[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überwachung einer Hubbewegung zwischen
einer ersten Einrichtung, wie beispielsweise einer Fluggast- oder Fluggepäckbühne,
und einer zweiten Einrichtung, wie beispielweise einer Flugzeugtür, wobei die Vorrichtung
als Backup-System zur redundanten Kontrolle einer zueinander gerichteten Relativbewegung
der beiden Einrichtungen einsetzbar ist.
[0002] Das Erfassen von Relativbewegungen zweier Einrichtungen aufeinander zu und Vermeiden
von Kollisionen ist z. B. beim Be- und Entladen von Flugzeugen von großer Bedeutung.
So muss z. B. sichergestellt werden, dass die Abwärtsbewegung eines beim Boarding
(Einsteigen der Passagiere) über eine hydraulisch oder motorgetrieben bewegbare Hebevorrichtung
solchermaßen an Gewicht zunehmenden Flugzeugs nicht zu einem Kontakt bzw. Kollision
der geöffneten Flugzeugtür mit der Hebevorrichtung führt, indem z. B. die eingestellte
Höhe an der Hebevorrichtung automatisch nachgeregelt wird.
[0003] Die Anforderungen an Geräte zur Kollisionserfassung und Nachregelung von Hebevorrichtungen
beim Be- und Entladen von Flugzeugen sind hoch; insbesondere müssen sie robust sein
(d. h. betriebssicher sowie dicht gegen sowohl Luftfeuchte als auch in der Luftfahrt
eingesetzte Öle, Schmier- und Reinigungsmittel sein und eine Vielzahl von Einsätzen
jeden Tag schadlos überstehen, wobei mit solchen Geräten u. U. "rau" umgegangen wird).
[0004] Die
DE 38 16 382 A1 beschreibt ein Hilfsgerät, mittels dem ein automatisches Niveauangleichen eines zu
der Be- und Entladevorrichtung gehörenden Schwellenteiles, welches auf dem Ladeöffnungsrand
des Flugzeugs aufliegt, erfolgt. Ein sich vom Ladezustand des Flugzeuges in seiner
Höhenlage ändernder Ladeöffnungsrand führt zu einer Änderung des Neigungswinkels des
Schwellenteiles, welcher vom Hilfsgerät erfasst wird. Bei Änderungen eines voreingestellten
Neigungswinkels des Hilfsgerätes wird der Hubantrieb des Schwellenteiles eingeschaltet,
bis sich eine voreingestellte Sollneigung bei dem Hilfsgerät eingestellt hat.
[0005] Dieses Gerät zum automatischen Niveauangleichen hat jedoch den Nachteil, dass nur
der Neigungswinkel des zwischen Hubvorrichtung und Ladeöffnungsrand des Flugzeuges
befindlichen Schwellenteils kontrolliert wird. Eine eventuelle Kollision von der Beund
Entladevorrichtung mit z. B. der Flugzeugtür wird nicht erfasst.
[0006] DE 201 15 011 U1 beschreibt eine Anordnung zur Überwachung und Steuerung einer Hubbewegung beispielsweise
einer Fluggastbrücke in Bezug auf eine Tür eines Flugzeuges. Die Anordnung, welche
von einer Schutzummantelung umgeben ist, umfasst zwei Platten, die über zwei Scherenverbindungen
miteinander verbunden und über Federelemente gegeneinander abgestützt sind. In Abhängigkeit
des Abstandes der beiden Platten zueinander erzeugt die Anordnung zwei Steuersignale.
