[0001] Die Erfindung betrifft einen Injektionskopf für eine Hochdruckinjektion von Suspension
in einen Bodenbereich, mit einem rohrförmigen Grundkörper, einem oberen Anschlussbereich,
einem unteren Anschlussbereich, mindestens einer radial gerichteten Injektionsdüse,
mindestens einer Injektionsleitung, welche sich zum Zuführen einer Injektionssuspension
von dem oberen Anschlussbereich zu der mindestens einen Injektionsdüse erstreckt,
mindestens einer Luftleitung, welche sich zum Zuführen von Luft von dem oberen Anschlussbereich
zu der mindestens einen Injektionsdüse erstreckt, mindestens einem Spülfluidkanal,
welcher sich zum Leiten eines Spülfluides zu dem unteren Anschlussbereich erstreckt,
und einer Ventileinrichtung zum Öffnen und Schließen des Spülfluidkanales, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Injektionsköpfe werden üblicherweise an einem Bohrgestänge eingesetzt.
Mit dem Bohrgestänge wird zunächst im Boden ein Bohrloch erstellt. Dabei wird in der
Regel über das Bohrgestänge ein Spülfluid zu dem unteren Bohrwerkzeug geleitet, um
dieses zu kühlen. Weiterhin dient das Spülfluid dazu, abgetragenes Bodenmaterial entlang
der Außenseite des Bohrgestänges nach oben aus dem Bohrloch zu fördern.
[0003] Nach Erreichen der gewünschten Bohrtiefe wird eine dichtende und/oder aushärtende
Injektionssuspension über die mindestens eine radial gerichtete Injektionsdüse in
den Bodenbereich eingeleitet. Durch Drehung des Bohrgestänges bei der Hochdruckinjektion
kann so ein scheiben- oder rotationsförmiger Injektionskörper im Boden erstellt werden.
Bei der Injektion von Dichtmaterial kann so beispielsweise durch eine Vielzahl von
nebeneinander liegenden Bohrungen eine sogenannte Dichtsohle im Boden erstellt werden.
[0004] Zur Erhöhung der radialen Injektionsweite ist es bekannt, den Hochdruckinjektionsstrahl
mit Druckluft zu ummanteln. Hierdurch wird die Effizienz des Hochdruckverfahrens deutlich
verbessert. Ein derartiger Injektionskopf muss also zur Durchleitung von drei unterschiedlichen
Fluiden, nämlich der Injektionssuspension, der Druckluft und des Spülfluides ausgebildet
sein.
[0005] Ein gattungsgemäßer Injektionskopf ist aus der
DE 20 2007 002 177 U1 bekannt. Zu einer verbesserten Ausnutzung des begrenzten Bauraumes in dem rohrförmigen
Injektionskopf wird ein mittiger Kanal sowohl zur Zuführung des Spülfluides als auch
zur Zuführung der Injektionssuspension verwendet. Verfahrensbedingt wird dabei zunächst
über den mittigen Kanal die Spülsuspension zugeleitet, welche bis zum Erreichen der
gewünschten Bohrtiefe benötigt wird. Das Spülfluid wird dabei mit einem relativ geringen
Druck von wenigen bar durch den Injektionskopf geleitet. Anschließend wird zum Bilden
des Injektionskörpers durch den mittigen Kanal unter einem hohen Druck von bis zu
mehreren 100 bar die Injektionssuspension eingeleitet.
[0006] Auf der Höhe der Injektionsdüsen ist eine Ventileinrichtung mit einem federgelagerten
Ventilteller angeordnet. Durch den hohen Injektionsdruck wird der Ventilteller gegen
die Federwirkung nach unten gedrückt und so der weiter nach unten führende Kanal dicht
verschlossen. Auf diese Weise wird nunmehr die Injektionssuspension durch die radial
gerichteten Injektionsdüsen radial nach außen in den umgebenden Boden gespritzt. Gleichzeitig
kann über seitliche Zuführkanäle Druckluft in den Bereich um die Injektionsdüsen geleitet
werden.
[0007] Bei diesem bekannten Injektionskopf ist die Ventileinrichtung im Injektionskanal
im Bereich der Injektionsdüsen angeordnet. Hierdurch ergibt sich ein sehr abrupter
Übergang zwischen der axialen Injektionsleitung und den radialen Injektionsdüsen.
