Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nanostrukturierung und Oxidation einer Oberfläche,
die ein anodisierbares Metall und/oder eine anodisierbare Metalllegierung umfasst,
die beide mit einer Oxidschicht überzogen sein können, mittels Laser- oder Teilchenstrahlung
in einer inerten oder reaktiven Atmosphäre und anschließender Anodisation.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Die Anodisation von Metallen und Metalllegierungen ist ein altbekanntes Verfahren.
Bei diesem wird ein Werkstoff aus einem anodisierbaren Metall oder einer anodisierbaren
Metalllegierung als Anode in einer elektrolytischen Zelle eingesetzt, die ferner eine
mit der Anode verbundene Kathode (meist aus Edelmetall) und einen Elektrolyten mit
einem geeigneten Oxidationsmittel umfasst. Beim Anlegen einer Spannung wird die Oberfläche
des Metalls oder der Metalllegierung oxidiert. In Elektrolyten, die ferner einen das
Metalloxid wieder auflösenden Zusatz in geeigneter Konzentration enthalten, kann unter
geeigneten Bedingungen das Verfahren so geführt werden, dass fortwährend ein kleinerer
Teil der oxidierten Oberfläche durch den Elektrolyten wieder herausgelöst wird, während
ein größerer Teil der Oberfläche weiterhin oxidiert wird. Auf diese Weise können auf
der oxidierten Oberfläche Strukturen von Mikro- oder Nanometerabmessungen, im speziellen
Fall von Titan in Form von Nanoröhren, geschaffen werden.
[0003] In vielen Fällen umfassen diese Oberflächen nach der Anodisation jedoch Bereiche,
die keine Nanostrukturen aufweisen.
[0004] Aus
DAOAI WANG ET AL: "Engineering a Titanium Surface with Controllable Oleaphobicity
and Switchable Oil Adhesion", JOURNAL OF PHYSICAL CHEMISTRY C, Bd. 114, Nr 21, 3.
Juni 2010 (2010-06-03), Seiten 9938-9944, XP055123253, ISSN: 1932-7447, DOI: 10.1021/jp1023185 ist ein Verfahren zur Erzeugung von oleophoben Nanostrukuren auf Titanoberflächen
bekannt, bei dem zunächst die Oberfläche mit einem Laserstrahl mit einer Wellenlänge
von 1064 nm und einer Repetitionsrate der Strahlungsimpulse von 10 kHz und einer Impulslänge
der Impulse von 5-25 ns mikrostrukturiert wird, um ein Strukturmuster mit unterschiedlichen
Tiefen zu erzeugen, wobei die mit Mikrostrukturen versehene Oberfläche anschließend
anodisiert wird.
[0006] Aus der
US 2008/011175 A1 ist ein Verfahren zur Erzeugung einer Mikrostruktur auf einer Aluminiumoberfläche
bekannt, bei der die Oberfläche mittels Sandstrahlen oder mittels eines Lasers vorstrukturiert
und anschließend anodisiert wird.
[0007] Aus der
US 2001/0010973 A1 ist ein Verfahren zum Erzeugen von regelmäßig angeordneten engen sehr linearen Poren
beschrieben, bei dem zunächst die Oberfläche mit einem Teilchenstrahl in Form eines
Elektronenstrahls oder lonenstrahls derart bestrahlt wird, dass diskrete Startpunkte
zum Bilden der Poren an mit einem Abstand von 5 nm bis 1000 nm beabstandeten Stellen
ausgebildet werden. Anschließend wird eine anodische Oxidation an dem so bestrahlten
Werkstück ausgeführt, um die engen Poren in dem Werkstück auszubilden.
Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Die Erfindung beschreibt ein Verfahren zur Nanostrukturierung und Oxidation einer
Oberfläche eines Werkstoffs, die ein anodisierbares Metall und/oder eine anodisierbare
Metalllegierung, die beide zumindest teilweise mit einer Oxidschicht überzogen sein
können, umfasst, bei dem die Oberfläche des Metalls und/oder der Metalllegierung und/oder
der Oxidschicht auf dem Metall oder/oder der Metalllegierung, die für eine Laserbestrahlung
oder für eine Bestrahlung mit einem Teilchenstrahl zugänglich ist und auf der die
Strukturen zu erzeugen sind, mit einem gepulsten Laserstrahl oder einem kontinuierlichen
Teilchenstrahl, der aus einem Elektronen- oder Ionenstrahl oder einem Strahl von ungeladenen
Partikeln oder einer Kombination derselben ausgewählt ist, vollständig ein- oder mehrmals
auf solche Weise abgetastet wird, dass benachbarte Lichtflecke des Laserstrahls oder
Abtastflecke des Teilchenstrahls lückenlos aneinander stoßen oder sich überlappen,
wobei die folgenden Bedingungen eingehalten werden:
wenn mit einem Laserstrahl abgetastet wird und die Impulslänge der Laserimpulse t
etwa 0,1 ns bis etwa 2000 ns ist,
ein ε-Wert von etwa 0,07 ≤ ε ≤ etwa 2300,
wobei

oder, wenn mit einem Laserstrahl bei einer Wellenlänge des Lasers λ von etwa 100
≤ λ ≤ etwa 11000 nm abgetastet wird und die Impulslänge der Laserimpulse t < etwa
0,1 ns, ein
ε1-Wert von etwa 0,5 ≤ ε
1 ≤ etwa 1650,
wobei

worin in Gleichung 1 und Gleichung 2:
Pp: Impulsspitzenleistung der austretenden Strahlung [kW];
t: Impulslänge der Impulse [ns];
f: Repetitionsrate der Strahlungsimpulse [kHz];
v: Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche [mm/s];
d: Durchmesser der energetischen Strahlung an der Materialoberfläche [µm];
α: Absorption der energetischen Strahlung des bestrahlten Materials [%] bei der eingestrahlten
Wellenlänge bei Normalbedingungen;
oder,
wenn mit einem Teilchenstrahl abgetastet wird, eine ε
2-Wert von etwa 0,5 ≤ ε
2 ≤ etwa 1550,
wobei

