[0001] Die Erfindung betrifft eine Kontaktlasche zur elektrisch leitenden Verbindung von
mindestens zwei Bauteilen, wobei die Kontaktlasche dazu vorgesehen ist, an mindestens
einem der Bauteile mit einem Kontaktdruck anzuliegen, der durch eine elastische Deformation
der Kontaktlasche ausgeübt wird. Weiterhin betrifft die Erfindung ein System mit einer
oder mehreren solcher Kontaktlaschen, insbesondere in einer Ausführung als Steckverbindersystem.
[0002] In vielen technischen Systemen ist es notwendig, eine große Anzahl an elektrischen
Strömen zu übertragen. Dabei können die Ströme entweder Signale zur Informationsübermittlung
(z.B. Messwerte, analog oder digital), darstellen oder als Versorgungsenergie dienen.
[0003] Derartige technische Systeme sind im Allgemeinen in Modulbauweise aufgebaut, wobei
die Signale oder die elektrische Versorgungsenergie von einem Modul auf das andere
Modul übertragen werden. Um eine einwandfreie Funktion der Systeme zu gewährleisten,
muss diese Übertragung möglichst verlustarm stattfinden.
[0004] Bisher sind Systeme verbreitet, bei denen die Übertragung von einem Modul auf das
nächste mittels herkömmlicher Steckverbinder stattfindet. Dabei ist ein Modul mit
einem steckerförmigen Steckverbinder und das andere Modul mit einem kupplerförmigen
Steckverbinder einer oder mehrerer kompatibler Steckverbinderserien (z.B. SMA, RPC-2.92,
SMP, aber auch andere genormte und nicht genormte Stecker-Buchsen-Verbindungen) ausgestattet.
Diese Systeme benötigen aufgrund der Abmessungen der verbauten Steckverbinder viel
Bauraum, welcher nicht immer zur Verfügung steht. Außerdem sind sie für höhere Kanalzahlen
nicht benutzerfreundlich, da die Steckverbinder meist mittels Schraubverbindungen
gekoppelt werden.
[0005] Des Weiteren sind Systeme bekannt, bei denen die Übertragung mittels einer oder mehrerer,
als Blattfedern ausgeführter Kontaktlaschen, welche auf einen feststehenden Gegenpart
drücken, realisiert wird. Diese Systeme erlauben eine höhere Packungsdichte, weisen
jedoch meist eine relativ geringe Kontaktkraft auf. Aufgrund der hohen Anzahl an Kontakten
wird in Summe dennoch eine erhebliche Steckkraft beim Koppeln erreicht, was z.B. beim
blinden Stecken einer Leiterplatte zu erheblichen Problemen führen kann.
[0006] Um hohe Versorgungsströme übertragen zu können, muss der Übergangswiderstand an den
Kontaktstellen möglichst gering gehalten werden. Ein entscheidender Faktor für die
Höhe des Übergangswiderstands ist die an der Kontaktstelle herrschende Kontaktkraft.
Ist diese zu gering, wird der Übergangswiderstand sehr groß, was zu einer ungewollten
thermischen Belastung der Kontaktstelle führt. Bei den bekannten Systemen wird versucht,
dies durch eine möglichst hohe Federkraft der Kontaktlaschen zu vermeiden. Dabei spielt
es keine Rolle, ob die Kontaktlaschen radial (Stecker-Buchsen-Kontakt) oder axial
(als Blattfedern) ausgelenkt werden. Diese hohe Federvorspannung bewirkt allerdings
auch eine dementsprechend höhere Steckkraft beim Kopplungsvorgang, was sich vor allem
bei mehreren parallel zu steckenden Verbindungen nachteilig auswirken kann und keinesfalls
anwenderfreundlich ist.
[0007] Bei der Signalübertragung steht aufgrund der niedrigeren Ströme meist nicht die thermische
Belastung der Kontaktstellen im Vordergrund (kann aber auch hier ein Problem sein),
sondern die Qualität des übertragenen Signals. Auch hier wird neben vielerlei anderen
Maßnahmen versucht, mittels größtmöglicher Kontaktkräfte die Verluste in den Kontaktstellen
so gering wie möglich zu halten. Da besonders bei Systemen zur Signalübertragung die
Anzahl der Signalpfade sehr hoch und der zur Verfügung stehende Bauraum sehr gering
sein kann, können dabei gleich mehrere Probleme auftreten: Zum einen sollte die Kontaktkraft
der einzelnen Kanäle so gering wie möglich gehalten werden, um die in der Summe benötigte
Steckkraft in Grenzen zu halten. Zum anderen kann aufgrund eines geringen Platzangebotes
die Gestaltungsfreiheit für eine optimierte Federgeometrie stark eingeschränkt sein.
