[0001] Die Erfindung betrifft einen Türschließer
- mit einem Türschließergehäuse,
- mit einer Schließerwelle, die an dem Türschließergehäuse um eine Wellendrehachse drehbar
gelagert ist und die im Innern des Türschließergehäuses mit einer Hubkurvenscheibe
versehen ist, die ihrerseits eine sich längs der Wellendrehachse der Schließerwelle
erstreckende Steuerfläche aufweist,
- mit einem Schließerkolben, der in dem Türschließergehäuse längs einer Gehäuseachse,
die in Querrichtung der Wellendrehachse der Schließerwelle verläuft, beweglich geführt
ist und der längs der Gehäuseachse an einer Seite der Schließerwelle angeordnet ist,
- mit einem Schließkrafterzeuger, welcher den Schließerkolben längs der Gehäuseachse
in Richtung auf die Schließerwelle kraftbeaufschlagt sowie
- mit einer Lagerrolle, die zwischen dem Schließerkolben und der Schließerwelle angeordnet
ist und die um eine längs der Wellendrehachse verlaufende Rollendrehachse drehbar
ist und eine sich längs der Rollendrehachse erstreckende Lagerfläche aufweist, wobei
der von dem Schließkrafterzeuger in Richtung auf die Schließerwelle kraftbeaufschlagte
Schließerkolben in einer Abstützungsebene, die sich längs der Gehäuseachse und längs
der Wellendrehachse und der Rollendrehachse erstreckt, über die Lagerfläche der Lagerrolle
an der Steuerfläche der an der Schließerwelle vorgesehenen Hubkurvenscheibe abgestützt
ist.
[0002] Türschließer der vorstehenden Art sind beispielsweise als Obentürschließer gebräuchlich.
Ein gattungsgemäßer Obentürschließer ist in
DE 10 2004 041 358 A1 offenbart.
[0003] Zum selbsttätigen Schließen eines mit dem vorbekannten Türschließer ausgerüsteten
Türflügels überträgt eine Schließerwelle die von einer Schließerfeder generierte Schließkraft
auf den zu schließenden Türflügel. Die Schließkraft wird beim Öffnen des sich danach
selbsttätig schließenden Türflügels aufgebaut. Im Kraftfluss zwischen der Schließerfeder
und der Schließerwelle ist im Innern eines Türschließergehäuses ein Schließerkolben
angeordnet, der sich beim Öffnen und Schließen des Türflügels längs einer Gehäuseachse
des Türschließergehäuses bewegt. Über eine um eine Rollendrehachse drehbare Lagerrolle
ist der Schließerkolben an einer Hubkurvenscheibe der Schließerwelle abgestützt. Dabei
liegt die Lagerrolle mit einer sich parallel zu der Rollendrehachse erstreckenden
Lagerfläche an einer Steuerfläche der Hubkurvenscheibe an. Die Steuerfläche der Hubkurvenscheibe
verläuft parallel zu einer Wellendrehachse, um welche die mit der Hubkurvenscheibe
versehene Schließerwelle drehbar ist. Zum selbsttätigen Schließen des Türflügels wird
die Hubkurvenscheibe an der Schließerwelle von der Schließerfeder über den Schließerkolben
und die zwischen dem Schließerkolben und der Hubkurvenscheibe vorgesehene Lagerrolle
mit der Schließkraft beaufschlagt. In Folge der Kraftbeaufschlagung der Hubkurvenscheibe
führt die Schließerwelle eine Drehbewegung aus, die beispielsweise über ein Gestänge
in eine Schließbewegung des Türflügels umgesetzt wird. Aufgrund einer mit dem Öffnen
des Türflügels verbundenen Drehung der Schließerwelle treibt die an der Schließerwelle
angebrachte Hubkurvenscheibe die sie beaufschlagende Lagerrolle und über diese den
Schließerkolben gegen die Wirkung einer von der Schließerfeder ausgeübten Rückstellkraft
längs der Gehäuseachse des Türschließergehäuses an. Sowohl beim Schließen als auch
beim Öffnen des Türflügels rollen die Steuerfläche an der Hubkurvenscheibe und die
Lagerfläche an der Lagerrolle aufeinander ab.
