[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Verbrennung in einem Feuerraum,
insbesondere eines Kraftwerks oder einer Industrieanlage, wobei mehrere Brenner in
einer Brennerschicht angeordnet sind und wobei bei zumindest einem Teil der Brenner
ein Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom eingestellt werden kann. Es kann alternativ
im Feuerraum auch nur ein einziger Brenner angeordnet sein. Es können auch mehrere
Brennstoff- und Lufteinlässe in einer Brennerschicht oder in einer anderen Geometrie,
wie z.B. vertikal oder spiralförmig, angeordnet sein. Es wird in einem darüberliegenden
Zünd-/Ausbrandbereich eine örtliche Verteilung einer die Verbrennungsqualität charakterisierenden
Kenngröße messtechnisch ermittelt. Es wird basierend auf der örtlichen Verteilung
zumindest ein Gebiet mit einer hinsichtlich der Verbrennungsqualität ungünstigen Kenngröße
identifiziert.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung, d.h. die Anwendung eines derartigen
Verfahrens zur Verbesserung der Verbrennung in einem fossilen, d.h. fossil befeuerten,
thermischen Kraftwerk oder in einer Industrieanlage.
[0003] Schließlich betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen
Verfahrens.
[0004] Aus der Veröffentlichung der
US-Patentanmeldung 2011/0056416A1 sind ein Verfahren sowie ein System zur Verbesserung der Verbrennung in einem Feuerraum
eines thermischen Kraftwerks bekannt. Auch dort sind mehrere Brenner in einer Brennerschicht
angeordnet, und es kann bei den Brennern ein Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom
eingestellt werden. Es wird vorgeschlagen, oberhalb der Brenner bzw. Nachbrenner mehrere
Betriebsbedingungen wie Temperatur- und CO-Konzentrationswerte in einer gemeinsamen
Bereichsebene zu erfassen. Werden Anomalien bei der Verbrennung festgestellt, so sollen
diese basierend auf einem mathematischen Modell strömungsdynamisch auf den verursachenden
Brenner zurückverfolgt werden können, um dann die Verbrennung durch Änderung des Brennstoff-
und/oder Luftmassenstroms zu optimieren. Die örtliche Verteilung der CO-Konzentrationswerte
als Maß für die Verbrennungsqualität kann an der Auslassöffnung des Feuerraums, welche
den Brennern stromabwärts gegenüberliegt, überprüft werden (siehe FIG. 4A bis 4D).
[0005] Aus dem Stand der Technik sind Feuerräume bekannt, wie z.B. Feuerräume in einem fossilen
thermischen Kraftwerk, in einem Drehrohrofen oder in einer anderen thermischen Anlage,
die eine Vielzahl von Brennern aufweisen, wie z.B. acht, zehn, 16 oder 20. Der Feuerraum
weist typischerweise einen rechteckigen oder quadratischen Querschnitt oder die Form
eines Rohres auf.
[0006] Die Maße, wie z.B. die Kantenlänge, eines derartigen Feuerraums kann dabei in einem
Bereich von 5 bis 25m oder sogar von 5 bis 50m liegen. Die Höhe eines derartigen Feuerraums
kann sogar im Bereich von 10 bis 100m liegen, gemessen von der horizontalen Brennerebene,
in der die Brenner umlaufend um den Feuerraum angeordnet sind. Bekannt sind auch Feuerräume
mit weiteren, z.B. darüber liegenden Brennerbereichen, in der weitere Brenner sozusagen
als weiterer Feuerkranz angeordnet sind. Bekannt sind auch Feuerräume mit einer weiteren,
darüberliegenden Brennerebene, in der weitere Brenner sozusagen als weiterer Feuerkranz
angeordnet sind. Bekannt ist auch, dass die jeweiligen Brenner Luft und den fossilen
Brennstoff, wie z.B. Kohlestaub aus Braunkohle und/oder Steinkohle, oder Erdgas, leicht
versetzt zum geometrischen Zentrum hin einblasen (siehe FIG 3). Dadurch wird eine
verbrennungstechnisch günstigere Verwirbelung und Durchmischung des Luft-/Brennstoffsgemischs
erreicht. Typischerweise erfolgt die Einblasung des Luft-/Brennstoffsgemischs zusätzlich
unter einem kleinen Winkel nach "unten" im Bereich von 10° bis 20°, gemessen von der
Horizontalebene. Dadurch verbleibt noch mehr Zeit für die Durchmischung des Luft-/Brennstoffgemischs.
Der Brennstoff und die Luft wird üblicherweise vorgeheizt in den Feuerraum eingeblasen,
wobei die Brennstofftemperatur vorzugsweise in einem Bereich von 150°C - 200°C und
die Lufttemperatur um 300°C liegt.
[0007] Das gesamte, noch nicht gezündete Luft-/Brennstoffgemisch wird z.B. bei Kohlestaub
befeuerten Kraftwerken zum Feuerraumzentrum hin thermisch mit hochgerissen. In diesem
über der Brennschicht bzw. Brennerschicht liegenden Pyrolysebereich wird das gesamte
noch nicht gezündete Luft-/Brennstoffgemisch durch endotherme Reaktionen in seine
flüchtigen brennbaren Anteile zerlegt wird. Zugleich verdampft das noch im Brennstoff
gebundene Wasser. Mit dem weiteren Aufsteigen des pyrolysierenden Gemischs bei zugleich
weiter steigender Temperatur zündet letztendlich das gesamte Gemisch ab einer Temperatur
von ca. 600° spontan. Oberhalb einer Temperatur von 750°C verbrennt das Gemisch sogar
explosionsartig. Zum Schluss verbrennt bzw. verglüht in einem darüberliegenden, in
einen Ausbrandbereich übergehenden Bereich noch Koks, d.h. quasi reiner Kohlenstoff,
sofern noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Dieser Sauerstoff kann z.B. in Form
von Luft über weitere Lüfter in dieser Ausbrandebene zugegeben werden, um den Ausstoß
von Unverbranntem und von Kohlenmonoxid zu vermeiden.
[0008] Bekannt ist auch, den Zündbereich oder den Ausbrandbereich, bzw. den gesamten Zünd-/Ausbrandbereich
dahingehend zu analysieren, wo sich Gebiete mit zu viel Sauerstoff respektive sich
Gebiete mit zu viel Brennstoff befinden, typischerweise repräsentiert durch das sogenannte
Luft-/Brennstoffverhältnis. Ein Verhältnis von 1 bedeutet, dass ausreichend Luft und
folglich auch Sauerstoff vorhanden ist, um den dort vorliegenden Brennstoffanteil
vollständig und somit optimal zu verbrennen. Verbrennungstechnisch ungünstige Gebiete
sind folglich Gebiete mit einem Luft-/Brennstoffverhältnis von größer als 1, wie z.B.
1.2, was einem sogenannten "mageren" Luft-/Brennstoffgemisch entsprechen würde. Analoge
würde ein Luft-/Brennstoffverhältnis von kleiner als 1, wie z.B. 0.8, einem "fetten"
Luft-/Brennstoffgemisch entsprechen. Es ist folglich zu wenig Luft für die Verbrennung
vorhanden. Die lokale Temperaturverteilung ist ein weiterer wichtiger Faktor, der
vor allem die Geschwindigkeit des Verbrennungsprozesses mitbestimmt. Bekannt sind
weiterhin Drehrohröfen, die einen Feuerraum aufweisen. Ein derartiger O-fen wird für
kontinuierliche Prozesse in der Verfahrenstechnik eingesetzt. Er weist ein Drehrohr
auf, das in Längsrichtung leicht geneigt ist, sodass von einer Einlaufseite her eingebrachtes
Aufgabegut innen längs entlang des umlaufenden Ofenrohrs zu einer Auslaufseite hin
transportiert wird. Von der Auslaufseite her wird mit Brennern das Zünden des Brennstoffs
erreicht, und über die Brenner ein geeignetes Temperaturprofil im Ofen eingestellt.
Die Wärmezufuhr erfolgt somit von innerhalb des Ofens, wobei das Aufgabegut hierbei
im direkten Kontakt mit dem entstehenden Rauchgas steht. Es kann bei zumindest einem
Teil der Brenner der Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom eingestellt werden, um die
Qualität der Verbrennung zu verbessern. Dabei ist neben den Brennstoff- und Luftmengen
und deren Durchmischung vor allem die Endtemperatur für die Qualität des Fertigguts
eine wichtige Kenngröße.
[0009] Bewährt hat sich der Drehrohrofen von der Steine- und Erden-Industrie über die Grundstoffindustrie
bis in den Chemie- und Entsorgungsbereich. Die Produkte, zu deren thermischer Behandlung
der Drehrohrofen genutzt wird, sind vielfältige Massenschüttgüter wie zum Beispiel
Zementklinker, Kalk, Dolomit, Magnesit, Schamotte, Titandioxid, Bariumsulfat, Strontium-
und Bariumcarbonat, Kaolin, Eisenerz, Quarzsand, Petrolkoks, Gips und viele andere
mehr.
[0010] Aus dem Stand der Technik sind weiterhin Messvorrichtungen bekannt, mittels derer
eine örtliche Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses im Zünd-/Ausbrandbereich
messtechnisch ermittelbar ist. Mit anderen Worten erlauben diese Messvorrichtungen
einen vorzugsweise horizontalen Schnitt durch den Feuerraum im Zünd-/Ausbrandbereich.
Dieser Schnitt bzw. Schnittbereich kann auch als Messebene oder Messebenenschicht
bezeichnet werden. Es ist folglich für den verbrennungsrelevanten Bereich im Zünd-/Ausbrandbereich
eine zweidimensionale Verteilung des dort vorherrschenden Luft-/Brennstoffverhältnisses
ermittelbar. Technisch kann dies z.B. durch eine horizontal verfahrbare Lambdasonde
bewerkstelligt, mittels welcher Messungen an einer Vielzahl von Messpunkten im Zünd-/Ausbrandbereich
vorgenommen werden.
[0011] Aus dem Stand der Technik sind weiterhin Messvorrichtungen bekannt, wie z.B. Lasergitter
oder Pyrometer, mittels welcher eine örtliche Verteilung der Temperatur im Zünd-/Ausbrandbereich
messtechnisch ermittelbar ist. Die Temperatur ist eine weitere, die Verbrennungsqualität
charakterisierende Kenngröße. Sie bestimmt vorwiegend, wie schnell das Luft-/Brennstoffgemisch
mehr oder weniger explodiert. Die Temperatur entwickelt sich dabei mit dem vorhandenen
Brennstoff und der Luft. Die Temperatur sollte aber nicht zu hoch sein (typischerweise
unterhalb ab etwa 1400°C), da sonst die Asche "weich" wird und den Kessel verschmutzt.
Zudem wird nachteilig umweltschädliches, so-genanntes "thermisches" NO
x gebildet.
