[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einrichtung und/oder Überwachung von Betriebsparametern
einer Werkstückbearbeitungsmaschine.
[0002] In modernen Herstellungsverfahren werden insbesondere für die Serienfertigung Werkstückbearbeitungsmaschinen
für die Bearbeitung eines Werkstückes mit einem bestimmten Bearbeitungsschritt zunächst
eingerichtet und nach erfolgreicher Einrichtung in dem hinsichtlich der Betriebsparameter
eingestellten Verarbeitungsablauf fortwährend wiederkehrend verwendet zur Bearbeitung
einer Vielzahl gleichartiger und gleichartig zu behandelnder Werkstückes der Fertigungsserie
mit dem eingerüsteten Bearbeitungsschritt. Dies gilt im Besonderen auch für zerspanende
Werkstückbearbeitungsmaschinen, für die die vorliegende Erfindung im Besonderen gedacht
ist. Hierunter fallen insbesondere Maschinen, die eine Bohr- oder Fräsbearbeitung
eines Werkstückes durchführen, im Falle der Fräsbearbeitung sowohl ein Tiefenfräsen
als auch ein Linien- oder Flächenfräsen oder dergleichen. Es fallen aber auch Drehmaschinen
unter diese Kategorie von zerspanenden Werkstückbearbeitungsmaschinen.
[0003] Soll für derartige Bearbeitungsmaschinen ein neuer Prozess eingerichtet werden, um
beispielsweise eine Bearbeitungsmaschine erstmals in die Fertigung eines bestimmten
Teils einzubeziehen, so erfolgt zunächst eine Einrichtung der Maschine hinsichtlich
der Betriebsparameter, was neben der Auswahl eines geeigneten Werkzeuges insbesondere
die Parametrierung der einstellbaren Maschinenwerte und Parameter betrifft, wie z.B.
Rotationsgeschwindigkeit eines rotierenden Werkzeughalters, in dem ein ausgewähltes
Werkzeug verdrehfest gehalten ist, und Vorschubgeschwindigkeiten des Werkzeuges relativ
zum Werkstück in den möglichen Arbeitsrichtungen, z.B. in axialer Richtung in Bezug
auf die Rotationsachse des rotierbar angetriebenen Werkzeughalters oder auch in Richtungen
senkrecht zu dieser Achse. Bei Drehmaschinen sind diese Parameter neben der Auswahl
des Werkzeuges an sich vor allem die Drehzahl der Werkstückspindel und Vorschubgeschwindigkeit
zwischen Werkzeug und Werkstück. Die Vorgabe entsprechender Parameter erfolgt dabei
selbstverständlich nach den durch den durchzuführenden Bearbeitungsschritt, z.B. die
vorbestimmte Formgebung, gesetzten Anforderungen, also z.B. anhand der Form und des
Verlaufes einer einzubringenden Frässpur oder aber der Verlaufsrichtung und Tiefe
einer anzubringenden Bohrung oder der Form der durch Drehen zu fertigenden Oberfläche.
Zugleich wird bei einer entsprechenden Parametrierung aber auch Rücksicht genommen
auf weitere Einzelheiten und Randbedingungen wie die Bearbeitungsdauer und damit den
Durchsatz der Bearbeitungsmaschine, aber auch die Vermeidung übermäßig hoher Belastungen
des Materials des Werkstückes, die sich z.B. aus zu schnellen Vorschubgeschwindigkeiten
bei einer zerspanenden Bearbeitung ergeben können. Die entsprechende Parametrierung
und Einrichtung der Werkstückbearbeitungsmaschinen ist derzeit vor allem der Erfahrung
und dem fachlichen Können eines entsprechenden Maschinenführers überlassen, der anhand
seiner entsprechenden Kenntnisse, allgemeiner Angaben des Herstellers des verwendeten
Werkzeuges und unter Zuhilfenahme von Anfahrversuchen die entsprechende Einrichtung
und Parametrierung vornimmt.
[0004] Des Weiteren wird bei einer erstmaligen Einrichtung eines Bearbeitungsprozesses auf
einer Werkstückbearbeitungsmaschine regelmäßig auch der Werkzeugverschleiß beobachtet,
um insbesondere Zyklen festzulegen, innerhalb derer Werkzeuge auszutauschen sind.
Denn über eine bestimmte Grenze hinaus verschlissene Werkzeuge wie z.B. Bohrer, Dreh-
oder Fräswerkzeuge führen einerseits zu verschlechterten Bearbeitungsergebnissen hinsichtlich
der Bearbeitungsgenauigkeit, bedingen aber andererseits auch einen möglichen Totalverlust
des kostspieligen Werkzeuges, wenn beispielsweise Frässchneiden über ein Maß hinaus
verschlissen sind, bis zu welchem noch ein Nachschärfen des entsprechenden Fräswerkzeuges
möglich gewesen wäre. In diesem Zusammenhang werden heute typischerweise bei der Einrichtung
entsprechender Werkstückbearbeitungsmaschinen Versuchsreihen mit Bearbeitungszyklen
und einem Probewerkzeug gefahren, und es wird die Abnutzung des Probewerkzeuges nach
Bearbeitung einer vorgegebenen Anzahl von Werkstücken beobachtet, typischerweise durch
optische Begutachtung z.B. unter dem Mikroskop zum Teil mit einer Vermessung der durch
den Verschleiß veränderten Schneidkantengeometrie. Ausgehend von diesen Verschleißbeobachtungen
erfolgen dann Hochrechnungen auf die zulässigen Durchsätze mit einem Werkzeug, bevor
dieses über ein akzeptables Maß hinaus verschlissen ist, und somit die Festlegung
der für diesen Bearbeitungsprozess zulässigen Standzeit eines Werkzeuges, bevor dieses
auszutauschen ist.
[0005] Aber auch im Zuge der nach Einrichtung der Bearbeitungsmaschine für eine Serienfertigung
durchgeführten Fertigungsabläufe ist es wünschenswert, den Bearbeitungsprozess und
die Betriebsparameter der Werkstückbearbeitungsmaschine unter Beobachtung zu halten,
zumindest mit stichprobenartigen Bestandsanalysen. Hierbei ist es insbesondere von
Interesse, nachzuhalten, inwieweit der hinsichtlich der Betriebsparameter eingerichtete
Bearbeitungsprozess weiterhin stabil abläuft, insoweit hinsichtlich des Bearbeitungsergebnisses
zu einem Ausstoß gleichbleibend bearbeiteter und hinsichtlich der Toleranzen und Bearbeitungsqualitäten
gleicher Werkstücke führt. Zugleich ist weiterhin bei einer derartigen Beobachtung
von Interesse festzustellen, ob nicht ggf. ein Werkzeug trotz einer vorgegebenen Standzeit
frühzeitig verschlissen oder aber sogar beschädigt ist (z.B. ein Schneidenbruch bei
einem Fräs- oder Drehwerkzeug oder dgl.). Auch ist es grundsätzlich wünschenswert,
sonstige Anomalien im Ablauf der Bearbeitungsmaschine festzustellen, wie z.B. Veränderungen
an der Maschine selbst (z.B. ausgeschlagene Lager, Zunahme eines ungewünschten seitlichen
Spiels in Linearführungen oder dgl.). Schließlich ist es auch von Interesse, möglicherweise
auftretende Fehler im Bearbeitungsprozess erkennen zu können, wie z.B. einen Spanstau
durch verklemmte Bohrspäne in einem Bohrer oder dgl., da derartige Vorkommnisse ebenfalls
einen nachteiligen Einfluss auf den Bearbeitungsprozess haben können und zudem auch
eine Gefährdung für das wertvolle Werkzeug darstellen können.
[0006] Für einen Teil der oben erwähnten Beobachtungen werden im heutigen Einsatz von Bearbeitungsmaschinen
häufig die Motorströme von Antriebsmotoren, z.B. eines Antriebsmotors für den rotatorischen
Antrieb des Werkzeughalters oder eines Werkstückhalter (z.B. einer Drehspindel) überwacht
und aus entsprechenden Stromaufnahmen auf auftretende Drehmomente oder sonstige Kräfte
rückgeschlossen. Steigt dabei der Motorstrom in einer unerwarteten und von der Norm
abweichenden Weise an, so werden hier Probleme vermutet, die einer näheren Analyse
bedürfen. Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist jedoch die vergleichsweise undifferenzierte
Information, die sich aus der bloßen Überwachung des Motorstromes ergibt. Durch entsprechenden
Anstieg des Motorstromes kann der Maschinenführer noch nicht auf die konkrete Ursache
des Phänomens schließen, ist in der Regel zunächst eine eingehende Untersuchung des
aktuellen Zustandes der Bearbeitungsmaschine und der Parametrierung erforderlich,
was zu Ausfallzeiten und damit wirtschaftlichen Verlusten führt. Auch ist die Motorstrommessung
bei kleinen Werkzeugen und/oder geringen Bearbeitungskräften zu ungenau. Am Werkzeug
auftretende Biegemomente können über Motorströme gar nicht erfasst werden.
[0007] Eine Werkstückbearbeitungsmaschine, hier mit rotatorisch antreibbarem Werkzeug, für
die die Erfindung ebenfalls vorteilbringend zum Einsatz kommen kann, ist aber auch
eine Rührreibschweißmaschine. Auch bei dieser ist für eine entsprechende Fertigung,
insbesondere eine Serienfertigung, eine Parametrierung vorzunehmen und ist es wünschenswert,
den Prozess im laufenden Betrieb zumindest stichprobenartig zu überwachen, um eine
gleichbleibende Qualität der mit dieser Vorrichtung und Maschine hergestellten Schweißnähte
sicherzustellen. Bei der Einrichtung treten hier gleichartige Fragen auf, nämlich
eine Parametrierung der Maschine für den entsprechenden Bearbeitungsvorgang nach den
Vorgaben einer möglichst schnellen Bearbeitung (einem hohen Durchsatz) auf der einen
Seite, auf der anderen Seite aber mit entsprechender Schonung der Werkstücke und nach
Möglichkeit auch des Werkzeuges.
[0008] Gleichermaßen kann die Erfindung auch in einer Reibschweißmaschine zum Einsatz kommen,
wobei hier ein mittels des Reibschweißverfahrens an einem Werkstück anzubringendes
zusätzliches Element, beispielsweise ein Anschweißbolzen, als "Werkzeug" zu sehen
ist, welches rotatorisch angetrieben wird. Hier also ist der Werkzeughalter, wie er
in der erfindungsgemäßen Werkstückbearbeitungsmaschine enthalten ist, als eine rotatorisch
antreibbare Spindel aufzufassen, die ein anzuschweißendes Element, beispielsweise
einen im Reibschweißverfahren anzuschweißenden Bolzen, aufnimmt.
[0009] Im Stand der Technik sind der Erfindung ähnliche Verfahren bekannt. So beschreibt
die
DE 10 2008 064 391 A1 ein maschinendiagnostizierendes Verfahren bei der ein Drehmoment und auch Biegemomente
eines Triebkörpers erfasst und für den Betrieb der Maschine ausgewertet werden. Ferner
beschreibt die
WO 2008/142386 A1 eine Überwachung einer Maschinenbearbeitung, bei der die Axialkraft erfasst und ausgewertet
wird.