[0007] Nachteilig bei dieser Anordnung ist ihr Aufbau mit Scherenverbindungen und einer
Vielzahl untereinander gekoppelter, bewegter Elemente, was einerseits eine gewisse
Bauteilhöhe nach sich zieht, wodurch diese Sicherheitsschaltvorrichtung für den vorgesehenen
Anwendungszweck nur eingeschränkt eingesetzt werden kann, und andererseits zu einem
hohen Verschleiß sowie einem Blockieren, z. B. durch Verkanten, des Mechanismus, und
damit zu einer Fehlfunktion, führen kann. Darüber hinaus ist die Anordnung aufgrund
ihres relativ hohen Gewichts und der außen liegenden Verkabelung (Anschluss über eine
Klemmendose) relativ unhandlich.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, den Nachteil des Standes der Technik, wie z. B. ein
hohes Gewicht und eine schlechte Handhabbarkeit, zu beseitigen, wobei eine Sicherheitsschaltvorrichtung
entwickelt werden soll, die sich durch eine hohe Lebensdauer auszeichnet und hierfür
gewährleistet, dass sie die taktil ausgelösten Schaltvorgänge langfristig mit gleichbleibender
Genauigkeit bewirkt. Dabei ist es notwendig, dass die Sicherheitsschaltvorrichtung
für den Anwendungsfall robust ausgeführt ist, wobei verhindert wird, dass Flüssigkeiten
in das Innere der Vorrichtung und insbesondere an die unter elektrischer Spannung
stehenden Elemente gelangen.
[0009] Gemäß der Erfindung wird eine Sicherheitsschaltvorrichtung mit einer Kollisionserfassung
zur Überwachung einer Hubbewegung zwischen einer ersten Einrichtung, wie beispielsweise
einer Fluggast-, Fluggepäck, Catering- oder Wartungsbühne, und einer zweiten Einrichtung,
wie beispielweise einer Flugzeugtür, bereitgestellt. Die Sicherheitsschaltvorrichtung
weist einen aus einer Bodenplatte und einer Abdeckung gebildeten, im Wesentlichen
quaderförmigen Grundkörper auf. An der Bodenplatte ist zudem in Verlängerung der Längsachse
des Grundkörpers ein Rundgriff, vorzugsweise in einem spitzen Winkel zur Grundebene
der Bodenplatte, ausgeformt.
[0010] Zum Zwecke der Kollisionserfassung sind auf der Innenseite der Bodenplatte ein oder
mehrere diskrete drucksensitive Elemente (im Folgenden als "Druckdetektoren" bezeichnet)
aufgebracht, die beispielsweise zum Schließen oder Unterbrechen eines Stromkreislaufs
bei Druckausübung darauf ausgebildet sind. Die Druckdetektoren können z. B. mittels
Klebens an der Bodenplatte befestigt sein. Im Falle von mehreren Druckdetektoren,
sind diese derart an der Innenfläche der Bodenplatte angeordnet, dass von ihnen die
Bodenplatte flächig überspannt ist. Zum Beispiel kann vorgesehen sein, dass von vier
Druckdetektoren eine rechteckige Fläche der Bodenplatte (z. B. ein Großteil der Innenfläche
der Bodenplatte) umschlossen ist.
[0011] Des Weiteren weist die Sicherheitsschaltvorrichtung eine Schaltkraftübertragungsplatte
auf, die derart ausgebildet und angeordnet ist, dass von ihr die drucksensitiven Elemente
überdeckt sind, wobei die Schaltkraftübertragungsplatte die Druckdetektoren zwar kontaktiert,
aber im Normalzustand (d. h. ohne äußeren Druck auf die Sicherheitsschaltvorrichtung)
keinen Druck auf sie ausübt. Im Folgenden wird der Einfachheit halber meist im Plural
von "Druckdetektoren" gesprochen.
[0012] Erfindungsgemäß besteht die Abdeckung aus einem elastisch verformbaren Polyurethan(PU)-Weichschaum,
wobei die äußere Oberfläche der Abdeckung mit einer Deckschicht aus hochflexiblem
Lack versehen ist. Die Bodenplatte und der Rundgriff hingegen sind aus Polypropylen-Hartschaum.
Die Bodenplatte und die Abdeckung sind stoffschlüssig, beispielsweise durch Verkleben,
miteinander verbunden, sodass keine Feuchtigkeit in den von Bodenplatte und Abdeckung
gebildeten Hohlraum eindringen kann.