Dies ist strömungstechnisch ungünstig und führt zu einem merklichen Druckverlust.
Dieser Druckverlust bedeutet eine geringere Ausbreitung des Injektionsstrahles bei
einem erhöhten Energieaufwand und somit insgesamt eine geringere Effizienz des Injektionskopfes.
[0008] Aus der
EP 2 271 808 B1 geht ein weiterer Injektionskopf für ein Hochdruckinjektionsverfahren hervor. Bei
diesem bekannten Injektionskopf ist die Ventileinrichtung mit einem federgelagerten
Tellerkörper oberhalb der Injektionsdüse angeordnet. Hierdurch lässt sich zwar ein
verbesserter Übergang zur radial gerichteten Injektionsdüse erreichen. Aber auch bei
diesem bekannten Injektionskopf stellt die Ventileinrichtung ein strömungstechnisches
Hindernis dar, durch welchen ein merklicher Druckverlust bei einer Hochdruckinjektion
der Injektionssuspension verursacht wird. Zudem ist dieser Injektionskopf nicht zur
zusätzlichen Zuführung von Druckluft geeignet.
[0009] Ein weiterer Injektionskopf geht aus der
EP 1 527 235 B1 hervor. Allerdings ist bei diesem Injektionskopf kein Spülkanal vorgesehen, um Spülfluid
durch den Injektionskopf zu dem darunter liegenden Bohrwerkzeug zu leiten.
[0010] Der Erfindung liegt
Aufgabe zugrunde, einen Injektionskopf für eine Hochdruckinjektion von Suspension in einen
Boden anzugeben, durch welchen einerseits effizient Spülfluid hindurch geleitet werden
kann und andererseits besonders effizient Injektionssuspension den Injektionsdüsen
zugeführt werden kann.
[0011] Die Aufgabe wird nach der Erfindung durch einen Injektionskopf mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0012] Der erfindungsgemäße Injektionskopf ist dadurch gekennzeichnet, dass der Spülfluidkanal
mit der Luftleitung über einen Verbindungsbereich leitungsverbunden ist, dass die
Ventileinrichtung in dem Verbindungsbereich zwischen dem Spülfluidkanal und der Luftleitung
angeordnet ist und dass die Ventileinrichtung ausgebildet ist, den Spülfluidkanal
zu sperren, wenn Luft in den Verbindungsbereich eingeströmt ist.
[0013] Gemäß der Erfindung wird das Spülfluid teilweise über die Luftleitung und teilweise
über den Spülfluidkanal durch den Injektionskopf geleitet. Somit kann die Injektionsleitung
frei von einer Ventileinrichtung im Bereich der mindestens einen Injektionsdüse gehalten
und strömungsgünstig gestaltet werden. Dies ermöglicht ein besonders druckverlustarmes
Zuleiten der Injektionssuspension zu der mindestens einen Injektionsdüse. Aufgrund
des sehr hohen Druckes der Injektionssuspension, welcher bis zu mehreren 100 bar betragen
kann, bedeutet eine strömungsgünstige Gestaltung eine Einsparung von Energie zum Erreichen
des gewünschten Druckniveaus. Zudem kann bei gleicher Pumpenleistung aufgrund der
strömungsgünstigen Gestaltung eine verbesserte Injektionsweite für die Injektionssuspension
in den Boden erreicht werden.
[0014] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung besteht darin, dass der Verbindungsbereich
als ein Aufnahmebereich ausgebildet ist, in welchem ein Ventilkörper beweglich gelagert
ist. Durch den Ventilkörper kann so bei einem Einströmen der Druckluft der Spülfluidkanal
geschlossen werden, so dass die Druckluft in den Bereich der Injektionsdüse strömt.
Zudem kann bei einem Einströmen von Spülfluid der Ventilkörper so verstellt werden,
dass die Luftleitung zur Injektionsdüse verschlossen und gleichzeitig der Spülfluidkanal
nach unten zum Bohrwerkzeug geöffnet ist. Grundsätzlich kann der Ventilkörper durch
ein Stellelement, etwa einen Stellzylinder, von außen gesteuert und verstellt werden.
