[0001] Die Erfindung betrifft ein Tor mit einem ausgehend von einer Schließstellung im Verlauf
einer Öffnungsbewegung zu einem mehrlagigen Wickel aufwickelbaren und eine Mehrzahl
von sich mit ihren Längsachsen etwa senkrecht zur Richtung der Öffnungsbewegung, üblicherweise
horizontal, erstreckenden Lamellen aufweisenden Torblatt und einer Führungsanordnung
zur Führung der Öffnungsbewegung mit im Bereich der seitlichen Ränder der Lamellen
in der Öffnungsstellung mit in etwa senkrecht zu deren Längsachsen verlaufenden Ebenen
vorzugsweise spiralförmig umlaufenden Führungsschienen, in deren radial äußersten
Windungen an seitlichen Rändern der bei der Öffnungsbewegung vorlaufenden Lamelle
angebrachte Führungselemente einführbar sind.
[0002] Derartige Tore in Form von Rolltoren oder Spiraltoren werden zum Verschluß von Raumöffnungen
und Durchfahrten eingesetzt. Bei einfachen Rolltoren kann das Torblatt in Form eines
bahnförmigen Behangs verwirklicht sein, das im Verlauf der Öffnungsbewegung auf einer
Wickelwelle aufgewickelt wird. Im Hinblick auf die in einigen Fällen angestrebte thermischen
Isoliereigenschaften beispielsweise bei Einsatz entsprechender Tore im Bereich von
Kühl- und Tiefkühlräumen, aber auch im Bereich von Wärmekammern, zum Beispiel bei
der Vulkanisierung von Autoreifen, wird verlangt, daß das Torblatt thermisch isolierende
Eigenschaften hat. Dazu kann ein bahnförmiger Behang mit geeigneten Isolierkörpern
ausgestattet werden. Entsprechende Tore sind beispielsweise in der
DE 20 2013 005 164 beschrieben.
[0003] Wenn neben einer thermischen Trennung auch noch ein sicherer Öffnungsverschluß, beispielsweise
zur Gewährleistung einer ausreichenden Einbruchssicherheit, gewünscht ist, werden
Tore eingesetzt, bei denen das Torblatt aus starren Lamellen besteht, welche bezüglich
senkrecht zu der Bewegungsbahn verlaufenden Lenkachsen gelenkig miteinander verbunden
sind. Die gelenkige Verbindung kann in Form von sogenannten Einschiebeprofilen verwirklicht
sein. Zusätzlich oder alternativ können auch scharnierartige Verbindungen zwischen
den Lamellen vorgesehen sein. Tore dieser Art sind in der
DE 20 2006 017 619 beschrieben. Im Hinblick auf die Reduzierung der Lärmbelastung bei einer Öffnungs-
oder Schließbewegung entsprechender Tore wird im Allgemeinen gewünscht, daß zwischen
aufeinanderfolgenden Wicklungen des mehrlagigen Wickels in der Öffnungsstellung ein
Abstand eingehalten ist, der eine berührungsfreie Abwicklung des mehrlagigen Wickels
bzw. eine berührungsfreie Aufwicklung zu einem mehrlagigen Wickel ermöglicht. Ein
entsprechender Abstand im Bereich der Öffnungsstellung kann sichergestellt werden,
wenn die Lamellen mit Führungselementen an ihren seitlichen Rändern ausgestattet sind,
welche im Verlauf der Öffnungsbewegung in Führungsschienen einlaufen, die in etwa
senkrecht zu den Längsachsen der Lamellen laufenden Ebenen angeordnet sein können
und zweckmäßigerweise spiralförmig umlaufen. Durch Anpassung der Abmessungen der Führungselemente
an die Führungsschienen kann eine nahezu spielfreie Führung gewährleistet werden,
wobei durch die Dimensionierung bzw. durch den Verlauf der Führungsschienen sichergestellt
werden kann, daß eine berührungsfreie Aufwicklung bzw. Abwicklung des Torblatts erfolgt.