worin in Gleichung 3:
v: Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche [mm/s];
d: Durchmesser der energetischen Strahlung an der Materialoberfläche [µm]; mit der
Maßgabe, dass d/v < etwa 7000 ns;
α: Absorption der energetischen Strahlung des bestrahlten Materials [%] bei Normalbedingungen;
und in Gleichung 1, Gleichung 2 und Gleichung 3:
Pm: Mittlere Leistung der austretenden Strahlung [W];
Tv: Verdampfungs- bzw. Zersetzungstemperatur des Materials [K] bei Normaldruck
cp: Spezifische Wärmekapazität [J/kgK] bei Normalbedingungen
κ: Spezifische Wärmeleitfähigkeit [W/mK] bei Normalbedingungen und gemittelt über
die verschiedenen Raumrichtungen,
wobei die Atmosphäre, in der das Verfahren stattfindet,
Vakuum oder ein gegenüber der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen inertes Gas
oder Gasgemisch ist oder
ein gegenüber dem Metall und/oder der Metalllegierung und/oder der Oxidschicht auf
dem Metall oder/oder der Metalllegierung der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen
reaktives Gas oder Gasgemisch ist, durch welches das Metall und/oder die Metalllegierung
und/oder die Oxidschicht auf dem Metall oder/oder der Metalllegierung bei oder nach
dem Abtasten mit dem Laser- oder Teilchenstrahl gegenüber seiner bzw. ihrer Zusammensetzung
vor dem Abtasten mit dem Laser- oder Teilchenstrahl chemisch modifiziert wird;
und die Oberfläche anschließend durch Eintauchen in eine Elektrolytlösung, die sowohl
ein Oxidationsmittel als auch ein das Oxid wieder auflösendes Agens enthält, das gegebenenfalls
identisch mit den Oxidationsmittel sein kann, Verbinden mit einer Kathode und Anlegen
einer Spannung anodisiert wird.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0010]
Figur 1 zeigt die Oberfläche einer Ti-6AI-4V-Legierung nach einfacher Anodisation.
Figur 2 zeigt die Oberfläche einer Ti-6Al-4V-Legierung nach Nanostrukturierung mittels
Laserstrahls.
Figur 3 zeigt die Oberfläche einer Ti-6AI-4V-Legierung nach Nanostrukturierung mittels
Laserstrahls in Argonatmosphäre und anschließender Anodisation.
Figur 4 zeigt die Oberfläche einer Ti-6AI-4V-Legierung nach Nanostrukturierung mittels
Laserstrahls unter Sauerstoffatmosphäre.
Figur 5 zeigt die Oberfläche einer Ti-6AI-4V-Legierung nach Nanostrukturierung mittels
Laserstrahls unter Sauerstoffatmosphäre und anschließender Anodisation.
Detaillierte Beschreibung
[0011] Es wurde überraschend gefunden, dass eine aufeinanderfolgende Behandlung einer gegebenenfalls
einen Oxidüberzug aufweisende Metall- oder Metalllegierungsoberfläche eines Werkstoffs
durch Nanostrukturierung mittels Laser- oder Teilchenstrahlung in inerter oder reaktiver
Atmosphäre und anschließende Anodisation auf der gesamten Oberfläche Nanostrukturen
eines Oxids des Metalls oder der Metalllegierung geschaffen werden können, die im
Fall von Titan in Form von Nanoröhren vorliegen können. Nach dieser Behandlung bleiben
keine Bereiche der Oberfläche zurück, die keine Nanostrukturierung aufweisen. Ferner
wurde gefunden, dass die so erzeugten Nanostrukturen feiner und die Nanostruktur homogener
ausgeprägt sind als jene, die allein durch Anodisation des Werkstoffs entstehen.
[0012] Die Aufrauung bzw. Strukturierung im Nanometer-Bereich von Oberflächen ist insbesondere
für eine gute Haftung von Klebstoffen, Lacken, biologischem Gewebe und sonstigen Beschichtungen,
wie Wärmeschutzschichten und metallischen Haftvermittlerschichten, essentiell.
[0013] Eine einmalige oder mehrmalige Bestrahlung mit einem gepulsten Laserstrahl oder einem
kontinuierlichen Teilchenstrahl in inerter oder reaktiver Atmosphäre unter den im
vorstehend beschriebenen Verfahren genannten Bedingungen kann nanostrukturierte Oberflächen
erzeugen, die für eine gute Haftung z.B. von Klebstoffen, Lacken, Lot, Dichtmittel,
Knochenzement, Haftvermittler oder biologischem Gewebe sowie von anderen Beschichtungen
wie Beschichtungen zum Schutz vor chemischer oder Wärmeeinwirkung sorgen. Es können
gegebenenfalls sogar durch alleiniges Zusammenfügen unter Druck zwei Werkstoffe miteinander
haftfest verbunden werden, wenn auf mindestens einem Werkstoff solche Nanostrukturen
erzeugt worden sind.
[0014] Die durch Laser- oder Teilchenstrahlung erzeugten, mit Oberflächenstrukturen versehenen
Oberflächen, die beim Arbeiten in reaktiver Atmosphäre gegenüber der Ausgangsoberfläche
chemisch modifiziert sind, können je nach Ausführungsform im Allgemeinen offenporige,
zerklüftete und/oder fraktalartige Nanostrukturen, wie offenporige Berg- und Tal-Strukturen,
offenporige hinterschnittene Strukturen und blumenkohl- oder knollenartige Strukturen,
aufweisen. Diese Strukturen bedecken in der Regel die gesamte mit der Strahlung behandelte
Metall- oder Metalllegierungsoberfläche.
[0015] Das Abtasten der Ausgangoberfläche mit dem Laser- oder Teilchenstrahl kann einmal
oder mehrmals hintereinander mit denselben Prozessparametern und demselben Laser-
oder Teilchenstrahl oder mit unterschiedlichen Prozessparametern mit demselben Laser-
oder Teilchenstrahl oder mit unterschiedlichen Laser- und/oder Teilchenstrahlen mit
denselben Prozessparametern oder mit unterschiedlichen Prozessparametern durchgeführt
werden. Durch mehrmaliges Abtasten kann unter Umständen eine noch feinere Struktur
erzeugt werden.
[0016] Es muss erwähnt werden, dass naturgemäß nur solche Oberflächenbereiche behandelt
werden können, die von einem Laser- oder Teilchenstrahl erreicht werden können. Bereiche,
die vollständig "im Schatten" (z.B. bei hinterschnittenen Geometrien) liegen, können
auf die hierin beschriebene Weise nicht strukturiert werden.
[0017] Häufig wird die Ausgangsoberfläche, die das Metall oder die Metalllegierung und/der
gegebenenfalls eine Oxidschicht auf denselben umfasst, vor dem Abtasten mit dem Laser-
oder Teilchenstrahl nicht vorbehandelt oder gereinigt, sie kann aber auch z.B. mit
einem Lösungsmittel gereinigt oder gebeizt werden.
[0018] Eine Strukturierung mit einem Laser- oder Teilchenstrahl allein sorgt, wie oben angeführt,
insbesondere für eine gute Anhaftung viele Materialien. Es gibt jedoch auch viele
Fälle, in denen zusammen mit einer Nanostrukturierung eine gleichzeitige Oxidation
der Oberfläche erwünscht oder erforderlich ist, die gleichmäßiger ist und/oder eine
größere Schichtdicke aufweist und insbesondere noch poröser ist als eine gegebenenfalls
nach der Behandlung mit dem Laser-oder Teilchenstrahl verbleibende Oxidschicht (falls
von einer mit Oxid überzogenen Oberfläche ausgegangen worden ist).
[0019] Das bzw. die von der Oberfläche umfasste Metall und/oder Metalllegierung, die gegebenenfalls
zumindest teilweise mit einer Oxidschicht überzogen sein können, sind aus anodisierbaren
Metallen und/oder Metalllegierungen ausgewählt. Dazu zählen insbesondere Aluminium,
Titan, Magnesium, Eisen, Cobalt, Zink, Niob, Zirconium, Hafnium, Tantal, Vanadium
und/oder deren Legierungen sowie Stahl. Neben Rein-Titan sind insbesondere Cobalt-Chrom-Legierungen,
Cobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen und die Legierungen Ti-6Al-4V, Mg-4Al1-Zn, Ta-10W,
Al 2024 (Al-4.4Cu-1.5Mg-0.6Mn) und V2A-Stahl (X5CrNi18-10) zu nennen.
[0020] Das Metall und/oder die Metalllegierung, die gegebenenfalls zumindest teilweise mit
einer Oxidschicht überzogen sein können, können auch in einem MetallKeramik-Verbundwerkstoff
oder einem Verbundwerkstoff aus einem Metall und/oder einer Metalllegierung, das bzw.
die wärmeleitende kohlenstoffhaltige und/oder Bornitrid-haltige Teilchen und/oder
Fasern enthält, vorliegen.
[0021] Der beim erfindungsgemäßen Verfahren vorliegende Druck liegt im Allgemeinen im Bereich
von etwa 10
-17 bar bis etwa 10
-4 bar, wenn im Vakuum gearbeitet wird, und im Bereich von etwa 10
-6 bar bis etwa Atmosphärendruck bei Teilchenstrahlen und bis etwa 15 bar bei Laserstrahlen,