[0010] Wie vorstehend geschildert, besteht im Stand der Technik das Problem, dass sowohl
bei der Einrichtung als auch bei der Überwachung der entsprechenden Betriebsparameter
einer Werkstückbearbeitungsmaschine mit einem Werkzeughalter Aussagen über die bei
entsprechender Parametrierung auftretenden Kräfte und Momente allenfalls mittelbar
gemacht werden können, so dass bei der entsprechenden Einrichtung und/oder Überwachung
bisher weitgehend ausschließlich auf die entsprechende Erfahrung des Maschinenführers
zurückgegriffen wurde, der sich entsprechender Hilfsmittel, wie z.B. der Messung und
Überwachung der Stromaufnahme der Antriebsmotoren, bedienen konnte. Dies führt insbesondere
dazu, dass bei der Einrichtung der Betriebsparameter häufig noch nicht das Optimum
einer entsprechenden Parametrierung im Hinblick auf die verschiedenen Randbedingungen
wie insbesondere schonende Bearbeitung des Werkstückes, hohe Eingriffszeiten und damit
kurze Bearbeitungszeiten und Schonung des Werkzeuges erreicht worden sind bzw. erreicht
werden können. Auch im Hinblick auf die Genauigkeit der Überwachung der Betriebsparameter,
z.B. hinsichtlich eines Werkzeugverschleißes, oder des Erkennens bestimmter Fehler
und Anomalien im Bearbeitungsprozess sind die bekannten Verfahren noch vergleichsweise
ungenau. Diese Problematik besteht insbesondere bei jedenfalls um eine Rotationsachse
rotatorisch antreibbaren Werkzeughaltern, da bei diesen eine Überwachung von mit enstprechenden
Messaufnehmern oder -sensoren erfassten Messwerten häufig problematisch ist.
[0011] Mithin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, hier eine Vorgehensweise anzugeben,
die eine genauere Analyse der Betriebszustände für eine im Hinblick auf einen optimalen
Betrieb verbesserte Einrichtung der Werkstückbearbeitungsmaschine und ihrer Betriebsparameter
ermöglicht, bzw. die eine genauere und bessere Überwachung des Bearbeitungsprozesses
z.B. hinsichtlich eines Zustandes des Werkzeuges oder auch im Hinblick auf das Erkennen
bestimmter Anomalien oder Ausfälle bzw. Veränderungen im System der Werkstückbearbeitungsmaschine
und des genutzten Werkzeuges erkennen lassen.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Einrichtung und/oder
Überwachung von Betriebsparametern einer Werkstückbearbeitungsmaschine mit den Merkmalen
des Patentanspruches 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 15 angegeben.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Einrichtung und/oder Überwachung von Betriebsparametern
einer Werkstückbearbeitungsmaschine bezieht sich zunächst auf eine solche Werkstückbearbeitungsmaschine,
die einen Werkzeughalter sowie Mittel zum relativen Bewegen eines Werkstückes und
des Werkzeughalters zueinander jedenfalls in Richtung einer ersten Achse aufweist.
Dabei kann mit den vorstehend genannten Mitteln sowohl gemeint sein, dass der Werkzeughalter
in einer Richtung parallel zu der ersten Achse linear verfahrbar, das Werkstück in
dieser Richtung feststehend ist. Gleichermaßen können diese Mittel aber auch so umgesetzt
sein, dass der Werkzeughalter relativ zu der Bearbeitungsmaschine entsprechend ruht
und eine Werkstückaufnahme mit dem darin aufgenommenen Werkstück in dieser Richtung
relativ zum Werkzeughalter verfahrbar ist, oder auch Kombinationen dieser beiden Möglichkeiten,
in denen beide Elemente, Werkzeughalter und Werkstück aktiv bewegt werden.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden im Bearbeitungsbetrieb des mit einem Werkzeug
bestückten Werkzeughalters und im Angriff des Werkzeuges an einem Werkstück Werte
für wenigstens eine der folgenden bei Interaktion zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück
am Werkzeug auftretenden und auf den Werkzeughalter übertragenen Messgrößen am Werkzeughalter
erfasst und für den Ablauf der Bearbeitung aufgezeichnet:
a. eine in Richtung parallel zu der ersten Achse wirkende Axialkraft.
[0015] Diese Erfassung der Werte erfolgt dabei insbesondere durch entsprechende Messsensoren
an dem Werkzeughalter, z.B. Dehnungsmessstreifen, DMS, oder aber auch SAW-Sensoren
oder dgl. Hierbei kann als Werkzeughalter sowohl eine mit entsprechender Messsensorik
ausgerüsteter Werkzeughalterung bzw. eine Werkzeugaufnahme der Bearbeitungsmaschine
selbst, aber ebenso gut auch ein in eine Werkzeughalterung der Werkstückbearbeitungsmaschine
eingesetztes Zwischenstück dienen, welches in der Werkzeughalterung der Bearbeitungsmaschine
eingespannt wird und welches wiederum eine Werkzeugaufnahme zum drehfesten und starren
Festlegen des Werkzeuges, den eigentlichen Werkzeughalter, aufweist. Der Werkzeughalter
kann insbesondere auch rotatorisch um eine zu der ersten Achse parallelen oder mit
dieser zusammenfallenden Rotationsachse antreibbar gebildet sein. Dann ist ein solches
Zwischenstück mit der Werkzeughalterung der Bearbeitungsmaschine rotationsfest in
Bezug auf die Rotationsachse verbunden und wird entsprechend rotierend angetrieben.
Mit anderen Worten kann der erfindungsgemäß vorzusehende Werkzeughalter auch durch
ein als Adapterstück ausgebildetes Element realisiert sein, wobei ein solches Adapterstück
dann insbesondere die Messsensorik der oben geschilderten Art aufweist.
[0016] Das Besondere bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist nun, dass bei rotatorisch antreibbaren
Werkzeughaltern im Hinblick auf die Erfassung der Werte für die Messgrößen der Biegemomente
bzw. Biegemomentkomponenten diese Werte aufgelöst nach Richtung und Betrag in einer
Ebene senkrecht zu der ersten Achse gemessen und dann in einer entsprechenden Koordinatendarstellung
wiedergegeben und ausgewertet werden. Dies kann z.B. durch eine Aufzeichnung nach
Betrag und relativen Winkel zu einer vorgegebenen Bezugsrichtung, die insbesondere
ortsfest in Bezug auf den (ggf. rotierenden) Werkzeughalter ist, geschehen. Es ist
ebenso möglich diese Messung durchzuführen nach den Richtungskomponenten des Biegemomentes
in zwei zueinander senkrecht stehenden, in einer zu der Rotationsachse senkrechten,
mit einem (ggf. rotierenden) Werkzeughalter ortsfest korrelierte (ggf. mitdrehenden)
Ebene liegenden, relativ zu dem Werkzeughalter ortsfest bestimmten Richtungen, von
denen eine als "x-Richtung", eine zweite als "y-Richtung" aufgefasst werden können.
Dabei wird dann für die Auswertung ein Auftrag einer Vielzahl von jeweils aus zu einem
vorgegebenen Messzeitpunkt t erfassten Werten der Biegemomente bzw. Biegemomentkomponenten
in x-Richtung und in y-Richtung gebildeten Wertepaaren in einem zweidimensionalen,
rechtwinkligen Koordinatendiagramm aufgetragen, bei denen die für die Biegemomente
bzw. Biegemomentkomponenten in x-Richtung aufgenommenen Werte entlang einer ersten
Koordinatenachse, die Werte in y-Richtung entlang einer zweiten Koordinatenachse aufgetragen
sind und die entsprechenden Wertepaare Darstellungspunkte in diesem Koordinatendiagramm
bilden. Bei einer derartigen Wiedergabe ergeben sich dann eine Vielzahl entsprechender
Punkte in dem Koordinatendiagramm, die letztlich nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne
eine Art Punkt- oder Datenwolke ergeben. Da das Koordinatensystem, nach dem die Biegemomente
bzw. die Biegemomentkomponenten hinsichtlich ihres Wertes erfasst werden, zum Werkzeughalter
feststehend ist, ergibt sich, wenn auch die Richtung der auftretenden Biegemomente
durch entsprechende Vergabe eines Vorzeichens mit berücksichtigt wird (positiv für
eine erste Richtung und negativ für die entgegengesetzte Richtung) in dem Koordinatensystem
ein mit der Werkzeugkontur korreliertes Abbild. Wird z.B. ein in einem rotierenden
Werkzeughalter festgelegtes, vierschneidiges Fräswerkzeug verwendet, so treten an
den Schneidkanten, wenn diese mit dem Werkstück in Eingriff geraten, höhere Biegemomente
auf, bei Vorbeistreichen der abfallenden Flanken rückwärtig der Schneidkanten ein
entsprechend verringertes Biegemoment. Dies führt zu einem Abbild der entsprechenden
in diesem Beispiel als in der Zahl vier vorliegend angegebenen Schneidkanten in der
oben erläuterten Darstellung. Je nach Beanspruchung des Werkzeuges ergibt sich dann
eine entsprechende "Verzerrung" dieses Abbildes mit einer höheren Ausdehnung und Erstreckung
in dem Koordinatendiagramm bei höheren Biegemomentbeanspruchungen und einer entsprechend
zusammengezogenen bzw. zusammengestauchten Darstellung bei geringeren Biegemomentbeanspruchungen.
Darüber hinaus ist bei einem typischerweise symmetrisch gebildet gewählten Werkzeug
das Abbild in einer solchen Darstellung klassischerweise ebenfalls symmetrisch, lassen
sich aus auftretenden Asymmetrien Rückschlüsse ziehen auf z.B. ungleichmäßigen Verschleiß
der Werkzeugschneiden, einen Schneidenbruch, eine möglicherweise nicht exakt gerade
Einspannung des Werkzeuges und dgl.
[0017] Neben den Werten für die Messgrößen Biegemomente oder Biegemomentkomponenten nach
Richtung und Betrag können insbesondere auch die Werte für folgende Messgrößen erfasst
und aufgezeichnet werden:
b. ein in Bezug auf die erste Achse oder eine parallel zu der ersten Achse liegende
Achse anliegendes Drehmoment,
c. Biegemomente bzw. Biegemomentkomponenten nach Richtung und Betrag.
[0018] Wenn der Werkzeughalter, wie dies in einer möglichen Weiterbildung vorgesehen ist,
um eine Rotationsachse rotatorisch antreibbar ist, so liegt diese parallel zu der
ersten Achse und wird - sofern diese berücksichtigt wird - als Messgröße gemäß Punkt
b. der obigen Aufzählung das in Bezug auf die Rotationsachse anliegende Drehmoment
betrachtet.
