[0001] Die Erfindung betrifft einen Mauerstein für ein Mauersystem, mit einem oberen Teil,
der die Oberseite des Mauersteins umfasst, und mit einem unteren Teil, der die Unterseite
des Mauersteins umfasst, wobei der Mauerstein an seiner Oberseite und/oder an seiner
Unterseite wenigstens einen Abstandhalten aufweist. Die Erfindung betrifft zudem ein
Mauersystem, umfassend: wenigstens zwei aufeinander angeordnete Mauersteine, und ein
Gitter, das zwischen den wenigstens zwei aufeinander angeordneten Mauersteinen angeordnet
ist, wobei das Gitter sich auf wenigstens einer Seite des Mauersystems zur Verankerung
im Erdreich aus dem Mauersystem heraus erstreckt. Schließlich betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Errichten eines Mauersystems.
[0002] Es sind zahlreiche Mauersteine, Mauersysteme und Verfahren zum Errichten von Mauersystemen
aus dem Stand der Technik bekannt.
[0003] Bei Mauersteinen wird üblicherweise zwischen Natursteinen und künstlichen Steinen
unterschieden. Natursteine sind Steine, die man in der Natur vorfindet, während künstliche
Steine durch spezielle Herstellungsverfahren erzeugt werden müssen. Zu den künstlichen
Steinen zählen beispielsweise Ziegelsteine oder Betonsteine.
[0004] Bei Mauerwerken oder Mauersystemen wird regelmäßig zwischen Trockenmauern und betonierten
Mauern unterschieden. Bei betonierten Mauern werden die zwischen den einzelnen Mauersteinen
entstehenden Fugen üblicherweise mit Mörtel ausgefüllt. Durch das Aushärten des Mörtels
entsteht bei betonierten Mauern eine feste Verbindung zwischen den einzelnen Mauersteinen.
Trockenmauern zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass auf Mörtel oder Beton verzichtet
wird. Die einzelnen Mauersteine werden stattdessen lose aufeinander gelegt. Der Zusammenhalt
der Mauersteine erfolgt bei Trockenmauern zum Beispiel durch die Reibung zwischen
den Mauersteinen. Dies hat zur Folge, dass Trockenmauern eine wesentlich geringere
Stabilität als betonierte Mauern aufweisen. Sie eignen sich daher kaum als freistehende
Mauern, sondern stützen sich regelmäßig gegen einen Hang oder gegen eine Aufschüttung
ab. Trockenmauern werden beispielsweise als Stützmauern zur Terrassierung von steilen
Hangabschnitten oder im Bereich des Gartenbaus zur Einfassung von Pflanzenbeeten oder
Hochbeeten eingesetzt. In diesen Einsatzbereichen werden die ökologischen Vorteile
von Trockenmauern, beispielsweise die Durchlässigkeit von Wasser, geschätzt.
[0005] Um die Einsatzmöglichkeiten von Trockenmauern zu erweitern, sind verschiedene Methoden
zur Erhöhung der Stabilität von Trockenmauern bekannt.
[0006] Die Stabilität von Trockenmauern kann zum Beispiel durch die Verwendung von speziell
geformten Mauersteinen erhöht werden. Der Zusammenhalt der Mauersteine erfolgt in
diesem Fall häufig durch eine formschlüssige Verbindung, die sich aufgrund der aufeinander
abgestimmten Form der Mauersteine ausbildet. Hierzu weisen die Mauersteine einen Vorsprung
und eine Ausnehmung auf, so dass der Vorsprung des einen Mauersteins in die Ausnehmung
des benachbarten Mauersteins eingreifen kann ("Nut-Feder-Prinzip"). Bei den speziell
geformten Mauersteinen kann es sich auch um Hohlkammersteine handeln. Durch die Befüllung
der Hohlräume kann die Stabilität der Mauer erhöht werden. Zudem können die Hohlräume
zum Einbau einer Bewehrung, etwa aus Stahlbeton, genutzt werden.
[0007] Mauersteine, die - wie zuvor beschrieben - als Hohlkammersteine geformt sind und
eine formschlüssige Verbindung miteinander ausbilden, sind beispielsweise aus der
EP 1 437 448 A1, der
EP 1026 334 A2 und der
EP 0 649 714 A1 bekannt. Ein Mauerstein nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 wird in der
DE 197 46 555 A1 beschrieben.
[0008] Die beschriebenen Mauersteine und Mauersysteme sind zwar geeignet, die Stabilität
von Trockenmauern zu erhöhen. Sie haben jedoch den Nachteil, dass die Herstellung
dieser Mauersteine aufgrund ihrer aufwändigen und geometrisch komplexen Form schwierig
und teuer ist.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Mauerstein, ein Mauersystem
und ein Verfahren zum Errichten eines Mauersystems anzugeben, die eine günstige Herstellung
und eine hohe Stabilität der Mauer ermöglichen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Mauerstein nach Patentanspruch 1 gelöst.
[0011] Mit der Unterseite des Mauersteins wird diejenige Seite bezeichnet, die beim Errichten
einer Mauer nach unten gerichtet ist. Wenn der Mauerstein Teil einer Mauer ist, ist
die Unterseite eines in der untersten Reihe angeordneten Mauersteins also in Richtung
des Bodens oder Fundaments gerichtet. Die Unterseite von Mauersteinen in höheren Reihen
ist dementsprechend zu der Oberseite des darunter liegenden Mauersteins gerichtet.
Unter der Oberseite des Mauersteins wird diejenige Seite verstanden, die beim Errichten
eines Mauerwerks nach oben gerichtet ist. Wenn der Mauerstein Teil einer Mauer ist,
ist die Oberseite also - mit Ausnahme der obersten Mauerreihe - stets zu der Unterseite
des darüber liegenden Mauersteins gerichtet und dient diesem Stein als Auflagefläche.