[0004] Entsprechende Tore können gewünschte thermische Eigenschaften bzw. Isoliereigenschaften
aufweisen, wenn die Lamellen zumindest teilweise aus thermisch isolierendem Material,
wie etwa Kunststoff, insbesondere in Form eines Schaums, besonders bevorzugt in Form
eines PU-Schaums, verwirklicht sind. Das thermisch isolierende Material kann in stabilisierende
Materialbahnen, wie etwa Schalen aus einem metallischen Werkstoff, aufgenommen sein.
[0005] Bei der thermischen Isolierung spielt neben den thermischen Eigenschaften der Lamellen
auch die Abdichtung zum Baukörper eine wichtige Rolle. Dabei hat es sich im Besonderen
als problematisch erwiesen, den im Sturzbereich, also am oberen Rand des Torblatts
in der Schließstellung, auftretenden Spalt zu verschließen. Eine berührend arbeitende
Abdichtung als Bürste oder Schlaufe aus flexiblem Material führt zu Schleifspuren
auf den Lamellen, wenn die Lamellen im Verlauf der Schließ- oder Öffnungsbewegung
längs der Dichtung schleifen. Eine berührungslos arbeitende Abdichtung auf dem Baukörper
verhindert eine Beschädigung an der Lamelle, in der Schließstellung des Torblatts
bleibt aber ein den Wärmedurchgang begünstigender Spalt. Es wurde auch bereits vorgeschlagen,
die Abdichtung im Sturzbereich mit Hilfe von an der bei einer Öffnungsbewegung vorlaufenden
Lamelle, also der in der Schließstellung obersten Lamelle angebrachten Dichtungsanordnungen
zu verwirklichen. Dabei hat es sich aber als problematisch erwiesen, daß entsprechende
Dichtungsanordnungen beim Aufwickeln des Tors zu dem mehrlagigen Wickel an Lamellen
einer benachbarten Wickellage anschlagen und zu einer unerwünschten Geräuschentwicklung
und ggf. auch zu Schleifspuren führen.
[0006] Angesichts dieser Probleme im Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Tor bereitzustellen, mit dem ein dichter Abschluß im Sturzbereich sichergestellt
werden kann, ohne daß es zu Beschädigungen an den Lamellen und/oder einer unerwünschten
Geräuschentwicklung kommt.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Weiterbildung der bekannten Tore gelöst,
die im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß die Führungselemente an den seitlichen
Rändern der bei der Öffnungsbewegung vorlaufenden Lamelle über Schwenkhebel an der
vorlaufenden Lamelle befestigt sind, die bezüglich etwa parallel zur Längsachse der
Lamelle verlaufende Schwenkachsen verschwenkbar an der Lamelle angebracht sind.
[0008] Da das Führungselement in den Führungsschienen mit geringem Spiel aufgenommen ist,
kann die vorlaufende Lamelle bezüglich dem Führungselement so verschwenkt werden,
daß eine ggf. daran angebrachte Dichtungsanordnung bei gleichzeitig sicherer Führung
der Öffnungsbewegung derart verlagert wird, daß es nicht mehr in Anlage an die Lamellen
einer benachbarten Wickellage gelangt. Andererseits kann die Lamelle bezüglich dem
Führungselement bei Erreichen der Schließstellung so verschwenkt werden, daß es zu
einer sicheren Abdichtung kommt. Insgesamt kann so unter Vermeidung der Beschädigung
von einzelnen Lamellen und einer unerwünschten Geräuschentwicklung ein dichter Öffnungsabschluß
im Sturzbereich verwirklicht werden.
[0009] Im Sinne einer geräuscharmen Torblattbewegung hat es sich als zweckmäßig erwiesen,
wenn mindestens ein Führungselement eine bezüglich einer parallel zur Schwenkachse
verlaufenden Rollenachse verdrehbar an dem Schwenkhebel angebrachte Führungsrolle
aufweist.