[0012] Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Lasergitter als Messvorrichtungen bekannt,
mittels welcher eine örtliche Verteilung der CO-, NO
x-, O
2-, CO
2-Anteile bzw. -Konzentrationswerte im Rauchgas gemessen werden können. Der jeweilige
Anteilswert ist eine weitere, die Verbrennungsqualität charakterisierende Kenngröße.
Die Messung erfolgt typischerweise dort, wo die Verbrennung quasi abgeschlossen ist
und wo nur noch geringe Absorption vorhanden ist, d.h. im Zünd-/Ausbrandbereich und
insbesondere im Ausbrandbereich.
[0013] Die zuvorgenannten Messvorrichtungen können auch miteinander kombiniert werden, wie
z.B. aus Gründen der Plausibilität der erfassten Messwerte und/oder aus Gründen der
Steigerung der Messgenauigkeit.
[0014] Vorzugsweise findet ein optisches Messverfahren Anwendung, wie z.B. ein kameragestütztes
Messverfahren.
[0015] Aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 197 10 206 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verbrennungsanalyse sowie Flammenüberwachung
in einem Verbrennungsraum bekannt. Um sowohl die Temperaturverteilung als auch die
Konzentrationsverteilung von im Verbrennungsprozess entstehenden Reaktionsprodukten
sowie Parameter der Flamme besonders schnell erfassen zu können, wird ein Bild einer
Flamme aufgenommen und aus ortsaufgelösten Intensitäten des Bildes für mindestens
einen vorgebbaren Spektralbereich eine räumliche Verteilung eines den Verbrennungsprozess
charakterisierenden Parameters ermittelt. Ein optisches System der Vorrichtung weist
eine Linse zur Erfassung der Flamme sowie drei nachgeschaltete Strahlteiler auf. Die
von der Linse erfassten Bündelstrahlen werden durch die Strahlteiler auf insgesamt
vier Spektralbereiche aufgeteilt und jeweils einem CCD-Bildsensor zugeführt.
[0016] Aus der europäischen Patentanmeldung
EP 1091175 A2 ist ein Verfahren sowie eine dazu korrespondierende Vorrichtung zur Bestimmung des
Luftüberschusses bei einem Verbrennungsprozess bekannt, indem die Bildungsraten der
bei der Verbrennung gebildeten Reaktionsprodukte CN und CO ermittelt werden. Anschließend
wird das Verhältnis der ermittelten Bildungsraten als eine den Luftüberschuss im Sinne
eines Luft-/Brennstoffverhältnisses repräsentierende Größe gebildet. Zur Erfassung
der Strahlungsintensitäten sind zumindest vier Spezialkameras vorgesehen.
[0017] Auf Basis der messtechnisch ermittelten örtlichen Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses
im Zünd-/Ausbrandbereich können Gebiete mit verbrennungstechnisch ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis
ermittelt werden, wie z.B. von Gebieten mit Verhältniswerten von größer 1.2 oder kleiner
als 0.8.
[0018] Um die Verbrennung in den identifizierten Gebieten zu verbessern ist es bekannt,
den Luftmassenstrom oder den Brennstoffstoff zu verändern, indem z.B. die Lüfterdrehzahl
eines der Lüfter erhöht oder erniedrigt wird oder indem die eingeblasene Brennstoffmenge
bei einem Brenner erhöht oder erniedrigt ist.
[0019] Problem dabei ist, dass aufgrund der Verwirbelung und der Vielzahl von Brennern nicht
feststellbar ist, welcher der Brenner maßgeblich für die ungünstige Verbrennung "verantwortlich"
ist. Daher wird nacheinander der Luft- oder Brennstoffmassenstrom lediglich nur an
einem der Brenner verändert, um dann zu überprüfen, ob sich die Verbrennung in dem
betrachteten Gebiet verbessert hat. Allerdings kann es bis zu 15 min dauern, bis die
Auswirkungen der Änderung des Luft- oder Brennstoffmassenstroms im gesamten Feuerraum
sich stationär im Verbrennungsprozess eingependelt haben. Der zeitliche Aufwand ist
folglich enorm hoch.
[0020] Typischerweise ist der Verbrennungsprozess auch nicht sonderlich stabil. Hier führen
z.B. unterschiedliche Brennstoffqualitäten dazu, dass sich der gesamte Verbrennungsprozess
ändert und wiederum geändert stationär einpendelt. Auch der häufige Ausfall von einem
oder mehreren Brennern, wie z.B. durch Servicearbeiten oder technischem Ausfall, führt
zu einem geänderten Verbrennungsprozess und folglich zu unterschiedlichen Gebieten
mit verbrennungstechnisch ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis.
[0021] In dem Fachbuch "
Simulation von Kraftwerken und wärmetechnischen Anlagen" von Bernd Epple et al., Springer
Verlag Wien, 2009, sind verschiedene Methoden einer Feuerraumsimulation bekannt, wie z.B. auf Basis
eines sogenannten CFD- Simulationsmodells (CFD für Computational Fluid Dynamics) für
die numerische Strömungsmechanik. Basierend auf diesem Modell ist eine Strömungs-
Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulation eines Feuerraums möglich. Zur approximativen
Lösung der dynamischen strömungsmechanischen Modellgleichungen ist die Anwendung einer
Finite-Volumen-Methode beschreiben. Je nach Modellierungsaufwand und Rechnerleistung
kann für jedes Volumenelement im modellierten Feuerraum die dort herrschende Temperatur,
der Druck, die Strömungsgeschwindigkeit und Richtung der Verbrennungsgase sowie wie
deren chemische Zusammensetzung wie Sauerstoffanteil, Anteil des pyrolysierten Brennstoffs
sowie Anteil des bereits verbrannten Brennstoffs angegeben werden.
[0022] Ausgehend von dem eingangs genannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der Erfindung
ein Verfahren anzugeben, welches eine verbesserte Verbrennung in einem Feuerraum erlaubt.
[0023] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Verfahren anzugeben, welches eine schnelle
Korrektur des jeweiligen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms erlaubt, um die Verbrennung
im Feuerraum wieder zu verbessern.
[0024] Es ist eine weiteren Aufgabe der Erfindung, geeignete Anwendungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens anzugeben.
[0025] Schließlich ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine zum Verfahren korrespondierende
Vorrichtung anzugeben.
[0026] Die Aufgabe der Erfindung wird mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
gelöst. Vorteilhafte Verfahrensvarianten, eine geeignete Verwendung sowie vorteilhafte
Ausführungsformen der korrespondierenden Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0027] Erfindungsgemäß wird ein für eine Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungssimulation
wesentlicher Teil des Feuerraums in einem numerischen Simulationsmodell abgebildet,
aufgeteilt in eine Vielzahl von Volumenelementen. Es wird bei der numerischen Simulation
eines jeden Volumenelements die Herkunft der von jeweiligen Brennern stammenden Brennstoff-
und Luftanteile fortlaufend und für sich getrennt mitberücksichtigt. Es wird eine
der messtechnisch ermittelten örtlichen Verteilung im Simulationsmodell örtlich entsprechende
Verteilung der Brennstoff- und Luftanteile ermittelt. Es wird für das jeweilige identifizierte
Gebiet der hinsichtlich der ermittelten Brennstoff- und Luftanteile maßgebliche zumindest
eine Brenner ermittelt, um die Verbrennung durch eine Korrektur des jeweiligen Brennstoff-
und/oder Luftmassenstroms zu verbessern.
[0028] Dadurch ist auf Basis der numerischen Strömungs- Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulation
für jedes messtechnisch identifizierte Gebiet, welches eine hinsichtlich der Verbrennungsqualität
ungünstige Kenngröße aufweist, vorteilhaft der für die ungünstige Verbrennung maßgeblich
verantwortliche Brenner ermittelbar. Durch Korrektur des zugehörigen Luft- und/oder
Brennstoffmassenstroms kann dann zumindest iterativ die dortige Verbrennung verbessert
werden. Liegt z.B. das gemessene Luft-/Brennstoffverhältnis im identifizierten Gebiet
z.B. bei 0.75, d.h. es ist zu wenig Luft für eine optimale Verbrennung vorhanden,
so kann der Luftmassenstrom des ermittelten maßgeblich verantwortlichen Brenners erhöht
werden, wie z.B. um 5%. Dabei kann der Luftmassenstrom umso mehr korrigiert werden,
je größer das gemessene Luft-/Brennstoffverhältnis vom optimalen Verhältnis 1.0 entfernt
ist. Im umgekehrten Fall, d.h. für den Fall, dass das gemessene Luft-/Brennstoffverhältnis
im identifizierten Gebiet z.B. bei 1.25 liegt, d.h. es ist zu viel Luft für eine optimale
Verbrennung vorhanden, so kann der Luftmassenstrom des ermittelten maßgeblich verantwortlichen
Brenners verringert werden, wie z.B. um 10%.
[0029] Alternativ oder zusätzlich kann auch der Brennstoffmassenstrom erhöht oder erniedrigt
werden. In technischer Hinsicht ist es in den meisten Fällen vorteilhaft, den Luftmassenstrom
zu korrigieren, indem die Lüfterdrehzahl oder geeignete verstellbare Lüfterklappen
verändert werden. Der Brennstoffmassenstrom bleibt dabei unverändert. Weist der jeweilige
Brenner eine Brennstoffeinbiasvorrichtung für den Brennstoffmassenstrom und zumindest
einen zugeordneten, separaten Lüfter für den Luftmassenstrom auf, so ist es vorteilhaft,
nur den Luftmassenstrom des Lüfters zu verändern.
[0030] Kernidee der Erfindung ist, dass bei der numerischen Strömungs- Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulation
für jedes "simulierte" Volumenelement der jeweilige brennerbezogene Ursprung des eingeblasenen
Brennstoffs und der eingeblasenen Luft mitgeführt und während der Simulation auf die
nächsten angrenzenden Volumenelemente übertragen werden. So kann ein Volumenelement,
wie z.B. mit den Abmessungen 10cm x 10cm x 10cm, einen Brennstoffanteil von 5% von
Brenner 1, 80% von Brenner 2,10% von Brenner 4 etc. aufweisen sowie einen Luftanteil
von 60% vom Brenner 3, 30% von Brenner 6 etc. aufweisen. Mittels der numerischen Strömungs-
Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulation kann für dieses Volumenelement auf Basis der
zuvorgenannten ursprungsbezogenen Anteile sowie weiterer vorliegenden Randbedingungen
wie z.B. Lufttemperatur, Brennstofftemperatur, Strömungsgeschwindigkeiten und Drücke,
die Pyrolyse sowie die Verbrennung schrittweise berechnet werden. Das Ergebnis einer
Berechnung für dieses Volumenelement kann z.B. sein, dass der gesamte vorhandene Brennstoff
bereits zu 95% pyrolisiert und zu 20% verbrannt ist, sowie bei einer Temperatur von
693°C bei einem Sauerstoffgehalt von 17,3% und bei einem aktuellen Strömungsvektor
von Vx = 1m/s, Vy = -0,2m/s, Vz = 0,1m/s.
