(19)
(11) EP 2 921 085 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.07.2020  Patentblatt  2020/29

(21) Anmeldenummer: 14450005.5

(22) Anmeldetag:  27.02.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47G 19/12(2006.01)
G10K 9/00(2006.01)
G10D 7/10(2006.01)
A47G 19/22(2006.01)

(54)

Dekanter für Wein

Decanter for wine

Décanteur pour vin


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 13.01.2014 AT 122014 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.09.2015  Patentblatt  2015/39

(73) Patentinhaber: Grund & Mobil Verwaltungs AG
6304 Zug (CH)

(72) Erfinder:
  • Riedel, Maximilian J.
    6330 Kufstein (AT)

(74) Vertreter: Rippel, Andreas O. 
Maxingstraße 34
1130 Wien
1130 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-B1- 6 439 419
   
  • "RIEDEL, THE WINE GLASS COMPANY, NEW ITEMS & PROMOTIONS SPRING 2013", , 22. Januar 2013 (2013-01-22), XP055208315, Gefunden im Internet: URL:http://media.brintex.com/Occurrence/81 /Brochure/2182/brochure.pdf [gefunden am 2015-08-18]
  • Karen Knapstein: "Glasshouse Whimsies: Non-production creations are as unique as the artists themselves - Antique Trader", , 21. Juli 2011 (2011-07-21), XP055208292, Gefunden im Internet: URL:http://www.antiquetrader.com/antiques/ end_of_day_glass_lunch_hour_whimsies [gefunden am 2015-08-18]
  • Anonymous: "Vinegar and Oil Cruets by Jaume Cornellà | InteriorHolic.com", , 28. Dezember 2011 (2011-12-28), XP055208329, Gefunden im Internet: URL:http://www.interiorholic.com/news/vine gar-and-oil-cruets-by-jaume-cornella/ [gefunden am 2015-08-18]
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Dekanter für Weine mit einem Aufnahmeraum für den Wein und einen daran angeschlossenen Ausgießer.

[0002] Dekanter bestehen überwiegend aus dem Material Glas und haben bei älteren Weinen insbesondere den Zweck, diese von etwaigen Ablagerungen zu befreien. Bei jüngeren Weinen soll durch das Dekantieren vor allem die Sauerstoffanreicherung im Wein gefördert werden, wodurch die vielschichtigen Strukturen des Weines geöffnet, und Aromen und Geschmäcker freigesetzt werden.

[0003] Übliche Dekanter weisen zumeist einen bauchigen Aufnahmeraum für den Wein auf, an welchen Aufnahmeraum sich ein Ausgießer anschließt. Nach dem Eingießen des Weines in den Dekanter sollte dieser abgestellt bleiben damit der Wein einige Zeit ruhen kann. Nach dieser Zeit nimmt der Benutzer den Dekanter und gießt über den Ausgießer den Wein in das bereitgestellte Weinglas.

[0004] In allen Fällen haben die bekannten Dekanter, auch wenn sie verschiedene, manchmal sogar künstlerische Formen haben, eine einzige Aufgabe, nämlich den Wein zu belüften und dadurch zur Steigerung des Trinkgenusses zu öffnen.

[0005] Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Dekanter zu schaffen, mit dem man nicht nur dekantieren, sondern auch eine völlig andere Tätigkeit ausüben kann. So soll es möglich sein, den Dekanter als einzigartiges Musikinstrument zu benutzen, bei dessen Spiel etwa Gäste in Staunen versetzt werden können. Erreicht wird dieses der Erfindung zugrundeliegende Ziel dadurch, daß ein Dekanter der eingangs genannten Art, als Musikinstrument, mit welchem die Töne der Naturtonreihe erzeugt werden können, verwendet werden kann, wobei der einen eine Standfläche aufweisenden Glaskörper aufweist bestehend aus einem Aufnahmeraum für den Wein, einem daran angeschlossenen nach oben ragenden Ausgießer , und einem sich annähernd parallel zur Standfläche erstreckenden und annähernd tangential herausragenden Mundrohr, wobei der Glaskörper die Form eines Posthorns, mit einem etwa kreisförmig gebogenen Körper, hat, wobei der Ausgießer das Schallstück ist, das Schallstück schallbecherlos ausgebildet ist, und wobei der als Schallstück ausgebildete Ausgießer nach unten zur Bildung des Aufnahmeraumes für den Wein erweitert und anschließend bis zu dem Mundstück aufnehmenden Mundrohr verengt ist.

[0006] Hörner, egal ob Posthörner, Jagdhörner, Blasmusikhörner usw. besitzen eine etwa kreisrund gewundene Röhre mit tangential herausragendem Mundrohr zur Aufnahme des Mundstückes und Schallbechers, wobei diese Röhre bei Verwendung von Ventilen während des Musizierens in ihrer Länge verändert werden kann. Hörner der Neuzeit sind Blechblasinstrumente. Die ältesten Hörner gehen auf Schnecken- und Muschelgehäuse, Röhrenknochen, Tierhörner, und Holz zurück.

[0007] Die Verwendung eines aus Glas bestehenden Dekanters als Musikinstrument ist neu und überraschend.

[0008] Bei einem erfindungsgemäßen Dekanters ist dessen Schallstück schallbecherlos ausgebildet. Es hat sich bei zahlreichen Versuchen gezeigt, daß trotzdem der als Horn ausgebildete Dekanter gut und sogar künstlerisch bespielt werden kann und die von ihm erzeugten Melodien als äußerst angenehm empfunden werden.

