[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Behälterverschluss für Überkopfentleerung,
welcher eine Verschlusskappe zum Aufsetzen auf einen Behälterhals aufweist, wobei
die Verschlusskappe einen etwa zylindrischen Kappenmantel und eine kreisscheibenförmige
Kopfplatte aufweist, die eine zentrale Öffnung hat, von welcher ein einwärts gerichteter
Rohrstutzen ausgeht, in welchem wiederum ein Verschlusstopfen verrastet ist, wobei
der Verschlussstopfen außerdem mit einem Entleerrohr in Rasteingriff bringbar und
in das Behälterinnere verschiebbar ist, und wobei in dem Rohrstutzen oberhalb des
Stopfens eine an dem Rohrstutzen fixierte Siegelscheibe mit einer herausreißbaren
Siegelmembran vorgesehen ist.
[0002] Entsprechende Behälterverschlüsse sind bekannt von großen Trinkwassergebinden, die
als "5 Gallonen-" oder auch als "25 Liter-Behälter" auf dem Markt sind und die üblicherweise
über Kopf, d.h. mit dem Flaschenhals und dem darauf aufgesetzten Behälterverschluss
nach unten, in einer Halterung aufgenommen werden. Der Verschluss bzw. die Kopfplatte
des Verschlusses hat eine zentrale Öffnung, von der ein einwärts, d.h. in das Innere
der Verschlusskappe und damit auch in das Innere des Flaschenhalses, ragender Rohrstutzen
ausgeht. In dem Rohrstutzen ist wiederum ein Verschlussstopfen abgedichtet verrastet.
Typischerweise ist die Behälteröffnung durch ein aufgeklebtes Verschlusssiegel abgedeckt,
welches vor dem Öffnen des Verschlusses abgezogen wird.
[0003] Dann wird ein Entleerrohr in den von der Außenseite her hohlen Verschlussstopfen
eingeschoben und der gesamte Verschlussstopfen mit Hilfe des Entleerrohres in das
Behälterinnere gedrückt, sodass, nachdem der Verschlussstopfen mit dem Rohrstutzen
außer Eingriff gekommen ist, das Behälterinnere mit seitlichen Öffnungen in dem Entleerrohr
in Verbindung steht und das Wasser (oder eine beliebige sonstige Flüssigkeit) über
das Entleerrohr austreten kann.
[0004] Das Entleerrohr steht dabei mit dem Verschlussstopfen in Rasteingriff, sodass nach
dem Entleeren des Behälters, wenn das Entleerrohr aus dem Rohrstutzen herausgezogen
wird, der Verschlussstopfen wieder zurück in den Rohrstutzen gelangt, dort wieder
verrastet und die durch den Rohrstutzen gebildete Verschlussöffnung wieder verschließt.
Das Entleerrohr wird dann abgezogen und der Behälter kann für eine Wiederverwendung
an den Abfüller zurückgeliefert werden. Der Behälterverschluss und der Behälter hals
sind insgesamt so gestaltet, dass der Verschluss nicht zerstörungsfrei von dem Behälterhals
entfernt werden kann.
[0005] Allerdings besteht in einigen Ländern mit nur mäßiger Trinkwasserversorgung, in denen
vor allem Trinkwasser guter Qualität nur gegen entsprechende Bezahlung zur Verfügung
steht, das Problem, dass ein vom Verbraucher, typischerweise eine Firma, Büro oder
Geschäft, aber auch Privatpersonen, zurückgegebener Behälter tatsächlich nicht zum
Abfüller zurückgelangt. Häufig übernehmen Transportunternehmen und kleinere Zwischenverteiler
die Aufgabe, entsprechende Behälter von den Verbrauchern abzuholen, einzusammeln und
an den Abfüller zurückzuliefern. Auf diesem Transportweg werden nicht selten Behälter
entwendet und von Dritten erneut mit Trinkwasser befüllt, das aber in aller Regel
eine schlechtere Qualität hat ohne dass dies vom Verbraucher ohne weiteres erkennbar
wäre.