[0012] Indem die Oberseite und/oder die Unterseite des Mauersteins erfindungsgemäß mit wenigstens
einem Abstandhalter versehen sind, kann ein genau definierter Abstand zu dem nächst
höheren bzw. tieferen Mauerstein eingestellt werden und somit eine definierte Fugenhöhe
erreicht werden. Ein Abstandhalter ist daher von einem Vorsprung zur Ausbildung einer
formschlüssigen Nut-Feder-Verbindung zu unterscheiden, da ein derartiger Vorsprung
weder dazu geeignet noch dazu bestimmt ist, eine definierte Fugenhöhe einzustellen.
Eine definierte Fugenhöhe hat den Vorteil, dass ein genau bestimmbarer Raum für eine
gewünschte Menge von Mörtel zwischen zwei aufeinander angeordneten Mauersteinen eingestellt
werden kann. Auf diese Weise kann die Verbindung zwischen zwei benachbarten Mauersteinen
verbessert werden. Besondere Bedeutung hat ein präzise definierter Abstand zwischen
zwei benachbarten Mauersteinen dann, wenn nicht lediglich eine Verbindung zwischen
diesen beiden Mauersteinen hergestellt werden soll, sondern wenn ein Bauteil zwischen
diesen beiden Mauersteinen befestigt werden soll. Bei einem derartigen Bauteil kann
es sich beispielsweise um ein Gitter oder ein Netz handeln, dass zwischen den Mauersteinen
eingemörtelt werden soll, um der Mauer als Verankerung im Erdreich dienen zu können.
[0013] Bevorzugt ist der Abstandhalter derart geformt, dass er eine sichere, kippstabile
Stapelung der Mauersteine ermöglicht. Dies kann neben einer entsprechenden Form des
Abstandhalters beispielsweise auch dadurch erreicht werden, dass der Mauerstein an
seiner Oberseite und/oder Unterseite mehrere Abstandhalter aufweist. Der Einsatz von
mehr als einem Abstandhalter auf einer Außenfläche hat mehrere Vorteile. Zunächst
entstehen zwischen den Abstandhaltern Freiräume, deren Volumen beispielsweise mit
Mörtel befüllt werden kann. Zudem können Bauteile, die zwischen den Mauersteinen befestigt
werden sollen, in diese Freiräume geführt werden. Schließlich kann durch mehrere Abstandhalter
sichergestellt werden, dass der Mauerstein nicht nur punktuell, sondern an mehreren
Stellen den gewünschten Abstand zum benachbarten Mauerstein einhält. Hierdurch kann
eine besonders maßgenaue Mauer errichtet werden.
[0014] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass diejenige Seite des Mauersteins,
die dem Abstandhalter gegenüberliegt, eben ausgebildet ist. Mit anderen Worten soll
dann, wenn an der Unterseite des Mauersteins Abstandhalter vorgesehen sind, die Oberseite
des Mauersteins eben ausgebildet sein und umgekehrt. Es soll also lediglich eine Seite
des Mauersteins einen oder mehrere Abstandhalter aufweisen. Dies hat den Vorteil,
dass die Mauersteine besonders einfach hergestellt werden können. Denn für die Sicherstellung
einer definierten Fugenhöhe ist es ausreichend, an einer der beiden relevanten Flächen,
also entweder an der Oberseite oder an der Unterseite, Abstandhalter vorzusehen. Die
gegenüberliegende Fläche kann vollständig eben ausgebildet sein, also auf ihrer gesamten
Fläche weder Vorsprünge noch Ausnehmungen aufweisen. Bevorzugt weist der Mauerstein
an seiner Unterseite mehrere Abstandhalter auf, währen die Oberseite des Mauersteins
vollständig eben ausgebildet ist. Eine ebene Fläche hat zudem den Vorteil, dass die
Abstandhalter nicht in eine vorgegeben Ausnehmung des benachbarten Mauersteines geschoben
werden müssen, sondern an jeder beliebigen Stelle mit dem benachbarten Mauerstein
in Kontakt treten können. Auf diese Weise können Mauern mit leicht versetzten Mauersteinen,
also Mauern mit einer geringen Neigung, errichtet werden. In diesem Fall kann es vorteilhaft
sein, dass sich die Abstandhalter nicht ganz bis zur Rückseite der Mauersteine erstrecken,
sondern einen Abstand zur Rückseite einhalten. Dies hat den Vorteil, dass die Abstandhalter
vollständig auf dem - versetzt angeordneten - darunter liegenden Mauerstein aufliegen
und nicht über seinen Rand hinausragen.
[0015] Eine weitere Lehre der Erfindung sieht vor, dass der Mauerstein an seiner Oberseite
und/oder an seiner Unterseite einen Sockel aufweist. Unter einem Sockel wird eine
Erhebung verstanden, die sich nicht über die gesamte Oberseite und/oder Unterseite
erstreckt. Mindestens ein Sockel ist an derjenigen Seite des Mauersteins vorgesehen,
an der auch die Abstandhalter vorgesehen sind. Dies hat den Vorteil, dass die gegenüberliegende
Seite eben ausgebildet werden kann, was die Herstellung des Mauersteins erleichtert.
Durch die Höhe des Sockels kann das Volumen des Freiraums beeinflusst werden, der
sich zwischen zwei benachbarten Mauersteinen einstellt. Die Höhe des Sockels sollte
kleiner sein als die Höhe des Abstandhalters, da ansonsten die Funktion des Abstandhalters
nicht mehr gewährleistet ist. Vorzugsweise hält der Sockel einen definierten, konstanten
Abstand zur Vorderseite ("Sichtseite") des Mauersteins ein. Hierdurch können optisch
ansprechende Fugen erreicht werden. Beispielsweise kann auch bei einer Trockenmauer
der Eindruck einer mit Mörtel gefüllten Fuge erweckt werden.