wenn in einer Atmosphäre aus einem absichtlich zugesetzten inerten oder reaktiven
Gas oder Gasgemisch gearbeitet wird. Die Temperatur außerhalb des Laser- oder Teilchenstrahls
liegt im Allgemeinen im Bereich von etwa -50°C - etwa 350°C (im Strahl können natürlich
wesentlich höhere Temperaturen vorliegen).
[0022] Der Verdampfungs- bzw. Zersetzungspunkt bei Normaldruck, die spezifische Wärmekapazität
c
p bei Normalbedingungen, die über die verschiedenen Raumrichtungen gemittelte spezifische
Wärmeleitfähigkeit κ bei Normalbedingungen und die bei Laserstrahlung von der Wellenlänge
der Laserstrahlung abhängige Absorption der energetischen Strahlung des bestrahlten
Material α bei Normalbedingungen, die in den oben erwähnten Ausdruck für ε oder ε
1 oder ε
2 einzusetzen sind, sind Materialeigenschaften des behandelten Metalls oder der behandelten
Metalllegierung. Bei mit einer Oxidschicht bedeckten Metallen oder Metalllegierungen
werden für den Verdampfungs- bzw. Zersetzungspunkt bei Normaldruck, die spezifische
Wärmekapazität c
p bei Normalbedingungen und die spezifische Wärmeleitfähigkeit κ bei Normalbedingungen
die Daten des bzw. der zugrunde liegenden Metalls oder Metalllegierung verwendet.
Gleichung 1
[0023] Werte von ε, die sich aus den Parametern der oben angegebenen Gleichung 1 ergeben
müssen, damit die erfindungsgemäß angestrebte Oberflächenstrukturierung erzeugt wird,
liegen bevorzugt bei etwa 0,07 ≤ ε ≤ etwa 2000, mehr bevorzugt bei etwa 0,07 ≤ ε ≤
etwa 1500.
[0024] Im Folgenden werden bevorzugte Parameter des Verfahrens der Erfindung für die Gleichung
1 angegeben. Es muss betont werden, dass alle Parameter unabhängig voneinander variiert
werden können.
[0025] Die Laserwellenlänge λ kann etwa 100 nm bis etwa 11000 nm betragen.
[0026] Die Impulslänge der Laserimpulse t beträgt vorzugsweise etwa 0,1 ns bis etwa 300
ns, mehr bevorzugt etwa 5 ns bis etwa 200 ns.
[0027] Die Impulsspitzenleistung der austretenden Laserstrahlung Pp beträgt vorzugsweise
etwa 1 kW bis etwa 1800 kW, mehr bevorzugt etwa 3 kW bis etwa 650 kW.
[0028] Die mittlere Leistung der austretenden Laserstrahlung P
m beträgt vorzugsweise etwa 5 W bis etwa 28.000 W, mehr bevorzugt etwa 20 W bis etwa
9500 W.
[0029] Die Repetitionsrate der Laserimpulse f beträgt vorzugsweise etwa 10 kHz bis etwa
3000 kHz, mehr bevorzugt etwa 10 kHz bis etwa 950 kHz.
[0030] Die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche v beträgt vorzugsweise etwa
30 mm/s bis etwa 19000 mm/s, mehr bevorzugt etwa 200 mm/s bis etwa 9000 mm/s.
[0031] Der Durchmesser des Laserstrahls am Werkstück d beträgt vorzugsweise etwa 20 µm bis
etwa 4500 µm, mehr bevorzugt etwa 50 µm bis etwa 3500 µm.
Gleichung 2
[0032] Der Werte von ε
1, die sich aus den Parametern der oben angegebenen Gleichung 2 ergeben müssen, damit
die erfindungsgemäß angestrebte Oberflächenstrukturierung erzeugt wir, liegen bevorzugt
bei etwa 0,07 ≤ ε
1 ≤ etwa 1500 , mehr bevorzugt bei etwa 0,9 ≤ ε
1 ≤ etwa 1200.
[0033] Die Laserwellenlänge λ beträgt etwa 100 nm bis etwa 11000 nm.
[0034] Im Folgenden werden bevorzugte Parameter des Verfahrens der Erfindung für die Gleichung
2 angegeben. Es muss betont werden, dass alle Parameter unabhängig voneinander variiert
werden können.
[0035] Die Impulslänge der Strahlung t beträgt vorzugsweise etwa 0,005 ns bis etwa 0,01
ns, mehr bevorzugt etwa 0,008 ns bis etwa 0,01 ns.
[0036] Die Impulsspitzenleistung der austretenden Strahlung Pp beträgt vorzugsweise etwa
100 kW bis etwa 30.000 kW, mehr bevorzugt etwa 150 kW bis etwa 25.000 kW.
[0037] Die mittlere Leistung der austretenden Strahlung P
m beträgt vorzugsweise etwa 5 W bis etwa 25.000 W, mehr bevorzugt etwa 20 W bis etwa
9500 W.
[0038] Die Repetitionsrate der Strahlung f beträgt vorzugsweise etwa 100 kHz bis etwa 80.000
kHz, mehr bevorzugt etwa 120 kHz bis etwa 20.000 kHz.
[0039] Die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche v beträgt vorzugsweise etwa
30 mm/s bis etwa 60.000 mm/s, mehr bevorzugt etwa 200 mm/s bis etwa 50.000 mm/s.
[0040] Der Durchmesser des Laserstrahls am Werkstück d beträgt vorzugsweise etwa 20 µm bis
etwa 4500 µm, mehr bevorzugt etwa 50 µm bis etwa 3500 µm.
[0041] Als Laser können gepulste Festkörperlaser wie z.B. Nd:YAG (λ = 1064 nm oder 533 nm
oder 266 nm), Nd:YVO
4 (λ = 1064 nm), Diodenlaser mit z.B. λ = 808 nm, Gaslaser, wie z.B. Excimer-Laser,
mit z.B. KrF (λ = 248 nm) oder H
2 (λ = 123 nm bzw. 116 nm) oder ein CO
2-Laser (10600 nm) benutzt werden.
Gleichung 3
[0042] Der Werte von ε
2, die sich aus den Parametern der oben angegebenen Gleichung 3 ergeben müssen, damit
die erfindungsgemäß angestrebte Oberflächenstrukturierung erzeugt wir, liegen bevorzugt
bei etwa 0,07 ≤ ε
2 ≤ etwa 1400, mehr bevorzugt bei etwa 0,9 ≤ ε
2 ≤ etwa 1100.
[0043] Im Folgenden werden bevorzugte Parameter des Verfahrens der Erfindung für die Gleichung
2 angegeben. Es muss betont werden, dass alle Parameter unabhängig voneinander variiert
werden können.
[0044] Die mittlere Leistung der austretenden Strahlung P
m beträgt vorzugsweise etwa 1 W bis etwa 25.000 W, mehr bevorzugt etwa 20 W bis etwa
9500 W.
[0045] Die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche v beträgt vorzugsweise etwa
100 mm/s bis etwa 8.000.000 mm/s, mehr bevorzugt etwa 200 mm/s bis etwa 7.000.000
mm/s.
[0046] Der Durchmesser des Teilchenstrahls am Werkstück d beträgt vorzugsweise etwa 20 µm
bis etwa 4500 µm, mehr bevorzugt etwa 50 µm bis etwa 3500 µm.
[0047] Das Verhältnis von Strahldurchmesser zu Abtastgeschwindigkeit unterliegt einer Beschränkung,
es muss nämlich d/v < etwa 7000 ns sein.
[0048] Geeignete Strahlenquellen für Elektronen- und Ionenstrahlen und Strahlen aus ungeladenen
Teilchen sind dem Fachmann bekannt.
[0049] Die Atmosphäre, in der beim erfindungsgemäßen Verfahren gearbeitet wird, kann Vakuum
oder ein gegenüber der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen inertes Gas oder
Gasgemisch sein, wobei es sich bei den inerten Gasen je nach Oberfläche und Verfahrensbedingungen
um ein Edelgas, z.B. Argon, Helium oder Neon, oder in vielen Fällen auch um Stickstoff
oder CO
2, oder ein Gemisch dieser Gase handeln kann. Das inerte Gas oder Gasgemisch wird so
ausgewählt, dass es bei einem bzw. einer gegebenen Metall, Metalllegierung oder Oxidschicht
auf denselben unter den Arbeitsbedingungen von Druck und Temperatur keine Reaktion
mit dem Metall, der Metalllegierung oder einer Oxidschicht darauf eingeht.
[0050] Der Druck liegt, wenn im Vakuum ohne Gaszusatz gearbeitet wird, bevorzugt bei 10
-17 bis 10
-4 bar. Wenn mit inertem Gaszusatz gearbeitet wird, liegt der Druck im Allgemeinen bei
10
-6 bis 1 bar, wenn Teilchenstrahlen verwendet werden, und bis 15 bar, wenn Laserstrahlen
verwendet werden. Umgebungsdruck und -temperatur sind bevorzugt, wenn es die gegebene
Oberfläche zulässt.
[0051] Andererseits kann die Atmosphäre, in der beim erfindungsgemäßen Verfahren gearbeitet
wird, ein reaktives Gas umfassen, durch das das erfindungsgemäße Oberflächenmaterial
chemisch modifiziert wird. Zu den reaktiven Gasen, in denen das Verfahren durchgeführt
werden kann, gehören beispielsweise anorganische Gase oder Gasgemische, wie z.B. Wasserstoff,
Luft, Sauerstoff, Stickstoff, Halogene, Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Ammoniak,
Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Distickstoffmonoxid, Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff,
Borane und/oder Silane (z.B. Monosilan und/oder Disilan).
[0052] Organische Gase oder Gase mit organischen Gruppen können ebenfalls eingesetzt werden.
Dazu gehören z.B. niedere, gegebenenfalls halogenierte Alkane, Alkene und Alkine,
wie Methan, Ethan, Ethen (Ethylen), Propen (Propylen), Ethin (Acetylen), Methylfluorid,
Methylchlorid und Methylbromid, sowie Methylamin und Methylsilan. Auch eine Mischung