Erschwerend kann hinzukommen, dass gerade bei diesen Signalübertragungssystemen meist
eine hohe Anzahl an möglichst wiederholgenauen Steckzyklen gefordert ist.
[0008] Aus der Druckschrift
US 5 217 382 A ist ein Federelement bekannt, mit dem ein Steckerteil gegen Kontaktpunkte ("contact
points") eines Gehäuses gedrückt wird. Ein zweiteiliger elektrischer Buchsenverbinder
ist zur Aufnahme eines Steckverbinders ausgebildet. Der Buchsenverbinder weist eine
Feder mit vorbestimmter Form auf, welche in einem einstückig ausgebildeten Gehäuse
angeordnet ist. Beim einstecken des Steckverbinders in das Gehäuse wird die Feder
von der vorbestimmten Form deformiert. Die Feder ist aus einem Memorymetall ausgebildet,
wobei der Form Gedächtniseffekt mittels Wärme ausgelöst wird. Erwärmung versetzt die
verfolgte Feder wieder in ihre vorbestimmte Form zurück. Die Erwärmung kann beispielsweise
durch ohmsche Aifheizung ausgebildet sein. Die
US 5 217 382 A offenbart keine Kontaktlasche, die selbst Kontaktbereiche zur elektrischen Kontaktierung
von Bauteilen aufweist bzw. die zur elektrisch leitenden Verbindung der zwei Bauteile
vorgesehen ist. Vielmehr übt das Federelement gemäß der Lehre der
US 5 217 382 A lediglich eine mittelbare Wirkung auf Kontaktbereiche aus.
[0009] Druckschrift
WO 2007/006601 A1 betrifft einen Buchsenkontakt, der aus einem Anschlussteil und einem Kontaktteil
besteht. Das Kontaktteil ist mittels einer federartig und klammerartig ausgebildeten
Kontaktlamelle ausgebildet. Aufgrund erhöhter Stromzuführung entsteht innerhalb des
Buchsenkontaktes eine Erwärmung, die möglicherweise zur Relaxation der federartig
ausgebildeten Kontaktlamellen führen kann, so das eine Kontaktierung des Gegenkontaktes
nicht mehr gewährleistet ist. Um diesem entgegenzuwirken ist es vorgesehen, die Kontaktlamellen
mittels eines Bimetalles auszubilden, wobei die Kontaktlamellen derart ausgelegt sind,
dass bei einer Erwärmung im Kontaktierungsbereich die Kontaktnormalkraft F erhöht
wird.
[0010] Aus der Druckschrift
JP 2000 315555 A ist eine Steckbuchse bekannt, die zwei Kontaktstifte aufweist, die zum Kontaktieren
einer Lotkugel ausgebildet sind, die auf einer Oberfläche einer Halbleitereinheit
ausgebildet ist. Die Lotkugel wird von Spitzen der Kontaktstifte zangenförmig umgriffen.Die
Kontaktstifte bestehen jeweils aus einem plattenförmigen Bimetall, welches aus einem
Element mit niedriger thermischer Leitfähigkeit und einem Element mit hoher thermischer
Leitfähigkeit zusammengefügt ist.
[0011] Aus der
US 5 445 532 ist ein Buchsenstecker für integrierte Schaltungen bekannt. Der Buchsenstecker verwendet
als Kontakt einen Bimetallstreifen, welcher derart ausgebildet ist, dass ein Ende
des Streifens eine seitliche Bewegung ausführt, wenn sich die Temperatur ändert. Das
Ende des Streifens ist als Spitze ausgebildet, die sich bei Normaltemperatur in eine
Leitung der integrierten Schaltung gräbt. Beim Abkühlen des Kontaktes mit dem Bimetallstreifen
löst sich die Spitze von der Leitung der integrierten Schaltung so das die Leitung
von dem Buchsenstecker entfernt werden kann, ohne die Leitung oder den Buchsenstecker
zu beschädigen.
[0012] Aus der
JP 363 217 647 A ist ein elektrisch leitender Abschnitt eines Hauptkörpers eines Buchsensteckers für
integrierte Halbleiterschaltungen bekannt, der aus einer Formgedächtnislegierungen
hergestellt ist, so das der elektrisch leitende Abschnitt die integrierte Halbleiterschaltung
bei einer bestimmten Temperatur greift und bei Raumtemperatur loslässt.
[0013] Aus der
EP 0 260 132 A2 ist ein elektrischer Verbinder mit mehreren Kontakten bekannt, die in einer oder
mehreren Reihen in einem Verbindergehäuse angeordnet sind. Eine Formgedächtnisfeder
ist in dem Gehäuse angeordnet und bewegt die Kontakte. Wenn die Formgedächtnisfeder
ihre Transformationstemperatur oder eine höhere Temperatur erreicht, übt diese eine
Kraft auf die Kontakte aus. Sobald die Formgedächtnisfeder wieder eine Temperatur
unterhalb der Transformationstemperatur erreicht, kehrt diese zu ihrer ursprünglichen
Form zurück und zieht dementsprechend auch die Kontakte zurück. Auf diese Weise kann
der elektronische Steckverbinder elektrische Kontakte ein- bzw. ausstecken ohne dass
hierfür eine äußerliche Einsteckkraft oder Aussteckkraft erforderlich ist.
[0014] Die Druckschrift
EP 0 535 975 A1 beschreibt einen Batterieverbinder mit einem Kontaktelement, das einen Kontaktabschnitt
aufweist, der als Blattfeder wirkt.
[0015] Aus der
US 2004/0241538A1 ist eine Vorrichtung mit Batterieanschlüssen bekannt die eine ausreichende Entladekapazität
mit reduzierter Variation des Kontaktwiderstandes zwischen Elektroden der Batterie
und Kontaktelektroden der Vorrichtung sicherstellt. Der Batterieanschluss ist aus
einem elektrisch leitfähigen sowie elastischen plattenförmigen Element ausgebildet,
welches gebogen ist, um elektrische Kontakte der Batterie zu kontaktieren.
[0016] Die Druckschrift
US 5 167 511 A beschreibt die Anordnung von mehreren, gestapelten Schaltungsplatinen, welche mittels
Verbindungsmodulen miteinander verbunden sind. Die Verbindungsmodule sind mit Speicherblockverbindern
ausgestattet, die gebogene Metallfedern aufweisen, die mittels auf der Metallfeder
ausgebildeten, gegenüberliegenden Kontaktpunkten einen elektrischen und mechanischen
Kontakt zwischen dem Verbindungsmodul und der jeweiligen Schaltungsplatine herstellen.
Hierbei werden die zwei gegenüberliegenden Kontaktpunkte der gebogenen Metallfeder
durch das Einstecken einer Schaltungsplatine auseinandergedrückt. Die gebogene Metallfeder
ist an einer Seite mit einem Element aus einem Formgedächtnismetal ausgestattet. In
der Martinsit-Phase (Niedertemperaturphase) ist das Element aus dem Formgedächtnismetall
gebogen, wobei das Element aus dem Formgedächtnismetall derart an der Metallfeder
angeordnet ist, dass die Metallfeder in diesem Zusatand des Elementes aus dem Formgedächtnismetall
ungehindert die Kontaktpunkte aufeinander zu gegen entsprechende Kontaktflächen auf
der Schaltungsplatine drückt. Dagegen ist das Element aus dem Formgedächtnismetall
in einer Austenit-Phase (Hochtemperaturphase) bestrebt eine gerade, gestreckte Form
einzunehmen. Hierdurch wird die Metallfeder auseinandergebogen, so dass die zwei Kontaktpunkte
der Metallfeder voneinander weg bewegt werden und der elektrische und mechanische
Kontakt zur Schaltungsplatine gelöst ist. In diesem Zustand kann eine Schaltungsplatine
aus dem kontaktierenden Eingriff der Metallfeder entnommen bzw. ausgetauscht werden.
Hierzu wird einfach die mit dem Formgedächtnismetall ausgestattete Kontaktfeder erwärmt.
Nach dem Einstecken einer anderen Schaltungsplatine wird die Erwärmung, welche beispielsweise
mittels einer separaten Heizung durchgeführt wird, beendet, so das sich das Formgedächtnismetall
wieder abkühlt und seine gebogene Form einnimmt und die Metallfeder wieder mit Kontaktpunkten
gegen die Schaltungsplatine drücken kann.
[0017] Die Druckschrift
US 2002/105347 A1 offenbart einen Kontaktelektrodenteil zur elektrisch leitenden Verbindung von einer
Halbleitervorrichtung und einem Testboard. Dieser Teil besteht aus einer Formgedächtnislegierung
bzw. einem Bimetall. Wenn sich diese auf 70 °C erwärmt, kontaktiert das obere Ende
des Elektrodenteils das LSI-Terminal (Large-scale semiconductor integrated circuit).
[0018] Ausgehend von diesem Stand der Technik lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Steckverbindung anzugeben, die sich durch geringe Steckkräfte bei gleichzeitig guter
Übertragungsfähigkeit auszeichnet.
[0019] Diese Aufgabe wird durch ein System gemäß dem Anspruch 2, das eine oder mehrere Kontaktlaschen
gemäß dem Anspruch 1 aufweist. Weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Systems sowie des oder der darin genutzten Kontaktlaschen sind Gegenstand der jeweiligen
abhängigen Ansprüche und ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Erfindung.
[0020] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, das besondere thermische Deformationsverhalten
von Bimetallen auszunutzen, um während des Steckens einer Steckverbindung lediglich
geringe Gesamtsteckkräfte notwendig zu machen, indem dabei keine oder eine nur geringe
Deformation der Kontaktlaschen der Steckverbindung erfolgt und den für eine gute Übertragungsfähigkeit
erforderlichen Kontaktdruck in den Kontaktstellen, die die Kontaktlaschen mit den
elektrisch zu verbindenden Bauteilen ausbilden, durch eine nach dem Zusammenstecken
erfolgende Erwärmung der Bimetalle zu erreichen. Durch die geringe Steckkraft wird
nicht nur die Handhabung verbessert, sondern auch der Verschleiß beim Stecken bzw.
Kontaktieren vermindert, wodurch die Lebensdauer der Komponenten erhöht werden kann.
[0021] Dementsprechend ist eine gattungsgemäße Kontaktlasche zur elektrisch leitenden Verbindung
von mindestens zwei Bauteilen, wobei die Kontaktlasche dazu vorgesehen ist, an mindestens
einem der Bauteil mit einem Kontaktdruck anzuliegen, der durch eine elastische Deformation
der Kontaktlasche ausgeübt wird, wobei die Kontaktlasche zumindest teilweise derart
aus einem Bimetall ausgebildet ist, dass eine Erhöhung der Temperatur des Bimetalls
zu einer Erhöhung des Kontaktdrucks führt, wobei die Kontaktlasche einen ersten Kontaktbereich
zur Kontaktierung eines ersten der Bauteile und einen zweiten Kontaktbereich zur Kontaktierung
eines zweiten der Bauteile sowie einen gekrümmten oder abgewinkelten Verlauf zwischen
den Kontaktbereichen aufweist, so dass eine Deformation der Kontaktlasche mit einem
Aufeinanderzubewegen der zwei Kontaktbereiche verbunden ist, wobei die Kontaktlasche
einen ersten und einen zweiten ebenen Abschnitt umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass
in der Nähe eines freien Endes des zweiten ebenen Abschnitts eine nach außen weisende
Ausbuchtung vorgesehen ist, deren Oberfläche als der zweite Kontaktbereich zur Kontaktierung
des zweiten der Bauteile vorgesehen ist.
[0022] Ein entsprechendes erfindungsgemäßes System umfasst (mindestens) eine erfindungsgemäße
Kontaktlasche und mindestens zwei mittels der Kontaktlasche elektrisch zu verbindende
Bauteile.
[0023] Unter dem Begriff "Bimetall" wird erfindungsgemäß ein vorzugsweise elektrisch leitendes,
elastisch deformierbares Bauteil aus mindestens zwei Schichten, die aus Werkstoffen
mit unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten bestehen, verstanden. Vorzugsweise
handelt es sich bei diesen Werkstoffen um Metalle, die regelmäßig sowohl vorteilhafte
elastische als auch elektrisch leitende Eigenschaften aufweisen.
[0024] Die Kontaktlasche wird beim Stecken der Steckverbindung bereits elastisch deformiert,
wobei diese elastische Deformation möglichst gering gewählt sein kann. Dadurch wird
sichergestellt, dass nach dem Stecken der Steckverbindung und auch ohne eine Erwärmung
des Bimetalls der Kontaktlasche eine elektrisch leitende Verbindung zwischen den Bauteilen
hergestellt ist. Diese kann jedoch infolge des vergleichsweise geringen Kontaktdrucks
mit einem relativ großen Übergangswiderstand in der/den Kontaktstelle(n) verbunden
sein. Dieser relativ große Übergangswiderstand kann zumindest bei der Übertragung
von relativ großen Strömen zu einer Erwärmung der Kontaktlasche führen, die dann zu
der erfindungsgemäßen Erhöhung des Kontaktdrucks durch die spezifische Deformation
des Bimetalls führt. Der höhere Kontaktdruck führt dann zu einer Verringerung der
elektrischen Verlustleistung und damit der weiteren Wärmeerzeugung, bis sich ein von
der Stromstärke und der Wärmeabfuhr aus dem System, die auch gesteuert beeinflusst
werden kann, abhängiges Gleichgewicht einstellt. Eine solche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Systems eignet sich insbesondere für die Übertragung von elektrischer Versorgungsenergie,
da hier regelmäßig relativ große Stromstärken gegeben sind.
[0025] Zur Beeinflussung der Wärmeabfuhr aber auch für eine aktive Wärmezufuhr zur Deformation
der Kontaktlasche kann das erfindungsgemäße System Mittel zur Temperierung (des Bimetalls)
der Kontaktlaschen aufweisen. Hierunter sollen alle Mittel zur gezielten Beeinflussung
der Temperatur der Kontaktlasche verstanden werden. Darunter kann im weiteren Sinn
auch ein Gehäuse um eine mindestens ein erfindungsgemäßes System umfassende elektrisches
Anlage aufgefasst werden, die im Betrieb Abwärme erzeugt, die durch das Gehäuse nur
verlangsamt und vorzugsweise gesteuert (z.B. durch entsprechende Ansteuerung von Lüftern)
abgeführt wird.
[0026] Sofern derartige Mittel zur Temperierung vorgesehen sind, kann auch vorgesehen sein,
dass die Kontaktlasche beim Stecken der Steckverbindung oder beim Positionieren der
Bauteile ein Gegenkontaktelement noch nicht kontaktiert. Dadurch kann ein weitgehend
kraftfreies Stecken bzw. Positionieren erzielt werden, wobei der Kontaktdruck ausschließlich
durch die spätere, erwärmungsbedingte Deformation der Kontaktlasche erzeugt wird.
Auch kann durch die Mittel zur Temperierung eine gezielte Kühlung der Kontaktlasche
erreicht werden, wodurch sich der Kontaktdruck wieder verringert. Dies kann insbesondere
für ein Lösen der elektrisch leitenden Verbindung zwischen den beiden Bauteilen relevant
sein.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1:
- ein Bauteil mit mehreren daran befestigten Kontaktlaschen einer zweiten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Systems in einer perspektivischen Darstellung;
- Fig. 2:
- einen Querschnitt durch das Bauteil und eine Kontaktlasche des Systems gemäß Fig.
5;
- Fig. 3:
- das System gemäß Fig. 5 mit einem zweiten Bauteil;
- Fig. 4:
- einen Querschnitt durch das System gemäß Fig. 7; und
- Fig. 5:
- das System gemäß Fig. 8 nach einer Erwärmung der Kontaktlaschen;
[0028] Die Fig. 1 bis 5 zeigen eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems.
Dieses umfasst zwei Bauteile, bei denen es sich insbesondere um zwei Leiterplatten
12, 13 handeln kann. Diese werden über eine Mehrzahl an erfindungsgemäßen Kontaktlaschen
14 elektrisch leitend verbunden.
[0029] Die blattfederartig ausgebildeten Kontaktlaschen 14 umfassen zwei ebene Abschnitte,
die über einen gekrümmten Abschnitt verbunden sind. Ein erster der ebenen Abschnitte
bildet jeweils auf seiner Außenseite einen Kontaktbereich 15 aus, über den die dazugehörige
Kontaktlasche mit einer Kontaktstelle einer ersten Leiterplatte 12 fest verbunden
(z.B. verlötet) ist. In der Nähe des freien Endes des zweiten ebenen Abschnitts ist
eine nach außen weisende Ausbuchtung vorgesehen, deren Oberfläche als Kontaktbereich
15 zur Kontaktierung einer dazugehörigen Kontaktstelle der zweiten Leiterplatte 13
vorgesehen ist.
[0030] Die Kontaktlaschen 14 sind aus einem zweischichtigen Bimetall ausgebildet, wobei
die Schicht mit dem größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten jeweils auf derjenigen
Seite angeordnet ist, die nicht die Kontaktbereiche 15 ausbildet.
[0031] Zur elektrisch leitenden Verbindung werden die beiden Leiterplatte 12, 13 durch eine
beliebige, nicht dargestellte Vorrichtung in einem definierten Abstand zueinander
positioniert, wie dies in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist dabei vorgesehen, dass der Abstand zwischen diesen so gering ist, dass eine elastische
Deformation der zwischen den Leiterplatten 12,13 angeordneten Kontaktlaschen 14 gegeben
ist (vgl. Fig. 2 und 4). Direkt nach dem Positionieren der beiden Leiterplatten 12,
13 zueinander sind diese somit bereits elektrisch leitend verbunden. Dabei ist jedoch
vorgesehen, dass die elastische Deformation der Kontaktlaschen 14 relativ gering ist.
Dadurch wird erreicht, dass der von den Kontaktlaschen 14 erzeugte Gegendruck beim
Positionieren der Leiterplatten 12, 13 relativ gering ist. Dies ist insbesondere vorteilhaft,
wenn die Leiterplatten 12, 13 nicht nur über die hier lediglich beispielhafte Anzahl
von fünf Kontaktlaschen 14 verbunden sind, sondern über bis zu mehrere Hundert Kontaktlaschen
14, wie dies beispielsweise in bekannten Halbleitertestvorrichtungen der Fall sein
kann. Ein geringer Kontaktdruck in den Kontaktstellen kann jedoch zu einer schlechten
Übertragung von Signalen und insbesondere Hochfrequenzsignalen zwischen den Leiterplatten
12, 13 führen. Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, dass der Kontaktdruck der einzelnen
Kontaktlaschen 14 zwischen der Ausbuchtung des jeweiligen zweiten ebenen Abschnitts
und den dazugehörigen Kontaktstellen der zweiten Leiterplatte 13 im Betrieb durch
eine thermisch bedingte Deformation des Bimetalls der einzelnen Kontaktlaschen 14
verstärkt wird. Dies ist in der Fig. 5 dargestellt, wobei die Deformation der Kontaktlaschen
14 sich im Wesentlichen auf ein Ausbuchten des zweiten ebenen Abschnitts beschränkt,
gleichzeitig jedoch durch eine ungleiche Spannungsverteilung der Kontaktdruck in der
Kontaktstelle entsprechend erhöht wird.
[0032] Die Erwärmung erfolgt durch den Betrieb einer Vorrichtung, z.B. einer Halbleiterprüfvorrichtung,
in die das dargestellte erfindungsgemäße System integriert ist. Bei diesem Betrieb
wird von der Vielzahl von elektrischen Komponenten der Vorrichtung eine relevante
Menge an Abwärme erzeugt, die zu der Erwärmung führen kann. Dies gilt insbesondere,
wenn das dargestellte System in ein Gehäuse der Vorrichtung integriert ist, so dass
die Wärmeabfuhr eingeschränkt ist. Gegebenenfalls kann die Vorrichtung auch Mittel
zur Temperatursteuerung umfassen, durch die z.B. die Abfuhr der Abwärme aus dem Gehäuse
gezielt gesteuert werden kann. Dadurch kann - ggf. nach einer gewissen Vorlaufzeit
- eine weitgehend gleichbleibende Temperatur innerhalb des Gehäuses erreicht werden,
die mit einem konstanten Kontaktdruck in den Kontaktstellen verbunden ist. Sollen
die beiden Bauteile 12, 13 wieder voneinander entfernt werden, kann auch vorgesehen
sein, dass durch die Mittel zur Temperatursteuerung eine gezielte Kühlung der Kontaktlaschen
erreicht wird, durch die der kontaktdruck wieder abnimmt.
1. Kontaktlasche (14) zur elektrisch leitenden Verbindung von mindestens zwei Bauteilen
in Form von Leiterplatten (12, 13), wobei die Kontaktlasche (14) zwischen den Bauteilen
anzuordnen und dazu vorgesehen ist, an mindestens einem der Bauteile (12, 13) mit
einem Kontaktdruck anzuliegen, der durch eine elastische Deformation der Kontaktlasche
(14) ausgeübt wird, wobei die Kontaktlasche (14) zumindest teilweise derart aus einem
Bimetall ausgebildet ist, dass eine Erhöhung der Temperatur dieses Bimetalls zu einer
Erhöhung des Kontaktdrucks führt, wobei die Kontaktlasche (14) einen ersten Kontaktbereich
(15) zur Kontaktierung eines ersten der Bauteile (12) und einen zweiten Kontaktbereich
(15) zur Kontaktierung eines zweiten der Bauteile (13) sowie einen gekrümmten oder
abgewinkelten Verlauf zwischen den Kontaktbereichen (15) aufweist, so dass eine Deformation
der Kontaktlasche (14) mit einem Aufeinanderzubewegen der zwei Kontaktbereiche verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktlasche einen ersten und einen zweiten ebenen Abschnitt umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass
in der Nähe eines freien Endes des zweiten ebenen Abschnitts eine nach außen weisende
Ausbuchtung vorgesehen ist, deren Oberfläche als der zweite Kontaktbereich (15) zur
Kontaktierung des zweiten der Bauteile (13) vorgesehen ist.
2. System mit einer Kontaktlasche (14) gemäß Anspruch 1 und mindestens zwei, mittels
der Kontaktlasche elektrisch zu verbindenden Bauteilen (12, 13) in Form von Leiterplatten.
3. System gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch Mittel zur Temperierung der Kontaktlasche (14).
4. System gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktlasche (14) beim Positionieren der Bauteile (12, 13) noch nicht kontaktiert.
1. Contact lug (14) for the electrically conductive connection of at least two components
in the form of circuit boards (12, 13), wherein the contact lug (14) is to be arranged
between the components and is designed to apply a contact pressure to at least one
of the components (12, 13), said contact pressure being exerted by elastic deformation
of the contact lug (14), wherein the contact lug (14) is, at least in part, formed
of a bimetal, such that an increase in the temperature of the bimetal leads to an
increase in the contact pressure, wherein the contact lug (14) has a first contact
region (15) for contacting a first of the components (12) and a second contact region
(15) for contacting a second of the components (13), as well being curved or angled
between the contact regions (15), so that a deformation of the contact lug (14) is
associated with a moving-together of the two contact regions, characterised in that the contact lug comprises a first and a second flat section, characterised in that
an outwardly-facing convexity is provided in the vicinity of a free end of the second
flat section, the surface of which is provided as the second contact region (15) for
contacting the second of the components (13).
2. System with a contact lug (14) according to claim 1 and at least two components (12,
13) in the form of circuit boards which are to be connected electrically by means
of the contact lug.
3. System according to claim 2, characterised by means for controlling the temperature of the contact lug (14).
4. System according to claim 3, characterised in that the contact lug (14) does not yet make contact when positioning the components (12,
13).
1. Patte de contact (14) pour la connexion électriquement conductrice d'au moins deux
composants sous forme de cartes à circuits (12, 13), la patte de contact (14) devant
être agencée entre les composants et étant prévue pour s'appuyer contre l'un au moins
des composants (12, 13) avec une pression de contact exercée par une déformation élastique
de la patte de contact (14), la patte de contact (14) étant réalisée au moins partiellement
d'un bilame de telle sorte qu'une augmentation de la température de ce bilame mène
à une augmentation de la pression de contact, la patte de contact (14) présentant
une première zone de contact (15) pour mettre en contact un premier des composants
(12), et une seconde zone de contact (15) pour mettre en contact un second des composants
(13), ainsi qu'un tracé recourbé ou coudé entre les zones de contact (15), de sorte
qu'une déformation de la patte de contact (14) est liée à une approche mutuelle des
deux zones de contacts, caractérisée en ce que la patte de contact comprend une première et une seconde portion plane, caractérisée en ce qu'à proximité d'une extrémité libre de la seconde portion plane, il est prévu un renflement
dont la surface sert de seconde zone de contact (15) pour mettre en contact le second
des composants (13).
2. Système pourvu d'une patte de contact (14) selon la revendication 1 et d'au moins
deux composants (12, 13) sous forme de cartes à circuits à connecter électriquement
par la patte de contact.
3. Système selon la revendication 2, caractérisé par des moyens pour tempérer la patte de contact (14).
4. Système selon la revendication 3, caractérisé en ce que la patte de contact (14) n'est pas encore en contact lors du positionnement des composants
(12, 13).