[0013] Erfindungswesentlich ist ferner, dass die Sicherheitsschaltvorrichtung eine quaderförmige
Schicht aus einem elastisch komprimierbaren Material aufweist, die den Raum innerhalb
der Abdeckung, welcher sich zwischen der Schaltkraftübertragungsplatte und der Innenseite
der Abdeckung befindet, ausfüllt. Diese beabstandende Schicht (nachfolgend Abstandsschicht),
vorzugsweise aus einem Schaummaterial (z. B. einem Blockschaum oder einem gummielastischen
Material), ist mit der Schaltkraftübertragungsplatte und derjenigen Innenfläche der
Abdeckung, welche parallel zu der Bodenplatte angeordnet ist, ganzflächig und formschlüssig
verbunden, z. B. durch Verkleben. Die geometrischen Abmessungen der Abstandsschicht
sind so gewählt, dass sichergestellt werden kann, dass bei Nichtvorliegen einer Kollision
(d. h. bei unkomprimierter Abstandsschicht) von der Abdeckung kein Druck auf die Schaltkraftübertragungsplatte
bzw. die Druckdetektoren ausgeübt wird. Die Schichtdicke der Abstandsschicht kann
dem Abstand zwischen die Druckdetektoren kontaktierender Schaltkraftübertragungsplatte
und Innenfläche der parallel zu der Bodenplatte angeordneten Außenwand der Abdeckung
entsprechen oder auch geringer als derselbe sein (in diesem Fall stehen die Druckdetektoren
nicht in direktem Kontakt mit der Schaltkraftübertragungsplatte).
[0014] Die Elastizität des komprimierbaren Materials der Abstandsschicht ist entsprechend
der Anforderungen an die Sicherheitsschaltvorrichtung anpassbar. Ein weiches Material
führt beispielsweise dazu, dass eine Relativbewegung einer ersten, mit der Bodenplatte
wechselwirkenden Einrichtung in Richtung auf eine zweite, mit der Außenseite der Abdeckung,
bzw. der parallel zu der Bodenplatte angeordneten Außenwand der Abdeckung (im Folgenden
als "Wechselwirkungsfläche der Abdeckung" bezeichnet), wechselwirkenden Einrichtung
erst dann zu einem Schaltvorgang der Druckdetektoren führt, wenn die Abstandsschicht
senkrecht zur Wirkrichtung der Relativbewegung nahezu vollständig komprimiert ist.
Ein hartes Material hingegen führt dazu, dass bereits ein leichter Druck, bzw. eine
Relativbewegung um wenige Millimeter der ersten Einrichtung in Richtung auf die zweite,
ein Auslösen der Druckdetektoren bewirkt. Auf diese Art lässt sich bauseitig die Sensitivität
der Sicherheitsschaltvorrichtung vorgeben, wobei immer die gleichen Druckdetektoren
verbaut sein können.
[0015] Die Sicherheitsschaltvorrichtung weist elektrische Leitungen zwischen den Druckdetektoren
auf, die mit elektrischen Bauteilen oder Verbindungsstücken, im Folgenden als "elektrische
Verbindungen" bezeichnet, verbunden sein können. Gemäß der Erfindung sind diese elektrischen
Verbindungen innerhalb einer wasserdichten Kapselung angeordnet und somit zusätzlich
gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt, sodass im Extremfall die Sicherheitsschaltvorrichtung
auch im 10-mm-hohem Wasser stehen kann. Die Kapselung kann beispielsweise ein wasserdicht
verklebtes Kunststoffgehäuse sein.
