Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Werkzeuggerät mit einer Sprühvorrichtung zur
Staubbindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Unter dem Begriff "Werkzeuggerät" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung alle
Werkzeuggeräte zusammengefasst, die ein Bearbeitungswerkzeug während der Bearbeitung
eines Werkstückes um eine Drehachse antreiben, wobei die Drehachse unter einem von
90° verschiedenen Winkel zur Werkstückoberfläche angeordnet ist. Typische Beispiele
für solche Werkzeuggeräte sind eine Wandsäge, ein Trennschleifer, ein Winkelschleifer
und eine Kreissäge.
Stand der Technik
[0003] Bei der Bearbeitung von Betonwerkstücken, baukeramischen Werkstücken (Dachziegel,
Backsteine, Bodenfliesen, Wandfliesen), mineralischen Werkstücken (Kalksandstein,
Gasbetonsteine), etc. mit Werkzeuggeräten entstehen Stäube, die neben größeren Staubpartikeln
auch Feinstaubpartikel enthalten. Als Feinstaub werden Partikel in der Luft bezeichnet,
die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verbleiben.
Je nach Partikelgröße wird Feinstaub in Fraktionen unterteilt. Die wichtigsten Fraktionen
sind die einatembare Fraktion (E-Fraktion) und die alveolengängige Fraktion (A-Fraktion).
Als einatembare Fraktion werden Feinstaubpartikel bezeichnet, die überwiegend im Nasen-
und Rachenraum abgelagert und abgeschieden werden, und als alveolengängige Fraktion
werden Feinstaubpartikel bezeichnet, die bis in die Lungenbläschen, die sogenannten
Alveolen, gelangen.
[0004] Das Einatmen von Feinstaubpartikeln wirkt sich negativ auf die Gesundheit des Menschen
aus. Dabei gilt, dass das Risiko zu erkranken, steigt, je kleiner die Feinstaubpartikel
sind. Kleinere Feinstaubpartikel dringen tiefer in die Atemwege ein als größere und
gelangen in Bereiche, von wo sie beim Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden,
und sind daher besonders gesundheitsschädlich. Untersuchungen haben gezeigt, dass
es keine Feinstaubkonzentration gibt, unterhalb derer keine gesundheitsschädigende
Wirkung zu erwarten ist.
[0005] Daher führen nicht nur erhöhte Feinstaubkonzentrationen zu negativen gesundheitlichen
Auswirkungen, sondern auch geringe Feinstaubkonzentrationen wirken gesundheitsschädlich,
vor allem dann, wenn sie über einen längeren Zeitraum vorliegen. Die Feinstaubbelastung
sollte daher so gering wie möglich sein, um das Risiko von Gesundheitsschäden für
den Menschen möglichst gering zu halten.
[0006] Bekannte Werkzeuggeräte mit einer Sprühvorrichtung zur Staubbindung umfassen ein
Bearbeitungswerkzeug, das von einer Antriebseinrichtung um eine Drehachse angetrieben
wird und eine Bearbeitungsebene senkrecht zur Drehachse aufspannt, eine Schutzhaube,
die das Bearbeitungswerkzeug teilweise umgibt, und die Sprühvorrichtung mit mindestens
einer Sprühdüse, die einen Sprühstrahl entlang einer Sprührichtung aussendet.
[0007] EP 1 349 714 B1 offenbart ein als handgeführten Trennschleifer ausgebildetes Werkzeuggerät mit einer
Sprühvorrichtung zur Staubbindung und Kühlung einer Trennscheibe. Die Sprühvorrichtung
umfasst eine Pumpe, die im Druckbereich von 2 bis 4 bar arbeitet, und eine oder mehrere
Sprühdüsen, die auf der in das Werkstück eintretenden Seite (Eintrittsseite) der Trennscheibe
angeordnet sind. Der Antrieb der Pumpe erfolgt über mindestens eine Antriebskomponente
der Antriebseinrichtung. Die Pumpe der Sprühvorrichtung, die im Druckbereich von 2
bis 4 bar arbeitet, und die Anordnung der Sprühdüsen auf der Eintrittsseite der Trennscheibe
haben sich für die Bindung von Feinstaubpartikeln, vor allem der alveolengängigen
Fraktion des Feinstaubes, als nicht geeignet erwiesen.
[0008] Aus
WO 2004/0000501 A1 ist ein weiteres als Winkelschleifer ausgebildetes Werkzeuggerät mit einer Sprühvorrichtung
bekannt. Die Sprühvorrichtung umfasst eine erste Sprühdüse zur Staubbindung und eine
zweite Sprühdüse zum Anfeuchten des zu bearbeitenden Werkstückes. Die erste Sprühdüse
sendet einen ersten Sprühstrahl entlang einer ersten Sprührichtung aus und ist in
der Schutzhaube auf der aus dem Werkstück austretenden Seite (Austrittsseite) der
Trennscheibe angeordnet. Die zweite Sprühdüse sendet einen zweiten Sprühstrahl entlang
einer zweiten Sprührichtung aus und ist in der Schutzhaube auf der Eintrittsseite
der Trennscheibe angeordnet. Die Sprühvorrichtung ist in zwei verschiedenen Ausführungsformen
realisiert, die sich durch die Anordnung der ersten und zweiten Sprühdüse und deren
Sprührichtungen unterscheiden. In der ersten Ausführungsform sind die erste und zweite
Sprühdüse außerhalb des Durchmessers des als Trennscheibe ausgebildeten Bearbeitungswerkzeuges
angeordnet. Die Sprührichtungen verlaufen senkrecht, d.h. unter einem Winkel von ca.
90°, zur Drehachse und der erste und zweite Sprühstrahl treffen senkrecht auf das
zu bearbeitende Werkstück. In der zweiten Ausführungsform sind die erste und zweite
Sprühdüse innerhalb des Durchmessers der Trennscheibe angeordnet. Die Sprührichtungen
des ersten und zweiten Sprühstrahls sind jeweils unter einem Winkel von ca. 66° zu
einer Ebene senkrecht zur Bearbeitungsebene und parallel zur Drehachse auf das zu
bearbeitende Werkstück gerichtet und in der Bearbeitungsebene schräg in Richtung der
Drehachse geneigt. Der Winkelschleifer weist keine Pumpe zur Förderung der Flüssigkeit
auf. In die Schutzhaube des Winkelschleifers ist ein Absperrventil eingeschraubt,
an das eine Wasserleitung angeschlossen wird. Die Flüssigkeitsmenge wird ebenfalls
über das Absperrventil geregelt. Der Druck der Flüssigkeit beim Eintritt in die Sprühvorrichtung
beträgt mindestens 3 bar, damit die Sprühdüsen einen funktionsgerechten ersten und
zweiten Sprühstrahl abgeben.
[0009] Die in
WO 2004/0000501 A1 beschriebene Ausrichtung der Sprühstrahlen relativ zum Bearbeitungswerkzeug und der
Druckaufbau in der Sprühvorrichtung sind für die Bindung von Feinstaubpartikeln, vor
allem der alveolengängigen Fraktion des Feinstaubes, nachteilig. Die Sprühvorrichtung
hat außerdem den Nachteil, dass die Flüssigkeitszufuhr über eine Wasserleitung eines
externen Leitungssystems erfolgt, so dass die Sprühvorrichtung des Werkzeuggerätes
nur einsetzbar ist, wenn ein funktionierendes Leitungssystem vorhanden ist.
[0010] KR 101 183 632 B1 offenbart ein weiteres Werkzeuggerät mit einer Sprühvorrichtung. Das Werkzeuggerät
umfasst ein Bearbeitungswerkzeug, das von einer Antriebseinrichtung antreibbar ist,
eine Schutzhaube, die das Bearbeitungswerkzeug teilweise umgibt, und die Sprühvorrichtung
mit einer ersten Sprühdüse, wobei die erste Sprühdüse auf einer aus dem Werkstück
austretenden Seite des Bearbeitungswerkzeuges in der Schutzhaube angeordnet ist. Die
erste Sprühdüse sendet einen ersten Sprühstrahl entlang einer ersten Sprührichtung
aus, wobei die erste Sprührichtung im Wesentlichen parallel zur Drehachse des Bearbeitungswerkzeuges
angeordnet ist.
KR 101 183 632 B1 befasst sich nicht mit dem Problem der alveolengängigen Fraktion des Feinstaubes
und offenbart daher auch keine geeigneten Maßnahmen zur Reduzierung der alveolengängigen
Fraktion des Feinstaubes.