[0016] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der obere Teil und der untere Teil des Mauersteins
relativ zueinander seitlich versetzt sind. Durch diese Anordnung der beiden Teile
weist der Mauerstein insgesamt - je nach Blickrichtung - eine S-Form bzw. eine Z-Form
auf. Bevorzugt weist der Mauerstein an beiden Seiten einen Versatz auf. Ein Versatz
hat den Vorteil, dass die Kontaktfläche zu den seitlich benachbarten Mauersteinen
einer Mauer vergrößert wird. Insbesondere wird durch einen Versatz erreicht, dass
nicht nur eine vertikale Kontaktebene, sondern zusätzlich eine horizontale Kontaktebene
zwischen zwei seitlich benachbarten Mauersteinen einer Mauer entsteht. Durch größere
Kontaktflächen kann eine bessere Verbindung zwischen diesen Mauersteinen erreicht
werden. Dies kann - bei betonierten Mauern - an einer größeren Mörtelmenge oder -
bei Trockenmauern - an einer größeren Reibungsfläche liegen.
[0017] Hierzu wird weiter vorgeschlagen, dass der untere Teil des Mauersteins einen nach
oben gerichteten Sockel aufweist und/oder dass der obere Teil des Mauersteins einen
nach unten gerichteten Sockel aufweist. Bevorzugt ist der Sockel im Bereich des Versatzes,
also in demjenigen Bereich, in welchem keine Überdeckung der beiden Teile des Mauersteins
mehr vorliegt, angeordnet. Vorzugsweise hält der Sockel einen definierten, konstanten
Abstand zur Vorderseite des Mauersteins ein, wodurch optisch ansprechende Fugen erreicht
werden. Insbesondere kann durch die Sockel auch bei einer Trockenmauer der Eindruck
einer mit Mörtel gefüllten Fuge erweckt werden.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist der Mauerstein an seiner Vorderseite
eine Scheinfuge auf. Eine Scheinfuge ist eine Fuge, die den Mauerstein nicht vollständig
durchtrennt, sondern nur im Bereich der Oberfläche des Mauersteins vorhanden ist.
Eine Scheinfuge erzeugt jedoch optisch den Eindruck einer "echten" Fuge, also einer
Fuge, die zwischen zwei separaten Mauersteinen entsteht. Eine Scheinfuge hat neben
ihren optischen Vorzügen den technischen Effekt, dass optisch getrennte Mauersteine
mechanisch und strukturell miteinander verbunden sind und somit einstückig ausgebildet
sind. Hierdurch kann die Stabilität der Mauer erhöht werden. Dies liegt darin begründet,
dass bei gleicher Größe der Mauer die Anzahl der benötigten Mauersteine geringer und
die Masse der einzelnen Mauersteine größer ist. Durch die höhere Masse wird der Druck
zwischen benachbarten, aufeinander liegenden Steinen erhöht, was beispielsweise bei
Trockenmauern gewünscht sein kann. Zudem kann durch eine Verringerung der Anzahl der
benötigten Steine der Aufbau einer Mauer beschleunigt werden.
[0019] Zu dieser Ausgestaltung der Erfindung wird weiter vorgeschlagen, dass die Scheinfuge
zwischen dem oberen Teil und dem unteren Teil angeordnet ist. Bevorzugt verläuft die
Scheinfuge waagerecht, also horizontal. Wenn die beiden Teile des Mauersteins relativ
zueinander seitlich versetzt sind, verkürzt sich bei einer Anordnung der Scheinfuge
zwischen den beiden Teilen des Mauersteins die Länge der Scheinfuge auf den Bereich
der Überdeckung des oberen Teils des Mauersteins und des unteren Teils des Mauersteins.
Denn im Bereich des Versatzes entsteht zwischen zwei seitlich benachbarten Mauersteinen
eine "echte" Fuge, die die Scheinfuge fortsetzt. Da eine Scheinfuge in den Mauerstein
eingeformt werden muss, führt eine Verkürzung der Länge der Scheinfuge zu einer günstigeren
Herstellbarkeit des Mauersteins.
[0020] Eine weitere Lehre der Erfindung sieht vor, dass der Mauerstein ein Vollstein ist.
Ein Vollstein, also ein massiver Stein ohne wesentliche Hohlräume, hat gegenüber einem
Hohlkammerstein den Vorteil, dass er einfacher hergestellt werden kann. Zudem brauchen
Vollsteine beim Aufbau einer Mauer nicht befüllt werden. Schließlich führt die höhere
Masse von Vollsteinen zu einem höheren Druck im Bereich der Auflagefläche von aufeinander
liegenden Steinen, was insbesondere bei Trockenmauern gewünscht sein kann, um die
Stabilität der Mauer zu erhöhen.
[0021] Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Mauerstein
aus Beton hergestellt ist. Die Herstellung von künstlichen Steinen aus Beton hat den
Vorteil geringer Kosten und einer variableren Formgebung der Steine. Als besonders
geeignet hat sich ein Beton der Leistungsklasse bzw. Druckfestigkeitsklasse C 35/45
mit einer maximalen Wasseraufnahme von 6,0 % Massenanteil, einem Bindemittelgehalt
zwischen 250 kg/m
3 und 500 kg/m
3, einem Wasserzementwert ("w/z-Wert") von weniger als 0,5 und einem Größtkorndurchmesser
von 11 mm erwiesen. Die Vorteile einer derartigen Betonmischung liegen insbesondere
in einer niedrigen Wasseraufnahme und einem damit verbundenen hohen Wasserdurchtritt,
in geminderten Aussalzungen, in einer hohen Witterungsbeständigkeit aufgrund der Festigkeit,
sowie in der Möglichkeit aufgrund des niedrigen w/z-Wertes besonders maßhaltige Produkte
herstellen zu können.
[0022] Schließlich ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass
der Mauerstein eine Ausnehmung zur formschlüssigen Anbindung eines Gitters aufweist.