[0016] Bei einer Druckeinwirkung auf die Sicherheitsschaltvorrichtung aufgrund einer Relativbewegung
einer ersten, mit der Bodenplatte wechselwirkenden Einrichtung, z. B. einer Fluggastbühne,
in Richtung auf eine zweite, mit der Wechselwirkungsfläche der Abdeckung wechselwirkenden
Einrichtung, z. B. einer Flugzeugtür, wird der Kollisionsdruck bzw. die Kollisionskraft
über die Abstandsschicht und die Schaltkraftübertragungsplatte (direkt) auf die Druckdetektoren
überträgen. Die Schaltkraftübertragungsplatte bewirkt dabei eine Vergleichmäßigung
bzw. flächige Verteilung des Kollisionsdrucks. Während der Kollision bewegt sich die
Abdeckung unter Kompression der elastischen Abstandsschicht auf die Bodenplatte (bzw.
die auf der Bodenplatte aufgenommenen Druckdetektoren) zu. Dabei wird zunächst die
Abstandsschicht komprimiert, wobei durch Auswahl des Materials und der Dicke der Abstandsschicht
die zum Auslösen der Druckdetektoren erforderliche Druckkraft eingestellt werden kann.
Mit zunehmender Kompression der Abstandsschicht löst die Schaltkraftübertragungsplatte
schließlich die drucksensitiven Elemente aus, woraufhin von denselben ein Schaltvorgang
erfolgt. Dieser Schaltvorgang kann erfasst und z. B. mittels einer dafür vorgesehenen
Steuereinheit ausgewertet werden, wobei mittels der Steuereinheit bei Erfassen bzw.
Erkennen einer Kollision ein Signal ausgegeben werden kann.
[0017] Für einen Druckausgleich im Grundkörper beim Komprimieren bzw. Dekomprimieren desselben
ist im Rundgriff nahe dem Grundkörper eine Belüftungsöffnung, welche einen Luftstrom
aus oder in den Grundkörper ermöglicht, eingebracht.
[0018] Indem die außen liegenden, und somit mit der Umwelt in Kontakt tretenden, Teile der
Sicherheitsschaltvorrichtung aus Polypropylen-Hartschaum bzw. mit dem flexiblen Lack
überzogenem Polyurethan-Weichschaum bestehen, ist der Grundkörper der Sicherheitsschaltvorrichtung
sowohl dicht gegen eindringende Feuchtigkeit als auch resistent gegen übliche chemische
Einflüsse, wie z.B. verdünnte Säuren, Laugen, Reinigungsmittel sowie Alkohol. Da die
Abdeckung (und der ihre Oberfläche überziehende Lack) aus einem weichen, flexiblem
Material besteht, kann die Sicherheitsschaltvorrichtung einer Vielzahl von Belastungszyklen
unterworfen werden, ohne dass Materialermüdung oder eine plastische Verformung des
Grundkörpers eintritt. Diese Eigenschaften gestalten die Sicherheitsschaltvorrichtung
sehr robust.
[0019] Durch die Verwendung von Kunststoff ist die Sicherheitsschaltvorrichtung außerdem
im Vergleich zu Vorrichtungen aus Metall leicht und somit gut handhabbar. Des Weiteren
erlaubt die Verwendung einer Abdeckung aus weichem Schaum in Verbindung mit der abgefederten
Schaltkraftübertragungsplatte ein im Vergleich zum Stand der Technik präziseres Erfassen
des Kollisionsdruckes.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform ist in den Rundgriff an seinem hinteren (d. h. von dem
Grundkörper abgewandten) Endbereich eine Kabelbuchse zum Anschluss eines an einer
elektrischen Leitung angebrachten Steckers integriert. Somit befindet sich das angeschlossene
Kabel in Verlängerung der Längsachse des Rundgriffs bzw. der Sicherheitsschaltvorrichtung;
der routinemäßige Gebrauch der Sicherheitsschaltvorrichtung ist damit problemlos möglich.