KR 101 183 632 B1 offenbart ein Werkzeuggerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Darstellung der Erfindung
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Entwicklung eines Werkzeuggerätes
mit einer Sprühvorrichtung zur Staubbindung, bei dem die Feinstaubbelastung für den
Bediener bei der Bearbeitung eines Werkstückes reduziert ist. Dabei soll vor allem
die gesundheitsschädliche, alveolengängige Fraktion des Feinstaubes reduziert werden.
[0012] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Werkzeuggerät erfindungsgemäß durch
die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind
in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0013] Erfindungsgemäß sendet die erste Sprühdüse den ersten Sprühstrahl mit Flüssigkeitstropfen
zwischen 40 und 150 µm aus. Mit Hilfe von Flüssigkeitstropfen zwischen 40 und 150
µm lässt sich die alveolengängige Fraktion des Feinstaubes binden, außerdem ist der
Flüssigkeitsbedarf reduziert gegenüber Sprühstrahlen mit größeren Flüssigkeitstropfen.
Durch die Bindung der alveolengängigen Fraktion im ersten Sprühstrahl wird die Feinstaubbelastung
für den Bediener bei der Bearbeitung eines Werkstückes reduziert. Gebundene Feinstaubpartikel
werden vom Bediener nicht eingeatmet und lagern sich nicht in den Lungenbläschen ab.
[0014] Bevorzugt erzeugt die erste Sprühdüse einen ersten Sprühstrahl mit einem Strahlwinkel
zwischen 50° und 170°. Ein großer Strahlwinkel hat den Vorteil, dass der erste Sprühstrahl
einen großen Volumenbereich erfassen und viele Staubpartikel binden kann. Dabei wird
ein großer Strahlwinkel vor allem bei Sprühvorrichtungen gewählt, bei denen die erste
Sprühdüse einen geringen Abstand zum Bearbeitungswerkzeug aufweist.
[0015] Die erste Sprühdüse ist bevorzugt als Hohlkegeldüse oder als Vollkegeldüse ausgebildet.
Eine Vollkegeldüse sendet einen kegelförmigen Sprühstrahl aus, der einen Volumenbereich
vollständig erfasst und Feinstaubpartikel in diesem Volumenbereich bindet. Der erfasste
Volumenbereich ist bei einer Vollkegeldüse grösser als bei Hohlkegeldüsen und Flachstrahldüsen.
Je grösser der Volumenbereich ist, den der erste Sprühstrahl erfasst, umso grösser
ist der gebundene Staubanteil. Eine Hohlkegeldüse sendet einen kegelmantelförmigen
Sprühstrahl aus, der auf das Bearbeitungswerkzeug gerichtet ist und einen Volumenbereich
umschließt. Eine Hohlkegeldüse hat einen geringeren Flüssigkeitsbedarf als eine Vollkegeldüse.
[0016] In einer bevorzugten Ausführung weist die Sprühvorrichtung eine Pumpe auf, wobei
die Pumpe über eine erste Verbindungsleitung mit der ersten Sprühdüse verbunden ist
und in der ersten Verbindungsleitung einen Mindestdruck von 5 bar erzeugt. Besonders
bevorzugt erzeugt die Pumpe in der ersten Verbindungsleitung einen Druck zwischen
5 und 8 bar.
[0017] Besonders bevorzugt beträgt der Durchfluss der ersten Sprühdüse zwischen 8 und 12
Litern pro Stunde. Durch die Anordnung und Ausrichtung der ersten Sprühdüse und einen
Mindestdruck von 5 bar in der ersten Verbindungsleitung zur ersten Sprühdüse ist der
Flüssigkeitsbedarf für die Staubbindung stark reduziert. Statt der üblichen Durchflüsse
von einigen Litern pro Minute liegt der Durchfluss für die erste Sprühdüse bei der
erfindungsgemäßen Sprühvorrichtung bei einigen Litern pro Stunde. Der niedrige Durchfluss
führt zu einer längeren Reichweite einer Füllung des Vorratsbehälters, was vor allem
bei Baustellen ohne externe Versorgungsleitungen vorteilhaft ist. Außerdem wird das
zu bearbeitende Werkstück nicht unnötig unter Wasser gesetzt.
[0018] Die Sprühvorrichtung weist bevorzugt auf der Austrittsseite des Bearbeitungswerkzeuges
mindestens eine weitere erste Sprühdüse auf, wobei die beiden ersten Sprühdüsen besonders
bevorzugt auf verschiedenen Seiten der Bearbeitungsebene angeordnet sind. Die weitere
erste Sprühdüse hat den Vorteil, dass der Anteil der gebundenen Feinstaubpartikel,
vor allem der alveolengängige Fraktion, erhöht und damit die Feinstaubbelastung für
den Bediener reduziert wird. Dabei sind die beiden ersten Sprühdüsen besonders bevorzugt
symmetrisch zur Bearbeitungsebene angeordnet.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Sprühvorrichtung mindestens eine zweite
Sprühdüse auf, die einen zweiten Sprühstrahl entlang einer zweiten Sprührichtung aussendet,
wobei die zweite Sprühdüse auf einer in das Werkstück eintretenden Seite (Eintrittsseite)
des Bearbeitungswerkzeuges angeordnet ist. Eine zweite Sprühdüse kann bei diamanthaltigen
Bearbeitungswerkzeugen, beispielsweise Diamantsägeblättern oder Diamanttrennscheiben,
vorteilhaft eingesetzt werden. Bei diamanthaltigen Bearbeitungswerkzeugen werden durch
Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die Lebensdauer
des Bearbeitungswerkzeuges erhöht. Durch die Anordnung der zweiten Sprühdüse auf der
Eintrittsseite erfolgt die Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges vor dem
Eintreten des Bearbeitungswerkzeuges in das Werkstück. Ein Teil der Flüssigkeit wird
mit dem Bearbeitungswerkzeug in den Schlitz gezogen und an die Bearbeitungsstelle
des Bearbeitungswerkzeuges transportiert. Durch eine Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges
im Bereich der Bearbeitungsstelle wird der Bearbeitungsvorgang unterstützt und die
Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöht.
[0020] Die zweite Sprühdüse kann neben der Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges
die Staubbindung unterstützen. Bei geeigneter Größe der Flüssigkeitstropfen im zweiten
Sprühstrahl können Feinstaubpartikel, die vom ersten Sprühstrahl nicht gebunden wurden,
an der Eintrittsseite vom zweiten Sprühstrahl gebunden werden. Durch die Drehung des
Bearbeitungswerkzeuges um die Drehachse wird zumindest ein Teil der nicht im ersten
Sprühstrahl gebundenen Feinstaubpartikel über die Schutzhaube an die Eintrittsseite
befördert. Der zweite Sprühstrahl bindet weitere Feinstaubpartikel und reduziert die
Feinstaubbelastung für den Bediener.
[0021] Bevorzugt ist die zweite Sprührichtung unter einem Winkel bis ±10° zu einer Ebene
senkrecht zur Bearbeitungsebene und parallel zur Drehachse angeordnet. Dabei ist die
zweite Sprührichtung besonders bevorzugt im Wesentlichen parallel zur Drehachse und
damit senkrecht zum Bearbeitungswerkzeug angeordnet. Durch die nahezu senkrechte Ausrichtung
der zweiten Sprühdüse zum Bearbeitungswerkzeug ist gewährleistet, dass die Flüssigkeitstropfen
auf das Bearbeitungswerkzeug auftreffen und eine gute Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges
erreicht wird.
[0022] Bevorzugt erzeugt die zweite Sprühdüse einen zweiten Sprühstrahl mit einem Strahlwinkel
zwischen 50° und 170°. Ein großer Strahlwinkel hat den Vorteil, dass der zweite Sprühstrahl,
der auf das Bearbeitungswerkzeug gerichtet ist, einen großen Flächenbereich des Bearbeitungswerkzeuges
erfassen und kühlen kann. Je besser das Bearbeitungswerkzeug im Bereich der Bearbeitungsstelle
gekühlt wird, umso höher ist die Bearbeitungsgeschwindigkeit des Bearbeitungswerkzeuges.
[0023] Die zweite Sprühdüse ist bevorzugt als Hohlkegeldüse oder als Vollkegeldüse ausgebildet.
