[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft WPC-Dekorpaneel mit einer porenarmen Profilkante
sowie ein Verfahren zur Herstellung von insbesondere direktbedruckten Dekorpaneelen
mit einer porenarmen Profilkante.
[0002] Dekorierte Platten bzw. Dekorpaneele sind an sich bekannt und werden in vielfältiger
Weise zur Verkleidung von Wände, Decken oder Fußböden verwendet. Sie bestehen üblicherweise
aus einem Träger, beziehungsweise Kern, aus einem festen Material, beispielsweise
einem Holzwerkstoff, der auf mindestens einer Seite mit einer Dekorschicht und einer
Deckschicht sowie gegebenenfalls mit weiteren Schichten, beispielsweise einer Verschleißschicht,
versehen ist. Die Dekorschicht ist üblicherweise ein gedrucktes Papier, das mit einem
Harz imprägniert ist. Auch die Deckschicht und die übrigen Schichten weisen vielfach
ein Harz auf.
[0003] Der Träger eines solchen Dekorpaneels besteht meistens aus Holz bzw. einem Holzwerkstoff
wie z.B. einer MDF- oder HDF-Platte oder einer OSB-Platte, auf welche eine entsprechende
Dekorierung, z.B. durch aufbringen eines Dekorblattes aus Papier, sowie in der Regel
weitere Deckschichten aufgebracht werden. Trotz dieses Schichtenaufbaues besteht für
Dekorpaneele auf Basis entsprechender Träger aus Holzwerkstoffen die Gefahr, dass
diese bei Feuchtigkeitseinfluss aufquellen und so zu einer Beschädigung des Paneels
führen.
[0004] Die Gefahr des Aufquellens durch Feuchtigkeit reduziert sich signifikant bei der
Verwendung alternativer Materialien als Träger, wie beispielsweise Kunststoff oder
Holz-Polymer-Composite (WPC, wood-plastic-composite). Bei WPC handelt es sich um eine
Mischung aus Holzpartikeln und Kunststoff, welche durch ein geeignetes Herstellverfahren
zu einem homogenen Composite-Material gemischt werden, welches kunststoffähnliche
Verarbeitungseigenschaften aufweist.
[0005] Bei der Verarbeitung von plattenförmigen Trägern auf Basis eines WPCs werden die
plattenförmigen Träger meist als großformatige Platte verarbeitet, welche innerhalb
des Verarbeitungsprozesses in eine Mehrzahl von Paneelen gewünschter Größe zerteilt
werden. Die Paneelen werden dann in der Regel auch noch an wenigstens einer Kante
mit einer funktionellen Profilierung wie beispielsweise einem Nut-Feder-Profil oder
einem Verriegelungsprofil versehen, mittels welcher sich die Paneele bei der Montage
zu einer verbundenen Fläche zusammenfügen lassen.
[0006] Ein Nachteil beim Zuschnitt bzw. der Profilierung der plattenförmigen Träger ist
dabei, dass an den Schnittflächen Holzfasern des WPC-Materials offen liegen können,
welche bei Feuchtigkeitseinwirkung quellen und so zu einer Beschädigung des Paneels
führen können. Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein diesbezüglich
verbessertes WPC-Dekorpaneel sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen WPC-Dekorpaneels
bereitzustellen.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Paneel gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren gemäß
Anspruch 4.
[0008] Patentdokument
EP 2 264 259 A2 offenbart ein Substrat und eine UV geschützte Oberflächeschicht zur verwendung als
fussbodenbelag.
[0009] Mit der Erfindung wird somit ein Dekorpanel mit einem plattenförmigen Träger aus
einem wood-plastic-composit (WPC) Werkstoff vorgeschlagen, wobei der plattenförmige
Träger in zumindest einem Randbereich eine Profilierung und/oder Schnittkante aufweist,
welches dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung und/oder Schnittkante eine im
Wesentlichen geschlossene Oberfläche aufweist.
[0010] Eine geschlossene Oberfläche im Sinne der Erfindung ist dabei eine solche, bei welcher
sich im Wesentlichen keine offenen Holzfasern an der direkten Oberfläche finden, sondern
die Oberfläche im Wesentlichen aus einer geschlossenen Kunststoffschicht besteht.
Dies schließt nicht aus, dass sich auf der Oberfläche Holzfasern befinden, jedoch
sind diese derart von Kunststoff umgeben, dass eine Feuchtigkeit in die Holzfasern
eindringen kann.
[0011] Unter dem Begriff "dekoriertes Wand- oder Bodenpaneel" beziehungsweise "Dekorpaneel"
sind im Sinne der Erfindung insbesondere Wand-, Decken, oder Bodenpannele zu verstehen,
welche ein auf eine Trägerplatte aufgebrachtes eine Dekorvorlage nachbildendes Dekor
aufweisen. Dekorpaneele werden dabei in vielfältiger Weise sowohl im Bereich des Innenausbaus
von Räumen, als auch zur dekorativen Verkleidung von Bauten, beispielsweise im Messebau,
verwendet. Eine der häufigsten Einsatzbereiche von Dekorpaneelen ist deren Nutzung
als Fußbodenbelag. Die Dekorpaneele weisen dabei vielfach ein Dekor auf, welches einen
Naturwerkstoff nachempfinden soll.
[0012] Beispiele für solche nachempfundenen Naturwerkstoffe beziehungsweise Dekorvorlagen
sind Holzarten wie beispielsweise Ahorn, Eiche, Birke, Kirsche, Esche, Nussbaum, Kastanie,
Wenge oder auch exotische Hölzer wie Panga-Panga, Mahagoni, Bambus und Bubinga. Darüber
hinaus werden vielfach Naturwerkstoffe wir Steinoberflächen oder Keramikoberflächen
nachempfunden.
[0013] Entsprechend kann unter einer "Dekorvorlage" im Sinne der vorliegenden insbesondere
verstanden werden ein derartiger originaler Naturwerkstoff beziehungsweise zumindest
eine Oberfläche eines solchen, der durch das Dekor imitiert beziehungsweise nachempfunden
werden soll.
[0014] Unter einem "schüttfähigen" Material kann insbesondere ein Material verstanden werden,
welches durch einen Schüttvorgang beziehungsweise Streuvorgang auf eine Unterlage
aufgebracht werden kann. Dabei kann das Material als Fluid vorliegen oder insbesondere
als schüttfähiger Feststoff.
[0015] Ferner kann unter einem "Granulat" beziehungsweise einem "granularen Material" ein
Feststoff beziehungsweise ein Haufwerk eines Feststoffs verstanden werden, welcher
eine Vielzahl fester Partikel, wie etwa Körner oder Kugeln, umfasst beziehungsweise
daraus besteht. Beispielhaft aber nicht abschließend seien hier körnige oder pulverförmige
Materialien genannt.
[0016] Unter einem "Träger" kann insbesondere eine in einem fertig gestellten Paneel als
Kern beziehungsweise als Basislage dienende Lage verstanden werden, die insbesondere
einen Werkstoff umfassend einen Kunststoff und Holzfasern und/oder Holzpartikel aufweisen
kann. Beispielsweise kann der Träger dem Paneel bereits eine geeignete Stabilität
verleihen oder zu dieser beitragen.
[0017] Unter einem "bahnartigen Träger" kann dabei ein Träger verstanden werden, der etwa
in seinem Herstellungsprozess eine bahnartige und damit im Vergleich zu seiner Dicke
beziehungsweise Breite deutlich größere Länge aufweist und deren Länge beispielsweise
größer als 15 Meter betragen kann.
