[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zum Sanieren eines Gründungselementes
aus Beton.
[0002] Derartige Gründungselemente werden etwa zur Fundamentierung von Bauwerken im Boden
oder zur Baugrubenumschließung erstellt. Ein typisches Gründungselement ist ein Bohrpfahl,
welcher durch Erstellen einer Bohrung im Boden mittels eines Bohrwerkzeuges gebildet
wird. Beim Rückziehen des Bohrwerkzeuges aus dem Bohrloch kann dieses mit Betonmaterial
verfüllt werden. Es besteht dabei eine grundsätzliche Gefahr von Fehlstellen in der
Betonstruktur durch unerwünschte Bodeneinschlüsse während des Betoniervorganges. Derartige
Fehlstellen sind durch Messeinrichtungen, etwa mittels Ultraschallmessung, feststellbar
und können eine sichere Gründung eines Bauwerkes beeinträchtigen. Bei festgestellten
Fehlstellen ist es daher häufig notwendig, das Gründungselement zu sanieren.
[0003] Nach einer bekannten Sanierungsmöglichkeit ist es vorgesehen, von außen an einem
Bohrpfahl Bohrungen vorzusehen und Injektionen mit einer Zementsuspension durchzuführen.
Allerdings kann durch derartige Bohrungen an der Außenseite des Gründungselementes
die Mantelreibung zwischen dem Gründungselement und dem umgebenden Boden gestört werden.
Dies kann die Tragfähigkeit des Gründungselementes negativ beeinflussen. Zudem können
so nur außenliegende Fehlstellen saniert werden.
[0004] Eine weitere bekannte Sanierungsmöglichkeit besteht darin, in das fertige Gründungselement
Bohrungen bis zu der Fehlstelle einzubringen und die Fehlstelle durch Injektionen
zu sanieren. Jedoch wird durch das Bohren das Betongefüge des Gründungselementes beeinträchtigt.
Dies kann zur weiteren Beschädigung des Betongefüges, insbesondere zu Rissen, führen.
[0005] Zudem werden die beiden bekannten Sanierungsmöglichkeiten bei besonders tiefen Gründungselementen
praktisch nahezu undurchführbar, da Bohrungen bis in größere Tiefen, welche bis zu
50 m und mehr betragen, herstellungsbedingt nicht mit der notwendigen Genauigkeit
eingebracht werden können. Zudem sind die beiden bekannten Sanierungsmöglichkeiten
zeit- und kostenaufwändig.
[0006] Weiterhin ist es bekannt, das Gründungselement mit der Fehlstelle durch Herstellung
eines Ersatzgründungselementes zu entlasten oder zu ersetzen. Jedoch ist auch diese
Art der Sanierung kostenaufwändig und in bestimmten Fällen aufgrund der Statik und
der Geometrien der Gebäudestruktur nur bedingt einsetzbar.
[0007] Im schlechtesten Fall kann eine Sanierung unmöglich sein. Das Gründungselement aus
Beton ist dann zu entfernen, etwa durch Abfräsen, und neu herzustellen. Dies ist aber
besonders zeit- und kostenaufwändig.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung zur Sanierung von Gründungselementen anzugeben,
mit welchen auch tiefere Gründungselemente effizient saniert werden können.
[0009] Die Aufgabe wird zum einen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und zum anderen mit einer Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Bilden des Gründungselementes
mindestens eine Leitung in dem Gründungselement vorgesehen wird, dass die mindestens
eine Leitung im Bereich einer zu sanierenden Fehlstelle in dem Gründungselement geöffnet
wird, wobei ein Zugang zu der Fehlstelle geschaffen wird, und dass ein aushärtendes
Füllmedium in die Fehlstelle eingeleitet wird.
[0011] Ein Grundgedanke der Erfindung liegt darin, bereits beim Erstellen des Gründungselementes
einen Zugang für Sanierungswerkzeuge in dem Gründungselement vorzusehen. Dies kann
insbesondere dadurch geschehen, dass ein Rohr oder ein Schlauch zum Bilden der Leitung
beim Betonieren des Gründungselementes in diesem vorgesehen wird. Die Leitung ist
vorzugsweise unten geschlossen. Insbesondere bei größeren Gründungselementen können
auch mehrere Leitungen verwendet werden, welche verteilt über den Querschnitt angeordnet
sind. Die Leitung erstreckt sich dabei bis zum oberen Ende des Gründungselementes.