[0031] Es wird mit anderen Worten die von jeweiligen Brennern stammenden Brennstoff- und
Luftanteile fortlaufend und für sich getrennt mitberücksichtigt.
[0032] Mittels der numerischen Strömungs- Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulation sind zumindest
die Herkünfte der Brennstoffe und Lüfte qualitativ für jedes Volumenelement ermittelbar.
Dies ist aber völlig ausreichend, um die Verbrennung in den messtechnisch erfassten
Gebieten mit ungenügendem Luft-/Brennstoffverhältnis gezielt korrigieren zu können.
[0033] Nach einer Verfahrensvariante wird dem Brennstoff und/oder der Luft für einen jeweiligen
Brenner eine Substanz beigemischt.
[0034] Die Substanz kann z.B. an der Eingangsseite des jeweiligen Brenners eingebracht werden,
wie z.B. in Pulverform oder in Form eines Granulats. Sie kann eingangsseitig z.B.
mittels einer Förderschnecke eingebracht werden oder dort eingeblasen werden. Die
Substanz kann alternativ auch an der Ausgangsseite des Brenners, d.h. in den Luftauslass
eines Lüfters des jeweiligen Brenners oder in den Auslass einer Brennstoffeinblasvorrichtung
des jeweiligen Brenners eingebracht werden. Sie kann dort gleichfalls in Pulverform
oder in Form eines Granulats eingeblasen oder mittels einer Förderschnecke eingebracht
werden. Die Substanz kann auch in flüssiger Form dort eingesprüht werden. Mit anderen
Worten wird die Substanz in den Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom des jeweiligen
Brenners eingebracht. Alternativ oder zusätzlich kann die Substanz im gasförmigen
Zustand in den Auslass einer Brennstoffeinblasvorrichtung des jeweiligen Brenners
eingeblasen werden.
[0035] Die Substanz hinterlässt während der Verbrennung im Feuerraum eine (optisch signifikante)
Leuchtspur, wobei mittels eines spektral auf die Leuchtspur abgestimmten optischen
Messsystems die örtliche und zeitliche Ausbreitung der Substanz erfasst wird. Mit
anderen Worten wird die Ausbreitung der Substanz im Feuerraum zeitlich und/oder räumlich
durch das optische Messsystem erfasst. Es wird eine mit der tatsächlichen Ausbreitung
der Substanz einhergehende tatsächliche Ausbreitung des vom jeweiligen Brenner stammenden
Brennstoffs und der vom jeweiligen Brenner stammenden Luft im numerischen Simulationsmodell
als Randbedingung übernommen. Durch die Anpassung des numerischen Simulationsmodells
an die tatsächliche Ausbreitung sind die gesuchten Gebiete mit dem ungenügenden Luft-/Brennstoffverhältnis
zuverlässiger ermittelbar.
[0036] Es können hierzu die von dem optischen Messsystem erfassten Daten der einzelnen Leuchtspuren
für die jeweiligen Brennstoff- und/oder Luftmassenströme getrennt in räumliche Verteilungen
und deren Ausbreitungsgeschwindigkeit umgerechnet werden, aufgeteilt in eine Vielzahl
von Volumenelementen. Die so berechneten Leuchtspuren verschiedener Brennstoff- und/oder
Luftmassenströme können dann in einem Leuchtspurmodell gespeichert werden. Je nach
Modellierungsaufwand und Rechnerleistung kann, soweit messtechnisch möglich, kann
für jedes Volumenelement im modellierten Feuerraum die dort herrschende Strömungsgeschwindigkeit
und Richtung der Verbrennungsgase sowie wie Zuordnung zu den Brennstoff- und/oder
Luftmassenströmen bezüglich der verschiedenen Brennstoff und/oder Lufteinlässen angegeben
werden.
[0037] Vorzugsweise wird die Substanz nicht nur dem Brennstoff und/oder der Luft für einen
einzigen Brenner sondern für mehrere Brenner beigemischt. Dies kann z.B. zyklisch
für eine Auswahl aus allen Brennern, wie z.B. jeder zweite oder jeder dritte Brenner,
oder für alle Brenner erfolgen, wie z.B. reihum. Durch die zeitlich aufeinander folgende
Beimischung kann die örtliche und zeitliche Ausbreitung der leuchtenden Substanz im
Feuerraum mittels des optischen Messsystems erfasst werden, d.h. nachverfolgt werden.
Da die Zeitpunkte der Beimischung der Substanz für die jeweiligen Brenner bekannt
sind, können die verschiedenen Herkünfte des Brennstoffs und/oder der Luft den jeweiligen
Brennern zugeordnet werden. Die Übereinstimmung des numerischen Simulationsmodells
mit den wirklichen Strömungsverhältnissen im Feuerraum wird dadurch weiter vorteilhaft
erhöht. Dadurch können die gesuchten Gebiete mit dem ungenügenden Luft-/Brennstoffverhältnis
noch zuverlässiger ermittelt werden und noch gezielter Korrekturen an dem Brennstoffmassenstrom
und/oder Luftmassenstrom des zumindest einen maßgeblichen Brenners zur Optimierung
der Verbrennung vorgenommen werden.
[0038] Es können auch andere messtechnisch erfasste Größen, wie z.B. die Temperaturverteilung,
die Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnis im Feuerraum und die Massenströme an
den Brennern im Leuchtspurmodell zusätzlich hinterlegt werden. Es können auch mehrere,
spektral unterschiedlich leuchtende Substanzen zeitgleich dem Brennstoff und/oder
der Luft unterschiedlicher Brenner beigemischt werden, so dass die Substanzen während
der Verbrennung im Feuerraum unterschiedliche, jeweils optisch signifikante Leuchtspuren
hinterlassen, wie z.B. rot, blau oder grün. Die örtliche und zeitliche Ausbreitung
der Substanzen kann dann mittels eines spektral auf die Leuchtspuren abgestimmten
optischen Messsystems erfasst werden. Hierzu kann das optische Messsystem z.B. eine
Reihe von Spektralfiltern aufweisen, die auf die dominante emittierte Spektrallinie
der jeweiligen Substanz abgestimmt sind.
[0039] Wie aus der Chemie bekannt ist, können mit einigen Substanzen Verfärbungen einer
Flamme erreicht werden. Z.B. bewirkt Lithium eine rote Verfärbung, Natrium eine gelbe,
Barium eine grüne und Kupferchlorid eine blaue Verfärbung. Dabei werden jeweils eine
oder mehrere Spektrallinien im Spektrum erzeugt. Vorzugsweise werden Substanzen verwendet,
die bei thermischer Anregung im grünen oder blauen mit hoher Intensität strahlen,
da sie dann von der intensiven thermischen Strahlung im roten und infraroten Spektralbereich
mit optischen Filtern getrennt und unterschieden werden können.
[0040] Unter Umständen können die die Verbrennungsqualität charakterisierenden Kenngrößen
nicht in allen Bereichen des Brennraums gemessen werden und die Leuchtspuranalyse
nicht für alle Bereiche ausgewertet werden. Es kann daher alternativ oder zusätzlich
mit einer Verbrennungsrechnung und/oder mit einem Strömungsmodell auch für Bereiche,
die nicht messtechnisch erfasst werden konnten und/oder für die keine Leuchtspuranalyse
durchgeführt werden konnte, eine Berechnung der Kenngrößen für die Verbrennungsgüte
erfolgen. Mit einem solchen Leuchtspurmodell bzw. um ein solches erweitertes CFD-Simulationsmodell
kann für das jeweilige identifizierte Gebiet der hinsichtlich der ermittelten Kenngrößen
maßgebliche zumindest eine Brenner ermittelt werden, um die Verbrennung durch eine
Korrektur des jeweiligen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms zu verbessern.
[0041] Nach einer Verfahrensvariante wird wiederholt, vorzugsweise zyklisch, der zumindest
eine maßgebliche Brenner ermittelt und automatisiert der jeweilige Brennstoff- und/oder
Luftmassenstrom korrigiert. Dadurch ist ohne menschliches Zutun automatisiert eine
weitgehend optimale Verbrennung im Feuerraum bewerkstelligbar.
[0042] Einer weiteren Verfahrensvariante nach werden der Feuerraum, die geometrische Anordnung
und Ausrichtung der Brenner im Feuerraum, deren aktuell vorgegebener Geschwindigkeitseinblasvektor,
deren jeweiliger aktuell vorgegebener Wert für den Brennstoff- und Luftmassenstrom
und/oder die aktuell vorgegebene Temperatur des jeweiligen Brennstoff- und Luftmassenstroms
im numerischen Simulationsmodell abgebildet. Dadurch stimmen die simulierten Bedingungen
im Feuerraum aufgrund der Vielzahl vorgegebener bzw. messbarer Randbedingungen zumindest
qualitativ, mit den tatsächlich vorherrschenden realen Bedingungen im Feuerraum überein.
[0043] Nach einer vorteilhaften Verfahrensvariante ist das Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodell
ein Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodell (CFD), welches die dynamischen
Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungsvorgänge im Feuerraum durch strömungsmechanische
Modellgleichungen wie Navier-Stokes-, Euler- oder Potentialgleichungen beschreibt.
Die Verwendung derartiger Modelle ist in der Strömungsmechanik, wie z.B. im Triebwerkbereich
bei Flugzeugen oder bei Gasturbinen im Kraftwerksbereich, seit langem bekannt und
ausgereift. Aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Computerrechenleistung ist
eine genaue und zugleich schnelle Modellierung sowie Simulation möglich.
[0044] Insbesondere wird zur approximativen Lösung der Navier-Stokes-, Euler- oder Potentialgleichungen
des Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodells eine Finite-Volumen-Methode verwendet.
Eine derartige Methode ist gleichfalls weitverbreitet und anerkannt.