[0010] Wenn die Dichtungsanordnung an der bei der Öffnungsbewegung vorlaufenden Lamelle
in der Torblattschließstellung in den Außenraum absteht, kann eine berührungsfreie
Öffnungsbewegung verwirklicht werden, wenn das Führungselement im Verlauf der Öffnungsbewegung
durch Verschwenken des Schwenkhebels um die Schwenkachse bezüglich der Spiralachse
bzw. Wickelachse radial nach außen in Bezug auf die vorlaufende Lamelle verlagert
wird, so daß ein vorlaufender Rand der vorlaufenden Lamelle radial nach innen bezüglich
der Spiralachse verlagert wird. Die nach außen abstehende Dichtungsanordnung wird
dann mit der vorlaufenden Lamelle verlagert, so daß die Dichtungsanordnung an der
vorlaufenden Lamelle, welche im Öffnungszustand den Beginn der innersten Wicklungslage
bildet, einen radialen Abstand von der darauffolgenden Wickellage aufweisen kann.
[0011] Ein sicherer Dichtungsabschluß kann bei erfindungsgemäßen Toren erreicht werden,
wenn eine an der vorlaufenden Lamelle angeordnete und in der Öffnungsstellung in ihrer
Ruhelage zwischen aufeinanderfolgenden Wickellagen angeordnete Dichtungsanordnung
bei Erreichen der Schließstellung durch Verschwenken der vorlaufenden Lamelle bezüglich
in der Führungsschiene geführten Führungselementen an der vorlaufenden Lamelle um
die Schwenkachse aus der Ruhelage in eine Dichtlage verlagerbar ist, in der sie vorzugsweise
an einer ortsfesten Dichtungseinrichtung anliegt.
[0012] Zur Sicherstellung einer berührungsfreien Bewegung hat es sich als zweckmäßig erwiesen,
wenn eine die vorlaufende Lamelle bezüglich dem Schwenkhebel in eine vorgegebene Richtung,
insbesondere in die Ruhelage der Dichtungsanordnung drängende Vorspanneinrichtung
vorgesehen ist. Unter der Wirkung der Vorspanneinrichtung wird die Positionierung
der Dichtungsanordnung in der Ruhelage während der Öffnungsbewegung sichergestellt.
Zur Verlagerung der Dichtungsanordnung in die Dichtungsstellung kann eine Positionierungseinrichtung
vorgesehen sein, mit der die vorlaufende Lamelle bei Erreichen der Schließstellung
aus der Ruhelage gegen die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung in die Dichtungslage
verlagerbar ist.
[0013] Eine entsprechende Positionierungseinrichtung kann besonders einfach verwirklicht
werden, wenn sie ein erstes, an der vorlaufenden Lamelle angebrachtes Positionierungselement,
wie etwa eine rampenförmige Anlagefläche oder Positionierungsrolle, und ein bei Erreichen
der Schließstellung in Anlage an das erste Positionierungselement gelangendes ortsfestes
zweites Positionierungselement, wie etwa eine Positionierungsrolle oder eine rampenförmige
Anlagefläche, aufweist. Durch Bewegung des an der vorlaufenden Lamelle befestigten
Positionierungselements bezüglich des zweiten Positionierungselements kann die gewünschte
Verlagerung der vorlaufenden Lamelle und damit auch der Dichtungsanordnung in die
Dichtungslage verwirklicht werden. Zur Gewährleistung der gewünschten Betriebssicherheit
eines erfindungsgemäßen Tores kann es sinnvoll sein, wenn eine bezüglich der vorlaufenden
Lamelle feststehende Anschlaganordnung zur Begrenzung der Schwenkbewegung des Schwenkhebels
vorgesehen ist.
[0014] Bei erfindungsgemäßen Toren ist ebenso wie bei herkömmlichen Toren regelmäßig vorgesehen,
daß mindestens zwei in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgende Lamellen bezüglich parallel
zu ihren Längsachsen verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbunden sind.
Dabei können an den seitlichen Rändern von zwei, drei oder mehr, insbesondere von
allen aufeinanderfolgenden Lamellen mit der Führungsanordnung zusammenwirkende Führungselemente,
insbesondere Führungsrollen, zur Torblattbewegung angebracht sein.
