[0001] Die Erfindung betrifft einen Lackdraht, insbesondere Kupferlackdraht oder Aluminiumlackdraht.
[0002] Kupferlackdrähte und/oder Aluminiumlackdrähte sind aus der Praxis grundsätzlich bekannt.
Diese Lackdrähte werden in elektrischen Maschinen zur Erzeugung elektrischer Felder
eingesetzt. Dazu wird eine Vielzahl von Wicklungen des Lackdrahts beispielsweise in
einer Nut angeordnet. Der Wirkungsgrad der aus der Praxis bekannten Maschinen hängt
von der zur Verfügung stehenden Ausnutzung der Nutfläche und dem Anteil der Aktivfläche
(Nutfüllfaktor) ab. Um die notwendige elektrische Festigkeit zu erreichen, sind die
Lackdrähte mit einer Isolationsschicht überzogen. Bei den aus der Praxis bekannten
lackisolierten Drähten muss die Isolationsschicht eine vorgeschriebene Mindestdicke
aufweisen, um die erforderlichen elektrischen Eigenschaften, wie zum Beispiel Durchschlagsfestigkeit,
zu erreichen. Die vorgeschriebene Mindestschichtdicke ist somit einer der begrenzenden
Faktoren zur Erzielung höherer Nutfüllfaktoren.
[0003] Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, einen Lackdraht der eingangs
bezeichneten Art anzugeben, der sich durch eine vorteilhaft dünne Isolationsschicht
auszeichnet, mit dem eine Nutfläche optimal ausnutzbar ist und mit dem die aus der
Praxis bekannten Füllfaktoren verbessert werden können. Weiterhin liegt der Erfindung
das technische Problem zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Lackdrahts anzugeben,
das sich durch eine einfache Ausführbarkeit und hohe Umweltverträglichkeit sowie Energieeffizienz
auszeichnet.
[0004] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung einen Lackdraht, insbesondere
Kupferlackdraht oder Aluminiumlackdraht, wobei eine Oberfläche eines eine Seele des
Lackdrahts bildenden Wickeldrahts vollständig bzw. im Wesentlichen vollständig mit
einem Elektroisolierlack aus zumindest einem Lackpolymer beschichtet ist, wobei der
Elektroisolierlack zumindest einen Nanofüllstoff enthält, wobei der Nanofüllstoff
von einer Vielzahl von Plättchen gebildet ist, wobei ein von dem Nanofüllstoff gebildeter
Plättchenmantel den Wickeldraht vorzugsweise vollständig bzw. im Wesentlichen vollständig
umgibt.
[0005] Der Lackdraht kann in Wickelkörpern beispielsweise in elektrischen Maschinen zur
Erzeugung elektrischer Felder eingesetzt werden. Vorteilhafterweise besteht der Wickeldraht
im Wesentlichen bzw. vollständig aus Kupfer oder Aluminium. Grundsätzlich ist der
Einsatz beliebiger, elektrisch leitender Materialien, vorzugsweise Metalle als Wickeldraht
möglich. Das Lackpolymer ist bevorzugt eine Matrix, in der der Nanofüllstoff bzw.
die Plättchen angeordnet sind. Besonders bevorzugt sind die Plättchen bzw. ist der
Nanofüllstoff ausschließlich in der Polymermatrix angeordnet. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform weisen die Plättchen eine einheitliche bzw. im Wesentlichen einheitliche
Ausrichtung auf. Es empfiehlt sich, dass parallel bzw. im Wesentlichen parallel zum
Wickeldraht orientierte Oberflächen der Plättchen einer Plättchenschicht in eine vorzugsweise
zylindrische Mantelfläche bilden.