[0018] Unter einem "plattenförmigen Träger" kann dabei ferner im Sinne der vorliegenden
Erfindung ein Träger verstanden werden, der durch Vereinzelung aus dem bahnartigen
Träger geformt ist und in der Form einer Platte ausgebildet ist. Ferner kann der plattenförmige
Träger bereits die Form und/oder Größe des herzustellenden Paneels vorgeben. Jedoch
kann der plattenförmige Träger auch als Großplatte vorgesehen sein. Eine Großplatte
im Sinne der Erfindung ist dabei insbesondere ein Träger, dessen Abmessungen die Abmessungen
der letztendlichen Dekorpaneele um ein mehrfaches überschreiten und welche im Laufe
des Herstellungsverfahrens in eine entsprechende Mehrzahl von Dekorpaneelen zerteilt
wird, beispielsweise durch Sägen, Laser- oder Wasserstrahlschneiden. Beispielsweise
kann die Großplatte dem bahnförmigen Träger entsprechen.
[0019] "Holzwerkstoffe" im Sinne der Erfindung sind insbesondere Holzwerkstoffe wie Holz-Polymer-Werkstoffe
(Wood Plastic Composite, WPC).
[0020] Im Sinne der Erfindung sind unter dem Begriff "Faserwerkstoffe" Materialien wie beispielsweise
Papier und Vliese auf Basis pflanzlicher, tierischer, mineralischer oder auch künstlicher
Fasern zu verstehen, ebenso wie Pappen. Beispiele sind Faserwerkstoffe aus pflanzlichen
Fasern und neben Papieren und Vliesen aus Zellstofffasern Platten aus Biomasse wie
Stroh, Maisstroh, Bambus, Laub, Algenextrakte, Hanf, Baumwolle oder Ölpalmenfasern.
Beispiele für tierische Faserwerkstoffe sind etwa keratinbasierte Materialien wie
beispielsweise Wolle oder Rosshaar. Beispiele für mineralische Faserwerkstoffe sind
aus Mineralwolle oder Glaswolle.
[0021] Gemäß einer Ausgestaltung kann ein Trägermaterial auf Basis eines Kunststoffs oder
eines Holz-Kunststoff-Composite-Werkstoffs (WPC) bereitgestellt werden. Beispielsweise
kann die Trägerplatte aus einem thermoplastischen, elastomeren oder duroplastischen
Kunststoff ausgebildet sein. Des Weiteren sind Recyclingwerkstoffe aus den genannten
Materialien im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens einsetzbar. Bevorzugt als Plattenmaterial
können dabei insbesondere thermoplastische Kunststoffe, wie Polyvinylchlorid, Polyolefine
(beispielsweise Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamide (PA), Polyurethane
(PU), Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat (PMMA),
Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyetheretherketon (PEEK) oder
Mischungen oder Co-Polymerisate diese. Dabei können unabhängig von dem Grundmaterial
des Trägers beispielsweise Weichmacher vorgesehen sein, die etwa in einem Bereich
von ≥0 Gew.-% bis ≤ 20 Gew.-%, insbesondere ≤ 10 Gew.-%, vorzugsweise ≤ 7 Gew.-%,
beispielsweise in einem Bereich von ≥ 5 Gew.-% bis ≤ 10 Gew.-% vorliegen können. Ein
geeignete Weichmacher umfasst etwa den unter der Handelsbezeichnung "Dinsch" von der
Firma BASF vertriebenen Weichmacher. Ferner können als Ersatz für herkömmliche Weichmacher
Copolymere, wie etwa Acrylate oder Methacrylate, vorgesehen sein.
[0022] Insbesondere thermoplastische Kunststoffe bieten auch den Vorteil, dass die aus ihnen
hergestellten Produkte sehr leicht rezykliert werden können. Es können auch Recycling-Materialien
aus anderen Quellen verwendet werden. Hierdurch ergibt sich eine weitere Möglichkeit
zur Senkung der Herstellungskosten.
[0023] Derartige Träger sind dabei sehr elastisch beziehungsweise federnd, was einen komfortablen
Eindruck beim Begehen erlaubt und ferner die auftretenden Geräusche bei einem Begehen
im Vergleich zu herkömmlichen Materialien reduzieren kann, somit eine verbesserter
Trittschall realisierbar sein kann.
[0024] Darüber hinaus bieten die vorgenannten Träger den Vorteil einer guten Wasserfestigkeit,
da sie eine Quellung von 1% oder weniger aufweisen. Dies gilt in überraschender Weise
neben reinen Kunststoffträgern auch für WPC-Werkstoffe, wie diese nachfolgend im Detail
erläutert sind.
[0025] In besonders vorteilhafter Weise kann das Trägermaterial Holz-Polymer-Werkstoffe
(Wood Plastic Composite, WPC) aufweisen oder daraus bestehen. Hier kann beispielhaft
ein Holz und ein Polymer geeignet sein, welches in einem Verhältnis von 40/60 bis
70/30, beispielsweise 50/50 vorliegen kann. Als Polymere Bestandteile können etwa
Polypropylen, Polyethylen oder ein Copolymer aus den beiden vorgenannten Materialien
verwendet werden. Derartige Materialien bieten den Vorteil, dass diese bereits bei
geringen Temperaturen, wie etwa in einem Bereich von ≥ 180°C bis ≤ 200°C in dem vorbeschriebenen
Verfahren zu einem Träger geformt werden können, so dass eine besonders effektive
Prozessführung, etwa mit beispielhaften Liniengeschwindigkeiten in einem Bereich von
6m/min, ermöglicht werden kann. Beispielsweise sind für ein WPC-Produkt mit einer
50/50 Verteilung der Holz- und Polymeranteile bei einer beispielhaften Produktstärke
von 4,1mm möglich, was einen besonders effektiven Herstellungsprozess ermöglichen
kann.
[0026] Ferner können so sehr stabile Paneele erzeugt werden, die weiterhin eine hohe Elastizität
aufweisen, was insbesondere für eine effektive und kostengünstige Ausgestaltung von
Verbindungselementen an dem Randbereich des Trägers und ferner bezüglich einer Trittschalldämmung
von Vorteil sein kann. Ferner kann auch die vorgenannte gute Wasserverträglichkeit
mit einer Quellung von unter 1% bei derartigen WPC-Materialien ermöglicht werden.
Dabei können WPC-Werkstoffe beispielsweise Stabilisatoren und/oder andere Additive
aufweisen, welche bevorzugt im Kunststoffanteil vorliegen können.
[0027] Weiterhin kann es besonders vorteilhaft sein, dass das Trägermaterial ein PVC-basiertes
Material umfasst oder daraus besteht. Auch derartige Materialien können in besonders
vorteilhafter Weise für hochwertige Paneele dienen, welche etwa auch in Feuchträumen
problemlos verwendbar sind. Ferner bieten sich auch PVC-basierte Trägermaterialien
für einen besonders effektiven Herstellungsprozess an, da hier etwa Liniengeschwindigkeiten
von 8m/min bei einer beispielhaften Produktstärke von 4,1mm möglich sein können, was
einen besonders effektiven Herstellungsprozess ermöglichen kann. Ferner weisen auch
derartige Träger eine vorteilhafte Elastizität und Wasserverträglichkeit auf, was
zu den vorgenannten Vorteilen führen kann.
[0028] Bei Kunststoff-basierten Paneelen wie auch bei WPC-basierten Paneelen können dabei
mineralische Füllstoffe von Vorteil sein. Besonders geeignet sind hier etwa Talk oder
auch Kalziumcarbonat (Kreide), Aluminiumoxid, Kieselgel, Quarzmehl, Holzmehl, Gips.
[0029] Beispielsweise kann Kreide vorgesehen sein in einem Bereich von ≥ 30 Gew.-% bis ≤
70 Gew.-%, wobei durch die Füllstoffe, insbesondere durch die Kreide insbesondere
der Schlupf des Trägers verbessert werden kann. Auch können sie in bekannter Weise
eingefärbt sein. Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass das Plattenmaterial ein
Flammschutzmittel aufweist.