[0004] Beim Schließen und auch beim Öffnen des mit dem Türschließer ausgerüsteten Türflügels
werden zwischen der Hubkurvenscheibe der Schließerwelle und der dem Schließerkolben
zugeordneten Lagerrolle große Kräfte übertragen. Sind die Hubkurvenscheibe und die
Lagerrolle beispielsweise aufgrund von Montage- und/ oder Fertigungstoleranzen nicht
optimal gegeneinander ausgerichtet, so ist der Betrieb des Türschließers mit einem
übermäßigen Verschleiß an der Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und der Lagerfläche
der Lagerrolle verbunden. Der übermäßige Verschleiß beeinträchtigt den Wirkungsgrad
des Türschließers. Eine Beeinträchtigung des Türschließer-Wirkungsgrades ergibt sich
zudem deshalb, weil bei einer Fehlausrichtung der Hubkurvenscheibe und/oder der Lagerrolle
bei der Kraftübertragung zwischen der Hubkurvenscheibe und der Lagerrolle auf den
Schließerkolben ein Kippmoment wirkt, aufgrund dessen sich die Reibung erhöht, die
bei den Bewegungen des Schließerkolbens längs der Gehäuseachse zwischen dem Schließerkolben
und der diesen führenden Innenwand des Türschließergehäuses auftritt.
[0005] Den beschriebenen Nachteilen des Standes der Technik abzuhelfen, ist Aufgabe der
vorliegenden Erfindung.
[0006] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch den Türschließer gemäß Patentanspruch
1.
[0007] Eine optimale Kraftübertragung zwischen der an der Schließerwelle vorgesehenen Hubkurvenscheibe
und der schließerkolbenseitigen Lagerrolle ergibt sich, wenn die um die Wellendrehachse
gekrümmte Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und die um die Rollendrehachse gekrümmte
Lagerfläche der Lagerrolle in einer längs der Wellen- und der Rollendrehachse verlaufenden
Abstützungsebene mit gegenseitiger Linienberührung aneinander anliegen. Eine gegenseitige
Linienberührung der Steuerfläche an der Hubkurvenscheibe und der Lagerfläche an der
Lagerrolle stellt sich dann ein, wenn sowohl die parallel zu der Steuerfläche der
Hubkurvenscheibe verlaufende Wellendrehachse als auch die zu der Lagerfläche der Lagerrolle
parallele Rollendrehachse parallel zueinander verlaufen. Damit dies auch bei Fertigungs-
und/oder Montagetoleranzen an der Schließerwelle und/oder an der Lagerrolle und einer
damit verbundenen Fehlausrichtung der Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und/oder der
Lagerfläche der Lagerrolle gewährleistet ist, besteht im Falle der Erfindung in der
Ebene der gegenseitigen Abstützung der Hubkurvenscheibe und der Lagerrolle eine Kippbeweglichkeit
der an der Hubkurvenscheibe vorgesehenen Steuerfläche und/oder ein Kippbeweglichkeit
der Lagerfläche der Lagerrolle. Aufgrund der Kippbeweglichkeit werden die Steuerfläche
der Hubkurvenscheibe und/oder die Lagerfläche der Lagerrolle in die Lage versetzt,
sich gegenüber der jeweils anderen Fläche unter der Wirkung der längs der Gehäuseachse
des Türschließergehäuses wirkenden Kraft selbsttätig derart auszurichten, dass sich
die Steuerfläche der Hubkurvenscheiben und die Lagerfläche der Lagerrolle in der Abstützungsebene
linienförmig berühren. Es wird dementsprechend verhindert, dass sich aufgrund einer
Fehlausrichtung der Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und/oder der Lagerfläche der
Lagerrolle zwischen der Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und der Lagerfläche der
Lagerrolle anstelle der angestrebten Linienberührung eine unerwünschte Punktberührung
in der Abstützungsebene ergibt.
