[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft den Einsatz von substituierten Benzylalkoholen
als Modifizierungsmittel in Epoxidsystemen.
[0002] Epoxidharze, insbesondere solche, die aus Bisphenol A und Epichlorhydrin hergestellt
werden, sind bekannte Rohstoffe für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Gießharzen,
Beschichtungsmassen und Klebstoffen. Diese zum Beispiel mit Polyaminen gehärteten
aromatischen Epoxidharze besitzen neben guter Chemikalien- und Lösungsmittelbeständigkeit
eine gute Haftfestigkeit auf vielen Untergründen.
[0003] Heutzutage werden häufig Modifizierungsmittel in Epoxy-Systemen verwendet. Sie erhöhen
die Reaktivität der eingesetzten Amine und vermindern gleichzeitig die Viskosität
der Formulierung, womit die Verarbeitung vereinfacht wird. Aufgrund der Umweltschutz-Gesetzgebung
sind gängige Modifizierungsmittel unter Druck geraten, da sie häufig einen niedrigen
Siedepunkt besitzen und damit aus der Formulierung ausgasen oder heraus diffundieren.
Ersatzstoffe mit höheren Siedepunkten wurden in der Vergangenheit getestet, wiesen
aber nicht die erforderliche viskositätsvermindernde Wirkung auf, verkürzten unerwünscht
die Topfzeit oder zeigten eine nicht ausreichende Reaktivitätssteigerung auf.
[0004] Es besteht also weiterhin der Bedarf an alternativen Modifizierungsmitteln, die die
Nachteile des Standes der Technik nicht aufweisen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit die Bereitstellung neuer Modifizierungsmittel,
die in Standard-Epoxyformulierungen nicht ausgasen und sowohl eine ausreichende viskositätsreduzierende
Wirkung besitzen als auch zu einer maximalen Wärmeformbeständigkeit beitragen.
[0006] Überraschend wurde gefunden, dass speziell substituierte Benzylalkohole, die insbesondere
einen Siedepunkt von mindestens 240°C aufweisen, den oben genannten Anforderungen
in besonderer Weise entsprechen.
[0007] Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit die Verwendung von am
aromatischen Ring substituierten Benzylalkoholen, wobei die ringständigen Substituenten
ausgewählt sind aus Alkoxy- oder Dialkylaminogruppen oder aus linearen, verzweigten
oder cyclischen Alkylgruppen mit mindestens drei C-Atomen sind, als Modifizierungsmittel
für Epoxidharze.
[0008] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Zusammensetzungen, insbesondere
reaktive Zusammensetzungen, enthaltend
- A) mindestens ein Epoxid-Gruppen aufweisendes Harz
- B) mindestens einen Härter, der insbesondere reaktiv gegenüber der Komponente A) ist
und
- C) mindestens ein Modifizierungsmittel in Form eines am aromatischen Ring substituierten
Benzylalkohols, wobei die ringständigen Substituenten ausgewählt sind aus Alkoxy-
oder Dialkylaminogruppen oder aus linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen
mit mindestens drei C-Atomen
- D) optional Hilfs- und Zusatzstoffe.
[0009] Geeignete Epoxid-Gruppen aufweisende Harze A) werden z. B. in der Patentschrift
EP 0675185 beschrieben: Es kommen eine Vielzahl der hierfür bekannten Verbindungen in Betracht,
die mehr als eine Epoxidgruppe, vorzugsweise zwei Epoxidgruppen, pro Molekül enthalten.
Diese Epoxidverbindungen (Epoxidharze) können dabei sowohl gesättigt als auch ungesättigt
sowie aliphatisch, cycloaliphatisch, aromatisch oder heterocyclisch sein und auch
Hydroxylgruppen aufweisen. Sie können weiterhin solche Substituenten enthalten, die
unter den Mischungs- oder Reaktionsbedingungen keine störenden Nebenreaktionen verursachen,
beispielsweise Alkyl- oder Arylsubstituenten, Ethergruppierungen und ähnliche.
Vorzugsweise handelt es sich dabei um Glycidylether, die sich von mehrwertigen Phenolen,
insbesondere Bisphenolen sowie Novolaken ableiten und deren Molmassen, bezogen auf
die Anzahl der Epoxygruppen ME ("Epoxidäquivalentgewichte", "EV-Wert"), zwischen 100
und 500 g/mol, insbesondere jedoch zwischen 150 und 250 g/mol, liegen.
