(19)
(11) EP 2 933 410 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.10.2015  Patentblatt  2015/43

(21) Anmeldenummer: 15162796.5

(22) Anmeldetag:  08.04.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05F 3/10(2006.01)
E05F 15/63(2015.01)
E05F 3/22(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 15.04.2014 DE 102014207217
17.02.2015 DE 102015202835

(71) Anmelder: GEZE GmbH
71229 Leonberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Vögele, Roland
    71364 Winnenden (DE)

   


(54) TÜRANTRIEB


(57) Ein Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb, umfasst ein Gehäuse, eine mit einem Türflügel oder einem Blendrahmen koppelbare Abtriebsachse, einen Motor zum Antreiben der Abtriebsachse insbesondere über eine Zahnstange, und eine Federeinheit, die während einer jeweiligen Öffnungsbewegung des Türflügels gespannt wird und sich während einer jeweiligen Schließbewegung des Türflügels entspannt. Dabei umfasst das Gehäuse zwei auf einander entgegengesetzten Seiten angeordnete äußere Montageflächen, wobei der Türantrieb in unterschiedlichen Positionen am Blendrahmen oder am Türflügel montierbar ist, in denen das Gehäuse mit jeweils einer der beiden Montageflächen am Blendrahmen bzw. Türflügel anliegt. Das Gehäuse ist mit durchgehenden, jeweils an beiden der einander entgegengesetzten Seiten zugänglichen Montagebohrungen versehen, in die Befestigungsmittel zur Befestigung des Türantriebs am Blendrahmen bzw. am Türflügel anbringbar sind.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb, mit einem Gehäuse, einer mit einem Türflügel und einem Blendrahmen koppelbaren Abtriebsachse, einem Motor zum Antreiben der Abtriebsachse insbesondere über eine Zahnstange, und einer Federeinheit, die während einer jeweiligen Öffnungsbewegung des Türflügels gespannt wird und sich während einer jeweiligen Schließbewegung des Türflügels entspannt.

[0002] Derartige Türantriebe dienen dazu, den Flügel einer motorisch geöffneten Tür mit Federkraft zu schließen. Dies ist insbesondere bei Rauch- und Feuerschutztüren von Bedeutung, die im Alarmfall, insbesondere nach Ansprechen eines Rauchmelders oder bei Stromausfall, schnell und zuverlässig geschlossen werden müssen. Mit dem Öffnen des Türflügels wird gleichzeitig die Federeinheit gespannt. Mit Hilfe der Federeinheit kann der Türantrieb den Türflügel somit auch bei einem Stromausfall schließen, was bei Brandschutztüren zwingend ist.

[0003] Bei Drehtürantrieben mit Zahnstange kann sich die Federwirkung an der Abtriebsachse nur in eine Drehrichtung entwickeln. Die Abtriebsachse sitzt normalerweise in Längsrichtung des Türantriebs außermittig im Bereich von etwa 20 % der Türantriebslänge. Für unterschiedliche Montagearten an der Tür sind daher bisher zwei Türantriebe erforderlich.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb der eingangs genannten Art anzugeben, der bei möglichst einfach gehaltenem und entsprechend kostengünstigem Aufbau auf unterschiedliche Weise am Türflügel und am Blendrahmen montierbar ist.

[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Türantrieb mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Türantriebs ergeben sich aus den Unteransprüchen, der vorliegenden Beschreibung sowie der Zeichnung.

[0006] Der erfindungsgemäße Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb, umfasst ein Gehäuse, eine mit einem Türflügel oder einem Blendrahmen koppelbare Abtriebsachse, einen Motor zum Antreiben der Abtriebsachse insbesondere über eine Zahnstange, und eine Federeinheit, die während einer jeweiligen Öffnungsbewegung des Türflügels gespannt wird und sich während einer jeweiligen Schließbewegung des Türflügels entspannt. Das Gehäuse umfasst zwei auf einander entgegengesetzten Seiten angeordnete äußere Montageflächen, wobei der Türantrieb in unterschiedlichen Positionen am Blendrahmen oder am Türflügel montierbar ist, in denen das Gehäuse mit jeweils einer der beiden Montageflächen am Blendrahmen bzw. am Türflügel anliegt. Dabei ist das Gehäuse mit durchgehenden, jeweils von beiden der einander entgegengesetzten Seiten zugänglichen Montagebohrungen versehen, in die Befestigungsmittel zur Befestigung des Türantriebs am Blendrahmen bzw. am Türflügel anbringbar sind.