[0015] Durch die Verschwenkbewegung der vorlaufenden Lamelle bezüglich des Schwenkhebels
kann die vorlaufende Lamelle in den Bereich der Führungsschiene gelangen. Zur Gewährleistung
eines störungsfreien Betriebs kann es daher sinnvoll sein, die vorlaufende Lamelle
in ihrer Längsrichtung kürzer auszuführen als die folgenden Lamellen, so daß zwischen
beiden seitlichen Rändern der vorlaufenden Lamelle und den entsprechenden seitlichen
Rändern der nachfolgenden Lamelle ein axialer Abstand gebildet ist. Die vorlaufende
Lamelle ist dann symmetrisch bezüglich der folgenden Lamelle angeordnet und kann ggf.
zwischen die in den senkrecht zu den Längsachsen verlaufenden Ebenen angeordneten
Führungsschienen eintauchen.
[0016] Schließlich ist es auch bei erfindungsgemäßen Toren zweckmäßig, wenn eine vorzugsweise
an die bei einer Öffnungsbewegung nachlaufende Welle gekoppelte Antriebseinrichtung,
wie etwa ein Getriebemotor, zum Bewegen des Torblatts vorgesehen ist.
[0017] Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die hinsichtlich
aller erfindungswesentlichen und in der Beschreibung nicht näher herausgestellten
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen, erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Tors, bei dem das Torblatt die
Schließstellung nahezu erreicht hat,
- Fig. 2
- Eine schematische Darstellung gemäß Fig. 1 mit Torblatt in der Schließstellung
- Fig. 3
- Eine Teildarstellung des Tors gemäß den Fig. 1 und 2 und
- Fig. 4
- Eine Gegenüberstellung von Toren nach dem Stand der Technik und erfindungsgemäßen
Toren.
[0018] Das in der Zeichnung dargestellte Tor besteht im Wesentlichen aus einer insgesamt
mit 10 bezeichneten Führungsanordnung und einem insgesamt mit 20 bezeichneten Torblatt.
Die Führungsanordnung 10 umfaßt einen etwa geradlinig verlaufenden Abschnitt 12, der
sich etwa parallel zu den seitlichen Rändern des Torblatts in der Torblattschließstellung
in Schwererichtung erstreckt und einen spiralförmig umlaufenden Abschnitt, der an
das obere Ende des geradlinig verlaufenden Abschnitts 12 anschließt, wobei der geradlinig
verlaufende Abschnitt 12 tangential in das Ende des spiralförmigen Abschnitts 14 übergeht.
Der spiralförmige Abschnitt 14 verläuft in einer sich senkrecht zur Längsachse der
Lamellen 30, 40 des Torblatts erstreckenden Ebene. Das Torblatt 20 umfaßt eine Anzahl
von in einer senkrecht zur ihren Längsachsen verlaufenden Richtung hintereinander
angeordneten Torblattlamellen 30, 40, denen jeweils Führungsrollen 32 bzw. 42 zugeordnet
sind, mit denen eine Torblattbewegung zwischen einer Öffnungsstellung, in der das
Torblatt zwischen den geradlinig verlaufenden Abschnitten 12 der beidseits des Torblatts
angeordneten Führungsschienen aufgenommen ist, und einer Schließstellung, in der das
Torblatt in dem spiralförmigen Abschnitt 14 der Führungsschiene zu einem mehrlagigen
Wickel aufgewickelt ist, geführt wird. Die Lamellen 30, 40 sind mithilfe einer scharnierartigen
Verbindung bezüglich parallel zu den Längsachsen der Lamellen verlaufenden Schwenkachsen
verschwenkbar miteinander verbunden.
[0019] Die an der bei einer Öffnungsbewegung vorlaufenden Torblattlamelle 40 angeordnete
Führungsrolle 42 ist über eine Schwenkhebel 50 bezüglich einer parallel zur Längsachse
der Lamelle 40 verlaufenden Schwenkachse verschwenkbar an der vorlaufenden Lamelle
40 befestigt. Ferner ist an dem bei einer Öffnungsbewegung vorlaufenden Rand der vorlaufenden
Lamelle 40 ein nach außen abstehender Dichtstreifen 60 angebracht.