[0006] Zweckmäßigerweise sind die Plättchen vorzugsweise überlappungsfrei bzw. im Wesentlichen
überlappungsfrei entlang einer Längsachse des Wickeldrahts in dem Plättchenmantel
angeordnet und/oder sind die Plättchen vorzugsweise überlappungsfrei bzw. im Wesentlichen
überlappungsfrei den Wickeldraht umlaufend in dem Plättchenmantel angeordnet. Es empfiehlt
sich, dass benachbarte Plättchen in einem Plättchenmantel beabstandet zueinander angeordnet
sind. Gemäß einer Ausführungsform stoßen benachbarte Plättchen unmittelbar aneinander,
wobei es möglich ist, dass bereichsweise ein vorzugsweise mit dem Lackpolymer verfüllter
Freiraum zwischen benachbarten Plättchen ausgebildet ist. Es empfiehlt sich, dass
zumindest zwei Plättchenmäntel und vorzugsweise zumindest drei Plättchenmäntel den
Wickeldraht umgeben. Besonders bevorzugt sind die zumindest zwei Plättchenmäntel derart
vorteilhafterweise zueinander versetzt um den Wickeldraht angeordnet, dass Plättchen
einer äußeren Plättchenschicht in radialer Richtung oberhalb von Plättchenzwischenräumen
positioniert sind, welche Plättchenzwischenräume zwischen benachbarten Plättchen einer
inneren Plättchenschicht ausgebildet sind. Gemäß einer Ausführungsform bilden zumindest
zwei Plättchenmäntel bzw. der innere Plättchenmantel und der äußere Plättchenmantel
vorzugsweise in deren Projektion auf den Wickeldraht einen lückenfreien bzw. im Wesentlichen
lückenfreien Mantel um den Wickeldraht aus. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass
die Plättchen in einer von dem Lackpolymer angeordneten Polymermatrix angeordnet sind.
Es ist möglich, dass zumindest ein Teil der Plättchen unmittelbar auf dem Wickeldraht
aufliegt. Gemäß einer Ausführungsform sind die Plättchen größtenteils und besonders
bevorzugt vollständig derart in die Polymermatrix eingebettet, dass zwischen den Plättchen
und dem Wickeldraht Lackpolymer angeordnet ist.
[0007] Bevorzugt ist ein Aspektverhältnis des Nanofüllstoffs bzw. der Plättchen größer als
100. Aspektverhältnis meint im Rahmen der Erfindung insbesondere das Verhältnis der
lateralen Ausdehnung der Plättchen zur Dicke der Plättchen. Laterale Ausdehnung ist
vorzugsweise die längstmögliche Sehne durch eine Querschnittsfläche eines Plättchens.
Bei einem Plättchen mit kreisförmiger Querschnittsfläche ist die laterale Ausdehnung
beispielsweise der Durchmesser der kreisförmigen Querschnittsfläche des Plättchens.
Die Dicke eines Plättchens ist im Rahmen der Erfindung quer zur Querschnittsfläche
orientiert. Bevorzugt ist das Aspektverhältnis größer als 1000. Gemäß einer Ausführungsform
beträgt das Aspektverhältnis 500 bis 1000, bevorzugt 100 bis 5000 und besonders bevorzugt
100 bis 10000.
[0008] Vorteilhafterweise weisen die Plättchen eine Dicke von bis zu maximal 20 nm auf.
Es empfiehlt sich, dass die Plättchen eine Dicke von einigen Nanometern, beispielsweise
von 1 bis 15 nm, bevorzugt von 1 bis 10 nm und besonders bevorzugt von bis zu 5 nm
aufweisen.
[0009] Zweckmäßigerweise weisen die Plättchen eine laterale Ausdehnung von zumindest 100
nm auf. Es ist möglich, dass die Plättchen eine laterale Ausdehnung von zumindest
300 nm und bevorzugt von zumindest 500 nm aufweisen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
beträgt der laterale Durchmesser der Plättchen ungefähr 100 bis 100000 nm und bevorzugt
100 bis 50000 nm.
[0010] Es empfiehlt sich, dass der Nanofüllstoff ein Schichtsilikat ist. Gemäß einer Ausführungsform
wird eine Mischung aus verschiedenen Schichtsilikaten als Nanofüllstoff eingesetzt.
Vorzugsweise bestehen die Plättchen aus dem Schichtsilikat bzw. im Wesentlichen aus
dem Schichtsilikat. Es ist möglich, dass Plättchen aus verschiedenen Schichtsilikaten
in dem Elektroisolierlack enthalten sind. Besonders bevorzugt sind die Plättchen durch
Exfolieren erhältlich. Zweckmäßigerweise ist das Schichtsilikat zumindest eine aus
der Gruppe "Talk, Hektorit, Montmorillonit, Bentonit" ausgewählte Komponente. Es liegt
im Rahmen der Erfindung, dass der Nanofüllstoff im Wesentlichen aus einem beliebigen
Schichtsilikat besteht.