[0008] In Folge der Linienberührung unterliegen die bei der Betätigung des Türschließers
aufeinander abrollenden Flächen an der Hubkurvenscheibe und der Lagerrolle einem allenfalls
minimalen Verschleiß. Ist die zwischen der Hubkurvenscheibe und der Lagerrolle übertragene
Kraft in einer senkrecht zu der Abstützungsebene verlaufenden Längsmittelebene des
Türschließers wirksam, so wird durch die selbsttätige gegenseitige Ausrichtung der
Steuerfläche der Hubkurvenscheibe und der Lagerfläche der Lagerrolle ein Versatz des
Ortes der Kraftübertragung zwischen der Hubkurvenscheibe und der Lagerrolle gegenüber
der Längsmittelebene des Türschließers verglichen mit einer gegenseitigen Punktberührung
zumindest reduziert. Damit verbunden ist eine Verkleinerung des Kippmomentes, das
in Folge des Versatzes des Ortes der Kraftübertragung zwischen der Hubkurvenscheibe
und der Lagerrolle gegenüber der Längsmittelebene des Türschließers auf den Schließerkolben
wirkt und das bestrebt ist, den Schließerkolben unter Erhöhung der zwischen dem Schließerkolben
und der diesen führenden Innenwand des Türschließergehäuses auftretenden Reibung gegenüber
dem Türschließergehäuse zu verkanten.
[0009] Aufgrund der genannten Effekte der Linienberührung von Hubkurvenscheibe und Lagerrolle
besitzt der erfindungsgemäße Türschließer einen besonders hohen Wirkungsgrad. Der
Kraftaufwand zum Öffnen des betreffenden Türflügels ist vergleichsweise gering. Die
schließkrafterzeugenden und auch die schließkraftübertragenden Türschließerkomponenten
können verhältnismäßig klein bauen. Der Materialeinsatz bei der Herstellung des erfindungsgemäßen
Türschließers ist relativ gering, die Herstellungskosten sind relativ niedrig.
[0010] Besondere Ausführungsarten des Türschließers gemäß Patentanspruch 1 ergeben sich
aus den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 7.
[0011] Damit die Schließerwelle an dem Türschließergehäuse derart gelagert werden kann,
dass Kippbewegungen der Schließerwelle gegenüber dem Türschließergehäuse ausgeschlossen
sind, ist die zur selbsttätigen gegenseitigen Ausrichtung der Hubkurvenscheibe und
der Lagerrolle erforderliche Kippbeweglichkeit in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung
lagerrollenseitig vorgesehen. Zu diesem Zweck ist ausweislich Patentanspruch 2 die
Lagerrolle in Richtung der Kippbeweglichkeit der Lagerfläche der Lagerrolle im Wesentlichen
spielfrei an dem Schließerkolben abgestützt und der Schließerkolben relativ zu dem
Türschließergehäuse kippbeweglich.
[0012] Eine derartige Kippbeweglichkeit des Schließerkolbens besteht an herkömmlichen Türschließern,
an denen der Schließerkolben bei Bewegungen längs der Gehäuseachse über eine Passung
an dem Türschließergehäuse linear geführt ist, nicht. Im Falle der Erfindung wird
die Kippbeweglichkeit des Schließerkolbens relativ zu dem Türschließergehäuse dadurch
ermöglicht, dass der Schließerkolben längs der Gehäuseachse einen uneinheitlichen
Außendurchmesser besitzt. Der erfindungsgemäße Schließerkolben weist wenigstens einen
Kolbenabschnitt kleineren Durchmessers, an welchem der Schließerkolben von einer längs
der Gehäuseachse verlaufenden Gehäuse-Innenwand des Türschließergehäuses beabstandet
ist sowie wenigstens einen Kolbenabschnitt größeren Durchmessers auf, an welchem der
Schließerkolben an der Gehäuse-Innenwand des Türschließergehäuses längs der Gehäuseachse
beweglich geführt ist (Patentanspruch 3). Der Kolbenabschnitt kleineren Durchmessers
ermöglicht aufgrund des zwischen diesem Kolbenabschnitt und der Gehäuse-Innenwand
des Türschließergehäuses bestehenden Spiels die gewünschte Kippbewegung des Schließerkolbens
gegenüber dem Türschließergehäuse. Gleichzeitig sorgt der Kolbenabschnitt größeren
Durchmessers für eine wirksame Führung des Schließerkolbens bei Bewegungen längs der
Gehäuseachse. In Kontakt mit der Innenwand des Türschließergehäuses ist lediglich
der radial erweiterte Abschnitt des Schließerkolbens. Nur dieser Kolbenabschnitt muss
daher gute Gleiteigenschaften besitzen. Für den oder die durchmesserreduzierten Kolbenabschnitte
sind gute Gleiteigenschaften verzichtbar. Etwa bei Schließerkolben aus Stahl erübrigt
sich daher ein Schleifen und Härten des oder der durchmesserreduzierten Schließerkolbenabschnitte.