[0020] Wie besonders deutlich in Fig. 2 zu erkennen ist, gelangt der Dichtstreifen 60 bei
Erreichen der Schließstellung in Anlage an eine im Bereich des Sturzes der zu verschließenden
Öffnung angebrachten Hohlkammerdichtung 70. Die Hohlkammerdichtung 70 ist als kurze
Schlaufe aus einem elastomeren Material ausgeführt. Dazu wird die Lamelle 40 gegen
die Vorspannkraft einer Vorspannfeder 62 bei Erreichen der Schließstellung mithilfe
einer Positionierungseinrichtung von der in Fig. 1 dargestellten Zwischenlage in die
in Fig. 2 dargestellte Dichtungslage gedrängt. Die Positionierungseinrichtung weist
eine an der inneren Begrenzungsfläche der Lamelle 40 angebrachte Anlagefläche 80 auf,
die in Richtung auf den bei einer Öffnungsbewegung vorlaufenden Rand der Lamelle 40
ausgehend von der Lamelleninnenseite ansteigt und keilförmig ausgeführt ist, sowie
eine Positionierungsrolle 82, die an den vertikal verlaufenden Abschnitt 12 der Führungsschienenanordnung
10 angebracht ist.
[0021] Bei Erreichen der in Fig. 2 dargestellten Schließstellung läuft die Anlagefläche
80 auf die Positionierungsrolle 82 auf und drängt die in einer Öffnungsbewegung vorlaufende
Lamelle 40 bezüglich der Führungsrolle 42 nach außen, wobei gleichzeitig der Dichtstreifen
60 in Anlage an die Hohlkammerdichtung 70 gelangt. Die Schwenkbewegung der Lamelle
40 wird durch die gelenkige Ankuppelung der Führungsrolle 42 über den Schwenkhebel
50 ermöglicht, wobei durch die Aufnahme der Führungsrolle 42 in der Führungsschiene
10 eine spielarme Bewegung der bei der Öffnungsbewegung vorlaufenden Lamelle erreicht
wird.
[0022] Beim Verlassen der in Fig. 2 dargestellten Schließstellung wird die bei einer Öffnungsbewegung
vorlaufende Lamelle 40 mithilfe der Vorspannfeder 62 zusammen mit dem Dichtstreifen
60 bezüglich der Führungsrolle 42 nach innen in Richtung auf die Spiralachse des spiralförmigen
Abschnitts 14 der Führungsschiene gedrängt. Sie gelangt ausgehend von der in Fig.
2 c) dargestellten Dichtungslage über die in Fig. 1 c) dargestellte Zwischenlage in
die in Fig. 4 b) dargestellte Ruhelage, in die sie zwischen aufeinanderfolgenden Wicklungen
des zu einem mehrlagigen Wickel aufgewickelten Torblatts gelangt, ohne daß sie Lamellen
der benachbarten Wicklungen des Torblatts berührt was bei in Fig. 4 a) dargestellten,
bekannten Toren beobachtet wird.
[0023] Die Verschwenkung der vorlaufenden Lamelle 40 bezüglich dem Schwenkhebel 50 ermöglicht
trotz spielarmer Führung der Führungsrollen 32 und 42 in dem spiralförmigen Führungsschienenabschnitt
14 eine Verschwenkung der vorlaufenden Lamelle 40 bezüglich der nachfolgenden Lamelle
30 um einen Winkel, der größer ist als der Winkel um den die Lamelle 30 bezüglich
der nachfolgenden Lamelle verschwenkt werden kann.
[0024] Insgesamt wird bei einem erfindungsgemäßen Tor eine Offnungs- bzw. Schließbewegung
in den spiralförmigen Abschnitt 14 bzw. aus dem spiralförmigen Abschnitt 14 heraus
ermöglicht, ohne daß es zu einem Anschlagen oder einer schleifenden Berührung des
Dichtstreifens 60 der Lamellen einer benachbarten Wicklungslage kommt.