[0006] Dabei wird dann das die Öffnung abdeckende Verschlusssiegel, welches der Einfachheit
halber nach dem Abziehen oft einfach an die Außenseite des Behälters geklebt wurde,
wieder auf die Kopfplatte der Verschlusskappe aufklebt und damit der Anschein erweckt,
es handele sich um die Originalabfüllung mit Trinkwasser höherer Qualität.
[0007] Durch entsprechende betrügerische Verkäufe von Wasser, welches womöglich nicht den
üblichen Standards für Trinkwasser entspricht, entstehen nicht nur Verluste für den
Abfüller des Originals, sondern das so in den Handel gelangende Wasser minderer Qualität
kann unter Umständen auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Verbraucher führen.
[0008] Um dieses Problem zu beheben, liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde,
einen entsprechenden Behälterverschluss zu schaffen, welcher nach dem ersten Gebrauch
nicht ohne Weiteres wieder in (scheinbar) denselben Zustand gebracht werden kann,
wie er vor dem ersten Gebrauch vorlag, selbst wenn ein entsprechendes Etikett wieder
auf die Kopfplatte geklebt wird.
[0009] In der
US 2004/0238476 A1 wird eine Plastikverschlusskappe beschrieben, insbesondere für großvolumige Flaschen,
die zur Verwendung in Wasserspendern vorgesehen sind, welche einen öffenbaren Bereich
aufweist, der von außen zugänglich und von einer Kappe verschlossen ist, die von außen
durch eine Scheibe geschützt wird, welche einstückig mit der Verschlusskappe ausgestaltet
ist. Die Kappe ist an ihrem Umfang mittels leicht brechender Rippen mit dem öffenbaren
Bereich verbunden und zudem mittels einer dünnen ringförmigen Haut, die einen sich
zwischen der oberen Fläche der Verschlusskappe und der Scheibe erstreckenden Ringraum
hermetisch verschließt.
[0010] Die
US 2009/0090690 A1 beschreibt einen Verschluss für den Hals eines Behältnisses, wie beispielsweise einer
Wasserflasche, der eine Kappe zum In-Eingriff-bringen mit dem Hals sowie ein Ventilstopfen
aufweist. Die Kappe weist eine innere Führungshülse auf, die den mit Rastelementen
versehenden Ventilstopfen versiegelnd aufnimmt.
[0011] Die
EP 1 247 780 A1 betrifft einen Verschluss, der für eine Wasserflasche vorgesehen ist, die in einem
Wasserspender verwendet wird. Der Verschluss umfasst einen Körper, der einen offenen
Dosierzylinder und eine Siegelkappe aufweist, die zwischen einer Siegelposition und
einer offenen Position bewegbar und dafür vorgesehen ist den Dosierzylinder zu versiegeln,
wenn sie sich in einer Siegelposition befindet. Die Siegelkappe ist auf eine Siegelposition
zu vorgespannt mittels Vorspannmitteln, welche vorzugsweise eine Plastikfeder umfassen,
die die Siegelkappe an dem Körper verankert. Die Form der Feder und die Anordnung
der Siegelkappe und des Dosierzylinders sind so ausgestaltet, dass ein Kriechen in
dem Plastikmaterial der Feder bei der Verwendung des Verschlusses minimiert und kompensiert
wird, so dass ein Wiederversiegeln des Dosierzylinders sichergestellt wird, falls
und wenn die Wasserflasche von dem Wasserspender entfernt wird.
[0012] In der
US 2005 0067 434 A1 wird eine Verschlusskappe einer Wasserflasche beschrieben, die einen Verschlusskappenkörper
aufweist, der einen Siegelabsatz und eine umgebende Siegelwand aufweist, die sich
von dem Siegelabsatz zum siegelnden Verschließen um eine Öffnung der Wasserflasche
herum erstreckt, sowie eine Wasserabgabevorrichtung, die einen Führungskanal aufweist,
der sich von dem Siegelabsatz des Verschlusskappenkörpers aus erstreckt und einen
Wasserdurchgang definiert, und ein Siegelelement, das integral an dem Führungskanal
montiert ist, so dass der Wasserdurchgang siegelnd verschlossen wird, wobei es einen
Bruchkantenabschnitt und einen Haltekantenabschnitt definiert.