[0013] Der uneinheitliche Außendurchmesser des Schließerkolben wird in bevorzugter Ausgestaltung
der Erfindung durch eine Abstufung des Kolben-Außendurchmessers realisiert. In Abhängigkeit
von der Lage des Kolbenabschnitts größeren Durchmessers längs der Gehäuseachse ist
ein Kolbenabschnitt kleineren Durchmessers lediglich an der zu der Lagerrolle hin
liegenden Seite des Kolbenabschnitts größeren Durchmessers oder aber beidseits des
Kolbenabschnitts größeren Durchmessers vorzusehen, damit der Schließerkolben erforderlichenfalls
eine Kippbewegung ausführen kann.
[0014] Im Falle der Erfindungsbauart gemäß Patentanspruch 4 ist der Schließerkolben mehrteilig.
Ein Kolbengrundkörper bildet den Kolbenabschnitt kleineren Durchmessers, eine an dem
Kolbengrundkörper angebrachte radiale Kolbenerweiterung den Kolbenabschnitt größeren
Durchmessers.
[0015] Ausweislich Patentanspruch 5 ist als radiale Kolbenerweiterung ein an dem Kolbengrundkörper
angebrachter Kolbenring vorgesehen. Derartige Kolbenringe sind handelsüblich und lassen
sich auf fertigungstechnisch einfache Art und Weise mit dem Kolbengrundkörper verbinden,
beispielsweise in eine Umfangsnut des Kolbengrundkörpers einlegen.
[0016] Die Mehrteiligkeit des Schließerkolbens bietet den Vorteil, dass jeder der Kolbenteile
in seiner Beschaffenheit auf die spezifischen Anforderungen abgestimmt werden kann.
In diesem Sinne sieht Patentanspruch 6 vor, dass der Kolbenabschnitt größeren Durchmessers
des Schließerkolbens an der zu der Gehäuse-Innenwand hinweisenden Seite aus einem
reibungsvermindernden Material besteht. Für den Kolbengrundkörper kann ein Werkstoff
gewählt werden, der keine besonderen Gleiteigenschaften besitzt, der beispielsweise
aber in besonderem Maße geeignet ist, die zwischen dem Schließerkolben und der Schließerwelle
wirkenden Kräfte aufzunehmen.
[0017] Patentanspruch 7 betrifft eine besonders praxisrelevante Bauart des erfindungsgemäßen
Türschließers. In diesem Fall sind als Schließkrafterzeuger eine Schließerfeder und
dementsprechend als Schließerkolben ein Federkolben vorgesehen.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand beispielhafter schematischer Darstellungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Teildarstellung eines Türschließers,
- Figur 2
- die Anordnung gemäß Figur 1 in der Ansicht in Richtung des Pfeils II in Figur 1,
- Figur 3
- die Anordnung gemäß den Figuren 1 und 2 in einer in Figur 2 senkrecht zu der Zeichenebene
entlang der Linie III-III verlaufenden Darstellungsebene und
- Figur 4
- das Detail IV von Figur 3 in einer stark vergrößerten und stark überzeichneten Schnittdarstellung
mit einer Schnittebene, die in Figur 3 senkrecht zu der Zeichenebene entlang der gestrichelten
Gehäuseachse des Türschließergehäuses verläuft.