[0030] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial
aus einer Mischung eines PE/PP Blockcopolymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des
PE/PP Blockcopolymers sowie der Anteil des Holz zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-%
liegen. Desweiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer
Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren
aufweisen. Die Partikelgröße des Holzes liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer
bevorzugten Partikelgrößenverteilung D
50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Holz mit einer Partikelgrößenverteilung
D
10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen
Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt
wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung
aus einem PE/PP Blockcopolymer mit Holzpartikeln der angegeben Partikelgrößenverteilung
bereitgestellt. Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine
Korngröße in einem Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen,
insbesondere ≥ 800µm bis ≤ 10mm.
[0031] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial
aus einer Mischung eines PE/PP Polymerblends mit Holz. Dabei kann der Anteil des PE/PP
Polymerblends sowie der Anteil des Holz zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen.
Desweiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive,
wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen.
Die Partikelgröße des Holzes liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer bevorzugten
Partikelgrößenverteilung D
50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Holz mit einer Partikelgrößenverteilung
D
10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen
Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt
wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung
aus einem PE/PP Polymerblend mit Holzpartikeln der angegeben Partikelgrößenverteilung
bereitgestellt. Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine
Korngröße in einem Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen,
insbesondere ≥ 800µm bis ≤ 10mm.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial aus einer
Mischung eines PP-Homopolymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des PP-Homopolymers
sowie der Holzanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen. Desweiteren kann das
Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive, wie beispielsweise
Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen. Die Partikelgröße
des Holzes liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer bevorzugten Partikelgrößenverteilung
D
50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Holz eine Partikelgrößenverteilung
D
10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen
Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt
wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung
aus einem PP-Homopolymer mit Holzpartikeln der angegeben Partikelgrößenverteilung
bereitgestellt. Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine
Korngröße in einem Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen,
insbesondere ≥ 800µm bis ≤ 10mm. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht
das Trägermaterial aus einer Mischung eines PVC-polymers mit Kreide. Dabei kann der
Anteil des PVC-Polymers sowie der Kreideanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-%
liegen. Desweiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer
Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren
aufweisen. Die Partikelgröße der Kreide liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer
bevorzugten Partikelgrößenverteilung D
50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Kreide mit einer Partikelgrößenverteilung
D
10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen
Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt
wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung
aus einem PVC-Polymer mit Kreide der angegeben Partikelgrößenverteilung bereitgestellt.
Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine Korngröße in einem
Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen, insbesondere
≥ 800µm bis ≤ 10mm.
[0033] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial aus einer
Mischung eines PVC-Polymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des PVC-Polymers sowie
der Holzanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen. Desweiteren kann das Trägermaterial
zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel,
Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen. Die Partikelgröße des Holzes
liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer bevorzugten Partikelgrößenverteilung
D
50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Holz eine Partikelgrößenverteilung
D
10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen
Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt
wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung
aus einem PVC-Polymer mit Holzpartikeln der angegeben Partikelgrößenverteilung bereitgestellt.
Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine Korngröße in einem
Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen, insbesondere
≥ 800µm bis ≤ 10mm.
[0034] Zur Bestimmung der Partikelgrößenverteilung kann auf die allgemein bekannten Verfahren
wie beispielsweise die Laserdiffraktometrie zurückgegriffen werden, mit welcher Partikelgrößen
im Bereich von einigen Nanometern bis hin zu mehreren Millimetern bestimmt werden
können. Mittels dieser Methode lassen sich auch D50 bzw. D10 Werte ermitteln, welche
50% bzw. 10% der gemessenen Partikel kleiner sind als der angegebene Wert.
[0035] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann das Trägermaterial Mikrohohlkugeln aufweisen.
Derartige Zusatzstoffe können insbesondere bewirken, dass die Dichte des Trägers und
damit des erzeugten Paneels signifikant reduziert werden kann, so dass ein besonders
einfacher und kostengünstiger Transport und ferner ein besonders komfortables Verlegen
gewährleistet werden kann. Dabei kann insbesondere durch das Einfügen von Mikrohohlkugeln
eine Stabilität des erzeugten Paneels gewährleistet werden, welche im Vergleich zu
einem Material ohne Mikrohohlkugeln nicht signifikant reduziert ist. Somit ist die
Stabilität für einen Großteil der Anwendungen vollkommen ausreichend. Unter Mikrohohlkugeln
können dabei insbesondere Gebilde verstanden werden, welche einen hohlen Grundkörper
aufweisen und eine Größe beziehungsweise einen maximalen Durchmesser aufweisen, der
im Mikrometerbereich liegt. Beispielsweise können verwendbare Hohlkugeln einen Durchmesser
aufweisen, welcher im Bereich von ≥ 5µm bis ≤ 100µm, beispielsweise ≥ 20µm bis ≤ 50µm
liegt. Als Material der Mikrohohlkugeln kommt grundsätzlich jegliches Material in
Betracht, wie beispielsweise Glas oder Keramik. Ferner können aufgrund des Gewichts
Kunststoffe, etwa die auch in dem Trägermaterial verwendeten Kunststoffe, beispielsweise
PVC, PE oder PP, vorteilhaft sein, wobei diese gegebenenfalls, etwa durch geeignete
Zusatzstoffe, an einem Verformen während des Herstellungsverfahrens gehindert werden
können.
[0036] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das Dekorpaneel ein mittels
Direktdruck auf den plattenförmigen Träger aufgebrachtes Dekor auf. Unter dem Begriff
"Direktdruck" wird im Sinne der Erfindung das Aufbringen eines Dekors direkt auf den
Träger eines Paneels oder auf eine auf dem Träger aufgebrachte nicht bedruckte Faserwerkstoffschicht
beziehungsweise ein Dekoruntergrund verstanden. Es können unterschiedliche Drucktechniken,
wie beispielsweise Flexo-Druck, Offset-Druck oder Siebdruck zum Einsatz gelangen.
Insbesondere können als Digitaldrucktechniken beispielsweise Inkjet-Verfahren oder
Laserdruck-Verfahren eingesetzt werden.
[0037] Beispielsweise kann, um eine Dekorvorlage auf besonders detailgetreue und hochgenaue
Weise in dreidimensionaler Form zu imitieren beziehungsweise nach zu empfinden, Das
Dekor vorlagenidentisch aufgebracht werden. Insbesondere können die dreidimensionalen
Dekordaten bereitgestellt werden durch ein dreidimensionales Abtasten der Dekorvorlage
mittels elektromagnetischer Strahlung, beispielsweise durch einen dreidimensionalen
Scanner (3D-Scanner). Dabei können eine Mehrzahl an Dekorschichten mit zumindest teilweise
unterschiedlichem Flächenauftrag auf Basis bereitgestellter dreidimensionaler Dekordaten
sukzessive aufgebracht wird.
[0038] Ferner können die Dekorschichten aus einer insbesondere strahlungshärtbaren Farbe
und/oder Tinte ausgebildet werden. Beispielsweise kann eine UV-härtbare Farbe oder
Tinte verwendet werden. In dieser Ausgestaltung kann eine besonders detailgetreue
und übereinstimmende Nachbildung der Dekorvorlage erreichbar sein. Denn zum Einen
kann auf diese Weise ohne das Vorsehen weiterer Maßnahmen und hochgenau eine Synchronpore
erzielbar sein. Eine Synchronpore kann dabei insbesondere eine Pore oder eine andersartige
Struktur sein, welche räumlich exakt dort angeordnet ist, wo sie optisch dargestellt
ist durch ein mit dem optischen Dekormerkmalen übereinstimmenden haptischen Strukturierung.