Bei Vorliegen einer Fehlstelle in dem Gründungselement kann dann über eine Schneideinrichtung
die vorhandene Leitung im Bereich der Fehlstelle geöffnet werden, so dass ein Zugang
zu der Fehlstelle gebildet wird. Die Fehlstelle kann so dann durch Einleiten eines
aushärtenden Füllmediums saniert und behoben werden.
[0012] Das zeit- und kostenaufwändige Erstellen einer zusätzlichen Bohrung außerhalb oder
innerhalb des Gründungselementes kann dabei entfallen. Damit werden auch Beeinträchtigungen
an der Mantelreibung oder im Betongefüge des Gründungselementes vermieden. Zudem kann
eine Sanierung auch bei sehr tiefen Gründungselementen mit Tiefen von über 50 Meter
zielgenau erfolgen.
[0013] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass durch das Füllmedium
Schadmaterial aus der Fehlstelle ausgespült und aus dem Gründungselement abgefördert
wird. Bei Gründungselementen im Boden besteht die Gefahr, dass etwa von der Bohrlochwandung
Bodenmaterial noch vor dem Auffüllen des Bohrloches in den Bohrraum gelangt. Dieses
unerwünschte Bodenmaterial kann eine Fehlstelle beim Betonieren in dem Gründungselement
bilden. Durch ein entsprechendes Einströmen des Füllmediums kann dabei dieses Schadmaterial
zunächst aus der Fehlstelle ausgespült und über die Leitungseinrichtung aus dem Gründungselement
abgefördert werden. Nach dem Entfernen des Schadmateriales kann das aushärtende Füllmaterial
die Fehlstelle ausfüllen und so ein homogenes festes Gefüge in dem Gründungselement
bilden.
[0014] Das Ausspülen des Schadmateriales kann grundsätzlich über dieselbe Leitung erfolgen,
über welche auch das aushärtende Füllmedium eingebracht wird. So kann das Füllmedium
über eine lanzenförmige Zuführeinrichtung, welche sich entlang der Zuleitung erstreckt,
eingeleitet werden, während das Schadmaterial in dem verbleibenden Ringraum zwischen
der lanzenförmigen Zuführeinrichtung und der Zuleitung rückgeführt wird.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung, dass mindestens
eine Zuleitung und mindestens eine Ableitung vorgesehen werden, zwischen denen die
Fehlstelle im Gründungselement liegt, dass die mindestens eine Zuleitung und die mindestens
eine Ableitung im Bereich der Fehlstelle geöffnet werden, wobei ein Durchgang durch
die Fehlstelle von der Zuleitung zu der Ableitung geschaffen wird, und dass über die
mindestens eine Zuleitung das Füllmedium zur Fehlstelle und das Schadmaterial aus
der Fehlstelle über die mindestens eine Ableitung geleitet werden. Diese Ausführungsvariante
ist insbesondere für größere oder rissartige Fehlstellen geeignet, welche einen gerichteten
Strömungsfluss erlauben. Auf diese Weise können auch größere Fehlstellen zuverlässig
saniert werden.
[0016] Nach einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorteilhaft, dass zum
Bilden der Leitung beim Herstellen, insbesondere Betonieren, ein Rohr in das Gründungselement
eingesetzt wird. Insbesondere können ein oder mehrere Rohre aus Metall oder Kunststoff
an dem Bewehrungskorb befestigt sein, welcher nach dem Auffüllen des Aushubloches
mit dem Betonmaterial in das noch weiche Betonmaterial eingesetzt wird. Auf diese
Weise können ein oder mehrere Leitungen effizient erstellt werden.
[0017] Insbesondere ist es auch möglich, dass die Rohre nicht nur zur Sanierung sondern
auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden. So können als Leitungen Stahlrohre verwendet
werden, welche etwa zur Durchführung eines sogenannten CHUM-Verfahrens (Crosshole
Ultrasonic Measurement-Verfahren) eingesetzt werden. Mit diesem Messverfahren können
die Struktur und Fehlstellen im Gründungselement ermittelt werden.