[0019] Gemäß den Figuren 1 bis 3 umfasst ein Türschließer 1 eine Schließerwelle 2 mit einer
daran angeformten Hubkurvenscheibe 3, einen Schließerkolben 4 mit einer daran drehbar
gelagerten Lagerrolle 5, eine Schließerfeder 6 sowie ein in Figur 3 gestrichelt angedeutetes
Türschließergehäuse 7.
[0020] Die Schließerwelle 2 ist um eine Wellendrehachse 8 drehbar und ansonsten spielfrei
an dem Türschließergehäuse 7 gelagert. Die Hubkurvenscheibe 3 an der Schließerwelle
2 weist eine Steuerfläche 9 auf, die sich parallel zu der Wellendrehachse 8 erstreckt.
[0021] Die Lagerrolle 5 ist an dem Schließerkolben 4 um eine Rollendrehachse 10 drehbar
und bildet an ihrem Umfang eine Lagerfläche 11 aus. Im Übrigen ist die Verbindung
zwischen der Lagerrolle 5 und dem Schließerkolben 4 spielfrei.
[0022] Der Schließerkolben 4 ist im Innern des Türschließergehäuses 7 längs einer Gehäuseachse
12 seitlich neben der Schließerwelle 2 angeordnet und längs der Gehäseachse 12 verschieblich.
An der von der Schließerwelle 2 abliegenden Seite wird der Schließerkolben 4 durch
die als Schließkrafterzeuger dienende Schließerfeder 6 in Richtung auf die Hubkurvenscheibe
3 der Schließerwelle 2 (Pfeil 13 in Figur 3) kraftbeaufschlagt.
[0023] Längs der Gehäuseachse 12 ist der Außendurchmesser des Schließerkolbens 4 abgestuft.
Beidseits eines Kolbenabschnitts 14 größeren Durchmessers sind Kolbenabschnitte 15,
16 kleineren Durchmessers vorgesehen. Der Kolbenabschitt 14 größeren Durchmessers
wird mittels eines als Gleitring ausgeführten Kolbenrings 17 ausgebildet, der in eine
Umfangsnut 18 an einem Kolbengrundkörper 19 des Schließerkolbens 4 eingelegt ist.
An dem Kolbenring 17 besitzt der Schließerkolben 4 in dem dargestellten Beispielsfall
einen dem Innendurchmesser des hohlzylindrischen Türschließergehäuses 7 entsprechenden
Außendurchmesser von 34 mm. Die gegenüber dem Kolbenabschnitt 14 durchmesserreduzierten
Kolbenabschnitte 15, 16 beidseits des Kolbenrings 17 weisen einen Durchmesser von
33,7 mm und von 33,5 mm auf. Dementsprechend befindet sich der Schließerkolben 4 nur
an dem Kolbenabschnitt 14 mit der Innenwand des Türschließergehäuses 7 in Kontakt.
[0024] Der Türschließer 1 ist in gewohnter Weise an einem nicht dargestellten Türflügel
montiert und an der Schließerwelle 2 über ein gleichfalls nicht gezeigtes Gestänge
herkömmlicher Bauart an einen feststehenden Türrahmen angebunden. Die Figuren 1 bis
4 zeigen die Verhältnisse an dem Türschließer 1 bei geschlossenem Türflügel.
[0025] Wird der Türflügel drehgeöffnet, so führt die über das Gestänge mit dem festen Türrahmen
verbundene Schließerwelle 2 gemeinschaftlich mit der daran angeformten Hubkurvenscheibe
3 eine Drehbewegung in einer Öffnungsrichtung 20 aus (Figur 3). Infolgedessen rollen
die Steuerfläche 9 der Hubkurvenscheibe 3 und die Lagerfläche 11 der Lagerrolle 5
aufeinander ab und der Schließerkolben 4 im Innern des Türschließergehäuses 7 verlagert
sich längs der Gehäuseachse 12 gegen die Wirkung der ihn beaufschlagenden Schließerfeder
6 in Figur 3 nach rechts. Die Schließerfeder 6 wird aufgrund der Bewegung des Schließerkolbens
4 vorgespannt.