[0007] Aufgrund dieser Ausbildung ist der Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb, bei einfach gehaltenem und entsprechend kostengünstigem Aufbau insbesondere auch bei einer Ausführung mit Zahnstange auf unterschiedliche Weise am Türflügel und am Blendrahmen montierbar. So ist der erfindungsgemäße Türantrieb über die beiden Montageflächen nunmehr wahlweise insbesondere in einer der folgenden sechs unterschiedlichen Montagearten montierbar:
  1. 1. Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene
  2. 2. Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene
  3. 3. Türmontage-Bandseite-Gleitschiene
  4. 4. Türmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene
  5. 5. Kopfmontage-Bandgegenseite-Gestänge
  6. 6. Türmontage-Bandseite-Gestänge


[0008] Dabei ist unter einer jeweiligen Kopfmontage eine Montage des Türantriebs am oberen Holm des Blendrahmens und unter einer jeweiligen Türmontage die Montage des Türantriebs an dem Türflügel zu verstehen. Unter einer jeweiligen Montage auf der Bandseite ist eine Montage des Türantriebs auf der Seite des Blendrahmens bzw. des Türflügels zu verstehen, auf der die Bänder vorgesehen sind. Entsprechend ist unter einer jeweiligen Montage des Türantriebs auf der Bandgegenseite eine Montage des Türantriebs auf der Seite zu verstehen, die der Bandseite gegenüberliegt. Schließlich kann die Abtriebsachse mit einem linear beweglich in einer Gleitschiene geführten Gleitarm oder Hebel oder mit einem Gestänge drehfest verbunden sein. Da das Gehäuse mit Montagebohrungen versehen ist, die jeweils von zwei Seiten zugänglich sind, können die Befestigungsmittel je nachdem, ob der Türantrieb mit der einen oder anderen Montagefläche am Türflügel bzw. Blendrahmen zur Anlage kommt, von der einen oder anderen Gegenseite her eingebracht werden.

[0009] Bevorzugt ist das Gehäuse mit Anlageflächen für die zur Befestigung des Türantriebs am Blendrahmen bzw. am Türflügel in die Montagebohrungen einbringbaren Befestigungsmittel versehen. Im montierten Zustand des Türantriebs sind die betreffenden Befestigungsmittel somit über die betreffenden Anlageflächen am Gehäuse abgestützt.

[0010] Von Vorteil ist insbesondere, wenn den Montagebohrungen jeweils zwei in entgegengesetzte Richtungen weisende, jeweils einer der beiden einander entgegengesetzten Seiten zugewandte Anlageflächen zugeordnet sind. Damit ist bei sämtlichen Montagearten bzw. unabhängig davon, mit welcher Montagefläche der Türantrieb am Türflügel bzw. Blendrahmen anliegt, jeweils sichergestellt, dass sich die Befestigungsmittel an einer jeweiligen Anlagefläche des Gehäuses abstützen können.

[0011] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Türantriebs umfassen die Befestigungsmittel Kopfschrauben. Dabei kann sich eine jeweilige Kopfschraube im montierten Zustand des Türantriebs vorteilhafterweise mit ihrem Schraubenkopf je nach Montageposition des Türantriebs an der einen oder der anderen der beiden einer jeweiligen Montagebohrung zugeordneten Anlageflächen des Gehäuses abstützen.

[0012] Bevorzugt sind die Anlageflächen jeweils ringförmig ausgeführt.

[0013] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn eine jeweilige Anlagefläche gegenüber der jeweils benachbarten Montagefläche des Gehäuses nach innen versetzt ist. Dabei ist eine jeweilige Anlagefläche bevorzugt zwischen der jeweils benachbarten Montagefläche und der Mittelebene des Gehäuses angeordnet.

[0014] Besitzt das Gehäuse eine längliche Form, so können die beiden Montageflächen des Gehäuses insbesondere auf einander entgegengesetzten Längsseiten des Gehäuses vorgesehen sein. In einem solchen Fall erstrecken sich die Montagebohrungen bevorzugt allgemein quer zur Längsrichtung des Gehäuses.