[0015] Für die Leitung der unterschiedlichen Fluide besteht eine vorteilhafte Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Injektionskopfes darin, dass der Aufnahmeraum eine obere Auslassöffnung
zum Leiten der Luft zur Injektionsdüse und eine untere Auslassöffnung zum Leiten des
Spülfluides zum unteren Anschlussbereich aufweist. Damit wird das Spülfluid, welches
üblicherweise Wasser oder eine auf Wasser basierende Suspension ist, nach unten abgeführt,
während für die leichtere Luft eine obere Auslassöffnung im Aufnahmeraum vorgesehen
ist. Über diese obere Auslassöffnung kann über einen Luftkanal, welcher ein Teil der
Luftleitung ist, die Luft zur Injektionsdüse strömen.
[0016] Eine besonders einfache und robuste Ausführungsform der Erfindung besteht darin,
dass der Ventilkörper eine Dichte aufweist, welche höher ist als die der Luft und
welche kleiner ist, als die des Spülfluides. Strömt also zunächst über die Luftleitung
Spülfluid in den Aufnahmeraum ein, so schwimmt der frei bewegliche Ventilkörper auf
dem Spülfluid aufgrund der geringen Dichte auf. Auf diese Weise kann der Ventilkörper
eine oben liegende Öffnung verschließen, über welche Luft zur Injektionsdüse strömen
kann. Durch das Aufschwimmen des Ventilkörpers kann gleichzeitig eine untere Auslassöffnung
zum Spülfluidkanal freigegeben und geöffnet werden. Wird anschließend nach Abschluss
des Bohrens zur Durchführung der Hochdruckinjektion Luft über die Luftleitung in den
Aufnahmeraum eingeleitet, wird das verbliebene Spülfluid im Aufnahmeraum verdrängt
und der Ventilkörper sinkt aufgrund der höheren Dichte gegenüber der Luft im Aufnahmeraum
nach unten und kann dabei eine untere Auslassöffnung zum Spülfluidkanal verschließen.
Gleichzeitig wird der Abschnitt der Luftleitung zur Injektionsdüse freigegeben, so
dass die Druckluft zur Injektionsdüse strömen kann. Es wird also keine gesteuerte
Verstellung des Ventilkörpers benötigt. Vielmehr nimmt der Ventilkörper von sich aus
je nach dem Einströmen des Spülfluides in den Aufnahmeraum die jeweils richtige gewünschte
Verschlussposition ein. Dieser Ventilaufbau ist einfach, robust und verschleißarm.
[0017] Grundsätzlich kann der Ventilkörper jede geeignete Form aufweisen, etwa konusförmig,
doppelkonusförmig oder scheibenförmig sein. Eine besonders robuste und für die Ventilfunktion
zuverlässige Ausgestaltung wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass der Ventilkörper
als eine Kugel ausgebildet ist, welche frei schwimmend in dem Aufnahmeraum gelagert
ist. Bei einer Kugelform wird ein mögliches Verkanten des Ventilkörpers im Aufnahmeraum
grundsätzlich vermieden. Die Kugel kann dabei aus Metall, Kunststoff oder einem sonstigen
Material ausgebildet sein. Zum Erreichen der gewünschten Dichte kann die Kugel mit
einem Hohlraum versehen sein.
[0018] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform besteht nach der Erfindung darin, dass der
Aufnahmeraum im Bereich der oberen Auslassöffnung und/oder der unteren Auslassöffnung
einen konischen Wandabschnitt aufweist, welcher als ein Ventilsitz für den Ventilkörper
ausgebildet ist. Unter konischer Wandabschnitt ist zu verstehen, dass dieser nicht
nur rein kegelförmig sondern auch eine gewisse bogenförmige Form in Querschnittsansicht
aufweisen kann. Die Gestaltung des Wandabschnittes ist dabei so auf den Ventilkörper
abgestimmt, dass eine zuverlässige ringförmige Kontakt- und Dichtfläche zwischen dem
jeweiligen Wandabschnitt und dem Ventilkörper gebildet wird.
[0019] Eine besonders kompakte Ausgestaltung des Injektionskopfes wird nach einer bevorzugten
Ausführungsform dadurch erreicht, dass die mindestens eine Luftleitung zumindest abschnittsweise
zur Durchleitung von Luft und Spülfluid ausgebildet ist. Eine besonders strömungsgünstige
Ausgestaltung des Injektionskopfes wird nach einer Ausführungsvariante der Erfindung
dadurch erreicht, dass die Injektionsleitung mittig in dem Grundkörper angeordnet
ist und über einen Krümmerabschnitt mit der Injektionsdüse verbunden ist. Der Krümmerabschnitt
ist dabei strömungsgünstig gestaltet, so dass ein möglichst druckverlustarmes Umleiten
des unter Hochdruck einströmenden Injektionsfluides in die radiale Richtung zur Injektionsdüse
gewährleistet ist.