[0025] Wie besonders deutlich in Fig. 3 zu erkennen ist, weist die bei einer Öffnungsbewegung
vorlaufende Lamelle 40 eine geringere axiale Länge auf als die nachfolgende Lamelle
30. Sie kann durch eine Schwenkbewegung um die Schwenkachse zwischen dem an den seitlichen
Rändern der Lamelle angeordneten Führungsschienenabschnitt verschwenkt werden. Zur
Überbrückung des Abstands zwischen den axialen Enden der Lamellen 30 und 40 ist ein
die Montage einer Scharnierverbindung zwischen diesen aufeinanderfolgenden Lamellen
erlaubendes Distanzstück 54 vorgesehen. Durch die Verkürzung der bei einer Öffnungsbewegung
vorlaufenden Lamelle wird im übrigen Freiraum für den Schwenkhebel 50 zur verschwenkbaren
Ankopplung der Führungsrolle 42 an die bei einer Offnungsbewegung vorlaufende Lamelle
40 bereitgestellt. Die Schwenkbewegung des Schwenkhebels 50 wird durch einen Anschlag
64 begrenzt, der an der Lamelle 40 angebracht ist. So wird verhindert, daß die Lamelle
40 bei Einlaufen in den spiralförmigen Abschnitt 14 der Führungsschiene 10 zu weit
nach innen verschwenkt wird. Mit einer ähnlichen Anschlaganordnung kann verhindert
werden, daß die Lamelle bei Erreichen der Schließstellung zu weit nach außen verschwenkt
wird. Da die Bewegung der Lamelle in die Dichtungslage allerdings nicht durch eine
Vorspanneinrichtung unterstützt wird, kann von der Bereitstellung einer zweiten Anschlaganordnung
abgesehen werden. Die zweite Anschlaganordnung kann zweckmäßig sein, um bei einem
Federbruch den Schwenkbereich mechanisch zu begrenzen und Kollisionen zu vermeiden.
Weiterhin wird damit die Möglichkeit geschaffen, das Profil bei einem Federbruch im
geschwenkten Zustand zu fixieren um übergangsweise die Torfunktion aufrecht zu erhalten.
[0026] Bei allen Ausführungsformen der Erfindung kann eine Antriebseinrichtung vorgesehen
sein, die vorzugsweise an die bei einer Öffnungsbewegung nachlaufende Lamelle angreift
und eine Bewegung des Torblatts zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung
unterstützt.
[0027] Die Erfindung ist nicht auf die anhand der Zeichnung erläuterte Ausführungsform beschränkt.
Es ist beispielsweise auch daran gedacht, anstelle einer spiralförmigen Führungsschiene
eine ovale Führungsschiene mit einer Anzahl von Führungsschienenwindungen bereitzustellen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die Positionierungsrolle an der Lamelle 40
anzubringen, während die Anlagefläche an der Führungsschiene angeordnet wird. Es ist
auch an solche Ausführungsformen gedacht, bei denen nur einige Lamellen mit Führungsrollen
ausgestattet sind.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0028]
- 10
- Führungsanordnung
- 12
- geradlinig verlaufender Abschnitt
- 14
- spiralförmiger Abschnitt
- 20
- Torblatt
- 30
- Lamelle
- 32
- Führungsrolle
- 40
- vorlaufende Lamelle
- 42
- Führungsrolle der vorlaufenden Lamelle
- 50
- Schwenkhebel
- 54
- Distanzstück
- 60
- Dichtstreifen
- 62
- Vorspannfeder
- 64
- Anschlag
- 70
- Hohlkammerdichtung
- 80
- Anlagefläche
- 82
- Positionierungselement
1. Tor mit einem ausgehend von einer Schließstellung im Verlauf einer Öffnungsbewegung
zu einem mehrlagigen Wickel aufwickelbaren und eine Mehrzahl von senkrecht mit ihren
Längsachsen etwa senkrecht zur Richtung der Öffnungsbewegung, üblicherweise horizontal
erstreckenden Lamellen aufweisenden Torblatt und einer Führungsanordnung zur Führung
der Öffnungsbewegung mit im Bereich der seitlichen Ränder der Lamellen in etwa senkrecht
zu deren Längsachsen verlaufenden Ebenen, vorzugsweise spiralförmig umlaufenden Führungsschienen,
in deren radial äußerste Windungen an seitlichen Rändern der bei der Öffnungsbewegung
vorlaufenden Lamelle (40) angebrachte Führungselement (42) einführbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente (42) an den seitlichen Rändern der vorlaufenden Lamelle (40)
über Schwenkhebel (50) an der vorlaufenden Lamelle (40) befestigt sind und bezüglich
parallel zur Längsachse der Lamelle (40) verlaufende Schwenkachsen verschwenkbar an
der Lamelle (40) angebracht sind.