[0010] Als mehrwertige Phenole sind beispielsweise zu nennen: Resorcin, Hydrochinon, 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
(Bisphenol A), Isomerengemische des Dihydroxydiphenylmethans (Bisphenol F), 4,4'-Dihydroxydiphenylcyclohexan,
4,4'-Dihydroxy-3,3'-dimethyldiphenylpropan, 4,4'-Dihydroxybenzophenon, Bis-(4-hydroxyphenyl)-1,1-ethan,
Bis-(4-hydroxyphenyl)-1,1-isobutan, 2,2-Bis-(4-hydroxy-tert.butylphenyl)-propan, Bis-(2-hydroxynaphthyl)-methan,
1,5-Dihydroxynaphthalin, Tris-(4-hydroxyphenyl)-methan, Bis-(4-hydroxyphenyl)-ether,
Bis-(4-hydroxyphenyl)-sulfon u. a. sowie die Chlorierungs- und Bromierungsprodukte
der vorstehend genannten Verbindungen wie beispielsweise Tetrabrom-Bisphenol A.
[0011] Ganz besonders bevorzugt werden als Epoxid-Gruppen aufweisende Harze A) flüssige
Diglycidylether auf Basis von Bisphenol A und Bisphenol F mit einem Epoxidäquivalentgewicht
von 180 bis 190 g/mol eingesetzt.
[0012] Es können darüber hinaus auch Polyglycidylether von Polyalkoholen als Epoxid-Gruppen
aufweisende Harze verwendet werden, wie z. B. Ethandiol-1,2-diglycidylether, Propandiol-1,2-diglycidylether,
Propandiol-1,3-diglycidylether, Butandioldiglycidylether, Pentandioldiglycidylether
(auch Neopentylglykoldiglycidylether), Hexandioldiglycidylether, Diethylenglykoldiglycidylether,
Dipropylenglykoldiglycidylether, höhere Polyoxyalkylenglykoldiglycidylether, wie z.
B. höhere Polyoxyethylenglykoldiglycidylether und Polyoxypropylenglykoldiglycidylether,
Mischpolyoxyethylen-propylenglykoldiglycidylether, Polyoxytetramethylenglykoldiglycidylether,
Polyglycidylether des Glycerins, des 1,2,6-Hexantriols, Trimethylolpropans, Trimethylolethans,
Pentaerythrits, Sorbitols, Polyglycidylether von oxalkylierten Polyolen (wie z. B.
des Glycerins, Trimethylolpropans, Pentaerythrits u. a.), Diglycidylether des Cyclohexandimethanols,
Bis-(4-hydroxycyclohexyl)methans und 2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)propans, Polyglycidylether
des Rizinusöls, Triglycidyltris-(2-hydroxy-ethyl)-isocyanurat.
[0013] Weiterhin kommen als Komponente A) Poly-(N-glycidyl)-Verbindungen in Frage, die erhältlich
sind durch Dehydrohalogenierung der Reaktionsprodukte von Epichlorhydrin und Aminen
wie Anilin, n-Butylamin, Bis-(4-aminophenyl)methan, m-Xylylendiamin oder Bis-(4-methylaminophenyl)methan.
Zu den Poly-(N-glycidyl)-Verbindungen zählen aber auch Triglycidylisocyanurat, Triglycidylurazol
sowie deren Oligomere, N,N'-Diglycidylderivate von Cycloalkylenharnstoffen und Diglycidylderivate
von Hydantoinen u. a.
[0014] Weiterhin können auch Polyglycidylester von Polycarbonsäuren eingesetzt werden, die
man durch die Umsetzung von Epichlorhydrin oder ähnlichen Epoxyverbindungen mit einer
aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Polycarbonsäure, wie Oxalsäure,
Bernsteinsäure, Adipinsäure, Glutarsäure, Phthalsäure, Terephthalsäure, Tetrahydrophthalsäure,
Hexahydrophthalsäure, 2,6-Naphthalindicarbonsäure und höhere Dicarbonsäurediglycidylester,
wie z. B. dimerisierte bzw. trimerisierte Linolensäure, erhält. Beispiele hierfür
sind Adipinsäurediglycidylester, Phthalsäurediglycidylester und Hexahydrophthalsäurediglycidylester.
