 3, wherein the product blanks (4) are combined
into product stacks (2) in two or more processing sections, which stacks are inserted
into a single discharge channel (17).
5. Device for forming product stacks (2) of folded or unfolded product blanks (4) made
of paper, pulp or the like, in particular for carrying out the method according to
any of claims 1 to 4, comprising a stacking surface (15) which is positioned upstream
of a discharge channel (17) and from which a product stack (2) can be inserted into
the discharge channel (17), the channel wall (20) of the discharge channel (17) that
faces the stacking surface (15) being suitable for temporarily opening, and comprising
a separating element (22) that can be inserted between two product blanks (4) and
is movably mounted in an insertion direction oriented transversely to the conveying
direction of the product blanks (4), characterised by a slide element (30) that can be inserted between two product blanks (4) and is movably
mounted in an insertion direction oriented transversely to the conveying direction
of the product blanks (4).
6. Device according to claim 6, the separating element (22) of which is slidably mounted
in a substantially horizontal conveying direction of the product stacks (2).
7. Device according to any of the preceding claims, the slide element (30) of which is
slidably mounted in the substantially horizontal conveying direction of the product
stacks (2).
8. Device according to any of the preceding claims, the slide element (30) of which,
viewed in the conveying direction of the product stacks (2), can be moved at a higher
speed than the separating element (22).
9. Device according to any of the preceding claims, wherein the slide element (30) and/or
the separating element (22) is designed as a sliding rake or separating rake.
1. Procédé de formation de piles de produits (2) de découpes de produits (4) pliées ou
non pliées en papier, pâte ou similaires, dans lequel les découpes de produits (4)
à empiler sont conduites les uns après les autres à une surface d'empilage (15) et
y sont déposées de chant, dans lequel elles sont supportées par l'arrière temporairement
par une paroi de goulotte (20) d'une goulotte d'évacuation (17), dans lequel un élément
séparateur (22) est, lors du dépôt des découpes de produits (4), inséré entre deux
découpes de produits (4) successives de telle sorte que la pile de produits (2) se
formant entre l'élément séparateur (22) et la paroi de goulotte (20) présente un nombre
prédéfini de découpes de produits (4), et dans lequel, après l'insertion de l'élément
séparateur (22), la paroi de goulotte (20) est ouverte de telle sorte que la pile
de produits (2) formée entre l'élément séparateur (22) et la paroi de goulotte (20)
peut être insérée dans la goulotte d'évacuation (17),
caractérisé en ce que, pour l'insertion de la pile de produits (2) dans la goulotte d'évacuation (17),
en plus de l'élément séparateur (22), un élément de coulisseau (30) est inséré entre
les découpes de produits (4) limitant la pile de produits (2) d'un côté et la pile
de produits (2) qui suit celle-ci d'autre part.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'élément séparateur (22) est, après
l'insertion entre les découpes de produits (4), déplacé vers la paroi de goulotte
(20).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel, pendant l'insertion de la pile
de produits (2) dans la goulotte d'évacuation (17), la pile de produits (2) suivante
est supportée par l'arrière temporairement par l'élément séparateur (22).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel les découpes de produits
(4) sont rassemblées, en deux trajets de traitement ou davantage, en piles de produits
(2) qui sont insérées dans une goulotte d'évacuation (17) commune.
5. Dispositif de formation de piles de produits (2) de découpes de produits (4) pliées
ou non pliées en papier, pâte ou similaires, en particulier pour la réalisation du
procédé selon l'une des revendications 1 à 4, avec une surface d'empilage (15), placée
en amont d'une goulotte d'évacuation (17) et à partir de laquelle une pile de produits
(2) peut être insérée dans la goulotte d'évacuation (17), dans lequel la paroi de
goulotte (20) de la goulotte d'évacuation (17) tournée vers la surface d'empilage
(15) est conçue de façon appropriée pour une ouverture temporaire, et avec un élément
séparateur (22), pouvant être inséré entre deux découpes de produits (4), supporté
de façon mobile dans une direction d'insertion orientée transversalement à la direction
de transport des découpes de produits (4), caractérisé par un élément de coulisseau (30) pouvant être inséré entre deux découpes de produits
(4) et supporté de façon mobile dans une direction d'insertion orientée transversalement
à la direction de transport des découpes de produits (4).
6. Dispositif selon la revendication 6, dont l'élément séparateur (22) est supporté de
façon coulissante dans une direction de transport des piles de produits (2) sensiblement
horizontale.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dont l'élément de coulisseau
(30) est supporté de façon coulissante dans une direction de transport des piles de
produits (2) sensiblement horizontale.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dont l'élément de coulisseau
(30) est, vu dans la direction de transport des piles de produits (2), mobile à une
vitesse plus élevée que l'élément séparateur (22).
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'élément de coulisseau
(30) et/ou l'élément séparateur (22) sont réalisés en tant que râteau de coulisseau
ou râteau séparateur.