[0026] Wird der Türflügel nach dem Öffnen freigegeben, so kann sich die Schließerfeder 6
entspannen. In Folge der Kraftbeaufschlagung durch die Schließerfeder 6 bewegt sich
der Schließerkolben 4 längs der Gehäuseachse 12 zurück in die Position gemäß Figur
3. Die von der Schließerfeder 6 in Richtung des Pfeils 13 ausgeübte Schließkraft wird
dabei über die an dem Schließerkolben 4 drehbar gelagerte Lagerrolle 5 in die Hubkurvenscheibe
3 der Schließerwelle 2 abgetragen und bewirkt dadurch eine der Öffnungsrichtung 20
entgegengerichtete Schließ-Drehbewegung der Hubkurvenscheibe 3 und der Schließerwelle
2. Über das Gestänge zwischen der Schließerwelle 2 und dem feststehenden Türrahmen
wird die Schließ-Drehbewegung der Schließerwelle 2 in eine Schließbewegung des mit
dem Türschließer 1 versehenen Türflügels umgesetzt. Aufgrund der Geometrie der Hubkurvenscheibe
3 bzw. der an dieser vorgesehenen Steuerfläche 9 variieren die zum Öffnen des Türflügels
aufzubringende Kraft und die beim Schließen des Türflügels auf diesen ausgeübte Kraft
in der gewünschten Weise über den Öffnungswinkel des Türflügels.
[0027] Für die Kraftübertragung zwischen der Lagerrolle 5 an dem Schließerkolben 4 und der
Hubkurvenscheibe 3 an der Schließerwelle 2 bestehen dann optimale Bedingungen, wenn
die um die Rollendrehachse 10 gekrümmte Lagerfläche 11 der Lagerrolle 5 und die um
die Wellendrehachse 8 gekrümmte Steuerfläche 9 der Hubkurvenscheibe 3 in einer Abstützungsebene
21, wie sie in Figur 3 längs der Gehäuseachse 12 senkrecht zu der Zeichenebene verläuft,
linienförmig aneinander abgestützt sind. Eine Linienberührung der Lagerfläche 11 an
der Lagerrolle 5 und der Steuerfläche 9 an der Hubkurvenscheibe 3 stellt sich dann
ein, wenn die Lagerfläche 11 der Lagerrolle 5 parallel zu der Rollendrehachse 10 und
die Steuerfläche 9 der Hubkurvenscheibe 3 parallel zu der Wellendrehachse 8 und außerdem
die Rollendrehachse 10 und die Wellendrehachse 8 parallel zueinander verlaufen.
[0028] Von derart optimalen Verhältnissen können die tatsächlichen Verhältnisse an dem Türschließer
1 beispielsweise in Folge von Fertigungs- und/oder Montagetoleranzen abweichen. Denkbar
ist insbesondere eine unerwünschte Schrägstellung der Schließerwelle 2, wie sie in
Figur 4 stark überzeichnet skizziert ist. Besäße in diesem Fall der Schließerkolben
4 einen einheitlichen Außendurchmesser und wäre der Schließerkolben 4 folglich über
seine gesamte Länge an der Innenwand des Türschließergehäuses 7 längs der Gehäuseachse
12 geführt, so ergäbe sich in der Abstützungsebene 21 eine in Figur 4 gestrichelt
angedeutete Punktberührung der lagerrollenseitigen Lagerfläche 11 und der schließerwellenseitigen
Steuerfläche 9. Beim Öffnen und Schließen des Türflügels würden die Hubkurvenscheibe
3 und die Lagerrolle 5 längs einer Berührungslinie aufeinander abrollen. In Folge
der auftretenden Kantenpressung wären die Hubkurvenscheibe 3 und die Lagerrolle 5
bei Betrieb des Türschließers 1 einem außerordentlich starken Verschleiß unterworfen.
Die Standzeiten der Hubkurvenscheibe 3 und der Lagerrolle 5 würden sich verschleißbedingt
gegenüber den optimalen Verhältnissen stark reduzieren, der Wirkungsgrad des Türschließers
1 würde sich verschleißbedingt verschlechtern.