Eine als Vollkegeldüse ausgebildete zweite Sprühdüse sendet einen kegelförmigen zweiten
Sprühstrahl aus, der auf das Bearbeitungswerkzeug gerichtet ist und einen Flächenbereich
an der Oberfläche des Bearbeitungswerkzeuges vollständig erfasst. Der erfasste Flächenbereich
ist bei einer Vollkegeldüse grösser als bei Hohlkegeldüsen und Flachstrahldüsen. Je
grösser der erfasste Flächenbereich des zweiten Sprühstrahls ist, umso besser ist
die Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges mittels des zweiten Sprühstrahls. Eine als
Hohlkegeldüse ausgebildete zweite Sprühdüse sendet einen kegelmantelförmigen Sprühstrahl
aus, der auf das Bearbeitungswerkzeug gerichtet ist und einen ringförmigen Flächenbereich
an der Oberfläche des Bearbeitungswerkzeuges erfasst. Eine Hohlkegeldüse hat einen
geringeren Flüssigkeitsbedarf als eine Vollkegeldüse.
[0024] Bevorzugt ist die Pumpe über eine zweite Verbindungsleitung mit der zweiten Sprühdüse
verbunden und erzeugt in der zweiten Verbindungsleitung einen Mindestdruck von 5 bar.
Besonders bevorzugt erzeugt die Pumpe in der zweiten Verbindungsleitung einen Druck
zwischen 5 und 8 bar.
[0025] Besonders bevorzugt beträgt der Durchfluss der zweiten Sprühdüse zwischen 13 und
17 Litern pro Stunde. Durch die Anordnung und Ausrichtung der zweiten Sprühdüse und
einen Mindestdruck von 5 bar in der zweiten Verbindungsleitung zur zweiten Sprühdüse
ist der Flüssigkeitsbedarf für die Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges
stark reduziert.
[0026] Besonders bevorzugt sendet die zweite Sprühdüse den zweiten Sprühstrahl mit Flüssigkeitstropfen
zwischen 40 und 150 µm aus. Kleine Flüssigkeitstropfen zwischen 40 und 150 µm haben
den Vorteil, dass beim Auftreffen der kalten Flüssigkeitstropfen auf das erhitzte
Bearbeitungswerkzeug die Flüssigkeitstropfen verdunsten und die entstehende Verdunstungskälte
die Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges verstärkt. Durch die Verdunstungskälte ist
der Flüssigkeitsbedarf bei einem erhöhten Kühleffekt gegenüber Sprühdüsen, die größere
Flüssigkeitstropfen erzeugen, reduziert. Flüssigkeitstropfen mit einer Größe zwischen
40 und 150 µm im zweiten Sprühstrahl eignen sich neben der Kühlung und Schmierung
des Bearbeitungswerkzeuges zur Bindung von Feinstaubpartikeln, die vom ersten Sprühstrahl
nicht gebunden wurden. Durch die Drehung des Bearbeitungswerkzeuges um die Drehachse
wird ein Teil der nicht im ersten Sprühstrahl gebundenen Feinstaubpartikel zur Eintrittsseite
befördert und wird vom zweiten Sprühstrahl gebunden. Der zweite Sprühstrahl erfasst
weitere Feinstaubpartikel und die Feinstaubbelastung für den Bediener wird weiter
reduziert.
[0027] Bevorzugt weist die Sprühvorrichtung auf der Eintrittsseite des Bearbeitungswerkzeuges
mindestens eine weitere zweite Sprühdüse auf, wobei die beiden zweiten Sprühdüsen
bevorzugt auf verschiedenen Seiten der Bearbeitungsebene angeordnet sind. Die weitere
zweite Sprühdüse hat den Vorteil, dass die Bearbeitungsgeschwindigkeit durch die verbesserte
Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges erhöht ist. Außerdem können die
zweiten Sprühstrahlen auf beiden Seiten der Bearbeitungsebene vorhandene Staubpartikel
binden und die Staubbelastung für den Bediener reduzieren. Dabei sind die zweite Sprühdüse
und die weitere zweite Sprühdüse besonders bevorzugt symmetrisch zur Bearbeitungsebene
angeordnet.
[0028] Bevorzugt liegt das Durchflussverhältnis der zweiten Sprühdüse und der ersten Sprühdüse
zwischen 1.2 und 1.5. Bei Sprühstrahlen, die beispielsweise Flüssigkeitstropfen mit
einer Größe zwischen 40 und 150 µm aufweisen, übersteigt der Durchfluss der zweiten
Sprühdüse den Durchfluss der ersten Sprühdüse um 20 % bis 50 %. Zur Kühlung und Schmierung
des Bearbeitungswerkzeuges mit dem zweiten Sprühstrahl ist ein höherer Durchfluss
erforderlich als zur Staubbindung mit dem ersten Sprühstrahl. Durch den höheren Durchfluss
des zweiten Sprühstrahls wird die Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöht.
[0029] Bevorzugt ist der Durchfluss der ersten Sprühdüse und/oder der zweiten Sprühdüse
über einen Durchflussregler einstellbar. Wenn ein Durchflussregler den Durchfluss
der ersten oder zweiten Sprühdüse relativ zur anderen Sprühdüse einstellt, können
für die erste und zweite Sprühdüse identische Sprühdüsen verwendet werden. Eine Sprühvorrichtung
mit zwei Durchflussreglern, die den Durchfluss für die erste und zweite Sprühdüse
getrennt einstellen, ist vorteilhaft für Werkzeuggeräte, bei denen das Bearbeitungswerkzeug
in einer Hinrichtung und einer zur Hinrichtung entgegen gerichteten Rückrichtung um
die Drehachse drehbar ist. Über die Durchflussregler können die unterschiedlichen
Durchflüsse für die erste Sprühdüse auf der Austrittsseite und die zweite Sprühdüse
auf der Eintrittsseite eingestellt werden. Die Sprühdüse, die bei einer Drehung in
der Hinrichtung als erste Sprühdüse auf der Austrittsseite angeordnet ist, ist bei
einer Drehung in der Rückrichtung als zweite Sprühdüse auf der Eintrittsseite angeordnet,
und umgekehrt.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Pumpe über mindestens eine Antriebskomponente
der Antriebseinrichtung angetrieben. Die Pumpe über die Antriebseinrichtung anzutreiben
hat den Vorteil, dass keine separate Antriebskomponente für die Pumpe erforderlich
ist. Durch den Verzicht auf eine elektrische Antriebskomponente, die eine Elektrofachkraft
zum Einbau erfordert, vereinfacht sich die Nachrüstung der Sprühvorrichtung in ein
Werkzeuggerät. Die Sprühvorrichtung kann vom Bediener ohne besondere Qualifikationen
eingebaut oder ausgetauscht werden.
Ausführungsbeispiele
[0031] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben.
Diese soll die Ausführungsbeispiele nicht notwendigerweise maßstäblich darstellen,
vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich, in schematischer und/oder
leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der Zeichnung
unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen und Änderungen betreffend
die Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können, ohne von
dem Gegenstand des Anspruchs 1 abzuweichen. Die allgemeine Idee der Erfindung ist
nicht beschränkt auf die exakte Form oder das Detail der im Folgenden gezeigten und
beschriebenen bevorzugten Ausführungsform oder beschränkt auf einen Gegenstand, der
eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in den Ansprüchen beanspruchten Gegenstand.
Bei gegebenen Bemessungsbereichen sollen auch innerhalb der genannten Grenzen liegende
Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetzbar und beanspruchbar sein. Der
Einfachheit halber sind nachfolgend für identische oder ähnliche Teile oder Teile
mit identischer oder ähnlicher Funktion gleiche Bezugszeichen verwendet.
[0032] Es zeigen:
- FIG. 1
- ein erfindungsgemäßes Werkzeuggerät in Form eines handgeführten Trennschleifers mit
einer Sprühvorrichtung, die eine erste Sprühdüse zur Staubbindung und eine zweite
Sprühdüse zur Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges aufweist;
- FIG. 2
- eine Schutzhaube des in FIG. 1 gezeigten Trennschleifers in einer schematischen Darstellung
mit zwei ersten Sprühdüsen und zwei zweiten Sprühdüsen;
- FIG. 3
- die Antriebskomponenten für eine Pumpe der Sprühvorrichtung des Trennschleifers in
einer Explosionsdarstellung; und
[0033] FIGN. 4A-D vier verschiedene Sprühvorrichtungen in einer schematischen Darstellung
.
FIG. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Werkzeuggerät
10, das in Form eines handgeführten benzinbetriebenen Trennschleifers ausgebildet ist,
mit einer Sprühvorrichtung
11 zur Bindung von Staub, der während der Bearbeitung mit dem Trennschleifer 10 entsteht.