Um die Stabilität einer Mauer zu erhöhen, kann es erforderlich sein, die Mauer mit
einem flexiblen, zugfesten Gitter zu verbinden, welches im Erdreich verankert wird.
Alternativ oder zusätzlich zu einer Einmörtelung des Gitters in den Fugen der Mauer
kommt hierzu auch eine formschlüssige Anbindung des Gitters in Frage. Zu diesem Zweck
kann der Mauerstein - bevorzugt an seiner Rückseite - eine Ausnehmung aufweisen. Die
Ausnehmung weist vorzugsweise eine Hinterschneidung auf und kann beispielsweise die
Querschnittsfläche eines Kreises aufweisen, von dem ein kleines Kreissegment abgetrennt
wurde. Zudem verläuft die Ausnehmung bevorzugt quer und erstreckt sich über die gesamte
Rückseite des Mauersteins, so dass die Ausnehmung eine schlitzartige Öffnung auf der
Rückseite des Mauersteins sowie jeweils eine (teil-)kreisförmige Öffnung im hinteren
Bereich der beiden Seitenflächen des Mauersteins aufweist. Die schlitzartige Öffnung
sollte kleiner sein als der maximale Innendurchmesser der Ausnehmung. Auf diese Weise
kann ein flexibles Gitter durch die schlitzartige Öffnung in die Ausnehmung hineingeführt
werden, dort entlang der Innenfläche der Ausnehmung geführt werden und anschließend
wieder durch die schlitzartige Öffnung aus der Ausnehmung herausgeführt werden. Eine
Befestigung kann beispielsweise durch einen Stab erfolgen, der in die seitlichen Öffnungen
der Ausnehmung eingeschoben wird und dessen Durchmesser größer ist als die schlitzartige
Öffnung. Auf diese Weise umschlingt das flexible Gitter den Stab und wird formschlüssig
in der Ausnehmung gehalten.
[0023] Bei einem Mauersystem nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 9 wird die Aufgabe
dadurch gelöst, dass das Gitter zwischen den Mauersteinen eingemörtelt ist. Indem
das Gitter zwischen den benachbarten Mauersteinen eingemörtelt wird, kann eine besonders
zuverlässige Verbindung zwischen den Mauersteinen und dem Gitter erreicht werden.
Die Mauersteine können somit besonders hohe Zugkräfte auf das Gitter übertragen, wodurch
das Gitter eine zuverlässige Verankerung der Mauer im Erdreich ermöglichen kann. Insbesondere
bei Trockenmauern kann durch eine einseitige Verankerung im Erdreich die Stabilität
der Mauer deutlich erhöht werden. Derartige Gitter werden auch als "Geogitter" bezeichnet.
Das Einmörteln des Gitters hat den Vorteil, dass auch bei ebenen Kontaktflächen eine
feste Verbindung zwischen Mauersteinen und Gitter erreicht werden kann. Es ist also
nicht erforderlich, an den Mauersteinen neben dem Abstandhalter weitere Vorsprünge
und/oder Ausnehmungen vorzusehen, die eine formschlüssige Verbindung mit dem Gitter
ausbilden könnten. Unter Einmörteln wird nicht nur eine Verbindung durch Mörtel verstanden;
der Begriff Einmörteln umfasst auch eine Verbindung durch andere zur Verbindung von
Mauersteinen geeignete Baustoffe, die eine Gesteinskörnung (z.B. Sand oder feinen
Kies), ein Bindemittel (z.B. Zement oder Kalk) und Wasser enthalten.
[0024] Bei dem erfindungsgemäßen Mauersystem werden Mauersteine nach einem der Patentansprüche
1 bis 8 verwendet. Die Eigenschaften und die sich daraus ergebenden Vorteile dieser
Mauersteine sind bereits zuvor beschrieben worden.
[0025] In weiterer Ausbildung des Mauersystems wird vorgeschlagen, dass Mauersteine mit
unterschiedlichen Formaten, insbesondere mit einer unterschiedlichen Rasterbreite,
verwendet werden. Neben einem ansprechenden Erscheinungsbild kann durch Mauersteine
mit unterschiedlichen Formaten der Verlauf der Fugen beeinflusst werden. Insbesondere
kann ein versetzter Verlauf der senkrechten Fugen erreicht werden, was die Stabilität
des Mauersystems erhöht.
[0026] Eine weitere Ausgestaltung des Mauersystems sieht vor, dass das Gitter aus Kunststoff
hergestellt ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Gitter hochmodule, kriecharme
synthetische Garne oder Fasern aufweist, die mit einer Polymer-Schutzschicht umgeben
sind. Die polymere Schutzschicht kann Aramid und/oder Polyvinylalkohol aufweisen.
Durch den Einsatz dieser Materialien können elastische Gitter mit einer Zugfestigkeit
zwischen 20 kN/m und 400 kN/m sowie einer guten Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen
zu günstigen Herstellungskosten erhalten werden.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausbildung des Mauersystems ist das Gitter ausschließlich in
horizontal verlaufenden Fugen des Mauersystems angeordnet. Durch diese Anordnung wird
der Aufbau der Mauer erleichtert, da der Mörtel leichter in horizontale, also waagerechte
Fugen als in vertikal verlaufende, also senkrechte Fugen eingebracht werden kann.
Zudem ist eine Verankerung des Gitters im Erdreich bei horizontal verlaufenden Gittern
durch schichtweises Aufschütten des Erdreichts einfacher als bei vertikal verlaufenden
Gittern. Das Gitter kann in jeder horizontal verlaufenden Fuge oder nur in einigen
der horizontal verlaufenden Fugen des Mauersystems angeordnet sein. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass das Gitter ausschließlich in waagerecht verlaufenden Fugen,
die zwischen aufeinander liegenden Mauersteinen entstehen, angeordnet ist, während
in waagerecht verlaufenden Fugen, die - aufgrund des Versatzes - zwischen nebeneinander
liegenden Mauersteinen entstehen, keine Gitter angeordnet sind.