[0045] Nach einer weiteren Verfahrensvariante ist die die Verbrennungsqualität charakterisierende,
messtechnisch ermittelte Kenngröße ein Luft-/Brennstoffverhältnis. Es kann selbstverständlich
alternativ auch der Kehrwert sein, d.h. ein Brennstoff-/Luftverhältnis sein. Alternativ
oder zusätzlich kann die Kenngröße eine Temperatur sein, welche mittels eines Pyrometers,
eines Lasergitters oder mittels eines horizontal verfahrbaren Temperatursensors erfasst
wird. Die Kenngröße kann alternativ oder zusätzlich der CO-, NO
x-, O
2- oder CO
2-Anteil bzw. - Konzentrationswert dem im Zünd-/Ausbrandbereich vorliegenden Rauchgas
sein. Aus diesen jeweiligen Anteils- oder Konzentrationswerten kann dann letztendlich
ein das Brennstoff-/Luftverhältnis oder Luft-/Brennstoffverhältnis bzw. repräsentierender
Wert abgeleitet werden. Ist z.B. die örtliche Verteilung von Sauerstoff, also von
O
2, ungleichmäßig, so wird in Gebieten mit zu viel Luft NO
x gebildet, während in Gebieten mit zu wenig Luft wegen der dortigen unvollständigen
Verbrennung CO gebildet wird. Hier sind CO und NO
x quasi Gegenspieler, deren gegenläufiges Verhalten in den Anteils- bzw. Konzentrationswerten
vorteilhaft verwendet werden kann, um daraus als weitere Kenngröße für die Verbrennungsqualität
einen das Brennstoff-/Luftverhältnis repräsentierenden Wert abzuleiten.
[0046] Nach einer bevorzugten Verfahrensvariante wird zur messtechnischen Ermittlung der
örtlichen Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses im Zünd-/Ausbrandbereich ein
kameragestütztes Verfahren verwendet. Insbesondere werden die Bildungsraten der bei
der Verbrennung gebildeten chemischen Reaktionsprodukte CN (Cyanid) und CO (Kohlenstoffmonoxid)
ermittelt, wobei das Verhältnis der ermittelten Bildungsraten als eine das Luft-/Brennstoffverhältnis
repräsentierende Größe gebildet wird. CN ist dabei im Verbrennungsprozess umso mehr
vorhanden, je mehr Luftüberschuss bei der Verbrennung vorliegt. Gegensätzlich dazu
ist umso mehr CO vorhanden, je mehr Luftmangel bei der Verbrennung vorliegt.
[0047] Bei den chemischen Reaktionsprodukten handelt es um gasförmige Radikale, die typischerweise
bei einem Hochtemperaturprozess von mehr als 1000 °C bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoff
entstehen. Anstelle von CN und CO kann auch eine andere geeignete Paarung für die
Repräsentation des Luft-/Brennstoffverhältnis herangezogen werden, wie z.B. aus der
Menge der C
2-, CH-, CHOH-, CHO-, NH-, OH- oder O
2-Radikale.
[0048] Die Erfassung der Bildungsraten kann z.B. mittels Spezialkameras erfolgen, denen
ein optisches Sperrfilter mit einem vorgebbaren Durchlasswellenbereich für eine charakteristische
Spektrallinie des jeweiligen Reaktionsproduktes vorgeschaltet. Dadurch ist hinsichtlich
der Emission eines chemischen Reaktionsproduktes eine besonders hohe Selektivität
möglich. Typischerweise weist ein solches Sperrfilter einen Durchlasswellenbereich
im Bereich von ca. 5 bis 20 nm auf. So liegt beispielsweise das spezifische Frequenzband
einer der Spektrallinien für CO (Kohlenstoffmonoxid) im Bereich von 445 bis 455 nm
und für das Reaktionsprodukt CN (für Cyanid) im Bereich von 415 bis 425 nm. Den Sperrfiltern
kann darüber hinaus ein IR-Filter, das heißt ein Infrarot-Filter, vorgeschaltet sein,
um einen Großteil der eintreffenden Wärmestrahlung auszufiltern. Beide Filter können
auch in einem einzigen Sperrfilter integriert sein. Die beiden Bildungsraten, wie
vorzugsweise für CO und CN, werden aus der Differenz eines jeweiligen Bandenstrahlungswerts
und eines jeweiligen Temperaturstrahlungswerts gebildet, letzterer vorzugsweise mittels
einer Verhältnispyrometrie.
[0049] Das zuvor beschriebene Verfahren kann vorteilhaft zur Verbesserung der Verbrennung
in einem fossilen thermischen Kraftwerk oder in einem Drehrohrofen angewendet werden
[0050] Nach einer weiteren Verfahrensvariante wird zur messtechnischen Ermittlung der örtlichen
Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses im Zünd-/Ausbrandbereich sowie zur optischen
Erfassung der bei der Ausbreitung der Substanz emittierten Leuchtspur ein gemeinsames
kameragestütztes Verfahren verwendet. Ein derartiges kameragestütztes Verfahren ist
z.B. aus der europäischen Patentanmeldung
EP 1091175 A2 bekannt. Vorzugsweise wird in diesem Fall Kupferchlorid in Kombination mit dem dort
offenbarten Messsystem verwendet, um die räumliche Zuordnung zu den Brennstoff- und/oder
Luftauslässen zu erhalten. Über das zeitliche Verhalten der Leuchtspuren des Kupferchlorid
im Brennraum kann zusätzlich die Strömungsgeschwindigkeit abgeschätzt werden.
[0051] Es kann anstelle des in der europäischen Patentanmeldung
EP 1091 175 A2 beschriebenen Kamerasystems auf ein Lasermessgitter verwendet werden. Dieses Messgitter
kann somit sowohl zur messtechnischen Ermittlung der örtlichen Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses
im Zünd-/Ausbrandbereich sowie zur Erfassung der bei der Ausbreitung der Substanz
emittierten Leuchtspur und/oder Absorptionsspur gleichfalls im Zünd-/Ausbrandbereich
verwendet werden.
[0052] Schließlich wird die Aufgabe der Erfindung durch eine zum Verfahren korrespondierende
Vorrichtung gelöst.
[0053] Die Vorrichtung weist erfindungsgemäß Mittel zur Erfassung eines Istwertes zumindest
des aktuellen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms eines jeweiligen Brenners auf.
Sie umfasst Mittel zur Ausgabe eines Sollwertes an eine Stelleinrichtung für den Brennstoff-
und/oder Luftmassenstroms eines jeweiligen Brenners auf. Weiterhin weist sie Messmittel
zur Ermittlung einer im Zünd-/Ausbrandbereich vorliegenden örtlichen Verteilung einer
die Verbrennungsqualität charakterisierenden Kenngröße, insbesondere des Luft-/Brennstoffverhältnisses
auf. Schließlich umfasst die Vorrichtung rechnergestützte Mittel zur Simulation reagierender
Strömungen in einem Feuerraum mittels eines numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und
Verbrennungs-Simulationsmodells, zur Ermittlung einer der messtechnisch ermittelten
örtlichen Verteilung im Simulationsmodell örtlich entsprechenden Verteilung der Brennstoff-
und Luftanteile, zur Identifikation zumindest eines dortigen Gebiets mit einer hinsichtlich
der Verbrennungsqualität ungünstigen Kenngröße, insbesondere mit einem verbrennungstechnisch
ungünstigen Luft-/Brennstoffverhältnis, zur Ermittlung des maßgeblichen zumindest
einen Brenners hinsichtlich der simulierten Brennstoff- und Luftanteile sowie zur
Ausgabe eines korrigierten Sollwertes für den Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms
an die Stelleinrichtung eines jeweiligen Brenners.
[0054] Der Istwert des aktuellen Brennstoffmassenstroms kann z.B. mittelbar aus der Drehzahl
einer dem Brenner vorgeschalteten Kohlemühle oder unmittelbar von einem Gaszähler
bei Erdgas als Brennstoff abgeleitet werden. Der Luftmassenstrom kann z.B. aus der
Lüfterdrehzahl eines Lüfters als separater Teil eines Brenners auf Basis der technischen
Kenndaten des Lüfters abgeleitet werden. Die Temperaturwerte für den Brennstoffmassenstrom
und Luftmassenstrom können z.B. mittels eines Temperatursensors erfasst werden. Der
jeweilige Sollwert kann ein Zahlenwert sein, wie z.B. eine Prozentzahl im Bereich
von 0% und 100% sein. Eine Prozentzahl von 0 kann z.B. einem gestellten Brennstoffmassenstrom
von 0 sein, d.h. es wird in diesem Fall die Brennstoffzufuhr eines Brenners ausgeschaltet.
100% dagegen entsprechen einer maximal möglichen Fördermenge des Brenners bzw. der
Brennstoffeinblasvorrichtung.
[0055] Als rechnergestützte Mittel kommt vorzugsweise ein Computer, wie z.B. ein industrietauglicher
PC in Frage, auf dem mehrere Programme ausgeführt werden können. Die Simulation reagierender
Strömungen im Feuerraum mittels des numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodells,
die Ermittlung einer der messtechnisch ermittelten örtlichen Verteilung im Simulationsmodell
örtlich entsprechenden Verteilung der Brennstoff- und Luftanteile, die Identifikation
zumindest eines dortigen Gebiets mit einem verbrennungstechnisch ungünstigen Luft-/Brennstoffverhältnis,
die Ermittlung des maßgeblichen zumindest einen Brenners hinsichtlich der simulierten
Brennstoff- und Luftanteile sowie die Ausgabe eines korrigierten Sollwertes für den
Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms an die Stelleinrichtung eines jeweiligen Brenners
erfolgt vorzugsweise in Form ausführbarer Softwareprogramme sowie in Form hinterlegter
Modelldaten, die von einem Mikroprozessor der rechnergestützten Mittel ausgeführt
bzw. verarbeitet werden.
[0056] Nach einer alternativen Ausführungsform weist die Vorrichtung die Mittel zur Erfassung
eines Istwertes zumindest des aktuellen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms eines
jeweiligen Brenners auf. Sie weist die Mittel zur Ausgabe eines Sollwertes an eine
Stelleinrichtung für den Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms eines jeweiligen Brenners
auf. Sie weist zudem Mittel zum individuellen Ansteuern eines Beimischers zum Beimischen
einer Substanz in den Brennstoff und/oder in der Luft eines jeweiligen Brenners auf,
wobei die Substanz während der Verbrennung im Feuerraum eine Leuchtspur hinterlässt.
[0057] Der jeweilige Beimischer ist vorzugsweise elektrisch über die Mittel ansteuerbar.
Der Beimischer kann z.B. eine Förderschnecke sein. Es kann z.B. eine druc kluftgestützte
Einblasvorrichtung, über welche die Substanz über ein elektrisch ansteuerbares Druckluftventil
eingeblasen werden kann.
