[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine, insbesondere
Trommelwaschmaschine, mit einem Laugenbehälter zur Aufnahme der Waschflüssigkeit,
mit einer im Laugenbehälter drehbar gelagerten, von einem Antriebsmotor angetriebenen
Wäschetrommel zur Aufnahme der zu behandelnden Wäsche, mit einer Zulaufeinrichtung
für das für den Waschprozess vorgesehene Wasser sowie mit einer Zugabeeinrichtung
für flüssige und/oder pulverförmige Wasch- und Pflegemittel, und mit einer Umfluteinrichtung,
die mittels einer Umflutpumpe die Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit aus dem unteren
Bereich des Laugenbehälters im Kreislauf in einen höheren Bereich des Laugenbehälters
in die Wäschetrommel befördert, wobei die Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit über
eine Einspritzdüse in das Innere der Wäschetrommel eingeleitet wird.
[0002] Waschmaschinen der vorgenannten Art weisen in der Regel einen Heizkörper im Laugenbehälter
auf, um während des Waschvorgangs die Waschflüssigkeit programmgemäß aufheizen zu
können. In der
EP 2 161 365 A2 wird beispielsweise ein Verfahren zum Betreiben einer Trommelwaschmaschine beschrieben,
bei der im unteren Bereich des Laugenbehälters der Waschmaschine in bekannter Weise
ein Heizkörper für die Aufheizung der Wasch- und Behandlungsflüssigkeit vorgesehen
ist und wobei die Waschmaschine mit einer Umfluteinrichtung ausgerüstet ist. Da sich
während des Umflutens ein großer Anteil der freien Waschflotte im Umflutsystem befindet,
besteht die Gefahr, dass der Heizkörper im Laugenbehälter zeitweise nicht mehr mit
Flüssigkeit bedeckt ist. Deshalb wird vorgeschlagen, im Waschgang eine Waschphase
vorzusehen, bei der bei aktiviertem Umflutbetrieb der Heizkörper ausgeschaltet wird.
[0003] Aus der
EP 2 348 151 A1 ist bekannt, das in der vorgenannten Veröffentlichung beschriebene Verfahren dadurch
weiterzubilden, dass zu Beginn der Waschphase die Durchfeuchtung der Wäsche durch
eine besondere Steuerung der Trommeldrehzahl verbessert werden soll.
[0004] Bei diesem Verfahren soll zu Beginn des Waschvorgangs während des Einspülens des
Waschmittels zunächst nur eine Wassermenge zulaufen, die nicht zur vollständigen Sättigung
der Wäsche ausreicht. In dieser Phase wird die Wäschetrommel im Reversierrhythmus
mit einer Drehzahl betrieben, die unterhalb der Anlegedrehzahl liegt.
[0005] Mit der anschließenden Aktivierung des Umflutbetriebes wird die Drehzahl der Wäschetrommel
dann bis auf einen Wert oberhalb der Anlegedrehzahl erhöht, so dass quasi durch die
Schleuderwirkung die in der Wäsche gebundene Waschflüssigkeit ausgetrieben wird. Durch
die eingeschaltete Umflutpumpe wird im ständigen Kreislauf die Waschflüssigkeit der
Wäsche wieder zugeführt. Dabei wird die Waschflüssigkeit in bekannter Weise über eine
im Türdichtring angeordnete Einspritzdüse in die Wäschetrommel eingeleitet. Durch
diese Verfahrensweise soll die vollständige Durchfeuchtung der Wäsche sichergestellt
und beschleunigt werden.
[0006] Die nach dem vorgenannten Stand der Technik arbeitenden Waschverfahren haben zwar
zu einer gewissen Verbesserung der Waschwirkung und zur Senkung des Wasserverbrauchs
beigetragen, jedoch muss dies mit einem hohen bautechnischen und auch steuerungstechnischen
Aufwand erkauft werden. Trotz der bislang erreichten verfahrensmäßigen Verbesserungen
der Waschprozesse kann die Waschwirkung und der Energie- und Wassereinsatz noch weiter
optimiert werden.