[0019] Erfindungsgemäß werden die ermittelten Werte für die wenigstens eine Messgröße verwendet,
um eine im Hinblick auf eine verlängerte Standzeit des verwendeten Werkzeuges bei
gleichzeitig eine Maximalbearbeitungszeit unterschreitender Bearbeitungszeit abgestimmte
Einrichtung der Betriebsparameter vorzunehmen und/oder um den Bearbeitungsprozess
im Hinblick auf eine Reproduzierbarkeit desselben und/oder einen Werkzeugverschleiß
und/oder einen Maschinenfehler der Werkstückbearbeitungsmaschine zu überwachen.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht also vor, dass am Werkzeughalter selbst durch
eine entsprechende Reaktionskraft des Werkzeuges bei einer Bearbeitung des Werkstückes
auftretende Kräfte und/oder Momente gemessen und für eine Auswertung und darauf basierende
Einrichtung und/oder Überwachung der Betriebsparameter der Werkstückbearbeitungsmaschine
für einen Bearbeitungsprozess herangezogen werden. Die so gewonnenen Daten können
bei der Einrichtung der Betriebsparameter insbesondere auch dazu verwendet werden,
die Bearbeitungszeit zu verkürzen, indem aus einer wirkenden Axialkraft und/oder einem
anliegenden Drehmoment und/oder den erfassten Biegemomenten bzw. Biegemomentkomponenten
zu jedem Zeitpunkt im Bearbeitungsprozess auf einen das Werkstück bearbeitenden Angriff
des Werkzeuges an dem Werkstück geschlossen wird, z.B. bei einem Probelauf im Rahmen
einer Einrichtungsprozedur zum Einrichten der Bearbeitungsmaschine. So kann z.B. im
Falle eines Fräswerkzeuges erkannt werden, wann und optional auch in welchem Maße
eine Frässchneide tatsächlich am Werkstück materialabtragend angreift, da zu diesem
Zeitpunkt ein höheres Drehmoment zu beobachten sein wird bzw. bei einem Vortrieb zwischen
Werkzeughalter und Werkstück in axialer Richtung des Werkzeughalters eine entsprechende
axiale Reaktionskraft bzw. bei einem Vortrieb zwischen Werkzeughalter und Werkstück
in einer Richtung quer zu dieser axialen Richtung entsprechende Anteile von Biegemomenten,
die sich quer zu der Längsachse und auch der Rotationsachse des Werkzeuges bemerkbar
machen. Eine entsprechende Optimierung kann hier also dahingehend erfolgen, dass der
Bearbeitungsprozess derart parametriert wird, dass möglichst große Zeiten einer vorgegebenen
entsprechenden Beanspruchung (Auftreten höherer Drehmomente, Auftreten einer Schwelle
übersteigender Axialkräfte bzw. Auftreten einer Mindestgröße übersteigender Biegemomente)
festgestellt werden. Hierbei können sämtliche der oben genannten Messgrößen und diesbezüglichen
Werte aufgenommen und berücksichtigt werden, abhängig davon, welches konkrete Werkzeug
bzw. welche Werkstückbearbeitungsmaschine hier mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens
eingerichtet werden soll, können aber auch nur eine oder zwei der genannten Messgrößen
Berücksichtigung finden.
[0021] Zusätzlich oder alternativ kann bei der Einrichtung auch eine entsprechende möglichst
werkzeugschonende Vorgehensweise Berücksichtigung finden. In entsprechenden Bearbeitungsprozessen
sind die verwendeten Werkzeuge oft kostspielig, so dass die Werkzeugstandzeit ein
nicht unerheblicher Kostenfaktor ist. Wird ein Werkzeug übermäßig hoch beansprucht,
verringert sich dessen Standzeit, so dass es früher auszutauschen ist. Dies führt
zum einen dazu, dass Werkzeuge früher unbrauchbar werden und durch ein neues Werkzeug
zu ersetzen sind, mit den entsprechend hohen Beschaffungskosten. Zum anderen führt
dies aber auch zu verkürzten durchgehenden Laufzeiten der Bearbeitungsmaschine, die
in kürzeren Abständen für ein Umrüsten der Werkzeuge anzuhalten ist. Damit sind Produktionsausfälle
verbunden, die ebenfalls einen wirtschaftlichen Verlust bedeuten. Auch die bei einer
möglichen weiteren Verwertung des Werkzeuges vorzunehmenden Überholmaßnahmen, wie
z.B. das Schärfen eines Fräswerkzeuges an den Frässchneiden oder das Schärfen der
Schneidkanten eines Bohrers, sind aufwendig und mit Kosten verbunden, so dass auch
hier eine längere Standzeit des Werkzeuges und längere Abschnitte zwischen solchen
vorzunehmenden Überholmaßnahmen von wirtschaftlichem Vorteil sind. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren können hier entsprechende Maßnahmen vorgesehen werden, indem eine, zwei
oder sämtliche der oben unter a. bis c. genannten Messgrößen hinsichtlich ihrer Werte
bei einem Probedurchlauf des Bearbeitungsprozesses erfasst werden und die Werte für
diese Messgrößen entsprechend ausgewertet werden, um z.B. für die Axialkraft eine
maximale Kraft einzustellen, die auf eine verringerte Werkzeuglast, z.B. eines Bohrers,
hindeutet, oder aber, z.B. im Falle eines Fräswerkzeuges die zulässigen Drehmomente
und/oder Biegemomente auf einen Maximalwert festzulegen und den Prozess entsprechend
so zu parametrieren, dass die Maximalwerte nicht überschritten werden. Gerade hierin
liegt ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens, da eine entsprechende
Auflösung der Beobachtungen und aufgenommenen Messgrößen nicht möglich und entsprechend
eine exakte Analyse der Beanspruchung des verwendeten Werkzeuges bisher nicht möglich
war.
[0022] Im Zuge der Einrichtung des Bearbeitungsprozesses wird der Maschinenführer hier einen
Kompromiss suchen zwischen einer verträglichen Werkzeugbelastung einerseits und einem
wirtschaftlich gebotenen Durchsatz, d.h. einer hohen Bearbeitungsgeschwindigkeit,
andererseits. Er kann eine entsprechende Verfahrenseinstellung und Prozessoptimierung
hervorragend unter Rückgriff auf die gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren entweder
einzeln, oder in Zweierkombinationen oder insgesamt zu messenden Messgrößen a. bis
c. und die dafür aufgenommenen Werte ausführen. Bei einer Einrichtung des Bearbeitungsprozesses
kann ein Maschinenführer dabei z.B. iterativ wie folgt vorgehen:
Zunächst kann er einen einmal voreingestellten und in einem Probelauf gefahrenen Bearbeitungsprozess
hinsichtlich der aufgenommenen Messwerte im Hinblick auf für unzulässig erklärte Bearbeitungszustände
auswerten, d.h. im Hinblick auf solche Bearbeitungszustände, zum Beispiel, in denen
zumindest einmalig ein Wert für wenigstens eine der genannten Messgrößen einen vorgegebenen
Maximalwert übersteigt, was z.B. auf eine übermäßig hohe Werkzeugbeanspruchung schließen
lässt, aber auch als eine für das zu bearbeitende Werkstück und sein Material nicht
hinnehmbar hohe Beanspruchung sprechen kann. Hier wird der Maschinenführer zunächst
seine Bearbeitungsmaschine derart nachjustieren, dass in einem weiteren Probedurchlauf
derartig als unzulässig definierte Bearbeitungszustände nicht mehr anzutreffen sind.
In einer weiteren Stufe kann dann der Bearbeitungsprozess innerhalb des zulässigen
Bereiches noch weiter optimiert werden, indem anhand der bestimmten Messwerte in weiteren
Probedurchläufen eine Feinjustierung dahingehend erfolgt, als dass einerseits auf
eine hohe Gesamtzeit des Werkzeugangriffes (also eine wie oben beschriebenen Optimierung
im Hinblick auf bei einem Werkzeugangriff bzw. -eingriff auftretenden (Reaktions-)Kräften
und Momenten) und damit eine schnelle Bearbeitungszeit geachtet wird, die für einen
hohen Maschinendurchsatz sorgt, andererseits eine möglichst gleichmäßige und innerhalb
vorgegebener Grenzen liegende Werkzeugbeanspruchung erzielt wird. In einem weiteren
Schritt kann der Maschinenführer dann optional basierend auf den eingestellten Parametern
eine Richtzeit für die Werkzeugstandzeit festlegen, nach der das Bearbeitungswerkzeug
in der Bearbeitungsmaschine auszutauschen ist. Auch ist es in einer weiteren Ausbaustufe
möglich ein Expertensystem zu integrieren, dass dem Maschinenbediener zumindest einen
Teil der Interpretation der Messwerte abnimmt und ihm ggf. Vorschläge für Prozessverbesserungen
unterbreitet.
[0023] Aber auch im Hinblick auf die Überwachung des Bearbeitungsverfahrens, welches mit
der Werkstückbearbeitungsmaschine in der Parametrierung durchgeführt wird, kann das
erfindungsgemäße Verfahren, welches die Aufnahme von Messwerten zu wenigstens einer
der genannten Messgrößen vorsieht, mit Vorteil verwendet werden. So kann eine entsprechende
Prozessüberwachung z.B. durch stichprobenartige Wiederholungsmessungen der bereits
bei der Einrichtung der Werkstückbearbeitungsmaschine durchgeführten Messungen erfolgen,
um durch Vergleich der Messwerte festzustellen, ob hier Betriebsparameter nachjustiert
werden müssen, weil beispielsweise der Prozess "gewandert" ist, oder ob ein Werkzeug-
oder Anlagenverschleiß der Bearbeitungsmaschine vorliegt. Dieser Vergleich kann auch
gegenüber einem im Zuge der Einrichtung oder danach durchgeführten "Referenzprozess"
erfolgen, in dem die Parametrierung der Maschine den ermittelten Vorgaben und das
Ergebnis der Bearbeitung den Erwartungen und Anforderungen entsprach.
[0024] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann insbesondere durch die Feststellung der
Biegemomente, aber auch aufgrund der anderen gemessenen Werte, erkannt werden, wenn
maschinenseitig Veränderungen oder Probleme auftreten, wie beispielsweise ausgeschlagene
Lager, auftretendes Spiel in Linearführungen oder dgl. So können sich bei optional
rotatorisch antreibbaren Werkzeughaltern, wie sie bei Fräs-, Bohr-, Reibschweiß- oder
Rührreibschweißmaschinen anzutreffen sind, derartige Phänomene beispielsweise durch
eine Unwucht in der Werkzeugrotation bemerkbar machen, die wiederum -- dies bereits
und insbesondere ohne Angriff an dem Werkstück - durch eine bei normalen Maschinenverhältnissen
nicht zu beobachtende Asymmetrie der Biegemomentverteilung über die Rotation des Werkzeuges
festzustellen ist. Insoweit kann für das erfindungsgemäße Verfahren auch eine Beobachtung
der genannten Messgrößen, insbesondere des Drehmomentes um die Rotationsachse und/oder
der Biegemomente (siehe b. und c. oben), bereits bei andrehendem bzw. frei rotierenden
Werkzeug und ohne Angriff an dem Werkstück erfolgen. Über eine entsprechend festgestellte
Unwucht in der Werkzeugrotation kann aber auch ein nicht ausreichend gewuchtetes,
ein entlang des Umfanges beschädigtes (z.B. nach einem Schneidenbruch) oder ein nicht
exakt ausgerichtete eingespanntes Werkzeug erkannt werden.
[0025] Um in einer für die Erfindung kennzeichnenden Darstellung in dem zu dem Werkzeug
ortsfesten Koordinatensystem eine Entwicklung bzw. Dynamik der Messwerte über die
Zeit nachverfolgen zu können, wird die Darstellung in dem Koordinatendiagramm mit
Vorteil wie in Anspruch 5 angegeben ausgeführt.