eines anorganischen und organischen oder organische Gruppen enthaltenden Gases kann
verwendet werden.
[0053] Wenn ein Gasgemisch vorliegt, genügt es, dass ein Gasbestandteil desselben oder eine
Mischung von mehreren Gasbestandteilen ein reaktives Gas ist; bei dem Rest kann es
sich um ein inertes Gas, in der Regel ein Edelgas, handeln. Die Konzentration des
reagierenden Gases oder Gasgemisches kann von wenigen ppb, z.B. 5 ppb, bis zu mehr
als 99 Vol.-% variieren.
[0054] Die Auswahl des reaktiven Gases oder Gasgemisches hängt natürlich von der beabsichtigten
Modifikation des erfindungsgemäßen Oberflächenmaterials ab. Wenn eine oxidhaltige
Oberfläche reduziert werden soll, um z.B. Hydroxidgruppen einzuführen, wird man natürlich
ein reduzierendes Gas wie Wasserstoff als reaktives Gas (gegebenenfalls in Mischung
mit einem inerten Gas) verwenden. Für eine Oxidation der Oberfläche wird man hingegen
z.B. ein sauerstoffhaltiges Gas in Betracht ziehen. Dem Fachmann ist bekannt, welches
reaktive Gas er wählen muss, um damit bei einem gegebenen erfindungsgemäßen Oberflächenmaterial
einen gewünschten Effekt zu erzielen.
[0055] Der Druck des reaktiven Gases oder Gasgemisches, das gegebenenfalls nur einen reaktiven
Gasanteil umfasst, liegt im Allgemeinen im Bereich von etwa 10
-6 bar bis etwa 1 bar, wenn ein Teilchenstrahl verwendet wird, und bis etwa 15 bar,
wenn ein Laserstrahl verwendet wird. Atmosphärendruck ist bevorzugt. Es kann bei Gastemperaturen
gearbeitet werden, die außerhalb des Laserstrahls im Allgemeinen im Bereich von etwa
-50°C bis etwa 350°C liegen. Im Laserstrahl können natürlich wesentlich höhere Temperaturen
entstehen.
[0056] Ob eine chemische Modifikation eines gegebenen Oberflächenmaterials erfolgt ist,
kann der Fachmann durch geeignete Analyseverfahren, wie X-Ray Photoelectron Spectroscopy
(XPS), EDX (energy dispersive X-ray analysis), FTIR-Spektroskopie, Time of Flight
Secondary Ion Mass Spectrometry (TOF-SIMS), EELS (electron energy loss spectroscopy),
HAADF (high angle annular dark field) oder NIR (near infrared spectroscopy) in Erfahrung
bringen.
[0057] Wenn das Metall und/oder die Metalllegierung auf der Werkstoffoberfläche wie vorstehend
beschrieben nanostrukturiert worden ist, wir diese einer Anodisation unterzogen, bei
der das Werkstück, das die Anode bildet, in eine Elektrolytlösung eingetaucht, mit
einer gewöhnlich Edelmetall umfassenden Kathode verbunden und unter Anlegen einer
Spannung anodisiert.
[0058] Allgemein gilt für die Erzeugung von hoch porösen und/oder in Form von Nanoröhren
vorliegenden Oxidschichten mittels Anodisation, dass der Elektrolyt eine Doppelfunktion
aufweisen muss: er muss einerseits fortlaufend das Metall oder die Metalllegierung
oxidieren und andererseits das gebildete Oxid teilweise wieder lösen. Auf diese Weise
entstehen hoch poröse oder Nanoröhren-Strukturen. Demgemäß muss der Elektrolyt ein
wirksames Oxidationsmittel und gleichzeitig ein Agens enthalten, das für die Wiederauflösung
des Oxids sorgt.
[0059] Der Fachmann kennt zahlreiche Elektrolyte und Verfahrensbedingungen für die Anodisation.
[0060] Bei der Anodisation wird eine Elektrolytlösung eingesetzt, die als Oxidationsmittel
gewöhnlich entweder eine oxidierende anorganische oder organische Säure oder ein oxidierendes
saures Salz oder ein alkalisches Oxidationsmittel auf Hydroxid-Basis enthält. Zu den
einsetzbaren anorganischen Säuren und sauren Salzen zählen z.B. Schwefelsäure, Chromsäure,
Phosphorsäure, Salpetersäure und Ammoniumsulfat, zu den einsetzbaren organischen Säuren
z.B. Toluolsulfonsäure, Benzolsulfonsäure und Weinsäure. Salzsäure kann zur Einstellung
eines geeigneten pH verwendet werden. Hydroxidhaltige alkalische Oxidationsmittel
basieren häufig auf Natronlauge.
[0061] Zur Erzielung einer Mikro- oder Nanostruktur wird ein Teil des gebildeten Oxids wieder
in Lösung gebracht. Dies kann mit einer Säure, bei der es sich um eine andere Säure
oder in manchen Fällen auch um die gleiche Säure wie die zur Oxidation eingesetzte
handeln kann, oder mit einem saures Salz geschehen. Häufig ist das Gegenion der Säure
oder das Anion des Salzes ein Komplexbildner für das anodisierte Metall oder die anodisierte
Metalllegierung.
[0062] So kann Weinsäure, deren Anion ein Komplexbildner ist, als das oxidlösende Agens
verwendet werden, beispielweise in Verbindung mit Phosphorsäure als dem (weiteren)
Oxidationsmittel. Häufig wird auch Flusssäure oder gegebenenfalls Ammoniumfluorid
zur Wiederauflösung des Oxids eingesetzt.
[0063] Ein Beispiel, bei dem die oxidierende Säure identisch ist mit dem das Oxid wieder
lösenden Agens, ist Phosphorsäure im Fall der Anodisation von Aluminium, deren alleiniger
Einsatz zur Bildung einer Mikro- oder Nanostruktur führt.
[0064] Die Konzentrationen des Oxidationsmittels und des oxidlösenden Agens, das häufig
in geringerer molarer Konzentration im Vergleich zum Oxidationsmittel eingesetzt wird,
und der pH der Elektrolytlösung variieren je nach Metall oder Metalllegierung und
der gewünschten Schichtdicke und Porosität. Dies gilt auch für die im jeweiligen Verfahren
verwendete Spannung und Temperatur.
[0065] Bei einigen Metallen, insbesondere Titan und Titanlegierungen, kann vorteilhaft Ammoniumsulfat
als Oxidationsmittel zusammen mit Ammoniumfluorid als oxidlösendem Agens verwendet
werden, was die Handhabung der äußerst toxischen Flusssäure vermeidet und im erfindungsgemäßen
Verfahren besonders bevorzugt ist.
[0066] Zum Beispiel umfasst der wässrige Elektrolyt in dieser bevorzugen Verfahrensvariante
im Allgemeinen 10 bis 1000 g/l, z.B. 100 bis 500 oder 160 g/l, bevorzugt 120 bis 140
g/l und insbesondere 130g/l Ammoniumsulfat sowie im Allgemeinen 0,1 bis 10 g/l, bevorzugt
2 bis 6 g/l und insbesondere Ammoniumfluorid, wobei die Temperaturen im Allgemeinen
bei 20 bis 50°C, bevorzugt bei 22 bis 28°C und insbesondere bei 25°C liegen und eine
Spannung von 1 bis 60 V, bevorzugt 10 bis 20 V über eine Zeitspanne von 4 min bis
24 h, vorzugsweise 27 bis 33 Minuten und insbesondere 30 Minuten angelegt wird, wenn
eine Oxidschicht mit einer Schichtdicke im Bereich von 100 bis 1000 nm, beispielsweise
von 200 bis 450 nm oder 300 bis 400 nm und für manche Zwecke bevorzugt von 340 bis
360 nm erzeugt werden soll, deren gesamte Oberfläche von Nanoröhren mit einem Durchmesser
im Bereich von 10 bis 300 nm, beispielsweise von 20 bis 220 nm oder auch 180 nm, besonders
bevorzugt von 30 bis 100 oder 40 bis 80 nm bedeckt ist.
[0067] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können auf eventuell mit dünnen Oxidschichten
überzogenen Metallen und/oder Metalllegierungen Oxidschichten erzeugt werden, die
an der Oberfläche vollständig in nanostrukturierter Form, insbesondere in Form von
Nanoröhren vorliegen und die Metalle oder Metalllegierungen vollständig bedecken.
[0068] Die erfindungsgemäß erzeugten Oxidschichten auf Metallen oder Metalllegierungen,
die die oben beschriebenen Nanostrukturen, insbesondere Nanoröhren aufweisen, sorgen
für eine ausgezeichnete Haftung von beispielweise Klebstoffen, Lacken, Lot, Dichtmittel,
Knochenzement, Haftvermittler oder biologischem Gewebe sowie von anderen Beschichtungen
wie Beschichtungen zum Schutz vor chemischer oder Wärmeeinwirkung. Ferner können,
wenn mindestens ein Werkstück eine gemäß der Erfindung hergestellte Oberfläche aufweist,
zwei derartige Werkstücke oder ein derartiges Werkstück mit einem mit einem Werkstück
mit einer Oberfläche aus einem anderen Werkstoff durch bloßes Fügen unter erhöhtem
Druck bei Raumtemperatur oder bei erhöhten Temperaturen mit zufriedenstellender Haftung
miteinander verbunden werden.
[0069] Die erfindungsgemäß erzeugten Oberflächen können aber auch für andere Zwecke als
die Verbesserung der Haftung dienen. Die Oxidation und Nanostrukturierung bewirkt