[0018] Das erfindungsgemäße Sanierungsverfahren kann an den unterschiedlichsten Gründungselementen
eingesetzt werden. Besonders bevorzugt ist es, dass das Gründungselement als ein Bohrpfahl
oder ein Fräswandpanel ausgebildet wird. Das Fräswandpanel kann etwa zum Bilden einer
Schlitz- oder Dichtwand vorgesehen sein. Insbesondere bei der Erstellung des Gründungselementes
in einem Betonmischverfahren, bei welchem auch Bodenmaterial zum Erzeugen des Betonmaterials
für das Gründungselement verwendet wird, kann eine erhöhte Gefahr von Fehlstellenbildungen
vorliegen. Somit können auch bei derartigen Gründungselementen schnell und zuverlässig
Sanierungen durchgeführt werden.
[0019] Hinsichtlich des Erzeugens einer Öffnung in der Wand der Leitung können grundsätzlich
verschiedene Verfahren eingesetzt werden, etwa ein Auffräsen oder Aufbohren. Bei Leitungen
aus Kunststoff ist auch ein Öffnen durch Aufschmelzen durchführbar. Eine besonders
bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass zum Öffnen
der Leitung eine Hochdrucklanze in die Leitung eingeführt wird oder dass über die
Hochdrucklanze ein Schneidmedium unter Hochdruck zugeführt wird, welches eine Wand
der Leitung durchschneidet. Derartige Hochdrucklanzen können zuverlässig auch in größeren
Tiefen eingesetzt werden.
[0020] Als Schneidmedium kann nahezu jedes beliebige Fluid eingesetzt werden. Besonders
bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass als Schneidmedium Wasser oder das Füllmedium
verwendet wird.
[0021] Hinsichtlich des Füllmediums kann grundsätzlich je nach Anwendungsfall eine geeignete
aushärtbare Suspension in die Fehlstelle eingespritzt werden. In bestimmten Fällen
kann dies ein Kunststoffharz sein. Bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass als Füllmedium
eine Zementsuspension verwendet wird. Die Zementsuspension ist in vorteilhafter Weise
dabei so auf das Betongefüge des Gründungselementes abgestimmt, dass nach Aushärtung
der Zementsuspension ein besonders homogenes Gefüge über die sanierte Fehlstelle hinweg
gegeben ist. Dabei kann auch eine gewisse Menge Schadmaterial als Füllstoff verbleiben,
welches von der Zementsuspension umflossen und eingebunden wird.
[0022] Nach einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorteilhaft, dass in
die Leitung eine Messeinrichtung zum Ermitteln der Fehlstelle eingesetzt wird. Insbesondere
ist die Messeinrichtung eine zerstörungsfreie Messeinrichtung, insbesondere auf Ultraschallbasis.
So kann zunächst die mindestens eine Leitung zum Ermitteln der Fehlstelle verwendet
werden. Anschließend kann die Messeinrichtung wieder aus der Leitung entfernt und
dann gegebenenfalls eine Sanierung einer ermittelten Fehlstelle durchgeführt werden.
Grundsätzlich können in die Leitung auch andere Messeinrichtungen vor oder nach dem
Sanieren eingebracht werden.
[0023] Hinsichtlich der Anordnung zum Sanieren eines Gründungselementes aus Betonmaterial
wird die eingangs genannte Aufgabe dadurch gelöst, dass beim Bilden eines Gründungselementes
mindestens eine Leitung in dem Gründungselement eingesetzt ist, dass eine Schneideinrichtung
vorgesehen ist, mit welcher in der mindestens einen Leitung im Bereich der zu sanierenden
Fehlstelle im Gründungselement eine Öffnung erzeugbar ist, welche einen Zugang zu
der Fehlstelle bildet, und dass eine Zuführeinrichtung zum Einleiten eines aushärtenden
Füllmediums über die Leitung in die Fehlstelle vorgesehen ist. Mit dieser Anordnung
kann insbesondere das vorausgehend beschriebene Verfahren durchgeführt werden. Es
werden die entsprechenden Vorteile mit der erfindungsgemäßen Anordnung erzielt.