2. Tor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Führungselement eine bezüglich einer parallel zur Schwenkachse verlaufenden
Rollenachse verdrehbar an dem Schwenkhebel (50) angebrachte Führungsrolle (42) aufweist.
3. Tor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (42) im Verlauf der Öffnungsbewegung durch Verschwenken des Schwenkhebels
(50) um die Schwenkachse bezüglich der Spiralachse radial nach außen bezüglich der
vorlaufenden Lamelle (40) verlagert wird.
4. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine an der vorlaufenden Lamelle (40) angeordnete, und in der Öffnungsstellung in
einer Ruhelage zwischen aufeinanderfolgenden Wickellagen angeordnete Dichtungsanordnung
(60), die bei Erreichen der Schließstellung durch Verschwenken der vorlaufenden Lamelle (40) bezüglich des in der Führungsschiene (10)
geführten Führungselements (42) um die Schwenkachse aus der Ruhelage in eine Dichtlage
verlagerbar ist, in der sie vorzugsweise in einer ortsfesten Dichtungseinrichtung
(70) anliegt.
5. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine die vorlaufende Lamelle (40) bezüglich dem Schwenkhebel (50) in eine vorgegebene
Richtung, insbesondere in die Ruhelage der Dichtungsanordnung (60), drängende Vorspanneinrichtung
(62).
6. Tor nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine Positionierungseinrichtung, mit der die vorlaufende Lamelle (40) bei Erreichen
der Schließstellung aus der Ruhelage gegen die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung
in die Dichtungslage verlagerbar ist.
7. Tor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Positionierungseinrichtung (80, 82) ein erstes, an der vorlaufenden Lamelle (40)
angebrachtes Positionierungselement, (82) wie etwa eine rampenförmige Anlagefläche
(82) oder eine Positionierungsrolle (82), und ein bei Erreichen der Schließstellung
in Anlage an das erste Positionierungselement (80) gelangendes zweites Positionierungselement
(82), wie etwa eine Positionierungsrolle (82) oder eine rampenförmige Anlagefläche,
aufweist.
8. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine bezüglich der vorlaufenden Lamelle feststehenden Anschlaganordnung (64), zur
Begrenzung der Schwenkbewegung des Schwenkhebels (50).
9. Tor nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgende Lamellen (30, 40) bezüglich
parallel zu ihren Längsachsen verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbunden
sind.
10. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den seitlichen Rändern von zwei, drei oder mehr aufeinanderfolgenden Lamellen
(30, 40) mit der Führungsanordnung (10) zusammenwirkende Führungselemente, insbesondere
Führungsrollen (32, 42), zur Führung der Torblattbewegung angebracht sind.
11. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vorlaufende Lamelle in Längsrichtung kürzer ausgeführt ist als die folgenden
Lamellen und zwischen beiden Rändern der vorlaufenden Lamelle und den entsprechenden
seitlichen Rändern der nachfolgenden Lamellen ein axialer Abstand gebildet ist.
12. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine vorzugsweise an die bei einer Öffnungsbewegung nachlaufende Lamelle gekoppelte
Antriebseinrichtung zum Bewegen des Torblatts.