[0011] Empfohlenermaßen ist das Schichtsilikat organisch modifiziert, wobei ein organisch
modifiziertes Schichtsilikat zumindest ein vorzugsweise kationisches Tensid enthält.
Das organisch modifizierte Schichtsilikat ist beispielsweise durch Ionenaustausch
erhältlich, wobei in das Schichtsilikat eingelagerte Kationen durch das vorzugsweise
kationische Tensid ausgetauscht werden. Als kationische Tenside können beispielsweise
Ammonium-, Sulfonium- oder Phosphoniumsalze verwendet werden. Bevorzugt sind Ammoniumsalze,
insbesondere quarternäre Ammoniumsalze der folgenden allgemeinen Formel:

wobei R
1 bis R
4 organische Reste, ausgewählt aus der Gruppe "Alkyl-, Acyl-, Aryl-, Arylalkyl-, Ester-
oder Fettsäuregruppen", darstellen. Die Reste R
1, R
2, R
3 und R
4 können gleich oder voneinander verschieden sein. Bei dem Anion X-kann es sich um
ein anorganisches oder organisches Anion, beispielsweise Cl
-, Methylsulfonat CH
3OSO
3-, handeln. Ein Beispiel für ein Tensid ist in der nachfolgenden Formel angegeben:

[0012] Zweckmäßigerweise ist n eine natürliche Zahl zwischen 0 und 20.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält der Elektroisolierlack bis zu 10
Vol.-% des Nanofüllstoffs. Die Volumenprozentangaben beziehen sich auf das Volumen
des Elektroisolierlacks mit dem darin enthaltenen Nanofüllstoff. Zweckmäßigerweise
enthält der Elektrosiolierlack 0,5 bis 8 Vol.-%, vorzugsweise 1 bis 7 Vol.-% und besonders
bevorzugt 1 bis 5 Vol.-% des Nanofüllstoffs.
[0014] Vorzugsweise ist das Verhältnis des Durchmessers des Wickeldrahts zum Quadrat der
Dicke des Elektroisolierlacks größer oder gleich 1,0 µm
-1. Zweckmäßigerweise ist das Verhältnis des Durchmessers des Wickeldrahts zum Quadrat
der Dicke des Elektroisolierlacks größer oder gleich 2,5 µm
-1, bevorzugt größer oder gleich 3,5 µm
-1 und besonders bevorzugt größer oder gleich 4,2 µm
-1. Gemäß einer Ausführungsform beträgt das Verhältnis aus der Dicke des Wickeldrahts
zum Quadrat der Dicke des Elektroisolierlacks zumindest 5,1 µm
-1, vorzugsweise zumindest 6,3 µm
-1 und gemäß einer Ausführungsform zumindest 8,1 µm
-1. Vorzugsweise beträgt das Verhältnis des Durchmesser des Wickeldrahts zum Quadrat
der Dicke des Elektroisolierlacks zumindest 4,2 µm
-1, wenn der Durchmesser des Wickeldrahtes vorzugsweise zwischen 100 µm und 1000 µm
liegt. Gemäß einer Ausführungsform beträgt das Verhältnis der Dicke des Wickeldrahts
zu dem Quadrat der Dicke des Elektroisolierlacks mehr als 8,1 µm
-1, wenn der Wickeldraht eine Dicke von vorzugsweise mehr als 1000 µm aufweist. Zweckmäßigerweise
weist der Wickeldraht einen Durchmesser von zumindest 100 µm, bevorzugt von zumindest
150 µm und besonders bevorzugt von zumindest 200 µm auf. Die Dicke des Elektroisolierlacks
beträgt gemäß einer bevorzugten Ausführungsform zumindest 3,5 µm.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform ist der Elektroisolierlack von zumindest zwei, vorteilhafterweise
identischen bzw. im Wesentlichen identischen Elektroisolierlackschichten gebildet.
Es ist möglich, dass der Elektroisolierlack aus mehr als zwei bzw. einer Mehrzahl
von Elektroisolierlackschichten gebildet ist. Eine Elektroisolierlackschicht enthält
zumindest das Lackpolymer und den Nanofüllstoff. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass auf dem Elektroisolierlack zumindest eine weitere, vorzugsweise von dem Elektroisolierlack
verschiedene Schicht angeordnet ist.