[0015] Weiterhin seien Glycidylester ungesättigter Carbonsäuren und epoxidierte Ester von
ungesättigten Alkoholen bzw. ungesättigten Carbonsäuren als geeignete Harze A) genannt.
[0016] Die Epoxid-Gruppen aufweisenden Harze A) werden im Allgemeinen in Mengen von 5 bis
95 Gew.-%, vorzugsweise von 50 bis 90 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Massen der
Verbindungen A), B) und C), eingesetzt.
[0017] Zusätzlich zu den vorab genannten Polyglycidylethern können in der eingesetzten Komponente
A) Monoepoxide als reaktive Verdünner mit anwesend sein. Hierfür eignen sich beispielsweise
Methylglycidylether, Butylglycidylether, Allylglycidylether, Ethylhexylglycidylether,
langkettige aliphatische Glycidylether, wie z. B. Cetylglycidylether und Stearylglycidylether,
Monoglycidylether eines höheren isomeren Alkoholgemisches, Glycidylether einer Mischung
von C12- bis C13-Alkoholen, Phenylglycidylether, Kresylglycidylether, p-t-Butylphenylglycidylethers,
p-Octylphenylglycidylether, p-Phenyl-phenylglycidylether, Glycidylether eines oxalkylierten
Laurylalkohols sowie Monoepoxide wie beispielsweise epoxidierte einfach ungesättigte
Kohlenwasserstoffe (Butylen-, Cyclohexen-, Styroloxid), halogenhaltige Epoxide, wie
z. B. Epichlorhydrin. Die genannten Monoepoxide sind in Anteilen von bis zu 30 Gew.-%,
vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die Masse der Polyglycidylether, enthalten.
[0018] Eine ausführliche Aufzählung der geeigneten Epoxidverbindungen findet sich darüber
hinaus in dem Handbuch "Epoxidverbindungen und Epoxidharze" von A. M. Paquin, Springer
Verlag, Berlin 1958, Kapitel IV, und in Lee Neville "Handbook of Epoxy Resins", 1967,
Chapter 2.
[0019] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können jeweils auch Mischungen von mehreren
der vorab beschriebenen Epoxidharze verwendet werden.
[0020] Als Komponente B) können insbesondere alle bekannten Aminhärtungsmittel für 1,2-Epoxide
eingesetzt werden. Beispielhaft seien genannt:
aliphatische Amine, wie die Polyalkylenpolyamine, Diethylentriamin und Triethylentetramin,
Trimethylhexamethylendiamin, 2-Methyl-pentandiamin, Oxyalkylenpolyamine, wie Polyoxypropylendi-
und -triamin und 1,13-Diamino-4,7,10-trioxatridecan,
cycloaliphatische Amine, wie Isophorondiamin (3,5,5-Trimethyl-3-aminomethyl-cyclohexylamin),
4,4'-Diaminodicyclohexylmethan, 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexamethylendiamin, 3,3'-Dimethyl-4,4'-diamino-dicyclohexylmethan,
N-Cyclohexyl-1,3-propandiamin, 1,2-Diaminocyclohexan, Piperazin, N-Aminoethylpiperazin,
TCD-Diamin(3(4), 8(9)-Bis(aminomethyl)-tricyclo[5.2.1,0
26]decan),
araliphatische Amine, wie Xylylendiamine,
aromatische Amine, wie Phenylendiamine und 4,4'-Diaminodiphenylmethan; Addukthärter,
die Umsetzungsprodukte von Epoxidverbindungen, insbesondere Glycidylether des Bisphenol
A und F, mit überschüssigem Amin sind, Polyamidoaminhärter, die durch Kondensation
von Mono- und Polycarbonsäuren mit Polyaminen erhalten werden, insbesondere durch
Kondensation von Dimerfettsäuren mit Polyalkylenpolyaminen,
und Mannichbasenhärter, die durch Umsetzung von ein- oder mehrwertigen Phenolen mit
Aldehyden, insbesondere Formaldehyd, und Polyaminen erhalten werden.