[0013] Die
WO 03/070587 A1 beschreibt eine Verschlusskappenstruktur für eine Wasserflasche, die eine äußere
Verschlusskappe mit einer inneren Öffnung im Zentrum derselben aufweist und eine innere
Verschlusskappe, die in die äußere Verschlusskappe von unten aus nach oben eingebettet
ist, und eine Spitze, die von der inneren Wand des oberen Endes der inneren Verschlusskappe
hervorragt, wobei das obere Ende der äußeren Verschlusskappe konkav geformt ist, so
dass es einen konkaven Bereich bildet, und ein Teil der Verschlusskappe ist in den
konkaven Bereich eingesetzt, wobei die Verschlusskappe einen Flansch aufweist, der
in die innere Öffnung eingebracht ist, und wobei die Verschlusskappe mittels des Flansches
so in den konkaven Bereich der äußeren Verschlusskappe eingebracht ist, dass die innere
Öffnung und innere Verschlusskappe verschlossen werden, so dass ein Schutz gegen die
Umgebung sowie die Hygiene sichergestellt werden.
[0014] In der
CN 2 436 446 Y wird eine weitere Verschlusskappe für eine Wasserflasche, die für abgefülltes Trinkwasser
vorgesehen ist, beschrieben.
[0015] Schließlich findet sich in der
WO 2008/022473 A1 ein Flaschenverschluss für eine Flasche, die für einen Wasserspender vorgesehen ist.
Der Flaschenverschluss umfasst eine Verschlusskappe mit einer in Querrichtung verlaufenden
Endwand, von der aus eine im Wesentlichen zylinderförmige äußere Einfassung erstreckt,
und einer Abdeckung zum Öffnen, die vorzugsweise in der in Querrichtung verlaufenden
Endwand der Verschlusskappe angeordnet ist, wobei das Material der Abdeckung weniger
widerstandsfähig gegenüber einem Eindrücken ist als das Material der Verschlusskappe.
Ferner kann die Einfassung Rippen aufweisen, die im Wesentlichen in derselben Richtung
wie die Achse der Verschlussvorrichtung verlaufen. Ein Siegelelement kann an der inneren
Fläche der in Querrichtung verlaufenden Endwand angebracht sein, wobei das Siegelelement
zumindest zwei Stufen unterschiedlicher axialer Höhe aufweist.
[0016] Obige Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Rohrstutzen zur Kopfplatte hin eine stufenartige
Erweiterung aufweist, in welcher die Siegelscheibe aufgenommen und mindestens abschnittweise
fixiert ist, und die Siegelscheibe einen umlaufenden Ringflansch aufweist, der mit
dem Grund des stufenförmig erweiterten Abschnittes verklebt oder verschweißt ist,
wobei auf der Kopfplatte ein die zentrale Öffnung abdeckendes Etikett aufgebracht
ist, wobei das Etikett durchsichtig ist, so dass die Siegelmembran im ungeöffneten
Zustand des Verschlusses durch das Etikett sichtbar ist. Die Siegelscheibe, genauer
gesagt ein Teil desselben, wird an dem Rohrstutzen fixiert und ein Membranteil der
Siegelscheibe kann von dem fixierten Teil der Siegelscheibe abgerissen werden. Diese
Verbindung zwischen einer herausgerissenen Siegelmembran und dem Rohrstutzen lässt
sich nicht wiederherstellen, sodass ein Verbraucher an einer intakten Siegelscheibe
erkennen kann, dass sich in einem entsprechenden Behälter tatsächlich die Originalabfüllung
befindet.