[0024] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass mindestens eine
Zuleitung und mindestens eine Ableitung angeordnet sind, zwischen denen die Fehlstelle
im Gründungselement liegt, dass über die Zuführleitung mittels der Zuführeinrichtung
das aushärtbare Füllmedium in die Fehlstelle einleitbar ist und dass über die mindestens
eine Ableitung Schadmaterial aus der Fehlstelle nach außerhalb des Gründungselementes
ableitbar ist. Auf diese Weise können auch größere Fehlstellen und größere Mengen
Schadmaterial effizient aus dem erstellten Gründungselement abgefördert und die Fehlstelle
damit saniert werden.
[0025] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die mindestens
eine Leitung als ein Rohr ausgebildet ist, welches an einem Bewehrungskorb befestigt
ist, welcher beim Bilden des Gründungselementes in das Gründungselement eingesetzt
ist. Die Leitung ist dabei am unteren Ende geschlossen und ist gegenüber dem noch
nicht festen, zähflüssigen Material des Gründungselementes dicht ausgebildet. Vorzugsweise
ist das Rohr aus Metall oder Kunststoff gebildet und entlang der Streben des metallischen
Bewehrungskorbes angeordnet. Es können auch mehrere Leitungen verteilt über den Querschnitt
des Gründungselementes angeordnet sein. Mit dem relativ schweren Bewehrungskorb können
somit ein oder mehrere Leitungen positionsgenau im Gründungselement vorgesehen werden.
[0026] Zum Öffnen der Leitung im Bereich der Fehlstelle kann grundsätzlich jede geeignete
Schneideinrichtung zum Einsatz kommen. Bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass die
Schneideinrichtung eine in die Leitung einsetzbare Hochdrucklanze aufweist, über welche
mittels einer Pumpe ein Schneidmedium zum Durchschneiden einer Wand der Leitung im
Bereich der Schadstelle unter Hochdruck förderbar ist. Abhängig vom Material der Leitung
kann beispielsweise Wasser als Schneidmedium mit einem Druck von bis zu 100 bar und
darüber hinaus zur Öffnung der Leitungswand vorgesehen werden. Mit dem Schneidmedium
kann nicht nur die Wand sondern auch ein Zugang zu der Fehlstelle durch das Material
des Gründungselementes geschaffen werden. Das nachfolgende Füllmedium kann vorzugsweise
über dieselbe Hochdrucklanze oder über eine andere Zuführeinrichtung der Fehlstelle
zugeführt werden. Insgesamt kann auch die Zu- oder Ableitung verfüllt werden.
[0027] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass eine Messeinrichtung,
insbesondere eine Ultraschallmesseinrichtung, vorgesehen ist, welche zum Ermitteln
der Fehlstelle in die Leitung einsetzbar ist. Die Messeinrichtung kann dabei ebenfalls
schlauchartig mit einem Messkopf gestaltet sein, um Fehlstellen in der Struktur des
erstellten Gründungselementes festzustellen. Nach einer Vermessung der gesamten Struktur
des Gründungselementes kann die Messeinrichtung aus der Leitung wieder entfernt werden.
Anschließend kann dann gegebenenfalls eine Sanierung über die Leitung gemäß der Erfindung
erfolgen.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
erläutert, welche stark schematisiert in den Zeichnungen dargestellt sind. In den
Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Querschnittsansicht durch einen Gründungspfahl mit Fehlstelle und vier Leitungen;
- Fig. 2
- einen schematischen Längsschnitt durch den Gründungspfahl gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Querschnittsansicht durch einen weiteren Gründungspfahl mit Fehlstelle; und
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch den Gründungspfahl gemäß Fig. 3.