[0021] Zusätzlich kann eine steife, abnehmbare Schalung, z. B. in Form eines rotationssymmetrischen
Hohlkörpers, am hinteren Endbereich des Rundgriffes als Zugentlastung für das am in
die Kabelbuchse des Rundgriffes eingeführten Steckers befindliche Kabel vorgesehen
sein. Die Schalung besteht aus Polypropylen-Hartschaum, wobei sie beispielsweise zwei
Halbschalen umfassen kann, die mittels Schrauben gegenseitig fest verbunden werden.
Für die Befestigung der Schalung am Rundgriff kann dieser an seinem hinteren Ende
beispielsweise eine Verdickung aufweisen, um die die Schalung im Anwendungsfall gelegt
wird. Die Schalung geht über das hintere Ende des Rundgriffes so weit hinaus, dass
der in die Buchse des Rundgriffs gesteckte Stecker und wenigstens ein kurzes Stück
des daran befestigten Kabels von der Schalung abgedeckt, d. h. umschlossen, sind.
Im montierten Zustand wirkt die Schalung somit als Verlängerung des Rundgriffs, wobei
die Schalung kipp- und drehsteif mit dem Rundgriff verbunden ist.
[0022] Es ist vorgesehen, dass die Bodenplatte auf ihrer Aufstandsfläche mit einem rutschfesten
Belag, beispielsweise einem gummierten Noppenbelag, versehen ist. Dadurch ist stets
sichergestellt, dass die Sicherheitsschaltvorrichtung rutschfest auf unterschiedlichen
Oberflächen, beispielsweise auch auf einer schiefen Ebene, positioniert werden kann.
[0023] Die Erfindung kann weiter derart ausgebildet sein, dass der von den drucksensitiven
Elementen bei Druckausübung erzeugte Schaltvorgang eine Änderung einer elektrischen
Kenngröße umfasst, d. h., die Druckdetektoren können z. B. elektrische Druckdetektoren
sein, wobei der bei Druckausübung erzeugte Schaltvorgang z. B. eine Änderung eines
elektrischen Stroms, eines elektrischen Widerstands, einer elektrischen Spannung und/oder
Kapazität bewirken kann.
[0024] Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Druckdetektoren als elektrische Taster
ausgebildet sind, die im Normalzustand (d. h. ohne Druck) elektrisch leitend sind,
d. h. einen Stromfluss ermöglichen, und im gedrückten Zustand geöffnet sind, d. h.
den Stromfluss unterbrechen.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Bauteil mehrere diskrete drucksensitive
Elemente auf, die miteinander wirkverbunden sind. Gemäß dieser Ausführungsform ist
es nicht erforderlich, jeden der Druckdetektoren (z. B. durch Verbinden jedes der
Druckdetektoren mit einer entsprechenden Auswerte- oder Steuereinheit) separat auszuwerten;
vielmehr können die Druckdetektoren gesammelt ausgewertet werden. Beispielsweise kann
vorgesehen sein, die einzelnen diskreten drucksensitiven Elemente in Reihe zu schalten
und so zu einem Gesamtstrang zu verbinden, wobei dann lediglich eines der drucksensitiven
Elemente mit einer dafür vorgesehenen Auswerte- oder Steuereinheit verbunden werden
muss.
[0026] Vorzugsweise weist die Sicherheitsschaltvorrichtung vier Druckdetektoren auf, die
an den Eckpunkten eines (virtuellen) Rechtecks auf der Bodenplatte angeordnet sind.
Hierbei sind jeweils zwei in Längsrichtung auf der Bodenplatte angeordnete Druckdetektoren
in Serie geschaltet, sodass derselbe Schaltvorgang durch Drücken nur eines (beliebigen)
der beiden oder durch gleichzeitiges Drücken aller beiden Druckdetektoren auslösbar
ist.
[0027] Die Erfindung kann weiter derart ausgebildet sein, dass die Abstandsschicht eine
geringere Elastizität aufweist als die Abdeckung, sich also bei gleicher Druckeinwirkung
weniger verformt als die Abdeckung. Zum Beispiel kann das Material der Abstandsschicht
einen größeren Kompressionsmodul aufweisen als das Material der Abdeckung.