Auch Mannichbasen z. B. auf Basis von Phenol und/oder Resorcin, Formaldehyd und m-Xylylendiamin
sowie N-Aminoethylpiperazin und Abmischungen von N-Aminoethylpiperazin mit Nonylphenol
und/oder Benzylalkohol kommen in Frage. Darüber hinaus eignen sich auch Phenalkamine,
die häufig in einer Mannichreaktion aus Cardanolen, Aldehyden und Aminen gewonnen
werden. Es können auch Mischungen der vorab genannten Aminhärtungsmittel eingesetzt
werden.
[0021] Die Härter B) werden im Allgemeinen in Mengen von 0,01 bis 50, vorzugsweise von 1
bis 40 %, bezogen auf die Summe der Massen der Verbindungen A), B) und C) eingesetzt.
[0022] Als erfindungsgemäße Modifizierungsmittel C) kommen alle Benzylalkoholderivate in
Form eines am aromatischen Ring substituierten Benzylalkohols in Frage, wobei die
ringständigen Substituenten ausgewählt sind aus Alkoxy- oder Dialkylaminogruppen oder
aus linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen mit mindestens drei C-Atomen.
Wesentlich für die genannten Verbindungen ist, dass diese einen Siedepunkt von mindestens
240 °C aufweisen.
[0023] Grundsätzlich gibt es keine Einschränkung hinsichtlich der Stellung und der Anzahl
der Substituenten am aromatischen Ring. Vorzugsweise liegt neben der Hydroxymethylgruppe
des Benzylalkohols nur ein weiterer ringständiger Substituent vor. Im Falle der Alkoxygruppen
und der linearen verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen mit mindestens drei C-Atomen
sind diese vorzugsweise in 4-Stellung (para-Position) zur Hydroxymethylgruppe des
Benzylalkohols. Die Dialkylaminogruppen befinden sich insbesondere in 3- oder 4-Stellung
(meta- oder para Position) zur Hydroxymethylgruppe des Benzylalkohols.
Als Alkoxygruppen eignen sich alle Alkoxygruppen mit 1 bis 20 C-Atomen, insbesondere
mit 1 bis 8 C-Atomen, wobei Methoxy- und Ethoxy-Gruppen insbesondere bevorzugt sind.
Die Alkylgruppe der Dialkylaminogruppen weist 1 bis 20 C-Atome, vorzugsweise 1 bis
8 C-Atome auf. Insbesondere bevorzugt handelt es sich um bei der Alkylgruppe der Dialkylaminogruppen
um Methyl-, Ethyl-, Propyl oder Butyl-Gruppen.
Die linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen weisen mindestens drei C-Atome,
vorzugsweise 3 bis 8 C-Atome auf, wobei Propyl, Isopropyl oder Butyl insbesondere
bevorzugt sind.
[0024] Bevorzugt werden 4-Methoxybenzylalkohol, 3-Dimethylaminobenzylalkohol und 4-Isopropylbenzylalkohol
eingesetzt.
[0025] Die Modifizierungsmittel C) werden im Allgemeinen in Mengen von 0,1 bis 30 Gew.-%,
vorzugsweise von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Massen der Verbindungen
A), B) und C), eingesetzt.
[0026] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann neben den Komponenten A), B) und C) noch
weitere übliche Hilfs- und Zusatzstoffe D) enthalten, wie beispielsweise Beschleuniger
bzw. Härtungskatalysatoren, weitere Härter und zusätzliche härtbare Harze oder Extenderharze
sowie die üblichen Lackadditive wie Pigmente, Pigmentpasten, Farbstoffe, Antioxidantien,
Stabilisierungsmittel, Verlauf- bzw. Verdickungsmittel (Thixotropierungsmittel), Entschäumer
und/oder Netzmittel, Reaktivverdünner, Füllstoffe, Weichmacher, flammhemmende Stoffe
und dgl. Diese Additive können den härtbaren Mischungen gegebenenfalls längere Zeit
vorher oder erst unmittelbar vor der Verarbeitung zugegeben werden.
[0027] Als Beschleuniger, insbesondere für die Härtung nach dem Zweikomponentenverfahren
mit Aminhärtungsmitteln, können beispielsweise Phenole und Alkylphenole mit 1 - 12
C-Atomen in der Alkylgruppe, Kresol, die verschiedenen Xylenole, Nonylphenol, Polyphenole
wie Bisphenol A und F, OHgruppenhaltige aromatische Carbonsäuren wie Salicylsäure,
m-Hydroxybenzoesäure, p-Hydroxybenzoesäure sowie tert. Amine, wie Benzyldimethylamin,
1,3,5-Tris(dimethylamino)phenol, Mischungen aus N-Aminoethylpiperazin und Alkoholaminen
(vgl.