Änderungen der physikalischen und/oder chemischen Wechselwirkung der Oberfläche mit
Licht oder Materie. Insbesondere ist die elektrische Leitfähigkeit verringert und
die Korrosionsbeständigkeit erhöht. Farbe oder Emissivität der Oberfläche sind ebenfalls
verändert.
[0070] Die starke Vergrößerung der Oberfläche durch die Bildung von Nanostrukturen, insbesondere
von Nanoröhren, kann ferner eine starke Erhöhung von katalytischen Wirkungen der Oberfläche
selbst oder einer dünnen und/oder nanoskaligen Beschichtung auf derselben z.B. mit
Farbstoffen oder Metallkatalysatoren zur Folge haben, da heterogene Katalyse bekanntlich
ein Oberflächenphänomen ist. Auch rein physikalische Phänomene, wie die Erhöhung der
Zahl der Punkte, an denen sich Kristallkeime oder Blasenkeime bilden können, können
genutzt werden.
[0071] Ein Bespiel für besonders bevorzugte Werkstücke mit erfindungsgemäß hergestellter
Oberfläche sind Metallprothesen und -implantate, die z.B. Titan oder eine Titanlegierung
umfassen. Die porösen Oberflächen sorgen dafür, dass die biologischen Materialien
im Körper, mit denen sie verwachsen sollen, hervorragend an ihnen haften.
[0072] Das folgende Beispiel erläuterte die Erfindung näher.
Beispiele
Vergleichsbeispiel 1- Anodisation einer Ti-6Al-4V-Oberfläche
[0073] Eine gebeizte Ti-6Al-4V-Oberfläche wurde wie folgt anodisiert:
Ein Werkstück aus Ti-6Al-4V mit gebeizter Oberfläche wurde in eine wässrige Elektrolyt-Lösung
bei 25°C getaucht, die 130 g/l Ammoniumsulfat und 0,5 g/l Ammoniumfluorid enthielt.
[0074] Zwischen dem Ti-6Al-4V-Werkstück, das als Anode verwendet wurde, und einer Edelmetallkathode
wurde über 30 min eine Spannung von 10 bis 25 V angelegt. Die erhaltene Oberfläche,
die neben Bereichen mit Nanoröhren große Bereiche ohne Strukturierung (α-Phase des
Ti-6Al-4V-Gefüges) auf der Oberfläche aufweist, ist in Fig. 1 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 2 - Nanostrukturierung einer Ti-6Al-4V-Oberfläche mittels gepulster
Laserstrahlung in inerter Atmosphäre
[0075] Ein Ti-6Al-4V-Werkstück mit gebeizter Oberfläche wurde einmal mit einem diodengepumpten
Nd:YVO
4 (Neodym-gepumptem Yttrium-Orthovanadat)-Laser (Wellenlänge λ: 1064 nm) unter Argonatmosphäre
bei Umgebungsdruck und Umgebungstemperatur abgetastet.
[0076] Die übrigen Verfahrensparameter waren:
Pp (Impulsspitzenleistung der austretenden Laserstrahlung): 38 kW
Pm (mittlere Leistung der austretenden Laserstrahlung): 6 W
t (Impulslänge der Laserimpulse): 17 ns
f (Repetitionsrate der Laserimpulse) 10 kHz
v (Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche): 800 mm/s
d (Durchmesser des Laserstrahls am Werkstück): 80 µm
α (Absorption der Laserstrahlung des bestrahlten Material): 15 %
Tv (Siedepunkt des Materials bei Normaldruck): 3560 K
cp (Spezifische Wärmekapazität): 580 J/kgK
κ (Spezifische Wärmeleitfähigkeit) 22 W/mK
[0077] Daraus ergibt sich ε =
1,2, d.h. ε liegt im Bereich, der durch vorstehende Gleichung 1 gefordert wird.
[0078] Die erhaltene Oberfläche ist in Fig. 2 gezeigt. Man kann erkennen, dass die Oberfläche
durchgehend eine knöllchenartige Nanostruktur, aber keine Nanoröhren aufweist.
Beispiel 1. Nanostrukturierung einer Ti-6Al-4V-Oberfläche mittels gepulster Laserstrahlung
in inerter Atmosphäre und anschließender Anodisation
[0079] Ein Ti-6Al-4V-Werkstück mit gebeizter Oberfläche wurde einmal mit einem diodengepumpten
Nd:YVO
4 (Neodym-gepumptem Yttrium-Orthovanadat)-Laser (Wellenlänge λ: 1064 nm) unter Argonatmosphäre
bei Umgebungsdruck und Umgebungstemperatur abgetastet.
[0080] Die übrigen Verfahrensparameter waren ebenfalls wie im vorstehenden Vergleichsbeispiel
2 beschrieben.
[0081] Anschließend wurde das Werkstück, das eine wie vorstehend beschriebene nanostrukturierte
Oberfläche aufwies, einer wie im vorstehenden Vergleichsbeispiel 1 beschriebenen Anodisation
unterzogen.
[0082] Die erhaltene Oberfläche ist in Fig. 3 gezeigt. Es ist zu erkennen, dass die gesamte
Oberfläche von feinen Nanoröhren bedeckt ist und dass keinerlei unstrukturierte Bereiche
vorhanden sind.
Vergleichsbeispiel 3 - Nanostrukturierung einer Ti-6Al-4V-Oberfläche mittels gepulster
Laserstrahlung in reaktiver Atmosphäre
[0083] Ein Ti-6Al-4V-Werkstück mit gebeizter Oberfläche wurde einmal mit einem diodengepumpten
Nd:YVO
4 (Neodym-gepumptem Yttrium-Orthovanadat)-Laser (Wellenlänge λ: 1064 nm) unter Sauerstoffatmosphäre
(Druck ca. 1,5 bar) bei Umgebungstemperatur abgetastet.
[0084] Die übrigen Verfahrensparameter waren:
Pp (Impulsspitzenleistung der austretenden Laserstrahlung): 38 kW
Pm (mittlere Leistung der austretenden Laserstrahlung): 6 W
t (Impulslänge der Laserimpulse): 17 ns
f (Repetitionsrate der Laserimpulse) 10 kHz
v (Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche): 800 mm/s
d (Durchmesser des Laserstrahls am Werkstück): 80 µm
α (Absorption der Laserstrahlung des bestrahlten Material): 15 %
Tv (Siedepunkt des Materials bei Normaldruck): 3560 K
cp (Spezifische Wärmekapazität): 580 J/kgK
κ (Spezifische Wärmeleitfähigkeit) 22 W/mK
[0085] Daraus ergibt sich ε =
1,2, d.h. ε liegt im erfindungsgemäßen Bereich, der durch vorstehende Gleichung 1 gefordert
wird.
[0086] Die erhaltene Oberfläche ist in Fig. 4 gezeigt. Man kann erkennen, dass die Oberfläche
trotz teilweiser Oxidation durch die Sauerstoffatmosphäre, die mittels Photoelektronenspektroskopie
(XPS-Analyse) nachgewiesen wurde, zwar durchgehend eine knöllchenartige Nanostruktur,
aber keine Nanoröhren aufweist.
Beispiel 2 - Nanostrukturierung einer Ti-6Al-4V-Oberfläche mittels gepulster Laserstrahlung
in reaktiver Atmosphäre und anschließender Anodisation
[0087] Ein Ti-6Al-4V-Werkstück mit gebeizter Oberfläche wurde einmal mit einem diodengepumpten
Nd:YVO
4 (Neodym-gepumptem Yttrium-Orthovanadat)-Laser (Wellenlänge λ: 1064 nm) unter Sauerstoffatmosphäre
(Druck ca. 1,5 bar) bei Umgebungstemperatur abgetastet.
[0088] Die übrigen Verfahrensparameter waren ebenfalls wie im vorstehenden Vergleichsbeispiel
3 beschrieben.
[0089] Anschließend wurde das Werkstück, das eine wie vorstehend beschriebene nanostrukturierte
Oberfläche aufwies, einer wie im vorstehenden Vergleichsbeispiel 1 beschriebenen Anodisation
unterzogen.
[0090] Die erhaltene Oberfläche ist in Fig. 5 gezeigt. Es ist zu erkennen, dass die gesamte
Oberfläche von feinen Nanoröhren bedeckt ist und dass keinerlei unstrukturierte Bereiche
vorhanden sind.
1. Verfahren zur Nanostrukturierung und Oxidation einer Oberfläche eines Werkstoffs,
die ein anodisierbares Metall und/oder eine anodisierbare Metalllegierung, die beide
zumindest teilweise mit einer Oxidschicht überzogen sein können, umfasst,
bei dem die Oberfläche des Metalls und/oder der Metalllegierung und/oder der Oxidschicht
auf dem Metall oder/oder der Metalllegierung, die für eine Laserbestrahlung oder für
eine Bestrahlung mit einem Teilchenstrahl zugänglich ist und auf der die Strukturen
zu erzeugen sind, zunächst nanostrukturiert wird, wobei die Oberfläche zum Erzeugen
von Nanostrukturen in Form von offenporigen, zerklüfteten und/oder fraktalartigen
Nanostrukturen, in Form von offenporigen Berg- und Tal-Strukturen, offenporigen hinterschnittenen
Strukturen oder blumenkohl- oder knollenartige Strukturen mit einem gepulsten Laserstrahl
oder einem kontinuierlichen Teilchenstrahl, der aus einem Elektronen- oder Ionenstrahl
oder einem Strahl von ungeladenen Partikeln oder einer Kombination derselben ausgewählt
ist, vollständig ein- oder mehrmals auf solche Weise abgetastet wird, dass benachbarte
Lichtflecke des Laserstrahls oder Abtastflecke des Teilchenstrahls lückenlos aneinander
stoßen oder sich überlappen, wobei die folgenden Bedingungen eingehalten werden:
wenn mit einem Laserstrahl abgetastet wird und die Impulslänge der Laserimpulse t
0,1 ns bis 2000 ns ist,