[0016] Zweckmäßigerweise umfasst das Lackpolymer zumindest eine aus der Gruppe "Polyester,
Polyesterimid, Polyamidimid, Polyimid, Polyurethan, Polyesteramidimid, Polyamid, Polyvinylformal"
ausgewählte Komponente. Beispielsweise ist das Polyester ein THEIC-Polyester. Das
Polyesterimid kann ein THEIC-Polyesterimid sein. THEIC meint im Rahmen der Erfindung
vor allem Tris-Hydroxyethyl Isocyanurate. Gemäß einer Ausführungsform ist das Polyamid
ein aliphatisches und/oder aromatisches Polyamid. Das Polyamid kann ein Polyamid sein,
dass aliphatische Struktureinheiten und/oder aromatische Struktureinheiten aufweist.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das Lackpolymer Modifizierungseinheiten aufweist.
Beispielsweise kann das Polyester THEIC-Modifizierungseinheiten oder unpolare Alkylketten
(Endgruppenmodifizierung) enthalten. Das Polyesterimid kann THEIC-modifiziert sein.
Das Polyurethan kann z. B. Isocyanurat-, Silan- oder Siloxan-modifiziert sein. Für
Polyamid oder Polyamidimid können zum Beispiel Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Siloxane,
bevorzugt Polysiloxane, insbesondere Polydimethylsiloxane, als Modifizierungseinheiten
eingesetzt werden. Es ist möglich, dass auf einer Außenseite bzw. der äußeren Oberfläche
des Elektroisolierlacks zumindest eine weitere Funktionsschicht angeordnet ist. Durch
die auf der äußeren Oberfläche angeordnete Funktionsschicht ist beispielsweise das
Gleitverhalten des Lackdrahts optimiert. Gemäß einer Ausführungsform ist auf der äußeren
Oberfläche des Elektroisolierlacks eine Gleitschicht angeordnet. Ein Reibungskoeffizient
der Gleitschicht ist vorzugsweise kleiner als ein Reibungskoeffizient des Elektroisolierlacks.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass bei der Herstellung eines Wickelkörpers
aus dem Lackdraht eine optimalere Raumausnutzung erfolgt.
[0017] Weiterhin lehrt die Erfindung zur Lösung des technischen Problems ein Verfahren zur
Herstellung eines Lackdrahtes, wobei ein eine Vielzahl von Plättchen aufweisender
Nanofüllstoff in einem Lackpolymer und/oder Lackpolymervorläufer dispergiert wird,
wobei ein Wickeldraht mit einer Beschichtung aus dem Lackpolymer mit dem darin dispergierten
Nanofüllstoff und/oder aus dem Lackpolymervorläufer mit dem darin dispergierten Nanofüllstoff
beschichtet wird, wobei der mit der Beschichtung beschichtete Wickeldraht durch eine
Lackierdüse geführt wird, so dass die Plättchen des Nanofüllstoffs einen den Wickeldraht
umgebenden Plättchenmantel bilden, wobei die Beschichtung auf dem Wickeldraht zur
Ausbildung eines Elektroisolierlacks vorzugsweise durch Erwärmen ausgehärtet wird.
Zweckmäßigerweise wird ein Mantel auf dem Wickeldraht in dem Elektroisolierlack ausgebildet,
welcher Mantel eine Mehrzahl von Plättchenmänteln beinhaltet.