[0058] Die Vorrichtung weist weiterhin ein kameragestütztes Messsystem zur Ermittlung einer
im Zünd-/Ausbrandbereich vorliegenden örtlichen Verteilung einer die Verbrennungsqualität
charakterisierenden Kenngröße sowie zur optischen Erfassung einer spektral signifikanten
und sich örtlich sowie zeitlich ausbreitenden Leuchtspur auf. Weiterhin weist die
Vorrichtung rechnergestützte Mittel auf. Sie sind vorgesehen zur Simulation reagierender
Strömungen in einem Feuerraum mittels eines numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und
Verbrennungs-Simulationsmodells und zur Übernahme der tatsächlichen Ausbreitung des
vom jeweiligen Brenner stammenden Brennstoffs und der vom jeweiligen Brenner stammenden
Luft auf Basis der erfassten Ausbreitung der Leuchtspur als Randbedingung im numerischen
Simulationsmodell. Die rechnergestützten Mittel sind weiterhin vorgesehen zur Ermittlung
einer der messtechnisch ermittelten
[0059] örtlichen Verteilung im Simulationsmodell örtlich entsprechenden Verteilung der Brennstoff-
und Luftanteile . Die rechnergestützten Mittel sind zudem vorgesehen zur Identifikation
zumindest eines dortigen Gebiets mit einer hinsichtlich der Verbrennungsqualität ungünstigen
Kenngröße. Die rechnergestützten Mittel sind weiterhin vorgesehen zur Ermittlung des
maßgeblichen zumindest einen Brenners hinsichtlich der simulierten Brennstoff- und
Luftanteile. Schließlich sind die rechnergestützten Mittel vorgesehen zur Ausgabe
eines korrigierten Sollwertes für den Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms an die
Stelleinrichtung eines jeweiligen Brenners.
[0060] Nach einer Ausführungsform sind die rechnergestützten Mittel dazu eingerichtet, wiederholt,
vorzugsweise zyklisch, den zumindest eine maßgebliche Brenner zu ermitteln und automatisiert
einen korrigierten Sollwert für den Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom an die Stelleinrichtung
eines jeweiligen Brenners auszugeben. Die Ermittlung des zumindest einen maßgeblichen
Brenners kann z.B. dadurch erfolgen, dass die mittels des Simulationsmodells ermittelten
Brennstoff- und Luftanteile von den jeweiligen Brennern in den Volumenelementen im
Zünd-/Ausbrandbereich auf maximale Anteilswerte hin untersucht werden. Vorzugsweise
erfolgt dies nur bei den Volumenelementen, welche der örtlichen Verteilung ungünstiger
Luft-/Brennstoffverhältnisse entsprechen.
[0061] Nach einer weitere Ausführungsform sind im numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und
Verbrennungsmodell, auf dessen Basis die reagierenden Strömungen in einem Feuerraum
durch die rechnergestützten Mittel simuliert werden, der Feuerraum, die geometrische
Anordnung und Ausrichtung der Brenner im Feuerraum , deren aktuell vorgegebener Geschwindigkeitseinblasvektor,
deren jeweiliger aktuell vorgegebener Wert für den Brennstoff- und Luftmassenstrom
und/oder die aktuell vorgegebene Temperatur des jeweiligen Brennstoff- und Luftmassenstroms
abgebildet.
[0062] Nach einer weiteren Ausführungsform ist das Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodell
ein Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodell. Ein solches Modell ist zur Beschreibung
dynamischer Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungsvorgänge im Feuerraum durch strömungsmechanische
Modellgleichungen wie Navier-Stokes-, Euler- oder Potentialgleichungen vorgesehen.
[0063] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Verwendung einer Finite-Volumen-Methode
zur approximativen Lösung der Navier-Stokes-, Euler- oder Potentialgleichungen des
Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodells vorgesehen.
[0064] Einer weiteren Ausführungsform sind die Messmittel zur messtechnischen Ermittlung
der örtlichen Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses im Zünd-/Ausbrandbereich
als kameragestütztes Messsystem realisiert, bei dem die Bildungsraten der bei der
Verbrennung gebildeten chemischen Reaktionsprodukte, wie z.B. von CN und CO, ermittelbar
sind. Das Verhältnis der ermittelten Bildungsraten kann dabei das Luft-/Brennstoffverhältnis
repräsentieren. Die Messmittel kann alternativ auch die eingangs beschriebene verfahrbare
Lambdasonde umfassen.
[0065] Einer weiteren Ausführungsform zufolge ist der jeweilige Brenner ein konzentrisch
aufgebauter Rundbrenner. Der jeweilige Brenner kann auch eine Brennstoffeinblasvorrichtung
sowie einen darunterliegenden und/oder darüberliegenden Lüfter umfassen.
[0066] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch eine zum erfindungsgemäßen Verfahren
korrespondierende Vorrichtung gelöst.
[0067] Die Erfindung sowie vorteilhafte Ausführungen der Erfindung werden im Weiteren anhand
der nachfolgenden Figuren näher beschrieben. Es zeigen
- FIG 1
- ein Beispiel für einen Feuerraum eines Kraftwerks mit acht Brennern in einer Brennschicht,
- FIG 2
- eine beispielhafte Ausführungsform der Brenner im Feuerraum mit jeweils einer Brennstoffeinblasvorrichtung
und jeweils zwei zugeordneten Lüftern,
- FIG 3
- eine Aufsicht auf die Brenner gemäß FIG 2 mit sieben von den acht Brennern im Betrieb,
- FIG 4
- ein Beispiel für eine messtechnisch ermittelte örtliche Verteilung eines in einem
Zünd-/Ausbrandbereich gemäß FIG 1 herrschenden Luft-/Brennstoffverhältnisses mit vier
Gebieten mit verbrennungstechnisch ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis,
- FIG 5
- eine der örtlichen Verteilung gemäß FIG 4 örtlich entsprechende Verteilung der von
den Brennern stammenden Brennstoff- und Luftanteile auf Basis eines numerischen Strömungs-,
Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodells gemäß der Erfindung, und
- FIG 6
- ein Beispiel für Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Korrektur des Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms der jeweiligen Brenner in einem
Feuerraum.
[0068] FIG 1 zeigt ein Beispiel für einen Feuerraum 1 eines Kraftwerks mit acht Brennern
2 in einer Brennschicht E. Der Feuerraum 1 weist einen rechteckigen Querschnitt auf.
Es sind beispielhaft acht Brenner 2 in einer gemeinsamen horizontalen Brennebene BE
angeordnet, in welcher Luft sowie Brennstoff durch die Brenner 2 eingeblasen wird.
Mit P ist ein darüberliegender Pyrolysebereich B und mit ZA ein in einen Zünd-/Ausbrandbereich
ühergehender Bereich bezeichnet. Mit Z selbst ein Zündbereich und mit A ein Ausbrandbereich
bezeichnet. Die Grenzen zwischen den jeweiligen Bereichen sind dabei fließend und
dienen in dieser Darstellung nur dem besseren Verständnis. Mit dem Bezugszeichen 5
sind schließlich Messkameras bezeichnet, die in einer Messebene M zur messtechnischen
Erfassung des Zünd-/Ausbrandbereichs ZA angeordnet sind und sozusagen in den Feuerraum
1 hineinschauen. Die Messkameras 5 sind Teil eines kameragestützten Messsystems, welches
zur messtechnischen Erfassung einer örtlichen Verteilung des im Zünd/Ausbrandbereich
ZA herrschenden Luft-/Brennstoffverhältnisses vorhanden ist. Mit x,y,z sind die Achsen
eines kartesischen Koordinatensystems bezeichnet. Die Brennebene BE sowie die Messebene
M liegen somit in einer xy-Ebene. Jeweils senkrecht dazu ist die z-Achse.
[0069] FIG 2 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform der Brenner 2 im Feuerraum 1 mit jeweils
einer Brennstoffeinblasvorrichtung 3 und mit jeweils zwei zugeordneten Lüftern 4.
Es ist dabei jeweils ein Lüfter 4 direkt oberhalb und ein weiterer Lüfter 4 direkt
unterhalb der zugehörigen Brennstoffeinblaseinrichtung 3 angeordnet. Von den Lüftern
4 ist lediglich nur das viereckige Lufteintrittsfenster und von der Brennstoffeinblasrichtung
3 lediglich eine runde, konzentrische Öffnung im Feuerraum 1 zu sehen. Die Brennstoffeinblaseinrichtung
3 ist zudem symbolisiert durch eine Flamme dargestellt, auch wenn in dieser Brennschicht
E noch keine offene Verbrennung stattfindet. Diese findet erst im Zünd-/Ausbrandbereich
statt.
[0070] FIG 3 zeigt eine Aufsicht auf die Brenner gemäß FIG 2 mit sieben von den acht Brennern
2
1-2
8 im Betrieb. In dieser Darstellung ist erkennbar, dass Luft sowie Brennstoff leicht
versetzt zum geometrischen Zentrum eingeblasen wird, um eine gezielte Verwirbelung
und Durchmischung des Luft-/Brennstoffgemisches zu erzielen. Mit
ṁB1-ṁB8 ist der vom jeweiligen Brenner 2
1-2
8 eingeblasene Brennstoffmassenstrom und mit
ṁL1-ṁL8 der vom jeweiligen Brenner 2
1-2
8 eingeblasene Luftmassenstrom bezeichnet. Es handelt sich bei diesen physikalischen
Größen um zeitabhängige Größen mit der Einheit Kilogramm pro Sekunde (kg/s), symbolisiert
durch den Punkt über der physikalischen Bezeichnung der Masse m. Mit v
1-v
8 ist der jeweilige Geschwindigkeitseinblasvektor sowohl für die Luft als auch für
den Brennstoff bezeichnet. Der Geschwindigkeitseinblasvektor v
1-v
8 selbst weist drei kartesische, nicht weiter gezeigte skalare Geschwindigkeitswerte
v
x, v
y, v
z auf, die auf das gemäß FIG 1 zugrunde gelegte Koordinatensystem x,y,z bezogen sind.
Der Einfachheit halber wurde für den eingeblasenen Brennstoff eine gemeinsame Brennstofftemperatur
T
B und für die Luft eine gemeinsame Lufttemperatur T
L eingetragen. Selbstverständlich können bei jedem Lüfter 4 und bei jeder Brennstoffeinblasvorrichtung
3 des jeweiligen Brenners 2
1-2
8 die aktuelle Temperatur sowie separate Geschwindigkeitseinblasvektoren für die Luft
vom jeweiligen Lüfter 4 und für den Brennstoff von der jeweiligen Brennstoffeinblasvorrichtung
3 angegeben bzw. erfasst werden.
[0071] Im Beispiel der FIG 3 ist weiterhin der Brenner 2
4 gestrichelt dargestellt. Dies symbolisiert, dass der gezeigte Brenner 2
4 nicht in Betrieb ist. Gründe hierfür können ein technischer Ausfall, Revisionsarbeiten
oder ein Teillastbetrieb sein.
[0072] FIG 4 zeigt ein Beispiel für eine messtechnisch ermittelte örtliche Verteilung V
R eines in einem Zünd-/Ausbrandbereich ZA gemäß FIG 1 herrschenden Luft-/Brennstoffverhältnisses
mit vier Gebieten G1-G4 mit verbrennungstechnisch ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis.