DE-A 29 41 727), Accelerator® 399 (Texaco Chemical Company) und dergleichen eingesetzt werden. Auch
anorganische Substanzen wie z. B. Säuren, Basen oder Salze wie Calciumnitrat kommen
in Frage.
[0028] Als Verlaufmittel können zum Beispiel Acetale, wie Polyvinylformal, Polyvinylacetal,
Polyvinylbutyral, Polyvinylacetobutyral u. a. Polyäthylen- und Polypropylenglykole,
Siliconharze, Gemische von Zinkseifen, von Fettsäuren und aromatischen Carbonsäuren,
insbesondere handelsübliche Produkte auf Basis von Polyacrylaten eingesetzt werden.
Die Verlaufmittel können auch der Komponente A) in Mengen von 0,1 - 4 Gew.-%, vorzugsweise
0,2 - 2,0 Gew.-% zugesetzt sein.
[0029] Als Haftvermittler und Hydrophobierungsmittel können u. a. Silane eingesetzt werden.
Diese können sowohl mit einem anorganischen Untergrund als auch mit den organischen
Polymeren unter Ausbildung von festen Bindungen reagieren. Entsprechende Produkte
werden z. B. unter der Bezeichnung Dynasylan® von Evonik Industries AG angeboten.
[0030] Die Farbstoffe und Pigmente können sowohl anorganischer als auch organischer Natur
sein. Beispielsweise seien genannt Titandioxid, Zinkoxid, Russ, Leitfähigkeitsruss
wie z. B. Printex XE 2 der Orion Engineered Carbon. Die organischen Farbstoffe und
Pigmente sind so auszuwählen, dass sie bei den Härtungstemperaturen stabil sind und
zu keinen untolerierbaren Farbtonverschiebungen führen.
[0031] Geeignete Füllstoffe sind zum Beispiel Quarzmehl, Silikate, Kreide, Gips, Kaolin,
Glimmer, Schwerspat, organische Füllstoffe wie z. B. Polyamidpulver, organische und
anorganische Fasern und dergleichen. Als Thixotropier- und Verdickungsmittel können
beispielsweise Aerosil® (hochdisperses Siliciumdioxid z. B. die Typen 150, 200, R
202, R 805 der Evonik Industries AG), Bentonit-Typen (z. B. Sylodex® 24 von Grace)
sowie Bentone® (NL Chemicals) verwendet werden.
[0032] Die Bestandteile A)-D) werden bei Raumtemperatur in geeigneten Aggregaten (z. B.
Rührkessel, Statikrührer, Extruder, o. ä.) innig miteinander vermischt.
[0033] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann Verwendung finden zum Beschichten und Verkleben
der mannigfaltigsten Werkstoffe, zum Beispiel von Metallen, Leichtmetallen, aber auch
nichtmetallischen Werkstoffen wie Keramik, Glas, Leder, Textilien, Gummi, Holz und/oder
Kunststoff.
[0034] Somit ist ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung die Verwendung der vorab
genannten Zusammensetzungen als Beschichtungsmittel, in Dichtstoffanwendungen, in
Compositen oder als Klebstoff.
[0035] Das Auftragen der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen auf die Substrate erfolgt nach
den bekannten Verfahren, wie z. B. Streichen, Walzen, Ablegen als Kleberaupe aus geeigneten
Aggregaten.
[0036] Mit den vorab beschriebenen bevorzugten Aminhärtungsmitteln B) ist es nun prinzipiell
möglich, die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthaltend die Komponenten A), B)
und C) bei Raumtemperatur zu härten. Bei diesen relativ niedrigen Temperaturen werden
zwar manchmal keine optimalen Eigenschaften des gehärteten Systems erzielt, aber die
Anwendung, beispielsweise bei Fußbodenbeschichtungen, lässt eine häufig eine höhere
Temperatur nicht zu. Die Härtungstemperatur der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
liegt im Allgemeinen bei 5 bis 260 °C, vorzugsweise bei 20 bis 200 °C. Die Härtungszeit
bei Temperaturen von 20 bis 200 °C liegt im Allgemeinen bei 10 Minuten bis 14 Tagen.