[0018] Lackpolymervorläufer sind beispielsweise polymerisierbare Verbindungen, aus denen
ein Lackpolymer synthetisierbar ist. Zweckmäßigerweise wird der Wickeldraht vor dem
Aufbringen des den Nanofüllstoff enthaltenden Lackpolymers und/oder des den Nanofüllstoff
enthaltenden Lackpolymervorläufers gereinigt. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass
der Wickeldraht zur Reinigung durch eine Glühe geführt wird. Glühe meint im Rahmen
der Erfindung insbesondere ein mit Wasserdampf geflutetes Rohr. Bevorzugt wird die
Schicht aus dem Elektroisolierlack auf dem Wickeldraht gebildet, indem beispielsweise
ein Nasslack auf den Wickeldraht bevorzugt in einem Lackbad aufgetragen wird. Der
Nasslack kann von dem Lackpolymer mit dem besonders bevorzugt homogen in dem Lackpolymer
dispergierten Nanofüllstoff sowie zumindest einem Lösungsmittel gebildet sein. Gemäß
einer Ausführungsform wird das den Nanofüllstoff beinhaltende Lackpolymer bzw. der
den Nanofüllstoff aufweisende Lackpolymervorläufer vorzugsweise lösungsmittelfrei
auf den Wickeldraht aufgetragen. Vorteilhafterweise wird überschüssiger, von dem Wickeldraht
aufgenommener Nasslack oder aufgenommenes, den Nanofüllstoff enthaltendes Lackpolymer
bzw. aufgenommener, den Nanofüllstoff enthaltender Lackpolymervorläufer im Rahmen
der Erfindung mittels der Lackierdüse von dem Wickeldraht abgestriffen. Gemäß einer
Ausführungsform wird durch den Applikationsprozess des Nasslacks oder des den Nanofüllstoff
aufweisenden Lackpolymers bzw. den Nanofüllstoff beinhaltenden Lackpolymervorläufers
über die Lackierdüse und die dabei auftretenden, vorzugsweise laminaren Strömungen
und Scherkräfte eine Ausrichtung des Nanofüllstoffs bzw. der Plättchen des Nanofüllstoffs
entlang des Wickeldrahts begünstigt. Zweckmäßigerweise werden die Plättchen des Nanofüllstoffs
bzw. der Nanofüllstoff durch das Führen des mit dem Nasslack oder dem plättchenhaltigen
Lackpolymer bzw. den die Plättchen aufweisenden Lackpolymervorstufen beschichteten
Wickeldrahts derart ausgerichtet, dass der Nanofüllstoff bzw. die Plättchen des Nanofüllstoffs
einen Plättchenmantel ausbildet bzw. ausbilden, welcher Plättchenmantel den Wickeldraht
umgibt. Besonders bevorzugt umgibt der von dem Nanofüllstoff gebildete Plättchenmantel
den Wickeldraht vollständig bzw. im Wesentlichen vollständig. Beim Fördern des Wickeldrahts
durch die Lackierdüse wird insbesondere durch die Strömungsverhältnisse erreicht,
dass die Plättchen des Nanofüllstoffs überlappungsfrei in dem Plättchenmantel um den
Wickeldraht angeordnet werden. Vorzugsweise werden die Plättchen mit der Maßgabe ausgerichtete,
dass ein von einer Mehrzahl von Plättchenmänteln gebildeter Mantel entsteht, in welchem
Mantel die Plättchen vorzugsweise versetzt zueinander bzw. in einer Ziegelsteinstruktur
angeordnet sind.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform wird der mit dem Nasslack oder mit dem den Nanofüllstoff
enthaltenen Lackpolymer bzw. Lackpolymervorläufer beschichtete Wickeldraht erwärmt,
wobei bevorzugt das in dem Nasslack enthaltende Lösungsmittel entfernt und/oder das
Lackpolymer bzw. der Lackpolymervorläufer auspolymerisiert wird. Zweckmäßigerweise
wird das Lackpolymer durch eine beispielsweise wärmeinduzierte Reaktion der Lackpolymervorläufer
erhalten. Es ist möglich, dass der auf dem Wickeldraht angeordnete Elektroisolierlack
aus einer Mehrzahl bzw. Vielzahl von Schichten aus dem Elektroisolierlack bzw. Elektroisolierlackschichten
gebildet wird. Zur Ausbildung einer weiteren Schicht des Isolierlacks auf dem Wickeldraht
wird besonders bevorzugt eine weitere Beschichtung auf dem Wickeldraht bzw. auf einer
bereits auf dem Wickeldraht befindlichen Elektroisolierlackschicht angeordnet.
[0020] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich ein erfindungsgemäßer Lackdraht
durch eine vorteilhaft geringe Dicke eines auf den Wickeldraht aufgetragenen Elektroisolierlacks
auszeichnet. Dadurch lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Lackdraht gegenüber dem
Stand der Technik wesentlich verbesserte Nutfüllfaktoren bei der Herstellung von Wickelkörpern
aus dem erfindungsgemäßen Lackdraht erzielen. Wesentlich dabei ist die Reduktion der
Schichtdicke des Elektroisolierlacks, die bei dem erfindungsgemäßen Lackdraht lediglich
20 bis 80 % der aus der Praxis bekannten Schichtdicken von Elektroisolierlacken beträgt.