[0029] Eine Verschlechterung des Wirkungsgrades des Türschließers 1 ergäbe sich zudem dadurch,
dass der Punkt der gegenseitigen Abstützung der Hubkurvenscheibe 3 und der Lagerrolle
5 gegenüber einer in Figur 4 ebenfalls gestrichelt angedeuteten Längsmittelebene 22
des Türschließers 1 relativ weit versetzt wäre. Die Längsmittelebene 22 des Türschließers
1 verläuft in Figur 2 senkrecht zu der Zeichenebene entlang der Gehäuseachse 12.
[0030] In Folge des großen Versatzes des Kontaktpunktes der Hubkurvenscheibe 3 und der Lagerrolle
5 gegenüber der Längsmittelebene 22 des Türschließers 1 würde auf den Schließerkolben
4 ein betragsmäßig großes Kippmoment wirken, das bestrebt wäre, den Schließerkolben
4 gegenüber der Innenwand des Türschließergehäuses 7 zu verkanten. In Figur 4 ist
das Kippmoment durch einen Pfeil 23 veranschaulicht.
[0031] Die beschriebenen negativen Auswirkungen einer unerwünschten Fehlausrichtung der
Schließerwelle 2 und somit auch der Wellendrehachse 8 stellen sich an dem Türschließer
1 gemäß den Figuren 1 bis 4 aufgrund der besonderen Gestaltung des Schließerkolbens
4 nicht ein. Vielmehr erlaubt die Abstufung des Außendurchmessers des Schließerkolbens
4 eine Kippbewegung des Schließerkolbens 4 in der Abstützungsebene, ohne dass damit
eine Reibungserhöhung an der Kontaktfläche zwischen dem Schließerkolben 4 und der
Innenwand des Türschließergehäuses 7 verbunden wäre. Da die Erstreckung des Kolbenrings
17 an dem Schließerkolben 4 längs der Gehäuseachse 12 verhältnismäßig klein bemessen
ist und da der Kolbenring 17 nahe dem zu der Schließerfeder 6 hin gelegenen Ende des
Schließerkolbens 4 angeordnet ist und eine gewisse Elastizität aufweist, kann der
Schließerkolben 4 gegenüber der Innenwand des Türschließergehäuses 7 eine Schwenkbewegung
ausführen, bei welcher der Kolbenring 17 mit der Innenwand des Türschließergehäuses
7 ein Schwenklager für den Schließerkolben 4 bildet.
[0032] Infolgedessen kann die Lagerfläche 11 der an dem Schließerkolben 4 drehbar gelagerten
Lagerrolle 5 ihre Ausrichtung in der Abstützungsebene 21 an die Ausrichtung der Steuerfläche
9 der Hubkurvenscheibe 3 anpassen. Ungeachtet der Schrägstellung der Schließerwelle
2 ergibt sich folglich in der Abstützungsebene 21 eine Linienberührung zwischen der
Lagerfläche 11 der Lagerrolle 5 und der Steuerfläche 9 der Hubkurvenscheibe 3. Der
bei dem Betrieb des Türschließers 1 an der Lagerfläche und der Steuerfläche 9 auftretende
Verschleiß ist minimiert, das auf den Schließerkolben 4 wirkende Kippmoment ist gegenüber
den Verhältnissen bei der in Figur 4 gestrichelt angedeuteten Ausrichtung der Lagerrolle
5 deutlich verkleinert.
[0033] Bei der Bewegung längs der Gehäuseachse 12 ist der Schließerkolben 4 ausschließlich
an dem Kolbenring 17 mit der Innenwand des Türschließergehäuses 7 in Kontakt. In Folge
der guten Gleiteigenschaften des Kolbenrings 17 sind die von dem Schließerkolben 4
gegen die Wirkung der Schließerfeder 6 ausgeführten Bewegungen und auch die von dem
Schließerkolben 4 aufgrund der Beaufschlagung durch die Schließerfeder 6 ausgeführten
Bewegungen längs der Gehäuseachse 12 lediglich mit einer geringen Reibung behaftet.