[0026] Demnach werden zunächst Wertepaare, die innerhalb eines Zeitintervalls Δt
1 liegen, mit einer Abstastrate aufgenommen, die deutlich kleiner ist als das Zeitintervall
Δt
1 und werden diese Wertepaare in einer Darstellung in dem Koordinatendiagramm angezeigt.
Mit Abtastrate ist hierbei der Abstand zwischen zwei Messungen gemeint, so dass also
innerhalb des Zeitintervalls Δt
1 eine ausreichende Anzahl von Messungen aufgenommen werden, um ein aussagekräftiges
Abbild in dem Koordinatendiagramm aufzunehmen. Das Zeitintervall Δt
1 ist dabei zweckmäßigerweise so gewählt, dass in diesem die Bearbeitung mit gleichbleibender
Parametrierung hinsichtlich der für die Last relevanden Parameter durchgeführt wird,
insbesondere also gleichbleibender Vorschubgeschwindigkeit und -richtung des Relativvorschubes
zwischen Werkzeug une Werkstück sowie, bei rotierend angetriebenen Werkzeughalter
mit gleicher Werkzeugdrehzahl. Die Abtastrate wird dabei insbesondere gewählt werden
unter Berücksichtigung der Dauer des Zeitintervalls Δt
1, so dass innerhalb dieser Zeit eine für eine aussagekräftige Darstellung ausreichende
Datenmenge aufgenommen wird. Ist diese erste Darstellung nach Ende des Zeitintervalls
Δt
1 zufgenommen, so werden in einer neuen Darstellung in einem weiteren, leeren Koordinatendiagramm
für ein weiteres Zeitintervall Δt
2 darin liegende Messungen und Wertepaare aufgenommen, dies mit einer Abtastrate, die
deutlich kleiner ist als das Zeitintervall Δt
2. Auch hier ist das Zeitintervall Δt
2 insbesondere ein solches, innerhalb dessen die Bearbeitung mit gleichbleibender Parametrierung
der Bearbeitungsmaschine erfolgt, insbesondere mit der gleichen Parametrierung wie
im Zeitintervall Δt
1. Nach Abschluss dieser Messwertaufnahme für die Darstellung können entsprechend weitere
Darstellungen folgen, so dass aus einem Vergleich der aufeinanderfolgenden Darstellungen
auf eine dynamische Entwicklung von Betriebsbedingungen geschlossen werden kann, hierbei
insbesondere auf den Werkzeugzustand. Verändern sich hier die Darstellungen, nehmen
also z.B. die Biegemomente zu, so kann dies auf einen Werkzeugverschleiß, z.B. ein
stumpfer Werden eines Fräswerkzeuges schließeb lassen.
[0027] Ebenso gut ist es aber auch denkbar, das Zeitintervall Δt
1, während dessen die Werte wie oben beschrieben aufgenommen und dergestellt werden,
in eine Phase der Bearbeitung zu legen, in der bewusst die Parametrierung des Prozesses
dynamisch ist, in der also z.B. die Drehzahl eines rotierend angetriebenen Werkzeughalters
verändert, z.B. erhöht, wird, in der die Vorschubgeschwindigkeit oder die Vorschubrichtung
verändert wird. Dort entstehen dann Abbilder der Biegemomente, die diese Dynamik wiedergeben.
Auch aus einer Auswertung derartiger Darstellungen kann, z.B. durch Vergleich mit
einem Abbild, wie es für den gleichen Prozessschritt in einem auf der Bearbeitungsmaschine
während der Bearbeitung eines gleichartigen Werkstückes mit dem gleichen Werkzeug
zuvor durchgeführten und dokumentierten Referenzprozess aufgenommen worden ist, frühzeitig
auf etwaige Fehler und Störungen, z.B. Werkzeugverschleiß oder einen Verschleiß oder
Defekt in der Bearbeitungsmaschine, geschlossen werden.
[0028] Diese Art der Darstellung und Auswertung kann aber nicht nur für Werkzeuge in spanabtragenden
Bearbeitungsverfahren zum Einsatz kommen, sondern gleichermaßen auch für die Anwendungen
im Rührreibschweißen oder im reinen Reibschweißen, wo z.B. ein entsprechend mit im
Querschnitt kreisförmiger Außenkontur versehenes Werkzeug ein entsprechend kreisförmiges
Abbild in der wie oben beschrieben erhaltenen Darstellung ergibt und Abweichungen
von der Kreisform auf eine unerwünschte Anomalie im Bearbeitungsprozess, zum Beispiel
ein gegenüber der Rotationsachse schräges, also verkantetes Ansetzen des anzuschweißenden
Elements, im Verständnis der Erfindung also des "Werkzeuges" schließen lassen.
[0029] Entsprechend kann, wie in Anspruch 6 angegeben, aus den Darstellungen in dem Koordinatendiagramm
insbesondere auf Lasten auf einzelnen Umfangsabschnitten eines in dem Werkzeughalter
angeordneten, z.B. um die Rotationsachse angetrieben rotierenden, Werkzeuges geschlossen
bzw. können aus diesen Darstellungen entsprechende Lasten ausgelesen werden.
[0030] Wie bereits eingangs erwähnt, kann hier bei der Einrichtung so vorgegangen werden,
dass diese abgelesenen Lasten verringert werden, um z.B. eine Werkzeugbeanspruchung
möglichst gering zu halten. Gleichermaßen kann, wie ebenfalls bereits erwähnt, aus
diesen Lasten und einer beobachteten Zunahme derselben auf einen Werkzeugverschleiß
geschlossen werden, wobei hier Maximallasten definiert werden können, die in dem vorgegebenen
Bearbeitungsprozess erreicht werden, und bei deren Überschreitung bzw. bei deren Erreichen
ein Werkzeugverschleiß als maximal tolerabel aufgefasst und ein Werkzeugwechsel angeordnet
werden kann.
[0031] Wird, wie oben bereits erörtert, in der Darstellung der Messpunkte in dem Koordinatendiagramm
eine von dem erwarteten Bild abweichende Darstellung erkannt, ist diese insbesondere
unsymmetrisch abweichend, kann mit Vorteil auf eine Anomalie im Bearbeitungsprozess
geschlossen, die visuell dem Anlagenbediener dargestellt werden kann, automatisch
eine entsprechende Warnung auslöst oder auch nur zu Dokumentationszwecken archiviert
werden kann.
[0032] Eine Auswertung der ermittelten Daten für die Biegemomente kann aber nicht nur durch
einen richtungsaufgelösten Auftrag wie oben beschrieben erfolgen, sondern auch durch
einen von der vorliegenden Erfindung nicht erfassten Auftrag des Betrages der sich
aus allen Biegemomenten ergebenden Vektorsumme über die Zeit. Dabei kann der resultierende
Vektor vor einer Betragsbildung oder können die einzelnen Beiträge vor deren vektorieller
Addition noch auf eine senkrecht zur ersten Achse stehende Ebene projiziert werden,
um so nur den resultierenden Betrag des Biegemoments zu berücksichtigen, der in senkrechte
Richtung zu der ersten Achse wirksam ist. Bei einer solchen Betrachtung können unzulässig
hohe Biegemomente erkannt werden, die z.B. oberhalb eines zuvor bestimmten Grenzwertes
liegen und als Anzeichen für eine zu hohe Werkzeugbelastung bei einer Einrichtung
der Bearbeitungsmaschine nach den Betriebsparametern dienen oder auch als Indikator
für einen ein zulässiges Maß übersteigenden Werkzeugverschleiß im Falle der prozessbegleitenden
Überwachung. Eine solche Auswertung kann aber auch Anomalien erkennen lassen, die
z.B. auf nicht ordnungsgemäße Fertigungsabläufe hindeuten und damit ein Abweichen
des Bearbeitungsergebnisses am Werkstück von der Vorgabe.
[0033] Bei der Einrichtung kann aber auch ein minimaler Wert für den Betrag der Vektorsumme
der Biegemomente bestimmt werden, der eine Werkzeugangriff am Werkstück und damit
eine tatsächliche spanabtragende Bearbeitung anzeigt und der nach Möglichkeit für
einen weiten Zeitanteil des Bearbeitungsprozesses überschritten werden soll. Werden
hierbei zudem die Richtungskomponenten des Biegemoments in einer wie weiter oben beschriebenen
Darstellung betrachtet, so kann dies z.B. bei einem Fräswerkzeug, auch auf einzelne
Werkzeugschneiden oder andere bearbeitende Umfangsabschnitte des Werkzeuges aufgelöst
betrachtet und kann eine entsprechende Anpassung der Einstellungen und Parameter vorgenommen
werden.
[0034] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es insbesondere auch möglich und bildet
den Inhalt einer vorteilhaften Weiterbildung, wenn aus den erfassten Werten der Messgröße(n)
und einer an sich bekannten Geometrie des verwendeten Werkzeuges sowie den an sich
bekannten Materialeigenschaften desselben sowie ferner aus einer an sich, z.B. im
Rahmen der Betriebs- und Steuersoftwaren der Bearbeitungsmaschine, bekannten Positionierung
des Werkzeuges in der Werkzeugaufnahme rechnerisch auf Ausweichbewegungen und/oder
Verformungen des Werkzeuges an einer Position von Bearbeitungsabschnitten desselben
zu schließen. Dazu können z.B. rechnerische Simulationen dienen, die unter Berücksichtigung
von Daten zu der Werkzeuggeometrie, den Eigenschaften des Materials, aus dem das Werkzeug
besteht, sowie der exakten Einspannung und Positionierung des Werkzeuges im Werkzeughalter
aus mit den Messsensoren gemessenen Werten für auf das Werkzeug einwirkende Kräfte
und/oder Momente (Dreh- und/oder Biegemomente) auf Verformungen bzw. Ausweichbewegungen
des Werkzeuges schließen lassen.
[0035] Auf diese Weise kann z.B. bei der Einrichtung eines Bearbeitungsprozesses eine entsprechende
Bewegung und Lageveränderung der Bearbeitungsabschnitte des Werkzeuges berücksichtigt
werden, es können für die Einhaltung der Genauigkeit entsprechende Nachstellbewegungen
durch die Bearbeitungsmaschine vorgegeben werden. Auch ist es möglich, die Einhaltung
einer Toleranzgrenze bei der Bearbeitung in einer Überwachung der Parameter nachzuhalten.
Verändern sich hier die ermittelten Werte, so kann eine Warnung ausgegeben werden.
Es können aber auch die so ermittelten Daten einer Positionsveränderung der Bearbeitungsabschnitte
des Werkzeuges als Steuerdaten verwendet werden, um während einer laufenden Bearbeitung
entsprechende Nachstellbewegungen in-situ zu generieren. Dies ist insbesondere bei
besonders engen Toleranzen, wie sie z.B. im Werkzeugbau gefordert sind, von Vorteil.
Auch ist diese Vorgehensweise bedeutsam, wenn, z.B. für das Bearbeiten von tiefen
Hohlräumen oder Kehlen, mit langem Schaft versehene und dennoch filigrane Werkzeuge
verwendet werden, die entsprechend empfindlicher auf einwirkende Querkräfte reagieren
und zu Ausweichbewegungen neigen, dies umso mehr, wenn z.B. Schneiden von zerspanenden
Werkzeugen stumpf werden und die Bearbeitung in diesem Zuge höhere Kräfte bedingt.