Die gezeigte zweidimensionale Darstellung in der xy-Ebene zeigt Gebiete G1-G4 mit
einem verbrennungstechnisch ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis. So zeigen die
schraffierten Gebiete G1, G2 ein Luft-/Brennstoffverhältnis von weniger als 0.8. In
Richtung zum Gebietsinneren nimmt dabei das Luft-/Brennstoffverhältnis im Sinne von
Höhenlinien noch weiter ab, wie z.B. im Gebietszentrum auf einen Wert von 0.6. Analog
zeigen die nichtschraffierten Gebiete G3, G4 ein Luft-/Brennstoffverhältnis von mehr
als 1.2. In Richtung zum Gebietsinneren nimmt dabei das Luft-/Brennstoffverhältnis
im Sinne von Höhenlinien noch weiter zu, wie z.B. im Gebietszentrum auf einen Wert
von 1.4.
[0073] FIG 5 zeigt eine der örtlichen Verteilung V
R gemäß FIG 4 örtlich entsprechende Verteilung V
S der von den Brennern stammenden Brennstoff- und Luftanteile A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 auf Basis eines numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodells
gemäß der Erfindung.
[0074] Die in der FIG 5 gezeigten Gebiete G1-G4, die sich im Raster eines Volumenelements
dV des Simulationsmodells erstrecken, entsprechen in etwa den Gebieten G1-G4 in FIG
4 mit den dort extremen Werten für das Luft-/Brennstoffverhältnis. Diese nun identifizierten,
verbrennungstechnisch ungünstigen Gebiete G1-G4 werden nun hinsichtlich ihrer Brennstoff-
und Luftanteile A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 untersucht. Genauer gesagt, werden die jeweiligen, zu den identifizierten Gebieten
G1-G4 zugehörigen Volumenelemente dV untersucht. Da gemäß der Erfindung bei der numerischen
Simulation eines jeden Volumenelements dV die Herkunft der von jeweiligen Brennern
stammenden Brennstoff- und Luftanteile A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 fortlaufend und bereits für sich getrennt mitberücksichtigt wurden, kann nun für
jedes Gebiet G1-G4 der maßgebliche Brenner 2 ermittelt werden. Dies ist typischerweise
der Brenner 2, dessen Brennstoff- oder Luftanteil A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 im Vergleich zu den Brennstoff- und Luftanteilen A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 der anderen Brenner 2 maximal ist. So kann z.B. für das Gebiet G1 in FIG 5, welches
gemäß FIG 4 ein Luft-/Brennstoffverhältnis von 0.6 aufweist, also zu "fett" ist, 60%
des Brennstoffs ausschliesslich von nur einem Brenner 2 stammen und 30% der Luft hauptsächlich
von einem anderen Brenner 2 stammen. Im vorliegenden Fall ist es dann besonders geeignet,
den Brennstoffmassenstrom des Brenners 2 mit dem 60%-Anteil zu reduzieren, um die
Verbrennung dort zu verbessern. Es kann auch beispielsweise für dieses Gebiet G1 in
FIG 5 z.B. 50% der Luft von nur einem Brenner 2 stammen und sich die Brennstoffanteile
in etwa gleichmässig auf alle Brenner 2 verteilen. In diesem Fall ist es besonders
geeignet, den Luftmassenstrom bei diesem maßgeblichen Brenner 2 mit dem 30%-Luftanteil
zu erhöhen, um die Verbrennung dort zu verbessern. Vorzugsweise werden bei mehreren
identifizierten Gebieten G1-G4 die Gebiete G1-G4 hinsichtlich des Luft- und Brennstoffmassenstroms
nacheinander korrigiert.
[0075] FIG 6 zeigt ein Beispiel für eine Vorrichtung 10 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Korrektur des Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms
ṁB1-ṁB8,
ṁL1-
ṁL8 der jeweiligen Brenner 2
1-2
8 in einem Feuerraum 1. Mit dem Bezugszeichen 11 sind Mittel zur Erfassung eines Istwertes
IW, mit 12 Mittel zur Ausgabe eines Sollwertes SW, mit 13 Messmittel und mit 14 rechnergestützte
Mittel, wie z.B. ein Computer, bezeichnet. Die erfassten Istwerte IW sind dabei aktuelle,
z.B. über eine Kraftwerksleittechnik empfangene Luftmassenstromwerte
ṁL1-ṁL8, Brennstoffmassenstromwerte
ṁB1-ṁB8 sowie Temperaturmesswerte T
B, T
L. Die Messmittel 13 sind im vorliegenden Beispiel durch ein kameragestütztes Messsystem
mit vier Kameras 5 realisiert. Ausgabeseitig stellt dieses System eine örtliche Verteilung
V
R des gemessenen Luft-/Brennstoffverhältnisses λ im Zünd-/Ausbrandbereich ZA bereit,
wie z.B. als zweidimensionales Datenfeld λ
xy entsprechend der xy-Ebene der Messebene M. Die rechnergestützten Mittel 14 weisen
beispielhaft ein als Datenmodell hinterlegtes numerisches Simulationsmodell CFD für
die Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungssimulation des Feuerraums 1 auf. Ausgabeseitig
gibt das numerische Simulationsmodell CFD die den jeweiligen Brennern 2 zuordenbaren
Brennstoff- und Luftanteile A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 aus. Ferner umfassen die rechnergestützten Mittel 14 einen Identifizierungsblock
ID, um entsprechende Gebiete G1-G4 aus der örtlichen Verteilung V
R der vom Messsystem 13 bereitgestellten Luft-/Brennstoffverhältniswerte λ
xy zu identifizieren. Ein Vergleichsblock CMP der rechnergestützten Mittel 14 vergleicht
nun Brennstoff- und Luftanteile A
B1-A
B8, A
L1-A
L8 in Volumenelementen dV, die örtlich den identifizierten Gebieten G1-G4 entsprechen,
untereinander auf maximale und minimale Anteilswerte hin, um den maßgeblichen Brenner
2 bzw. die maßgebliche Brennstoffeinblasvorrichtung 3 oder den maßgeblichen Lüfter
4 zu ermitteln. Darauf basierend wird für den betreffenden Brenner 2 ein geänderter
Sollwert ΔSW an die Mittel 12 zur Ausgabe eines Sollwertes SW ausgegeben, wie z.B.
wieder über die Kraftwerksleittechnik, um die Verbrennung durch eine Korrektur des
jeweiligen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms
ṁB, ṁL zu verbessern. Nach einer vorgegebenen Wartezeit, wie z.B. von 10 Minuten, erfolgt
eine Überprüfung, ob die Ausgabe des geänderten Sollwertes SW zu einer Verbesserung
der Verbrennung geführt hat. Dies kann iterativ erfolgen, bis ein Optimum für die
Verbrennung gefunden worden ist. Im Anschluss kann das nächste identifizierte Gebiet
G1-G4 in gleicher Weise iterativ optimiert werden. Es kann auch nur ein einziges Gebiet
G1-G4 mit maximal mit verbrennungstechnisch maximal ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis
λ, ermittelt werden und dieses Gebiet G1-G4 dann optimiert werden. Nach der iterativen
Optimierung erfolgt die Identifikation eines neuen Gebiets G1-G4 mit nun verbrennungstechnisch
maximal ungünstigem Luft-/Brennstoffverhältnis λ.
[0076] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die korrespondierende Vorrichtung 10 ist besonders
vorteilhaft auch für Fälle, in denen ein oder mehrere Brenner 2 ausgefallen sind oder
bewusst im Teillastbereich nicht betrieben werden. Hier kann durch gezielte Ansteuerung
des Luft-/Brennstoffmassenstroms der anderen Brenner 2 wiederum eine optimale Verbrennung
bewerkstelligt werden.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 1
- Feuerraum, Brennraum, Verbrennungsraum
- 2, 21-28
- Brenner
- 3
- Brennstoffeinblasvorrichtung
- 4
- Lüfter
- 5
- Messkamera, Videokamera
- 10
- Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
- 11
- Mittel zur Erfassung eines Istwertes
- 12
- Mittel zur Ausgabe eines Sollwertes
- 13
- Messmittel
- 14
- rechnergestützte Mittel, Computer
- A
- Ausbrandbereich
- AB, AB1-AB8
- Brennstoffanteil
- AL, AL1-AL8
- Luftanteil
- BE
- Brennerebene
- CFD
- numerisches Simulationsmodell
- CMP
- Vergleichsblock
- dV
- Volumenelement
- E
- Brennschicht
- F
- Flamme
- G1-G4
- verbrennungstechnisch ungünstige Gebiete
- ID
- Identifizierungsblock
- IW
- Istwert
- λ
- Luft-/Brennstoffverhältnis
- λxy
- Luft-/Brennstoffverhältnis in der xy-Ebene
- M
- Messebene
- ṁB, ṁB1-ṁB8
- Brennstoffmassenstrom
- ṁL, ṁL1-ṁL8
- Luftmassenstrom
- P
- Pyrolysebereich
- SW
- Sollwert
- ΔSW
- korrigierter Sollwert
- T1-T8
- Flammentemperatur
- TB
- Brennstofftemperatur
- TL
- Lufttemperatur
- V
- Verbrennungsraumvolumen
- v, v1-v8
- Geschwindigkeitseinblasvektor
- VR
- messtechnisch ermittelte örtliche Verteilung
- VS
- örtliche Verteilung im Simulationsmodell
- x,y,z
- Bezugskoordinaten
- Z
- Zündbereich
- ZA
- Zünd-/Ausbrandbereich
1. Verfahren zur Verbesserung der Verbrennung in einem Feuerraum (1), insbesondere eines
Kraftwerks, wobei mehrere Brenner (2) in einer Brennerschicht (E) oder in einer anderen
Geometrie angeordnet sind und wobei bei zumindest einem Teil der Brenner (2) ein Brennstoff-
und/oder Luftmassenstrom (
ṁB, ṁL) eingestellt werden kann, wobei in einem darüberliegenden Zünd-/Ausbrandbereich (ZA)
eine örtliche Verteilung (V
R) einer die Verbrennungsqualität charakterisierenden Kenngröße (λ, T) messtechnisch
ermittelt wird, und wobei basierend auf der örtlichen Verteilung (V
R) zumindest ein Gebiet (G1-G4) mit einer hinsichtlich der Verbrennungsqualität ungünstigen
Kenngröße (λ, T) identifiziert wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass ein für eine Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungssimulation wesentlicher Teil des
Feuerraums (1) in einem numerischen Simulationsmodell (CDF) abgebildet wird, aufgeteilt
in eine Vielzahl von Volumenelementen (dV),
- dass bei der numerischen Simulation eines jeden Volumenelements (dV) die Herkunft der
von jeweiligen Brennern (2) stammenden Brennstoff- und Luftanteile (AB, AL) fortlaufend und für sich getrennt mitberücksichtigt wird,
- dass eine der messtechnisch ermittelten örtlichen Verteilung (VR) im Simulationsmodell (CFD) örtlich entsprechende Verteilung (VS) der Brennstoff- und Luftanteile (AB, AL) ermittelt wird, und
- dass für das jeweilige identifizierte Gebiet (G1-G4) der hinsichtlich der ermittelten
Brennstoff- und Luftanteile (AB, AL) maßgebliche zumindest eine Brenner (2) ermittelt wird, um die Verbrennung durch
eine Korrektur des jeweiligen Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms (ṁB , ṁL) zu verbessern.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei dem Brennstoff und/oder der Luft für einen jeweiligen
Brenner (2) eine Substanz beigemischt wird, wobei die Substanz während der Verbrennung
im Feuerraum (1) eine Leuchtspur hinterlässt, wobei mittels eines spektral auf die