[0015] Wird der erfindungsgemäße Türantrieb beispielsweise auf der Bandseite in Kopfmontage mit Gleitschiene montiert, so kann die Zahnstange insbesondere näher an der am Blendrahmen anliegenden Montagefläche liegen als im Fall einer Kopfmontage des Türantriebs auf der Bandgegenseite mit Gleitschiene.

[0016] Werden als Befestigungsmittel Kopfschrauben eingesetzt, so können die Anlageflächen für die Schraubenköpfe in Tiefenrichtung betrachtet beispielsweise etwa 10 mm über der Mittelebene des Gehäuses liegen. Die beiden Anlageflächen einer jeweiligen Montage- bzw. Schraubenbohrung können beispielsweise in einem Abstand von etwa 10 bis etwa 20 mm voneinander angeordnet sein.

[0017] Aufgrund der erfindungsgemäßen Lösung ist für sämtliche zuvor genannten unterschiedlichen Montagearten nur ein einziger Türantrieb bzw. Drehtürantrieb erforderlich.

[0018] Vorteilhafterweise ist die Abtriebsachse in zwei Richtungen drehbar und nur in eine Drehrichtung wird die Federeinheit gespannt aber in der zweiten Drehrichtung wird die Federeinheit entspannt. Somit werden weniger Bauteile benötigt und der Antrieb ist günstiger. Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
Fig. 1
eine schematische Längsschnittdarstellung einer beispielhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türantriebs,
Fig. 2
schematische Querschnittsdarstellungen des Türantriebs gemäß Fig. 1, wobei in Fig. 2a) die Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" und in Fig. 2b) die Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" dargestellt ist.
Fig. 3
eine schematische perspektivische Darstellung des Türantriebs gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" montierten Zustand,
Fig. 4
eine schematische Draufsicht des Türantriebs gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" montierten Zustand,
Fig. 5
eine schematische Draufsicht des Türantriebs gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" montierten Zustand und
Fig. 6
eine schematische perspektivische Darstellung des Türantriebs gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" montierten Zustand.


[0019] Fig. 1 zeigt in schematischer Längsschnittdarstellung eine beispielhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türantriebs 10, bei dem es sich im vorliegenden Fall beispielsweise um einen Drehtürantrieb handelt.

[0020] Der Türantrieb 10 umfasst ein Gehäuse 12, eine drehbar am Gehäuse 12 gelagerte und mit einem Türflügel 14 oder einem Blendrahmen 16 (vgl. auch die Fig. 2 bis 6) koppelbare Abtriebsachse 18, einen Motor 20 (vgl. auch die Fig. 4 und 5), insbesondere Elektromotor, zum Antreiben der Abtriebsachse 18 und eine Federeinheit 22, die während einer jeweiligen Öffnungsbewegung des Türflügels 14 gespannt wird und sich während einer jeweiligen Schließbewegung des Türflügels 14 entspannt, um ein Schließmoment zu liefern.

[0021] Dabei ist der Türantrieb 10 in den Darstellungen gemäß den Fig. 2 bis 6 jeweils als Obentürschließer für eine Drehtür vorgesehen, wobei das Gehäuse 12 mit der Abtriebsachse 18 am Blendrahmen 16 oder am Türflügel 14 angebracht und die Abtriebsachse 18 beispielsweise mit einem Hebel 88 verbunden ist, der mit einem Gleitstein oder dergleichen versehen ist, der in einer Gleitschiene 86 geführt ist, die am Türflügel 14 bzw. am Blendrahmen 16 fixiert ist.

[0022] Wie insbesondere wieder der Fig. 1 entnommen werden kann, ist die Abtriebsachse 18 über eine Zahnstange 28 durch den Motor 20 antreibbar und die Federeinheit 22 einerseits an der Zahnstange 28 und andererseits über einen Anschlag 30 am Gehäuse 12 abgestützt, der zur Einstellung der Federkraft der Federeinheit 22 relativ zum Gehäuse 12 verstellbar ist.