Dies ist im Wesentlichen in dieser Ausgestaltung automatisch der Fall, da die strukturelle
Ausgestaltung eben durch die Farbe beziehungsweise Tinte erzeugt wird. Darüber hinaus
weisen Dekorvorlagen, wie beispielsweise Holzwerkstoffe, oftmals eine Variation des
Farbeindrucks nicht nur entlang ihrer Breite beziehungsweise Länge sondern ebenfalls
entlang ihrer Tiefe auf. Auch dieser Farbeindruck beziehungsweise Farbverlauf kann
insbesondere in dieser Ausgestaltung besonders detailgetreu nachempfunden werden,
was auch den Gesamteindruck des Paneels noch identischer erscheinen lässt. Dabei lässt
sich insbesondere dann, wenn die verwendete Farbe beziehungsweise Tinte strahlungshärtbar
ist, eine besonders schnelle Verfestigung erreichen, wodurch die Mehrzahl an Schichten
schnell aufeinander aufbringbar sein können, was auch den Gesamtprozess in einer geringeren
Zeit realisierbar und damit besonders kostengünstig gestalten kann.
[0039] Unter dem Begriff strahlungshärtbare Farbe ist dabei im Sinne der Erfindung eine
binde- und/oder füllmittelmittelhaltige sowie Farbpigmente aufweisende Zusammensetzung
zu verstehen, welche induziert durch elektromagnetische Strahlung geeigneter Wellenlänge,
wie beispielsweise UV-Strahlung oder Elektronenstrahlung, zumindest teilpolymerisiert
werden kann.
[0040] Unter dem Begriff strahlungshärtbare Tinte ist dabei entsprechend im Sinne der Erfindung
eine im Wesentlichen Füllmittel freie, Farbpigmente aufweisende Zusammensetzung zu
verstehen, welche induziert durch elektromagnetische Strahlung geeigneter Wellenlänge,
wie beispielsweise UV-Strahlung oder Elektronenstrahlung, zumindest teilpolymerisiert
werden kann.
[0041] Dabei können die Dekorschichten jeweils in einer Dicke in einem Bereich von ≥ 5µm
bis ≤ 10µm aufgebracht werden.
[0042] Es kann ferner vorgesehen sein, neben einer bezüglich Farbe und/oder Struktur positiven
Abbildung ferner auch eine entsprechende negative Abbildung der Dekorvorlage aufzubringen.
Im Detail kann, wie es beispielsweise von einem Positiv-Beizen beziehungsweise Negativ-Beizen
für Holzwerkstoffe bekannt ist, durch die Verwendung von digitalen Daten der Farbeindruck
beispielsweise einer Maserung umgekehrt werden, so dass bezüglich der Farbe beziehungsweise
insbesondere helleren und dunkleren Bereichen ein Negativ entsteht. Entsprechendes
ist neben dem Farbeindruck ebenfalls für die aufgebrachte Struktur möglich, so dass
auch bezüglich der strukturellen Ausgestaltung ein Negativ realisierbar ist. Auch
derartige Effekte sind auf Basis digitaler dreidimensionaler Daten problemlos und
ohne Vorlaufzeit beziehungsweise Umbauten in einen Herstellungsprozess integrierbar.
[0043] Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe der Erfindung durch ein Verfahren gemäß
Anspruch 4 gelöst. Es wird somit Verfahren zur Herstellung eines Dekorpaneels vorgeschlagen,
aufweisend die Verfahrensschritte:
- Bereitstellen eines plattenförmigen Trägers aus einem WPC Werkstoff; und
- Einbringen einer Profilierung und/oder Schnittkante in wenigstens eine Kante des plattenförmigen
Trägers, welches dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen der eingebrachten Profilierung
und/oder Schnittkante einer thermischen Behandlung unterzogen werden, bei welcher
der WPC Werkstoff im Bereich der Profilierung zumindest teilweise aufgeschmolzen wird
und die Oberfläche verschlossen wird.
[0044] Überraschender Weise hat sich gezeigt, dass die durch eine Bearbeitung des Dekorpaneels
bzw. der Trägerplatte freigelegten Holzfasern und/oder -partikel durch eine thermische
Behandlung, bei welcher es zu einem Aufschmelzen der Oberfläche kommt, derart versiegelt
werden können, dass das Quellverhalten bei Feuchtigkeitseinwirkung deutlich verringert
werden kann. Hierdurch kann ein Aufquellen der Profilkanten und/oder Schnittflächen
und die damit einhergehende Beschädigung des Dekorpaneels bei Feuchtigkeitseinfluss
vermieden werden.
[0045] Der WPC-Werkstoff wird dabei lediglich oberflächennah aufgeschmolzen. Oberflächennah
bedeutet dabei im Sinne der Erfindung bis zu einer Tiefe von ≤3mm, vorzugsweise ≤2mm,
noch bevorzugter ≤1mm und insbesondere ≤0,8mm.
[0046] Gemäß einer Ausgestaltung des Verfahrens ist es vorgesehen, dass nach dem Profilieren
oder Sägen der Dekorpaneele bzw. des plattenförmigen Trägers ein Aufschmelzen des
WPC-Werkstoffes im oberflächennahen Bereich in einem dem Profilieren und/oder Sägen
nachgelagerten Arbeitsschritt erfolgt. Hierzu kann beispielsweise die Verwendung eines
temperierten Schmelzkopfes vorgesehen sein, welcher in seinem Profil dem in die Kante
eingebrachten Profil bzw. Schnitt entspricht und über die Flächen der Profilierung
bzw. Schnittflächen geführt wird, wobei der WPC-Werkstoff oberflächennah aufschmilzt.
[0047] Der Schmelzkopf wird dabei in einer Ausgestaltung der Erfindung vorzugsweise maximal
auf eine Temperatur ≤30°C oberhalb der Schmelztemperatur des WPC Werkstoffes erwärmt
wird
[0048] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Einbringung der Profilierung
und/oder Schnittkante mittels eines spanabhebenden bzw. spanenden Verfahrens, wie
beispielsweise Fräsen oder Sägen. Dabei kann es gemäß einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung insbesondere Vorgesehen sein, dass das Aufschmelzen des WPC Materials
mittels erwärmen des für das spanabhebende Profilieren und/oder Schneiden der wenigstens
einen Kante des plattenförmigen Trägers genutzten spanabhebenden Werkzeugs auf eine
Temperatur größer gleich der Schmelztemperatur und kleiner der Zersetzungstemperatur
des WPC Werkstoffes erfolgt. Hierdurch kann ein zusätzlicher Arbeitsschritt vermieden
werden.
[0049] Dabei kann es in einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, dass das spanabhebende
Werkzeug maximal auf eine Temperatur oberhalb ≤30°C der Schmelztemperatur des WPC
Werkstoffes temperiert wird. Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Temperierung
des spanabhebenden oder spanenden Werkzeuges durch eine Heiz- und/oder Kühleinrichtung
erfolgt.
[0050] Vorzugsweise ist kann es dabei vorgesehen sein, dass die Temperatur des spanabhebenden
oder spanenden Werkzeuges berührungslos überwacht wird, beispielsweise mittels eines
Infrarot-Temperatursensors bzw. eines Infrarot-Thermometers. Die Temperierung des
Werkzeuges kann dann vorzugsweise in Abhängigkeit der im Rahmen dieser Überwachung
ermittelten Daten erfolgen.
[0051] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erfolgt zumindest ein
Teil der Temperierung des spanabhebenden und/oder spanenden Werkzeuges unter Ausnutzung
der durch den spanabhebenden und/oder spanenden Bearbeitungsprozess selbst entstehenden
Wärme. Diese wird durch die Reibung zwischen Werkzeug und Werkstoff hervorgerufen.
Dabei kann in einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein,
dass die Bearbeitungsgeschwindigkeit, insbesondere die Rotation des Werkzeuges und
die Relativgeschwindigkeit zwischen Dekorpaneel/Trägerplatte und Schneid- bzw. Fräskopf
derart eingestellt wird, dass die beim Bearbeitungsprozess entstehenden Erwärmung
des Werkzeuges in einem Temperaturbereich größer gleich der Schmelztemperatur des
WPC-Werkstoffes und kleiner der Zersetzungstemperatur des WPC-Werkstoffes erfolgt.