Leuchtspur abgestimmten optischen Messsystems die örtliche und zeitliche Ausbreitung
der Substanz erfasst wird und wobei eine mit der tatsächlichen Ausbreitung der Substanz
einhergehende tatsächliche Ausbreitung des vom jeweiligen Brenner (2) stammenden Brennstoffs
und der vom jeweiligen Brenner (2) stammenden Luft im numerischen Simulationsmodell
(CDF) als Randbedingung übernommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Verfahrensschritte gemäß Anspruch 2 bei jedem
einzelnen der Brenner (2) insbesondere wiederholt angewendet werden.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei wiederholt, vorzugsweise zyklisch,
der zumindest eine maßgebliche Brenner (2) ermittelt wird und wobei automatisiert
der jeweilige Brennstoff- und/oder Luftmassenstrom (ṁB, ṁL) korrigiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Feuerraum (1), die geometrische
Anordnung und Ausrichtung der Brenner (2) im Feuerraum (1), deren aktuell vorgegebener
Geschwindigkeitseinblasvektor (v), deren jeweiliger aktuell vorgegebener Wert für
den Brennstoff- und Luftmassenstrom (ṁB, ṁL) und/oder die aktuell vorgegebene Temperatur (TB, TL) des jeweiligen Brennstoff- und Luftmassenstroms (ṁB, ṁL) im numerischen Simulationsmodell (CFD) abgebildet werden.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Strömungs-, Pyrolyse- und
Verbrennungs-Simulationsmodell ein Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodell
(CFD) ist, welches die dynamischen Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungsvorgänge
im Feuerraum (1) durch strömungsmechanische Modellgleichungen wie Navier-Stokes-,
Euler- oder Potentialgleichungen beschreibt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei zur approximativen Lösung der Navier-Stokes-, Euler-
oder Potentialgleichungen des Computational-Fluid-Dynamics-Simulationsmodells (CDF)
eine Finite-Volumen-Methode verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die die Verbrennungsqualität
charakterisierende, messtechnisch ermittelte Kenngröße (λ, T) ein Luft-/Brennstoffverhältnis
(λ), eine Temperatur (T) und/oder der CO-, NOx-, O2- oder CO2-Anteil in dem im Zünd-/Ausbrandbereich (ZA) vorliegenden Rauchgas ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei zur messtechnischen Ermittlung der örtlichen Verteilung
des Luft-/Brennstoffverhältnisses (λ) im Zünd-/Ausbrandbereich (ZA) ein kameragestütztes
Verfahren verwendet wird, bei dem die Bildungsraten der bei der Verbrennung gebildeten
chemischen Reaktionsprodukte CN und CO ermittelt werden, wobei das Verhältnis der
ermittelten Bildungsraten als eine das Luft-/Brennstoffverhältnis (λ) repräsentierende
Größe gebildet wird.
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 8, wobei zur messtechnischen Ermittlung
der örtlichen Verteilung des Luft-/Brennstoffverhältnisses (λ) im Zünd-/Ausbrandbereich
(ZA) sowie zur optischen Erfassung der bei der Ausbreitung der Substanz emittierten
Leuchtspur ein gemeinsames kameragestütztes Verfahren verwendet wird.
11. Verwendung des Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche zur Verbesserung der
Verbrennung in einem fossilen thermischen Kraftwerk oder in einer Industrieanlage.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei
die Vorrichtung hierzu aufweist
- Mittel (11) zur Erfassung eines Istwertes (IW) zumindest des aktuellen Brennstoff-
und/oder Luftmassenstroms (ṁB, ṁL) eines jeweiligen Brenners (2),
- Mittel (12) zur Ausgabe eines Sollwertes (SW) an eine Stelleinrichtung für den Brennstoff-
und/oder Luftmassenstroms (ṁB, ṁL) eines jeweiligen Brenners (2),
- Messmittel (13) zur Ermittlung einer im Zünd-/Ausbrandbereich (ZA) vorliegenden
örtlichen Verteilung (VR) einer die Verbrennungsqualität charakterisierenden Kenngröße (λ, T), und
- rechnergestützte Mittel (14)
- zur Simulation reagierender Strömungen in einem Feuerraum (1) mittels eines numerischen
Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodells (CFD),
- zur Ermittlung einer der messtechnisch ermittelten örtlichen Verteilung (VR) im Simulationsmodell (CFD) örtlich entsprechenden Verteilung (VS) der Brennstoff- und Luftanteile (AB, AL),
- zur Identifikation zumindest eines dortigen Gebiets (G1-G4) mit einer hinsichtlich
der Verbrennungsqualität ungünstigen Kenngröße (λ, T),
- zur Ermittlung des maßgeblichen zumindest einen Brenners (2) hinsichtlich der simulierten
Brennstoff- und Luftanteile (AB, AL, sowie
- zur Ausgabe eines korrigierten Sollwertes (SW') für den Brennstoff- und/oder Luftmassenstroms
(ṁB ,ṁL) an die Stelleinrichtung eines jeweiligen Brenners (2).
13. Vorrichtung nach Anspruch 12 zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
2 bis 10, wobei die Vorrichtung hierzu aufweist
- Mittel zum individuellen Ansteuern eines Beimischers zum Beimischen einer Substanz
in den Brennstoff und/oder in der Luft eines jeweiligen Brenners (2), wobei die Substanz
während der Verbrennung im Feuerraum (1) eine Leuchtspur hinterlässt,
- ein kameragestütztes Messsystem (13) zur Ermittlung einer im Zünd-/Ausbrandbereich
(ZA) vorliegenden örtlichen Verteilung (VR) einer die Verbrennungsqualität charakterisierenden Kenngröße (λ, T) sowie zur optischen
Erfassung einer spektral signifikanten und sich örtlich sowie zeitlich ausbreitenden
Leuchtspur, und
- die rechnergestützten Mittel (14)zur Simulation reagierender Strömungen im Feuerraum
(1) mittels des numerischen Strömungs-, Pyrolyse- und Verbrennungs-Simulationsmodells
(CFD) und zur Übernahme der tatsächlichen Ausbreitung des vom jeweiligen Brenner (2)
stammenden Brennstoffs und der vom jeweiligen Brenner (2) stammenden Luft auf Basis
der erfassten Ausbreitung der Leuchtspur als Randbedingung im numerischen Simulationsmodell
(CDF).
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, wobei der jeweilige Brenner (2) eine Brennstoffeinblasvorrichtung
(3) sowie einen darunterliegenden und/oder darüberliegenden Lüfter (4) umfasst.
1. Method for improving the combustion in a combustion chamber (1), in particular of
a power plant, wherein a plurality of burners (2) are arranged in a burner layer (E)
or in another geometry and wherein a fuel and/or air mass flow (
ṁB, ṁL) may be adjusted in at least some of the burners (2), wherein a local distribution
(V
R) of a characteristic (λ, T) characterizing the combustion quality is ascertained
by metrological means in an overlying ignition/combustion region (ZA) and wherein
at least one area (G1-G4) with an inexpedient characteristic (λ, T) in respect of
the combustion quality is identified on the basis of the local distribution (V
R),
characterized
- in that part of the combustion chamber (1) essential for a flow, pyrolysis and combustion
simulation is mapped to a numerical simulation model (CDF), subdivided into a multiplicity
of volume elements (dV),
- in that the origin of the fuel and air portions (AB, AL) originating from the respective burners (2) are also considered continuously and
separately in the numerical simulation of each volume element (dV),
- in that a distribution (VS) of the fuel and air portions (AB, AL) locally corresponding to the local distribution (VR) in the simulation model (CFD) ascertained by metrological means is ascertained,
and
- in that the at least one burner (2) which is decisive in respect of the ascertained fuel
and air portions (AB, AL) is ascertained for the respectively identified area (G1-G4) in order to improve
the combustion by correcting the respective fuel and/or air mass flow (ṁB, ṁL).
2. Method according to Claim 1, wherein a substance is added to the fuel and/or the air
for a respective burner (2), wherein the substance leaves a luminous trace during
the combustion in the combustion chamber (1), wherein the local and temporal propagation
of the substance is captured by means of an optical measuring system matched spectrally
to the luminous trace and wherein an actual propagation of the fuel originating from
the respective burner (2) and of the air originating from the respective burner (2)
accompanying the actual propagation of the substance are included as boundary conditions
in the numerical simulation model (CDF) .
3. Method according to Claim 2, wherein the method steps according to Claim 2 are applied,
in particular repeatedly, at each individual burner (2).
4. Method according to one of the preceding claims, wherein the at least one decisive
burner (2) is ascertained repeatedly, preferably cyclically, and wherein the respective
fuel and/or air mass flow (ṁB, ṁL) is corrected in an automated manner.
5. Method according to one of the preceding claims, wherein the combustion chamber (1),
the geometric arrangement and alignment of the burners (2) in the combustion chamber
(1), their current predetermined blowing-in velocity vector (v), their respective
currently predetermined value for the fuel and air mass flow (ṁB, ṁL) and/or the current predetermined temperature (TB, TL) of the respective fuel and air mass flow (ṁB, ṁL) is mapped in the numerical simulation model (CFD) .
6. Method according to one of the preceding claims, wherein the flow, pyrolysis and combustion
simulation model is a computational fluid dynamics simulation model (CFD), which describes
the dynamic flow, pyrolysis and combustion processes in the combustion chamber (1)
by fluid mechanical model equations such as the Navier-Stokes equation, the Euler
equation or potential equations.
7. Method according to Claim 6, wherein a finite volume method is used for the approximate
solution of the Navier-Stokes equation, Euler equation or potential equations of the
computational fluid dynamics simulation model (CDF).
8. Method according to one of the preceding claims, wherein the characteristic (A, T)
characterizing the combustion quality and ascertained by metrological means is an
air/fuel ratio (λ), a temperature (T) and/or the CO, NOx, O2 or CO2 content in the flue gas present in the ignition/combustion region (ZA).