[0023] Die Federeinheit 22 umfasst eine auf die Zahnstange 28 aufgeschobene Druckfeder, die an einem Ende an dem verstellbaren Anschlag 30 abgestützt ist. Dabei ist der verstellbare Anschlag 30 durch die Stirnfläche einer auf die Zahnstange 28 aufgeschobenen, relativ zu dem Gehäuse 12 axial verstellbaren Hülse 32 gebildet.

[0024] Die Hülse 32 ist mit einem Außengewinde 34 versehen und über dieses Außengewinde 34 in das Gehäuse 12 eingeschraubt, das dazu mit einem Innengewinde 36 versehen ist.

[0025] Zudem ist die Hülse 32 mit einer Schrägverzahnung 38 versehen und über eine mit der Schrägverzahnung 38 kämmende Schnecke 40 axial verstellbar.

[0026] Das Gehäuse 12 kann mit wenigstens einer Öffnung 42 (vgl. die Fig. 3 bis 6) versehen sein, durch die hindurch die jeweilige Federvorspannung der Federeinheit 22 ablesbar ist. Im vorliegenden Fall ist auf einander gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses 12 jeweils eine solche jeweils als Langloch ausgeführte Öffnung 42 vorgesehen.

[0027] Die auf die Zahnstange 28 aufgeschobene Federeinheit 22 ist zwischen der auf die Zahnstange 28 aufgeschobenen Hülse 32 und einer an der Zahnstange 28 abgestützten Anlagescheibe 44 angeordnet, die ebenfalls wieder auf die Zahnstange 28 aufgeschoben ist und sich beispielsweise an wenigstens einem radialen Vorsprung 46 der Zahnstange 28 abstützt. Axial zwischen der Anlagescheibe 44 und der Federeinheit 22 sind ein auf die Zahnstange 28 aufgeschobenes Axiallager 48 und eine auf die Zahnstange 28 aufgeschobene Zwischenhülse 50 angeordnet.

[0028] Die Zahnstange 28 ist über ein Getriebe 52 vom Motor 20 beaufschlagbar. Die Zahnstange 28 umfasst einen mit einem Ritzel 54 des Getriebes 52 kämmenden Verzahnungsabschnitt 56 sowie einen mit einer Verzahnung 58 der Abtriebsachse 18 kämmenden Verzahnungsabschnitt 60. Dabei umfasst die Zahnstange 28 im vorliegenden Fall einen mit einer Unrund-Verzahnung 58 der Abtriebsachse 18 kämmenden wellenförmigen Verzahnungsabschnitt 60. Dagegen kann der mit dem Ritzel 54 des Getriebes 52 kämmende Verzahnungsabschnitt 56 der Zahnstange 28 insbesondere als linearer Verzahnungsabschnitt ausgeführt sein.

[0029] Die Zahnstange 28 erstreckt sich mit ihrem mit dem Ritzel 54 des Getriebes 52 kämmenden Verzahnungsabschnitt 56 aus der Hülse 32 heraus.

[0030] Die Schnecke 40 ist im vorliegenden Fall um 90° gegenüber der Zahnstange 28 versetzt und in einander gegenüberliegenden Getriebegehäuseschalen 62 gelagert.

[0031] Wird die Schnecke 40 mittels eines geeigneten Werkzeugs gedreht, so dreht sich über die Schrägverzahnung 38 auch die Hülse 32, womit diese über deren Außengewinde 34 je nach Drehrichtung des Werkzeugs in der einen oder anderen Richtung relativ zum Gehäuse 12 axial verstellt wird. Damit ändert sich auch entsprechend die Vorspannung der Federeinheit 22.

[0032] Die Zahnstange 28 ist im Bereich deren mit dem Ritzel 54 des Getriebes 52 und mit der Verzahnung 58 der Abtriebswelle 18 in Eingriff stehenden Verzahnungsabschnitten 56, 60 jeweils über eine auf der vom jeweiligen Verzahnungsabschnitt 56, 60 abgewandten Seite der Zahnstange 28 angeordnete insbesondere wälzgelagerte Rolle 64 oder dergleichen abgestützt.