[0009] Bei einem erfindungsgemäßen Dekanter ist insbesondere der als Schallstück ausgebildete Ausgießer nach unten zur Bildung des Aufnahmeraumes für den Wein erweitert und anschließend ist zudem ein Mundstück aufnehmendes Mundrohr verengt.

[0010] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles, auf das die Erfindung jedoch keineswegs beschränkt ist, näher beschrieben.

[0011] Dabei zeigen die

Fig. 1 in schaubildlicher Ansicht einen erfindungsgemäß ausgebildeten Dekanter und die

Fig. 2 die Ansicht des gegenständlichen Dekanters.



[0012] Gemäß der Fig. 1 besitzt der Dekanter nach der Erfindung die Form eines Hornes, z.B. eines Posthornes, mit einem etwa kreisförmig gebogenen Körper 1 von dem annährend tangential ein Mundrohr 2 herausragt. Das Mundrohr 2 ist mit einem Mundstück 3 versehen. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind Mundrohr 2 und Mundstück 3 einstückig, das heißt sie werden in einem Arbeitsgang hergestellt.

[0013] Vom Körper 1 ragt ein Ausgießer 4 nach oben, der auch zum Einfüllen des Weines dient. Der Ausgießer 4 ist nach unten zur Bildung des Aufnahmeraumes 5 für den Wein erweitert. Anschließend ist er bis zu dem das Mundstück 3 aufnehmenden Mundrohr 2 verengt.

[0014] Wird der erfindungsgemäße Dekanter als Musikinstrument verwendet, dient der Ausgießer 4 als Schallstück des Hornes. Da der erfindungsgemäße Dekanter mit keinen Ventilen versehen ist, können mit ihm als Naturhorn die Töne der Naturtonreihe erzeugt werden.

[0015] Auch diese Töne sind jedoch melodisch, sowie die seinerzeit vom Postillion über das Posthorn erzeugten Signalmelodien, in der Regel bestehend aus den dritten, vierten, fünften und sechsten Naturtönen.

[0016] In der Schweiz hört man noch heute den klassischen Dreiklangton, wenn die gelben Postautos durch enge und unübersichtliche Kurven fahren. Der Klang schallt dann oft kilometerweit durch die Täler und weckt in Manchen etwas Sentimentales. Genau diese Töne können auch durch die gegenständliche Erfindung erzeugt werden.

[0017] Auch in der Fig. 2 ist der Dekanter zu sehen, der die Form eines Posthornes, mit einem etwa kreisförmig gebogenen Körper 1, aufweist.

[0018] Wird der erfindungsgemäße Dekanter als Musikinstrument verwendet, dient der Ausgießer 4 wie bereits oben beschrieben als Schallstück des Hornes.

[0019] Im Rahmen der Erfindung sind noch zahlreiche Abänderungen möglich.


Ansprüche

1. Dekanter für Weine, der als Musikinstrument, mit welchem die Töne der Naturtonreihe erzeugt werden können, verwendet werden kann, aufweisend einen eine Standfläche aufweisenden Glaskörper bestehend aus
einem Aufnahmeraum für den Wein,
einem daran angeschlossenen nach oben ragenden Ausgießer,
und einem sich annähernd parallel zur Standfläche erstreckenden und annähernd tangential herausragenden Mundrohr,
wobei der Glaskörper die Form eines Posthorns, mit einem etwa kreisförmig gebogenen Körper, hat, wobei der Ausgießer das Schallstück ist, das Schallstück schallbecherlos ausgebildet ist, und wobei der als Schallstück ausgebildete Ausgießer nach unten zur Bildung des Aufnahmeraumes für den Wein erweitert und anschließend bis zu dem Mundstück aufnehmenden Mundrohr verengt ist.
 
2. Dekanter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Mundrohr (2) und Mundstück (3) einstückig ausgebildet sind.
 


Claims

1. A decanter for wines that can be used as a musical instrument with which the tones of the harmonic series can be produced, comprising a glass body having a base and consisting of
a receiving space for the wine,
an upwardly projecting spout connected thereto,
and a leadpipe extending approximately parallel to the base and projecting approximately tangentially,
wherein the glass body has the shape of a post horn with an approximately circularly bent body, wherein the spout is the bell section, the bell section is formed without a bell, and wherein the spout formed as the bell section is widened downwards to form the receiving space for receiving the wine and is subsequently narrowed up to the leadpipe receiving the mouthpiece.
 
2. The decanter according to claim 1, characterized in that the leadpipe (2) and the mouthpiece (3) are formed in one piece.
 


Revendications

1. Décanteur de vins, susceptible d'être utilisé comme instrument de musique permettant de générer les sons harmoniques naturels, comportant un corps en verre qui présente une surface d'assise, constitué
d'un espace récepteur du vin,
d'un bec verseur se raccordant sur celui-ci, saillant vers le haut,
et d'une branche d'embouchure s'étendant approximativement à la parallèle de la surface d'assise et saillant approximativement de manière tangentielle vers l'extérieur,
le corps en verre ayant la forme d'un cor postal, avec un corps recourbé à peu près de forme circulaire, le bec verseur étant le tonnerre et le tonnerre étant conçu sans pavillon,
et le bec verseur conçu sous la forme d'un tonnerre s'élargissant vers le bas, pour former l'espace récepteur du vin et se rétrécissant par la suite jusqu'à la branche d'embouchure réceptionnant l'embout.
 
2. Décanteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que la branche d'embouchure (2) et l'embout (3) sont conçus en monobloc.
 




Zeichnung