[0028] Gemäß dieser Ausführungsform kann die Widerstandskraft bis zum Auslösen der Druckdetektoren
maßgeblich durch die Elastizität bzw. Steife der Abstandsschicht festgelegt werden,
indem bei einer Kollision die weniger elastische Abstandsschicht zunächst im Wesentlichen
unkomprimiert bleibt und lediglich die elastischere Abdeckung komprimiert wird, und
erst nach der vollständigen Komprimierung der Abdeckung bei Kontakt der Schaltkraftübertragungsplatte
mit den Druckdetektoren (und somit vor Auslösen der Druckdetektoren) eine (stärkere)
Komprimierung der Abstandsschicht erfolgt.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beiliegende Zeichnung erläutert, wobei gleiche oder ähnliche Merkmale mit gleichen
Bezugszeichen versehen sind; hierbei zeigt die Figur schematisch einen Längsschnitt
durch eine Sicherheitsschaltvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
[0030] Die Sicherheitsschaltvorrichtung umfasst einen Grundkörper, welcher durch die Bodenplatte
1 und die Abdeckung 2 gebildet wird; er ist damit der einen Hohlraum umhausende Teil
der Sicherheitsschaltvorrichtung. Die Außenseite der Abdeckung 2 ist mit einer Schicht
aus 2K-PU-Lack (nicht dargestellt) vollständig überzogen. Die Bodenplatte 1 besteht
aus einem starren, (im Wesentlichen) unkomprimierbaren Material, namentlich Polypropylen(PP)-Hartschaum.
Mit der Bodenplatte 2 ist der ebenfalls aus PP-Hartschaum bestehende, kabelführende
Rundgriff 3 verbunden. Die Abstandsschicht 6 aus einem elastisch komprimierbaren Schaummaterial
ist zwischen der Schaltkraftübertragungsplatte 5 und der oberen Außenwand der Abdeckung
2 eingebracht, und hier mit der Abdeckung 2 stoffschlüssig verbunden. Die Sicherheitsschaltvorrichtung
weist vier Druckdetektoren 4 auf. Die Druckdetektoren 4 sind auf der Bodenplatte 1
angeordnet und wechselwirken mit der Schaltkraftübertragungsplatte 5. Die Druckdetektoren
4 sind elektrische Taster, die über elektrische Leitungen und elektrische Verbindungen
7 miteinander bzw. der in dem Rundgriff 3 integrierten Buchse 9 verbunden sind. Um
vor eindringender Feuchtigkeit geschützt zu sein, sind die elektrischen Verbindungen
7 in der wasserdichten Kapselung 8 untergebracht. Im Rundgriff 3 ist nahe dem Grundkörper
die Belüftungsöffnung 11 eingebracht.
[0031] Die Sicherheitsschaltvorrichtung weist die am Ende des Rundgriffes 3 befestigbare
Zugentlastung auf, die - die Buchse 9 und einen in diese Buchse 9 gesteckten Stecker
(in der Figur nicht dargestellt) überdeckend - der Außenkontur des Rundgriffs 3 (in
seinem hinteren Bereich) formangepasst ist. Die Zugentlastung in Form einer Schalung
besteht aus den zwei Hälften 10.1 und 10.2, die auf dem Rundgriff 3 aufgeschraubt
sind (wobei in der Figur der Übersichtlichkeit halber die Schalungshälften 10.1 und
10.2 in einem Abstand von dem Rundgriff 3 dargestellt sind).