[0028] Schließlich sieht eine weitere Ausgestaltung des Mauersystems vor, dass die Mauersteine
ausschließlich im Bereich des Gitters vermörtelt sind oder dass sämtliche Fugen des
Mauersystems vermörtelt sind. Indem eine Vermörtelung der Mauersteine nur im Bereich
des Gitters erfolgt, kann die Mauer schneller errichtet werden, als dies bei einer
vollständigen Vermörtelung sämtlicher Fugen der Fall wäre. Zudem können die Vorteile
einer Trockenmauer, z.B. die Durchlässigkeit von Wasser, bei einer lediglich lokal
stattfindenden Vermörtelung einiger Fugen erhalten bleiben. Demgegenüber hat eine
Vermörtelung sämtlicher Fugen des Mauersystems den Vorteil einer maximalen Stabilität.
[0029] Bei einem Verfahren zum Errichten eines Mauersystems wird die Aufgabe durch die folgenden
Schritte gelöst: Errichten einer ersten Reihe aus Mauersteinen, Auflegen eines Gitters
auf die erste Reihe aus Mauersteinen, Auftragen von Mörtel, Errichten einer zweiten
Reihe aus Mauersteinen auf der ersten Reihe aus Mauersteinen und auf dem Gitter, Aufschütteln
von Erdreich, und Verankern des Gitters im Erdbereich.
[0030] Bei der ersten und der zweiten Reihe kann es sich um zwei beliebige direkt benachbarte
Reihen von Mauersteinen handeln. Die erste Reihe muss also nicht zwingend die unterste
Reihe des Mauersystems sein. Ebensowenig muss es sich bei der zweiten Reihe um die
zweitunterste Reihe des Mauersystems handeln. Die Verfahrensschritte "Auflegen des
Gitters" und "Auftragen von Mörtel" können vertauscht werden. Es kann also zunächst
das Gitter auf die Mauersteine gelegt werden und anschließend der Mörtel aufgetragen
werden oder es wird zunächst der Mörtel auf die Mauersteine aufgetragen und dann -
zeitnah - das Gitter in den bereits aufgetragenen Mörtel gedrückt.
[0031] Sofern nicht auf einer Seite der Mauer bereits Erdreich vorhanden ist, muss dieses
aufgeschüttet werden, um das Gitter darin verankern zu können. Dies kann bevorzugt
schrittweise in mehreren Lagen erfolgen: Nachdem die erste Reihe von Mauersteinen
errichtet wurde, kann eine erste Schicht von Erdreich bis zur Höhe der Mauersteine
aufgeschüttet werden. Anschließend kann das Gitter auf die erste Reihe von Mauersteinen
und die erste Schicht der Aufschüttung gelegt werden und mit den Mauersteinen vermörtelt
werden. Danach wird die zweite Reihe von Mauersteinen auf die erste Reihe von Mauersteinen
und auf das Gitter aufgesetzt. Anschließend wird eine zweite Schicht Erdreich bis
zur Höhe der zweiten Reihe der Mauersteine aufgeschüttet und so weiter.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer lediglich ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1a
- einen erfindungsgemäßen Mauerstein in Vorderansicht,
- Fig. 1b
- den in Fig. 1a dargestellten Mauerstein im Querschnitt entlang der in Fig. 1a eingezeichneten
Schnittebene Ib-Ib,
- Fig. 1c
- den in Fig. 1a dargestellten Mauerstein in einer Draufsicht,
- Fig. 1d
- den in Fig. 1a dargestellten Mauerstein in einer Ansicht von unten,
- Fig. 1e
- eine Detailansicht des in Fig. 1b mit Ie gekennzeichneten Bereichs des Mauersteins,
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Mauersystem in einer perspektivischen Ansicht, und
- Fig. 3
- ein erfindungsgemäßes Mauersystem im Querschnitt.
[0033] Fig. 1a zeigt einen erfindungsgemäßen Mauerstein 1 in Vorderansicht. Der in Fig.
1a dargestellte und insoweit bevorzugte Mauerstein 1 ist einstückig ausgebildet und
S-förmig geformt. Der Mauerstein 1 weist trotz seiner einstückigen Ausbildung einen
oberen Teil 2 und einen unteren Teil 3 auf. Die S-Form ergibt sich aufgrund der Tatsache,
dass der obere Teil 2 und der untere Teil 3 zwar gleich breit sind, jedoch relativ
zueinander seitlich versetzt sind, so dass sich auf beiden Seiten des Mauersteins
1 ein seitlicher Versatz 4 ausbildet. Der Versatz 4 ist vorzugsweise auf der linken
Seite des Mauersteins 1 genauso groß wie auf der rechten Seite und beträgt bei dem
in Fig. 1a dargestellten Mauerstein 1 etwa 80 mm. Der obere Teil 2 des Mauersteins
1 ist flacher ausgebildet als der untere Teil 3 des Mauersteins 1. Die Höhe 2' des
oberen Teils 2 beträgt bei dem in Fig. 1a dargestellten Mauerstein 1 etwa 65 mm; die
Höhe 3' des unteren Teils 3 beträgt etwa 85 mm. Dementsprechend beläuft sich die Gesamthöhe
H des in Fig. 1a dargestellten Mauersteins 1 auf etwa 150 mm. Die Rasterbreite B des
in Fig. 1a dargestellten Mauersteins 1 beträgt etwa 480 mm.
[0034] Ebenso bewährt haben sich Mauersteine mit einer Rasterbreite von 120 mm, 240 mm,
360 mm und 600 mm.