[0052] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehenen sein, dass
zumindest der profilierte Bereich der Kante des plattenförmigen Trägers und/oder die
Schnittfläche nach dem Aufschmelzen des WPC Werkstoffes und Verschließen der Oberfläche
auf eine Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes abgekühlt wird.
[0053] Diese Abkühlung kann erfindungsgemäß beispielsweise durch einen auf die entsprechende
Oberfläche gerichteten Luftstrom erfolgen. Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein,
dass der Luftstrom gekühlt ist, also eine Temperatur unterhalb der Umgebungstemperatur
der Bearbeitungsstelle aufweist.
[0054] Alternativ kann die Verwendung eines temperierten Kühlkopfes vorgesehen sein, welcher
in seinem Profil dem in die Kante eingebrachten Profil bzw. Schnitt entspricht und
über die Flächen der Profilierung bzw. Schnittflächen geführt wird, wobei der WPC-Werkstoff
entsprechend auf eine Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes des WOPC-Werkstoffes
abgekühlt wird.
[0055] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass das
Abkühlen des oberflächennah aufgeschmolzenen WPZ-Werkstoffes innerhalb eines Zeitraumes
von ≤ 60s, vorzugsweise ≤ 45s, insbesondere ≤ 30s erfolgt. Hierdurch kann sichergestellt
werden, dass es nicht zu einer ungewollten nachträglichen Verformung des Profils kommt.
[0056] Zur Herstellung eines fertigen Paneels kann das Verfahren weitere Verfahrensschritte
umfassen, um den Träger mit einem Dekor zu versehen und dieses mit einer Schutzschicht
zu beschichten. Dabei kann gegebenenfalls zunächst etwa ein Vorbehandeln des Trägers
zur elektrostatischen Entladung bzw. gezielten Aufladung vor dem Aufbringen eines
Dekorbildes mittels eines Direktdruckverfahrens erfolgen. Dies kann insbesondere dazu
dienen, das Auftreten von Unschärfen im Laufe der Dekoraufbringung zu vermeiden. Dies
ist insbesondere für Druckverfahren zum Aufbringen der Dekorschichten geeignet, da
die sich im Laufe des Produktionsprozesses aufbauende elektrostatische Ladung in den
zu bedruckenden Trägern zu einer Ablenkung der Farb- bzw. Tintentropfen auf ihrem
Weg vom Druckkopf zur der zu bedruckenden Oberfläche führt. Die so hervorgerufene
Ungenauigkeit des Farbauftrags führt zu der wahrnehmbaren Unschärfe des Druckbildes.
[0057] Dabei kann die Einrichtung zur Ableitung elektrostatischer Ladungen wenigstens eine
Rolle, Bürste oder Lippe aus einem leitfähigen Material mit einer Leitfähigkeit ≥
1*10
3 Sm
-1 aufweisen, welche den Träger zumindest im Bereich des Druckwerks elektrisch leitend
kontaktiert und welche mit einem elektrischen Massenpotential verbunden ist. Dabei
kann das elektrische Massenpotential beispielsweise durch eine Erdung bereitgestellt
werden. Ferner kann eine Einrichtung zur Ableitung elektrostatischer Ladungen beispielsweise
eine Einrichtung zur Erzeugung einer Corona-Entladung sein.
[0058] Des Weiteren kann es vorgesehen sein, dass ein Dekoruntergrund oder Druckuntergrund
auf zumindest einen Teilbereich des Trägers aufgebracht wird. Beispielsweise kann
zunächst ein Primer insbesondere für Druckverfahren als Dekoruntergrund aufgebracht
werden, etwa in einer Dicke von ≥ 10µm bis ≤ 60 µm. Dabei kann als Primer eine flüssige
strahlungshärtende Mischung auf Basis eines Urethans oder eines Urethanacrylats, gegebenenfalls
mit einem oder mehreren von einem Photoinitiator, einem Reaktivverdünner, einem UV-Stabilisator,
einem Rheologiemittel wie einem Verdicker, Radikalfänger, Verlaufshilfsmittel, Entschäumer
oder Konservierungsmittel, Pigment und/oder einem Farbstoff eingesetzt werden. Beispielsweise
kann das Urethanacrylat in Form von reaktiven Oligomeren bzw. Prepolymeren in der
Primer-Zusammensetzung enthalten sein. Unter dem Begriff "reaktives Oligomer" bzw.
"Prepolymer" ist dabei im Sinne der Erfindung eine Urethanacrylat-Einheiten aufweisende
Verbindung zu verstehen, welche strahlungsinduziert, ggf. unter Zusatz eines reaktiven
Bindemittels oder eines Reaktivverdünners zu Urethan-Polymer oder Urethanacrylat-Polymer
reagieren kann. Urethanacrylate im Sinne der Erfindung sind dabei Verbindungen, welche
im Wesentlichen aus einem oder mehreren aliphatischen Strukturelementen und Urethangruppen
aufgebaut sind. Aliphatische Strukturelemente umfassen sowohl Alkylengruppen, vorzugsweise
mit 4 bis 10 C-Atomen, als auch Cycloalkylengruppen mit vorzugsweise 6 bis 20 C-Atomen.
Sowohl die Alkylen- als auch die Cycloalkylengruppen können mit C
1-C
4-Alkyl, insbesondere mit Methyl, ein- oder mehrfach substituiert sein sowie ein oder
mehrere nicht benachbarte Sauerstoffatome enthalten. Die aliphatischen Strukturelemente
sind gegebenenfalls überquartäre oder tertiäre Kohlenstoffatome, über Harnstoffgruppen,
Biureth-, Urethdion-, Allophanat-, Cyanurat-, Urethan-, Ester- oder Amidgruppen oder
über Ethersauerstoff oder Aminstickstoff miteinander verbunden. Ferner können Urethanacrylate
im Sinne der Erfindung auch ethylenisch ungesättigte Strukturelemente aufweisen. Hierbei
handelt es sich vorzugsweise um Vinyl- oder Allylgruppen, die auch mit C
1-C
4-Alkyl, insbesondere Methyl substituiert sein können und welche sich insbesondere
von α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren bzw. deren Amiden ableiten. Besonders
bevorzugte ethylenisch ungesättigte Struktureinheiten sind Acryloyl- und Me-thacryloylgruppen
wie Acrylamido und Methacrylamido und insbesondere Acryloxy und Methacryloxy. Strahlungshärtbar
im Sinne der Erfindung bedeutet, dass die Primerzusammensetzung induziert durch elektromagnetische
Strahlung geeigneter Wellenlänge, wie beispielsweise UV-Strahlung, oder Elektronenstrahlung
zumindest teilpolymerisiert werden kann.
[0059] Die Verwendung von strahlungshärtbaren Primern auf Basis von Urethanacrylaten ermöglicht
in besonders vorteilhafter Weise eine sich umgehend an den Auftrag und die strahlungsinduzierte
Härtung der Primerschicht anschließende Aufbringung eines Dekor, beispielsweise mittel
Digitaldrucktechnik. Dabei sorgt die Primerschicht für eine gute Haftung des aufgebrachten
Dekors auf der mit dem Primer beschichteten Trägeroberfläche. Dabei besitzen Urethanacrylate
den Vorteil einer guten Haftung sowohl gegenüber dem Trägermaterial, als auch gegenüber
der Dekorschicht, also der Dekorfarbe oder -tinte. Dies ist unter anderem durch die
bei dieser Art der Polymere auftretenden Polymerisationsreaktionen zu begründen, bei
welcher zum einen eine strahlungsinduzierte radikalische Polymerisation der OH-Gruppen
auftritt, zum anderen eine Nachhärtung des Polymers über die NCO-Gruppen. Dies führt
dazu, dass nach der strahlungsinduzierten Härtung umgehend eine klebfreie und weiterbearbeitbare
Oberfläche erhalten wird, während die endgültigen Eigenschaften der Primerschicht
auch durch die NCO-Gruppen basierte Nachhärtung beeinflusst werden und für eine sichere
Bindung zum Trägermaterial sorgen. Darüber hinaus stellt die auftretende Nachhärtung
sicher, dass eine hinreichende Schichtstabilität auch in weniger oder nicht belichteten
Bereichen des Trägers erreicht wird. Hierdurch lassen sich mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren insbesondere auch vorstrukturierte Träger, also Träger, deren Oberfläche
bereits eine dreidimensionale Strukturierung aufweisen, sicher mit Primerschicht versehen,
wodurch sichergestellt ist, dass das anschließend aufgebrachte Dekor haftfest mit
dem Träger verbunden ist.