[0033] Die Zahnstange 28 kann mit den auf sie aufgeschobenen Bauteilen in einem Gehäuseabschnitt 66 sitzen, der auf einer Seite durch einen Deckel 68 und auf der anderen Seite durch die Hülse 32 verschlossen wird. Der Deckel 68 und die Hülse 32 können über Gewinde in den Gehäuseabschnitt 66 eingeschraubt sein. Auf den Gehäuseabschnitt 66 kann eine Lagerplatte 70 geschraubt sein, die zusammen mit dem Gehäuseabschnitt 66 die Lagerstelle für die Abtriebsachse 18 bildet.

[0034] Wie insbesondere anhand der Fig. 2 zu erkennen ist, umfasst das Gehäuse 12 zwei auf einander entgegengesetzten Seiten angeordnete äußere Montageflächen 72, 74. Dabei ist der Türantrieb 10 in unterschiedlichen Positionen am Blendrahmen 16 oder am Türflügel 14 (vgl. auch die Fig. 3 bis 6) montierbar, in denen das Gehäuse 12 mit jeweils einer der beiden Montageflächen 72, 74 am Blendrahmen 16 bzw. am Türflügel 14 anliegt.

[0035] Um die unterschiedlichen Montagearten unter Aufrechterhaltung eines möglichst einfachen und entsprechend kostengünstigen Aufbaus des Türantriebs 10 zu ermöglichen, ist das Gehäuse 12 mit durchgehenden, jeweils von beiden der einander entgegengesetzten Seiten zugänglichen Montagebohrungen 76 versehen, in die Befestigungsmittel 78 zur Befestigung des Türantriebs 10 am Blendrahmen 16 bzw. am Türflügel 14 einbringbar sind.

[0036] Dabei ist das Gehäuse 12 mit Anlageflächen 80 für die zur Befestigung des Türantriebs 10 am Blendrahmen 16 bzw. am Türflügel 14 in die Montagebohrungen 76 einbringbaren Befestigungsmittel 78 versehen. Hierbei sind den Montagebohrungen 76 jeweils zwei in entgegengesetzte Richtungen weisende, jeweils einer der beiden einander entgegengesetzten Seiten bzw. Montageflächen 72, 74 zugewandte Anlageflächen 80 zugeordnet.

[0037] Im vorliegenden Fall umfassen die Befestigungsmittel Kopfschrauben 78. Dabei stützt sich eine jeweilige Kopfschraube 78 im montierten Zustand des Türantriebs 10 mit ihrem Schraubenkopf 82 je nach Montageposition des Türantriebs 10 an der einen oder der anderen der beiden einer jeweiligen Montagebohrung 76 zugeordneten Anlageflächen 80 des Gehäuses 12 ab, während sie mit ihrem vom Schraubenkopf 82 abgewandten Ende in den Blendrahmen 16 bzw. den Türflügel 14 eingeschraubt ist. Wie insbesondere der Fig. 3 entnommen werden kann, können die Anlageflächen 80 jeweils ringförmig ausgeführt und gegenüber der jeweils benachbarten Montagefläche 72, 74 des Gehäuses 12 nach innen versetzt sein. Hierbei kann eine jeweilige Anlagefläche 80 insbesondere zwischen der jeweils benachbarten Montagefläche 72, 74 und der Mittelebene des Gehäuses 12 angeordnet sein.

[0038] Die Anlageflächen 80 für die Schraubenköpfe 82 der die Befestigungsmittel bildenden Kopfschrauben 78 können in Tiefenrichtung betrachtet beispielsweise etwa 10 mm über der Mittelebene des Türantriebs 10 liegen. Die beiden einer jeweiligen Montagebohrung 76 zugeordneten Anlageflächen 80 können beispielsweise etwa 10 bis etwa 20 mm voneinander beabstandet sein.

[0039] Die beiden Montageflächen 72, 74 des eine längliche Form aufweisenden Gehäuses 12 sind aufeinander entgegengesetzten Längsseiten des Gehäuses 12 vorgesehen. Die Montagebohrungen 76 erstrecken sich allgemein quer zur Längsrichtung des Gehäuses 12, wobei sie im vorliegenden Fall senkrecht zur Längsrichtung des Gehäuses 12 ausgerichtet sind.