[0020] Zum Erreichen einer möglichst großen Injektionsweite besteht eine weitere Ausführungsvariante
der Erfindung darin, dass ein Luftkanal der Luftleitung in einer Ringdüse mündet,
welche die Injektionsdüse umgibt. Somit wird der Flüssigkeitsstrahl aus der Injektionsdüse
von einem Luftstrahl ummantelt, so dass Reibungs- und Energieverluste des Injektionsstrahles
verringert werden. Der Luftkanal als Teil der Luftleitung erstreckt sich dabei zwischen
der Ringdüse und dem Aufnahmeraum.
[0021] Für eine besonders kompakte Ausgestaltung des Injektionskopfes ist es nach der Erfindung
vorteilhaft, dass die Ventileinrichtung unterhalb der Injektionsdüse angeordnet ist.
Damit besteht für die Ausbildung der Injektionsleitung ein großer Gestaltungsfreiraum.
Die Ventileinrichtung kann dabei problemlos unterhalb der Injektionsdüse angeordnet
werden, da von der Ventileinrichtung dann lediglich die Hochdruckluft zur Injektionsdüse
strömen muss, während das Spülfluid nach unten zum Bohrwerkzeug geleitet werden kann.
[0022] Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Injektionsvorrichtung zum Durchführen einer
Hochdruckinjektion von Suspension in einen Boden, mit einem Injektionsgestänge, wobei
die Injektionsvorrichtung dadurch gekennzeichnet ist, dass an dem Injektionsgestänge
mindestens ein Injektionskopf angeordnet ist, wie er vorausgehend beschrieben wurde.
An einem Bohrgestänge können auch mehrere Injektionsköpfe axial hintereinander angeordnet
sein. Ein Injektionskopf kann dabei eine einzelne Injektionsdüse oder auch mehrere
Injektionsdüsen aufweisen.
[0023] Die Injektionsvorrichtung ist in bevorzugter Weise dadurch weitergebildet, dass eine
Pumpeinrichtung zum Zuführen einer Injektionssuspension, von Luft und/oder von Spülfluid
zum Injektionskopf durch das Bohrgestänge vorgesehen ist. Die Pumpeinrichtung kann
dabei für die unterschiedlichen Fluide jeweils eine einzelne Pumpe aufweisen. Zudem
kann die Injektionsvorrichtung in bekannter Weise an einem Bohrgerät angeordnet sein,
so dass mit dem Injektionsgestänge und einem am unteren Ende angebrachten Bohrwerkzeug
ein Bohrloch in bekannter Weise erstellt werden kann.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles beschrieben,
welches schematisch in der beigefügten Zeichnung dargestellt ist.
[0025] Die einzige Figur zeigt eine schematische Querschnittsansicht durch einen Teil eines
erfindungsgemäßen Injektionskopfes.
[0026] Der in der Zeichnung dargestellte Injektionskopf 10 umfasst einen rohrförmigen Grundkörper
12, welcher einen oberen Anschlussbereich 14 und einen unteren Anschlussbereich 16
zum Anschließen an ein Injektions- oder Bohrgestänge aufweist. Die eigentlichen Anschlussbereiche
14, 16 mit hinlänglich bekannter Gewindeverbindung sind in der teilweisen Figurendarstellung
nicht gezeigt.
[0027] Etwa mittig im rohrförmigen Grundkörper 12 verläuft eine kanalartige Injektionsleitung
22, welche über einen bogenförmigen Krümmerabschnitt 24 radial in eine Injektionsdüse
20 geleitet wird. Der Krümmerabschnitt 24 ist strömungsgünstig gestaltet, um unnötige
Druckverluste zu vermeiden. Die Injektionsdüse 20 ist als hülsenförmiges Bauteil ausgebildet,
welche in den Grundkörper 12 eingesetzt ist.