[0036] Werden die Werte für die Axialkraft bestimmt, so können diese mit Vorteil im Hinblick
auf eine als maximal zulässig definierte Grenzaxialkraft in Vergleich gestellt werden.
Hierbei kann z.B. die Grenzkraft im Falle einer Überwachung des Bearbeitungsprozesses
im laufenden Betrieb (sei dies dauerhaft oder stichprobenmäßig) als eine solche festgelegt
werden, die bei einem maximal zulässig verschlissenen Werkzeug auftritt. Wird diese
Grenzkraft dann erreicht oder gar überschritten, so kann dies im erfindungsgemäßen
Verfahrensablauf als Auslöser für einen Werkzeugwechsel hergenommen werden. Im Falle
einer Einrichtung des Bearbeitungsprozesses kann die Grenzkraft so festgelegt werden,
dass diese eine maximal zulässige Werkzeugbeanspruchung anzeigt, so dass für den Einrichtungsvorgang
diese Grenzkraft nicht überschritten werden soll. Zugleich kann aber auch eine untere
Grenze für die Axialkraft bestimmt werden, oberhalb derer bei einer Einrichtung des
Bearbeitungsprozesses sich die auftretende Axialkraft vorzugsweise bewegen sollte,
um z.B. sicherzustellen, dass das Bearbeitungsverfahren mit einer wirtschaftlich sinnvollen
Bearbeitungsgeschwindigkeit und mithin einem entsprechenden Durchsatz durchgeführt
wird.
[0037] Gleichermaßen ist es bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich
und kann abhängig von der Art der Bearbeitungsmaschine und der mit ihr durchgeführten
Bearbeitungsvorgänge im Rahmen der Erfindung sinnvoll sein, zumindest die Werte für
das Drehmoment zu bestimmen und im Hinblick auf ein als maximal zulässig definiertes
Grenzdrehmoment in Vergleich zu stellen. Auch hier kann im Zuge einer Überwachung
des Bearbeitungsprozesses (sei dies wiederum kontinuierlich oder sei dies stichprobenartig)
das Grenzdrehmoment als ein solches bestimmt werden, das bei einem maximal zulässig
verschlissenen Werkzeug auftritt. Wiederum ist es möglich, entsprechend für die Einrichtung
des Bearbeitungsprozesses das Grenzdrehmoment als ein solches festzulegen, das bei
einer maximal zulässigen Werkzeugbeanspruchung auftritt. Auch hier ist es wiederum
möglich, bei insbesondere der Einrichtung des Bearbeitungsprozesses ein Minimaldrehmoment
zu bestimmen, welches vorzugsweise dauerhaft, zumindest aber in weiten zeitlichen
Anteilen des Verfahrens überschritten werden soll, um die Bearbeitungszeit zu verkürzen
und den Durchsatz der Bearbeitungsmaschine zu erhöhen.
[0038] Neben einer Axialbewegung des Werkzeughalters relativ zu dem Werkstück durch entsprechende
Verfahrmöglichkeiten in Richtung der ersten Achse kann es vorgesehen sein, dass die
Bearbeitungsmaschine weiterhin Mittel aufweist, um Werkstück und Werkzeughalter in
wenigstens einer senkrecht zu der ersten Achse liegenden Richtung relativ zueinander
linear verfahren zu können. Gerade in einem solchen Falle ist die Beobachtung der
Biegemomente von besonderem Interesse, da bei einem entsprechenden Verfahren von Werkzeughalter
relativ zu Werkstück quer zur Rotationsachse entsprechende Biegebeanspruchungen auftreten.
Dies ist z.B. bei Fräsbearbeitungen, z.T. bei Drehbearbeitungen, aber auch beim Rührreibschweißen
der Fall. Auch hier wiederum sei anzumerken, dass die genannten Mittel entweder eine
aktive Bewegung des Werkzeughalter gegenüber dem still stehenden Werkstück, eine aktive
Bewegung des Werkstückes relativ zu dem Werkzeughalter oder eine Kombination dieser
Bewegungen vorsehen kann.
[0039] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren umfasst die Erfassung der Werte für die wenigstens
eine Messgröße mit Vorteil eine Übermittlung der Werte von einem Messaufnehmer zu
einer Auswerteeinrichtung, wobei dann diese Übermittlung wenigstens in einem Abschnitt
drahtlos erfolgt. Dies ist insbesondere dann von Relevanz und besonderem Vorteil,
wenn der Werkzeughalter rotatorisch antreibbar ist. Denn eine drahtgebundene Übermittlung
von Messwerten, die an einem rotatorisch bewegten Werkzeughalter aufgenommen werden,
zu einer stationären Einrichtung, an der die Auswertung erfolgt, kann dort nicht oder
nur mit großem Aufwand realisiert werden. Für eine entsprechende Aufnahme der Messwerte
kann insbesondere ein Messsystem verwendet werden, wie dies in der
US 8,113,066 B2 beschrieben ist. Das dort gezeigte Messsystem, welches als Einspannadapter für eine
Werkzeugaufnahme einer Bearbeitungsmaschine ausgebildet ist mit einem Ansatz zum Einspannen
in der Werkzeugaufnahme der Bearbeitungsmaschine und einem Werkzeughalter und einer
dazwischen angeordneten Anordnung von Messaufnehmern, eignet sich hervorragend für
die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, da es die hier zugrunde zu legenden
Messgrößen feststellen und entsprechende Werte für diese aufnehmen kann.
[0040] Es ist hier noch einmal deutlich festzuhalten, dass zwar einzelne der vorstehend
mit den Aufzählungszeichen a. bis c. bezeichneten Messgrößen bzw. deren Messwerte
als Grundlage für die Beurteilung des Bearbeitungsprozesses hergenommen werden können,
dass aber insbesondere auch eine Kombination aus Messwerten zu zwei oder sogar allen
drei der Messgrößen zu besonders validen Ergebnissen führt, wobei auch anhand einer
Verifikation eines über eine der Messgrößen bzw. die zugehörigen Messwerte festgestellten
Zustandes über die Messwerte zu einer zweiten der Messgrößen eine höhere Sicherheit
und Genauigkeit der Aussagen erreicht werden kann.
[0041] Auch ist es möglich, weitere Parameter in die Zustandsanalyse und als Grundlage für
die Einrichtung und/oder Überwachung der Werkstückbearbeitungsmaschine mit einzubeziehen,
z.B. eine gemessene Werkzeug- oder Werkstücktemperatur. So können z.B. über eine Temperaturanstieg
am Werkzeug ebenfalls Rückschlüsse gezogen werden auf eine unzulässige hohe Beanspruchung
eines Werkzeuges (z.B. bei der Einrichtung des Prozesses) oder auf eine fortgeschrittenen
Verschleiß des Werkzeuges. Dabei ist es z.B. möglich und ist Grundlage einer vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung, wenn mittels wenigstens eines Temperatursensors am Werkzeughalter
und/oder eines in diesem gehaltenen Werkzeuges die Werkzeugtemperatur erfasst und
mit den aufgenommenen Werten für die Messgröße(n) korreliert wird. Denn die zulässige
Belastung eines Werkzeuges ist unter anderem auch abhängig von seiner Temperatur.
Bei eine kritische Schwelle übersteigenden Temperaturen nimmt die Belastbarkeit in
der Regel ab. Auf diese Weise können die Temperaturwerte bereits bei der Einrichtung
der Bearbeitungsmaschine berücksichtigt werden. Sie können aber auch im Rahmen einer
weiteren Prozessüberwachung mit in die Beurteilung einfließen, erlauben so eine Anpassung
der Betriebsparameter auch unter Berücksichtigung dieses Aspektes.
[0042] Weiterhin liegt es im Rahmen der Erfindung, wenn für eine Überwachung der Betriebsparameter
die ermittelten Werte für die wenigstens eine Messgröße und/oder daraus abgeleitete
Auswertungen über die Einhaltung zuvor festgelegter Grenzwerte für jeden Bearbeitungsdurchlauf
archiviert und in einem Bearbeitungsprotokoll gespeichert werden. Dabei kann eine
Zuordnung zu im Zuge der so protokollierten Bearbeitungsabläufe bearbeiteten Werkstücke
vorgenommen werden, um so die ordnungsgemäße und den Vorgaben entsprechende Bearbeitung
belegen zu können. Dies kann über eine 1:1 Zuordnung eines gesondert identifizierten
und (z.B. über eine Seriennummer) individualisierten Werkstückes zu dem Bearbeitungsdurchlauf
geschehen oder auch über eine Batch weise Zuordnung von Bearbeitungsprotokollen zu
einem Werkstückbatch. Derartige Nachweise sind in der heutigen Herstellungspraxis
häufig verlangt, z.B. im Bereich der Automobilzulieferer. Bisher konnten dazu lediglich
mittelbare Daten geliefert werden, die einen ordnungsgemäßen Programmablauf auf der
Bearbeitungsmaschine aufzeigten. Mit der Zuordnung realer Messwertprotokolle zu mindestens
einer der Messgrößen, vorteilhaft aber insbesondere der Biegemomente, die hier möglich
werden, ist eine erhebliche Verbesserung erzielt.
[0043] Wenn, wie es eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vorsieht, anhand
von aus Datenblättern der Hersteller bzw. Lieferanten typischerweise erhältlichen,
in Teilen sogar oftmals digital mitgelieferten Daten zur Geometrie des Werkzeuges,
zu den Materialeigenschaften des Werkzeuges, zu der Geometrie und den Materialeigenschafgen
des Werkstücks sowie zu der - aus der Einrichtung einer digital gesteuerten Bearbeitungsmaschine
ablesbaren - Einspannung und Positionierung des Werkzeuges in dem Werkzeughalter und
aus den ermittelten Werten für die wenigstens eine Messgröße auf beim Bearbeitungsprozess
tatsächlich auftretende normierte Spankräfte geschlossen wird, so kann hier ein Abgleich
mit den diesbezüglichen Angaben einer zulässigen Belastung des Werkzeuges, die der
Hersteller trifft und typischerweise auf den Datenblättern zu seinem Werkzeug mit
aushändigt, vorgenommen werden, um so eine besonders genaue Abschätzung der zulässigen,
aber auch der für ein verschleißarmes und mit hohem Durchsatz, im Falle eines zerspanenden
Prozesses also hohem Zerspanvolumen, günstigen Betriebsparameter der Bearbeitungsmaschine
vornehmen zu können und ggf. die Parameter im Rahmen einer Einrichtung des Bearbeitungsablaufes
oder aber auch im Zuge einer Überwachung in der laufenden Fertigung nachzujustieren.