[0040] Der mit den entsprechenden Montagebohrungen 76 versehene Türantrieb 10 kann über die betreffenden Befestigungsmittel bzw. Kopfschrauben 78 insbesondere in den folgenden sechs unterschiedlichen Montagearten montiert werden:
1.
Kopfmontage-Bandseite-Schiene
2.
Kopfmontage-Bandgegenseite-Schiene
3.
Türmontage-Bandseite-Schiene
4.
Türmontage-Bandgegenseite-Schiene
5.
Kopfmontage-Bandgegenseite-Gestänge
6.
Türmontage-Bandseite-Gestänge


[0041] Dabei ist unter einer jeweiligen Kopfmontage eine Montage des Türantriebs am oberen Holm des Blendrahmens 16 und unter einer jeweiligen Türmontage die Montage des Türantriebs 10 an dem Türflügel 14 zu verstehen. Unter einer jeweiligen Montage auf der Bandseite ist eine Montage des Türantriebs 10 auf der Seite des Blendrahmens 16 bzw. des Türflügels 14 zu verstehen, auf der die Bänder 84 (vgl. die Fig. 3 bis 5) vorgesehen sind. Entsprechend ist unter einer jeweiligen Montage des Türantriebs 10 auf der Bandgegenseite eine Montage des Türantriebs 10 auf der Seite zu verstehen, die der Bandseite gegenüberliegt. Schließlich kann die Abtriebsachse 18 mit einem beweglich in einer Gleitschiene 86 geführten Gleitarm oder Hebel 88 (vgl. die Fig. 2 bis 6) oder mit einem Gestänge drehfest verbunden sein.

[0042] Da das Gehäuse 12 des Türantriebs 10 mit Montagebohrungen 76 versehen ist, die jeweils von zwei Seiten zugänglich sind, können die Befestigungsmittel bzw. Kopfschrauben 78 je nachdem, ob der Türantrieb 10 mit der einen oder mit der anderen Montagefläche 72 bzw. 74 am Türflügel 14 bzw. Blendrahmen 16 zur Anlage kommt, von der einen oder anderen Gegenseite her eingebracht werden.

[0043] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Türantriebs 10 ist für sämtliche der zuvor genannten unterschiedlichen Montagearten nur ein einziger Türantrieb bzw. Drehtürantrieb 10 erforderlich. Der hierfür erforderliche bauliche Aufwand ist minimal.

[0044] In Fig. 2a) ist der Türantrieb 10 beispielsweise in der Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" wiedergegeben. Dagegen ist der Türantrieb 10 in der Fig. 2b) beispielsweise in der Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" dargestellt. Fig. 3 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung des Türantriebs 10 gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" montierten Zustand.

[0045] Fig. 4 zeigt eine schematische Draufsicht des Türantriebs 10 gemäß Fig. 1 im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandseite-Gleitschiene" montierten Zustand.

[0046] In Fig. 5 ist der Türantrieb 10 gemäß Fig. 1 in einer schematischen Draufsicht in nach der Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" montierten Zustand wiedergegeben.

[0047] Fig. 6 zeigt den Türantrieb 10 gemäß Fig. 1 in einer schematischen perspektivischen Darstellung im nach der Montageart "Kopfmontage-Bandgegenseite-Gleitschiene" montierten Zustand.

[0048] In den verschiedenen Figuren sind einander entsprechenden Teilen gleiche Bezugszeichen zugeordnet.

[0049] Wird der erfindungsgemäße Türantrieb 10 beispielsweise auf der Bandseite in Kopfmontage mit Gleitschiene montiert, so liegt die Zahnstange 28 im vorliegenden Fall näher an der am Blendrahmen 16 anliegenden Montagefläche als im Fall einer Kopfmontage des Türantriebs 10 auf der Bandgegenseite mit Gleitschiene.

[0050] Wie angeführt, sind außer den in der Zeichnung dargestellten Montagearten weitere Montagearten möglich. Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Tür- bzw. Drehtürantriebs 10 ist für sämtliche unterschiedliche Montagearten nur ein einziger Tür- bzw. Drehtürantrieb 10 erforderlich.