[0029] Gemäß den Figuren 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel bei der Sanierung eines
pfahlförmigen Gründungselementes 10 im Boden 5 dargestellt. Das etwa pfahlförmige
Gründungselement 10 weist eine etwa kreisscheibenförmige Aufstandsfläche 12 und eine
zylindrische Mantelfläche 14 auf. Beim Herstellen des Gründungselementes 10 wurden
insgesamt vier rohrförmige Leitungen 20 gleichmäßig verteilt über die Querschnittsfläche
entlang der Mantelfläche 14 angeordnet. Im unteren Bereich des Gründungselementes
10 liegt eine Fehlstelle 40 vor. Die Fehlstelle 40 ist ein Bereich, in welchem das
Gründungselement 10 nicht oder nicht hinreichend mit dem Betonmaterial des Gründungselementes
10 ausgebildet ist. Dies kann etwa durch eingebrochenes umgebendes Bodenmaterial entstehen.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kann die Fehlstelle 40 im Bereich der Aufstandsfläche
12 die Tragfähigkeit des Gründungselementes 10 negativ beeinflussen.
[0030] Nach Feststellung der Fehlstelle 40 durch eine grundsätzlich bekannte Messeinrichtung,
welche insbesondere nach dem Ultraschallprinzip arbeitet, kann eine Sanierung nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgen. Von den insgesamt vier eingebrachten Leitungen
20 werden eine erste Leitung 20 als Zuleitung 22 und eine zweite Leitung 20 als Ableitung
24 ausgewählt. Im Bereich der Fehlstelle 40 werden die jeweiligen Wände 21 der Zuleitung
22 und der Ableitung 24 zum Bilden eines Zugangs 38 zu der Fehlstelle 40 durchbrochen.
Hierzu kann eine nicht dargestellte Hochdruckschneideinrichtung eingesetzt werden.
[0031] Über die Zugänge 38 wird durch die Fehlstelle 40 ein Durchgang 36 gebildet. Ein Füllmedium,
insbesondere einer Betonsuspension, wird über die Zuleitung 22 von der Erdoberfläche
über eine nicht dargestellte Pumpe in die Fehlstelle 40 eingeleitet. Aufgrund der
gebildeten Ableitung 24 kann die Suspension durch die Fehlstelle 40 strömen und unerwünschtes
Schadmaterial aus der Fehlstelle 40 durch die Ableitung 24 nach oben aus dem Gründungselement
10 herausfördern.
[0032] Nachdem das Schadmaterial hinreichend aus der Fehlstelle 40 herausgefördert ist,
wird die weitere Zuführung beendet. Die Fehlstelle 40 ist mit dem Füllmedium verfüllt,
welches aushärten kann. Auch das in der Zuleitung 22 und der Ableitung 24 verbliebende
Füllmaterial kann aushärten und so insgesamt die Stabilität des Gründungselementes
10 erhöhen. Grundsätzlich kann zum Herausspülen des Schadmateriales auch ein abweichendes
Medium, etwa Wasser, verwendet werden.
[0033] Ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung ist in den Figuren 3 und 4 gezeigt.
Wie bei dem vorausgegangenen Ausführungsbeispiel sind insgesamt vier Leitungen 20
über den Querschnitt des Gründungselementes 10 verteilt angeordnet. Die Leitungen
20 wurden bereits beim Erstellen des Gründungselementes 10 in diesem eingegossen.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist eine Fehlstelle 40 ausschließlich im Bereich
einer Zuleitung 20 ausgebildet.
[0034] Über diese an die Fehlstelle 40 angrenzende Zuleitung 20 wird eine rohrförmige Zuleitung
22 eingesetzt, welche durchmesserkleiner als die rohrförmige Leitung 20 ist. Durch
Öffnen einer Wand 21 der Leitung 20 im Bodenbereich wird so ein erster Zugang 38a
zur Fehlstelle 40 geschaffen. Über diesen Zugang 38a kann ein Füllmedium in die Fehlstelle
40 eingeleitet werden.
[0035] Aufgrund der durchmesserkleineren Ausgestaltung der Zuleitung 22 in der durchmessergrößeren
Leitung 20 wird ein Ringraum gebildet, welcher als Ableitung 24 dienen kann. Durch
Ausbilden eines weiteren zweiten Zuganges 38b oberhalb des ersten Zuganges 38a wird
eine weitere, obere Öffnung zu der Fehlstelle 40 geschaffen. Auf diese Weise ist ein
Durchgang 36 zwischen dem ersten unteren Zugang 38a der Zuleitung 22 und dem zweiten
oberen Zugang 38b der Ableitung 24 gebildet. Somit kann auch in diesem Ausführungsbeispiel
bei Verwendung nur einer Leitung 20 ein Austragen von Schadmaterial aus der Fehlstelle
40 über die Ableitung 24 erfolgen, während gleichzeitig Füllmedium über die Zuleitung
22 in die Fehlstelle 40 einströmt.
[0036] Die Erfindung kann zur Sanierung von allen Arten von Gründungselementen, also von
im Boden erstellten Bauwerkskörpern, eingesetzt werden.
1. Verfahren zum Sanieren eines Gründungselementes (10) aus Betonmaterial,
dadurch gekennzeichnet,
- dass beim Bilden des Gründungselementes (10) mindestens eine Leitung (20) in dem Gründungselement
(10) vorgesehen wird,
- dass die mindestens eine Leitung (20) im Bereich einer zu sanierenden Fehlstelle (40)
in dem Gründungselement (10) geöffnet wird, wobei ein Zugang (38) zu der Fehlstelle
(40) geschaffen wird, und
- dass ein aushärtendes Füllmedium in die Fehlstelle (40) eingeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Füllmedium Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) ausgespült und aus dem
Gründungselement (10) abgefördert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Zuleitung (22) und mindestens eine Ableitung (24) vorgesehen werden,
zwischen denen die Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) liegt,
dass die mindestens eine Zuleitung (22) und die mindestens eine Ableitung (24) im Bereich
der Fehlstelle (40) geöffnet werden, wobei ein Durchgang (36) durch die Fehlstelle
(40) von der Zuleitung (22) zu der Ableitung (24) geschaffen wird, und
dass über die mindestens eine Zuleitung (22) das Füllmedium zur Fehlstelle (40) und das
Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) über die mindestens eine Ableitung (24) geleitet
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden der Leitung (20) beim Herstellen, insbesondere Betonieren, ein Rohr in
das Gründungselement (10) eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gründungselement (10) als ein Bohrpfahl oder ein Fräswandpanel ausgebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Öffnen der Leitung (20) eine Hochdrucklanze in die Leitung (20) eingeführt wird
und
dass über die Hochdrucklanze ein Schneidmedium unter Hochdruck zugeführt wird, welches
eine Wand der Leitung (20) durchschneidet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Schneidmedium Wasser oder das Füllmedium verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Füllmedium eine Zementsuspension verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Leitung (20) eine Messeinrichtung zum Ermitteln der Fehlstelle (40) eingesetzt
wird.
10. Anordnung zum Sanieren eines Gründungselementes (10) aus Betonmaterial, insbesondere
nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
- dass beim Bilden des Gründungselementes (10) mindestens eine Leitung (20) in dem Gründungselement
(10) eingesetzt ist,
- dass eine Schneideinrichtung vorgesehen ist, mit welcher in der mindestens einen Leitung
(10) im Bereich der zu sanierenden Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) eine Öffnung
erzeugbar ist, welche einen Zugang (38) zu der Fehlstelle (40) bildet, und
- dass eine Zuführeinrichtung zum Einleiten eines aushärtenden Füllmediums über die Leitung
(20) in die Fehlstelle (40) vorgesehen ist.
11. Anordnung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Zuleitung (22) und mindestens eine Ableitung (24) angeordnet sind,
zwischen denen die Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) liegt,
dass über die Zuleitung (22) mittels der Zuführeinrichtung das aushärtbare Füllmedium
in die Fehlstelle (40) einleitbar ist, und
dass über die mindestens eine Ableitung (24) Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) nach
außerhalb des Gründungselementes (10) ableitbar ist.
12. Anordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Leitung (20) als ein Rohr ausgebildet ist, welches an einem Bewehrungskorb
befestigt ist, welcher beim Bilden des Gründungselementes (10) in das Gründungselement
(10) eingesetzt ist.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schneideinrichtung eine in die Leitung (20) einsetzbare Hochdrucklanze aufweist,
über welche mittels einer Pumpe ein Schneidmedium zum Durchschneiden einer Wand (21)
der Leitung (20) im Bereich der Fehlstelle (40) unter Hochdruck förderbar ist.
14. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Messeinrichtung, insbesondere eine Ultraschallmesseinrichtung, vorgesehen ist,
welche zum Ermitteln der Fehlstelle (40) in die Leitung (20) einsetzbar ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zum Sanieren eines Gründungselementes (10) aus Betonmaterial, wobei
- beim Bilden des Gründungselementes (10) mindestens eine Leitung (20) in dem Gründungselement
(10) vorgesehen wird,
- die mindestens eine Leitung (20) im Bereich einer zu sanierenden Fehlstelle (40)
in dem Gründungselement (10) geöffnet wird, wobei eine Hochdrucklanze in die Leitung
(20) eingeführt und über die Hochdrucklanze ein Schneidmedium unter Hochdruck zugeführt
wird, welches eine Wand der Leitung (20) durchschneidet und ein Zugang (38) zu der
Fehlstelle (40) geschaffen wird, und
- ein aushärtendes Füllmedium in die Fehlstelle (40) eingeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Füllmedium Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) ausgespült und aus dem
Gründungselement (10) abgefördert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Zuleitung (22) und mindestens eine Ableitung (24) vorgesehen werden,
zwischen denen die Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) liegt,
dass die mindestens eine Zuleitung (22) und die mindestens eine Ableitung (24) im Bereich
der Fehlstelle (40) geöffnet werden, wobei ein Durchgang (36) durch die Fehlstelle
(40) von der Zuleitung (22) zu der Ableitung (24) geschaffen wird, und
dass über die mindestens eine Zuleitung (22) das Füllmedium zur Fehlstelle (40) und das
Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) über die mindestens eine Ableitung (24) geleitet
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden der Leitung (20) beim Herstellen, insbesondere Betonieren, ein Rohr in
das Gründungselement (10) eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gründungselement (10) als ein Bohrpfahl oder ein Fräswandpanel ausgebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden der Leitung (20) ein oder mehrere Rohre aus Metall oder Kunststoff vorgesehen
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Schneidmedium Wasser oder das Füllmedium verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Füllmedium eine Zementsuspension verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Leitung (20) eine Messeinrichtung zum Ermitteln der Fehlstelle (40) eingesetzt
wird.
10. Anordnung zum Sanieren eines Gründungselementes (10) aus Betonmaterial, insbesondere
nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
- beim Bilden des Gründungselementes (10) mindestens eine Leitung (20) in dem Gründungselement
(10) eingesetzt ist,
- eine in die Leitung (20) einsetzbare Hochdrucklanze als Schneideinrichtung vorgesehen
ist, mit welcher in der mindestens einen Leitung (10) im Bereich der zu sanierenden
Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) eine Öffnung erzeugbar ist, welche einen
Zugang (38) zu der Fehlstelle (40) bildet, und
- eine Zuführeinrichtung zum Einleiten eines aushärtenden Füllmediums über die Leitung
(20) in die Fehlstelle (40) vorgesehen ist.
11. Anordnung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Zuleitung (22) und mindestens eine Ableitung (24) angeordnet sind,
zwischen denen die Fehlstelle (40) im Gründungselement (10) liegt,
dass über die Zuleitung (22) mittels der Zuführeinrichtung das aushärtbare Füllmedium
in die Fehlstelle (40) einleitbar ist, und
dass über die mindestens eine Ableitung (24) Schadmaterial aus der Fehlstelle (40) nach
außerhalb des Gründungselementes (10) ableitbar ist.
12. Anordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Leitung (20) als ein Rohr ausgebildet ist, welches an einem Bewehrungskorb
befestigt ist, welcher beim Bilden des Gründungselementes (10) in das Gründungselement
(10) eingesetzt ist.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass über die Schneideinrichtung mittels einer Pumpe ein Schneidmedium zum Durchschneiden
einer Wand (21) der Leitung (20) im Bereich der Fehlstelle (40) unter Hochdruck förderbar
ist.
14. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Messeinrichtung, insbesondere eine Ultraschallmesseinrichtung, vorgesehen ist,
welche zum Ermitteln der Fehlstelle (40) in die Leitung (20) einsetzbar ist.