[0007] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, ein Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine
bereitzustellen, durch das der Energie- und Wasserverbrauch beim maschinellen Waschen
weiter abgesenkt werden kann.
[0008] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine,
insbesondere einer Trommelwaschmaschine, mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
nachfolgenden Unteransprüchen.
[0009] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen in erster Linie darin, dass
durch den Verzicht auf einen Heizkörper im Laugenbehälter der Maschine eine weitere
Einsparung von Wasser und die Senkung des elektrischen Energieverbrauchs realisiert
werden kann.
[0010] Diese wird u.a. aufgrund baulicher und steuerungstechnischer Vereinfachungen möglich.
Die konstruktive Form des Laugenbehälters kann vereinfacht werden, da im Laugenbehälter
unterhalb der Wäschetrommel kein zusätzlicher Bauraum für die Aufnahme des hier sonst
üblichen Heizkörpers vorgesehen werden muss. Dies hat fertigungstechnische Vorteile
zur Folge, was sich positiv auf die Herstellkosten des Laugenbehälters auswirkt.
[0011] Weiterhin wird dadurch der Vorteil erzielt, dass der ansonsten durch den Einbau eines
Heizkörpers sich zwangsläufig bildende Totraum zwischen der Wäschetrommel und dem
Laugenbehälterboden verringert werden kann. Somit wird während des Waschvorgangs weniger
Wasser benötigt und die Waschwirkung durch das Drehen der Wäschetrommel durch die
freie Waschflotte kann intensiviert werden.
[0012] Der Wegfall des Heizkörpers bedeutet im übrigen nicht nur die Einsparung dieses Bauteils,
auch die damit in Verbindung stehenden Verkalkungsprobleme können nicht mehr relevant
werden. Da die Waschflüssigkeit nicht mehr innerhalb des Laugenbehälters aufgeheizt
werden muss, entfällt zudem der steuerungstechnische Aufwand für die Temperaturregelungsmaßnahmen
und für den Trockengehschutz.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich bei seiner Umsetzung die allgemeine Entwicklung
bei den modernen Waschmitteln und in der Heizungstechnik zunutze.
[0014] Von der Waschmittelindustrie werden immer mehr Wasch- und Pflegemittel für den Haushaltsgebrauch
bereitgestellt, mit denen die üblich anfallende Wäsche bei niedrigen Waschtemperaturen
oder sogar kalt gewaschen werden kann. Aufgrund neu entwickelter Bleichaktivatoren
sowie Enzyme in den Waschmitteln reichen heute in der Regel bei den meisten Waschprozessen
niedrige Temperaturen aus, um zufriedenstellende Waschergebnisse erzielen zu können.
[0015] Für den Fall, dass für gewisse Waschprogramme erwärmtes Wasser notwendig ist, kann
dies durch einfache Maßnahmen realisiert werden.
[0016] So ist es bei neuzeitlichen Hausinstallationen in aller Regel schon vorgesehen, dass
im Warmwasserversorgungsnetz sogenannte Zirkulationspumpen eingesetzt werden. Diese
sorgen dafür, dass an den Anschlussstellen einer Warmwasserleitung bedarfsweise immer
das durch die Heizanlage bereitgestellte Warmwasser mit ca. 50 bis 60 °C zur Verfügung
steht. Deshalb sieht eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung vor, die Waschmaschine
mit einem Warmwasseranschluss auszurüsten.
[0017] Alternativ können im Bedarfsfall einfache und kostengünstige Vorrichtungen zur Wassererwärmung
zur Anwendung kommen. Z. Beisp. kann der Waschmaschine ein Wasserboiler vorgeschaltet
werden oder es können innerhalb der Waschmaschine im Zulaufweg für das Frischwasser
oder in einem Zulaufweg der Waschflüssigkeit in den Laugenbehälter einfache Heizvorrichtungen
in der Art eines Durchlauferhitzers vorgesehen werden.
[0018] Um den Waschprozess ohne oder nur mit geringer Aufheizung der minimal vorhandenen
Wasch- und Behandlungsflüssigkeit durchführen zu können, ist bei einer erfindungsgemäß
arbeitenden Waschmaschine die Vereinigung gewisser Verfahrens- und Ausgestaltungsmerkmale
notwendig.
[0019] Während des Waschprozesses wird die Umflutung über eine drehzahlregelbare Umflutpumpe
betrieben, um deren Förderleistung mittels einer entsprechend ausgebildeten Steuereinrichtung
in Abhängigkeit der im Ablauf vorhandenen Flüssigkeitsmenge anpassen zu können.
[0020] Weiterhin besteht ein wesentlicher Bestandteil der Erfindung darin, die Waschmechanik
während des Waschvorgangs derart weiterzubilden, dass sich in der Wäschetrommel eine
bessere Wäscheverteilung einstellt, wodurch die Bildung eines gleichmäßigen Wäscherings
für das Umflutschleudern begünstigt wird. Hierzu ist vorgesehen, dass der Waschprozess
in mehrmaliger Wiederholung im wesentlichen drei Behandlungsphasen umfasst, bei denen
die Wäschetrommel mit unterschiedlichen Drehzahlstufen betrieben wird.
[0021] Ein erster Bestandteil ist dabei das sogenannte Umflutschleudern mit einer oberhalb
der Anlegedrehzahl liegenden Schleuderdrehzahl, mit der die durch das Umfluten in
die Wäsche eingebrachte Waschflüssigkeit ständig wieder ausgetrieben wird. Daran schließt
sich die Behandlungsphase an, bei der die Wäschetrommel mit einer Waschdrehzahl unterhalb
der Anlegedrehzahl und mit aktiviertem Umfluten betrieben wird. Beide Behandlungsphasen
zielen in erster Linie darauf ab, eine besonders intensive Durchfeuchtung der Wäsche
mit der der Waschflüssigkeit zu erzielen, um letztlich mit der relativ geringen Wassermenge
eine gute Waschwirkung erreichen zu können.
[0022] In erfindungsgemäßer Weiterbildung wird eine weitere Behandlungsphase vorgesehen,
bei der die Wäschetrommel mit einer Drehzahl unterhalb der Waschdrehzahl betrieben
wird und fakultativ kann ein kurzer Stillstand der Wäschetrommel eingestellt werden.
Hiermit soll erreicht werden, das sich die Wäsche vor dem Hochfahren auf das Umflutschleudern
in der Wäschetrommel besser verteilen und umschichten kann, wodurch die Bildung eines
gleichmäßigen Wäscherings begünstigt wird.
[0023] Bei einer Haushaltswaschmaschine mit einer üblichen Größe der Wäschetrommel kommen
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung folgende Drehzahlstufen in Betracht:
Die oberhalb der Anlegedrehzahl liegende Schleuderdrehzahl für das Umflutschleudern
kann zwischen 70 bis 600 U/min, die während des Waschvorgangs vorgesehene Waschdrehzahl
kann in der Regel auf 30 bis 60 U/min eingestellt werden. Die für die bessere Verteilung
der Wäsche vorgesehene Drehzahl unterhalb der vorgenannten Waschdrehzahl wird vorzugsweise
auf 10 bis 20 U/min eingeregelt. Die der Umschichtung der Wäsche dienende Behandlungsphase
ist natürlich gegenüber den beiden waschaktiven Behandlungsphasen nur für einen kurzen
Zeitabschnitt aktiv geschaltet, damit der Waschvorgang insgesamt nicht zu sehr verlängert
wird.
[0024] Je nach Art, Menge und Zusammensetzung des Wäschepostens kann in der Verteilungs-
bzw. Umschichtungsphase ein anschließender, kurzzeitiger Stillstand der Wäschetrommel
ebenfalls für eine Neuverteilung der einzelnen Wäschestücke von Vorteil sein, bevor
wieder auf die Schleuderdrehzahl für das Umflutschleudern hochgefahren wird.