[0060] Der Primer kann im erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt mittels Gummiwalzen, Gießmaschine
oder durch Aufsprühen auf die Trägerplatte aufgebracht werden. Bevorzugt wird der
Primer in einer Menge zwischen ≥1 g/m
2 und ≤100 g/m
2, vorzugsweise zwischen ≥10 g/m
2 und ≤50 g/m
2, insbesondere zwischen ≥20 g/m
2 und ≤40 g/m
2 aufgetragen. Im Anschluss an den Auftrag des Primers auf die Trägeroberfläche erfolgt
eine Bestrahlung mit einer Strahlungsquelle geeigneter Wellenlänge.
[0061] Neben der Verwendung eines Primer ist es möglich, das Dekor auf ein mit einem entsprechenden
Dekor bedruckbares Dekorpapier aufzubringen, welches etwa mittels einer zuvor auf
den Träger aufgebrachten Harzschicht als Verbindungsmittel vorgesehen sein kann. Ein
derartiger Druckuntergrund ist sowohl für Flexo-Druck, Offset-Druck oder Siebdruckverfahren,
als auch insbesondere für Digitaldrucktechniken, wie beispielsweise Inkjet-Verfahren
oder Laserdruck-Verfahren geeignet. Zur Aufbringung der Harzschicht kann es vorzugsweise
vorgesehen sein, dass eine Harzzusammensetzung aufgebracht wird, welche als Harzkomponente
wenigstens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melaminharz, Formaldehydharz,
Harnstoffharz, Phenolharz, Epoxidharz, ungesättigtes Polyesterharz, Diallylphthalat
oder Mischungen dieser aufweist. Dabei kann die Harzzusammensetzung beispielsweise
in einer Auftragsmenge zwischen ≥5 g/m
2 und ≤40 g/m
2, vorzugsweise ≥10 g/m
2 und ≤30 g/m
2 aufgetragen werden. Ferner kann ein Papier oder Vlies mit einer Grammatur zwischen
≥30 g/m
2 und ≤80 g/m
2, vorzugsweise zwischen ≥40 g/m
2 und ≤70 g/m
2 auf den plattenförmigen Träger aufgebracht.
[0062] Des Weiteren kann erfindungsgemäß ein Aufbringen einer Schutzschicht auf zumindest
einen Teilbereich des Dekors vorgesehen sein. Eine derartige Schicht zum Schutz des
aufgebrachten Dekors kann insbesondere als Verschleiß- oder Deckschicht oberhalb der
Dekorschicht in einem nachfolgenden Verfahrensschritt aufgebracht werden, welche insbesondere
die Dekorschicht vor Abnutzung oder Beschädigung durch Schmutz, Feuchtigkeitseinfluss
oder mechanische Einwirkungen, wie beispielsweise Abrieb, schützt. Beispielsweise
kann es vorgesehen sein, dass die Verschleiß- und/oder Deckschicht als vorproduzierte
Overlayschicht, etwa basierend auf Melamin, auf den bedruckten Träger aufgelegt und
mit diesem durch Druck- und/oder Wärmeeinwirkung verbunden wird. Ferner kann es bevorzugt
sein, dass zur Ausbildung der Verschleiß- und/oder Deckschicht ebenfalls eine strahlungshärtbare
Zusammensetzung, wie beispielsweise ein strahlungshärtbarer Lack, wie einem Acryllack,
aufgebracht wird. Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Verschleißschicht Hartstoffe
wie beispielsweise Titannitrid, Titancarbid, Siliciumnitrid, Siliciumcarbid, Borcarbid,
Wolframcarbid, Tantalcarbid, Aluminiumoxid (Korund), Zirconiumoxid oder Mischungen
dieser aufweist, um die Verschleißfestigkeit der Schicht zu erhöhen. Dabei kann die
Auftragung beispielsweise mittels Walzen, wie Gummiwalzen oder mittels Gießvorrichtungen
aufgetragen werden.
[0063] Weiterhin kann die Deckschicht zunächst teilgehärtet werden und im Anschluss eine
Endlackierung mit einem Urethanacrylat und eine Endhärtung, etwa mit einem Galliumstrahler,
durchgeführt werden.
[0064] Ferner kann die Deck- und/oder Verschleißschicht Mittel zur Verringerung der statischen
(elektrostatischen) Aufladung des letztendlichen Laminates aufweisen. Beispielsweise
kann es dazu vorgesehen sein, dass die Deck- und/oder Verschleißschicht Verbindungen
wie z.B. Cholinchlorid aufweist. Das Antistatikmittel kann dabei beispielsweise in
einer Konzentration zwischen ≥0,1 Gew.-% und ≤40,0 Gew.-%, bevorzugt zwischen ≥1,0
Gew.-% und ≤30,0 Gew.-% in der Deck- und/oder Zusammensetzung zur Ausbildung Verschleißschicht
enthalten sein.
[0065] Des Weiteren kann es vorgesehen, dass in die Schutzschicht beziehungsweise Verschleiß-
oder Deckschicht eine Strukturierung, insbesondere eine mit dem Dekor übereinstimmende
Oberflächenstrukturierung durch das Einbringen von Poren eingebracht wird. Dabei kann
es vorgesehen sein, dass die Trägerplatte bereits eine Strukturierung aufweist und
eine Ausrichtung eines Druckwerkzeuges zur Aufbringung des Dekors und der Trägerplatte
zueinander in Abhängigkeit mittels der mittels optischer Verfahren erfassten Strukturierung
der Trägerplatte erfolgt. Zur Ausrichtung des Druckwerkzeuges und der Trägerplatte
zueinander kann es dabei vorgesehen sein, dass eine zur Ausrichtung notwendige Relativbewegung
zwischen Druckwerkzeug und Trägerplatte zueinander durch eine Verschiebung der Trägerplatte
oder durch eine Verschiebung des Druckwerkzeugs erfolgt. Weiterhin kann es vorgesehen
sein, dass eine Strukturierung der Dekorpaneele nach dem Auftrag der Deck- und/oder
Verschleißschicht erfolgt. Hierzu kann es bevorzugt vorgesehen sein, dass als Deck-
und/oder Verschleißschicht eine härtbare Zusammensetzung aufgetragen wird und ein
Aushärtungsprozess nur in dem Maße erfolgt, dass lediglich eine Teilhärtung der Deck-
und/oder Verschleißschicht erfolgt. In die so teilgehärtete Schicht wird mittels geeigneter
Werkzeuge, wie beispielsweise einer Hartmetall-Strukturwalz oder eines Stempels, eine
gewünschte Oberflächenstruktur eingeprägt. Dabei erfolgt die Prägung in Übereinstimmung
mit dem aufgebrachten Dekor. Zur Gewährleistung einer hinreichenden Übereinstimmung
der einzubringenden Struktur mit dem Dekor kann es vorgesehen sein, dass die Trägerplatte
und das Prägewerkzeug durch entsprechende Relativbewegungen zueinander ausgerichtet
werden. Im Anschluss an die Einbringung der gewünschten Struktur in die teilgehärtete
Deck- und/oder Verschleißschicht erfolgt eine weitere Härtung der nun strukturierten
Deck- und/oder Verschleißschicht.
[0066] Vielfach ist es vorgesehen, dass in solche Verschleiß- oder Deckschichten eine mit
dem Dekor übereinstimmende Oberflächenstrukturierung eingebracht ist. Unter einer
mit dem Dekor übereinstimmenden Oberflächenstrukturierung ist zu verstehen, dass die
Oberfläche des Dekorpaneels eine haptisch wahrnehmbare Struktur aufweist, welche in
ihrer Form und ihrem Muster dem aufgebrachten Dekor entspricht, um so eine möglichst
originalgetreue Nachbildung eines natürlichen Werkstoffes auch hinsichtlich der Haptik
zu erhalten.
[0067] Darüber hinaus kann auf der der Dekorseite gegenüberliegenden Seite ein Gegenzug
aufgebracht werden. Dabei ist es insbesondere bevorzugt, dass der Gegenzug in einem
gemeinsamen Kalandrierschritt mit den Papier oder Vlies auf der Dekorseite aufgebracht
wird.
[0068] Bei einer teilweisen Profilierung des Dekorpaneels werden nicht bereits alle in dem
letztendlichen Paneel vorzusehenden Profile eingebracht, sondern nur ein Teil der
vorzusehenden Profile, während weitere Profile in einem anschließenden Schritt eingebracht
werden. So kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass das in einem Paneel vorzusehende
dekorative Profil, wie beispielsweise eine Fase, in einem Arbeitsschritt eingebracht
wird, während das funktionale Profil, beispielsweise Nut/Feder in einem nachgelagerten
Arbeitsschritt eingebracht wird. Durch eine Aufbringung des Dekors erst nach dem zumindest
teilweisen Profilieren des Trägers, etwa durch die vorbeschriebenen Verfahren wie
beispielsweise Direktdruckverfahren, wird ein Abtragen oder Beschädigen des Dekors
im Zuge der Profilierung in vorteilhafter Weise vermieden. Dadurch entspricht das
Dekor auch in den Bereichen der Profilierung in detailgetreuer Weise der gewünschten
Imitation beispielsweise eines Naturwerkstoffes.
[0069] Durch eine Aufbringung des Dekors erst nach dem zumindest teilweisen Profilieren
des Trägers, etwa durch die vorbeschriebenen Verfahren wie beispielsweise Direktdruckverfahren,
wird ein Abtragen oder Beschädigen des Dekors im Zuge der Profilierung in vorteilhafter
Weise vermieden. Dadurch entspricht das Dekor auch in den Bereichen der Profilierung
in detailgetreuer Weise der gewünschten Imitation beispielsweise eines Naturwerkstoffes.
[0070] Um eine besonders detailgetreue Imitierung auch in den profilierten Bereichen vorzusehen
kann die für den Druck genutzte Druckvorlage im Bereich der Profilierung des Paneels
verzerrungskompensiert werden. Verzerrungskompensation bedeutet dabei im Sinne der
Erfindung beispielsweise für den exemplarischen Fall der Aufbringung mit einem Druckverfahren,
die durch die Abweichung der Profilierung aus der Oberflächenebene des Trägers, beispielsweise
bei einer Fasenflanke, hervorgerufene Verzerrung des Druckbildes durch eine Anpassung
der Druckvorlage an die Abweichung kompensiert wird. Dabei kann es beispielsweise
vorgesehen sein, dass die Kompensation der Verzerrung mittels Anpassung des Bildpunktabstandes,
der Bildpunktgröße und/oder des Farbauftrages in Abhängigkeit des vorgesehenen Kantenprofils
des fertiggestellten Dekorpaneels erfolgt. Im Falle der Bedruckung mittels Digitaldruck
kann dabei die Ansteuerung des Druckkopfes in Abhängigkeit der zu kompensierenden
Verzerrung erfolgen, so dass der Druckkopf beispielsweise über den profilierten Bereich
hinaus ausgelenkt wird und eine Anpassung des Farbausstoßes an das Profil erfolgt.
[0071] Hierbei ist es beispielsweise möglich, dass vor dem Aufbringen der Dekorschicht des
als Großplatte bereitgestellten Trägers die in einem letztendlichen Paneelverbund
vorzusehenden Fugen (wie beispielsweise V-Fugen) in den Träger gefräst werden, auf
den so profilierten Träger zumindest die Dekorschicht aufgebracht wird und der Träger
anschließend zumindest in den profilierten Bereichen zerteilt wird. In Abhängigkeit
der Zerteilungsart, wie beispielsweise Sägen, Laser- oder Wasserstrahlschneiden, kann
es dabei bevorzugt vorgesehen sein, dass die benötigte Schnittzugabe in dem eingebrachten
Profil berücksichtigt wird.
[0072] Beispielsweise kann der plattenförmige Träger ein Material aufweisen, das auf einem
WPC-Werkstoff oder einem PVC-Werkstoff basiert. Bezüglich der genauen Zusammensetzung
und der daraus resultierenden Vorteile wird explizit auf die vorstehende Beschreibung
des Verfahrens verwiesen.
[0073] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass das Dekorpaneel
zumindest in einen Randbereich der Trägerplatte eine Profilierung aufweist. Dabei
kann es insbesondere vorgesehen sein, dass das Dekor auch im Bereich der Profilierung
aufgebracht ist, so dass die Profilierung vor dem Aufbringen der Dekorschicht auf
den plattenförmigen Träger erfolgt. Alternativ oder ergänzend kann eine Profilierung
auch nach dem Aufbringen der Dekorschicht erfolgen. Bei einer Profilierung im Sinne
der Erfindung ist es vorgesehen, dass mittels geeigneter materialabhebender Werkzeuge
zumindest in einen Teil der Kanten des Dekorpaneels ein dekoratives und/oder funktionales
Profil eingebracht wird. Dabei ist unter einem funktionalen Profil beispielsweise
die Einbringung eines Nut- und/oder Federprofils in eine Kante zu verstehen, um Dekorpaneele
über die eingebrachten Profilierungen miteinander verbindbar zu gestalten. Ein dekoratives
Profil im Sinne der Erfindung ist beispielsweise eine im Kantenbereich des Dekorpaneels
eingebrachte Fase, um beispielsweise zwischen zwei miteinander verbundenen Paneelen
nach deren Verbindung eine Fuge zu simulieren, wie sie beispielsweise bei sogenannten
Landhausdielen auftritt.
1. Dekorpanel, mit einem plattenförmigen Träger aus einem wood-plastic-composit (WPC)
Werkstoff, wobei der plattenförmigen Träger in zumindest einem Randbereich eine Profilierung
und/oder Schnittkante aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung und/oder Schnittkante eine im Wesentlichen geschlossene Oberfläche
aufweist.
2. Dekorpaneel gemäß Anspruch 1, wobei der WPC Werkstoff einen Kunststoff aus der Gruppe
bestehend aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamide
(PA), Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat (PMMA),
Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyetheretherketon (PEEK), Polyisobutylen
(PIB), Polybutylen (PB), oder Mischungen oder Co-Polymerisate dieser aufweist.
3. Dekorpaneel gemäß einem der vorgehenden Ansprüche, wobei dieses ein mittels Direktdruck
auf den plattenförmigen Träger aufgebrachtes Dekor aufweist.
4. Verfahren zur Herstellung eines Dekorpaneels, aufweisend die Verfahrensschritte:
- Bereitstellen eines plattenförmigen Trägers aus einem WPC Werkstoff; und
- Einbringen einer Profilierung und/oder Schnittkante in wenigstens eine Kante des
plattenförmigen Trägers,
dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen der eingebrachten Profilierung und/oder Schnittkante einer thermischen
Behandlung unterzogen werden, bei welcher der WPC Werkstoff im Bereich der Profilierung
zumindest teilweise aufgeschmolzen wird und die Oberfläche verschlossen wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, wobei die Einbringung der Profilierung und/oder Schnittkante
mittels eines spanabhebenden oder spanenden Verfahrens erfolgt.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, wobei das Aufschmelzen des WPC Werkstoffes mittels erwärmen
des für das spanabhebende oder spanende Profilieren und/oder Schneiden der wenigstens
einen Kante des plattenförmigen Trägers genutzten spanabhebenden oder spanende Werkzeugs
auf eine Temperatur größer gleich der Schmelztemperatur und kleiner der Zersetzungstemperatur
des WPC Werkstoffes erfolgt.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei das spanabhebende oder spanende Werkzeug maximal
auf eine Temperatur 30°C oberhalb der Schmelztemperatur des WPC Werkstoffes temperiert
wird.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei die Temperierung des spanabhebenden
Werkzeugs durch eine Heiz- und/oder Kühleinrichtung erfolgt.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei dass die Temperatur des spanabhebenden
oder spanenden Werkzeuges berührungslos überwacht wird.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei zumindest der profilierte Bereich
der Kante des plattenförmigen Trägers nach dem Aufschmelzen des WPC Werkstoffes und
Verschließen der Oberfläche auf eine Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes abgekühlt
wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei das Abkühlen innerhalb eines Zeitraumes von ≤ 60s,
vorzugsweise ≤ 45s, insbesondere ≤ 30s erfolgt.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 10, wobei diese nach dem Verfahrensschritt
des Bereitstellens des plattenförmigen Trägers das Aufbringen eines Dekors mittels
Direktdruckverfahren vorsieht.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, wobei dieses vor dem Verfahrensschritt des Aufbringens
eines Dekors das Aufbringen eines Druckuntergrundes vorsieht.
1. Decorative panel comprising a plate-shaped carrier made of a wood plastic composite
(WPC) material, wherein the plate-shaped carrier in at least one edge region has a
profile and/or a cutting edge, characterized in that the profile and/or cutting edge comprises a substantially sealed surface.
2. Decorative panel according to claim 1, wherein the WPC material comprises a plastic
material from the group consisting of polyvinyl chloride (PVC), polyethylene (PE),
polypropylene (PP), polyamide (PA), polystyrene (PS), acrylonitrile-butadiene-styrene
(ABS), polymethyl methacrylate (PMMA), polycarbonate (PC), polyethylene terephthalate
(PET), polyether ether ketone (PEEK), polyisobutylene (PIB), polybutylene (PB), or
mixtures or co-polymerizates thereof.
3. Decorative panel according to any one of the preceding claims, wherein the panel comprises
a decor applied onto the plate-shaped carrier by means of direct printing.
4. Method for producing a decorative panel, comprising the steps of:
- providing a plate-shaped carrier made of a WPC material; and
- introducing a profile and/or a cutting edge in at least one edge of the plate-shaped
carrier;
characterized in that the surfaces of the introduced profile and/or cutting edge are subjected to a thermal
treatment in which the WPC material is molten at least partially in the region of
the profile and the surface is sealed.
5. Method according to claim 4, wherein the introduction of the profile and/or the the
cutting edge is carried out by means of a machining or cutting process.
6. Method according to claim 5, wherein the melting of the WPC material is implemented
by heating the cutting or machining tool used for the profiling and/or cutting of
the at least one edge of the plate-shaped carrier to a temperature greater than or
equal to the melting temperature and less than the decomposition temperature of the
WPC material.
7. Method according to claim 6, wherein the machining or cutting tool is temperature
controlled to a maximum temperature of 30°C above the melting temperature of the WPC
material.
8. Method according to claim 6 or 7, wherein the temperature control of the cutting tool
is implemented by a heating and/or cooling device.
9. Method according to any one of claims 5 to 8, wherein the temperature of the machining
or cutting tool is monitored contact-free.
10. Method according to any one of claims 4 to 8, wherein at least the profiled region
of the edge of the plate-shaped carrier is cooled down to a temperature below the
melting point after the melting of the WPC material and sealing of the surface.
11. Method according to claim 10, wherein the cooling is carried out within a period of
≤ 60 s, preferably ≤ 45 s, in particular ≤ 30 s.
12. Method according to any one of claims 4 to 10, comprising a step for applying a decor
by means of a direct printing process subsequently to the process step of providing
the plate-shaped carrier.
13. Method according to claim 12, comprising a step for applying a printing base prior
to the step of applying a decor.
1. Panneau décoratif, avec un support enforme de plaque constitué d'un matériau composite
bois-plastique (WPC), où le support en forme de plaque présente au niveau d'au moins
une région de bordure un profilé et/ou un bord coupant, caractérisé en ce que le profilé et/ou le bord coupant présente une surface essentiellement fermée.
2. Panneau décoratif selon la revendication 1, dans lequel le matériau WPC présente une
matière plastique du groupe constitué le chlorure de polyvinyle (PVC), le polyéthylène
(PE), le polypropylène (PP), le polyamide (PA), le polystyrène (PS), l'acrylonitrile-butadiène-styrène
(ABS), le polyméthyl méthacrylate (PMMA), le polycarbonate (PC), le polyéthylène téréphtalate
(PET), la polyéther éther cétone (PEEK), le polyisobutylène (PIB), le polybutylène
(PB) ou des mélanges ou des co-polymérisats de ceux-ci.
3. Panneau décoratif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel celui-ci
présente un décor appliqué sur le support en forme de plaque au moyen d'une impression
directe.
4. Procédé de fabrication d'un panneau décoratif, présentant les étapes de procédé :
- mise à disposition d'un support en forme de place constitué d'un matériau WPC ;
et
- application d'un profilé et/ou d'un bord coupant au niveau d'au moins une arête
du support en forme de plaque,
caractérisé en ce que les surfaces du profilé et/ou du bord coupant rapporté sont soumises à un traitement
thermique, au cours duquel le matériau WPC dans la région du profilé est fondu au
moins partiellement et que la surface est fermée.
5. Procédé selon la revendication 4, dans lequel l'application du profilé et/ou du bord
coupant est effectuée au moyen d'un procédé enlevant des copeaux ou d'étirement.
6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel la fusion du matériau WPC a lieu au
moyen d'un chauffage de l'outil enlevant des copeaux ou d'étirement employé pour la
création du profilé et/ou la découpe formant des copeaux ou d'étirement de l'au moins
une arête du support en forme de plaque à une température supérieure à la température
de fusion ou inférieure à la température de décomposition du matériau WPC.
7. Procédé selon la revendication 6, dans lequel l'outil enlevant des copeaux ou d'étirement
est thermostaté au maximum à une température de 30 °C au-dessus de la température
de fusion du matériau WPC.
8. Procédé selon l'une des revendications 6 ou 7, dans lequel la thermostatation de l'outil
enlevant des copeaux a lieu par un dispositif de chauffage et/ou de refroidissement.
9. Procédé selon l'une des revendications 5 à 8, dans lequel la température de l'outil
enlevant des copeaux ou d'étirement est surveillée sans contact.
10. Procédé selon l'une des revendications 4 à 8, dans lequel au moins la région profilée
de l'arête du support en forme de plaque est refroidie à une température en-dessous
du point de fusion après la fusion du matériau WPC et la fermeture de la surface.
11. Procédé selon la revendication 10, dans lequel le refroidissement a lieu dans un espace
de temps ≤ 60 s, de préférence ≤ 45 s, notamment ≤ 30 s.
12. Procédé selon l'une des revendications 4 à 10, dans lequel celui-ci, après l'étape
de procédé de la mise à disposition du support en forme de plaque, prévoit l'application
d'un décor au moyen d'un procédé d'impression directe.
13. Procédé selon la revendication 12, dans lequel celui-ci prévoit avant l'étape de procédé
de l'application d'un décor, l'application d'une couche de base d'impression.