Der Trennschleifer 10 umfasst ein als Trennscheibe
12 ausgebildetes Bearbeitungswerkzeug, das von einer Antriebseinrichtung
13 in einer Drehrichtung
14 um eine Drehachse
15 angetrieben wird. Dabei werden unter dem Begriff "Antriebseinrichtung" sämtliche
Antriebskomponenten für die Trennscheibe 12 zusammengefasst. Die Antriebseinrichtung
13 des in FIG. 1 gezeigten Trennschleifers 10 umfasst einen in einem Motorgehäuse
16 angeordneten Antriebsmotor
17, einen in einem Tragarm
18 angeordneten Riemenantrieb
19 und eine Abtriebswelle
21, auf der die Trennscheibe 12 montiert ist. Bei Bedarf können weitere Antriebskomponenten
zwischen dem Antriebsmotor 17 und dem Riemenantrieb 19 geschaltet sein.
[0034] Zur Bedienung des Trennschleifers 10 ist ein erster Handgriff
22 vorgesehen, der eine Bedienungseinrichtung
23 aufweist und in dem in FIG. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel als hinterer Handgriff
ausgebildet ist. Als hinterer Handgriff wird ein Handgriff bezeichnet, der auf der
der Trennscheibe 12 abgewandten Seite des Motorgehäuses 16 angeordnet ist. Alternativ
kann der erste Handgriff 22 als oberer Handgriff, der oberhalb des Motorgehäuses 16
angeordnet ist, ausgebildet sein. Zur Führung des Trennschleifers 10 ist neben dem
ersten Handgriff 22 ein zweiter Handgriff
24 vorgesehen, der zwischen der Trennscheibe 12 und dem ersten Handgriff 22 angeordnet
ist. Der zweite Handgriff 24 ist in dem in FIG. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel als
Griffrohr ausgebildet oder kann alternativ einteilig mit dem Motorgehäuse 16 ausgebildet
sein. Die Trennscheibe 12 ist teilweise von einer Schutzhaube
25 umgeben, die zum Schutz des Bedieners vor umherfliegenden Staubpartikeln dient und
außerdem die Verletzungsgefahr reduziert, dass der Bediener im Betrieb des Trennschleifers
10 in die rotierende Trennscheibe 12 greift. Die Schutzhaube 25 ist am Tragarm 17
befestigt und ist um die Abtriebswelle 21 verstellbar ausgebildet.
[0035] Bei der Bearbeitung eines Werkstückes
26 mit Hilfe des handgeführten Trennschleifers 10 wird der Trennschleifer 10 vom Bediener
entlang einer Vorschubrichtung
27 über das zu trennende Werkstück 26 bewegt. Durch die Drehung der Trennscheibe 12
in der Drehrichtung 14 um die Drehachse 15 und die Bewegung des Trennschleifers 10
entlang der Vorschubrichtung 27 wird im Werkstück 26 ein Schlitz
28 erzeugt. Die Trennscheibe 12 taucht auf einer Eintrittsseite
31 in das Werkstück 26 ein und tritt auf einer Austrittsseite
32 aus dem Werkstück 26 aus. Bei dem in FIG. 1 gezeigten Werkzeuggerät 10 ist die Drehrichtung
14 des Bearbeitungswerkzeuges 12 der Vorschubrichtung 27 entgegen gerichtet. Diese
entgegen gerichtete Anordnung der Dreh- und Vorschubrichtung 14, 27 wird als Gegenlaufbearbeitung
bezeichnet. Bei benzinbetriebenen Trennschleifern ist es aus Sicherheitsgründen üblich,
die Drehrichtung 14 der Vorschubrichtung 27 entgegen zu richten. Bei sonstigen Werkzeuggeräten,
wie beispielsweise Winkelschleifern, Kreissägen, ist die Drehrichtung des Bearbeitungswerkzeuges
der Vorschubrichtung in der Regel gleich gerichtet. Diese gleich gerichtete Anordnung
der Dreh- und Vorschubrichtung wird als Gleichlaufbearbeitung bezeichnet. Abhängig
von der Bearbeitungsaufgabe gibt es Werkzeuggeräte, bei denen der Anwender zwischen
Gegenlaufbearbeitung und Gleichlaufbearbeitung wählen kann.
[0036] Die Sprühvorrichtung 11 dient unter anderem zur Bindung von Staub, der während der
Bearbeitung des Werkstückes 26 mit dem Trennschleifer 10 entsteht. Dabei ist die Sprühvorrichtung
11 so ausgelegt, dass die Feinstaubkonzentration, vor allem die alveolengängige Fraktion
des Feinstaubes, reduziert wird. Die alveolengängige Fraktion des Feinstaubes ist
besonders gesundheitsschädlich, da die sehr kleinen Feinstaubpartikel der alveolengängigen
Fraktion die oberen Atemwege passieren und in die Lungenbläschen (Alveolen) gelangen
können. Die Sprühvorrichtung 11 umfasst einen mit einer Flüssigkeit
33 gefüllten Vorratsbehälter
34, eine Zufuhrleitung
35, eine Pumpe
36 und eine erste Sprühdüse
37, die über eine erste Verbindungsleitung
38 mit der Pumpe 36 verbunden ist. Die Pumpe 36 ist als Membranpumpe ausgebildet. Eine
Membranpumpe ist unempfindlich gegenüber Schmutzwasser und eignet sich daher für den
Einsatz in benzinbetriebenen Trennschleifern, die während der Bearbeitung stark verschmutzen.
Außerdem ist eine Membranpumpe trockenlaufsicher und unempfindlich gegenüber Überdruck
aus einem externen Leitungssystem.
[0037] Bei diamanthaltigen Bearbeitungswerkzeugen, beispielsweise in Form von Diamantsägeblättern
oder Diamanttrennscheiben, ist eine Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges 12 vorteilhaft,
die durch Zufuhr einer Kühlflüssigkeit erfolgt. Die Kühlung unterstützt den Bearbeitungsvorgang
und erhöht die Lebensdauer des Bearbeitungswerkzeuges. Beim Einsatz von diamanthaltigen
Bearbeitungswerkzeugen umfasst die Sprühvorrichtung 11 eine zweite Sprühdüse
39 zur Kühlung des Bearbeitungswerkzeuges 12. Die zweite Sprühdüse 39 ist über eine
zweite Verbindungsleitung
41 mit der Pumpe 36 verbunden. Bei Bedarf kann die Flüssigkeit 33 über ein oder mehrere
Filterelemente
42 gereinigt werden, wobei die Filterelemente 42 am Vorratsbehälter 34, in der Zufuhrleitung
35 und/oder in der Pumpe 36 vorgesehen sein können.
[0038] Die Anforderungen an die erste Sprühdüse 37 unterscheiden sich von den Anforderungen
an die zweite Sprühdüse 39. Die erste Sprühdüse 37 dient zur Bindung des beim Trennen
entstehenden Staubes und die zweite Sprühdüse 39 dient zur Kühlung und Schmierung
der Trennscheibe 12 während des Trennens. Außerdem sind die erste und zweite Sprühdüse
37, 39 auf verschiedenen Seiten der Trennscheibe 12 angeordnet. Die erste Sprühdüse
37 ist auf der Austrittsseite 32 und die zweite Sprühdüse 39 auf der Eintrittsseite
31 der Trennscheibe 12 angeordnet. Die Anordnung der ersten Sprühdüse 37 auf der Austrittsseite
32 hat den Vorteil, dass der Staub direkt am Entstehungsort gebunden und eine Ausbreitung
des Staubes weitgehend verhindert wird. Durch die Anordnung der zweiten Sprühdüse
39 auf der Eintrittsseite 31 erfolgt die Kühlung und Schmierung der Trennscheibe 12
vor dem Eintreten der Trennscheibe 12 in das Werkstück 26. Ein Teil der Flüssigkeit
33 wird mit der Trennscheibe 12 in den Schlitz 28 gezogen und an die Bearbeitungsstelle
der Trennscheibe 12 transportiert. Durch eine Kühlung und Schmierung der Trennscheibe
12 im Bereich der Bearbeitungsstelle wird der Bearbeitungsvorgang unterstützt und
die Trenngeschwindigkeit erhöht.
[0039] Die erste und zweite Sprühdüse 37, 39 werden wie in FIG. 1 dargestellt aus dem externen
Vorratsbehälter 34 mit Flüssigkeit 33 versorgt. Die Zufuhrleitung 35 weist an einem
der Schutzhaube 25 abgewandten Ende ein Anschlusselement, beispielsweise in Form eines
Gardena-Anschlusses, auf, das an den externen Vorratsbehälter 34 angeschlossen wird.
Alternativ kann das Anschlusselement an eine Leitung angeschlossen werden, die ihrerseits
mit dem Vorratsbehälter 34 verbunden ist. Anstatt des externen Vorratsbehälters 34
kann das Anschlusselement an ein externes Leitungssystem angeschlossen werden. Der
externe Vorratsbehälter 34 bietet den Vorteil, dass die Bearbeitung mit dem Trennschleifer
10 unabhängig von funktionierenden Leitungssystemen erfolgen kann, wohingegen ein
externes Leitungssystem bei großen Flüssigkeitsmengen vorteilhaft ist, da kein gefüllter
Vorratsbehälter 34 transportiert werden muss. Bei Bearbeitungsaufgaben mit einem geringen
Flüssigkeitsbedarf kann die Flüssigkeit 33 in einem internen Vorratsbehälter gespeichert
werden, der am Trennschleifer 10 angebracht ist. Da ein gefüllter Vorratsbehälter
das Gesamtgewicht des Trennschleifers 10 erhöht, können nur geringe Flüssigkeitsmengen
gespeichert werden, ohne den Bedienkomfort für den Bediener zu verschlechtern.
[0040] FIG. 2 zeigt die Schutzhaube 25 des Trennschleifers 10 in einer schematischen Darstellung.
An der Schutzhaube 25 sind zwei erste Sprühdüsen
37A, 37B auf der Austrittsseite 32 und zwei zweite Sprühdüsen
39A, 39B auf der Eintrittsseite 31 der Trennscheibe 12 angeordnet. Die Trennscheibe 12 spannt
senkrecht zur Drehachse 15 eine Trennebene
44 auf, wobei rechts und links der Trennebene 44 jeweils eine erste Sprühdüse 37A, 37B
und eine zweite Sprühdüse 39A, 39B angeordnet sind. Der Buchstabe "A" im Bezugszeichen
kennzeichnet Komponenten auf der rechten Seite und der Buchstabe "B" Komponenten auf
der linken Seite der Trennebene 44. Ausgehend von der Pumpe 36 münden vier parallel
geschaltete Verbindungsleitungen
38A, 38B, 41A, 41B in die ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B.
[0041] Die Flüssigkeit 33 wird von der Pumpe 36 über die Verbindungsleitungen 38A, 38B,
41A, 41B zu den ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B geführt. Die ersten
Sprühdüsen 37A, 37B erzeugen jeweils einen ersten Sprühstrahl
45A, 45B, die sich entlang einer ersten Sprührichtung
46A, 46B ausbreiten, und die zweiten Sprühdüsen 39A, 39B erzeugen jeweils einen zweiten Sprühstrahl
47A, 47B, die sich entlang einer zweiten Sprührichtung
48A, 48B ausbreiten. Die ersten Sprührichtungen 46A, 46B sind unter Winkeln α
A, α
B zur Drehachse 15 bzw. unter Winkel 90° - α
A, 90° - α
B zur Trennebene 44, die senkrecht zur Drehachse 15 verläuft, angeordnet. Die zweiten
Sprührichtung 48A, 48B sind unter Winkeln β
A, β
B zur Drehachse 15 bzw. unter Winkel 90° - β
A, 90° - β
B zur Trennebene 44 angeordnet.
[0042] Die ersten Sprührichtungen 46A, 46B der ersten Sprühdüsen 37A, 37B und die zweiten
Sprührichtungen 48A, 48B der zweiten Sprühdüsen 39A, 39B verlaufen im Ausführungsbeispiel
der FIG. 2 nahezu parallel zur Drehachse 15. Alternativ zur parallelen Ausrichtung
können die ersten und zweiten Sprührichtungen 46A, 46B, 48A, 48B bis ±10° zu einer
Ebene, die senkrecht zur Trennebene 44 und parallel zur Drehachse 15 verläuft, geneigt
sein.
[0043] Die ersten Sprühstrahlen 45A, 45B binden den beim Trennen entstandenen Staub. Um
die Feinstaubpartikel, vor allem die alveolengängige Fraktion des Feinstaubes, mit
den ersten Sprühstrahlen 45A, 45B zu binden, werden erste Sprühdüsen 37A, 37B verwendet,
die Flüssigkeitstropfen mit einer Größe zwischen 40 und 150 µm erzeugen. Dabei wird
die Größe der Flüssigkeitstropfen über die Düsengeometrie der ersten Sprühdüsen 37A,
37B, vor allem den Durchmesser, und den Druck in den ersten Verbindungsleitungen 38A,
38B eingestellt. Der Druck, den die Pumpe 36 erzeugt, liegt bei mindestens 5 bar.
Dieser Mindestdruck ist erforderlich, um Flüssigkeitstropfen der gewünschten Größe
zu erzeugen. Die ersten Sprühdüsen 37A, 37B sind als Vollkegeldüsen ausgebildet, die
erste Sprühstrahlen 45A, 45B mit Strahlwinkeln γ
A, γ
B von ca. 75° erzeugen. Ein großer Strahlwinkel hat den Vorteil, dass die ersten Sprühstrahlen
45A, 45B einen großen Volumenbereich erfassen und viele Staubpartikel binden können.
[0044] Die zweiten Sprühstrahlen 47A, 47B kühlen die Trennscheibe 12 während des Trennens.
Zur Kühlung der Trennscheibe 12 richten die zweiten Sprühdüsen 39A, 39B die zweiten
Sprühstrahlen 47A, 47B entlang der zweiten Sprührichtung 48A, 48B auf die Trennscheibe
12, wobei die zweite Sprührichtung 48A, 48B im Wesentlichen senkrecht zur Trennebene
44 auf die Trennscheibe 12 gerichtet ist. Um eine gute Kühlung und Schmierung der
Trennscheibe 12 zu erreichen, werden zweite Sprühdüsen 39A, 39B verwendet, die wie
die ersten Sprühdüsen 37A, 37B Flüssigkeitstropfen mit einer Größe von 40 bis 150
µm erzeugen. Kleine Flüssigkeitstropfen sorgen dafür, dass beim Auftreffen der kalten
Flüssigkeitstropfen auf die erhitzte Trennscheibe 12 die Flüssigkeitstropfen verdunsten
und die entstehende Verdunstungskälte die Kühlung der Trennscheibe 12 verstärkt. Durch
die Verdunstungskälte ist der Flüssigkeitsbedarf bei einem erhöhten Kühleffekt gegenüber
Sprühdüsen, die größere Flüssigkeitstropfen erzeugen, reduziert. Die zweiten Sprühdüsen
39A, 39B sind als Vollkegeldüsen ausgebildet, die zweite Sprühstrahlen 47A, 47B mit
Strahlwinkeln δ
A, δ
B von ca. 75° erzeugen. Ein großer Strahlwinkel hat den Vorteil, dass die zweiten Sprühstrahlen
47A, 47B, die auf die Trennscheibe 12 gerichtet sind, einen großen Flächenbereich
der Trennscheibe 12 erfassen und kühlen. Je besser die Trennscheibe 12 im Bereich
der Bearbeitungsstelle gekühlt wird, umso höher ist die Trenngeschwindigkeit des Trennschleifers
10.
[0045] Für die zweiten Sprühstrahlen 47A, 47B ist ein höherer Durchfluss gegenüber den ersten
Sprühstrahlen 45A, 45B erforderlich. FIG. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Sprühvorrichtung
11 mit vier parallel geschalteten Verbindungsleitungen 38A, 38B, 41A, 41B, die mit
der Pumpe 36 verbunden sind und in die Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B münden. In allen
Verbindungsleitungen besteht im Wesentlichen derselbe Druck, so dass unterschiedliche
Durchflüsse für die ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B ohne zusätzlichen
Durchflussregler über die Düsengeometrie der Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B eingestellt
werden müssen. Das Durchflussverhältnis der zweiten Sprühdüse 39A, 39B zur ersten
Sprühdüse 37A, 37B liegt zwischen 1.2 und 1.5, d.h. der Durchfluss der zweiten Sprühdüse
39A, 39B ist zwischen 20 % und 50 % grösser als der Durchfluss der ersten Sprühdüse
37A, 37B. Alternativ können unterschiedliche Durchflüsse für die ersten und zweiten
Sprühstrahlen 45A, 45B, 47A, 47B durch einen oder mehrere Durchflussregler eingestellt
werden. Der Durchfluss der ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B liegt
zwischen 8 und 17 l/h, für die ersten Sprühdüsen 37A, 37B zwischen 8 und 12 l/h und
für die zweiten Sprühdüsen 39A, 39B zwischen 13 und 17 l/h. Der hohe Druck von 5 bis
8 bar und die kleinen Flüssigkeitstropfen reduzieren den Flüssigkeitsbedarf drastisch.