wobei

oder,
wenn mit einem Laserstrahl bei einer Wellenlänge des Lasers λ von 100 ≤ λ ≤ 11000
nm abgetastet wird und die Impulslänge der Laserimpulse t < 0,1 ns,

wobei

worin in Gleichung 1 und Gleichung 2:
Pp: Impulsspitzenleistung der austretenden Strahlung [kW];
t: Impulslänge der Impulse [ns];
f: Repetitionsrate der Strahlungsimpulse [kHz];
v: Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche [mm/s];
d: Durchmesser der energetischen Strahlung an der Materialoberfläche [µm];
α: Absorption der energetischen Strahlung des bestrahlten Materials [%] bei der eingestrahlten
Wellenlänge bei Normalbedingungen;
oder,
wenn mit einem Teilchenstrahl abgetastet wird,

wobei

worin in Gleichung 3:
v: Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche [mm/s];
d: Durchmesser der energetischen Strahlung an der Materialoberfläche [µm]; mit der
Maßgabe, dass d/v < 7000 ns;
α: Absorption der energetischen Strahlung des bestrahlten Materials [%] bei Normalbedingungen;
und worin in Gleichung 1, Gleichung 2 und Gleichung 3:
Pm: Mittlere Leistung der austretenden Strahlung [W];
Tv: Verdampfungs- bzw. Zersetzungstemperatur des Materials [K] bei Normaldruck
cp: Spezifische Wärmekapazität [J/kgK] bei Normalbedingungen
κ: Spezifische Wärmeleitfähigkeit [W/mK] bei Normalbedingungen und gemittelt über
die verschiedenen Raumrichtungen,
wobei die Atmosphäre, in der das Verfahren stattfindet,
Vakuum oder ein gegenüber der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen inertes Gas
oder Gasgemisch ist oder
ein gegenüber dem Metall und/oder der Metalllegierung und/oder der Oxidschicht auf
dem Metall oder/oder der Metalllegierung der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen
reaktives Gas oder Gasgemisch ist, durch welches das Metall und/oder die Metalllegierung
und/oder die Oxidschicht auf dem Metall oder/oder der Metalllegierung bei oder nach
dem Abtasten mit dem Laser- oder Teilchenstrahl gegenüber seiner bzw. ihrer Zusammensetzung
vor dem Abtasten mit dem Laser- oder Teilchenstrahl chemisch modifiziert wird;
und die die Nanostrukturen aufweisende Oberfläche anschließend durch Eintauchen in
eine Elektrolytlösung, die sowohl ein Oxidationsmittel als auch ein das Oxid wieder
auflösendes Agens enthält, das gegebenenfalls identisch mit den Oxidationsmittel sein
kann, Verbinden mit einer Kathode und Anlegen einer Spannung anodisiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Metall oder die Metalllegierung aus Aluminium,
Titan, Magnesium, Eisen, Cobalt, Zink, Niob, Zirconium, Hafnium, Tantal, Vanadium
und/oder deren Legierungen und Stahl ausgewählt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Druck, wenn die Atmosphäre Vakuum ist,
im Bereich von 10-17 bar bis etwa 10-4 bar liegt oder, wenn die Atmosphäre ein gegenüber der Oberfläche unter den Verfahrensbedingungen
inertes oder reaktives Gas oder Gasgemisch ist, im Bereich von etwa 10-6 bar bis etwa 1 bar bei der Verwendung von Teilchenstrahlung und bis 15 bar bei der
Verwendung von Laserstrahlung liegt und die Temperatur außerhalb des Laser- oder Teilchenstrahls
im Bereich von etwa - 50°C bis etwa 350°C liegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem etwa 0,07 ≤ ε ≤ etwa 2000, mehr
bevorzugt etwa 0,07 ≤ ε ≤ etwa 1500,
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem in Gleichung 1 die Impulslänge
der Laserimpulse t etwa 0,1 ns bis etwa 300 ns, mehr bevorzugt etwa 5 ns bis etwa
200 ns beträgt und/oder die Impulsspitzenleistung der austretenden Laserstrahlung
Pp etwa 1 kW bis etwa 1800 kW beträgt und/oder die mittlere Leistung der austretenden
Laserstrahlung Pm etwa 5 W bis etwa 28000 W beträgt und/oder die Repetitionsrate der Laserimpulse f
etwa 10 kHz bis etwa 3000 kHz beträgt und/oder die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche
v etwa 30 mm/s bis etwa 19000 mm/s beträgt und/oder der Durchmesser des Laserstrahls
am Werkstück d etwa 20 µm bis etwa 4500 µm beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem etwa 0,07 ≤ ε1 ≤ etwa 1500 , mehr bevorzugt bei etwa 0,9 ≤ ε1 ≤ etwa 1200.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 6, bei dem in Gleichung 2 die Impulslänge
der Strahlung t etwa 0,005 ns bis etwa 0,01 ns, vorzugsweise etwa 0,008 ns bis etwa
0,01 ns beträgt und/oder die Impulsspitzenleistung der austretenden Strahlung Pp etwa
100 kW bis etwa 30.000 kW, vorzugsweise etwa 150 kW bis etwa 25000 kW beträgt und/oder
die Repetitionsrate der Strahlung f vorzugsweise etwa 100 kHz bis etwa 80.000 kHz,
mehr bevorzugt etwa 120 kHz bis etwa 20.000 kHz beträgt und/oder die mittlere Leistung
der austretenden Teilchenstrahlung Pm etwa 1 W bis etwa 25000 W beträgt, bevorzugt etwa 20 W bis etwa 9500 W beträgt und/oder
die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche v etwa 30 mm/s bis etwa 60.000
mm/s, bevorzugt etwa 200 mm/s bis etwa 50.000 mm/s beträgt und/oder der Durchmesser
des Laserstrahls am Werkstück d etwa 20 µm bis etwa 4500 µm, bevorzugt etwa 50 µm
bis etwa 3500 µm beträgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem etwa 0,7 ≤ ε2 ≤ etwa 1400, mehr bevorzugt bei etwa 0,9 ≤ ε2 ≤ etwa 1100.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 8, bei dem in Gleichung 3 die mittlere
Leistung der austretenden Strahlung Pm etwa 1 W bis etwa 25.000 W, bevorzugt etwa 20 W bis etwa 9500 W beträgt und/oder
die Abtastgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche v etwa 100 mm/s bis etwa 8.000.000
mm/s, bevorzugt etwa 200 mm/s bis etwa 7.000.000 mm/s beträgt und/oder der Durchmesser
des Teilchenstrahls am Werkstück d etwa 20 µm bis etwa 4500 µm, bevorzugt etwa 50
µm bis etwa 3500 µm beträgt, mit der Maßgabe, dass das Verhältnis von Durchmesser
des Teilchenstrahls am Werkstück zu Abtastgeschwindigkeit d/v < etwa 7000 ns.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem das Metall und/oder die Metalllegierung
Titan und/oder eine Titanlegierung ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem die Elektrolytlösung Fluoridionen
enthält.
12. Verfahren nach Anspruche 11, bei dem die Elektrolytlösung 10 bis 1000 g/l Ammoniumsulfat
und 0,1 bis 10 g/l Ammoniumfluorid enthält und frei von Flusssäure ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem die Spannung 10 bis 60 Volt beträgt und das Anodisieren
bei einer Temperatur von 20 bis 50°C über eine Zeitspanne von 4 Minuten bis 24 Stunden
durchgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem das Metall oder die Metalllegierung
vollständig von Metall- oder Metalllegierungsoxid bedeckt ist, das auf seiner gesamten
Oberfläche Oberflächenstrukturen im Nanometerbereich, im Fall von Titan oder einer
Titanlegierung insbesondere Nanoröhren bevorzugt mit einem Durchmesser von 10 bis
300 nm, aufweist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei dem die durch das Verfahren erhaltene
Oberfläche mit einem weiteren Werkstoff verbunden wird, der insbesondere aus anorganischen
Materialien, organischen Materialien, anorganisch-organischen Materialen, z.B. komplexen
Verbindungen, Verbundwerkstoffen aus anorganischen Materialien und organischen Materialien
und biologischen Materialien ausgewählt ist.
1. A method for nanostructuring and oxidizing a surface of a material that comprises
an anodizable metal and/or an anodizable metal alloy, which can both be at least partially
coated with an oxide layer,
wherein first the surface of the metal and/or of the metal alloy and/or of the oxide
layer on the metal and/or the metal alloy, which is accessible to laser irradiation
or to irradiation using a particle beam and on which the structures are to be generated,
is nanostructured, wherein for generating nanostructures in the form of open-pored,
rimose and/or fractal-like nanostructures, in the form of open-pored mountain and
valley structures, open-pored undercut structures or cauliflower- or nodule-like structures,
the surface is completely scanned once or multiple times using a pulsed laser beam,
or a continuous particle beam, which is selected from an electron beam or an ion beam
or an uncharged particle beam or a combination thereof, in such a way that neighboring
light spots of the laser beam or scanning spots of the particle beam abut each other
without gaps or overlap each other, wherein the following conditions are adhered to:
when scanning is carried out using a laser beam and the pulse duration of the laser
pulses t is 0.1 ns to 2000 ns,