[0044] Um bestimmte periodisch auftretende Phänomene, wie Schwingungen im System, zu erkennen,
können die ermittelten Messwerte in einer nachfolgenden Analyse auch entsprechenden
Transformationsanalysen unterzogen werden, wie einer La-Place-Transformation, einer
Fourier-Transformation oder eine Fast-Fourier-Transformation (FFT). Aus erkannten
Schwingverhalten lassen sich dabei insbesondere auch auf Maschinenfehler schließen,
da ein nicht zulässiges "Ausweichen" der Maschine gegenüber den auftretenden und von
der Mechanik der Maschine abzufangenden Reaktionskräften, das z.B. auf Lagerschäden,
wie z. B. einem Lagerspiel in dem rotatorisch antreibbaren Werkzeughalter (bspw. einer
Werkzeugspindel), einem zu hohen seitlichen Spiel in Linearführungen aber auch einer
zu schwachen Auslegung der Maschine zurückzuführen sein kann, sich häufig in einem
schwingenden Verhalten zeigt. Schwingende Zustände sind auch aus Sicht des schonenden
Umgangs mit dem Werkzeug zu vermeiden, da dieses im Falle solcher Schwingungen hohen
Kraft- und Lastspitzen ausgesetzt ist.
[0045] Aus der erfindungsgemäßen Vorgehensweise können im Falle einer Überwachung aus den
beobachteten Werten für die Messgrößen auch auf Besonderheiten am Werkstück Rückschlüsse
gezogen werden. So könnten sprunghafte Veränderungen der beobachteten Biegemomente
oder Drehmomente beim Fräsen auf Materialinhomogenitäten im Werkstück schließen lassen.
So kann sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sogar Produktionsausschuss erkennen
lassen, der ohne aufwendige Materialprüfung (z.B. Röntgenanalyse) der Werkstücke nicht
erkennbar wäre. Auf ähnliche Weise lässt eine sprunghafte Veränderung der Axialkraft,
aber auch eine entsprechende Veränderung der Biegemomente und auch des Drehmoments
beim Bohren auf Inhomogenitäten des Werkstückmaterials schließen.
[0046] Die besondere Eignung der Betrachtung der Biegemomente als Basis für die Beurteilung
des Bearbeitungsprozesses an sich, des Werkzeugzustandes, aber auch der Maschineneigenschaften
ist vor allem auch dadurch zu begründen, dass mit den im Besonderen vorgeschlagenen,
an dem Werkzeughalter angeordneten Messaufnehmern DMS, SAW-Sensoren oder dergleichen
zunächst Verformungen detektiert und aus diesen auf wirkende Kräfte und Momente rückgeschlossen
wird. Diese Verformungen hängen im Fall von wirkenden Momenten im Besonderen von dem
einbezogenen Hebel, also dem Abstand von einem Drehpunkt und dem Angriffspunkt der
beteiligten Kraft ab. Während für eine Drehmomentmessung der Hebel (letztlich bedingt
durch den vergleichsweise geringen Radius der verwendeten Werkzeuge) recht gering
ist, wird durch die deutlich längere Schaftlänge des Werkzeuges kombiniert mit der
zusätzlichen Länge des Werkzeughalters, dort ein deutlich größerer Hebel erzielt,
der für gewöhnlich um eine Faktor von etwa 10 größer sein wird. Somit sind dann aber
auch Änderungen der mit den Messaufnehmern festgestellten Verformungen in entsprechender
Skalierung größer, was zu höheren Messgenauigkeiten und -auflösungen führt, somit
sicherere Aussagen und Rückschlüsse auch bei geringen Veränderungen ergibt.
[0047] Beispiele für die erfindungsgemäße Auswertung von für die Messgrößen "Biegemoment"
aufgenommenen Werten finden sich in den beigefügten Figuren, anhand denen beispielhafte
im Rahmen der Erfindung liegende Vorgehensweisen bei der Einrichtung und/oder Überwachung
der Betriebsparameter einer Bearbeitungsmaschine erläutert werden.
[0048] Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Darstellung von Biegemomentmesswerten in einem zweidimensionalen Koordinatendiagramm
aufgelöst nach Richtung und Betrag der Biegemomente;
- Fig. 2
- eine andere Art der Darstellung von Biegemomentmesswerten nach dem Betrag einer vektoriell
gebildeten Summe der anliegenden Biegemomente aufgetragen über die Zeit;
- Fig. 3
- einen Detailausschnitt einer Darstellung gemäß Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Darstellung der Biegemomentmesswerte nach dem Betrag einer vektoriell gebildeten
Summe der anliegenden Biegemomente aufgetragen über die Zeit für eine Innenfräsung
eines runden Ausschnittes in fünf in der Tiefe aufeinanderfolgenden, hier in der Darstellung
übereinander aufgetragenen Bearbeitungsschritten.
[0049] In der beigeschlossenen Fig. 1 ist eine Darstellung von Biegemomentmesswerten aufgezeigt,
die nach senkrecht zueinander stehenden und in einer senkrecht zur Rotationsachse
gelegenen Ebene, bezogen auf den rotierbaren Werkzeughalter ortsfesten Koordinaten
aufgenommene Wertepaare der x- und y-Richtung zeigen. Das dort gezeigte Beispiel bildet
Biegemomente ab, wie sie auf einem vierschneidigen Fräswerkzeug während eines Bearbeitungsvorganges
und während einer hinsichtlich der Parametrierung (Werkzeugdrehzahl, Vorschubgeschwindigkeit,
Vorschubrichtung) gleichbleibenden Bearbeitungsphase gemessen wurden. Gut zu erkennen
sind die mit dem Bezugszeichen S kenntlich gemachten Datenpunkte, die die Schneiden
des Fräswerkzeuges abbilden. In dieser Darstellung steht jeder Punkt der Datenwolke
für ein zu einem Zeitpunkt t aufgenommenes Wertepaar, insgesamt wurden während eines
Zeitintervalls Δt
1 eine Vielzahl von Wertepaaren aufgenommen, um die Darstellung zu erhalten.
[0050] In dieser Figur (Fig. 1) sind erkennbar die aufgenommenen und dargestellten Werte
auf eine über den Zeitraum Δt
1 gleichbleibenden Konturlinie verteilt. Dies ist gerade die Folge davon, dass innerhalb
des Intervalls Δt
1 die Bearbeitungsparameter nicht verändert wurden, d.h. zum Beispiel keine Veränderung
der Drehzahl des rotierenden Werkzeuges erfolgte und auch keine Änderungen in der
Vorschubgeschwindigkeit und/oder -richtung der Relativbewegung zwischen Werkzeug und
Werkstück. Sofern während des Zeitraums Δt
1 derartige Änderungen erfolgen, so ergeben sich andere Abbilder, aus denen andere
Schlussfolgerungen auf die dynamische Entwicklung des Bearbeitungsprozesses gezogen
werden können. Auch solche Abbilder der dynamischen Entwicklungsvorgänge können aber
für die Auswertung von Interesse und wertvoll sein, z.B. im Vergleich zu während eines
Referenzprozesses für eine gleichartige Bearbeitung auf der Bearbeitungsmaschine aufgenommenen
Bildern, um so Abweichungen im Prozess und/oder im Maschinenverhalten frühzeitig aufdecken
zu können.
[0051] Aus dieser Darstellung können nun Informationen abgeleitet werden über den Zustand
und die Belastung des Werkzeuges wie auch über den Ablauf des Bearbeitungsverfahrens.
In der gezeigten Darstellung ist die erhaltene Figur symmetrisch. Würden hier nun
asymmetrische Abweichungen erkennbar, so ließe dies auf einen Fehler im Bearbeitungsprozess
schließen, z.B. einen Schneidenbruch des Fräswerkzeuges, wenn sich eine der Frässchneiden
nicht mehr abbilden würde.
[0052] Fig. 2 zeigt eine andere Art der Darstellung und Auswertung der Messwerte für die
anliegenden Biegemomente. Dort sind ist der Betrag der Vektorsumme aller zu einem
bestimmten Zeitpunkt anliegenden Biegemomente (also der Betrag eines resultierenden
Biegemomentes) in Abhängigkeit des Zeitlaufes aufgetragen. Aus dieser Darstellung
lassen sich mithin die in Summe zu einem bestimmten Zeitpunkt anliegenden Lasten,
die hier senkrecht zur Rotationsachse wirken, ablesen. Wie in der Figur angedeutet,
kann dabei ein hier durch die mit "max." bezeichnete gestrichelte Linie veranschaulichtes
maximaler Betragswert für die vektoriell aufsummierten Biegemomente festgelegt werden,
um z.B. bei der Einrichtung des Prozesses auf der Bearbeitungsmaschine die Parametrierung
so vorzunehmen, dass dieser Wert - auch in den hier dargestellten Spitzen - nicht
überschritten wird. Dazu können z.B. Zustell- oder Verlagerungsbewegungen zwischen
Werkstück und Werkzeug so verändert werden, dass diese Spitzen abgemildert und auch
in diesen Bereichen die Beträge der Summen der Biegemomente unterhalb der vorgegebenen
Linie der Grenzbeträge bleiben.
[0053] In Fig. 3 ist in herausgehobener Darstellung ein Verlauf des Betrages der Vektorsumme
der am Werkzeugträger anliegenden Biegemomente gezeigt, wie er auch in Fig. 2 wiedergegeben
ist. Dabei ist ein mit P bezeichnetes Plateau zu erkennen, in dem der Betrag der vektoriellen
Summe der an dem Werkzeughalter angreifenden Biegemomente im Wesentlichen gleichbleibend
ist. In einem solchen Zeitfenster kann mit Vorteil eine Auswertung und Aufzeichnung
des Biegemomentes auch nach der Richtung, wie in Fig. 1 dargestellt, erfolgen. Denn
dort ändert sich nicht etwa die Verhältnisse aufgrund in den Flanken der Kurve in
Fig. 3 erkennbarer wechselnder Parametervorgaben der Bearbeitungsmaschine, so dass
ein Bild wie in Fig. 1 gezeigt erhalten werden kann.
[0054] Fig. 4 zeigt den Verlauf des Betragswertes der Vektorsumme der Biegemomente über
die Zeit, wie er während einer versuchsweise durchgeführten Fräsbearbeitung für das
Einbringen einer in der Innenkontur kreisförmigen Vertiefung in einem Werkstück aufgenommen
worden war. In der Figur sind - der besseren Übersichtlichkeit halber in y-Richtung
(der Richtung des Auftrags des Betrages der Biegemomente) gestaffelt - die Verläufe
von insgesamt fünf Fräsvorgängen in fünf sukzessive angefahrenen Bearbeitungstiefen
(z-Richtung) gezeigt. In der Figur links sind steile Verläufe mit nach unten und oben
ausbrechenden Spitzen gezeigt, die den Anstellvorgang kennzeichnen. Im weiteren Verlauf
sind die Betragswerte des Biegemoments während eines Fräsumlaufes zu erkennen. Gut
zu erkennen sind - in allen Bearbeitungstiefen - Einbrüche in dem Betrag der vektoriellen
Summe der Biegemomente, die mit dem mit "E" bezeichneten Pfeil bedeutet sind. Diese
Einbrüche lassen auf einen Fehler in der Bearbeitung schließen, da bei einer exakten
runden Bearbeitung ein gleichmäßiger Verlauf des Biegemomentbetrages zu erwarten wäre.
In diesem Beispiel ergab sich eine nicht exakt rund ausgeführte Fräsung aufgrund einer
fehlerhaften Maschineneinstellung. Die dargestellte Auswertung konnte helfen, diesen
Umstand frühzeitig aufzudecken (hier bereits bei der Einrichtung der Bearbeitungsmaschine
für einen Serienprozess).
1. Verfahren zur Einrichtung und/oder Überwachung von Betriebsparametern einer Werkstückbearbeitungsmaschine,
die einen Werkzeughalter und Mittel zum relativen Bewegen eines Werkstückes und des
Werkzeughalters zueinander jedenfalls entlang einer ersten Achse aufweist, wobei im
Bearbeitungsbetrieb des mit einem Werkzeug bestückten Werkzeughalters und im Angriff
des Werkzeuges an ein Werkstück Werte für wenigstens eine der folgenden bei Interaktion
zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück am Werkzeug auftretenden und auf den Werkzeughalter
übertragenen Messgrößen am Werkzeughalter erfasst und für den Ablauf der Bearbeitung
aufgezeichnet werden:
a. Biegemomente oder Biegemomentkomponenten nach Richtung und Betrag,
wobei die ermittelten Werte für die wenigstens eine Messgröße verwendet werden, um
eine im Hinblick auf eine verlängerte Standzeit des verwendeten Werkzeuges bei gleichzeitig
eine Maximalbearbeitungszeit unterschreitende Bearbeitungszeit abgestimmte Einrichtung
der Betriebsparameter vorzunehmen und/oder um den Bearbeitungsprozess im Hinblick
auf eine Reproduzierbarkeit desselben und/oder einen Werkzeugverschleiß und/oder einen
Maschinenfehler der Werkstückbearbeitungsmaschine zu überwachen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Betragswerte und Richtungen für die Messgrößen der Biegemomente und/oder Biegemomentkomponenten
in einer zu der ersten Achse senkrechten, zu dem Werkzeughalter ortsfesten, bei rotierendem
Werkzeughalter mit diesem mitdrehenden, Ebene liegenden, relativ zu dem Werkzeughalter
ortsfesten Koordinatensystem erfasst werden und dass für die Auswertung ein Auftrag
einer Vielzahl von jeweils aus zu einem vorgegebenen Messzeitpunkt t erfassten Werten
der Biegemomente bzw. Biegemomentkomponenten in einem zweidimensionalen Koordinatendiagramm
erfolgt.
2. Verfahren nach einem der Ansprüche 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den Biegemomenten oder Biegemomentkomponenten nach Richtung und Betrag
als weitere Messgröße(n)
b. ein in Bezug auf die erste Achse oder eine parallel dazu liegende Achse anliegendes
Drehmoment und/oder
c. eine in Richtung parallel zu der ersten Achse wirkende Axialkraft aufgezeichnet
wird / werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das der Werkzeughalter rotatorisch um die erste Achse oder eine zu der ersten Achse
parallele Rotationsachse antreibbar ist, wobei, sofern Werte für die Messgröße b.
erfasst werden, das in Bezug auf die Rotationsachse anliegende Drehmoment erfasst
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betragswerte und Richtungen für die Messgrößen der Biegemomente und/oder Biegemomentkomponenten
in zwei zueinander senkrecht stehenden, in einer zu der ersten Achse senkrechten,
zu dem Werkzeughalter ortsfesten, bei dem rotierendem Werkzeughalter mit diesem mitdrehenden,
Ebene liegenden, relativ zu dem Werkzeughalter ortsfest bestimmten Richtungen, einer
x-Richtung und einer y-Richtung, erfasst werden und dass für die Auswertung ein Auftrag
einer Vielzahl von jeweils aus zu einem vorgegebenen Messzeitpunkt t erfassten Werten
der Biegemomente bzw. Biegemomentkomponenten in x-Richtung und in y-Richtung gebildeten
Wertepaaren in einem zweidimensionalen, rechtwinkeligen Koordinatendiagramm mit den
Werten in x-Richtung entlang einer ersten Koordinatenachse und den Werten in y-Richtung
entlang einer zweiten Koordinatenachse als Darstellungspunkte erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Darstellung in dem Koordinatendiagramm für innerhalb eines Zeitintervalls Δt1 liegende, mit einer Abtastrate, die insoweit deutlich kleiner ist als das Zeitintervall
Δt1, als dass innerhalb des _Zeitintervalls Δt1 eine für eine aussagekräftige Darstellung ausreichende Datenmenge aufgenommen wird,
aufgenommene Wertepaare erfolgt, dass nach Ende des Zeitintervalls Δt1 eine weitere Darstellung von innerhalb eines weiteren Zeitintervalls Δt2 liegende, mit einer Abtastrate, die insoweit deutlich kleiner ist als das Zeitintervall
Δt2, , als dass innerhalb des _Zeitintervalls Δt2 eine für eine aussagekräftige Darstellung ausreichende Datenmenge aufgenommen wird,
aufgenommenen Wertepaaren in einem neuen Koordinatendiagramm erfolgt und Odass für
die Feststellung einer dynamischen Entwicklung von Betriebsbedingungen, insbesondere
des Werkzeugzustandes, die aufeinanderfolgenden Darstellungen in Vergleich genommen
werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem rotierenden Werkzeughalter aus den Darstellungen in dem Koordinatendiagramm
Lasten auf einzelnen Umfangsabschnitten eines in dem Werkzeughalter angeordneten,
um die Rotationsachse angetrieben rotierenden Werkzeuges ausgelesen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Einrichtung des Bearbeitungsprozesses anhand der Darstellung in dem Koordinatendiagramm
eine Einstellung des Verfahrens vorgenommen wird, bei der die aus der Darstellung
in dem Koordinatendiagramm ablesbaren Lasten auf den einzelnen Umfangsabschnitten
des rotierenden Werkzeuges durch Änderung der Betriebsparameter verringert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Überwachung des Bearbeitungsprozesses Veränderungen der auf die einzelnen
Umfangsabschnitte einwirkenden Lasten beobachtet und daraus ein Verschleiß des Werkzeuges
abgeleitet wird, wobei bei Erreichen eines vorgegebenen kritischen Verschleißes eine
Meldung zum Werkzeugwechsel ausgegeben wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass aus von dem erwarteten Bild der Darstellung der Messpunkte in dem Koordinatendiagramm
abweichenden, insbesondere unsymmetrisch abweichenden, Darstellungen auf eine Anomalie
im Bearbeitungsprozess geschlossen wird und eine entsprechende Warnung erfolgt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Überwachung der Betriebsparameter der Bearbeitungsmaschine anhand der Darstellungen
von während des Bearbeitungsprozesses aufgenommenen Werten in dem Koordinatendiagramm
und/oder in dem Auftrag der Vektorsumme in Abhängigkeit von der Zeit ein Abgleich
mit für entsprechende Referenzprozesse aufgenommenen und in einem Koordinatendiagramm
bzw. als Darstellung der Vektorsumme in Abhängigkeit von der Zeit aufgenommenen Werten
erfolgt, um so eine Veränderung in dem Prozess frühzeitig zu erkennen.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus den erfassten Werten der Messgröße(n) und einer an sich bekannten Geometrie und
an sich bekannten Materialeigenschaften des Werkzeuges sowie einer bekannten Positionierung
des Werkezeuges in der Werkzeugaufnahme rechnerisch auf Ausweichbewegungen und/oder
Verformungen des Werkzeuges an der Position von Bearbeitungsabschnitten geschlossen
wird, um so einen Bearbeitungsprozess auf durch Werkzeugverformungen entstehende Maßabweichungen
zu überprüfen.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Werte für das die Biegemomente nach deren Betrag und/oder Richtung
bestimmt und im Hinblick auf ein als in Betrag und/oder Richtung als maximal zulässig
definiertes Grenzbiegemoment in Vergleich gestellt werden, wobei insbesondere bei
einer Überwachung des Bearbeitungswerkzeuges das Grenzbiegemoment als ein solches
festgelegt wird, das bei einem maximal zulässig verschlissenen Werkzeug auftritt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Werte für die Axialkraft bestimmt und im Hinblick auf eine als maximal
zulässig definierte Grenzaxialkraft in Vergleich gestellt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Überwachung des Bearbeitungsprozesses die Grenzkraft als eine solche festgelegt
wird, die bei einem maximal zulässig verschlissenen Werkzeug auftritt.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Einrichtung der Betriebsparameter und/oder für die Überwachung der Betriebsparameter
unter Rückgriff auf Daten zu der Geometrie und der Materialbeschaffenheit eines Werkzeuges
sowie der Positionierung desselben in der Werkzeugaufnahme sowie ferner unter Berücksichtigung
von Daten über die Geometrie und Materialbeschaffenheit eines zu bearbeitenden Werkstücks
aus den erfassten Werten für die wenigstens eine Messgröße bei dem Bearbeitungsprozess
tatsächlich auftretende normierte Zerspankräfte ermittelt und diese mit für das Werkzeug
herstellerseitig angegebenen zulässigen und/oder empfohlenen Werten für die Belastung
des Werkzeuges verglichen werden, um unter Berücksichtigung dieses Abgleichs die Betriebsparameter
im Hinblick auf Werkzeugverschleiß und/oder Zerspanvolumen zu optimieren.
1. A method for setting up and/or monitoring operating parameters of a workpiece processing
machine, which has a tool holder and means for relatively moving a workpiece and the
tool holder with respect to one another along a first axis, wherein during the machining
operation of the tool holder equipped with a tool and when engaging the tool into
a workpiece, values for at least one of the following measured variables occurring
at the tool holder during interaction between the tool and the workpiece on the tool
and transmitted to the tool holder are detected and recorded for the sequence of processing
:
bending moments or bending torque components according to the direction and the magnitude,
wherein the determined values for said at least one measured variable are used in
order to set up the operating parameters so as to extend the service life of the tool
used, without exceeding the maximum machining time and/or to monitor the machining
process in terms of reproducibility and/or a tool wear and/or a machine error of the
workpiece processing machine,
characterized in that the magnitude values and directions for the measured variables of the bending moments
and/or bending torque components are detected in a plane which is perpendicular to
the first axis, stationary with respect to the tool holder when said tool holder is
rotating, which plane revolves with said tool holder, whereas the coordinate system
is stationary with respect to said tool holder and that a plurality of values of the
bending moments or bending torque components, each of which is acquired at a predetermined
measuring time t, are plotted in a two-dimensional coordinate diagram for the evaluation.
2. The method according to claim 1,
characterised in that in addition to the bending moments or bending torque components according to direction
and magnitude as further measured variable(s)
b. a torque applied with respect to the first axis or an axis parallel thereto and/or
c. an axial force acting in the direction parallel to the first axis are recorded.
3. The method according to claim 2, characterised in that the tool holder is rotationally driven about the first axis or a rotational axis
parallel to the first axis, wherein, provided that values for the measured variable
b. are detected, the torque is detected in relation to the rotational axis.
4. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the magnitude values and directions for the measured variables of the bending moments
and/or bending torque components are detected in two directions, mutually perpendicular,
i.e. in a direction perpendicular to the first axis, stationary with respect to the
tool holder, on a plane revolving with the rotating tool holder, said directions being
stationary with respect to said tool holder, i.e. an x-direction and a y-direction,
and that for the evaluation, a plurality of values composed respectivement of pairs
of values resulting from bending moments or bending torque components, detected at
a predetermined measuring time t, in the x-direction and the y-direction, are plotted
in a two-dimensional, rectangular coordinate diagram with the values in the x-direction
along a first coordinate axis and the values in y-direction along a second coordinate
axis as illustration points.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that pairs of values are illustrated in the coordinate diagram, within a time interval
Δt1, with a sampling rate that is significantly smaller than the time interval Δt1,
during which time interval Δt1 a sufficient quantity of data is recorded to produce
a meaningful illustration, that, after the end of the time interval Δt1, additional
pairs of values are illustrated within a further time interval Δt2 having a sampling
rate that is significantly smaller than the time interval Δt2, during which time interval
Δt2 a sufficient quantity of data is recorded to produce a meaningful illustration
in a new coordinate diagram and that the successive illustrations are compared to
determine a dynamic development of operating conditions, in particular the tool condition.
6. The method according to one of the preceding claims, characterised in that loads applied on individual peripheral portions of a tool rotating and driven around
a rotational axis, arranged in the tool holder, are read out on the basis of the illustrations
in the coordinate diagram, whereas a tool holder is rotating.
7. The method according to claim 6, characterised in that an adjustment of the method is performed, when setting up the machining process based
on the illustration in the coordinate diagram, an adjustment which enables to reduce
the loads which can be read out in the coordinate diagram and are applied on the individual
peripheral sections of the rotating tool by changing the operating parameters.
8. A method according to claim 6, characterised in that changes in the forces acting on the individual peripheral portions loads are observed
when monitoring the machining process and the wear level of the tool can be assessed
consequently, wherein a message prompting to replace the tool is issued upon reaching
a predetermined critical wear level.
9. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that an anomaly in the machining process can be pointed out and a corresponding warning
isused, on the basis of the deviations, in particular asymetrical deviations from
the expected image of the measuring points in the coordinate diagram.
10. A method according to any of the preceding claims, characterised in that values recorded for corresponding reference processes and values recorded in a coordinate
diagram or illustrating the vector sum as a function of time are calibrated so as
to monitor the operating parameters of the processing machine based on the illustrations
of the values recorded for corresponding reference processes and values recorded in
a coordinate diagram or illustrating the vector sum as a function of time, in order
to detect a change in the process at an early stage.
11. A method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that evasive movements and/or deformations of the tool in certain parts of the machining
process can be concluded mathematically, on the basis of detected values of the measured
variable(s) and of geometry and material properties known per, as well as of the known
positioning of the tool in the tool holder, so as to check a machining process for
dimensional deviations resulting from tool deformations.
12. The method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that at least the values for which the bending moments are determined according to their
magnitude and/or direction and compared in the context of a defined limit bending
torque in terms of maximum admissible amount and/or direction, wherein in particular
when monitoring the machining tool, the limit bending torque is set as a torque that
occurs when the tool wear reaches a maximum admissible value.
13. The method as claimed in one of the preceding claims, characterised in that at least the values for the axial force are determined and compared with respect
to a limit axial force defined as maximum admissible.
14. The method of claim 13, characterised in that, when monitoring the machining process, the limit force is set as a force which occurs
when the tool wear reaches a maximum admissible value.
15. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that cutting forces actually taking place can be determined on the basis of the values
detected for at least one measured variable during the machining process for setting
up the operating parameters and/or for monitoring the operating parameters by resorting
to data on the geometry and the material properties of a tool and its positioning
in the tool holder and further taking into account data about the geometry and material
properties of a workpiece to be machined and these are compared with admissible and/or
recommended values for the load of the tool specified by the manufacturer of the tool,
In order to optimise the operating parameters with regard to tool wear and/or machining
volume in consideration of this calibration.
1. Procédé destiné au réglage et/ou à la surveillance des paramètres de fonctionnement
d'une machine d'usinage de pièces, qui comporte un porte-outil et des moyens pour
déplacer de manière relative une pièce et le porte-outil l'un par rapport à l'autre
le long d'un premier axe, dans lequel pendant l'opération d'usinage du porte-outil
équipé d'un outil et lors de l'engagement de l'outil dans une pièce, des valeurs concernant
au moins l'une des grandeurs mesurées suivantes sur le porte-outil pendant l'interaction
entre l'outil et la pièce sur l'outil et transmis au porte-outil sont détectées et
enregistrées pour la séquence d'usinage :
les couples de flexion ou les composantes de couple de flexion en fonction de la direction
et de l'amplitude,
dans lequel les valeurs déterminées pour ladite au moins une variable mesurée sont
utilisées pour régler les paramètres de fonctionnement de façon à prolonger la durée
de vie de l'outil utilisé, sans dépasser le temps d'usinage maximal et/ou surveiller
le processus d'usinage dans conditions de reproductibilité et/ou l'usure de l'outil
et/ou l'erreur de la machine d'usinage de la pièce,
caractérisé en ce que les valeurs d'amplitude et les directions pour les variables mesurées des couples
de flexion et/ou des composantes de couple de flexion sont détectées dans un plan
qui est perpendiculaire au premier axe, fixe par rapport au porte-outil lorsque ledit
porte-outil est en rotation, plan qui tourne avec ledit porte-outil, tandis que le
système de coordonnées est fixe par rapport audit porte-outil et
en ce qu'une pluralité de valeurs des couples de flexion ou des composantes de couple de flexion,
dont chacune est acquise à un instant de mesure prédéterminé t, sont tracées dans
un diagramme de coordonnées bidimensionnel pour l'évaluation.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, en plus des couples de flexion ou des composantes de couple de flexion, en fonction
de la direction et de l'amplitude, en tant que variable(s) de mesure supplémentaire(s)
b. un couple appliqué par rapport au premier axe ou à un axe parallèle à celui-ci
et/ou
c. une force axiale agissant dans la direction parallèle au premier axe sont consignés.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le porte-outil est entraîné en rotation autour du premier axe ou d'un axe de rotation
parallèle au premier axe, dans lequel, à condition que les valeurs de la variable
mesurée b. soient détectés, le couple est détecté par rapport à l'axe de rotation.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les valeurs d'amplitude et les directions des variables de mesure des couples de
flexion et/ou des composantes de couple de flexion sont détectées dans deux directions
perpendiculaires, c'est-à-dire perpendiculaires au premier axe, stationnaire par rapport
au porte-outil, sur un plan tournant avec le porte-outil rotatif, lesdites directions
étant fixes par rapport audit porte-outil, c'est-à-dire dans une direction x et une
direction y, et que pour l'évaluation, une pluralité de valeurs composées de paires
de valeurs résultant de couples de flexion ou de composantes de couple de flexion,
détectées à un instant de mesure prédéterminé t, dans la direction x et la direction
y, sont tracées dans un diagramme de coordonnées dimensionnel rectangulaire avec les
valeurs dans la direction x le long d'un premier axe de coordonnées et les valeurs
dans la direction y le long d'un second axe de coordonnées comme points d'illustration.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des paires de valeurs sont illustrées dans le diagramme de coordonnées, dans un intervalle
de temps Δt1, avec une fréquence d'échantillonnage qui est sensiblement plus petit
que l'intervalle de temps Δt1, au cours de laquelle l'intervalle de temps Δt1, une
quantité suffisante de données est enregistrée pour produire une illustration significative,
après la fin de l'intervalle de temps Δt1, des paires supplémentaires de valeurs sont
illustrées dans un autre intervalle de temps Δt2 ayant une fréquence d'échantillonnage
significativement plus petite que l'intervalle de temps Δt2, pendant laquelle un intervalle
de temps suffisant Δt2 est enregistré pour produire une illustration significative
dans un nouveau diagramme de coordonnées et que les illustrations successives sont
comparées pour déterminer un développement dynamique des conditions de fonctionnement,
en particulier de la condition de l'outil.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des charges appliquées sur des parties périphériques individuelles d'un outil tournant
et entraîné autour d'un axe de rotation, agencées dans le porte-outil, sont lues sur
la base des illustrations du schéma de coordonnées, alors qu'un porte-outil est en
rotation.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un réglage du procédé est effectué lors de la mise en place du processus d'usinage
sur la base de l'illustration dans le diagramme de coordonnées, réglage qui permet
de réduire les charges qui peuvent être lues dans le diagramme de coordonnées et qui
sont appliquées sur les différentes sections périphériques de l'outil rotatif en modifiant
les paramètres de fonctionnement.
8. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on observe des modifications des forces agissant sur les charges périphériques
individuelles lors de la surveillance du processus d'usinage. et le niveau d'usure
de l'outil peut être évalué en conséquence, dans lequel un message invitant à remplacer
l'outil est émis lorsqu'un niveau d'usure critique prédéterminé est atteint.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'une anomalie dans le processus d'usinage peut être signalée et un avertissement correspondant
est utilisé, sur la base des écarts, notamment des écarts asymétriques par rapport
à l'image attendue des points de mesure dans le diagramme de coordonnées.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les valeurs enregistrées pour les processus de référence correspondants et les valeurs
enregistrées dans un diagramme de coordonnées ou illustrant la somme vectorielle en
fonction du temps sont calibrées pour surveiller les paramètres de fonctionnement
de la machine d'usinage à partir des illustrations des valeurs enregistrées pour les
processus de référence correspondants et des valeurs enregistrées dans un diagramme
de coordonnées ou illustrant la somme de vecteurs en fonction du temps, afin de détecter
un changement dans le processus à un stade précoce.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des mouvements d'évitement et/ou des déformations de l'outil dans certaines parties
du processus d'usinage peuvent être conclus mathématiquement, sur la base des valeurs
détectées de la (des) variable(s) mesurée(s) et des propriétés géométriques et le
positionnement connu de l'outil dans le porte-outil, afin de rechercher, dans le processus
d'usinage, les écarts dimensionnels résultant des déformations de l'outil.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins les valeurs pour lesquelles les couples de flexion sont déterminés en fonction
de leur amplitude et/ou de leur direction et comparées dans la perspective d'un couple
limite de flexion défini en termes de quantité et/ou direction maximale admissible,
dans lequel, en particulier lors de la surveillance de l'outil d'usinage, le couple
limite de flexion est réglé comme un couple qui se produit lorsque l'usure de l'outil
atteint une valeur maximale admissible.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins les valeurs de la force axiale sont déterminées et comparées par rapport
à une force axiale limite définie comme maximale admissible.
14. Procédé de la revendication 13, caractérisé en ce que, lors de la surveillance du processus d'usinage, la force limite est définie comme
une force qui se produit lorsque l'usure de l'outil atteint une valeur maximale admissible.
15. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les forces de coupe effectives peuvent être déterminées sur la base des valeurs détectées
pour au moins une grandeur mesurée pendant le processus d'usinage pour le réglage
des paramètres de fonctionnement et/ou pour surveiller les paramètres de fonctionnement
en utilisant des données géométriques et les propriétés matérielles d'un outil et
son positionnement dans le porte-outil et en tenant également compte des données sur
la géométrie et les propriétés des matériaux d'une pièce à usiner et ceux-ci sont
comparées aux valeurs admissibles et/ou recommandées pour la charge de l'outil spécifiée
par le fabricant de l'outil, afin d'optimiser les paramètres de fonctionnement en
ce qui concerne l'usure de l'outil et/ou le volume d'usinage en tenant compte de cet
étalonnage.