1. Türschließer
• mit einem Türschließergehäuse (7),
• mit einer Schließerwelle (2), die an dem Türschließergehäuse (7) um eine Wellendrehachse
(8) drehbar gelagert ist und die im Innern des Türschließergehäuses (7) mit einer
Hubkurvenscheibe (3) versehen ist, die ihrerseits eine sich längs der Wellendrehachse
(8) der Schließerwelle (2) erstreckende Steuerfläche (9) aufweist,
• mit einem Schließerkolben (4), der in dem Türschließergehäuse (7) längs einer Gehäuseachse
(12), die in Querrichtung der Wellendrehachse (8) der Schließerwelle (2) verläuft,
beweglich geführt ist und der längs der Gehäuseachse (12) an einer Seite der Schließerwelle
(2) angeordnet ist,
• mit einem Schließkrafterzeuger (6), welcher den Schließerkolben (4) längs der Gehäuseachse
(12) in Richtung auf die Schließerwelle (2) kraftbeaufschlagt sowie
• mit einer Lagerrolle (5), die zwischen dem Schließerkolben (4) und der Schließerwelle
(2) angeordnet ist und die um eine längs der Wellendrehachse (8) verlaufende Rollendrehachse
(10) drehbar ist und eine sich längs der Rollendrehachse (10) erstreckende Lagerfläche
(11) aufweist, wobei der von dem Schließkrafterzeuger (6) in Richtung auf die Schließerwelle
(2) kraftbeaufschlagte Schließerkolben (4) in einer Abstützungsebene (21), die sich
längs der Gehäuseachse (12) und längs der Wellendrehachse (8) und der Rollendrehachse
(10) erstreckt, über die Lagerfläche (11) der Lagerrolle (5) an der Steuerfläche (9)
der an der Schließerwelle (2) vorgesehenen Hubkurvenscheibe (3) abgestützt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuerfläche (9) der an der Schließerwelle (2) vorgesehenen Hubkurvenscheibe (3)
und/oder die Lagerfläche (11) der Lagerrolle (5) in der Abstützungsebene (21) kippbeweglich
ist oder sind.
2. Türschließer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerfläche (11) der Lagerrolle (5) in der Abstützungsebene (21) kippbeweglich
ist, indem die Lagerrolle (5) in Richtung der Kippbeweglichkeit der Lagerfläche (11)
der Lagerrolle (5) im Wesentlichen spielfrei an dem Schließerkolben (4) abgestützt
ist und der Schließerkolben (4) relativ zu dem Türschließergehäuse (7) kippbeweglich
ist.
3. Türschließer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließerkolben (4) relativ zu dem Türschließergehäuse (7) kippbeweglich ist,
indem der Schließerkolben (4) längs der Gehäuseachse (12) einen uneinheitlichen Außendurchmesser
besitzt und wenigstens einen Kolbenabschnitt (15, 16) kleineren Durchmessers, an welchem
der Schließerkolben (4) von einer längs der Gehäuseachse (12) verlaufenden Gehäuse-Innenwand
des Türschließergehäuses (7) beabstandet ist sowie wenigstens einen Kolbenabschnitt
(14) größeren Durchmessers aufweist, an welchem der Schließerkolben (4) an der Gehäuse-Innenwand
des Türschließergehäuses (7) längs der Gehäuseachse (12) beweglich geführt ist.
4. Türschließer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließerkolben (4) einen den Kolbenabschnitt (15, 16) kleineren Durchmessers
ausbildenden Kolbengrundkörper (19) aufweist, an welchem eine den Kolbenabschnitt
(14) größeren Durchmessers ausbildende radiale Kolbenerweiterung angebracht ist.
5. Türschließer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als radiale Kolbenerweiterung ein an dem Kolbengrundkörper (19) angebrachter Kolbenring
(17) vorgesehen ist.
6. Türschließer nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenabschnitt (14) größeren Durchmessers des Schließerkolbens (4) an der zu
der Gehäuse-Innenwand des Türschließergehäuses (7) hin weisenden Seite aus einem reibungsvermindernden
Material besteht.
7. Türschließer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Schließkrafterzeuger (6) eine Schließerfeder- und als Schließerkolben (4) ein
Federkolben vorgesehen sind.