Bevorzugt ist eine Aushärtung bei Raumtemperatur, wobei ein Zeitraum von 1 Stunde
bis 1 Woche insbesondere bevorzugt ist.
[0037] Die erhaltenen Beschichtungen zeichnen sich durch eine ausreichende Wärmeformbeständigkeit
aus, die mit den bekannten Modifizierungsmitteln nicht erreicht werden kann. So weisen
die Beschichtungen insbesondere eine Wärmeformbeständigkeit nach einem Tag von mehr
als 30 °C, sowie nach 7 Tagen von mehr als 40 °C auf. Dabei steigt gleichzeitig die
Ausgangs-Viskosität nicht über 5000 mPas hinaus. Als weiterer Vorteil der vorliegenden
Erfindung wird das Ausgasen des Modifizierungsmittels verringert, so dass der Umweltschutz-Gesetzgebung
dahingehend entsprochen werden kann, ohne Einbußen hinsichtlich der Performance der
erhaltenen Beschichtungen hinnehmen zu müssen.
[0038] Auch ohne weitere Ausführungen wird davon ausgegangen, dass ein Fachmann die obige
Beschreibung im weitesten Umfang nutzen kann. Die bevorzugten Ausführungsformen und
Beispiele sind deswegen lediglich als beschreibende, keinesfalls als in irgendeiner
Weise limitierende Offenbarung aufzufassen. Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung
anhand von Beispielen näher erläutert. Alternative Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung sind in analoger Weise erhältlich.
Beispiele:
[0039] Zur Bestimmung und zum Vergleich der Eigenschaften der Modifizierungsmittel werden
Standard-Epoxyformulierungen angefertigt. Dazu mischt man 100 Teile Isophorondiamin
(Vestamin® IPD von Evonik Industries AG) als Komponente B) mit 441 Teilen Epikote™
828 (Bisphenol A Diglicidylether von der Fa. Momentive) als Komponente A) unter Einsatz
von 88 Teilen Modifizierungsmittel (Komponente C)). Die Ergebnisse sind in Tabelle
1 dargestellt.
Tabelle 1
| Beispiel |
|
1*) Benzyl alkohol |
2) 4-Methoxy benzylalkohol |
3) 4-Isopropyl- benzyl alkohol |
4) 3- Dimethylamino- benzylalkohol |
| Vestamin® IPD |
Gew.-% |
100 |
100 |
100 |
100 |
| Epikote™ 828 |
Gew.-% |
441 |
441 |
441 |
441 |
| Modifizierungsmittel |
Gew.-% |
88 |
88 |
88 |
88 |
| Siedepunkt Modifizierungsmittel |
[°C] |
206 |
258 |
249 |
282 |
| Viskosität |
[mPas] |
1100 |
1500 |
1350 |
1960 |
| Wärmeformbeständigkeit (HDT) DIN EN ISO 75-1 - Härtung: 23°C / 50% LF |
| nach 1 Tag |
°C |
38 |
36 |
34 |
35 |
| nach 2 Tagen |
°C |
48 |
41 |
42 |
43 |
| nach 7 Tagen |
°C |
58 |
47 |
48 |
51 |
Tabelle 1 Fortsetzung
| Beispiel |
|
5*) Methoxy propanol |
6*) Propoxy ethanol |
7*) Isophoron |
8*) Benzyltoluol (Marlotherm LH) |
| Vestamin IPD |
Gew.-% |
100 |
100 |
100 |
100 |
| Epikote 828 |
Gew.-% |
441 |
441 |
441 |
441 |
| Modifizierungsmittel |
Gew.-% |
88 |
88 |
88 |
88 |
| Siedepunkt Modifizierungsmittel |
[°C] |
119-122 |
150-153 |
215 |
278-282 |
| Viskosität |
[mPas] |
n.b |
n.b |
n.b |
n.b |
| Wärmeformbeständigkeit (HDT) DIN EN ISO 75-1 - Härtung: 23°C / 50% LF |
| nach 1 Tag |
°C |
< 20 |
< 20 |
spröde |
spröde |
| nach 2 Tagen |
°C |
35 |
30 |
spröde |
spröde |
| nach 7 Tagen |
°C |
50 |
50 |
spröde |
spröde |
*Nicht erfindungsgemäße Vergleichsbeispiele
LF: Luftfeuchtigkeit |
[0040] Aus diesen Daten kann ersehen werden, dass lediglich die erfindungsgemäßen Beispiele
vorteilhafte technische Eigenschaften zeigen, insbesondere eine ausreichende Wärmeformbeständigkeit
(≥ 30 °C nach einem Tag, sowie ≥ 40 °C nach 7 Tagen), eine Ausgangsviskosität unterhalb
von 5000 mPas und einen Siedepunkt oberhalb von 240 °C. Benzylalkohol (Beispiel 1)
besitzt einen zu niedrigen Siedepunkt, wohingegen die restlichen Vergleichsbeispiele
(Beispiele 5-8) eine unzureichende Wärmeformbeständigkeit zeigen.
1. Verwendung von am aromatischen Ring substituierten Benzylalkoholen, wobei die ringständigen
Substituenten ausgewählt sind aus Alkoxy- oder Dialkylaminogruppen oder aus linearen,
verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen mit mindestens drei C-Atomen, als Modifizierungsmittel
für Epoxidharze.
2. Zusammensetzungen enthaltend
A) mindestens ein Epoxid-Gruppen aufweisendes Harz
B) mindestens einen Härter,
C) mindestens ein Modifizierungsmittel in Form eines am aromatischen Ring substituierten
Benzylalkohols, wobei die ringständigen Substituenten ausgewählt sind aus Alkoxy-
oder Dialkylaminogruppen oder aus linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylgruppen
mit mindestens drei C-Atomen und
D) optional Hilfs- und Zusatzstoffe.
3. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Komponente A) Glycidylether, die sich von mehrwertigen Phenolen ableiten und
deren Molmassen, bezogen auf die Anzahl der Epoxygruppen, zwischen 100 und 500 g/mol
liegen, eingesetzt werden.
4. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Komponente A) Monoepoxide als reaktive Verdünner mit anwesend sind.
5. Zusammensetzungen gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Komponente B) aliphatische Amine, Oxyalkylenpolyamine, cycloaliphatische Amine,
araliphatische Amine, aromatische Amine, Addukthärter, die Umsetzungsprodukte von
Epoxidverbindungen mit überschüssigem Amin sind, Polyamidoaminhärter, die durch Kondensation
von Mono- und Polycarbonsäuren mit Polyaminen erhalten werden, Mannichbasenhärter,
die durch Umsetzung von ein- oder mehrwertigen Phenolen mit Aldehyden und Polyaminen
erhalten werden, und/oder Phenalkamine eingesetzt werden.
6. Zusammensetzungen gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Komponente C) neben der Hydroxymethylgruppe des Benzylalkohols nur ein weiterer
ringständiger Substituent vorliegt.
7. Zusammensetzungen gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Komponente C) 4-Methoxybenzylalkohol, 3-Dimethylaminobenzylalkohol und 4-Isopropylbenzylalkohol
eingesetzt werden.
8. Zusammensetzungen gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Modifizierungsmittel C) in Mengen von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die Summe
der Massen der Verbindungen A), B) und C), eingesetzt werden.
9. Verwendung der vorab genannten Zusammensetzungen als Beschichtungsmittel, in Dichtstoffanwendungen,
in Compositen oder als Klebstoff.
10. Verwendung gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Härtungstemperatur bei 5 bis 260 °C liegt.
1. Use of benzyl alcohols substituted on the aromatic ring, where the ring substituents
are selected from alkoxy or dialkylamino groups or from linear, branched or cyclic
alkyl groups having at least three carbon atoms, as modifiers for epoxy resins.
2. Compositions comprising
A) at least one resin having epoxy groups,
B) at least one hardener,
C) at least one modifier in the form of a benzyl alcohol substituted on the aromatic
ring, where the ring substituents are selected from alkoxy or dialkylamino groups
or from linear, branched or cyclic alkyl groups having at least three carbon atoms
and
D) optionally auxiliaries and additional substances.
3. Compositions according to Claim 2, characterized in that component A) used comprises glycidyl ethers which derive from polyhydric phenols
and which have molar masses, based on the number of the epoxy groups, of from 100
to 500 g/mol.
4. Compositions according to Claim 2 or 3, characterized in that monoepoxides are concomitantly present as reactive diluents in component A).
5. Compositions according to one or more of Claims 2 to 4, characterized in that component B) used comprises aliphatic amines, oxyalkylenepolyamines, cycloaliphatic
amines, araliphatic amines, aromatic amines, adduct hardeners, these being reaction
products of epoxy compounds with excess amine, polyamidoamine hardeners obtained via
condensation of mono- and polycarboxylic acids with polyamines, Mannich-base hardeners
obtained via reaction of mono- or polyhydric phenols with aldehydes and with polyamines,
and/or comprise phenalkamines.
6. Compositions according to one or more of Claims 2 to 5, characterized in that, in component C), only one other ring substituent is present alongside the hydroxymethyl
group of the benzyl alcohol.
7. Compositions according to one or more of Claims 2 to 6, characterized in that component C) used comprises 4-methoxybenzyl alcohol, 3-dimethylaminobenzyl alcohol
and 4-isopropylbenzyl alcohol.
8. Compositions according to one or more of Claims 2 to 7, characterized in that amounts used of the modifiers C) are from 5 to 20% by weight, based on the sum of
the masses of the compounds A), B) and C).
9. Use of the abovementioned compositions as coating compositions, in sealant applications,
in composites or as adhesive.
10. Use according to Claim 9, characterized in that the curing temperature is from 5 to 260°C.
1. Utilisation d'alcools benzyliques substitués sur le cycle aromatique, les substituants
sur le cycle étant choisis parmi les groupes alcoxy ou dialkylamino ou parmi les groupes
alkyle linéaires, ramifiés ou cycliques contenant au moins trois atomes C, en tant
qu'agents de modification pour résines époxydes.
2. Compositions contenant :
A) au moins une résine comprenant des groupes époxyde,
B) au moins un durcisseur,
C) au moins un agent de modification sous la forme d'un alcool benzylique substitué
sur le cycle aromatique, les substituants sur le cycle étant choisis parmi les groupes
alcoxy ou dialkylamino ou parmi les groupes alkyle linéaires, ramifiés ou cycliques
contenant au moins trois atomes C, et
D) éventuellement des adjuvants et additifs.
3. Compositions selon la revendication 2, caractérisées en ce que des éthers glycidyliques qui dérivent de phénols polyvalents et dont les masses molaires,
par rapport au nombre de groupes époxy, sont comprises entre 100 et 500 g/mol, sont
utilisés en tant que composant A).
4. Compositions selon la revendication 2 ou 3, caractérisées en ce que des monoépoxydes sont présents en tant que diluants réactifs dans le composant A).
5. Compositions selon une ou plusieurs des revendications 2 à 4, caractérisées en ce que des amines aliphatiques, des oxyalkylène-polyamines, des amines cycloaliphatiques,
des amines araliphatiques, des amines aromatiques, des durcisseurs adduits, qui sont
des produits de réaction de composés époxyde avec une amine en excès, des durcisseurs
polyamidoamines, qui sont obtenus par condensation d'acides mono- et polycarboxyliques
avec des polyamines, des durcisseurs bases de Mannich, qui sont obtenus par réaction
de phénols mono- ou polyvalents avec des aldéhydes et des polyamines, et/ou des phénalkamines
sont utilisés en tant que composant B).
6. Compositions selon une ou plusieurs des revendications 2 à 5, caractérisées en ce que seul un autre substituant sur le cycle est présent dans le composant C) en plus du
groupe hydroxyméthyle de l'alcool benzylique.
7. Compositions selon une ou plusieurs des revendications 2 à 6, caractérisées en ce que de l'alcool 4-méthoxybenzylique, de l'alcool 3-diméthylaminobenzylique et de l'alcool
4-isopropylbenzylique sont utilisés en tant que composant C) .
8. Compositions selon une ou plusieurs des revendications 2 à 7, caractérisées en ce que les agents de modification C) sont utilisés en quantités de 5 à 20 % en poids, par
rapport à la somme des masses des composés A), B) et C) .
9. Utilisation des compositions mentionnées précédemment en tant qu'agents de revêtement,
dans des applications d'agents d'étanchéité, dans des composites ou en tant qu'adhésif.
10. Utilisation selon la revendication 9, caractérisée en ce que la température de durcissement est de 5 à 260 °C.