9. Method according to Claim 8, wherein a camera-assisted method is used for the metrological
ascertainment of the local distribution of the air/fuel ratio (λ) in the ignition/combustion
region (ZA), with the formation rates of the chemical reaction products CN and CO
formed during the combustion being ascertained in said camera-assisted method, wherein
the ratio of the ascertained formation rates is formed as a variable representing
the air/fuel ratio (A).
10. Method according to one of the preceding Claims 2 to 8, wherein a common camera-assisted
method is used for the metrological ascertainment of the local distribution of the
air/fuel ratio (λ) in the ignition/combustion region (ZA) and for the optical capture
of the luminous trace emitted during the propagation of the substance.
11. Use of the method according to one of the preceding claims for improving the combustion
in a fossil-fuel-based thermal power plant or in an industrial installation.
12. Apparatus for carrying out the method according to one of Claims 1 to 10, wherein,
to this end, the apparatus comprises
- means (11) for capturing an actual value (IW) of at least the current fuel and/or
air mass flow (ṁB, ṁL) of a respective burner (2),
- means (12) for outputting an intended value (SW) to an actuator for the fuel and/or
air mass flow (ṁB, ṁL) of a respective burner (2),
- measuring means (13) for ascertaining a local distribution (VR), present in the ignition/combustion region (ZA), of a characteristic (λ, T) characterizing
the combustion quality and
- computer-assisted means (14)
- for simulating reacting flows in a combustion chamber (1) by means of a numerical
flow, pyrolysis and combustion simulation model (CFD),
- for ascertaining a distribution (VS) of the fuel and air portions (AB, AL) locally corresponding to the local distribution (VR) in the simulation model (CFD) ascertained by metrological means,
- for identifying at least one area (G1-G4) therein which has an inexpedient characteristic
(̇λ, T) in respect of the combustion quality,
- for ascertaining the decisive at least one burner (2) in respect of the simulated
fuel and air portions (AB, AL) and
- for outputting the corrected intended value (SW') for the fuel and/or air mass flow
(ṁB, ṁL) to the actuator of the respective burner (2).
13. Apparatus according to Claim 12 for carrying out the method according to one of Claims
2 to 10, wherein, to this end, the apparatus comprises
- means for individually actuating a mixer for adding a substance into the fuel and/or
into the air of the respective burner (2), wherein the substance leaves a luminous
trace during the combustion in the combustion chamber (1),
- a camera-assisted measuring system (13) for ascertaining a local distribution (VR), present in the ignition/combustion region (ZA), of a characteristic (λ, T) characterizing
the combustion quality and for optically capturing a spectrally significant luminous
trace propagating both spatially and temporally and
- the computer-assisted means (14) for simulating reacting flows in a combustion chamber
(1) by means of a numerical flow, pyrolysis and combustion simulation model (CFD)
and for adopting the actual propagation of the fuel originating from the respective
burner (2) and of the air originating from the respective burner (2) as a boundary
condition in the numerical simulation model (CDF) on the basis of the captured propagation
of the luminous trace.
14. Apparatus according to Claim 12 or 13, wherein the respective burner (2) comprises
a fuel injection apparatus (3) and an underlying or overlying fan (4).
1. Procédé d'amélioration de la combustion dans un foyer (1), en particulier d'une centrale
électrique, dans lequel
plusieurs brûleurs (2) sont disposés en une couche (E) de brûleurs ou suivant une
autre géométrie et
les débits massiques de combustible et/ou d'air (ṁB. ṁL) pouvant être réglés sur au moins une partie des brûleurs (2),
une répartition locale (VR) d'une grandeur caractéristique (λ, T) qui caractérise la qualité de la combustion
étant déterminée par technique de mesure dans une zone d'allumage/de combustion (ZA)
située au-dessus et
au moins un domaine (G1-G4) ayant une grandeur caractéristique (λ, T) défavorable
en ce qui concerne la qualité de combustion étant identifié sur la base de la répartition
locale (VR),
caractérisé en ce que
une partie du foyer (1) essentielle pour une simulation des écoulements, de la pyrolyse
et de la combustion est représentée dans un modèle numérique de simulation (CDF) divisé
en plusieurs éléments de volume (dV),
en ce que dans la simulation numérique de chaque élément de volume (dV), la provenance des
apports de combustible et d'air (AB, AL) provenant de chaque brûleur (2) est suivie en permanence et prise en compte séparément
des autres,
en ce qu'une répartition (VS) des apports de combustible et d'air (AB, AL) qui correspond localement dans le modèle de simulation (CFD) à la répartition locale
(VR) déterminée par technique de mesure est déterminée et
en ce que pour chaque domaine (G1-G4) identifié, l'au moins un brûleur (2) déterminant pour
les apports de combustible et d'air (AB, AL,) qui ont été déterminés est déterminé pour améliorer la combustion par correction
du débit massique de combustible et/ou d'air (ṁB, ṁL) concerné.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel une substance est ajoutée au combustible
et/ou à l'air pour un brûleur (2) concerné, la substance laissant dans le foyer (1)
une trace lumineuse lors de sa combustion, la propagation locale et temporelle de
la substance étant saisie au moyen d'un système de mesure optique accordé spectralement
à la trace lumineuse et une propagation effective du combustible provenant du brûleur
(2) concerné et de l'air provenant du brûleur (2) concerné qui découle de la propagation
effective de la substance étant incorporée en tant que condition aux limites dans
le modèle de simulation numérique (CDF).
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel les étapes de procédé selon la revendication
2 sont appliquées en particulier de manière répétée pour chacun des brûleurs (2).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le ou les brûleurs
déterminants (2) sont déterminés de manière répétée, de préférence cycliquement, et
le débit massique de combustible et/ou d'air (ṁB, ṁL) est corrigé de manière automatique.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le foyer (1), l'agencement
géométrique et l'orientation des brûleurs (2) dans le foyer (1), leur vecteur (v)
de vitesse d'injection effectif prédéterminé, leur valeur effective respective prédéterminée
du débit massique de combustible et d'air (ṁB, ṁL) et/ou la température effective prédéterminée (TB, TL) du débit massique de combustible et d'air (ṁB, ṁL) sont représentées dans le modèle de simulation numérique (CFD).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le modèle de simulation
d'écoulement, de pyrolyse et de combustion est un modèle de simulation de dynamique
des fluides par calcul (CFD) qui décrit les processus dynamiques d'écoulement, de
pyrolyse et de combustion, dans le foyer (1) par des équations de modélisation de
mécanique des écoulements, par exemple des équations de Navier-Stokes, d'Euler ou
de potentiel.
7. Procédé selon la revendication 6, dans lequel une méthode à volumes finis est utilisée
pour résoudre de manière approchée les équations de Navier-Stokes, d'Euler ou de potentiel
du modèle de simulation de dynamique des fluides par calcul.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la grandeur caractéristique
(λ, T), déterminée par technique de mesure, qui caractérise la qualité de la combustion
est un rapport air-combustible (λ), une température (T) et/ou la teneur en CO, en
NOx, en O2 ou en CO2 des gaz de fumée présents dans la zone d'allumage/de combustion (ZA).
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel pour déterminer par technique de mesure
la répartition locale du rapport air-combustible (λ) dans la zone d'allumage/de combustion
(ZA), on utilise un procédé assisté par caméra dans lequel les taux de formation des
produits chimiques de réaction CN et CO formés lors de la combustion sont déterminés,
le rapport entre les taux de formation déterminés étant formé sous la forme d'une
grandeur qui représente le rapport air/combustible (λ) .
10. Procédé selon l'une des revendications 2 à 8 qui précèdent, dans lequel on utilise
un procédé conjoint assisté par caméra pour déterminer par technique de mesure la
répartition locale du rapport air/combustible (λ) dans la zone d'allumage/de combustion
(ZA) ainsi que pour saisir optiquement la trace lumineuse émise lors de la propagation
de la substance.
11. Utilisation du procédé selon l'une des revendications précédentes pour améliorer la
combustion dans une centrale thermique à combustible fossile ou dans une installation
industrielle.
12. Ensemble en vue de la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à
10, l'ensemble présentant dans ce but :
des moyens (11) permettant de saisir la valeur effective (IW) d'au moins le débit
massique effectif de combustible et/ou d'air (ṁB, ṁL) d'un brûleur (2) concerné,
des moyens (12) qui délivrent une valeur de consigne (SW) à un dispositif de réglage
du débit massique de combustible et/ou d'air (ṁB, ṁL) d'un brûleur (2) concerné,
des moyens de mesure (13) qui déterminent une répartition locale (VR) dans la zone d'allumage et de combustion (ZA) d'une grandeur caractéristique (λ,
T) qui caractérise la qualité de combustion et
des moyens (14) assistés par ordinateur
pour simuler des écoulements réactifs dans un foyer (1) au moyen d'un modèle numérique
de simulation des écoulements, de la pyrolyse et de la combustion (CFD),
pour déterminer une répartition (VS) des apports de combustible et d'air (AB, AL) qui correspond localement dans le modèle de simulation (CFD) à la répartition locale
(VR) déterminée par technique de mesure,
pour identifier au moins un domaine (G1-G4) qui s'y trouve, ayant une grandeur caractéristique
(λ, T) défavorable en ce qui concerne la qualité de combustion,
pour déterminer le ou les brûleurs (2) déterminants pour les apports simulés de combustible
et d'air (AB, AL) et
pour délivrer une valeur de consigne corrigée (SW') du débit massique de combustible
et/ou d'air (ṁB, ṁL) au dispositif de réglage d'un brûleur (2) concerné.
13. Ensemble selon la revendication 12 en vue de la mise en oeuvre du procédé selon l'une
des revendications 2 à 10, l'ensemble présentant dans ce but :
des moyens de commande individuelle d'un mélangeur qui mélange une substance au combustible
et/ou à l'air d'un brûleur (2) concerné, la substance laissant une trace lumineuse
pendant sa combustion dans le foyer (1),
un système de mesure (13) assisté par caméra qui détermine une répartition locale
(VR) présente dans la zone d'allumage et de combustion (ZA) d'une grandeur caractéristique
(λ, T) qui caractérise la qualité de combustion, et pour saisir optiquement une trace
lumineuse spectralement significative et se propageant localement ainsi que temporellement
et
les moyens (14) assistés par calculateur pour la simulation d'écoulements réactifs
dans le foyer (1) au moyen du modèle (CFD) de simulation numérique des écoulements,
de la pyrolyse et de la combustion et pour faire intervenir la propagation effective
du combustible provenant du brûleur (2) concerné et de l'air provenant du brûleur
(2) concerné sur la base de la propagation saisie de la trace lumineuse comme condition
aux limites dans le modèle de simulation numérique (CDF).
14. Ensemble selon la revendication 12 ou 13, dans lequel le brûleur (2) concerné comporte
un ensemble (3) d'injection de combustible ainsi qu'un ventilateur (4) situé en dessous
et/ou au-dessus de cet ensemble.