[0025] Weiterhin lässt sich eine Verbesserung des Durchfeuchtungs- bzw. des Durchdringungsvorgangs
während des Umflutschleuderns und damit insgesamt eine Verbesserung der Waschwirkung
dadurch erreichen, dass die Einspritzdüse zur Einleitung der Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit
mit einer Vorrichtung ausgebildet ist, durch die die in die Wäschetrommel einspritzende
Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit den in der Wäschetrommel gebildeten Wäschering
in Richtung der gesamten Tiefe der Wäschetrommel erfassen kann. Dies kann beispielsweise
durch eine beweglich ausgebildete Einspritzdüse realisiert werden, die von einem kleinen
Flügelrad angetrieben wird. Es sind auch Ausführungsvarianten denkbar, die nach dem
Rasensprengerprinzip arbeiten.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine Trommelwaschmaschine in einer vereinfachten Prinzipskizze im Schnitt,
- Figur 2
- in einem Diagramm die Darstellung der Steuerung der Trommeldrehzahlen anhand eines
Ausschnitts in der Waschphase.
[0027] In der Figur 1 ist eine Trommelwaschmaschine 1 in üblicher Bauart dargestellt. In
dem Gehäuse 5 der Maschine ist im Laugenbehälter 2 die drehbar gelagerte Wäschetrommel
3 untergebracht, die von dem Antriebsmotor 4 angetrieben wird.
[0028] Außen am Gehäuse 5 ist der Wasseranschluss 6 angedeutet, der in diesem Ausführungsbeispiel
auch einen Warmwasseranschluss umfasst.
[0029] Über den Waschmitteleinspülkasten 7 wird durch das zulaufende Frischwasser das Wasch-
oder Pflegemittel über die Zulaufleitung 8 in den Laugenbehälter 2 eingespült.
[0030] Unterhalb des Laugenbehälters 2 ist die Umflutpumpe 9 platziert, die über die Umflutleitung
10 und die in der Türmanschette 12 angeordnete Einspritzdüse 11 die sich im Sammeltopf
19 sammelnde Waschflüssigkeit in die Wäschetrommel 3 einleitet, wie dies durch die
Sprühstrahlen 15 verdeutlicht wird.
[0031] Über die an der Frontseite des Gehäuses 5 angeschlagenen Tür 13 ist die Beschickungsöffnung
14 zur Wäschetrommel 3 zugänglich. In üblicher Weise ragt das Türschauglas 16 in die
Beschickungsöffnung 14 hinein.
[0032] Über die ebenfalls im unteren Bereich der Maschine angeordnete Ablaufpumpe 17 und
die Ablaufleitung 18 kann nach Beendigung des Behandlungsvorgangs das Abwasser aus
der Waschmaschine 1 nach außen abgeleitet werden.
[0033] Die Umflutpumpe 9 als auch die Ablaufpumpe 17 sind an den Sammeltopf 19 angeschlossen,
der die aus dem Laugenbehälter 2 abfließende Waschflüssigkeit auffängt, so dass für
den Betrieb der beiden Pumpen 9 und 17 auf der Ansaugseite genügend Flüssigkeit zur
Verfügung steht. Im Sammeltopf 19 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Wasserstandssensor
22 symbolisch dargestellt, der in Verbindung mit der Steuereinheit 21 die Umflutpumpe
9 steuert. Die im oberen Innenbereich der Waschmaschine 1 angedeutete, zentrale Programmsteuereinrichtung
20, sorgt für die programmgemäße Steuerung der Waschmaschine 1.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben der Trommelwaschmaschine basiert im
wesentlichen auf dem Grundgedanken, dass auf den nach dem bekannten Stand der Technik
üblichen Heizkörper im unteren Bereich des Laugenbehälters 2 verzichtet wird. Der
Waschprozess wird also ohne Aufheizung der im Laugenbehälter vorhandenen Wasch- und
Behandlungsflüssigkeit durchgeführt.
[0035] Es ist somit beabsichtigt, dass der Waschprozess in erster Linie mit dem am Anschlussort
der Waschmaschine zur Verfügung stehenden kalten oder erwärmten Frischwasser betrieben
wird. Je nach der Textilart des zu waschenden Wäschepostens kann jedoch die Erwärmung
des zulaufenden Wassers erforderlich sein. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist
deshalb vorgesehen, dass die Trommelwaschmaschine 1 einen Warmwasseranschluss 6 aufweist,
über den bedarfsweise das von der hausinternen Heizungsanlage aufgeheizte Frischwasser
mit einer höheren Temperatur der Maschine zugeführt werden kann. In der Regel sorgen
heute die in den Brauchwasserleitungen vorhandenen Zirkulationspumpen dafür, dass
an dem Warmwasseranschluss bei Bedarf Frischwasser mit einer Temperatur zwischen 50
und 60 °C zur Verfügung steht.
[0036] Andererseits kann es sich bei älteren Hausinstallationen auch empfehlen, dass die
Waschmaschine mit Warmwasser aus einem vorgeschalteten Wasserboiler gespeist wird.
[0037] Da mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung im Grundsatz angestrebt wird, den Waschprozess
möglichst mit einer geringen Wassermenge und reduzierten Wassertemperaturen durchzuführen,
sind mit wenig Aufwand und Kosten Alternativen realisierbar, bei denen eine bedarfsweise
Aufheizung des Wassers auch innerhalb der Waschmaschine erfolgt, bevor die Waschflüssigkeit
in den Laugenbehälter eingeleitet wird. Dies kann durch eine einfache Heizvorrichtung
nach Art eines Durchlauferhitzers im Zulaufweg zur Zugabevorrichtung für das Waschmittel
oder im Zulaufweg zum Laugenbehälter erfolgen.
[0038] Die Umflutung während des Waschprozesses wird über die drehzahlregelbar ausgebildete
Umflutpumpe 9 betrieben. In dem in der Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
vorgesehen, einen analogen Wasserstandssensor 22 im Sammeltopf 19 anzuordnen, der
in Verbindung mit der Steuereinrichtung 21 die Förderleistung der Umflutpumpe 9 in
Abhängigkeit der im Sammeltopf 19 vorhandenen Wassermenge einstellt. Damit wird dem
Umstand Rechnung getragen, dass nur eine sehr geringe freie Wassermenge für den Waschvorgang
zur Verfügung steht und das Ansaugen von Luft oder das Trockenlaufen der Umflutpumpe
9 zu vermeiden ist.
[0039] In gleicher Wiese kann für die Steuerung der Umflutpumpe 9 aber auch ein bei Waschmaschinen
standardmäßig eingesetzter, mechanisch wirkender Druckwächter in Frage kommen, der
In Verbindung mit einer vorzugsweise am Faltenschlauch des Ablaufsystems angeschlossenen
Luftfalle die Wasserstandsüberwachung vornimmt.
[0040] Um bei der vorgesehenen Grundkonstruktion ohne Heizung im Laugenbehälter trotzdem
eine gute Waschwirkung gewährleisten zu können, sind erfindungsgemäß während des Waschvorgangs
verschiedene Behandlungsphasen mit unterschiedlichen Drehzahlstufen vorgesehen, die
je nach Bedarf mehrmals wiederholt werden können.
[0041] Anhand des in der Figur 2 dargestellten Diagramms wird dies nachfolgend erläutert.
[0042] In dieser Zeichnung sind in einem Ausschnitt die erfindungsgemäß hintereinander folgenden
Behandlungsphasen I bis IV aufgeführt.
[0043] In der Behandlungsphase I findet in bekannter Weise das sogenannte Umflutschleudern
statt, bei denen die Wäschetrommel mit einer Schleuderdrehzahl (70 bis 600 U/min)
oberhalb der Anlegedrehzahl betrieben wird, um die durch das Umfluten in die Wäsche
eingebrachte Waschflüssigkeit wieder auszutreiben.
[0044] In der Phase II wird die Wäschetrommel mit der Waschdrehzahl betrieben, die zwischen
30 und 60 U/min liegen kann.
[0045] In der Behandlungsphase III wird die Drehzahl der Wäschetrommel dann auf eine unterhalb
der Waschdrehzahl liegende Drehzahlstufe reduziert. Diese Drehzahl kann in einer vorteilhaften
Ausführung bei 10 bis 20 U/min eingestellt werden.
[0046] In dem hier vorgeschlagenen Ausführungsbeispiel ist noch eine Phase IV vorgesehen,
bei der durch kurzzeitiges Ausschalten des Antriebsmotors die Wäschetrommel zum Stillstand
kommt. Aus dem nur kurz dauernden Stillstand erfolgt dann wieder das Hochfahren auf
die Schleuderdrehzahl für das Umflutschleudern.
[0047] Im Verhältnis zu den Behandlungsphasen I und II ist die Zeitdauer für die Behandlungsphase
III verständlicher Weise sehr viel kürzer vorgesehen, damit sich der Waschvorgang
nicht nennenswert verlängert. Außerdem kann auch die Häufigkeit der Aktivierung gegenüber
den waschaktiv wirksameren Behandlungsphasen I und II reduziert werden. Im gleichen
Sinne soll auch ein Stillstand der Wäschetrommel nur kurzzeitig erfolgen, bei dem
der Wäscheposten in einer anderen Verteilung der Wäschestücke in sich zusammenfallen
kann.
[0048] Mit der Behandlungsphase III und IV soll in erster Linie der Effekt erreicht werden,
dass sich durch Umschichten der Wäsche eine Neuverteilung der einzelnen Wäschestücke
in der Wäschetrommel ergibt. Dies soll die Bildung eines gleichmäßigen Wäscherings
begünstigen, der für die Wirkung des Umflutschleuderns wichtig ist. Hierbei ist von
Bedeutung, dass sich die zu behandelnde Wäsche an den Trommelmantel der Wäschetrommel
3 gleichmäßig verteilt anlegt, so dass sich im Idealfall quasi in der Mitte der Wäschetrommel
3 ein Tunnel bildet. Dadurch kann die im Türdichtring angeordnete Einspritzdüse auch
die in der Tiefe der Wäschetrommel befindlichen Wäschestücke mit der Umflutflüssigkeit
beaufschlagen.
[0049] Dieser Effekt kann noch dadurch verbessert werden, in dem die Einspritzdüse beweglich
ausgebildet wird. Die Einspritzdüse kann dabei von einem kleinen Flügelrad angetrieben
werden oder in der Art eines Rasensprengers arbeiten.
[0050] In bevorzugter Weise kann vorgesehen werden, die Waschmittelzugabe über ein Dosiersystem
für flüssige Mehrkomponentenwaschmittel vorzunehmen. Damit können verschiedene Flüssigmittel
während des Waschvorgangs zudosiert werden, die insbesondere für das Waschen mit niedrigen
Temperaturen geeignet sind.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 1. Waschmaschine
- 2. Laugenbehälter
- 3. Wäschetrommel
- 4. Antriebsmotor
- 5. Gehäuse
- 6. Wasseranschluss
- 7. Waschmitteleinspülkasten
- 8. Zulaufleitung
- 9. Umflutpumpe
- 10. Umflutleitung
- 11. Einspritzdüse
- 12. Türmanschette
- 13. Tür
- 14. Beschickungsöffnung
- 15. Sprühstrahlen (Wasch- und Behandlungsflüssigkeit)
- 16. Türschauglas
- 17. Ablaufpumpe
- 18. Ablaufleitung
- 19. Sammeltopf
- 20. Programmsteuereinrichtung
- 21. Steuereinheit für Umflutpumpe
- 22. Wasserstandssensor im Sammeltopf
1. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine (1), insbesondere Trommelwaschmaschine,
mit einem Laugenbehälter (2) zur Aufnahme der Waschflüssigkeit
mit einer im Laugenbehälter (2) drehbar gelagerten, von einem Antriebsmotor (4) angetriebenen
Wäschetrommel (3) zur Aufnahme der zu behandelnden Wäsche,
mit einer Zulaufeinrichtung für das für den Waschprozess vorgesehene Frischwasser
sowie
mit einer Zugabeeinrichtung für flüssige und/oder pulverförmige Wasch- und Pflegemittel,
und mit einer Umfluteinrichtung, die mittels einer Umflutpumpe (9) die Wasch- und
Behandlungsflüssigkeit aus dem unteren Bereich des Laugenbehälters (2) im Kreislauf