wherein

or,
when scanning is carried out using a laser beam at a wavelength of the laser λ of
100 ≤ λ ≤ 11,000 nm, and the pulse duration of the laser pulses t < 0.1 ns,

wherein

wherein in Equation 1 and Equation 2:
Pp: pulse peak power of the exiting radiation [kW];
t: pulse duration of the pulses [ns];
f: repetition rate of the radiation pulses [kHz];
v: scanning speed on the workpiece surface [mm/s];
d: diameter of the energetic radiation on the material surface [µm];
α: absorption of the energetic radiation of the irradiated material [%] at the incident
wavelength under normal conditions;
or,
when scanning is carried out using a particle beam,

wherein

wherein in Equation 3:
v: scanning speed on the workpiece surface [mm/s];
d: diameter of the energetic radiation on the material surface [µm]; with the proviso
that d/v < 7000 ns;
α: absorption of the energetic radiation of the radiated material [%] under normal
conditions;
and wherein in Equation 1, Equation 2 and Equation 3:
Pm: average power of the exiting radiation [W];
Tv: evaporation or decomposition temperature of the material [K] at normal pressure;
cp: specific heat capacity [J/kgK] at normal conditions;
K: specific thermal conductivity [W/mK] at normal conditions and averaged across the
different spatial directions;
wherein the atmosphere in which the method is carried out is
a vacuum or a gas or gas mixture that is inert with respect to the surface under the
method conditions, or
a gas or gas mixture that is reactive with respect to the metal and/or the metal alloy
and/or the oxide layer on the metal and/or the metal alloy of the surface under the
method conditions, the gas or gas mixture chemically modifying the metal and/or the
metal alloy and/or the oxide layer on the metal and/or the metal alloy during or after
scanning using the laser beam or particle beam compared to the composition of the
same prior to scanning using the laser beam or particle beam;
and the surface having nanostructures is subsequently anodized by immersion in an
electrolyte solution, which contains both an oxidizing agent and an agent dissolving
the oxide again, which may optionally be identical to the oxidizing agent, by connecting
to a cathode, and by applying a voltage.
2. The method according to claim 1, wherein the metal or the metal alloy is selected
from aluminum, titanium, magnesium, iron, cobalt, zinc, niobium, zirconium, hafnium,
tantalum, vanadium and/or the alloys thereof, and steel.
3. The method according to claim 1 or 2, wherein, when the atmosphere is a vacuum, the
pressure is in the range of 10-17 bar to approximately 10-4 bar, when the atmosphere is a gas or a gas mixture that is inert or reactive with
respect to the surface under the conditions of the method the pressure is in the range
of approximately 10-6 bar to approximately 1 bar when using particle radiation, and up to 15 bar when using
laser radiation, and the temperature outside the laser beam or particle beam is in
the range of approximately -50°C to approximately 350°C.
4. A method according to any one of claims 1 to 3, wherein approximately 0,07 ≤ ε ≤ approximately
2000, more preferably approximately 0.07 ≤ ε ≤ approximately 1500.
5. A method according to any one of claims 1 to 4, wherein in Equation 1 the pulse duration
of the laser pulses t is approximately 0.1 ns to approximately 300 ns, more preferably
approximately 5 ns to approximately 200 ns and/or the pulse peak power of the exiting
laser radiation Pp is approximately 1 kW to approximately 1800 kW and/or the average power of the exiting
laser beam Pm is approximately 5 W to approximately 28,000 W and/or the repetition rate of the
laser pulses f is approximately 10 kHz to approximately 3000 kHz and/or the scanning
speed on the workpiece surface v is approximately 30 mm/s to approximately 19,000
mm/s and/or the diameter of the laser beam on the workpiece d is approximately 20
µm to approximately 4500 µm.
6. A method according to any one of claims 1 to 3, wherein approximately 0.7 ≤ ε1 ≤ approximately 1500, more preferably approximately 0.9 ≤ ε1 ≤ approximately 1200.
7. A method according to any one of claims 1 to 3 and 6, wherein in Equation 2 the pulse
duration of the radiation t is approximately 0.005 ns to approximately 0.01 ns, preferably
approximately 0.008 ns to approximately 0.01 ns and/or the pulse peak power of the
exiting radiation Pp is approximately 100 kW to approximately 30,000 kW, preferably approximately 150
kW to approximately 25,000 kW and/or the repetition rate of the radiation f is preferably
approximately 100 kHz to approximately 80,000 kHz, more preferably approximately 120
kHz to approximately 20,000 kHz and/or the average power of the exiting particle radiation
Pm is approximately 1 W to approximately 25,000 W, preferably approximately 20 W to
approximately 9500 W and/or the scanning speed on the workpiece surface v is approximately
30 mm/s to approximately 60,000 mm/s, preferably approximately 200 mm/s to approximately
50,000 mm/s and/or the diameter of the laser beam on the workpiece d is approximately
20 µm to approximately 4500 µm, preferably approximately 50 µm to approximately 3500
µm.
8. A method according to any one of claims 1 to 3, wherein approximately 0.7 ≤ ε2 ≤ approximately 1400, more preferably approximately 0.9 ≤ ε2 ≤ approximately 1100.
9. A method according to any one of claims 1 to 3 and 8, wherein in Equation 3 the average
power of the exiting radiation Pm is approximately 1 W to approximately 25,000 W, preferably approximately 20 W to
approximately 9500 W and/or the scanning speed on the workpiece surface v is approximately
100 mm/s to approximately 8,000,000 mm/s, preferably approximately 200 mm/s to approximately
7,000,000 mm/s and/or the diameter of the particle beam on the workpiece d is approximately
20 µm to approximately 4500 µm, preferably approximately 50 µm to approximately 3500
µm, with the proviso that the ratio of the diameter of the particle beam on the workpiece
to the scanning speed d/v < approximately 7000 ns.
10. A method according to any one of claims 1 to 9, wherein the metal and/or the metal
alloy is titanium and/or a titanium alloy.
11. A method according to any one of claims 1 to 10, wherein the electrolyte solution
contains fluoride ions.
12. The method according to claim 11, wherein the electrolyte solution contains 10 to
1000 g/l ammonium sulfate and 0.1 to 10 g/l ammonium fluoride and is free of hydrofluoric
acid.
13. The method according to claim 12, wherein the voltage is 10 to 60 volts, and the anodizing
is carried out at a temperature of 20 to 50 °C over a time period of 4 minutes to
24 hours.
14. A method according to any one of claims 1 to 13, wherein the metal or the metal alloy
is completely covered by metal oxide or metal alloy oxide, which on the entire surface
thereof has surface structures in the nanometer range, and in the case of titanium
or a titanium alloy in particular has nanotubes preferably having a diameter of 10
to 300 nm.
15. A method according to any one of claims 1 to 14, wherein the surface obtained by the
method is joined to a further material, which is selected in particular from inorganic
materials, organic materials, inorganic-organic materials, such as complex compounds,
composite materials made of inorganic materials and organic materials, and biological
materials.
1. Procédé pour la nanostructuration et l'oxydation d'une surface d'un matériau qui inclut
un métal susceptible d'être anodisé et/ou un alliage de métaux susceptible d'être
anodisé, qui peuvent être tous les deux au moins partiellement recouverts d'une couche
d'oxyde,
dans lequel la surface du métal et/ou de l'alliage de métaux et/ou la couche d'oxyde
sur le métal et/ou sur l'alliage de métaux, qui est accessible pour un rayonnement
laser et/ou une irradiation avec un faisceau de particules et sur laquelle il s'agit
d'engendrer les structures, est tout d'abord nanostructurée, de sorte que pour engendrer
des nanostructures sous la forme de nanostructures à pores ouverts, découpées et/ou
semblables à des motifs fractals, sous la forme de structures à sommets-et-vallées
à pores ouverts, de structures en contre-dépouille à pores ouverts, ou de structures
en forme de chou-fleur ou en forme de tubercules, la surface est entièrement balayée
une ou plusieurs fois avec un faisceau laser pulsé ou un faisceau de particules continu,
sélectionné parmi un faisceau d'électrons ou d'un faisceau d'ions ou encore un faisceau
de particules non chargées ou une combinaison de ceux-ci, de telle façon que des taches
lumineuses voisines du faisceau laser ou des taches de balayage du faisceau de particules
se rejoignent sans lacune ou se chevauchent, et dans lequel on respecte les conditions
suivantes :
lorsque l'on balaye au moyen d'un faisceau laser et que la longueur des impulsions
du faisceau laser t est de 0,1 ns à 2000 ns,
une valeur ε est de 0,07 ≤ ε ≤ 2300,
dans lequel