[0035] Zwischen dem oberen Teil 2 und dem unteren Teil 3 weist der Mauerstein 1 eine Scheinfuge
5 auf, die den Mauerstein 1 nicht vollständig durchtrennt, sondern eine lediglich
im Bereich der Oberfläche der Vorderseite des Mauersteins 1 eingeformte Kerbe ist.
Die Höhe 5' der Scheinfuge 5 beträgt bei dem in Fig. 1a dargestellten Mauerstein 1
etwa 8 mm. An seiner Unterseite weist der Mauerstein 1 einen Sockel 6 sowie mehrere
an den Sockel 6 angeformte Abstandhalter 7 auf. Bei dem in Fig. 1a gezeigten Mauerstein
1 beträgt die Höhe 6' des Sockels 6 etwa 4 mm; die Höhe 7' der Abstandhalter 7 beträgt
etwa 7 mm, wovon etwa 4 mm auf die Höhe 6' des Sockels entfallen. Die Abstandhalter
7 ragen also etwa 3 mm über den Sockel 6 hinaus.
[0036] In dem in Fig. 1a links dargestellten Bereich weist der untere Teil 3 des Mauersteins
1 einen nach oben gerichteten Sockel 8 mit einer Höhe 8' auf. In entsprechender Weise
weist der obere Teil 2 des Mauersteins 1 in dem in Fig. 1a rechts dargestellten Bereich
einen nach unten gerichteten Sockel 9 mit einer Höhe 9' auf. Die Summe aus der Höhe
8' und der Höhe 9' entspricht bei dem in Fig. 1a gezeigten Mauerstein 1 etwa der Höhe
5' der Scheinfuge 5.
[0037] Fig. 1b zeigt den in Fig. 1a dargestellten Mauerstein 1 im Querschnitt entlang der
in Fig. 1a eingezeichneten Schnittebene Ib-Ib. Die bereits im Zusammenhang mit Fig.
1a beschriebenen Merkmale des Mauersteins 1 sind in Fig. 1b mit identischen Bezugszeichen
versehen. Besonders deutlich ist in Fig. 1b die zwischen dem oberen Teil 2 und dem
unteren Teil 3 angeordnete Scheinfuge 5 erkennbar. Die Scheinfuge 5 weist eine Tiefe
5" auf, die bei dem in Fig. 1b dargestellten Mauerstein 1 etwa 20 mm beträgt. Der
Sockel 6 ist an der Unterseite des Mauersteins 1 angeordnet und hält einen Abstand
6" zur Vorderseite ("Sichtseite") des Mauersteins 1 ein. Der Abstand 6" beträgt bei
dem in Fig. 1b gezeigten Mauerstein 1 etwa 20 mm und entspricht somit der Tiefe 5"
der Scheinfuge 5. Auch die Abstandhalter 7 halten zur Vorderseite des Mauersteins
1 einen Abstand 7" ein, der etwas geringer ist als der Abstand 6" des Sockels 6. Fig.
1b verdeutlicht aufgrund der geschnittenen Ansicht zudem, dass es sich bei dem Mauerstein
1 um einen massiven Vollstein handelt, der - trotz der optischen Teilung durch die
Scheinfuge 5 - einstückig ausgebildet ist. Die Gesamttiefe T des in Fig. 1b gezeigten
Mauersteins 1 beträgt etwa 200 mm.
[0038] In Fig. 1c ist der in Fig. 1a dargestellte Mauerstein 1 in einer Draufsicht gezeigt,
so dass die vollständig ebene Oberseite des Mauersteins 1 erkennbar ist. Aus Fig.
1c wird der Verlauf der Scheinfuge 5 (verdeckt), des Sockels 8 und des Sockels 9 (verdeckt)
besonders deutlich: Die Scheinfuge 5 erstreckt sich über denjenigen Bereich des Mauersteins
1, in welchem sich der obere Teil 2 und der untere Teil 3 des Mauersteins 1 überlagern.
Der Sockel 8 hält einen Abstand 8" zur Vorderseite des Mauersteins 1 ein und erstreckt
sich über denjenigen Bereich, in dem der untere Teil 3 seitlich über den oberen Teil
2 hinausragt. Die Breite des Sockels 8 entspricht daher dem Versatz 4. Der Sockel
9 hält einen Abstand 9" zur Vorderseite des Mauersteins 1 ein und erstreckt sich über
denjenigen Bereich, in dem der obere Teil 2 seitlich über den unteren Teil 3 hinausragt.
Die Breite des Sockels 9 entspricht ebenfalls dem Versatz 4. Bei dem in Fig. 1c dargestellten
Mauerstein 1 entsprechen der Abstand 8" und der Abstand 9" etwa der Tiefe 5" der Scheinfuge
5.
[0039] Fig. 1d zeigt den in Fig. 1a dargestellten Mauerstein 1 in einer Ansicht von unten,
so dass die komplex geformte Unterseite des Mauersteins 1 erkennbar ist. An der Unterseite
des Mauersteins 1 sind der Sockel 6 und die an den Sockel 6 angeformten Abstandhalter
7 besonders deutlich erkennbar. Sowohl der Sockel 6 als auch die Abstandhalter 7 halten
einen Abstand 6" bzw. 7" zur Vorderseite des Mauersteins 1 ein. Der Abstand 6" entspricht
der Tiefe 5" der in Fig. 1d nicht dargestellten Scheinfuge 5; der Abstand 7" ist etwas
geringer. Zudem sind in Fig. 1d der Sockel 8 (verdeckt) sowie der Sockel 9 dargestellt.
Beide Sockel 8, 9 halten einen Abstand 8" bzw. 9" zur Vorderseite des Mauersteins
1 ein. Die Abstände 8" und 9" entsprechen ebenfalls der der Tiefe 5" der in Fig. 1d
nicht dargestellten Scheinfuge 5.