[0028] Zur Zuführung von Druckluft und auch eines Spülfluides, welches während des Bohrvorganges
benötigt wird, ist eine Luftleitung 28 vorgesehen, welche über eine Einlassöffnung
29 in einen vergrößerten, hohlraumartigen Verbindungsbereich 32 mündet. Die Luftleitung
28 ist bis zur seitlichen Einlassöffnung 29 radial versetzt zur Injektionsleitung
22 ausgebildet und erstreckt sich vom oberen Anschlussbereich 14 nach unten. Die Luftleitung
28 kann bereichsweise ringförmig ausgebildet sein und die Injektionsleitung 22 umschließen.
In dem Abschnitt zwischen dem oberen Anschlussbereich 14 und der Einlassöffnung 29
dient die Luftleitung 28 sowohl zum Leiten der Druckluft als auch des Spülfluides.
[0029] Im Verbindungsbereich 32 ist eine Ventileinrichtung 50 ausgebildet, welche den Verbindungsbereich
32 als einen Aufnahmeraum 52 zur Aufnahme eines kugelförmigen Ventilkörpers 54 nutzt.
Der Aufnahmeraum 52 weist in seinem oberen Deckenbereich oberhalb der Einlassöffnung
29 eine obere Auslassöffnung 56 auf, von welcher ein etwa quer verlaufender Luftkanal
60 als Teil der Luftleitung 28 sich von dem Aufnahmeraum 52 zur Injektionsdüse 20
erstreckt. Dabei mündet der Luftkanal 60 in einen Ringkanal 61, welcher die Injektionsdüse
20 ringförmig umgibt. Die radiale Außenseite der Injektionsdüse 20 ist mit einem definierten
Abstand von einer Düsenringscheibe 27 umgeben. Zwischen der Injektionsdüse 20 und
der Düsenringscheibe 27 ist ein ringförmiger Spalt gebildet, welcher eine Ringdüse
26 für das Ausströmen der Druckluft um den Strahl der Injektionssuspension aus der
Injektionsdüse 20 bildet.
[0030] In einem unteren Bodenbereich des Aufnahmeraumes 52 ist unterhalb der seitlichen
Einlassöffnung 29 eine untere Auslassöffnung 58 ausgebildet, an welche sich der Spülfluidkanal
30 anschließt. Der Spülfluidkanal 30 erstreckt sich von der unteren Auslassöffnung
58 zum unteren Anschlussbereich 16 des Injektionskopfes 10. Somit kann über den ersten
Abschnitt der Luftleitung 28, den Verbindungsbereich 32 und dem Spülfluidkanal 30
Spülfluid vom oberen Anschlussbereich 14 zum unteren Anschlussbereich 16 in Richtung
zum Bohrwerkzeug geleitet werden.
[0031] Für den Spülvorgang wird zunächst Spülfluid über die Luftleitung 28, welche auch
Zuführleitung genannt werden kann, vom oberen Anschlussbereich 14 in den Aufnahmeraum
52 der Ventileinrichtung 50 zugeführt. Aufgrund der geringeren Dichte des Ventilkörpers
54 schwimmt dieser auf dem flüssigen Spülfluid auf. Aufgrund einer drosselartigen
Verengung des Spülfluidkanales 30 im Anschluss an die untere Auslassöffnung 58 füllt
sich der Aufnahmeraum 52 mit Spülfluid, so dass der kugelförmige Ventilkörper 54 gegen
einen oberen konischen Wandabschnitt 62 des Aufnahmeraumes 52 gedrückt wird. Hierdurch
wird der quer gerichtete Luftkanal 60 fluiddicht gegenüber dem Aufnahmeraum 52 durch
den Ventilkörper 54 verschlossen. Insofern dient der obere konische Wandabschnitt
62 als ein Ventilsitz für den Ventilkörper 54. In diesem Zustand kann also Spülfluid
ungehindert über die Luftleitung 28 in den Aufnahmeraum 52 einströmen und nach unten
durch die untere Auslassöffnung 58 zum Spülfluidkanal 30 und zum Bohrwerkzeug strömen.