Durch die mit dem erfindungsgemäßen Wickeldraht erzielbaren Wicklungsdichten von Wickelkörpern
kann die Energieeffizienz von Vorrichtungen zur Erzeugung von elektrischen Feldern
vorteilhaft gesteigert werden. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich bedingt
durch den geringen Materialeinsatz durch einen umweltfreundlichen, wenig Emissionen
verursachenden, geringen Lösungsmittelverbrauch bei der Herstellung des Lackdrahts
aus. Dadurch, dass zur Ausbildung des erfindungsgemäßen Lackdrahts lediglich eine
geringe Anzahl verschiedener Elektroisolierlackschichten erforderlich ist, zeichnet
sich das erfindungsgemäße Verfahren durch einen geringen Energieverbrauch und der
erfindungsgemäße Lackdraht somit durch eine hohe Nachhaltigkeit aus.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Lackdraht und
- Fig. 2
- eine vereinfachte, schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Herstellung eines
erfindungsgemäßen Lackdrahts.
[0022] In Fig. 1 ist ein Lackdraht 1 dargestellt, der einen Wickeldraht 2 enthält, welcher
Wickeldraht 2 in dem Ausführungsbeispiel aus Kupfer gefertigt ist. Vorzugsweise und
gemäß dem Ausführungsbeispiels hat der Wickeldraht einen Durchmesser von 200 µm. Der
Wickeldraht 2 bildet eine Seele des Lackdrahts 1. Der Wickeldraht 2 ist gemäß dem
Ausführungsbeispiel vollständig mit einem Elektroisolierlack 3 beschichtet, welcher
Elektroisolierlack eine Matrix aus einem Lackpolymer 4 und einen Nanofüllstoff in
Form einer Vielzahl von Plättchen 5 enthält. Die Plättchen 5 bilden gemäß dem Ausführungsbeispiel
und Fig. 1 einen Mantel aus, welcher Mantel aus drei Plättchenmänteln 8a, 8b, 8c gebildet
ist und den Wickeldraht 2 vollständig umgibt. In Fig. 1 ist dargestellt, dass die
Plättchen 5 des Nanofüllstoffs in eine von dem Lackpolymer 4 gebildete Matrix eingebettet
sind. Weiterhin ist in der Fig. 1 erkennbar, dass die Plättchen in den Plättchenmänteln
8a, 8b, 8c überlappungsfrei um die Seele des Lackdrahts 1 bzw. um den Wickeldraht
2 angeordnet sind. Die Plättchen 5 in den Plättchenmänteln 8a, 8b, 8c sind derart
um den Wickeldraht 2 angeordnet, dass sich benachbart zueinander angeordnete Plättchen
5a, 5b nicht gegenseitig überlappen.
[0023] In Fig. 2 ist schematisch das Aufbringen des Elektroisolierlacks 3 auf den Wickeldraht
2 dargestellt. Der Wickeldraht 2 wird durch ein Reservoir 6 geführt, in welchem Reservoir
6 das Lackpolymer 4 vorrätig gehalten wird. In das Lackpolymer 4 sind die Plättchen
5 des Nanofüllstoffs homogen dispergiert. Durch das Fördern des Wickeldrahts 2 durch
das Reservoir 6 wird der Wickeldraht 2 mit dem die Plättchen 5 enthaltenen Lackpolymer
4 beschichtet. Die Förderung des Wickeldrahts 2 durch eine Lackierdüse 7 erfolgt derart,
dass die dabei auftretenden Strömungen und Scherkräfte eine Ausrichtung der Plättchen
5 entlang des Wickeldrahts 2 bewirken, so dass die Plättchen 5 ziegelsteinstrukturartig
um den Wickeldraht 2 angeordnet werden. Auf diese Weise wird der den Wickeldraht 2
vollständig umgebende, von den Plättchenmänteln 8a, 8b, 8c gebildete Mantel erhalten.
In Fig. 2 ist nicht dargestellt, dass der Wickeldraht 2 vor der Bildung des Elektroisolierlacks
3 auf dem Wickeldraht 2 gereinigt wird und nach dem Auftrag des Lackpolymers 4 mit
den darin enthaltenen Plättchen 5 erwärmt wird.
