[0001] Die Erfindung betrifft ein Spannwellensieb, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1 und der
WO 2005/123 278.
[0002] Diese Druckschrift schlägt eine Lösung für das vielfach behandelte, aber nach wie
vor nicht endgültig zufriedenstellend gelöste Problem der seitlichen Abdichtung eines
Spannwellensiebes vor. Bei Spannwellsieben sind quer zur Siebrichtung verlaufende
Stäbe vorgesehen, die einen Siebbelag tragen. Abwechselnd sind die Querstäbe an einem
feststehenden Siebrahmen befestigt oder ihm gegenüber beweglich gelagert. Es gibt
die unterschiedlichsten Formen der beweglichen Lagerung; darunter gibt es auch Ausführungen,
bei denen der Siebkasten bewegt wird, sodass die feststehenden Querstäbe nur bezüglich
des bewegten Siebkastens, nicht aber bezüglich der Umgebung ortsfest gelagert sind.
Die üblicherweise und auch im Folgenden als beweglich bezeichneten Querstäbe können
auf die unterschiedlichste Art gelagert sein und bewegt werden, dies spielt für die
vorliegende Erfindung keine wesentliche Rolle.
[0003] Die eingangs genannte Druckschrift schlägt nun vor, die üblicherweise auf den Querstäben
vorgesehenen oder integral mit ihnen ausgebildeten Belagträger im Randbereich des
Siebes um etwa 45° aufzuwölben, um einen vom Siebbelag gebildeten Trog zu schaffen.
Im Bereich der festen Siebstäbe ist vorgesehen, den Belagträger über eine Strebe fest,
aber in kleinem Abstand, mit dem Rahmen zu verbinden. Im Bereich der beweglichen Siebstäbe
sind die Belagträger am Querstab abgestützt und enden im Abstand vom Rahmen. Über
die gesamte Länge der so gebildeten Seitenabdichtung ist eine am Rahmen befestigte,
den schmalen, teilweise offenen Randbereich überdeckende Lippe vorgesehen, die am
Randbereich des Siebbelages elastisch anliegt.
[0004] Diese Konstruktion stellt im Vergleich zu noch älteren Lösungsvorschlägen, bei denen
eine dachziegelartige Überlappung benachbarter Siebbelagteile vorgesehen war und auch
im Vergleich zu anderen Vorschlägen einen Fortschritt dar, leidet aber nach wie vor
sowohl unter dem Problem der starken Abnutzung im Bereich der Abdecklippe, als auch
unter dem Problem der Einengung der Breite des Siebes zufolge der zur Mitte hin ragenden
Konstruktion, die die Abdecklippe trägt, dazu noch unter der weiter verminderten effektiven
Siebfläche zufolge der mit großem Radius erfolgenden 45°-Umlenkung des Siebbelags,
und schließlich unter der der nach wie vor bestehenden Undichtheit zwischen der stets
ortsfesten Abdecklippe und der in großen Bereichen der Sieblänge vibrierenden Siebmatte.
[0005] Es ist ein Ziel der Erfindung, diese Nachteile zu vermeiden und eine Seitenabdichtung
anzugeben, die diese Probleme nicht aufweist.
[0006] Erfindungsgemäß werden diese Ziele durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 angegebenen Maßnahmen erreicht; mit anderen Worten, es werden die Enden der Belagträger
aller Querstäbe aufgebogen und sie alle werden mit ihren Enden am Siebrahmen befestigt.
Die im Betrieb auftretenden Deformationen werden von den beweglichen Belagträgern
elastisch aufgenommen.
[0007] In einer Ausgestaltung der Belagträger ist vorgesehen, dass sie zumindest um 45°
aufgebogen sind, bevorzugt um 80° und besonders bevorzugt um 90°. Durch die Verringerung
der Umlenkung wird bei gleicher Siebbreite eine Verbreiterung der ebenen Siebfläche
erreicht, wenn auch die Anlenkung der Enden der Belagträger am Siebrahmen komplexer
wird.