[0046] FIG. 3 zeigt die Pumpe 36 der Sprühvorrichtung 11, die über die Antriebseinrichtung 13 des
Trennschleifers 10 angetrieben wird. Dabei sind die Antriebskomponenten der Antriebseinrichtung
13 und die Pumpe 36 in einer Explosionsdarstellung gezeigt. Die Antriebseinrichtung
13 umfasst den Antriebsmotor 17, den Riemenantrieb 19 und die Abtriebswelle 21, auf
der die Trennscheibe 12 montiert ist. Zwischen dem Antriebsmotor 17 und dem Riemenantrieb
19 ist eine Fliehkraftkupplung
52 angeordnet, die dafür sorgt, dass sich die Trennscheibe 12 bei geringen Drehzahlen,
wie im Leerlauf oder beim Starten des Trennschleifers 10, nicht dreht. Die Fliehkraftkupplung
52 weist eine Kupplungsglocke auf, gegen die Fliehgewichte im Betrieb aufgrund der
Fliehkraft nach außen gedrückt werden. Der Antriebsmotor 17 treibt eine Kurbelwelle
53 um eine Drehachse
54 an. Die Kupplungsglocke der Fliehkraftkupplung 52 ist drehfest mit einer auf der
Kurbelwelle 53 drehbar gelagerten Antriebsscheibe verbunden. Ein Antriebsriemen
56 ist über die Antriebsscheibe und eine auf der Abtriebswelle 21 (siehe FIG. 1) gelagerte
Abtriebsscheibe geführt. Die Antriebsscheibe, der Antriebsriemen 56 und die Abtriebsscheibe
bilden den Riemenantrieb 19.
[0047] Die Pumpe 36 wird von der Kurbelwelle 53 angetrieben. Aufgrund der hohen Drehzahlen
des Antriebsmotors 17 ist die Pumpe 36 nicht direkt auf der Kurbelwelle 53 angeordnet,
sondern zwischen der Kurbelwelle 53 und der Pumpe 36 ist eine Getriebeeinrichtung
57 zwischengeschaltet. Die Getriebeeinrichtung ist in der in FIG. 3 dargestellten Ausführung
als einstufiges Planetengetriebe 57 mit einem Übersetzungsverhältnis von 3 zu 1 ausgebildet.
Die maximale Drehzahl des Antriebsmotors 17 liegt beispielsweise im Bereich von 10.000
U/min und die erlaubte Drehzahl für die Pumpe 36 bei ca. 4.000 U/min. Das Planetengetriebe
57 reduziert die Drehzahl des Antriebsmotors 17 von 10.000 U/min auf ca. 3.340 U/min
und damit in den zulässigen Drehzahlbereich. Zwischen der Pumpe 36 und dem Planetengetriebe
57 ist eine Dichtung
58 angeordnet. Die Pumpe 36, das Planetengetriebe 57 und die Dichtung 58 sind als Baugruppe
59 auf einer Montageplatte
61 befestigt. An einem Gehäuseteil
62 des Trennschleifers 10 sind Bohrungen
66 mit einem Innengewinde zur Befestigung der Montageplatte 61 vorgesehen.
[0048] Das Ein-und Ausschalten der Pumpe 36 erfolgt über die Fliehkraftkupplung 52, die
den Antrieb der Trennscheibe 12 steuert, die Antriebsbewegung des Antriebsmotors 17
wird erst bei Überschreiten einer Grenzdrehzahl über die Fliehkraftkupplung 52 auf
die Trennscheibe 12 übertragen. Durch den Antrieb der Pumpe 36 erfolgt eine Flüssigkeitszufuhr
zu den Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B nur dann, wenn die Trennscheibe 12 um ihre Drehachse
15 angetrieben wird. Sobald die Grenzdrehzahl der Fliehkraftkupplung 52 überschritten
wird, überträgt die Fliehkraftkupplung 52 die Antriebskraft des Antriebsmotors 17
über den Riemenantrieb 19 auf die Trennscheibe 12 und über das Planetengetriebe 57
auf die Pumpe 36. Der Antrieb der Pumpe 36 und damit die Flüssigkeitszufuhr zu den
Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B ist an den Antrieb der Trennscheibe 12 gekoppelt.
[0049] FIGN. 4A-D zeigen vier Sprühvorrichtungen, die die Flüssigkeit 33 zu den ersten und zweiten
Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B transportieren, in einer schematischen Darstellung.
Die Sprühvorrichtungen sind für Werkzeuggeräte geeignet, die ein diamanthaltiges Bearbeitungswerkzeug
aufweisen, das während der Bearbeitung gekühlt werden sollte. Die ersten und zweiten
Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B entsprechen den Sprühdüsen des in FIG. 2 gezeigten Trennschleifers
10, wobei der Buchstabe "A" im Bezugszeichen Komponenten auf der rechten Seite und
der Buchstabe "B" Komponenten auf der linken Seite der Trennebene 44 kennzeichnet.
[0050] FIG. 4A zeigt eine Sprühvorrichtung
71, die sich durch den Aufbau der Verbindungsleitungen von der Pumpe 36 zu den Sprühdüsen
37A, 37B, 39A, 39B von der Sprühvorrichtung 11 der FIG. 2 unterscheidet. Die Flüssigkeit
33 wird über die Zufuhrleitung 35 aus dem Vorratsbehälter 34 zur Pumpe 36 befördert.
Die Pumpe 36 besteht aus einer einzelnen Pumpe, die den Mindestdruck von 5 bar erzeugt,
oder aus mehreren, in Reihe geschalteten Pumpen, die gemeinsam den Mindestdruck von
5 bar erzeugen.
[0051] Die Pumpe 36 ist über eine Verbindungsleitung
72A, 72B mit der zweiten Sprühdüse 39A, 39B verbunden, die über eine Weiterleitung
73A, 73B mit der ersten Sprühdüse 37A, 37B verbunden ist. Die Flüssigkeit 33 wird über die
Verbindungsleitung 72A, 72B zur zweiten Sprühdüse 39A, 39B transportiert und ein Teil
der transportierten Flüssigkeit 33 wird von der zweiten Sprühdüse 39A, 39B über die
Weiterleitung 73A, 73B zur ersten Sprühdüse 37A, 37B transportiert.
[0052] Bei langen Leitungen kann es zu einem Druckabfall in der Leitung kommen, der mit
der Länge der Leitung zunimmt. Daher wird die Flüssigkeit 33 bei der Sprühvorrichtung
71 zunächst über die Verbindungsleitungen 72A, 72B den zweiten Sprühdüsen 39A, 39B
zugeführt, die einen höheren Durchfluss als die ersten Sprühdüsen 37A, 37B aufweisen.
Anschließend wird die Flüssigkeit 33 über die Weiterleitungen 73A, 73B den ersten
Sprühdüsen 37A, 37B zugeführt. Für den Fall, dass der Druck in den Leitungen zwischen
der Pumpe 36 und den Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B nahezu konstant ist, ist die Reihenfolge,
in der die Flüssigkeit 33 den Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B zugeführt wird, von untergeordneter
Bedeutung. In diesem Fall kann die Pumpe 36 über Verbindungsleitungen zunächst mit
den ersten Sprühdüsen 37A, 37B verbunden werden und anschließend können Weiterleitungen
die ersten Sprühdüsen 37A, 37B mit den zweiten Sprühdüsen 39A, 39B verbinden.
[0053] FIG. 4B zeigt eine Sprühvorrichtung
81, bei der die ersten Sprühdüsen 37A, 37B über eine erste Zufuhrleitung
82 und eine erste Pumpe
83 und die zweiten Sprühdüsen 39A, 39B über eine zweite Zufuhrleitung
84 und eine zweite Pumpe
85 getrennt mit Flüssigkeit 33 versorgt werden. Die Flüssigkeit 33 wird von der ersten
Pumpe 83 über zwei parallel geschaltete Verbindungsleitungen
86A, 86B zu den ersten Sprühdüsen 37A, 37B und von der zweiten Pumpe 85 über zwei parallel
geschaltete Verbindungsleitungen
87A, 87B zu den zweiten Sprühdüsen 39A, 39B transportiert. Die erste und zweite Pumpe 83,
85 bestehen jeweils aus einer einzelnen Pumpe, die den Mindestdruck von 5 bar erzeugt,
oder aus mehreren, in Reihe geschalteten Pumpen, die gemeinsam den Mindestdruck von
5 bar erzeugen.