[0032] Nach Abschluss des Spülvorganges wird vom oberen Anschlussbereich 14 über die Luftleitung
28 Luft in den Aufnahmeraum 52 geleitet. Die einströmende Druckluft verdrängt dabei
von oben her die Spülflüssigkeit nach unten zur unteren Auslassöffnung 58. Aufgrund
der höheren Dichte des Ventilkörpers 54 gegenüber der einströmenden Luft sinkt der
Ventilkörper 54 entsprechend dem abnehmenden Flüssigkeitspegel in dem Aufnahmeraum
52 nach unten, bis der Ventilkörper 54 an dem als Ventilsitz dienenden unteren konischen
Wandabschnitt 64 zur Anlage kommt. In dieser Position verschließt der Ventilkörper
54 die untere Auslassöffnung 58 dicht gegenüber dem Aufnahmeraum 52. Somit kann nunmehr
ungehindert Druckluft über die Luftleitung 28 mit dem quer gerichteten Luftkanal 60
zur Injektionsdüse 20 und die umgebende Ringdüse 26 strömen.
1. Injektionskopf für eine Hochdruckinjektion von Suspension in einen Boden, mit
- einem rohrförmigen Grundkörper (12),
- einem oberen Anschlussbereich (14),
- einem unteren Anschlussbereich (16),
- mindestens einer radial gerichteten Injektionsdüse (20),
- mindestens einer Injektionsleitung (22), welche sich zum Zuführen einer Injektionssuspension
von dem oberen Anschlussbereich (14) zu der mindestens einen Injektionsdüse (20) erstreckt,
- mindestens einer Luftleitung (28), welche sich zum Zuführen von Luft von dem oberen
Anschlussbereich (14) zu der mindestens einen Injektionsdüse (20) erstreckt,
- mindestens einem Spülfluidkanal (30), welcher sich zum Leiten eines Spülfluides
zu dem unteren Anschlussbereich (16) erstreckt, und
- einer Ventileinrichtung (50) zum Öffnen und Schließen des Spülfluidkanales (30),
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Spülfluidkanal (30) mit der Luftleitung (28) über einen Verbindungsbereich (32)
leitungsverbunden ist,
- dass die Ventileinrichtung (50) in dem Verbindungsbereich (32) zwischen dem Spülfluidkanal
(30) und der Luftleitung (28) angeordnet ist und
- dass die Ventileinrichtung (50) ausgebildet ist, den Spülfluidkanal (30) zu sperren, wenn
Luft in den Verbindungsbereich (32) eingeströmt ist.
2. Injektionskopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verbindungsbereich (32) als ein Aufnahmeraum (52) ausgebildet ist, in welchem
ein Ventilkörper (54) beweglich gelagert ist.
3. Injektionskopf nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufnahmeraum (52) eine obere Auslassöffnung (56) zum Leiten der Luft zur Injektionsdüse
(20) und eine untere Auslassöffnung (58) zum Leiten des Spülfluides zum unteren Anschlussbereich
(16) aufweist.
4. Injektionskopf nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ventilkörper (54) eine Dichte aufweist, welche höher ist als die der Luft und
welche kleiner ist als die des Spülfluides.
5. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ventilkörper (54) als eine Kugel ausgebildet ist, welche frei schwimmend in dem
Aufnahmeraum (52) gelagert ist.
6. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufnahmeraum (52) im Bereich der oberen Auslassöffnung (56) und/oder der unteren
Auslassöffnung (58) einen konischen Wandabschnitt (62, 64) aufweist, welcher als ein
Ventilsitz für den Ventilkörper (54) ausgebildet ist.
7. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Luftleitung (28) zumindest abschnittsweise zur Durchleitung von
Luft und Spülfluid ausgebildet ist.
8. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Injektionsleitung (22) mittig in dem Grundkörper (12) angeordnet ist und über
einen Krümmerabschnitt (24) mit der Injektionsdüse (20) verbunden ist.
9. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Luftkanal (60) der Luftleitung (28) in einer Ringdüse (26) mündet, welche die
Injektionsdüse (20) umgibt.
10. Injektionskopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ventileinrichtung (50) unterhalb der Injektionsdüse (20) angeordnet ist.
11. Injektionsvorrichtung zum Durchführen einer Hochdruckinjektion von Suspension in einen
Boden, mit einem Injektionsgestänge,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Injektionsgestänge mindestens ein Injektionskopf (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 10 angeordnet ist.
12. Injektionsvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Pumpeinrichtung zum Zuführen einer Injektionssuspension, von Luft und/oder von
Spülfluid zum Injektionskopf (10) durch das Bohrgestänge vorgesehen ist.