1. Lackdraht, insbesondere Kupferlackdraht oder Aluminiumlackdraht, wobei eine Oberfläche
eines eine Seele des Lackdrahts (1) bildenden Wickeldrahts (2) vollständig bzw. im
Wesentlichen vollständig mit einem Elektroisolierlack (3) aus zumindest einem Lackpolymer
(4) beschichtet ist, wobei der Elektroisolierlack (3) zumindest einen Nanofüllstoff
enthält, wobei der Nanofüllstoff von einer Vielzahl von Plättchen (5) gebildet ist,
wobei ein von dem Nanofüllstoff gebildeter Plättchenmantel (8a, 8b, 8c) den Wickeldraht
(2) vollständig bzw. im Wesentlichen vollständig umgibt.
2. Lackdraht nach Anspruch 1, wobei die Plättchen (5) vorzugsweise überlappungsfrei bzw.
im Wesentlichen überlappungsfrei entlang einer Längsachse des Wickeldrahts (2) in
dem Plättchenmantel (8a, 8b, 8c) angeordnet sind und/oder wobei die Plättchen (5)
vorzugsweise überlappungsfrei bzw. im Wesentlichen überlappungsfrei den Wickeldraht
umlaufend in dem Plättchenmantel (8a, 8b, 8c) angeordnet sind.
3. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei ein Aspektverhältnis des Nanofüllstoffs
bzw. der Plättchen (5) größer als 100 ist.
4. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Plättchen (5) eine Dicke von
bis zu maximal 20 nm aufweisen.
5. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Plättchen (5) eine laterale
Ausdehnung von zumindest 100 nm aufweisen.
6. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Nanofüllstoff ein Schichtsilikat
ist.
7. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Elektroisolierlack (3) bis zu
10 Vol.-% des Nanofüllstoffs enthält.
8. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Verhältnis des Durchmessers
des Wickeldrahts zum Quadrat der Dicke des Elektroisolierlacks (3) größer oder gleich
1 µm-1 ist.
9. Lackdraht nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Elektroisolierlack (3) von zumindest
zwei, vorteilhafterweise identischen bzw. im Wesentlichen identischen Elektroisolierlackschichten
gebildet ist.
10. Verfahren zur Herstellung eines Lackdrahts, insbesondere eines Lackdrahts nach einem
der Ansprüche 1 bis 9, wobei ein eine Vielzahl von Plättchen (5) aufweisender Nanofüllstoff
in einem Lackpolymer (4) und/oder Lackpolymervorläufer dispergiert wird, wobei ein
Wickeldraht (2) mit einer Beschichtung aus dem Lackpolymer (4) mit dem darin dispergierten
Nanofüllstoff und/oder aus dem Lackpolymervorläufer mit dem darin dispergierten Nanofüllstoff
beschichtet wird, wobei der mit der Beschichtung beschichtete Wickeldraht (2) durch
eine Lackierdüse (7) geführt wird, so dass die Plättchen (5) des Nanofüllstoffs einen
den Wickeldraht (5) umgebenden Plättchenmantel bilden, wobei die Beschichtung auf
dem Wickeldraht (2) zur Ausbildung eines Elektroisolierlacks (3) vorzugsweise durch
Erwärmen ausgehärtet wird.
1. An enameled wire, particularly an enameled copper wire or enameled aluminum wire,
wherein a surface of a winding wire (2) forming a core of the enameled wire (1) is
completely or in essence completely coated with an electrically insulating varnish
(3) consisting of at least one varnish resin (4), wherein the electrically insulating
varnish (3) contains at least one nanofiller, wherein the nanofiller is composed of
a plurality of platelets (5), and wherein a platelet jacket (8a, 8b, 8c) formed by
the nanofiller completely or in essence completely encloses the winding wire (2).
2. The enameled wire according to claim 1, wherein the platelets (5) are preferably arranged
in the platelet jacket (8a, 8b, 8c) along a longitudinal axis of the winding wire
(2) in a non-overlapping or in essence non-overlapping fashion and/or wherein the
platelets (5) are preferably arranged in the platelet jacket (8a, 8b, 8c) around the
winding wire in a non-overlapping or in essence non-overlapping fashion.
3. The enameled wire according to claim 1 or 2, wherein an aspect ratio of the nanofiller
or the platelets (5) is greater than 100.
4. The enameled wire according to one of claims 1-3, wherein the platelets (5) have a
thickness of no more than 20 nm.
5. The enameled wire according to one of claims 1-4, wherein the platelets (5) have a
lateral dimension of at least 100 nm.
6. The enameled wire according to one of claims 1-5, wherein the nanofiller is a phyllosilicate.
7. The enameled wire according to one of claims 1-6, wherein the electrically insulating
varnish (3) contains as much as 10 vol.% of the nanofiller.
8. The enameled wire according to one of claims 1-7, wherein the ratio of the diameter
of the winding wire to the square of the thickness of the electrically insulating
varnish (3) is greater than or equal to 1 µm-1.
9. The enameled wire according to one of claims 1-8, wherein the electrically insulating
varnish (3) is composed of at least two layers of electrically insulating varnish
that are preferably identical or in essence identical.
10. A method for manufacturing an enameled wire, particularly an enameled wire according
to one of claims 1-9, wherein a nanofiller featuring a plurality of platelets (5)
is dispersed in a varnish resin (4) and/or a varnish resin precursor, wherein a winding
wire (2) is provided with a coating of the varnish resin (4) with the nanofiller dispersed
therein and/or a coating of the varnish resin precursor with the nanofiller dispersed
therein, wherein the winding wire (2) provided with the coating is guided through
a varnishing nozzle (7) such that the platelets (5) of the nanofiller form a platelet
jacket enclosing the winding wire (5), and wherein the coating on the winding wire
(2) is hardened, preferably by means of heating, in order to form an electrically
insulating varnish (3).
1. Fil émaillé, en particulier fil émaillé en cuivre ou fil émaillé en aluminium, une
surface d'un fil torsadé (2) formant une âme de fil émaillé (1) étant revêtue complètement
ou pour l'essentiel complètement d'un émaillé électro-isolant (3) composé au moins
d'un polymère émaillé (4), l'émail électro-isolant (3) contenant au moins une nanomasse
de remplissage, la nanomasse de remplissage étant formée d'une pluralité de plaquettes
(5), une gaine en plaquettes (8a, 8b, 8c) formée par la nanomasse de remplissage entourant
complètement ou pour l'essentiel complètement le fil torsadé (2).
2. Fil émaillé selon la revendication 1, les plaquettes (5) étant disposées dans la gaine
en plaquettes (8a, 8b, 8c) de préférence sans chevauchement ou pour l'essentiel sans
chevauchement le long d'un axe longitudinal du fil torsadé (2) et/ou les plaquettes
(5) étant disposées de préférence sans chevauchement ou pour l'essentiel sans chevauchement
entourant le fil torsadé dans la gaine en plaquettes (8a, 8b, 8c).
3. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, un rapport d'aspect
de la nanomasse de remplissage ou des plaquettes (5) étant supérieur à 100.
4. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, les plaquettes (5) comportant
une épaisseur jusqu'à un maximum de 20 nm.
5. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, les plaquettes (5) comportant
une expansion latérale jusqu'à au moins 100 nm.
6. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, la nanomasse de remplissage
étant un silicate stratifié.
7. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, l'émail électro-isolant
(3) contenant jusqu'à 10 % vol. de la nanomasse de remplissage.
8. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, le rapport entre le diamètre
du fil torsadé et le carré de l'épaisseur de l'émail électro-isolant (3) étant supérieur
ou égal à 1µm-1.
9. Fil émaillé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, l'émail électro-isolant
(3) étant formé d'au moins deux couches d'émail électro-isolant, avantageusement identiques
pour l'essentiel identiques.
10. Procédé de fabrication d'un fil émaillé, en particulier d'un fil émaillé selon l'une
quelconque des revendications 1 à 9, une nanomasse de remplissage comportant une pluralité
de plaquettes (5) étant dispersée dans un polymère émaillé (4) et/ou un précurseur
de polymère émaillé, un fil torsadé (2) étant revêtu d'un revêtement de polymère émaillé
(4) avec la nanomasse de remplissage dispersée dedans et/ou de précurseur de polymère
émaillé avec la nanomasse de remplissage dispersée dedans, le fil torsadé (2) revêtu
du revêtement étant guidé par une buse d'émaillage (7) de manière que les plaquettes
(5) de nanomasse de remplissage forment une gaine en plaquettes entourant le fil torsadé
(5), le revêtement étant durci sur le fil torsadé (2) pour former un émail électro-isolant
(3) de préférence par réchauffement.