[0054] Die getrennte Versorgung der ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B ist
dann vorteilhaft, wenn unterschiedliche Anforderungen an die ersten und zweiten Sprühdüsen
37A, 37B, 39A, 39B bestehen. Anstatt der zwei parallel geschalteten Verbindungsleitungen
86A, 86B, die die erste Pumpe 83 mit den ersten Sprühdüsen 37A, 37B verbindet, können
eine Verbindungsleitung und eine Weiterleitung vorgesehen sein, wobei die Verbindungsleitung
eine der ersten Sprühdüsen 37A, 37B mit der ersten Pumpe 83 verbindet und die Weiterleitung
die ersten Sprühdüsen 37B, 37A miteinander verbindet. Die zweiten Sprühdüsen 39A,
39B können analog über eine Verbindungsleitung und eine Weiterleitung mit der zweiten
Pumpe 85 verbunden werden. Eine weitere Alternative besteht in der Verwendung von
Y-Leitungen, die die erste Pumpe 83 mit den ersten Sprühdüsen 37A, 37B und die zweite
Pumpe 85 mit den zweiten Sprühdüsen 39A, 39B verbinden.
[0055] FIG. 4C zeigt eine Sprühvorrichtung
91, bei der jede Sprühdüse 37A, 37B, 39A, 39B über eine separate Versorgungseinheit
92.1-92.4 bestehend aus einer Zufuhrleitung
93.1-93.4, einer Pumpe
94.1-94.4 und einer Verbindungsleitung
95.1-95.4 mit Flüssigkeit 33 versorgt wird. Die Flüssigkeit 33, die im Vorratsbehälter 34 gespeichert
ist, wird von der jeweiligen Pumpe 94.1-94.4 über die jeweilige Zufuhrleitung 93.1-93.4
angesaugt und über die jeweilige Verbindungsleitung 95.1-95.4 den Sprühdüsen 37A,
37B, 39A, 39B zugeführt. Die separaten Versorgungseinheiten 92.1-92.4 für jede Sprühdüse
37A, 37B, 39A, 39B haben den Vorteil, dass der Druck der Pumpe 94.1-94.4 für jede
Sprühdüse 37A, 37B, 39A, 39B einstellbar ist.
[0056] FIG. 4D zeigt eine Sprühvorrichtung
101, bei der die Durchflüsse für die ersten und zweiten Sprühdüsen 37A, 37B, 39A, 39B
über Durchflussregler eingestellt werden. Die Flüssigkeit 33 wird über die Zufuhrleitung
35 aus dem Vorratsbehälter 34 zur Pumpe 36 befördert, die mit zwei parallel geschalteten
Verbindungsleitungen
102A,102B verbunden ist. In der ersten Verbindungsleitung 102A ist ein erster Durchflussregler
103A angeordnet, der den Durchfluss in einer nachgeschalteten, als Y-Leitung ausgebildeten
ersten Weiterleitung
104A einstellt. Über die erste Weiterleitung 104A wird die Flüssigkeit 33 den ersten Sprühdüsen
37A, 37B zugeführt. Den zweiten Sprühdüsen 39A, 39B wird die Flüssigkeit 33 über die
zweite Verbindungsleitung 102B und eine als Y-Leitung ausgebildete zweite Weiterleitung
104B zugeführt, wobei der Durchfluss in der zweiten Weiterleitung 104B über einen zweiten
Durchflussregler
103B einstellbar ist.
[0057] In einer alternativen Ausführung zu FIG. 4D ist nur ein Durchflussregler, entweder
der erste Durchflussregler 103A für die ersten Sprühdüsen 37A, 37B oder der zweite
Durchflussregler 103B für die zweiten Sprühdüsen 39A, 39B vorgesehen. Die Sprühdüsen
ohne Einstellmöglichkeit für den Durchfluss werden über den passenden Druck und die
Düsengeometrie an ihre Anforderungen angepasst und weisen den für die Staubbindung
(erste Sprühdüsen) oder die Kühlung und Schmierung des Bearbeitungswerkzeuges (zweite
Sprühdüsen) passenden Durchfluss auf. Der Durchfluss der Sprühdüsen mit Einstellmöglichkeit
für den Durchfluss wird über den Durchflussregler eingestellt.
1. Werkzeuggerät (10) zum Bearbeiten eines Werkstückes (26) aufweisend
▪ ein Bearbeitungswerkzeug (12), das von einer Antriebseinrichtung (13) um eine Drehachse
(15) drehbar ist und das eine Bearbeitungsebene (44) senkrecht zur Drehachse (15)
aufspannt,
▪ eine Schutzhaube (25), die das Bearbeitungswerkzeug (12) zumindest teilweise umgibt,
und
▪ eine Sprühvorrichtung (11; 71; 81; 91; 101) mit einer ersten Sprühdüse (37; 37A,
37B), die einen ersten Sprühstrahl (45A, 45B) entlang einer ersten Sprührichtung (46A,
46B) aussendet, wobei die erste Sprühdüse (37; 37A, 37B) auf einer aus dem Werkstück
(26) austretenden Seite (32) des Bearbeitungswerkzeuges (12) in der Schutzhaube (25)
angeordnet ist und die erste Sprührichtung (46A, 46B) unter einem Winkel (αA, αB) bis ±10° zu einer Ebene, die senkrecht zur Bearbeitungsebene (44) und parallel zur
Drehachse (15) verläuft, und im Wesentlichen parallel zur Drehachse (15) angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sprühdüse (37; 37A, 37B) Flüssigkeitstropfen mit einer Größe zwischen 40
und 150 µm als ersten Sprühstrahl (45A, 45B) aussendet.
2. Werkzeuggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sprühdüse (37; 37A, 37B) einen ersten Sprühstrahl (45A, 45B) mit einem
Strahlwinkel (γA, γB) zwischen 50° und 170° erzeugt.
3. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühvorrichtung (11; 71; 81; 91; 101) eine Pumpe (36) aufweist, wobei die Pumpe
(36) über eine erste Verbindungsleitung (38; 38A, 38B) mit der ersten Sprühdüse (37;
37A, 37B) verbunden ist und in der ersten Verbindungsleitung (38; 38A, 38B) einen
Mindestdruck von 5 bar erzeugt.
4. Werkzeuggerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchfluss der ersten Sprühdüse (37; 37A, 37B) zwischen 8 und 12 Litern pro Stunde
beträgt.
5. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühvorrichtung (11; 71; 81; 91; 101) eine zweite Sprühdüse (39; 39A, 39B) aufweist,
die einen zweiten Sprühstrahl (47A, 47B) entlang einer zweiten Sprührichtung (48A,
48B) aussendet, wobei die zweite Sprühdüse (39; 39A, 39B) auf einer in das Werkstück
(26) eintretenden Seite (31) des Bearbeitungswerkzeuges (12) angeordnet ist.
6. Werkzeuggerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sprührichtung (48A, 48B) unter einem Winkel (βA, βB) bis ±10° zur Ebene senkrecht zur Bearbeitungsebene (44) und parallel zur Drehachse
(15) angeordnet ist.
7. Werkzeuggerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sprührichtung (48A, 48B) im Wesentlichen parallel zur Drehachse (15) angeordnet
ist.
8. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sprühdüse (39; 39A, 39B) einen zweiten Sprühstrahl (47A, 47B) mit einem
Strahlwinkel (δA, δB) zwischen 50° und 170° erzeugt.
9. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sprühdüse (39; 39A, 39B) Flüssigkeitstropfen mit einer Größe zwischen
40 und 150 µm als zweiten Sprühstrahl (47A, 47B) aussendet.
10. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (36) über eine zweite Verbindungsleitung (41; 41A, 41B) mit der zweiten
Sprühdüse (39; 39A, 39B) verbunden ist und in der zweiten Verbindungsleitung (41;
41A, 41B) einen Mindestdruck von 5 bar erzeugt.
11. Werkzeuggerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchfluss der zweiten Sprühdüse (39; 39A, 39B) zwischen 13 und 17 Litern pro
Stunde beträgt.
12. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchflussverhältnis der zweiten Sprühdüse (39; 39A, 39B) und der ersten Sprühdüse
(37; 37A, 37B) zwischen 1.2 und 1.5 liegt.
13. Werkzeuggerät nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchfluss der ersten Sprühdüse (37; 37A, 37B) und/oder der zweiten Sprühdüse
(39; 39A, 39B) über einen Durchflussregler (103A, 103B) einstellbar ist.
1. Tool device (10) for machining a workpiece (26), comprising
▪ a machining tool (12) which can be rotated by a drive device (13) about an axis
of rotation (15) and which defines a machining plane (44) perpendicular to the axis
of rotation (15),
▪ a protective hood (25) which at least partially surrounds the machining tool (12),
and
▪ a spray arrangement (11; 71; 81; 91; 101) having a first spray nozzle (37; 37A,
37B) which dispenses a first spray jet (45A, 45B) along a first spraying direction
(46A, 46B), wherein the first spray nozzle (37; 37A, 37B) is arranged in the protective
hood (25) on a side (32), which exits the workpiece (26), of the machining tool (12),
and the first spraying direction (46A, 46B) is arranged at an angle (αA, αB) of up to ± 10° to a plane which extends perpendicular to the machining plane (44)
and parallel to the axis of rotation (15), and is arranged substantially parallel
to the axis of rotation (15),
characterized in that the first spray nozzle (37; 37A, 37B) dispenses liquid drops having a size between
40 and 150 µm as first spray jet (45A, 45B).
2. Tool device according to Claim 1, characterized in that the first spray nozzle (37; 37A, 37B) generates a first spray jet (45A, 45B) at a
jet angle (γA, γB) between 50° and 170°.
3. Tool device according to either of Claims 1 and 2, characterized in that the spray arrangement (11; 71; 81; 91; 101) has a pump (36), wherein the pump (36)
is connected to the first spray nozzle (37; 37A; 37B) via a first connection line
(38, 38A, 38B) and generates a minimum pressure of 5 bar in the first connection line
(38; 38A, 38B).
4. Tool device according to Claim 3, characterized in that the throughflow of the first spray nozzle (37; 37A, 37B) is between 8 and 12 litres
per hour.
5. Tool device according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the spray arrangement (11; 71; 81; 91; 101) has a second spray nozzle (39; 39A, 39B)
which dispenses a second spray jet (47A, 47B) along a second spraying direction (48A,
48B), wherein the second spray nozzle (39; 39A, 39B) is arranged on a side (31), which
enters the workpiece (26), of the machining tool (12).
6. Tool device according to Claim 5, characterized in that the second spraying direction (48A, 48B) is arranged at an angle (βA, βB) of up to ± 10° to the plane which extends perpendicular to the machining plane (44)
and parallel to the axis of rotation (15).
7. Tool device according to Claim 6, characterized in that the second spraying direction (48A, 48B) is arranged substantially parallel to the
axis of rotation (15).
8. Tool device according to one of Claims 5 to 7, characterized in that the second spray nozzle (39; 39A, 39B) generates a second spray jet (47A, 47B) at
a jet angle (δA, δB) between 50° and 170°.
9. Tool device according to one of Claims 5 to 8, characterized in that the second spray nozzle (39; 39A, 39B) dispenses liquid drops having a size between
40 and 150 µm as a second spray jet (47A, 47B).
10. Tool device according to one of Claims 5 to 9, characterized in that the pump (36) is connected to the second spray nozzle (39; 39A, 39B) via a second
connection line (41; 41A, 41B) and generates a minimum pressure of 5 bar in the second
connection line (41; 41A, 41B).
11. Tool device according to Claim 10, characterized in that the throughflow of the second spray nozzle (39; 39A, 39B) is between 13 and 17 litres
per hour.
12. Tool device according to one of Claims 4 to 9, characterized in that the throughflow ratio of the second spray nozzle (39; 39A, 39B) and the first spray
nozzle (37; 37A, 37B) is between 1.2 and 1.5.
13. Tool device according to one of Claims 4 to 10, characterized in that the throughflow of the first spray nozzle (37; 37A, 37B) and/or of the second spray
nozzle (39; 39A, 39B) can be set via a throughflow regulator (103A, 103B).
1. Appareil formant outil (10) destiné à usiner une pièce ouvrée (26), comprenant
▪ un outil d'usinage (12) qui peut être mis en rotation par un dispositif d'entraînement
(13) autour d'un axe de rotation (15) et qui couvre un plan d'usinage (44) perpendiculaire
à l'axe de rotation (15),
▪ un capot de protection (25) qui entoure au moins partiellement l'outil d'usinage
(12) et
▪ un arrangement de pulvérisation (11 ; 71 ; 81 ; 91 ; 101) pourvu d'une première
buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B), qui émet un premier jet de pulvérisation (45A,
45B) le long d'une première direction de pulvérisation (46A, 46B), la première buse
de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) étant disposée dans le capot de protection (25) sur
un côté (32) de l'outil d'usinage (12) qui sort de la pièce ouvrée (26) et la première
direction de pulvérisation (46A, 46B) étant disposée selon un angle (αA, αB) allant jusqu'à +/-10° par rapport à un plan, qui suit un tracé perpendiculaire au
plan d'usinage (44) et parallèle à l'axe de rotation (15), et sensiblement parallèlement
à l'axe de rotation (15),
caractérisé en ce que la première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) émet en tant que premier jet de
pulvérisation (45A, 45B) des gouttelettes de liquide ayant une taille entre 40 et
150 µm.
2. Appareil formant outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) émet un premier jet de pulvérisation
(45A, 45B) avec un angle de jet (γA, γB) entre 50° et 170°.
3. Appareil formant outil selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que l'arrangement de pulvérisation (11 ; 71 ; 81 ; 91 ; 101) possède une pompe (36),
la pompe (36) étant reliée à la première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) par
le biais d'une première conduite de liaison (38 ; 38A, 38B) et générant une pression
minimale de 5 bars dans la première conduite de liaison (38 ; 38A, 38B).
4. Appareil formant outil selon la revendication 3, caractérisé en ce que le débit de la première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) est compris entre 8
et 12 litres par heure.
5. Appareil formant outil selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'arrangement de pulvérisation (11 ; 71 ; 81 ; 91 ; 101) possède une deuxième buse
de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) qui émet un deuxième jet de pulvérisation (47A, 47B)
le long d'une deuxième direction de pulvérisation (48A, 48B), la deuxième buse de
pulvérisation (39 ; 39A, 39B) étant disposée sur un côté (31) de l'outil d'usinage
(12) qui pénètre dans la pièce ouvrée (26).
6. Appareil formant outil selon la revendication 5, caractérisé en ce que la deuxième direction de pulvérisation (48A, 48B) est disposée selon un angle (βA, βB) allant jusqu'à +/-10° par rapport au plan qui suit un tracé perpendiculaire au plan
d'usinage (44) et parallèle à l'axe de rotation (15).
7. Appareil formant outil selon la revendication 6, caractérisé en ce que la deuxième direction de pulvérisation (48A, 48B) est disposée sensiblement parallèlement
à l'axe de rotation (15).
8. Appareil formant outil selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la deuxième buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) génère un deuxième jet de pulvérisation
(47A, 47B) avec un angle de jet (δA, δB) entre 50° et 170°.
9. Appareil formant outil selon l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que la deuxième buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) émet en tant que deuxième jet de
pulvérisation (47A, 47B) des gouttelettes de liquide ayant une taille entre 40 et
150 µm.
10. Appareil formant outil selon l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce que la pompe (36) est reliée à la deuxième buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) par
le biais d'une deuxième conduite de liaison (41 ; 41A, 41B) et génère dans la deuxième
conduite de liaison (41 ; 41A, 41B) une pression minimale de 5 bars.
11. Appareil formant outil selon la revendication 10, caractérisé en ce que le débit de la deuxième buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) est compris entre 13
et 17 litres par heure.
12. Appareil formant outil selon l'une des revendications 4 à 9, caractérisé en ce que le rapport de débit de la deuxième buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) et de la
première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) est compris entre 1,2 et 1,5.
13. Appareil formant outil selon l'une des revendications 4 à 10, caractérisé en ce que le débit de la première buse de pulvérisation (37 ; 37A, 37B) et/ou de la deuxième
buse de pulvérisation (39 ; 39A, 39B) est réglable par le biais d'un régulateur de
débit (103A, 103B).