in einen höheren Bereich des Laugenbehälters in die Wäschetrommel (3) befördert, wobei
die Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit über eine Einspritzdüse (11) in das Innere
der Wäschetrommel (3) eingeleitet wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Waschprozess ohne Aufheizung der Wasch- und Behandlungsflüssigkeit durch eine
innerhalb des Laugenbehälters (2) angeordnete Heizvorrichtung durchgeführt wird,
dass während des Waschprozesses die Umflutung über eine drehzahlregelbare Umflutpumpe
(9) betrieben wird,
dass der Waschprozess Behandlungsphasen (I, II u. III) umfasst,
- bei denen die Wäschetrommel (3) mit einer oberhalb der Anlegedrehzahl liegenden
Schleuderdrehzahl zum Austreiben der Waschflüssigkeit und mit aktiviertem Umfluten
betrieben wird,
- bei denen die Wäschetrommel (3) mit einer Waschdrehzahl unterhalb der Anlegedrehzahl
und mit aktiviertem Umfluten betrieben wird,
- und bei denen die Wäschetrommel (3) mit einer Drehzahl unterhalb der Waschdrehzahl
bei nicht aktivierter Umflutung betrieben wird,
und
dass diese Behandlungsphasen (I bis III) mehrmals wiederholt werden.
2. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahlregelung der Umflutpumpe (9) vermittels einer Taktung realisiert wird.
3. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Taktung vermittels einer Einbeziehung der Phasenverschiebung cos(Phi) erfolgt.
4. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Taktung vermittels einer Einbeziehung des Wasserstandes vor dem Zulaufstutzen
der Pumpe erfolgt.
5. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wäschetrommel (3) im Anschluss an die Behandlungsphase (III) durch Abschalten
des Antriebsmotors (4) in den Stillstand ausläuft, bevor die Wäschetrommel (3) wieder
auf die Schleuderdrehzahl für das Umflutschleudern hochgefahren wird.
6. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Behandlungsphase (III) gegenüber den Behandlungsphasen (I und II) mit einer kürzeren
Zeitdauer durchgeführt wird.
7. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wäschetrommel (3) in der Behandlungsphase (I) mit einer Drehzahl im Bereich von
70 bis 600 U/min, in der Behandlungsphase (II) mit einer Drehzahl im Bereich von 30
bis 60 U/min und in der Behandlungsphase (III) mit einer Drehzahl im Bereich von 10
bis 20 U/min betrieben wird.
8. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zulauf des Frischwassers über einen an der Waschmaschine (1) vorgesehenen Wasseranschluss
(6) erfolgt, der einen Warmwasserzulauf umfasst.
9. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass innerhalb der Waschmaschine (1) im Zulaufweg für das Frischwasser oder in einem Zulaufweg
der Waschflüssigkeit in den Laugenbehälter (2) eine Heizvorrichtung vorgesehen ist.
10. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einspritzdüse (11) zur Einleitung der Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit mit
einer Vorrichtung ausgebildet ist, durch die die in die Wäschetrommel (3) einzuspritzende
Wasch- oder Behandlungsflüssigkeit (15) die am Trommelmantel anliegende Wäsche bis
in die Tiefe der Wäschetrommel (3) erfassen kann.
11. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einleitung der umflutenden Waschflüssigkeit in die Wäschetrommel (3) über eine
beweglich ausgebildete Einspritzdüse (11) erfolgt.
12. Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zugabeeinrichtung für Wasch- und Pflegemittel dazu ausgebildet ist, ein flüssiges
Mehrkomponentenwaschmittel für den Waschprozess dem Laugenbehälter der Maschine zuzuführen.