[0040] Fig. 1e zeigt eine Detailansicht des in Fig. 1b mit "Ie" gekennzeichneten Bereichs
des Mauersteins 1. Die gewählte Detailansicht stellt die Scheinfuge 5 in vergrößerter
Ansicht dar. Die in Fig. 1e dargestellte Scheinfuge 5 weist eine Höhe 5' von etwa
8 mm und eine Tiefe 5" von etwa 20 mm auf. Die Höhe 5' ist im Bereich der Öffnung
der Scheinfuge 5 konstant. Im Bereich des Grundes der Scheinfuge 5 verringert sich
hingegen die Höhe der Scheinfuge 5, wobei sich ein Öffnungswinkel

von etwa 30° einstellt.
[0041] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßes Mauersystem 10 in einer perspektivischen Ansicht
dargestellt. Das Mauersystem umfasst mehrere Mauersteine 1, die in zwei übereinander
liegenden Reihen angeordnet sind. Die Mauersteine 1 weisen unterschiedliche Formate
auf, die in der dargestellten Weise miteinander kombiniert werden können. Jeder Mauerstein
1 weist eine Scheinfuge 5 auf, die zwischen dem oberen Teil 2 und dem unteren Teil
3 des Mauersteins 1 angeordnet ist. Der Rand des Mauersystems 10 wird durch Rand-
bzw. Ecksteine 11 gebildet, die auf einer Seite keinen Versatz aufweisen, sondern
eine durchgehende, ebene Seitenfläche haben. Auf die unterste Reihe von Mauersteinen
1 ist ein Gitter 12 aufgelegt. Auf dem Gitter 12 ist eine weitere Reihe von Mauersteinen
1 angeordnet. Das Gitter 12 ist also zwischen zwei Reihen von Mauersteinen 1 angeordnet.
Bevorzugt ist das Gitter 12 aus Kunststoff hergestellt und zwischen den beiden Reihen
der Mauersteine 1 eingemörtelt. Das Gitter 12 ist ausschließlich in einer waagerecht
verlaufenden Fuge, die zwischen aufeinander liegenden Mauersteinen 1 entsteht, angeordnet.
Zwischen den senkrecht verlaufenden Fugen des Mauersystems 10 sind hingegen keine
Gitter 12 angeordnet. Ebensowenig sind zwischen waagerecht verlaufenden Fugen, die
- aufgrund des Versatzes - zwischen nebeneinander liegenden Mauersteinen 1 entstehen,
Gitter 12 angeordnet.
[0042] Fig. 3 zeigt schließlich ein erfindungsgemäßes Mauersystem 10 im Querschnitt. Das
in Fig. 3 dargestellte Mauersystem 10 umfasst acht Reihen von Mauersteinen 1, die
jeweils eine Scheinfuge 5 aufweisen. Zwischen den Reihen der Mauersteine 1 bilden
sich zudem echte Fugen aus, die optisch von den Scheinfugen 5 kaum zu unterscheiden
sind. Zwischen jeder zweiten Reihe der Mauersteine 1 sind Gitter 12 angeordnet. Alternativ
kann - je nach den statischen Anforderungen - auch nur zwischen jeder dritten, vierten
oder fünften Reihe oder noch seltener ein Gitter 12 angeordnet sein. Die Gitter 12
erstrecken sich an der Rückseite der Mauer über die Mauer hinaus und sind dort im
Erdreich 13 verankert. Auf diese Weise wird die Stabilität des Mauersystems 10 wesentlich
erhöht.
1. Mauerstein (1) für ein Mauersystem (10), mit
- einem oberen Teil (2), der die Oberseite des Mauersteins (1) umfasst, und mit
- einem unteren Teil (3), der die Unterseite des Mauersteins (1) umfasst,
- wobei der Mauerstein (1) an seiner Oberseite und/oder an seiner Unterseite einen
Sockel (6, 8, 9) in Form einer Erhebung aufweist, die sich nicht über die gesamte
Oberseite und/oder Unterseite erstreckt, und
- wobei der Mauerstein (1) an seiner Oberseite und/oder an seiner Unterseite wenigstens
einen Abstandhalter (7) aufweist,
wobei die Höhe der Erhebung kleiner ist als die Höhe des Abstandhalters (7),
dadurch gekennzeichnet, dass
der obere Teil (2) und der untere Teil (3) des Mauersteins (1) relativ zueinander
seitlich versetzt sind, und der Abstandhalter (7) an den Sockel (6) angeformt ist.
2. Mauerstein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
diejenige Seite des Mauersteins (1), die dem Abstandhalter (7) gegenüberliegt, eben
ausgebildet ist.
3. Mauerstein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der untere Teil (3) des Mauersteins (1) einen nach oben gerichteten Sockel (8) aufweist
und/oder dass der obere Teil (2) des Mauersteins (1) einen nach unten gerichteten
Sockel (9) aufweist.
4. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekenntzeichnet, dass
der Mauerstein (1) an seiner Vorderseite eine Scheinfuge (5) aufweist.
5. Mauerstein nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Scheinfuge (5) zwischen dem oberen Teil (2) und dem unteren Teil (3) angeordnet
ist.
6. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mauerstein (1) ein Vollstein ist.
7. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mauerstein (1) aus Beton hergestellt ist.
8. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mauerstein (1) eine Ausnehmung zur formschlüssigen Anbindung eines Gitters (12)
aufweist.
9. Mauersystem (10), umfassend:
- wenigstens zwei aufeinander angeordnete Mauersteine (1), und
- ein Gitter (12), das zwischen den wenigstens zwei aufeinander angeordneten Mauersteinen
(1) angeordnet ist,
wobei das Gitter (12) sich auf wenigstens einer Seite des Mauersystems (10) zur Verankerung
im Erdreich (13) aus dem Mauersystem (10) heraus erstreckt, und wobei das Gitter (12)
zwischen den Mauersteinen (1) eingemörtelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
Mauersteine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 verwendet werden..
10. Mauersystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
Mauersteine (1) mit unterschiedlichen Formaten, insbesondere mit einer unterschiedlichen
Rasterbreite (B), verwendet werden.
11. Mauersystem nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gitter (12) aus Kunststoff hergestellt ist.
12. Mauersystem nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gitter (12) ausschließlich in horizontal verlaufenden Fugen des Mauersystems (10)
angeordnet ist.
13. Mauersystem nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mauersteine (1) ausschließlich im Bereich des Gitters (12) vermörtelt sind oder
dass sämtliche Fugen des Mauersystems (10) vermörtelt sind.
1. Brick (1) for a wall system (10), having
- an upper part (2) which comprises the upper side of the brick (1), and having
- a lower part (3) which comprises the underside of the brick (1),
- wherein the brick (1) has, on its upper side and/or on its underside, a base (6,
8, 9) in the form of a protrusion which does not extend across the entire upper side
and/or underside, and
- wherein the brick (1) has, on its upper side and/or on its underside, at least one
spacer (7),
wherein the height of the protrusion is smaller than the height of the spacer (7),
characterised in that
the upper part (2) and the lower part (3) of the brick (1) are laterally offset in
relation to each other, and
the spacer (7) is formed on the base (6).
2. Brick according to claim 1, characterised in that that side of the brick (1) which is opposite to the spacer (7) is designed to be
flat.
3. Brick according to claim 1, characterised in that the lower part (3) of the brick (1) has a base (8) which points upwards and/or in that the upper part (2) of the brick (1) has a base (9) which points downwards.
4. Brick according to one of claims 1 to 3, characterised in that the brick (1) has a dummy joint (5) on its front side.
5. Brick according to claim 4, characterised in that the dummy joint (5) is arranged between the upper part (2) and the lower part (3).
6. Brick according to one of claims 1 to 5, characterised in that the brick (1) is a solid brick.
7. Brick according to one of claims 1 to 6, characterised in that the brick (1) is made of concrete.
8. Brick according to one of claims 1 to 7, characterised in that the brick (1) has a recess for form-locking connection of a grid (12).
9. Wall system (10) comprising:
- at least two bricks (1) arranged on top of each other, and
- a grid (12) arranged between the at least two bricks (1) arranged on top of each
other,
wherein the grid (12) extends outwards from the wall system (10) on at least one side
of the wall system (10) for anchoring in the ground (13), and wherein the grid (12)
is mortared between the bricks (1),
characterised in that
bricks (1) according to one of claims 1 to 8 are used.
10. Wall system according to claim 9, characterised in that bricks (1) with different formats, in particular with a different grid width (B),
are used.
11. Wall system according to claim 9 or 10, characterised in that the grid (12) is made of plastic.
12. Wall system according to one of claims 9 to 11, characterised in that the grid (12) is exclusively arranged in horizontally running joints of the wall
system (10).
13. Wall system according to one of claims 9 to 12, characterised in that the bricks (1) are exclusively mortared in the area of the grid (12) or that all
the joints of the wall system (10) are mortared.
1. Brique (1) pour un système de mur (10), comportant :
- une partie supérieure (2) comprenant la face supérieure de la brique (1), et
- une partie inférieure (3) comprenant la face inférieure de la brique (1),
- sachant que la brique (1) comporte un socle (6, 8, 9) sur sa face supérieure et/ou
sur sa face inférieure, sous la forme d'une élévation qui ne s'étend pas sur toute
la face supérieure et/ou inférieure, et
- sachant que la brique (1) comporte sur sa face supérieure et/ou sur sa face inférieure
au moins une entretoise (7),
- sachant que la hauteur de l'élévation est inférieure à la hauteur de l'entretoise
(7),
caractérisée en ce que
la partie supérieure(2) et la partie inférieure de la brique (1) sont décalées latéralement
l'une par rapport à l'autre, et
en ce que l'entretoise (7) est formée sur le socle (6).
2. Brique selon la revendication 1, caractérisée en ce que le côté de la brique (1) faisant face à l'entretoise (7) est réalisé de manière plane.
3. Brique selon la revendication 1, caractérisée en ce que la partie inférieure (3) de la brique (1) possède un socle (8) dirigé vers le haut
et/ou en ce que la partie supérieure (2) de la brique (1) possède un socle (9) dirigé vers le bas.
4. Brique selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la brique (1) possède un joint aveugle (5) sur sa face antérieure.
5. Brique d'après la revendication 4, caractérisée en ce que le joint aveugle (5) est disposé entre la partie supérieure (2) et la partie inférieure
(3).
6. Brique selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que la brique (1) est une brique pleine.
7. Brique selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que la brique (1) est fabriquée en béton.
8. Brique selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que la brique (1) présente une cavité s'ajustant exactement à une grille (12).
9. Système de mur (10), comprenant :
- au moins deux briques (1) disposées l'une sur l'autre, et
- une grille (12) disposée entre au moins les deux briques (1) disposées l'une sur
l'autre,
sachant que la grille (12) présente un épaulement vers l'extérieur du système de mur
(10) sur au moins une face du système de mur (10), en vue d'une fixation au sol (13),
et sachant que la grille (12) est prise par mortier entre les briques (1),
caractérisé en ce que
les briques (1) sont utilisées selon l'une quelconque des revendications 1 à 8.
10. Système de mur selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on utilise des briques (1) de différents formats, en particulier des briques ayant
des largeurs de trame (B) différentes.
11. Système de mur selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la grille (12) est fabriquée en matière plastique.
12. Système de mur selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que la grille (12) est disposée uniquement dans des joints horizontaux du système de
mur (10).
13. Système de mur selon l'une quelconque des revendications 9 à 12, caractérisé en ce que les briques (1) sont jointes de mortier uniquement dans la zone de la grille (12),
ou en ce que la totalité des joints du système de mur (10) est prise par mortier.