[0032] Die Abdeckung 2 umgreift bzw. umgibt die Abstandsschicht 6, die Schaltkraftübertragungsplatte
5, die Druckdetektoren 4 sowie die Kapselung 8 und ist wasserdicht mit der Bodenplatte
1 verklebt. Die Abdeckung 2 ist als elastisch komprimierbares PU-Weichintegralschaumteil
ausgebildet, das eine geringere Elastizität hat als das Schaummaterial der Abstandsschicht
6.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0033]
- 1
- Bodenplatte
- 2
- Abdeckung
- 3
- Rundgriff
- 4
- drucksensitives Element/Druckdetektoren
- 5
- Schaltkraftübertragungsplatte
- 6
- Abstandsschicht
- 7
- elektrische Verbindung
- 8
- Kapselung
- 9
- Kabelbuchse
- 10.1
- Zugentlastung / erste Schalungshälfte
- 10.2
- Zugentlastung / zweite Schalungshälfte
- 11
- Belüftungsöffnung
1. Sicherheitsschaltvorrichtung zur Überwachung einer Hubbewegung einer ersten Einrichtung
in Bezug auf eine zweite Einrichtung aufweisend einen im Wesentlichen quaderförmigen
Grundkörper mit einer Bodenplatte (1) und einer Abdeckung (2), einen mit der Bodenplatte
(1) fest verbundenen Rundgriff (3), mehrere auf der Innenseite der Bodenplatte (1)
angeordnete, diskrete drucksensitive Elemente (4), deren drucksensitive Richtung senkrecht
zur Bodenplatte (1) ausgerichtet ist und eine Schaltkraftübertragungsplatte (5), die
die drucksensitiven Elemente (4) kontaktierend parallel zur Bodenplatte (1) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (1) und der Rundgriff (3) aus Polypropylen-Hartschaum bestehen, die
Abdeckung (2) aus einem elastisch verformbaren Polyurethan-Weichschaum besteht, deren
Oberfläche eine Deckschicht aus hochflexiblem Lack aufweist; wobei die Bodenplatte
(1) mit der Abdeckung (2) wasserdicht stoffschlüssig verbunden ist; eine quaderförmige
Abstandsschicht (6) aus einem elastisch komprimierbaren Material zwischen der Schaltkraftübertragungsplatte
(5) und der Innenseite einer parallel zu der Bodenplatte (1) angeordneten Außenwand
der Abdeckung (2) angeordnet und mit beiden ganzflächig formschlüssig verbunden ist;
sowie innerhalb des Grundkörpers befindliche elektrische Verbindungen (7) von, zu
und zwischen den drucksensitiven Elementen (4) in einer gegen Feuchtigkeit dichten
Kapselung (8) auf der Bodenplatte (1) angeordnet sind.
2. Sicherheitsschaltvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Rundgriff (3) eine Kabelbuchse (9) zum Anschluss eines an einer elektrischen
Leitung angebrachten Steckers integriert ist, wobei der Rundgriff (3) eine Zugentlastung
in Form einer abnehmbaren Schalung (10.1, 10.2) aus Polypropylen-Hartschaum besitzt,
die im montierten Zustand kippsteif mit dem Rundgriff (3) verbunden ist, wobei sie
den in die Kabelbuchse (9) des Rundgriffs (3) eingeführten Stecker vollständig umfasst..
3. Sicherheitsschaltvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (1) auf ihrer Aufstandsfläche einen rutschfesten Belag aufweist.
4. Sicherheitsschaltvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die drucksensitiven Elemente (4) elektrische Schalter sind, die bei Druck den Stromkreis
unterbrechen.
5. Sicherheitsschaltvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsschaltvorrichtung vier drucksensitive Elemente (4) aufweist, wobei
die drucksensitiven Elemente (4) derart angeordnet sind, dass sie ein Rechteck aufspannen
und jeweils zwei in Längsrichtung auf der Bodenplatte (1) angeordnete Elemente in
Serie geschaltet sind.
6. Sicherheitsschaltvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (2) eine höhere Elastizität aufweist als die Abstandsschicht (6).
7. Sicherheitsschaltvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (2) mit 2K-PU-Lack beschichtet ist.
8. Sicherheitsschaltvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Abstandsschicht (6) die zum Auslösen der drucksensitiven Elemente
(4) nötige Kraft bestimmt.