[0017] In der Erfindung weist der Rohrstutzen zur Kopfplatte hin eine stufenartige Erweiterung
auf, in welcher die Siegelscheibe aufgenommen und mindestens abschnittsweise fixiert
ist. Die stufenartige Erweiterung ermöglicht es, dass eine Siegelscheibe verwendet
wird, welche einen umlaufenden Ringflansch aufweist, der mit dem Grund des stufenartig
erweiterten Abschnittes des Rohrstutzens verklebt oder verschweißt werden kann. Die
Befestigung der Siegelscheibe erfolgt, vorzugsweise durch Verschweißen, derart, dass
es praktisch unmöglich ist, die Siegelscheibe als ganzes mit der Siegelmembran aus
der zentralen Öffnung bzw. dem Rohrstutzen des Verschlusses zu lösen, ohne die Siegelscheibe
deutlich sichtbar zu beschädigen oder zu zerstören. Beispielsweise könnte die stufenartige
Erweiterung des Rohrstutzens am unteren Ende des erweiterten Bereiches eine kleine
Hinterschneidung aufweisen, die den äußeren Rand des Ringflansches der kreisförmigen
Siegelscheibe aufnimmt und damit jeglichen Zugang zu dem Rand des Ringflansches mit
einem Werkzeug verhindert.
[0018] Der Ringflansch der Siegelscheibe ist über eine Schwächungslinie mit einer Siegelmembran
verbunden, die den zentralen Bereich der Siegelscheibe bildet und ihrerseits mit einem
Griffring verbunden ist, in den man mit einem Finger eingreifen kann, um den Griffring
zunächst anzuheben bzw. zum vollständigen eingreifen aus dem Rohrstutzen herauszuheben
und dann durch einen entsprechenden Zug die Siegelmembran von dem Ringflansch abzutrennen
und mit dem Griffring die damit verbundene Siegelmembran herauszureißen.
[0019] Im Gegensatz zu dem nur oberflächlich aufgeklebten (und an der Innenfläche immer
noch klebefähigen) Abdecketikett kann eine solche Siegelmembran mit dem daran befindlichen
Griffring nicht einfach an der Außenseite des Behälters angeklebt werden, sondern
wird im Allgemeinen als Abfall entsorgt, was prinzipiell auch mit dem Abdecketikett
möglich wäre, aber aus Bequemlichkeit häufig unterbleibt. Abgesehen davon lassen sich
die simplen Abdecketiketten, die im Allgemeinen aus einer dünnen Kunststofffolie bestehen,
relativ leicht fälschen oder von noch nicht verkauften Behältern stehlen, was mit
der Siegelscheibe nicht möglich ist.
[0020] Nach dem herausreißen der Siegelmembran kann der Verschluss in der üblichen Weise
verwendet werden, d.h. durch die von der Siegelmembran freigegebene Öffnung wird ein
Entleerrohr in den nach außen hin offenen, hohlen Verschlussstopfen eingeführt, mit
dem Verschlussstopfen verrastet und anschließend wird der Verschlussstopfen mit Hilfe
des Entleerrohrs einwärts in das Behälterinnere gedrückt, sodass das Entleerrohr durch
die innere Rohrstutzenöffnung in den Behälter eintritt und das Behälterinnere Verbindung
mit seitlichen Öffnungen des Entleerrohres hat.
[0021] Dann kann das Wasser (oder auch irgendeine sonstige in dem Behälter befindliche Flüssigkeit)
über das Entleerrohr entnommen werden.
[0022] An der fehlenden Siegelmembran kann ein Verbraucher bei diesem Verschluss jederzeit
erkennen, dass der Verschluss bereits einmal geöffnet worden ist, während eine intakte
Siegelscheibe mit einer intakten Siegelmembran ein Zeichen für die Originalität des
Inhalts ist.
[0023] Der erfindungsgemäße Verschluss ist damit manipulationssicherer als die bekannten
Verschlüsse dieser Art, da der Erstverbraucher einen Teil des Verschlusses, nämlich
die Siegelmembran, abreißen und wegwerfen muss, so dass die fehlende Sigelmembran
anzeigt, dass der Verschluss sich nicht mehr im Originalzustand befindet, wie er nach
der Originalabfüllung vorlag.
[0024] Weiterhin ist vorgesehen, dass zusätzlich zu der Siegelmembran dennoch auch ein die
zentrale Öffnung abdeckendes Etikett auf der Kopfplatte aufgebracht ist. Dieses Etikett
dient auch bei den bisher bekannten Verschlüssen schon dafür, dass sich in der Vertiefung
bzw. dem oberen Teil des Rohrstutzens, der von der Kopfplatte ausgeht, auch bei längerer
Lagerung des verschlossenen Behälters kein Staub oder Schmutz ansammeln kann und der
Bereich der zentralen Öffnung nach dem Abziehen des Etiketts sauber und hygienisch
einwandfrei ist.
[0025] Dabei ist vorgesehen, dass das auf die Kopfplatte aufgebrachte Etikett durchsichtig
ist, sodass die Siegelmembran im ungeöffneten Zustand des Verschlusses durch das Etikett
hindurch sichtbar ist, und der Verbraucher schon beim Kauf bzw. bei der Lieferung
und vor dem Entfernen des Etiketts sofort erkennen kann, ob er einen Behälter mit
Originalinhalt vor sich hat.
[0026] Besonders zweckmäßig ist es in diesem Zusammenhang, wenn sich die Siegelmembran und
zweckmäßigerweise die gesamte Siegelscheibe in Ihrer Farbe und/oder Lichtreflektion
deutlich sichtbar von dem Verschlussstopfen unterscheiden. Beispielsweise könnte der
Verschlussstopfen eine kräftige Farbe wie z. Signalrot haben, während die Siegelscheibe
weiß ist. Nach Entfernen der Siegelmembran wäre dann durch ein durchsichtiges Etikett
hindurch der rote Verschlussstopfen inmitten eines weißen Randes der Siegelscheibe,
der nach dem Herausreißen der Siegelmembran den Verschlussstopfen umgibt, auffällig
sichtbar.
[0027] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
werden deutlich anhand der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
und der dazugehörigen Figuren. Es zeigen:
- Figur 1
- einen die Verschlussachse enthaltenden Schnitt durch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Verschlusskappe,
- Figur 2
- eine teilweise weggeschnittene Draufsicht auf die Oberseite der Verschlusskappe nach
Figur 1
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Verschlusskappe mit einem Siegelscheibe
nach dem Entfernen eines auf der Kopfplatte aufgebrachten Etiketts, und
- Figur 4
- eine Siegelscheibe mit Ringflansch, Siegelmembran und Griffring.
[0028] Man erkennt in Figur 3 den aus einer Verschlusskappe 1 bestehenden Behälterverschluss
mit einem im Wesentlichen zylinderförmigen Kappenmantel 2 und einer kreisscheibenförmigen
Kopfplatte 3, die eine zentrale Öffnung 4 aufweist, in welcher ein Siegelscheibe 7
erkennbar ist, welche die Öffnung 4 verschließt.
[0029] Den genaueren Aufbau des Verschlusses erkennt man besser anhand der Figur 1, die
einen die Achse 10 enthaltenden Schnitt des Verschlusses 1 zeigt. Auch hier erkennt
man zunächst wieder den zylindrischen Kappenmantel 2 und die kreisscheibenförmige
Kopfplatte 3 mit einer zentralen Öffnung 4.
[0030] Der Kappenmantel 2 weist an seinem inneren Umfang Rastwülste 17 auf, die beim Verschließen
des Behälterhalses einen vorspringenden Wulst an der Mündung des (hier nicht dargestellten)
Behälterhalses hintergreifen und es praktisch unmöglich machen, die gesamte Verschlusskappe
ohne Beschädigung von dem Behälterhals zu entfernen. Für eine Neubefüllung des Behälters
muss man in aller Regel die Verschlusskappe dadurch entfernen, dass man über eine
Abreißlasche 15 den Kappenmantel 2 entlang einer Schwächungslinie auftrennt und auf
diese Weise von dem Flaschenhals abnehmen kann. Danach ist der Verschluss 1 jedoch
unbrauchbar, sodass eine Manipulation durch Entfernen und Wiederaufsetzen der gesamten
Verschlusskappe praktisch ausgeschlossen werden kann.
[0031] Ein Rohrstutzen 5 erstreckt sich von der Kopfplatte 3 in das Innere der Verschlusskappe
und damit auch in das Innere des Behälters, auf dessen Hals die Verschlusskappe 1
aufgesetzt ist. Der Rohrstutzen 5 ist über eine stufenartige Erweiterung 13 einstückig
mit der Kopfplatte 3 verbunden. Die Öffnung der stufenartigen Erweiterung des Rohrstutzens
bildet gleichzeitig die zentrale Öffnung 4 in der Kopfplatte 3.
[0032] Ein Stopfen 6 ist über Rastelemente 12 in dem Rohrstutzen 5 verrastet und dichtet
den Rohrstutzen 5 nach außen ab. Der Verschlussstopfen 6 ist an seiner Oberseite offen,
wobei diese offene Oberseite jedoch durch das Membransiegel 8 der Siegelscheibe 7
verdeckt wird.
[0033] Zum Öffnen des Behälters wird zunächst das (durchsichtige) Etikett 9 von der Kopfplatte
3 abgelöst. Das Etikett 9 kann mit einem üblichen Kleber an der Kopfplatte 3 befestigt
sein und beispielsweise eine kleine Lasche zum Ergreifen und Abziehen aufweisen. Danach
liegt das Siegelscheibe frei sichtbar in der Kopfplattenöffnung 4, wie dies in Figur
1 dargestellt ist.
[0034] In der Draufsicht der Figur 2 ist das Etikett 9 zur Vereinfachung der Figur nicht
durchsichtig dargestellt, wohl aber in der perspektivischen Ansicht gemäß Figur 3,
in der man unterhalb des Etikettes 9 die Siegelscheibe 7 deutlich erkennt, die in
Figur 4 nochmals getrennt von den ünbirgen Verschlussteilen dargestellt ist.
[0035] Figur 4 zeigt allein die Siegelscheibe in einer vergrößerten Darstellung. Man erkennt,
dass die Siegelscheibe eine zentrale Siegelmembran 8 hat, die an einem Umfangsabschnitt
mit einem Griffring 16 verbunden ist. Weiterhin ist die Siegelmembran 8 über eine
(hier nicht erkennbare) Schwächungslinie mit einem umlaufenden Ringflansch 18 verbunden.
Außerdem ist die Siegelmembran 8 mit dem Griffring 16 noch von einem Schutzrand 11
umgeben, der die Form eines kurzen zylindrischen Stutzens hat, dessen axiale Länge
groß genug ist, um zu verhindern, dass ein außen aufgesetzter Gegenstand den Griffring
16 (vor allem in der Nähe seiner Verbindung mit der Siegelmembran 8) und damit die
Siegelmembran unbeabsichtigt nach innen drückt und dadurch beschädigt bzw. teilweise
abreißt.
[0036] Der Schutzrand 11 weist auf der dem Befestigungspunkt des Griffrings 16 an der Siegelmembran
8 gegenüberliegenden Seite eine Aussparung auf, die einen leichteren Zugang zu dem
Griffring 16 ermöglicht. Der Griffring 16 ist so bemessen, dass man bequem mit dem
Finger einer Hand in den Ring hineingreifen und dann durch einen entsprechenden Zug
nach oben die Siegelmembran 8 von dem Ringflansch 18 und dem Schutzrand 11 abtrennen
bzw. abreißen kann.
[0037] Danach ist der Verschlussstopfen 6 von außen frei zugänglich und es kann ein (nicht
dargestelltes) Entleerrohr in bekannter Weise in den Verschlussstopfen 6 eingeführt
werden. Durch kräftigen Druck auf das Entleerrohr wird der Verschlussstopfen 6 aus
seinem Rasteingriff mit den Rastelementen 12 befreit und einwärts in das Behälterinnere
gedrückt, bis das Entleerrohr bzw. Öffnungen in dem Entleerrohr mit dem Behälterinneren
in Kontakt kommt, sodass der Behälterinhalt durch die Öffnungen in das Entleerrohr
eindringen und über dieses abfließen kann, da sich die ganze Anordnung am Hals des
auf den Kopf gestellten Behälters befindet.
[0038] Wenn das (nicht dargestellte) Entleerrohr nach dem Entleeren des entsprechenden Behälters
zurückgezogen wird, nimmt es den Verschlussstopfen 6 mit, der über einen radial einwärts
vorspringenden Rand am oberen Ende des Verschlussstopfens an einem Absatz oder Rastwulst
oder in einer umlaufenden Vertiefung an der Außenseite des Entleerohres verrastet
ist, so dass der Verschlusstopfen 6 wieder in die verrastete Position in dem Rohrstutzen
5 zurückgezogen ist. Da der Verschlussstopfen 6 dann mit seinem Endflansch 20 an den
inneren Ende des Rohrstutzens 5 anliegt, löst sich das Entleerohr beim weiteren Zurückziehen
aus dem Rasteingriff mit dem Verschlussstopfen 6 und kann vollständig abgezogen werden.
Der Behälterverschluss ist dann wieder in seinem ursprünglichen Zustand, mit Ausnahme
der fehlenden Siegelmembran 8, die sich farblich von dem Verschlusstopfen 6 unterscheidet,
so dass auch im Falle eines aufgeklebten, durchsichtigen Etikettes 9 für den Verbraucher
deutlich sichtbar ist, dass der Verschluss bereits einmal geöffnet wurde.
[0039] Der Ringflansch 18 der Siegelscheibe 7 ist mit dem Grund 14 des erweiterten Abschnittes
13 des Rohrstutzens 5 fest verbunden, zum Beispiel verschweißt oder mit einem sehr
festen und dauerhaften Kleber verklebt. Nach dem Herausreißen der Siegelmembran 8
mit dem Griffring 16 ist klar erkennbar, dass der Verschluss bereits einmal geöffnet
war und es ist praktisch nicht möglich, eine entsprechende Siegelmembran wieder einzusetzen,
zumal derartige Siegelmembranen nach dem Öffnen des Verschlusses in aller Regel sofort
entsorgt werden. Durch entsprechende Farbgestaltung der Siegelmembran und/oder des
Verschlussstopfens kann man die fehlende Siegelmembran 8 noch auffälliger machen.
Um den Ringflansch noch besser gegen gewaltsame Versuche des Heraushebelns oder Ablösens
zu sichern, kann die Erweiterung 13 vor dem Übergang zu dem Grund 14 der Erweiterung
eine (nicht dargestellte) Hinterschneidung aufweisen, in welcher der äußere Rand des
Ringflansches 18 aufgenommen werden könnte, der aber vorzugsweise unabhängig davon
noch zusätzlich mit dem Grund 14 verklebt oder noch besser verschweißt ist.
[0040] Für Zwecke der ursprünglichen Offenbarung wird darauf hingewiesen, dass sämtliche
Merkmale, wie sie sich aus der vorliegenden Beschreibung, den Zeichnungen und den
abhängigen Ansprüchen für einen Fachmann erschließen, auch wenn sie konkret nur im
Zusammenhang mit bestimmten weiteren Merkmalen beschrieben wurden, sowohl einzeln
als auch in beliebigen Zusammenstellungen mit anderen der hier offenbarten Merkmale
oder Merkmalsgruppen kombinierbar sind, soweit dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen
wurde oder technische Gegebenheiten derartige Kombinationen unmöglich oder sinnlos
machen.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Verschlusskappe
- 2
- Kappenmantel
- 3
- Kopfplatte
- 4
- Öffnung
- 5
- Rohrstutzen
- 6
- Stopfen
- 7
- Siegelscheibe
- 8
- Siegelmembran
- 9
- Etikett
- 10
- Achse
- 11
- Schutzrand
- 12
- Rastelemente
- 13
- Erweiterung
- 14
- Grund
- 15
- Abreißlasche
- 16
- Griffring
- 17
- Rastwülste
- 18
- Ringflansch
- 19
- Dichtungselement
- 20
- Endflansch