[0008] Vorteilhafterweise sind die auf beweglichen Querträgern montierten Belagträger in
einem Bereich ihres gebogenen Abschnittes, der bevorzugt sowohl Abstand vom freien
Ende als auch Abstand vom geradlinigen Abschnitt aufweist, in ihrem Querschnitt so
verjüngt und/oder aus einem weicheren Material, dass sie biegeweicher sind als in
den anderen Abschnitten, sodass die elastische Deformation in diesem Bereich konzentriert
auftritt. Damit ist die Beherrschung der vibrierenden Belastung erleichtert und die
Einleitung von daraus herrührenden Kräften in die Wangen des Siebrahmens wird verringert.
[0009] Besonders bevorzugt ist der Siebbelag über die gesamte Länge mit der seitlichen Wange
des Siebrahmens verbunden und von einer Abdeckleiste im oberen Endbereich überdeckt,
bevorzugt fix geklemmt. Damit wird eine vollständige Abdichtung erreicht.
[0010] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutern, dabei zeigt
die Fig. 1 ein erfindungsgemäß ausgerüstetes Sieb teilweise, in perspektivischer Ansicht,
die Fig. 2 einen beweglichen Querstab mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Belagträger
in perspektivischer Ansicht,
die Fig. 3 ein Detail der Fig. 1 in Ansicht in Siebrichtung;
die Fig. 4 einen Abschnitt eines erfindungsgemäßen Belagträger in perspektivischer
Ansicht.
[0011] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist ein erfindungsgemäßes Sieb 1 abwechselnd mit
im Siebrahmen 2 festen Querstäben 3 und dazu beweglichen Querstäben 4 versehen. Die
Querstäbe weisen an ihren Oberseiten Belagträger 6 auf, die erfindungsgemäß in ihren
seitlichen Endbereichen 7 (Fig. 2) aufgebogen sind, im dargestellten Ausführungsbeispiel
um 90° aufgebogen. Die Belagträger berühren mit ihren äußeren - den aufgebogenen unteren
- Flächen die Seitenwangen 5 des Siebrahmens 2 auf dessen Innenseite. Die seitlichen,
gekrümmten, Endbereiche 7 weisen einen sehr kleinen Radius <150 mm auf, der wiederum
ein Maximum an nutzbarer Siebbreite gewährleistet.
[0012] In den Darstellungen ist der Siebrahmen 2 und damit der Siebbelag 9 waagrecht dargestellt,
im Betrieb ist dies im Allgemeinen nicht der Fall, sondern die Siebrichtung 11 verläuft
in schräger Richtung bezüglich der Schwerkraft (oder der Waagrechten).
[0013] Die Fig. 3 zeigt in Richtung parallel zur Siebrichtung 11 ein Ende eines erfindungsgemäß
ausgebildeten Belagträgers 6 im montierten Zustand: Der Belagträger 6 ist mit seinem
mittleren, geradlinig verlaufenen Teil am Querstab 4 befestigt, daran schließt ein
um 90° gebogener Teil 7 an, dessen Querschnitt, angedeutet durch die beiden schräg
verlaufenen Kanten 12, über fast den gesamten gekrümmten Bereich 7 verjüngt ausgebildet
ist (wie die Nebenfiguren zur Fig. 2 zeigen) und ist im Endbereich 7', dort wo der
Verlauf des Belagträgers 6 bereits die Vertikale (genauer: Die Normalrichtung zur
Siebfläche) erreicht hat, wieder mit vollem Querschnitt und geradlinig verlaufend
ausgebildet.
[0014] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Belagträger 6 modular aufgebaut und
besteht aus den genannten einzelnen Teilen, die passend zueinander positioniert und
miteinander verbunden werden. Selbstverständlich kann der Belagträger auch einteilig
ausgebildet sein.
[0015] Wie die Fig. 3 auch zeigt, verlaufen die Endtangenten der Belagträger 6 in diesem
Schnitt ebenso vertikal wie der Siebrahmen 2. bzw. die Seitenwange 5, eine logische
Konsequenz der Krümmung um 90°. Wenn ein kleinerer Krümmungswinkel gewählt wird, ist
es vorteilhaft, die Seitenwange 5 im Endbereich der Belagträger so zu knicken, dass
sie wiederum parallel zur Endtangente des Belagträgers verläuft. Auf diese Weise wird
die mechanische Stabilität der Verbindung erhöht und die Befestigung erleichtert.
[0016] Zusätzlich zur Verjüngung oder auch statt ihr kann für den gekrümmten Bereich 7 ein
anderes. Weicheres Material verwendet werden als für den Endbereich 7' und den mittleren,
geradlinigen Teil.
[0017] Der oberste Bereich 7' des Belagträgers 6 ist mit zwei nur schematisch dargestellten
Schrauben 8 an der Seitenwange 5 des Siebrahmens 2 befestigt, während der untere,
in der Figur waagrecht und geradlinig verlaufende Bereich am beweglichen Querstab
4 befestigt ist, und somit gegenüber dem Siebrahmen 2 eine Dreh- und/oder Linearbewegung
durchführt. Die zufolge dieser Konstruktion sich ergebenden elastischen Deformationen
vermag der Belagträger 6 zufolge des reduzierten Querschnittes und/oder weicheren
Materials im gekrümmten Bereich 7 zu ertragen, der Siebbelag 9, angedeutet durch die
innersten drei Linien, ist zufolge seiner Natur als Belag eines Spannwellensiebes
von Haus aus dazu in der Lage.
[0018] Zur Vermeidung des Eindringens von Verunreinigungen und winzigster Partikel zwischen
die Seitenwangen 5 des Siebes 1 und den Belagträger 6 bzw den Siebbelag 9 ist eine
zusätzliche Abdeckung 10 vorgesehen, die im dargestellten Ausführungsbeispiel den
Siebbelag 9 bzw. den Belagträger 6 im obersten Bereich kontaktiert. Da hier keine
Relativbewegungen zwischen dem Siebbelag 9 und dem Belagträger 6 einerseits und dem
Siebrahmen 2 mehr stattfinden, ist diese, bevorzugt über die gesamte Sieblänge durchgehende
Abdichtung ganz besonders zuverlässig und dicht.
[0019] Die Fig. 4 zeigt in perspektivischer Ansicht einen Belagträger 6 samt seinem Innenleben
in strichlierten Linien. Die Reduktion des Querschnittes, speziell in Siebrichtung
11 ist durch die Abschrägung hinter den Linien 12, von denen die Verjüngung ausgeht,
gut zu sehen.
[0020] Die Schrauben 13, mit denen der Belagträger 6 in seinem geradlinigen, zentralen Abschnitt
am Querstab bzw. am Siebkasten (unabhängig davon, ob es sich um einen beweglichen
oder einen festen Querstab handelt) befestigt wird, sind gut zu erkennen, ebenso die
Bewehrung 14 aus Metall. Bei dieser Befestigung wird Metall auf Metall verschraubt,
wodurch eine satte kraftschlüssige Verbindung entsteht. Wie Fig. 1 zeigt, sind die
Schrauben 13 an geschützter Stelle im Inneren des Profils des Querträgers 3, 4 untergebracht
und somit weitestgehend vor Korrosion und Verschleiß durch Fördermaterial geschützt.
Auch ein Ankleben bzw. Verbacken von Fördermaterial ist somit ausgeschlossen.
[0021] Die gesamte beschriebene Ausrüstung, die Querstäbe, die Belagträger, die Siebbeläge,
die von Querstab zu Querstab reichen und dort mit Klemmleisten 14 fixiert sind, all
dies kann modular und damit kostengünstig ausgebildet werden.
[0022] Es ist für den Fachmann auf dem Gebiet der Spannwellensiebmaschinen in Kenntnis der
Erfindung ein Leichtes, die miteinander in Wirkverbindung stehenden Parameter: Krümmungsradius
der gebogenen Teile 7, Winkel der Krümmung, Ausbildung des Querschnittes der gebogenen
Teile 7 und Auswahl des Materials für diesen Bereich in Ansehung des zu konzipierenden
Siebes passend aufeinander abzustimmen.
[0023] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt werden. So können die Belagträger
der festen, aber auch der beweglichen, Querstäbe ohne Verjüngung des Querschnittes
ausgebildet sein, die Befestigung der Enden 7' am Siebrahmen 2 kann anders als dargestellt
erfolgen, die Abdeckung 10 kann anders ausgebildet sein, und vieles mehr. Wie insbesondere
die Fig. 3 zeigt, ist eine Krümmung um 90° vorteilhaft, aber nicht in letzter Konsequenz
notwendig. 80-85° reichen in vielen Fällen. Die Querschnittverjüngung im Abschnitt
7 ist bevorzugt mit dem Fehlen einer Bewehrung verbunden; der Krümmungsradius, der
bevorzugt so klein wie möglich gemacht wird, um die effektive Siebfläche so wenig
wie möglich zu stören, kann anders als dargestellt, ausgewählt werden.
Bezugszeichenliste:
[0024]
- 01
- Sieb (maschine) 08 Schrauben
- 02
- Rahmen 09 Siebbelag
- 03
- Fester Querstab 10 Abdeckung
- 04
- Beweglicher Querstab 11 Siebrichtung
- 05
- Seitenwange 12 Kanten
- 06
- Belagträger 13 Schrauben
- 07
- Gekrümmter Bereich 14 Klemmleisten
- 07'
- Endbereich
1. Spannwellsieb (1) mit quer zur Siebrichtung (11) verlaufenden Querstäben (3, 4), die
einen Siebbelag (9) tragen und die abwechselnd fest und beweglich bezüglich eines
Siebrahmens (2) gelagert sind, wobei der Siebbelag (9) auf Belagträgern (6) gelagert
ist die in ihren seitlichen Randbereichen (7) nach oben gekrümmt sind, dadurch gekennzeichnet, dass alle Belagträger (6) mit ihren Endbereichen (7') am Siebrahmen (2) befestigt sind.
2. Spannwellsieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Krümmung der Belagträger (6) um zumindest 45°, bevorzugt um zumindest 80°erfolgt.
3. Spannwellsieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Belagträger (6) der beweglichen Querträger (4) in ihrem gekrümmten Abschnitt
(7) einen im Vergleich zum geradlinigen Abschnitt verjüngten Querschnitt (12) aufweisen.
4. Spannwellsieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Belagträger (6) der beweglichen Querträger (4) zumindest in ihrem gekrümmten
Abschnitt (7) aus einem im Vergleich zum geradlinigen Abschnitt weicheren Material
bestehen.
5. Spannwellsieb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, im Wesentlichen parallel zur Siebrichtung (11), eine Abdeckung (10) den oberen Rand
der Siebfläche (9) und die Stirnflächen der Belagträger (6) abdeckt, bevorzugt fix
klemmt.
6. Spannwellsieb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Belagträger (6) zumindest in einem Abschnitt, in dem sie in Kontakt mit einem
Querträger (3, 4) stehen, eine Bewehrung (14) aus Metall aufweisen.
7. Spannwellsieb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Belagträger (6) mit den Querträgern (3, 4) Metall auf Metall verschraubt sind,
wobei die Schrauben (13) in zumindest einem inneren Hohlraum der Querträger (3, 4)
vorgesehen sind
8. Spannwellsieb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius des gekrümmten Abschnittes (7) der Belagträger (6) höchstens 150 mm beträgt.
9. Spannwellsieb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (2) in dem Bereich, in dem die Belagträger (6) mit ihm verbunden sind,
in einer Ebene verläuft, die zumindest im Wesentlichen parallel zur Endtangente des
Belagträgers liegt.