Bezugszeichenliste



[0051] 
10
Türantrieb
12
Gehäuse
14
Türflügel
16
Blendrahmen
18
Abtriebsachse
20
Motor
22
Federeinheit
28
Zahnstange
30
Anschlag
32
Hülse
34
Außengewinde
36
Innengewinde
38
Schrägverzahnung
40
Schnecke
42
Öffnung
44
Anlagescheibe
46
Vorsprung
48
Axiallager
50
Zwischenhülse
52
Getriebe
54
Ritzel
56
Verzahnungsabschnitt
58
Unrund-Verzahnung
60
wellenförmiger Verzahnungsabschnitt
62
Getriebegehäuseschale
64
Rolle
66
Gehäuseabschnitt
68
Deckel
70
Lagerplatte
72
Montagefläche
74
Montagefläche
76
Montagebohrung
78
Befestigungsmittel, Kopfschraube
80
Anlagefläche
82
Schraubenkopf
84
Band
86
Gleitschiene
88
Gleitarm, Hebel



Ansprüche

1. Türantrieb (10), insbesondere Drehtürantrieb, mit einem Gehäuse (12), einer mit einem Türflügel (14) oder einem Blendrahmen (16) koppelbaren Abtriebsachse (18), einem Motor (20) zum Antreiben der Abtriebsachse (18) insbesondere über eine Zahnstange (28), und einer Federeinheit (22), die während einer jeweiligen Öffnungsbewegung des Türflügels (14) gespannt wird und sich während einer jeweiligen Schließbewegung des Türflügels (14) entspannt, wobei das Gehäuse (12) zwei auf einander entgegengesetzten Seiten angeordnete äußere Montageflächen (72, 74) umfasst und der Türantrieb (10) in unterschiedlichen Positionen am Blendrahmen (16) oder am Türflügel (14) montierbar ist, in denen das Gehäuse (12) mit jeweils einer der beiden Montageflächen (72, 74) am Blendrahmen (16) bzw. am Türflügel (14) anliegt, und das Gehäuse (12) mit durchgehenden, jeweils von beiden der einander entgegengesetzten Seiten zugänglichen Montagebohrungen (76) versehen ist, in die Befestigungsmittel (78) zur Befestigung des Türantriebs (10) am Blendrahmen (16) bzw. am Türflügel (14) einbringbar sind.
 
2. Türantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , dass das Gehäuse (12) mit Anlageflächen (80) für die zur Befestigung des Türantriebs (10) am Blendrahmen (16) bzw. am Türflügel (14) in die Montagebohrungen (76) einbringbaren Befestigungsmittel (78) versehen ist.
 
3. Türantrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass den Montagebohrungen (76) jeweils zwei in entgegengesetzte Richtungen weisende, jeweils einer der beiden einander entgegengesetzten Seiten zugewandte Anlageflächen (80) zugeordnet sind.
 
4. Türantrieb nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel Kopfschrauben (78) umfassen.
 
5. Türantrieb nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass sich eine jeweilige Kopfschraube (78) im montierten Zustand des Türantriebs (10) mit ihrem Schraubenkopf (82) je nach Montageposition des Türantriebs (10) an der einen oder der anderen der beiden einer jeweiligen Montagebohrung (76) zugeordneten Anlageflächen (80) des Gehäuses (12) abstützt.
 
6. Türantrieb nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageflächen (80) jeweils ringförmig ausgeführt sind.
 
7. Türantrieb nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Anlagefläche (80) gegenüber der jeweils benachbarten Montagefläche (72, 74) des Gehäuses (12) nach innen versetzt ist.
 
8. Türantrieb nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Anlagefläche (80) zwischen der jeweils benachbarten Montagefläche (72, 74) und der Mittelebene des Gehäuses (12) angeordnet ist.
 
9. Türantrieb nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (12) eine längliche Form besitzt und die beiden Montageflächen (72, 74) des Gehäuses (12) auf einander entgegengesetzten Längsseiten des Gehäuses (12) vorgesehen sind.
 
10. Türantrieb nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die Montagebohrungen (76) allgemein quer zur Längsrichtung des Gehäuses (12) erstrecken.
 
11. Türantrieb nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebsachse (18) in zwei Richtungen drehbar ist und in eine Drehrichtung die Federeinheit (22) spannt und in der zweiten Drehrichtung die Federeinheit (22) entspannt.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht