[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil zur Führung von Heißgas, das einen das Heißgas
im bestimmungsgemäßen Betrieb führenden Hohlkörper sowie einen Montageflansch umfasst.
Die Erfindung bezieht sich dabei insbesondere auf ein Bauteil, das zum Einsatz bei
einem Gasturbinenprüfstand bestimmt ist.
[0002] Bei der Entwicklung von Gasturbinen wird unter anderem regelmäßig das Betriebsverhalten
von neu entwickelten oder modifizierten Brennerkomponenten getestet. Dabei wird der
Brenner unter simulierten Betriebsbedingungen auf einem Gasturbinenprüfstand betrieben
und analysiert.
[0003] Die bei der Verbrennung entstehenden Heißgase oder Rauchgase werden dabei über eine
spezielle Rohrleitung abgeführt, die auch als "Abgasstrecke" bezeichnet ist. Die für
die Abgasstrecke eingesetzten Bauteile sind üblicherweise doppelwandig ausgeführt,
wobei in einem Spalt zwischen den beiden Wänden Kühlmittel, insbesondere Kühlwasser,
geführt ist. Hierdurch sind diese Bauteile zum einen einem besonders hohen Temperaturgradienten
von beispielsweise etwa 1600°C über wenige Millimeter ausgesetzt. Zum anderen sind
diese Bauteile durch den - einem Prüfstand immanenten - diskontinuierlichen Betrieb
einer zyklisch alternierenden thermischen Belastung ausgesetzt. Dabei entstehen insbesondere
an den - in der Regel als Flanschverbindung ausgeführten - Befestigungspunkten zwischen
benachbarten Bauteilen besonders hohe Spannungen, die zu einem vergleichsweise hohen
Verschleiß dieser Bauteile bis hin zu Materialversagen, insbesondere Rissbildung,
führen können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil zur Führung von Heißgas anzugeben,
das auch bei hoher thermischer Beanspruchung, insbesondere bei Wechselbeanspruchung,
verschleißarm und langlebig ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Das
erfindungsgemäße Bauteil umfasst einen Hohlkörper mit einem Innenraum, der im bestimmungsgemäßen
Betrieb des Bauteils das Heißgas führt. Eine diesen Innenraum ummantelnde Wand des
Hohlkörpers ist nachfolgend als Innenwand bezeichnet. Als Einlass oder Auslass für
das Heißgas ist in der Innenwand mindestens eine Öffnung vorgesehen.
[0006] Das Bauteil umfasst weiterhin einen Montageflansch (nachfolgend kurz: Flansch), mittels
welchem das Bauteil mit einem benachbarten heißgasführenden Bauteil verbindbar ist,
insbesondere um das Bauteil in eine Heißgasleitung (Abgasstrecke) einzubinden. Der
Flansch schließt mit einem Flanschansatz an die Innenwand des Bauteils an und ragt
von dem Rand der Öffnung ab. Dabei umschließt der Flansch die Öffnung.
[0007] Der Montageflansch weist einen Montageabschnitt auf, mittels welchem der Flansch
mit einem korrespondierenden Gegenflansch des benachbarten Bauteils bestimmungsgemäß
verbunden wird. Als Montageabschnitt wird also derjenige Abschnitt des Flansches bezeichnet,
der die Anschlussfläche trägt, mit welcher der Flansch zur Herstellung einer Flanschverbindung
an den Gegenflansch oder eine gegebenenfalls zwischengeordnete Dichtung angelegt wird.
[0008] Dieser Montageabschnitt grenzt hierbei nicht direkt an den Flanschansatz und den
Rand der von dem Flansch umgebenen Öffnung an, sondern ist von dem Rand der Öffnung
radial beabstandet. Ein den Montageabschnitt mit dem Flanschansatz verbindende Abschnitt
des Flansches dient dem Ausgleich der thermisch bedingten Materialausdehnung des Bauteils
und ist daher als "Kompensationsabschnitt" bezeichnet. Erfindungsgemäß ist dieser
Kompensationsabschnitt zumindest abschnittsweise ein- oder mehrfach aus der Radialrichtung
ausgebogen, so dass der Flansch in diesem Bereich zumindest abschnittsweise in Axialrichtung
verläuft oder zumindest schräg zur Radialrichtung angestellt ist. Der Flansch hat
somit in dem Kompensationsabschnitt im Querschnitt eine mäanderartige Kontur.
[0009] Aufgrund der mäanderartigen Kontur wird der Kompensationsabschnitt bei thermisch
bedingter Ausdehnung oder Schrumpfung des Hohlkörpers nach Art eines Faltbalgs in
Radialrichtung komprimiert oder expandiert. Zusätzlich zu der radialen Deformation
des Hohlkörpers wird zudem auch eine thermisch bedingte axiale Deformation des Hohlkörpers
durch flexible und reversible Verformung des Kompensationsabschnitts kompensiert,
wodurch der Montagebereich des Flansches wirksam entlastet wird. Somit wird der herkömmlicherweise
im Flanschbereich besonders hohe Verschleiß des Bauteils erheblich reduziert und einer
Materialermüdung - die zum Beispiel mit Rissbildung verbunden sein kann - entgegengewirkt.
[0010] Das erfindungsgemäße Bauteil ist mithin besonders robust bei thermischer Beanspruchung,
insbesondere Wechselbelastung und eignet sich daher insbesondere vorteilhaft zur Verwendung
in einem Gasturbinenprüfstand.
[0011] Bei dem Hohlkörper handelt es sich vorzugsweise um einen im Wesentlichen rohrartigen
(also insbesondere beidendseitig offenen) Kanal, dessen Querschnittsform beispielsweise
rund, quadratisch oder rechteckig ausgeführt ist. Prinzipiell kann es sich bei dem
Hohlkörper aber auch um einen Teil eines Gehäuses handeln. Der Flansch umschreibt
dabei in an sich in bekannter Weise den Umriss der in dem Hohlkörper eingebrachten
Öffnung.
[0012] In einer besonders bevorzugter Ausführungsform ist der Flansch in dem Kompensationsabschnitt
mit zwei gegenläufigen Biegungen versehen und weist somit, im Querschnitt gesehen,
eine S-förmige oder Z-förmige Kontur auf.
[0013] Besonders vorteilhaft zeigt sich das erfindungsgemäße Bauteil bei doppelwandigen,
gekühlten Komponenten bzw. Rohrleitungen. In diesem Fall ist die Innenwand, an die
der Flansch angesetzt ist, mit Abstand von einer Außenwand ummantelt ist, so dass
zwischen der Innenwand und der Außenwand ein (Kühlmittel-)Spalt zur Führung eines
Kühlmittels, insbesondere Kühlwasser, gebildet ist. Im Sinne einer einfachen und effektiven
Bauweise des Bauteils dieser Kühlmittelspalt hierbei im Bereich der in die Innenwand
eingebrachten Öffnung durch den Flansch abgedichtet.
[0014] Der Flansch kann hierbei im Rahmen der Erfindung den Kühlmittelspalt vollständig
verschließen und somit unmittelbar abdichten. Um allerdings zu ermöglichen, dass der
mit der Innenwand verbundene Flansch und die Außenwand bei thermisch bedingter Materialausdehnung
gegeneinander spannungsarm arbeiten können, ist vorzugsweise vorgesehen, dass der
Flansch den Kühlmittelspalt nur mittelbar, nämlich unter Mitwirkung einer weiteren
Dichtstruktur abdichtet.
[0015] Bei dieser weiteren Dichtstruktur handelt es sich in einer vorteilhaften Ausführung
des Bauteils um einen umlaufenden Radialsteg, der von der Außenwand abragt und in
einem korrespondierenden umlaufenden Absatz des Flansches, insbesondere im Montageabschnitt,
dichtend einsitzt.
[0016] Alternativ hierzu ist die weitere Dichtstruktur durch einen, im Querschnitt gesehen,
zumindest annähernd L-förmig ausgebildeten Steg gebildet, wobei ein erster Schenkel
dieses Stegs in Radialrichtung von der Außenwand nach außen abragt, während ein zweiter
Schenkel des Steg rückseitig (also an der von der Anschlussfläche abgewandten Seite)
auf den Flansch, insbesondere auf dessen Montageabschnitt, stößt.
[0017] In einer zweckmäßigen Ausführungsform ist der Flansch in dem Kompensationsabschnitt
um die Außenwand (genauer gesagt einen die Öffnung umgebenden Rand der Außenwand)
herumgebogen. Die Außenwand steht somit in eine durch die Umbiegung gebildete Falte
des Flansches hinein.
[0018] Der Flansch ist in einer zweckmäßigen Ausgestaltung als Schraubflansch ausgebildet.
Entsprechend ist der Flansch in dem Montageabschnitt mit Bohrungen (wahlweise glattwandigen
Bohrungen und/oder Gewindebohrungen) zur Aufnahme von Klemmschrauben versehen.
[0019] In besonders geeigneter Ausführung ist der Flansch aus einem hochtemperaturbeständigen
Material, insbesondere aus einer Nickellegierung gefertigt. Eine bevorzugte hochtemperaturbeständige
Nickellegierung wird beispielsweise von der Firma Special Metals Corporation unter
dem Markennamen "Inconel" vertrieben.
[0020] Zur Erreichung einer besonders hohen Belastbarkeit, und somit zur Erzielung eines
besonders geringen Ausfallrisikos sind der Montageabschnitt und der Kompensationsabschnitt
vorzugsweise einstückig miteinander verbunden. "Einstückig" (monolithisch) ist hierbei
in dem Sinne zu verstehen, dass der Montageabschnitt und der Kompensationsabschnitt
aus einem einzigen Werkstück gefertigt sind und nicht erst durch einen nachträglichen
Fügeprozess verbunden wurden. Insbesondere ist der Flansch einstückig aus einem Vollmaterial-Werkstück,
insbesondere aus vorstehend genannter hochtemperaturbeständiger Nickellegierung, durch
spanende Bearbeitung, z.B. Fräsen, herausgearbeitet.
[0021] Zweckmäßigerweise weist der MontageFlansch in dem Kompensationsabschnitt eine im
Vergleich zu dem Montageabschnitt geringere, insbesondere wesentlich geringere Materialstärke
auf. Hierdurch wirkt der Kompensationsbereich als Sollbiegestelle, wodurch der Montageabschnitt
des Flansches wiederum besonders effektiv entlastet wird. In zweckmäßiger Dimensionierung
beträgt die Materialstärke des Flansches in dem Kompensationsbereich etwa ein Drittel
bis ein Fünftel der Materialstärke, die der Flansch in dem Montagebereich aufweist.
Die Stärke des Flansches im Kompensationsabschnitt entspricht insbesondere zumindest
annähernd der Wandstärke der Innenwand.
[0022] Das erfindungsgemäße Bauteil ist in bevorzugter Anwendung insbesondere als Bestandteil
einer Abgasstrecke eines Gasturbinenprüfstandes eingesetzt, und hier vorzugsweise
als Prüfkammer oder als Rohrleitung ausgeführt.
[0023] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- in einer perspektivischen Längsschnittdarstellung ein Bauteil zur Führung von Heißgas
in einer ersten Ausführungsform, in der das Bauteil einen als Prüfkammer ausgeführten
Hohlkörper umfasst, an den an einem Ende ein (Montage-)Flansch angesetzt ist,
- FIG 2
- in einer Detaildarstellung den Montageflansch gemäß FIG 1,
- FIG 3
- in Darstellung gemäß FIG 1 das Bauteil in einer zweiten Ausführungsform, in der das
Bauteil einen als Rohrleitung ausgeführten Hohlkörper umfasst, an den beidendseitig
jeweils ein profilierter Flansch angesetzt ist, und
- FIG 4
- in Darstellung gemäß FIG 2 einen der Flansche gemäß FIG 3.
[0024] Einander entsprechende Teile und Größen sind in allen Figuren stets mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0025] FIG 1 zeigt in perspektivischer, geschnittener Darstellung ein Bauteil 1 zur Führung
von Heißgas in einer ersten Ausführungsform. Das Bauteil 1 umfasst hier einen als
Prüfkammer 2 ausgebildeten Hohlkörper.
[0026] Die Prüfkammer 2 ist Bestandteil einer Abgasstrecke 3 eines Gasturbinenprüfstands
bzw. konkret eines Brennkammerprüfstands. Der Gasturbinenprüfstand umfasst eine Brennkammer
(nicht dargestellt). Im Betrieb des Prüfstandes ist in der Brennkammer bestimmungsgemäß
ein zu prüfendender Brenner aufgenommen, welche der Prüfkammer 2 fluidtechnisch vorgeschaltet
ist (in der Darstellung links). Beim Testbetrieb des Brenners entstehende Heißgase
(Rauchgase/Abgase) werden durch die Prüfkammer 2 hindurch geleitet, dort ggf. vermessen
und schließlich über einen weiteren Kanalabschnitt (ebenfalls nicht dargestellt) der
Abgasstrecke 3 abgeleitet.
[0027] Die Prüfkammer 2 ist im Wesentlichen durch einen länglichen, im Querschnitt rechteckigen
Kanal gebildet, der an beiden Längsenden jeweils eine - als Einlass bzw. Auslass für
das Heißgas wirkende Öffnung 4 aufweist.
[0028] Jede Öffnung 4 definiert eine - senkrecht zu dem Öffnungsquerschnitt ausgerichtete
- Axialrichtung 5.
[0029] Durch einen durch die Öffnungen 4 zugänglichen Innenraum 6 der Prüfkammer 2 strömt
in deren bestimmungsgemäßen Betrieb das Heißgas (mit einer typischen Temperatur von
etwa 1600°C bis 1700°C).
[0030] Die Prüfkammer 2 dient dazu, eine bei einer realen Gasturbine der Brennkammer nachgeschaltete
Turbine durch Nachbildung der dort vorliegenden Druck- und Strömungsverhältnisse zu
simulieren. Der Darstellung ist zu entnehmen, dass die Prüfkammer 2 hierzu weitere
Elemente, beispielsweise Durchführungen 7 umfasst, durch die zur Imitation der Strömung
notwendige Bauteile in den Innenraum 6 eingeführt werden können. Zudem umfasst die
Prüfkammer 2 Stutzen 8, die beispielsweise zum Anschluss von Sensoren dienen.
[0031] Die Prüfkammer 2 ist doppelwandig ausgeführt. Eine dem heißen Abgas zugewandte Innenwand
15 ist dabei von einer Außenwand 16 umgeben. Zwischen der Innenwand 15 und der Außenwand
16 ist ein schmaler (Kühlmittel-)Spalt 17 gebildet. In dem Spalt 17 wird unter Betriebsbedingungen
ein Kühlmittel, hier Kühlwasser, vom ersten Axialende 20 der Prüfkammer 2 zum zweiten
Axialende 21 geführt. Beispielhaft wird dabei ein Volumenstrom von etwa 30 Liter/Sekunde
Kühlwasser mit einer mittleren Temperatur von etwa 80°C durchgesetzt.
[0032] Zum Anschluss der Prüfkammer 2 an angrenzende Bauteile, insbesondere die Brennkammer
und ein Rohrleitungsstück einer Heißgasableitung, ist an dem ersten Axialende 20 ein
(nicht dargestellter) Stutzen an die Innenwand 15 angeschweißt. An dem zweiten Axialende
21 ist ein (Montage-)Flansch 26 angeschweißt.
[0033] Der in FIG 2 vergrößert dargestellte Flansch 26 schließt an dem Axialende 21 mit
einem Flanschansatz 27 an die Innenwand 15 an und ragt von dort, in grober Näherung
betrachtet, in Radialrichtung 30 (mithin in einer senkrecht auf die Axialrichtung
5 stehenden Ebene) nach außen ab. An seinem radialen Außenrand 31 umfasst der Flansch
26 einen Montageabschnitt 32. Der Montageabschnitt 32 ist durch einen die Prüfkammer
2 umschreibenden geschlossenen Rechtecks-Rahmen gebildet. An einer Stirnseite 35 des
Montageabschnitts 32 befindet sich eine Anschlussfläche 36. Im bestimmungsgemäßen
Montagezustand liegt diese Anschlussfläche 36 dichtend an einer Anschlussfläche eines
korrespondierenden spiegelbildlich ausgeführten Gegenflansches des benachbarten Bauteils
an. Dabei ist der Flansch 26 mit Hilfe von umfänglich eingebrachten (Gewinde-)Bohrungen
40 an dem korrespondierenden Gegenflansch verschraubt.
[0034] Gemäß FIG 2 ist dem Montageabschnitt 32 und dem Axialende 21 der Innenwand 15 ein
Kompensationsabschnitt 45 des Flansches 26 zwischengeordnet. In dem Kompensationsabschnitt
45 ist der Flansch 26 zur Kompensation von thermischen Spannungen in einer Mäander-
oder Wellenform profiliert. Ausgehend von dem Flanschansatz 27 verläuft der Kompensationsabschnitt
45 zunächst ein kurzes Stück fluchtend mit der Innenwand 15 und ist anschließend in
einer Biegung 47 um näherungsweise 180° nach außen umgebogen. Die beiden Flanken 48
der Biegung 47 sind somit zumindest annähernd achsparallel ausgerichtet, während ein
Falz 49 der Biegung 47 durch einen näherungsweise radial ausgerichteten Abschnitt
gebildet ist. An dem von der Biegung 47 abgewandten Rand der äußeren Flanke 48 ist
der Kompensationsabschnitt 45 um etwa 90° nach außen umgebogen. In Anschluss an diese
zweite Biegung 50 endet der Kompensationsabschnitt 45 schließlich bündig mit einer
zur Stirnseite 35 entgegengesetzten Rückseite des Montageabschnitts 32 an dessen radialem
Innenrand. Sämtliche Biegungen im Kompensationsabschnitt 45 sind zur Vermeidung von
Kerbwirkungen mit Radien versehen.
[0035] Der Flansch 26 ist somit in dem Kompensationsabschnitt 45, im Querschnitt gesehen,
S-förmig konturiert. Der vorstehend verwendete Begriff "Biegung" impliziert dabei
nicht zwingend, dass die Form des Kompensationsabschnitts 45 durch einen Biegeprozess
hergestellt ist. Vielmehr ist der gesamte Flansch 26 vorzugsweise einstückig aus einem
Vollkörper aus "Inconel" herausgefräst.
[0036] In dem Kompensationsabschnitt 45 hat der Flansch 26 eine nur vergleichsweise geringe
Materialstärke S1 am Übergang zur Innenwand 15 bzw. S2 am Übergang zum Montageabschnitt
32, während der Flansch 26 in dem Montageabschnitt 32 eine demgegenüber wesentlich
größere Materialstärke hat.
[0037] FIG 2 ist weiterhin zu entnehmen, dass der Montageabschnitt 32 stirnseitig den Falz
49 der Biegung 47 in Axialrichtung 5 um einen geringfügigen Abstand überragt. Hierdurch
ist sichergestellt, dass die Biegung 47 im Montagezustand des Bauteils 1 mit gewissem
axialen Spiel zu benachbarten Bauteilen angeordnet ist, und somit einer thermisch
bedingten Ausdehnung der Prüfkammer 2 in Axialrichtung 5 nachgeben kann, ohne dass
der Falz 49 gegen den korrespondierenden Gegenflansch des benachbarten Bauteils stößt.
[0038] FIG 2 ist auch zu entnehmen, dass der Kompensationsabschnitt 45 in dem Bereich der
Biegung 47 um die Außenwand 16 herumgebogen ist, so dass die Außenwand in die in die
durch die Biegung 47 gebildete Falte des Flansches 26 hineinsteht. Ein Axialende 55
der Außenwand 16 überlappt dabei in Axialrichtung 5 mit den beiden Flanken 48 der
Biegung 47.
[0039] Um den Kühlmittelspalt 17 gegen austretendes Kühlwasser abzudichten, umfasst das
Bauteil 1 einen im Profil etwa rechtwinkligen, abgerundeten Steg 60. Der Steg 60 ist
einerseits mit einem Rand eines ersten Schenkels 61 umlaufend an der Außenwand 16
angeschweißt, wobei der Schenkel 61 radial von der Außenwand 16 abragt. Andererseits
ist der Steg 60 mit dem Rand eines zweiten Schenkels 62 an dem radialen Innenrand
der Rückseite des Montageabschnitts 32 ebenfalls umlaufend angeschweißt, wobei der
Schenkel 62 wiederum etwa rechtwinklig von der Rückseite 50 abragt.
[0040] Die hier dargestellte erfindungsgemäße Flanschform kompensiert vergleichsweise große
Dehnungen sowohl in Axialrichtung 5 (wie angedeutet durch einen Pfeil 65 gemäß FIG
1) als auch in Radialrichtung (angedeutet durch Pfeile 66 in FIG 1), ohne dass im
Flansch 26 Materialspannungen überschritten werden, welche zu Rissen und damit zu
einer Leckage des Kühlmediums oder Austritt von Heißdampf führen könnten. Durch die
Profilstruktur hat der Flansch 26 dennoch eine ausreichende Steifigkeit, um den Stabilität
des Flansches 26 nicht zu beeinträchtigen.
[0041] FIG 3 zeigt das Bauteil 1 in einer zweiten Ausführungsform. Im Unterschied zur ersten
Ausführungsform ist hier der Hohlkörper als doppelwandige, im Querschnitt runde Rohrleitung
80 ausgebildet, welche beidendseitig mit jeweils einem Flansch 26 versehen ist.
[0042] Die beiden Flansche 26 sind hier im Wesentlichen analog zur ersten Ausführungsform
ausgebildet, wobei der Flansch 26 bzw. der Montageabschnitt 32 hier in Draufsicht
auf die Stirnseite 35 jedoch in Anpassung an die zylindrische Rohrleitung 80 durch
einen ringförmigen Rahmen (Anschlussplatte) gebildet ist. Weiterhin ist im Unterschied
zur ersten Ausführungsform der Falz 49 hier in einem durchgehenden (gleichmäßigen)
Radius geführt. Wie aus FIG 4 ersichtlich ist der Spalt 17 hier durch einen senkrecht
von der Außenwand 16 abragenden umlaufenden Radialsteg 82 abgedichtet. Hierzu ist
an der Rückseite des Montageabschnitts 32 eine umlaufende Stufe 83 eingefräst, in
welcher der Radialsteg 82 dichtend einliegt, wobei er näherungsweise bündig mit der
Rückseite abschließt.
[0043] Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschrieben Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr können weitere Ausführungsformen der Erfindung von dem Fachmann
aus der vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden. Insbesondere können die anhand
der verschiedenen Ausführungsbeispiele beschriebenen Einzelmerkmale der Erfindung
und deren Ausgestaltungsvarianten auch in anderer Weise miteinander kombiniert werden.
1. Bauteil (1) zur Führung von Heißgas, umfassend:
- einen Hohlkörper (2,80) mit einer Innenwand (15), die einen das Heißgas führenden
Innenraum (6) ummantelt, wobei die Innenwand (15) mindestens eine Öffnung (4) aufweist,
sowie
- einen Montageflansch (26), der mit einem Flanschansatz (27) an die Innenwand (15)
anschließt und von dem Rand der Öffnung (4) abragt,
wobei der Montageflansch (26) einen von dem Rand der Öffnung (4) radial beabstandeten
Montageabschnitt (32) aufweist, der mit dem Flanschansatz (27) über einen Kompensationsabschnitt
(45) verbunden ist, wobei der Kompensationsabschnitt (45) zumindest abschnittsweise
aus der Radialrichtung (30) ausgebogen ist.
2. Bauteil (1) nach Anspruch 1,
wobei der Montageflansch (26) in dem Kompensationsabschnitt (45) zwei gegenläufige
Biegungen (47,50) aufweist, so dass der Montageflansch (26) in dem Kompensationsabschnitt
(45), im Querschnitt gesehen, eine S-förmige oder Z-förmige Kontur aufweist.
3. Bauteil (1) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Innenwand (15) mit Abstand von einer Außenwand (16) ummantelt ist, so dass
zwischen der Innenwand (15) und der Außenwand (16) ein mit einem Kühlmittel durchströmbarer
Kühlmittelspalt (17) gebildet ist, wobei der Montageflansch (26) zur Abdichtung des
Kühlmittelspalts (17) mittelbar oder unmittelbar mit der Außenwand (16) verbunden
ist.
4. Bauteil (1) nach Anspruch 3,
wobei der Kühlmittelspalt (17) durch einen umlaufenden von der Außenwand (16) außenseitig
abragenden Radialsteg (82) abgedichtet ist, der in einem korrespondierenden umlaufenden
Absatz (83) des Montageflansches (26), insbesondere des Montageabschnitts (32), einsitzt.
5. Bauteil (1) nach Anspruch 3,
wobei der Kühlmittelspalt (17) durch einen im Querschnitt gesehen zumindest annähernd
etwa L-förmig ausgebildeten Steg (60) abgedichtet ist, dessen erster Schenkel (61)
radial außenseitig von der Außenwand (16) abragt, während dessen zweiter Schenkel
(62) rückseitig auf den Montageflansch (26), insbesondere auf dessen Montageabschnitt
(32), stößt.
6. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
wobei der Montageflansch (26) in dem Kompensationsabschnitt (45) um die Außenwand
(16) herumgebogen ist.
7. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei der Montageabschnitt (32) Bohrungen (40) zur Aufnahme von Klemmschrauben aufweist.
8. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei der Montageflansch (26) aus einem hochtemperaturbeständigen Material, vorzugsweise
einer Nickellegierung, insbesondere "Inconel", gefertigt ist.
9. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei der Montageabschnitt (32) und der Kompensationsabschnitt (45) einstückig miteinander
verbunden sind.
10. Bauteil (1) nach Anspruch 9,
wobei der Montageflansch (26) monolithisch aus einem Vollmaterial-Werkstück durch
spanende Bearbeitung herausgearbeitet ist.
11. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei der Montageflansch (26) im Kompensationsabschnitt (45) eine im Vergleich zu
dem Montageabschnitt (32) geringere Materialstärke (S1,S2) aufweist.
12. Bauteil(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
wobei der Hohlkörper als Prüfkammer (2) einer Abgasstrecke (3) eines Gasturbinenprüfstandes
ausgeführt ist.
13. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
wobei der Hohlkörper als Rohrleitung (80) einer Abgasstrecke (3) eines Gasturbinenprüfstandes
ausgeführt ist.
14. Montageflansch (26) für ein Bauteil (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13.