lorsque l'on balaye au moyen d'un faisceau laser avec une longueur d'onde du laser
λ 200 ≤ λ ≤ 11 000 nm et que la longueur des impulsions du faisceau laser t < 0,1
ns
une valeur ε1 est de 0,5 ≤ ε1 ≤ 1650,
dans lequel

dans lequel, dans l'équation 1 et l'équation 2 :
Pp : puissance de pointe des impulsions du rayon sortant [kW] ;
t : longueur des impulsions [ns] ;
f : fréquence de répétition des impulsions du rayonnement [kHz] ;
v : vitesse de balayage au niveau de la surface de la pièce à oeuvrer [mm/s] ;
d : diamètre du rayonnement énergétique au niveau de la surface du matériau [µm] ;
α : absorption du rayonnement énergétique du matériau irradié [%] à la longueur d'onde
appliquée sous des conditions normales ;
ou
lorsque l'on balaye avec un faisceau de particules
une valeur ε2 est de 0,5 ≤ ε2 ≤ 1550,
dans lequel

dans lequel, dans l'équation 3 :
v : vitesse de balayage au niveau de la surface de la pièce à oeuvrer [mm/s] ;
d : diamètre du rayonnement énergétique au niveau de la surface du matériau [µm] ;
avec pour condition que d/v < 7000 ns ;
α : absorption du rayonnement énergétique du matériau irradié [%] sous des conditions
normales ;
et dans l'équation 1, l'équation 2 et l'équation 3 :
Pm : puissance moyenne du rayon sortant [W] ;
Tv : température de vaporisation ou de décomposition du matériau [K] à pression normale
;
Cp : capacité thermique spécifique [J/kgK] sous des conditions normales ;
K : conductivité thermique spécifique [W/mK] sous des conditions normales et moyennée
sur les différentes directions dans l'espace,
dans lequel l'atmosphère dans laquelle a lieu la procédure,
est du vide ou un gaz inerte ou un mélange gazeux inerte par rapport à la surface
sous les conditions de procédure, ou
un gaz ou un mélange gazeux réactif vis-à-vis du métal et/ou de l'alliage de métaux
et/ou de la couche d'oxyde sur le métal et/ou sur l'alliage de métaux de la surface
sous les conditions de la procédure, au moyen duquel le métal et/ou l'alliage de métaux
et/ou la couche d'oxyde sur le métal et/ou sur l'alliage de métaux est modifié, lors
du balayage ou après le balayage avec le faisceau laser ou le faisceau de particules,
par rapport à sa composition avant le balayage avec le faisceau laser ou le faisceau
de particules ;
et la surface présentant les nanostructures et ensuite anodisée par plongée dans une
solution d'électrolyte, qui contient à la fois un agent d'oxydation et un agent qui
dissout à nouveau l'oxyde, et qui peut le cas échéant être identique avec l'agent
d'oxydation, par liaison avec une cathode et par application d'une tension.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le métal ou l'alliage de métaux est
sélectionné à partir de aluminium, titane, magnésium, fer, cobalt, zinc, niobium,
zirconium, hafnium, tantale, vanadium et/ou leurs alliages et acier.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel la pression, lorsque l'atmosphère
est du vide, et dans la plage de 10-17 à environ 10-4 ou
lorsque l'atmosphère est un gaz ou un mélange gazeux inerte ou réactif par rapport
à la surface sous les conditions de la procédure, dans la plage d'environ 10-6 à environ 1 bar lors de l'utilisation d'un rayonnement de particules et de 15 bars
lors de l'utilisation d'un rayonnement laser et
la température à l'extérieur du rayonnement laser ou du rayonnement de particules
est dans la plage d'environ 50° C à environ 350° C.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel environ 0,07 ≤ ε ≤ environ
2000 et de manière plus préférée environ 0,07 ≤ ε ≤ environ 1500.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel dans l'équation 1 la longueur
des impulsions laser est d'environ 0,1 ns à environ 300 ns, de façon plus préférée
environ 5 ns à environ 200 ns, et/ou la puissance de pointe des impulsions du rayonnement
laser sortant Pp est d'environ 1 kW à environ 1800 kW et/ou la puissance moyenne du rayonnement laser
sortant Pm est environ 5W à environ 28 000 W, et/ou la fréquence de répétition des impulsions
laser f est d'environ 10 kHz à environ 3000 kHz, et/ou la vitesse de balayage au niveau
de la surface de la pièce à oeuvrer v est d'environ 30 mm/s à environ 19 000 mm/s,
et/ou le diamètre du rayonnement laser au niveau de la pièce à oeuvrer d est d'environ
20 µm à environ 4500 µm.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel environ 0,7 ≤ ε1 ≤ environ
1500, et de façon plus préférée environ 0,9 ≤ ε1 ≤ environ 1200.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3 et 6, dans lequel dans l'équation 2 la
longueur des impulsions du rayonnement t est environ 0,005 ns à environ 0,0 1ns, de
préférence d'environ 0,008 ns à environ 0,01 ns et/ou la puissance de pointe des impulsions
du rayonnement sortant Pp est d'environ 100 kW à environ 30 000 kW, de préférence environ 150 kW à environ
25 000 kW, et/ou la fréquence de répétition du rayonnement f est de préférence d'environ
100 kHz à environ 80 000 kHz, de façon plus préférée environ 120 kHz à environ 20
000 kHz, et/ou la puissance moyenne du rayonnement de particules sortant Pm est d'environ 1 W à environ 25 000 W, de préférence environ 20 W à environ 9500 W
et/ou la vitesse de balayage au niveau de la surface de la pièce à oeuvrer v est d'environ
30 mm/s à environ 60 000 mm/s, de préférence d'environ 200 mm/s à environ 50 000 mm/s
et/ou le diamètre du rayonnement laser au niveau de la pièce à oeuvrer d est environ
20 µm à environ 4500 µm, de préférence environ 50 µm à environ 3500 µm.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel environ 0,7 ≤ e2 ≤ environ
1400, et de manière plus préférée environ 0,9 ≤ e2 ≤ environ 1100.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3 et 8, dans lequel dans l'équation 3 la
puissance moyenne du rayonnement sortant Pm est environ 1 W à environ 25 000 W, de préférence environ 20 W à environ 9500 W,
et/ou la vitesse de balayage au niveau de la surface de la pièce à oeuvrer v est d'environ
100 mm/s à environ 8 millions mm/s, de préférence d'environ 200 mm/s à environ 7 millions
mm/s, et/ou le diamètre du rayonnement de particules au niveau de la pièce à oeuvrer
d est d'environ 20 µm à environ 4500 µm, de préférence d'environ 50 µm à environ 3500
µm, avec pour condition que le rapport du diamètre du faisceau de particules au niveau
de la pièce à oeuvrer sur la vitesse de balayage d/v < environ 7000 ns.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, dans lequel le métal et/ou l'alliage
de métaux est du titane et/ou un alliage de titane.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, dans lequel la solution d'électrolyte
contient des ions fluorure.
12. Procédé selon la revendication 11, dans lequel la solution d'électrolyte contient
10 à 1000 g/l de sulfate d'ammonium et 0,1 à 10 g/l de fluorure d'ammonium et est
exempte d'acide fluorhydrique.
13. Procédé selon la revendication 12, dans lequel la tension est de 10 à 60 V, et l'anodisation
est effectuée à une température de 20 à 50° C sur une durée de quatre minutes à 24
heures.
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13, dans lequel le métal ou l'alliage de
métaux est entièrement recouvert d'oxyde de métal ou d'oxyde d'alliage de métaux,
qui présente sur la totalité de sa surface des structures de surface dans la plage
des nanomètres, et dans le cas du titane ou d'un alliage de titane en particulier
des nanotubes avec de préférence un diamètre de 10 à 300 nm.
15. Procédé selon l'une des revendications 1 à 14, dans lequel la surface obtenue avec
le procédé est reliée à un autre matériau, qui est sélectionné en particulier à partir
de matériaux inorganiques, de matériaux organiques, de matériaux inorganiques-organiques,
par exemple des composés complexes, des matériaux composites formés de matériaux inorganiques
et de matériaux organiques, et les matériaux biologiques.